
Argument und Diskussion zu aktuellen politischen Themen
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Wie man die Neonazis kritisieren sollte und wie besser nicht
<ol><li>Wie man ihn nicht kritisieren sollte</li><li>Kritik der Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Herrschaftsprogramm von Demokraten...</li><li>... und Faschisten</li><li>Der Antikapitalismus der (Neo-)Faschisten</li><li>Warum die NPD ihre politischen Ziele verfehlt</li><li>Kritik der linken Antifa</li></ol><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/faschismus">Der Faschismus und seine demokratische Bewältigung beim GegenStandpunkt-Verlag</a></p><p>&nbsp;<a href="https://www.vsa-verlag.de/nc/detail/artikel/brandstifter-als-feuerwehr-die-rechtsextremismus-kampagne/">Freerk Huisken Brandstifter als Feuerwehr: Die Rechtsextremismus-Kampagne beim VSA-Verlag</a></p><p>&nbsp;<a href="https://www.vsa-verlag.de/nc/detail/artikel/alles-bewaeltigt-nichts-begriffen/">Rolf Gutte / Freerk Huisken Alles bewältigt, nichts begriffen! Nationalsozialismus im Unterricht beim VSA-Verlag</a></p>

Jahr 5 der Weltfinanzkrise: Imperialistische Geldsorgen - und wie die Völker mit ihnen behelligt werden
<p>Seit einem halben Jahr bestimmt wieder die Weltfinanzkrise die Tagesordnung der Weltpolitik. Tag täglich werden die Bürger von Presse und Fernsehen mit dem Tun und Treiben derer behelligt, die Finanzmärkte heißen und ihr Geschäft mit der Spekulation auf Finanztitel machen. Man erfährt, dass da gegen die Staatsanleihen europäischer Staaten spekuliert und ein Staat nach dem anderen an den Rand des Bankrotts getrieben wird; man wird mit den Aktivitäten von Ratingagenturen vertraut gemacht, die die Schuldtitel der USA herabstufen und damit eine Panik an den Börsen auslösen. Und man wird mit den Anstrengungen der Regierungen bekannt gemacht, mit denen sie die negativen Wirkungen dieses Treibens auf die Staatsfinanzen und auf das Geld der Nationen in den Griff bekommen wollen.</p><p>Bei jeder Rettungsaktion, mit der die Regierungen die Märkte zu beruhigen und das Kreditsystem zu sichern suchen, kommt die bange Frage auf: „Klappt das?“. Hinterher darf dann wieder geunkt werden, dass das wohl wieder nicht reicht... So werden die Bürger, die weder an der Börse spekulieren noch ein Regierungsamt inne haben, an diesen Sorgen beteiligt, als wären es die eigenen. Ganz selbstverständlich geht jeder davon aus, dass „der kleine Mann“ von allem betroffen ist, was an den Börsen und in den Regierungssitzen getrieben wird. Dass das Geld, das er verdient und mit dem er zurechtzukommen hat, allemal in Mitleidenschaft gezogen ist, wenn die Geschäfte des Finanzkapitals schlecht gehen: Davon geht jeder aus, als wäre es eine Naturtatsache. Warum das so ist, erfährt man zwar nicht so genau; aber die Botschaft kommt noch allemal rüber: Dass man als „kleiner Mann“ im Grunde nur abwarten kann, auf jeden Fall aber seine Hoffnung darauf setzen soll, dass die wirklichen Herren des Geldes ihre Sache gut machen.</p><p>Die Sorge normaler Bürger darum, ob die Obrigkeit auch ihr Bestes tut, um „unseren Euro“ zu retten, ist ziemlich verkehrt. Sie sieht nämlich geflissentlich darüber hinweg, was dieses „Beste“ eigentlich ist, was die Regierungen zur Bewältigung der Finanzkrise unternehmen:</p><p>Ein Lehrstück über die politische Ökonomie des Kapitalismus - und über das Staatsprogramm der Herrschaft, die diese Produktionsweise betreut.</p><p>• Was ist los, wenn europäische Politiker sich zusammensetzen, um einen Rettungsschirm für den Euro zu basteln, und dabei unbedingt die großen Finanzinstitute mit im Boot haben wollen – und zwar freiwillig? Offensichtlich ist den hohen Herren von der Politik sehr viel daran gelegen, dass ihre Maßnahmen zur Krisenbewältigung bei genau den Banken gut ankommen, die sie an anderer Stelle publikumswirksam als Spekulanten beschimpfen. Offensichtlich ist das die oberste Leitlinie der Politik: Dass alles, was sie tut, um den Kredit zu sichern, auch zu den geschäftlichen Berechnungen derer passt, die das Unheil an den Märkten gerade anstellen.</p><p>• Was ist los, wenn Merkel und Sarkozy sich treffen, um über eine neue europäische Wirtschaftsregierung zu sprechen – und dabei verkünden, man wolle von Seiten der Politik alles Nötige tun, um das „Vertrauen der Märkte“ wieder zu gewinnen?</p><p>Dann geben die politischen Herren zu Protokoll, worauf ihre Rettungsmaßnahmen zielen: Darauf, dass das Interesse der Staaten an einem starken Euro und die geschäftlichen Berechnungen der Kreditwirtschaft wieder zueinander finden. Dann ist offenbar die Welt wieder in Ordnung! Haben Kritiker recht, die der organisierten Verbeugung der Politik vor den Kalkulationen der Finanzmärkte entnehmen wollen, dass sich die Politik hier über den Tisch ziehen lasse? Oder ist es tatsächlich so, dass Reichtum und Macht der Nationen mit dem Gelingen des Geschäfts der Finanzer steht und fällt?</p><p>• Was ist los, wenn für die Regierenden bombenfest steht, dass die Finanzmärkte allemal richtig liegen, wenn sie den Schuldtiteln von Staaten das Misstrauen aussprechen? Egal, wofür ein Staat Kredit genommen und ausgegeben hat; egal, ob sein Haushalt gestern noch als solide galt, wenn die Finanzhäuser ihm den Kredit entziehen, dann gilt: Da hat die Nation über ihre Verhältnisse gelebt. Dann heißt die oberste politische Richtlinie für alle staatliche Politik: Der Kreditwirtschaft muss bewiesen werden, dass ab sofort in diesem Land solide gewirtschaftet wird. Dann muss gespart werden; und das geht allemal auf Kosten derer, die von Lohn und Rente leben müssen. An Griechenland machen sie es vor, Portugal, Spanien, Irland, Italien... ziehen nach: Zwecks Krisenbewältigung verordnen die politischen Herren ihren Völkern ein gnadenloses Verarmungsprogramm.</p><p>• Und was ist los, wenn die politische Herrschaft, die so auf die Freiwilligkeit „der Märkte“ aus ist, bei der Durchsetzung dieses Programms gegen die Leute weniger Wert auf Freiwilligkeit liegt? Da gilt: Die Volksmassen haben sich dem neuen Elendsniveau zu fügen, das Politik für sie in Angebot hat. Stre

Das Recht (Teil I) - Der Rechtsstaat gilt als große zivilisatorische Errungenschaft – Aber: Wer oder was herrscht eigentlich, wenn das Recht herrscht?
<p>Dass das Recht aus einem Kanon von Vorschriften besteht, dem Geltung in der Gesellschaft mittels Gewalt verschafft wird, ist kein Geheimnis. Dennoch, auf kritikwürdige Herrschaftsverhältnisse, von denen die Menschen sich befreien sollten, mag da niemand schließen.</p><p>Dass diese Gesellschaft auf Gewalt beruht, dass stets etwas, Zwecke und Interessen, unterdrückt werden – müssen, damit der Frieden dieser Ordnung herrscht, das alles will niemand dem Recht entnehmen und ihm zum Vorwurf machen.</p><p>Stattdessen gibt es lauter Lob der zivilisatorischen Leistung, die es darstellt – verräterisches Lob allerdings, dem gegen den gemeinten guten Sinn schon der schlechte Sinn zu entnehmen ist, den das Recht und die Rechtsordnung hat.</p><p>Mit dem Recht haben alle zu tun: Alles, was die Leute machen, ist haarklein rechtlich geregelt; es wird übertreten, als Fessel empfunden; es wird darum gerechtet, ob es gerecht ist; seine Übertretung und deren Ahndung bildet den Stoff für Unterhaltung: Krimis. Aber eines passiert nicht, nämlich sich die Frage zu stellen, was für Verhältnisse eigentlich das Recht regelt, was also herrscht, wenn das Recht herrscht.</p><p>Veranstalter: <a href="https://sozialistische-gruppe.de/">Sozialistische Gruppe</a></p><p>Weitere Publikationen zum Thema:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/demokratie"><span>Demokratie Die perfekte Form bürgerlicher Herrschaft vom Gegenstandpunkt Verlag</span></a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/buergerliche-staat"><span>Resultate</span><span>Verlag Der bürgerliche Staat</span></a></p>

Die NATO bombardiert Libyen – Warum?
<p>Die offizielle Begründung lautet: der libysche Staatschef Gaddafi massakriert sein Volk. Jedem ist sofort klar: Das darf der nicht. Zivilisierte europäische Staatschefs können nicht zulassen, dass ein nordafrikanischer Potentat Bomben wirft und Menschen tötet, da müssen sie schleunigst hin und selbst Bomben werfen, natürlich um Menschenleben zu retten. Die Leichen, die bei ihrer Rettungsaktion selbstverständlich anfallen, zählen entweder zu den Bösen, denen es recht geschieht, oder sie fallen unter Kollateralschäden an Unschuldigen, die halt nicht zu vermeiden sind, wenn Bomberflotten die Freiheit bringen.</p><p>Gegen einen Verrückten wie Gaddafi ist – um der Menschlichkeit willen – eben alles erlaubt: Der hat nichts anderes im Sinn als sein Volk auszulöschen – will er etwa, wenn alle tot sind, ganz alleine in seiner Wüste auf dem Öl sitzen? So absurde Zielsetzungen lasten die kriegführenden Nato-Staaten und ihre Medien der libyschen Führung an, die einen bewaffneten Aufstand bekämpft: Gaddafi will siegen und die von ihm geschaffene öffentliche Ordnung wieder herstellen. Dieses Ziel sollte Machtmenschen wie Sarkozy und Kollegen weder verrückt noch verbrecherisch vorkommen: Sie selbst bestehen doch bei jeder Regung von Unwillen im Volk darauf, dass der Staat sich den Forderungen „der Straße“ nicht beugen darf. Und wenn sie in den Banlieues um Paris die Aufstände randalierender Jungendlicher niederschlagen oder in Deutschland Jahr für Jahr den fälligen Castor-Transport durchkämpfen, dann produzieren sie nur deshalb kaum je Tote, weil ihre Polizei so sehr viel besser auf Aufstandsbekämpfung vorbereitet und dafür ausgerüstet ist als die libysche Armee, und weil sie keine bewaffneten Kämpfer, sondern doch bloß verwahrloste Jugendliche und demonstrierende Demokraten in Schach zu halten haben.</p><p>Inzwischen sind, wie in jedem Krieg, die ursprünglichen Rechtfertigungen ganz egal. Solange die aus der Luft bekämpften libyschen Truppen nicht kapitulieren, beweisen alle Akte ihres Widerstands gegen die Koalition der europäischen Eindringlinge ihr Unrecht, und alle Leichen, die durch Kriegshandlungen anfallen, beweisen die Unmenschlichkeit des Feindes. Die Sache selbst ist kein Rätsel: Frankreich und Großbritannien betreiben – wie sonst die USA – Regime-Change im nordafrikanischen Raum, den sie als Zone ihrer Vormacht beanspruchen. Primitiver Imperialismus eben.</p><p>Erklärungsbedürftig allerdings ist die Art und Weise, wie in der heutigen Welt das Ringen um Einflusszonen und Vormacht aussieht. Da geht man erst zur UNO und drängt wochenlang darauf, endlich die Erlaubnis zum Schießen vom Sicherheitsrat konzidiert zu bekommen. Sobald die entscheidende amerikanische US-Macht umschwenkt und das Plazet gibt, schmiedet man mit ihr eine Koalition der Willigen.</p><p>Im sofort darauf begonnenen Krieg leisten die USA mit ihrer Überlegenheit den wichtigsten Teil des Zerstörungswerks: Sie vernichten Luftabwehr und Luftwaffe des angegriffenen Staates und überlassen den im Prinzip wehrlos gemachten Gegner den Briten und Franzosen. Für ihre Dienste verlangen die hilfreichen Amerikaner freilich, dass die europäischen Kriegstreiber ihr Projekt unter das Dach der Nato stellen. Die aber will gar nicht. Deutschland vor allem, Frankreichs engster weltpolitischer Partner und selbst eine bedeutende Militärmacht im Bündnis, hält von der ganzen Sache nichts und verweigert sogar die weltpolitische Legitimierung des Krieges im Sicherheitsrat. Die Nato, die dann doch will, ist aber nicht bereit, die Aufständischen zum Sieg zu bomben, sondern will nur die Zivilbevölkerung vor Angriffen mit schweren Waffen schützen – womöglich sogar gegen beide libyschen Kriegsparteien. Mitte April macht der Krieg den Briten und Franzosen dann tatsächlich einige Schwierigkeiten, die freilich am wenigsten von Gaddafi und seiner Armee herrühren. Der Kampf der großen Mächte untereinander ist im Krieg gegen Gaddafi die Hauptsache.</p><p>Veranstalter: <a href="https://sozialistische-gruppe.de/">Sozialistische Gruppe</a></p><p><a href="https://www.youtube.com/@SozialistischeGruppe/videos">weitere Aufnahmen der Sozialistischen Gruppe</a></p><p>Weitere Publikationen zum Thema:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/krieg-libyen-regime-change-durch-nato">Krieg in Libyen Regime-Change durch die NATO – Streitfall für die Weltaufsichtmächte</a> im <a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/zeitschrift/gegenstandpunkt-2-11">GegenStandpunkt 2-11</a>.</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/gaddafis-verzicht-auf-massenvernichtungswaffen">Gaddafis Verzicht auf Massenvernichtungswaffen Noch ein „Dritter Weg“ am Ende</a> im <a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/zeitschrift/gegenstandpunkt-1-04">GegenStandpunkt 1-04</a>.</p><p>

Der Super-GAU in Japan: Was man aus der Nuklearkatastrophe in Fukushima wirklich lernen könnte
<ol><li>Teil: Wozu wird hierzulande Strom produziert? Warum sind AKWs dafür so wichtig?</li><li>Teil: Die Besonderheit der Maschine AKW.</li><li>Teil: Reaktorsicherheit, Rentabilität und Restrisiko - staatliche Kalkulationen damit.</li><li>Teil: Das Umdenken der Staaten</li></ol>

Harrisburg 1978, Tschernobyl 1986, Fukushima 2011: Noch eine Nuklearkatastrophe, die nichts und niemanden ändert
<p>Im japanischen Fukushima ist wieder einmal eingetreten, wovor die Gegner der Atomenergie seit 40 Jahren warnen: Im Gefolge von Erdbeben und Tsunami sind mehrere Meiler außer Kontrolle geraten, explodieren, setzen Radioaktivität frei, machen Teile Nordjapans vielleicht auf Jahrzehnte oder länger unbewohnbar, verseuchen die ansässige Bevölkerung und bedrohen die 35-Millionenstadt Tokio mit radioaktivem Niederschlag.</p><p>Dass die Regierungen in Japan und den anderen Atomenergie nutzenden Staaten von dem Ereignis überrascht worden wären, stimmt nur in einer Hinsicht: Sie setzen beständig darauf, dass der „Größte Anzunehmende Unfall“ und Schlimmeres, das sie längst haben definieren und ausrechnen lassen, schon nicht eintreten wird. Ihre Fachleute schätzen das Risiko solcher Katastrophen ab und weisen ihm eine – sehr kleine – Wahrscheinlichkeit zu, die man dann großzügig ignoriert.</p><p>Wenn der Katastrophenfall eintritt, steht die betroffene Nation mehr oder weniger da wie nach einem verlorenen Krieg: Ein Verlust an Bevölkerung durch Verstrahlung und ansteigende Krebsraten schmälert die lebendige Staatsgrundlage; ganze Regionen sind dauerhaft für geschäftliche Nutzung unbrauchbar; statt kapitalistischen Wachstums fallen ungeheure Kosten für Sicherung und Einschließung der strahlenden Ruinen an, die das Sozialprodukt und den Staatshaushalt belasten und die Nation in der Konkurrenz mit Ihresgleichen um Größenordnungen zurückwerfen können. Schon gibt es Spekulationen über einen Niedergang Japans. Das, nichts anderes, ist der Albtraum, der politische Führer tatsächlich schockiert. Die Physikerin Merkel jedenfalls zeigt sich erschüttert darüber, dass das ausgerechnete „Rest-“Risiko einer Katastrophe tatsächlich eintritt. - Das wirft die Frage auf, warum kapitalistische Staaten ihre Bevölkerungen jahrzehntelang und weiterhin diesen – auch für die Staatsmacht selbst bedrohlichen – Risiken aussetzen. Nur damit die Wohnungen warm sind und die Handys Saft haben? Worum geht es bei der Stromversorgung kapitalistischer Staaten, dass man dafür Gefahren wie im Krieg eingeht?</p><p>- Jetzt will die Regierung Merkel – anders als praktisch alle anderen Regierungen des Globus – aus der Katastrophe gelernt haben und den Ausstieg aus der Atomenergie-Erzeugung beschleunigen. Was ist heute anders als in den Zeiten von Harrisburg und Tschernobyl, als die Katastrophen den VorgängerRegierungen kein Umdenken abverlangten? Was muss alles erfüllt, welche Anforderungen müssen gewährleistet sein, dass eine Bundesregierung die Wahnsinns-Technologie tatsächlich für tendenziell verzichtbar hält? Darüber will die politische Chefin des Weltmarktführers auf dem Feld der erneuerbaren Energietechniken drei Monate lang nachdenken, um dann zu entscheiden, ob und wie viele alte Meiler abgeschaltet werden sollen und wie lange sie die neueren weiterlaufen lassen will. Die schwarz-gelbe Koalition „lernt“ aus der Katastrophe, konsequenter anzupacken, was sowieso auf der deutschen Agenda steht.</p><p>Und so viel steht bei allem „Umdenken“ sowie- so fest: Wenn erst ein Ausstiegsszenario und neue Laufzeitgrenzen von 10 bis 20 Jahren vereinbart sind, ist das als „unvertretbar“ erkannte Restrisiko wieder voll vertretbar.</p><p>Veranstalter: <a href="https://sozialistische-gruppe.de/">Sozialistische Gruppe</a></p><p>Weitere Publikationen zum Thema:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/super-gau-fukushima-berechnungen-kapitalistischer-energiepolitik">Rechtzeitig zum 25-Jährigen von Tschernobyl schlägt das „Restrisiko“ wieder zu Der Super-GAU in Fukushima und die Berechnungen kapitalistischer Energiepolitik in GegenStandpunkt 2-11</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/atomkatastrophe-japan-gau-geist">Atomkatastrophe in Japan Von der Faszination des Grauens zu seiner demokratischen Verarbeitung GAU und Geist in GegenStandpunkt 2-11</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/archiv/suche?modus=and&amp;suche=Atomkraft&amp;sort_by=search_api_relevance&amp;sort_order=DESC">Weitere Artikel zur Atomkraft finden sich im Archiv des GegenStandpunkt-Verlages</a>.</p><p>&nbsp;</p>

Konsum im Kapitalismus
<p>Wer heute noch behauptet, Arbeiter hätten im Kapitalismus nichts zu verlieren als ihre Ketten, macht sich lächerlich. Nicht zuletzt vor den Leuten, von denen die Rede ist. Wir leben nämlich in einer „Wohlstandsgesellschaft“, auch wenn die feinsinnige Unterscheidung zwischen Kaufhäusern und Discountern, Anbietern und Billiganbietern, Tourismus und low-budget-Reisen Zweifel an der Behauptung aufkommen lassen könnte. Der Konsum der Menschen gilt einfach als letztes Ziel dieser Wirtschaft und als überaus gut bedient dazu. Als müsste um jeden Euro Lohn gekämpft werden, wenn dem so wäre!&nbsp;<br>Eine Kritik am Konsum im Kapitalismus gibt es allerdings auch. Die Gesellschaft laboriert angeblich an einem Zuviel davon, so dass sie auch „Überflussgesellschaft“ heißt. Der „Konsumterror“ lauert in jeder Einkaufspassage und kommt jeden Abend mit der TV-Werbung ins Haus, die mit ihrer Manipulation „künstliche Bedürfnisse“ kreiert, damit die Kassen klingeln. Als rastloser Autofahrer versaut dann der Konsument das Klima, als unersättlicher Fleischfresser nötigt er die Agrarindustrie, zu minimalen Preisen maximale Mengen von Gammelfleisch über den Tresen zu reichen. So kommt „König Kunde“ in den Genuss einer Doppelrolle: Als Konsument darf er dem Kapitalismus für eine Leistung danken, die gar nicht im Programm ist, Versorgung. Und die schädlichen Wirkungen, die das kapitalistische Wachstum tatsächlich auf Natur und Gesundheit hat, weil Gewinn statt Versorgung sein Ziel ist, darf der Konsument seiner Maßlosigkeit in Versorgungsdingen zurechnen.<br>Der Vortrag will nicht nur erläutern, welche Rolle der Konsum im Kapitalismus wirklich spielt, sondern auch die gängigen Ideologien über „König Kunde“, seine Anfälligkeit für die Tricks der Werbung sowie seine Konsumentenmacht kritisieren.</p><p>Teil 1: Vorbemerkung zur objektiven Rolle des Konsums im Kapitalismus - "Wohlstandsgesellschaft": Funktionelle Notwendigkeiten als Ausweis guten Lebens<br>Teil 2: "Der Kunde ist König": alles im Griff<br>Teil 3: Die "Überflussgesellschaft“ und ihre „Auswüchse"<br>Teil 4: Die "Konsumentenmacht" schlägt zurück - Vom Lob der "Konsumgesellschaft" zur Kritik des Konsumenten&nbsp;<br>Teil 5: Diskussion</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/ideologien-ueber-konsum-konsument-marktwirtschaft">Ideologien über Konsum und Konsument in der Marktwirtschaft in GegenStandpunkt 2-10</a></p>

Veröffentlichen als Kampf gegen Herrschaft und das Zurückschlagen der wirklichen Staatsmacht: Wikileaks gegen die Mächtigen der Welt
<p>&nbsp;Julian Assange und seine Leute halten ihre „Leaking“-Aktivitäten nicht für ein modernes Robin-Hood-Spiel, mit dem sie die Mächtigen ein wenig ärgern, sondern für einen ernsten Akt der Befreiung von Herrschaft. Wenn sie vertrauliche Regierungsakten oder Unternehmensdokumente ans Licht des Internet zerren, meinen sie, den Machthabern die entscheidende Säule ihrer Herrschaft zu entziehen – die Geheimhaltung von „Herrschaftswissen“ und die Kontrolle des Informationsflusses. Sobald die Texte, Tabellen, Videos im Netz stehen, ist ihr Kampf gegen Herrschaft und Unterdrückung fertig und vorbei: Damit regiere die Öffentlichkeit. So sieht das Wikileaks: Gegen ein Volk, das die Akten lesen kann oder lesen könnte, kann nicht mehr regiert werden. Und wenn Regierungen dann vor allen Augen und erklärtermaßen ihre politischen Anliegen verfolgen, dann kann an denen wohl nichts Schlechtes sein.<br>Aus einem Teil des veröffentlichten Materials, machen dann andere ihr Stück Kampf um die öffentliche Meinung. Enthüllungsjournalisten decken Fakten auf, die ihnen für Skandale gut sind, prangern Versäumnisse, Missstände, Schuldige an und rufen Zuständige zur Korrektur auf. Manche wollen mit vermeintlich oder wirklich unbekannten hässlichen Fakten die offizielle positive Sicht der Kriege, der sozialen Verhältnisse, der Gesundheits- und Umweltsituation etc. unserer freiheitlichen Heimatländer widerlegen und den Menschen die Augen öffnen. Alle beteuern, nichts als die Fakten sprechen zu lassen, und präsentieren sich als Vorkämpfer einer „objektiv informierten“ Öffentlichkeit. Sie täuschen sich wie ihr Publikum. Die Billigung oder Kritik der Taten der Regierung hängt nicht am neuen Faktum, sondern daran, wie es erklärt und verstanden wird.<br>Gegen den populären Kampf um Information und Informationsfreiheit, der im Internet eine endgültig befreite Community wachsen sieht, gibt es zweierlei klarzustellen. Moderne Herrschaft besteht in etwas mehr als der über die Köpfe. Und auch letztere funktioniert nicht darüber, dass Informationen unterdrückt und Bürger über die Vorhaben und Taten der Regierung im Dunkeln gelassen werden. Das ist gerade die Stärke der kapitalistischen Demokratie, dass sie auch die Öffentlichkeit dazu benutzt, um die Regierten auf die Staatsräson und ihre aktuellen Konsequenzen zu verpflichten.<br>Das schließt nicht aus, sondern ein, dass es Regierungen überhaupt nicht egal ist, was von ihrer Politik bekannt wird und welche „Informationen“ über sie die Öffentlichkeit beschäftigen. Was Öffentlichkeit von Staats wegen ist, darüber ist der Politik gegen Wikileaks Einiges zu entnehmen. Und vor allem dem Vorgehen der USA ist noch eines zu entnehmen: dass politische Herrschaft noch über etwas andere Mittel als „Informationspolitik“ gebietet. Was übrigens nicht verschwiegen wird.</p><p>1. Was will WikiLeaks: Veröffentlichen als politisches Programm. Offentlichkeit: hohes Selbstverständnis und profane Wahrheit<br>2.WikiLeaks: Vereinseitigung und Radikalisierung des falschen Selbstverständnisses der Öffentlichkeit<br>3. Internet-Community, Linkes Wunschdenken: Gegenöffentlichkeit<br>4. Diskussion zu Öffentlichkeit<br>5. Warum bekämpfen Regierungen WikiLeaks als Staatfeind</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/wikileaks-anderen-herrschaft-einfach-weginformiert">Die bürgerliche Öffentlichkeit und ihre modernen Wurmfortsätze WikiLeaks und die anderen – Herrschaft einfach weginformiert in GegenStandpunkt 1-11</a></p>

Tunesien, Ägypten – Revolution in unseren arabischen Diktaturen
<p>Veranstalter: <a href="https://sozialistische-gruppe.de/">Sozialistische Gruppe</a></p><p><a href="https://www.youtube.com/@SozialistischeGruppe/videos">weitere Aufnahmen der Sozialistischen Gruppe</a></p>

Das höhere Bildungswesen im Kapitalismus: Ausbildung und Einbildung der Elite (Teil 2): Die Literaturwissenschaft, Natur- und Ingenieurwissenschaften
<p>Weitere Publikationen zum Thema:</p><p>Das Buch "<a href="https://etc.gegenstandpunkt.com/content/die-jobs-der-elite">Jobs der Elite</a>" beim GegenStandpunkt-Verlag</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/archiv/suche?modus=and&amp;suche=wissenschaft&amp;sort_by=search_api_relevance&amp;sort_order=DESC">Artikel im Archiv des GegenStandpunkt-Verlages</a></p>

Internet-Anarchisten im Kampf mit der US-Macht - Wikileaks enthüllt Staatsgeheimnisse
<p>Julian Assange und seine Leute halten ihre Hacker- und „Whistle Blowing“-Aktivitäten nicht für ein modernes Robin-Hood-Spiel, mit dem sie die Mächtigen ein wenig ärgern, sondern für einen wahren Akt der Befreiung von Herrschaft und Unterdrückung. Sie kennen keine andere Unterdrückung als die Unterdrückung von Information und keine andere Herrschaft als die Herrschaft über die elektronischen Kommunikationskanäle. Wenn sie Regierungsakten ans Licht des Internet zerren, meinen sie, den Machthabern die entscheidende Säule ihrer Herrschaft zu entziehen – die Geheimhaltung und die Kontrolle des Informationsflusses. Bei der Auswahl des Materials sind die Freiheitshelden des Internet kriterienlos; sie veröffentlichen, was immer sie an Material in die Finger kriegen, das nicht mal unbedingt geheim, aber eben nicht zur Veröffentlichung bestimmt ist. Sobald die Texte, Tabellen, Videos im Netz stehen, ist der Kampf von Wikileaks fertig und vorbei: Gegen ein Volk, das die Akten lesen kann oder lesen könnte, kann nicht mehr regiert werden. Was Regierungen aber vor aller Augen und erklärtermaßen treiben, das kann ja wohl nichts Schlechtes sein.</p><p>Aus dem Teil des veröffentlichten Materials, das sich dafür überhaupt eignet, machen dann andere ihr Stück Kampf um die öffentliche Meinung. Enthüllungsjournalisten decken Fakten auf, die ihnen für Skandale gut sind, und prangern die dafür Verantwortlichen an: Mit vermeintlich oder wirklich unbekannten hässlichen Fakten wollen sie die offizielle positive Sicht der Kriege, der sozialen Verhältnisse, der Gesundheits- und Umweltsituation etc. unserer freiheitlichen Heimatländer widerlegen und den Menschen die Augen über Versäumnisse und Missstände öffnen. Auch sie täuschen sich. Fakten – auch hässliche – sind keine Argumente: Im Wesentlichen ist in den westlichen Demokratien alles bekannt, auch die schlimmsten Brutalitäten der Kriegführung; und wenn doch einmal nicht, dann hängt Billigung oder Kritik der Taten der Regierung nicht am neuen Faktum, sondern daran, wie es erklärt und verstanden wird. Das aber ist gerade nicht die Sache der Enthüller: Sie wollen Fakten sprechen lassen.</p><p>Gegen den populären Kampf um Information und Informationsfreiheit gibt es etwas klarzustellen: Moderne Herrschaft funktioniert nicht darüber, dass Informationen unterdrückt und Bürger über die Taten der Regierung im Dunkeln gelassen werden. Das ist gerade die Stärke der kapitalistischen Demokratie, dass sie nichts verheimlichen muss, um die Regierten auf die Staatsräson und ihre Konsequenzen zu verpflichten.</p><p>Veranstalter: <a href="https://sozialistische-gruppe.de/">Sozialistische Gruppe</a></p><p><a href="https://www.youtube.com/@SozialistischeGruppe/videos">weitere Aufnahmen der Sozialistischen Gruppe</a></p>

Anlässlich des alljährlichen Fests der Liebe: Die gesellschaftliche Institution Familie – Ort des Glücks, des Psychoterrors und des Amoklaufs
<p>Vor einigen Jahrzehnten hat eine Generation gegen die Zwänge der Familie rebelliert: Frauen haben sich aus patriarchalischer Unterdrückung befreit und die Ableistung ehelicher Pflichten sowie das Kinderkriegen verweigert. Junge Leute sind dem Elternhaus entflohen, nicht um gleich wieder eine Familie zu gründen, sondern um freiere Formen des Zusammenlebens auszuprobieren. Für die Liebe, so hieß es, brauchten sie keinen Trauschein und keinen staatlichen Segen.</p><p>Das ist vorbei. Vorstellungen vom gelungenen Leben kreisen bei allen Schichten wieder ganz ums Familienleben, um „die Beziehung“ und oft um Kinderglück. Von der Rebellion ist nichts geblieben; sogar die Schwulen wollen vor allem eines: Heiraten und als vollwertige Eheleute anerkannt werden. Dafür hat die Staatsmacht einiges getan: Sie hat die Institution reformiert und ausnahmsweise nicht die Lebenspraxis des Volkes mit Zwang dem Recht angepasst, sondern das Familienrecht den gelebten Sitten: Man muss heute nicht mehr heiraten, um bürgerlich respektabel zusammenzuleben, und wenn man heiratet, muss es nicht für immer sein. Auch in der Ehe muss die Frau dem Mann nicht mehr zu Willen sein, und Kinder, die nicht in „intakten Familien“ aufwachsen, sind nicht mehr stigmatisiert, weil sie fast schon die Mehrheit bilden.</p><p>Ohne den rechtlichen oder moralischen Zwang, in Familie zu machen, stellt sich heraus, dass es in dieser Gesellschaft ein Bedürfnis danach gibt, die Liebe durch die Ehe verbindlich zu machen und die Neigung der Partner in ein Pflichtverhältnis zu überführen. Tatsächlich schreibt der Staat das Heiraten nicht vor, sondern dient einem Bedürfnis seiner Bürger, wenn er „die Familie unter seinen besonderen Schutz“ stellt und das Geschlechterverhältnis verrechtlicht.</p><p>An den Zuständen in der Institution Familie hat sich gegenüber den furchtbaren alten Zeiten daher auch nicht viel geändert: Die Transformation der Liebe in gegenseitiges Anspruchsdenken mit Vorwürfen und offenem oder verdecktem Ehekrieg ist immer noch die Regel, Gewaltexzesse bis hin zum Eifersuchtsdrama sind die dazu gehörigen Ausnahmen.</p><p>Der Vortrag wird die Logik des Bedürfnisses nach Ehe und Familie bis in seine traurigen Konsequenzen hinein verfolgen; und erklären, was das alles mit Kapitalismus zu tun hat.</p><p>Veranstalter: <a href="https://sozialistische-gruppe.de/">Sozialistische Gruppe</a></p><p><a href="https://www.youtube.com/@SozialistischeGruppe/videos">weitere Aufnahmen der Sozialistischen Gruppe</a></p><p>Weitere Publikationen zum Thema:</p><p>Artikel im <a href="https://de.gegenstandpunkt.com/archiv/suche?modus=and&amp;suche=familie&amp;sort_by=search_api_relevance&amp;sort_order=DESC">Archiv des GegenStandpunkt-Verlages</a></p><p><span>bei Argudiss:</span></p><p><a href="https://www.argudiss.de/doku/familienpolitik-heute-elterngeld-und-kinderkrippen-gegen-nachwuchsmangel-der-staat-bestellthttps://www.argudiss.de/doku/familienpolitik-heute-elterngeld-und-kinderkrippen-gegen-nachwuchsmangel-der-staat-bestellt"><span>Familienpolitik heute: mit Elterngeld und Kinderkrippen gegen Nachwuchsmangel. Der Staat bestellt mehr Volk</span></a></p><p><a href="https://www.argudiss.de/doku/familienpolitik-heute-der-staat-den-kinderwunsch-fruchtbar-machen-will-und-warum"><span>Familienpolitik heute - Wie der Staat den Kinderwunsch fruchtbar machen will und warum</span></a></p><p>&nbsp;</p>

Kritik - wie geht das?
<p>In der Demokratie herrscht Meinungsfreiheit, die Erlaubnis, dass was man denkt oder meint, auch äußern zu dürfen. Erlaubt ist dabei ausdrücklich auch das kritisieren, es wird sogar gefordert. Kritisch stellen soll man sich dabei nicht nur zu sich und seinen Gedanken sondern zu prinzipiell allem Geäußerten oder allen Gegenständen der Befassung, man soll sich eine kritische Haltung zulegen. Es gilt als Kompliment, dass man ein kritischer Mensch ist. Und das ist ist schon etwas eigenartig, wenn noch vor jeder Befassung mit etwas schon vornweg die Anforderung besteht, es selbst kritisch sehen zu müssen. Kritik hat offenbar nicht den Ausgangspunkt, dass einem etwas nicht passt, man deswegen den Grund dafür ermittelt und dann den Grund weiß, um ihn abzuschaffen.</p><p>Kritisiert wird dauernd, aber die verbesserte Welt stellt sich gar nicht ein. Es scheint vielmehr so, dass Kritik üben zur Kultur in der Demokratie zählt, dass man Kritik übt an allem möglichen und die Gründe dann der Unzufriedenheit gar nicht verschwinden, so dass sich viele Beschwerden standardmäßig wiederholen: Grund der Unzufriedenheit und Kritik koexistieren. Deswegen stellt sich die Frage: Kritik, was ist das und wie geht sie heutzutage?</p><p>Teil 1: Einleitung - Kritik, was ist das?<br>Die Eigenart der Kritik in der bürgerlichen Gesellschaft<br>Teil 2: "ich meine" und vorstellig gemachte Betroffenheit als Berechtigung<br>Teil 3: "ich als": die Berufung auf den eigenen Stand als Berechtigungstitel und seine Zurückweisung<br>Teil 4: Kritik als Anklage eines allgemeinen Missstandes<br>Teil 5: Immanente Kritik im Namen einer Interessenharmonie<br>Teil 6: Der Ruf nach dem Staat als Beschränker der (anderen) Interessen - Konstruktive Kritik - Fazit<br>Teil 7+8: Diskussion und Nachträge - Beispiel einer durchgeführten Kritik - Aktuelle Kritikkultur in Stuttgart</p><p>Weitere Publikationen zum Thema:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/kritik-geht">Kritik - wie geht das? in Gegenstandpunkt 4-13</a></p>

Die Forderung nach "Integration": Können Migranten überhaupt erfüllen, was ihnen da abverlangt wird?
<p>Die Ausländerfrage hat wieder Hochkonjunktur: Seit der Botschaft von Thilo Sarrazin, dass Deutschland sich abschafft, wenn es arbeitslosen Ausländern erlaubt, mit Sozialhilfe zu überleben und auch noch Kinder zu haben; und seit den Wahlsiegen von islam- und ausländerfeindlichen Parteien in den Niederlanden, Schweden und Österreich.</p><p>In der ebenso bösartigen wie verlogenen Debatte um Zuwanderung und Integration werden die Einheimischen als die Hausherren im deutschen Haus angesprochen, egal ob ihnen in diesem großen Haus sehr viel oder auch gar nichts gehört. Gegenüber Migranten ist Hartz-IV-Empfängern und Bankiers, Arbeitnehmern und Arbeitgebern gleichermaßen ein ausgeprägtes Anspruchsdenken gestattet: Ausländer, die „wir“ bei „uns“ leben lassen, haben „uns“ zu nützen. „Wir Deutschen“ sind das Maß für ausländisches Leben hier; die Zugereisten müssen sich als Diener „unseres“ Wohlstands bewähren – oder sie gehören weg.</p><p>Über diesen Anspruch herrscht eine ekelhafte Einigkeit zwischen rechts und links, oben und unten. Über das, was deutscher Nutzen heißt, dagegen überhaupt nicht. Der ist für die Regierung etwas anderes als für die Arbeitgeber und nochmal etwas anderes für die lohnabhängige Mehrheit. Die Wirtschaft fordert den weiteren Zuzug von qualifizierten Arbeitskräften, um möglichen zukünftigen Fachkräftemangel zu bekämpfen. Die Obrigkeit will diesen Mangel, der eine Wachstumsbremse werden könnte, gar nicht erst entstehen lassen. Deutsche Arbeitnehmer rechnen anders: Im Ausländer, den ihr Arbeitgeber ganz genauso wie sie als billigen Kostenfaktor und leistungsfähigen Produktionsfaktor seiner Geschäfte beansprucht, sehen sie weniger den Leidensgenossen, auch nicht den nützlichen Diener der deutschen Wirtschaft, sondern mehr den unberechtigten Konkurrenten, der ihr Privileg entwertet, sich als Deutsche exklusiv um den Dienst in deutschen Unternehmen bewerben zu dürfen. „Wir Deutschen“ bestehen gemeinsam darauf, dass die Einwanderer „uns“ dienstbar zu sein haben; „Wir“ haben aber gar kein gemeinsames Interesse, dem „wir“ sie dienstbar machen könnten.</p><p>Längst geht es freilich nicht mehr um die Frage: „Wolle mer se reilasse?“ Millionen Landeskinder mit „Migrationshintergrund“ sind schon da. Jetzt heißt es: „Fügen sie sich auch gescheit ein? Passen sie sich unseren maßgeblichen Gebräuchen so an, dass wir ihnen den Ausländer nicht mehr gleich anmerken und sie früher oder später als Volksgenossen akzeptieren können?“ „Uns“ unerträglich ist nicht mehr der Ausländer an sich, sondern der „Integrations-Verweigerer“.</p><p>– Was aber haben die Integrations-Pflichtigen zu tun, um es „uns“ recht zu machen? Natürlich erst mal Deutsch lernen, Schulen besuchen, sich am Arbeitsmarkt bewähren, Geld verdienen und dem Sozialstaat nicht zur Last fallen. Aber reicht das? Werden dadurch aus Ausländern gute Deutsche oder nur umso lästigere Konkurrenten der deutschen Bewerber um deutsche Arbeitsplätze?</p><p>– Damit sie zu „uns“ passen, müssen sie außer Arbeits- und Erwerbs-Tugenden auch unsere Werte</p><p>übernehmen. Das steht fest; gar nicht fest steht, welche Werte das sind. Da bestehen Leute, die weder eine Kirche noch eine Moschee je von innen gesehen haben, darauf, dass das Christentum total, der Islam aber gar nicht zu Deutschland gehört. Bundespräsident Wulff hält dagegen und versucht die Moslems zu weiterer Anpassung zu verführen, indem er vor ihrem Allah den Hut zieht. Ist das Integration? Oder Anbiederung? Wer hat sich eigentlich wem anzupassen?</p><p>– Und überhaupt: Kann einer deutsch werden, wenn er es nicht schon ist? Schließlich kann kein Politiker und auch sonst niemand sagen, welche bildungsmäßige, charakterliche, kulturelle Ausstattung sich die Migranten genau zulegen müssen, – und ob es genügt, sich eine solche Ausstattung zuzulegen, um das Ziel der Integration zu erreichen. Fest steht nur eines: Dass „wir“ Integration von den Migranten verlangen können, weil „wir“ das Volk sind, in das die rein sollen.</p><p>Der Vortrag will erklären, worin die unerfüllbare Endlos-Forderung nach Integration ihren Grund hat;warum sie zugleich lächerlich blöd und bitter ernst ist; aus welchem Konflikt staatlicher Gesichtspunkte in der Ausländerpolitik sie also hervorgeht.</p><p>Veranstalter: <a href="https://sozialistische-gruppe.de/">Sozialistische Gruppe</a></p>

Das höhere Bildungswesen im Kapitalismus: Ausbildung und Einbildung der Elite BWL -VWL - Jura – Soziale Arbeit
<p><strong>BWL -VWL - Jura – Soziale Arbeit</strong></p><p>Das moderne Gemeinwesen bezeichnet sich stolz als "Wissensgesellschaft", die auf der umfassenden Erkenntnis ihrer selbst und der sie umgebenden Natur beruht. In der Tat kann man an hiesigen Hochschulen fast alles studieren, von Atomphysik bis Zahnmedizin, von Altertumswissenschaft bis Volkswirtschaftslehre. Anlass, sich dem Selbstlob dieser Gesellschaft anzuschließen, ist das aber noch lange nicht.</p><p>Es gibt etliche Studiengänge, und zwar die am meisten frequentierten wie Betriebswirtschaftslehre oder Rechtswissenschaften, da kann man schon an dem Studium selbst merken, mit was für einer Gesellschaft man es zu tun hat; da verraten schon Modulhandbuch und Stundenplan den Klassen- und Herrschaftscharakter einer Gesellschaft, die so ein Wissen braucht. Und die verlangt offensichtlich ein Heer von wirtschaftswissenschaftlich ausgebildeten Handlangern der innerbetrieblichen Ausbeutung und zwischenbetrieblichen Konkurrenz, von rechtskundigen Agenten der Herrschaft, von in Sozialer Arbeit qualifizierten Profis der Elendsverwaltung und Integration gesellschaftlicher "Randgruppen“, und nicht zuletzt, von geisteswissenschaftlich gebildeten Profis in Sinnstiftung für Konkurrenzsubjekte und Staatsbürger.</p><p>Bei etlichen anderen Studiengängen, den Natur- und Ingenieurwissenschaften, gibt spätestens der Beruf Auskunft über den gesellschaftlichen Stellenwert des im Studium gelernten objektiven Wissens über die Natur und seine technologische Anwendung. Das Heer von Naturwissenschaftlern, Technikern und Ingenieuren, das die Unternehmen und der Staat beschäftigen, zeugt von dem Nutzen für die hierzulande herrschenden Interessen: von ihren Beiträgen für den unternehmerischen Erfolg in der nationalen und internationalen Konkurrenz und von ihren Diensten für den Staat in Sachen Standortpflege und militärischer Staatenkonkurrenz.</p><p>Der Vortrag zum höheren Bildungswesen führt exemplarisch an einigen Studiengängen den intellektuellen Bedarf dieser Gesellschaft vor: Was die zukünftige akademische Elite an der Hochschule lernt, und von was für einer Gesellschaft das vermittelte Wissen zeugt. Vielleicht ist er damit auch ein Beitrag zur Aufklärung einer Studentenschaft, die sich gerne über die Studienbedingungen beklagt, die der Staat in dem vergangenen Jahrzehnt mit seinen "Bologna-Reformen“ einschneidend verändert hat, aber an dem Studium selbst nichts zu kritisieren hat.</p>

Noch ein Patentrezept gegen die Übel des Kapitalismus - Das bedingungslose Grundeinkommen
<p><strong>Noch ein Patentrezept gegen die Übel des Kapitalismus – Das bedingungslose Grundeinkommen</strong></p><p>Die kapitalistische Wirtschaft produziert mit dem Reichtum der einen die Armut der anderen – und zwar immer mehr von beidem. Der zur Gewinn-Steigerung eingesetzte technische Fortschritt in Werkstätten und Büros erhöht die Leistung des einzelnen Beschäftigten für die Firma und erspart ihr die Bezahlung von Lohn für eingesparte Arbeit; derselbe Fortschritt macht daher Arbeitskräfte überflüssig und bringt sie um ihre Erwerbsquelle. Das Millionen-Heer der Einkommenslosen ist gezwungen, sich den Unternehmern um jeden Preis anzubieten; was diesen wieder erlaubt, ganz allgemein die Löhne zu drücken, so dass mit dem Reichtum der Kapitaleigner, nicht nur die Zahl der armen Arbeitslosen steigt, sondern auch die der „working poor“.</p><p>Dagegen ließ sich nach allgemeinem Dafürhalten nichts machen, bis ein paar kluge Leute eine Idee hatten: Die Gesellschaft muss den armen Leuten ein Grundeinkommen zahlen, dann sind sie nicht mehr arm. Verblüffend! Warum ist man da nicht früher darauf gekommen? „Unsere Wirtschaft“ holt aus dem Produktionsfaktor Arbeit alles heraus; knappst an jedem Cent Lohn herum, streicht Arbeitspausen, erhöht das Tempo – alles damit der Arbeiter der Firma noch mehr Gewinn einbringt und einen noch kleineren Teil seiner Wertschöpfung als Lohn nach Hause trägt. Dabei soll es nach Auffassung der Leute mit der neuen Idee im Prinzip auch bleiben. Wenn die Entlassenen und die Billigarbeiter wegen dieses ökonomischen Prinzips arm und mittellos werden, schenken „wir“ als Gesellschaft ihnen einfach das Geld, das „wir“ als Wirtschaft sie nicht oder immer weniger verdienen lassen. Erst soll mit allen Mitteln kapitalistisch Geld gemacht werden, und dann will man es ganz und gar unkapitalistisch ausgegeben, nämlich umverteilen. Hätten sich die Reichen das Ausbeuten nicht gleich sparen können, wenn seine Ergebnisse hinterher teilweise rückgängig gemacht werden sollen?</p><p>Zum Weinen sind die Kontroversen die diese schöne Idee auslöst: Wo immer sie diskutiert wird, werden zwei Einwände laut: Wer soll das bezahlen? Und wer wird die Drecksarbeit machen, wenn die Menschen auch ohne Arbeit bescheiden leben können? Die Zweifler stellen sich gleich auf den Standpunkt des kapitalistischen Wirtschaftens und halten den Verbesserungsvorschlag für unrealistisch: Erstens ist im Kapitalismus nirgendwo Geld übrig, das für Umverteilung zur Verfügung stünde. Zweitens darf der Zwangscharakter der Lohnarbeit nicht abgeschwächt werden, denn ohne echte Not – da kennt sich der Realist aus – würde sich keiner für sie hergeben. Mit diesen zynischen Wahrheiten kritisieren diese Leute freilich nicht den Kapitalismus; sondern den Versuch, ihn durch ein Grundeinkommen zu humanisieren. Die Anhänger der guten Idee weisen diese Sorte Realismus nicht zurück, sondern rechtfertigen sich vor ihm: Sie versichern, das Grundeinkommen sei nicht nur verträglich mit der Profitmacherei, sondern würde sie ganz besonders befruchten und voranbringen; außerdem müsse niemand fürchten, dass der „Anreiz“ zur Arbeit verloren geht, das Grundeinkommen werde schon niedrig genug angesetzt.</p><p>Zeitgenossen, die diese versponnene Kombination aus sozialpolitischem Idealismus und kapitalistischem Realismus attraktiv finden, könnten sich durch diese Zeilen zum Widerspruch herausgefordert fühlen.</p><p>Die verwendeten Zitate sind unter dem unten angegeben Link "Zitate" zu finden</p><p>Die Aufteilung folgt den Überschriften des Zitatezettels.</p>

Die Ferien sind vorbei. Was bezweckt und was leistet die Volksbildung im Kapitalismus?
<p>Jetzt rückt die nächste Kohorte des Nachwuchses in die allgemeinen Schulen ein. Begleitet von Elternwünschen, ihre Sprösslinge mögen es durch die Schule zu „etwas Ordentlichem“ bringen und es einmal vielleicht sogar „besser haben als wir“; begleitet zugleich von der Sorge, ob die lieben Kleinen die „Bewährungsprobe“ und den „Stress Schule“ wohl packen werden. Wer so engagiert mitdenkt, dem ist ganz selbstverständlich, dass sich Schule nicht darin erschöpft, dass Hans nach der Schule auf einigen Feldern mehr weiß und kann als Hänschen ein paar Jahre vorher. Worum geht es denn dann beim Lernen in der Schule und soll es nach dem Willen solcher Eltern auch gehen?</p><p>(Schul)Politiker formulieren von höherer Warte ihren Auftrag der Schule, wenn sie die frisch Schulpflichtigen herzlich willkommen heißen zum Eintritt in ihre „Persönlichkeitsbildung“ und ohne Denkpause fortsetzen, am Erschließen und Ausbilden der „Humanressourcen“ entscheide sich „Erfolg &amp; Zukunft der Nation“ im „globalen Wettbewerb“. Sie wollen damit ja nicht banal den Sachverhalt feststellen, dass auf die Ausbildung für ihre Absolventen der Eintritt ins Geldverdienen im hiesigen Kapitalismus ansteht, sondern: Die Schule soll dafür ziemlich viel Interessen unter einen Hut bringen und bedienen, jedenfalls weit mehr erledigen, als die Aneignung ihres Stoffs durch den Nachwuchs.</p><p>Von einer allgemein anerkannten ziemlich gewaltigen Nützlichkeit der Volksbildung für „unser Gemeinwesen“ lebt auch der nie endende Chor gewaltiger Unzufriedenheit mit und Klagen über die Schule: Unternehmer und Lehrherren schimpfen, nach 9 Jahren Schule seien die Absolventen nicht nur „unbrauchbar“ sondern „nicht ausbildungsfähig“, Kinder und Eltern meckern, die Schule „stresse“ mit lauter „unnützem“ Stoff und fördere nicht die Richtigen, Lehrer ächzen unter „desinteressierten, dummen“ Kindern und ätzen über „bildungsferne“ Eltern, die ihnen das Bilden unmöglich machen, Politiker vermissen je nach Couleur „Aufstiegswille und Verantwortungsbewusstsein“ bei Schülern und Schulabgängern oder mehr „Entkoppelung von sozialer Herkunft und Schulerfolg“ und „Integration“…Und alle so brennend an Schule Interessierten fallen übereinander als Schuldige her…</p><p>Wobei man schon mal fragen könnte: Von was kommt so was?</p><p>Teil 1 und 2: Der Stoff der Schulbildung - Proben<br>Teil 3: Das Lernen als Leistungsvergleich</p><ol><li>Wie geht das?</li><li>Wie kommen die Inhalte dabei vor?</li><li>Wozu taugt das?</li><li>Zwischenfazit über Konkurrenz</li></ol><p>Teil 4. Die Erziehung zum Konkurrenzsubjekt</p><ol><li>Die Ausbildung von schlechten&nbsp; Gewohnheiten in der Lernkonkurrenz</li><li>Die Unwahrheiten über die Erfolgsmittel und warum sie verfangen</li><li>Die Ermunterung zu Einbildungen über das Selbst ...</li><li>... und seine Freiheit</li><li>Gerechtigkeit, als der allein passende Beurteilungsmaßstab von Erfolg und Misserfolg</li><li>Was tun, wenn Selbstbild und Schul(miss)erfolg auseinanderdriften?<br>Zusammenfassung und die zwei widersprüchlichen Dienste des Unterrichtsstoffs</li></ol><p>Teil 5: Nachträge und Diskussion</p>

Finanzkrise Runde 2: Wenn Staaten ihren Kredit verlieren
<p>Wenn Staaten ihren Kredit verlieren …</p><p>• … sieht das so aus, dass ganz Europa täglich neu darum bangt, dass Ungarn, Rumänien, Spanien, Italien und viele andere auf internationalen Kapitalmärkten Käufer für neue Staatsschuldpapiere finden – und ob ihnen das zu bezahlbaren Zinsen gelingt. Denn wenn Staaten ihre Schulden nicht mehr vermarkten können, sind sie pleite und das Geld, das sie schöpfen, mit dem ihre Gesellschaften wirtschaften und das ihre Bürger besitzen, ist entwertet. Das droht heute nicht exotischen Dritt-Welt-Geldern, sondern etablierten Weltwährungen wie dem Euro, dem britischen Pfund; und ob der US-Dollar und der japanische Yen besser dastehen, ist auch noch die Frage. Auf einmal wird deutlich, dass der Kredit, den die Staaten als Schuldner bei internationalen Kapitalanlegern genießen, tatsächlich der Reichtum dieser Nationen ist und dass ihr Geld nur so viel wert ist, wie ihre Schulden.</p><p>• … dann ist etwas Grundsätzliches kaputt: eine der Säulen nämlich, auf denen der Kapitalismus seit dem 2. Weltkrieg gegründet war: die innige Gemeinschaft der großen westlichen Staaten mit dem Finanzkapital. Das gegenseitige Stützen und Bestätigen des privaten und des staatlichen Kredits schlägt um in gegenseitige Schädigung, wenn die Internationale der Geldkapitalisten im Interesse der Rettung der eigenen Vermögen den großen, bisher kapitalkräftigen Staaten Kredit verweigert und ihr Kapital aus deren Währungen abzieht. Der Anker des ganzen Geld- und Kreditsystems, und zugleich die größte Verrücktheit der gesamten Wirtschaftsordnung, sitzt nicht mehr felsenfest: Dass nämlich Schulden, wenn Staaten sie machen, Geld, und zwar sich vermehrendes Geld, Kapital, sind.</p><p>• … dann haben wir alle über unsere Verhältnisse gelebt. Es ist beeindruckend, wie direkt die Regierung von ihrem Problem zur Diagnose und zur Therapie findet. Ihr Problem ist, dass die Schulden der Euro-Staaten von den Gläubigern plötzlich nicht mehr als bombensichere Kapitalanlagen, sondern als zweifelhafte Schulden angesehen werden. Dass sie nun schlechte Schulden haben, erklären sich die EU-Regierungen damit, dass sie zu viele Schulden gemacht, also dem Staatshaushalt zu viele Ausgaben zugemutet haben. Und wenn sie ihren Haushalt nach nötigen und verzichtbaren Ausgaben sortieren, dann finden sie ganz schnell heraus, welche ihrer Ausgaben eigentlich „zu viel“ sind und wer von „uns“ so richtig über seine Verhältnisse gelebt hat: Es sind diejenigen am unteren Ende der sozialen Hierarchie, die schon immer unter den durchschnittlichen Verhältnissen haben leben müssen: Arbeitslose, Rentner und arme Familien.</p><p>Genau genommen stimmt an dieser Wirkungskette gar nichts. Aber darauf kommt es nicht an. Aufs Ganze gesehen enthält sie nämlich eine interessante Auskunft über die „Verhältnisse“, über die wir gelebt haben: Schlecht sollen die europäischen Staatsschulden sein, weil sie zu viele sind, zu viel für das Wachstum des Kapitals in Euro-Land und die daraus entstehenden Staatseinkünfte aus Steuern. Die reichen nicht aus, um den Gläubigern das nötige Vertrauen in die unerschütterliche Finanzkraft ihrer Schuldner einzuflößen; Vertrauen, das nötig wäre, damit sie ihnen das immer neue Schuldenmachen erlauben, an dem sie bestens verdienen. Das Wachstum des Kapitals, die Bereicherung der Klasse der Kapitaleigner, ist zu klein für die finanziellen Aktivitäten des Staates. Oder andersherum: Der Staat – mit seinen Ausgaben und dem Leben des Volkes, das daran hängt – ist zu teuer für die Geschäftswelt. Das Kapital definiert die „Verhältnisse“, an die „wir“ uns zu halten haben. Jetzt soll eine wachsende Armut der „Sozial Schwachen“ den Haushalt des Staates in Ordnung bringen und aus seinen schlechten Schulden wieder gute machen.</p><p>Teil 1: Vorbemerkung<br>Teil 2: Die Natur der Krisenlage<br>Teil 3+4: Wie die Staaten sie zur Kenntnis nehmen und wie sie dagegen ankämpfen - Konkurrenz<br>Teil 5: Diskussion<br>Teil 6: Nachtrag: Was die Armut der Armen als Mittel der Krisenbewältigung taugt und was nicht; warum sie trotzdem „alternativlos“ ist</p>

Der soziale Friede - Wie unter Mitwirkung der Gewerkschaften Arbeit immer flexibler und preiswerter wird
<p>Weitere Publikationen zum Thema:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/archiv/suche?modus=and&amp;suche=sozialer+frieden&amp;sort_by=search_api_relevance&amp;sort_order=DESC">Artikel im Archiv vom GegenStandpunkt-Verlag zum Thema sozialer Frieden</a></p><p><a href="https://www.argudiss.de/doku/arbeit-kapital-und-sozialstaat">Vorträge im Archiv von Argudiss zum Themenbereich Arbeit, Kapital und Sozialstaat</a></p>

Iran - Entzerrung eine Feindbilds Kritik der Staatsraison, Ideologie und Realpolitik einer Islamischen Republik
<p>IRAN - Entzerrung eine Feindbilds</p><p>Kritik der Staatsraison, Ideologie und Realpolitik einer Islamischen Republik</p>

Klarstellungen zur elenden öffentlichen Debatte über Hartz-IVler und andere Sozialfälle mit und ohne Arbeit: Ideologie und Wahrheit des Gemeinspruchs: „Sozial ist, was Arbeit schafft!“ Niedriglohn als Staatsprogramm
<p>Die Politik hat eine öffentliche Debatte über die Arbeitslosenverwaltung eröffnet: Hartz IV leiste nicht das, was es solle, nämlich durch „Fördern und Fordern“ Arbeitslose wieder in Arbeit zu bringen. Gemeinsam mit Westerwelle soll sich der arbeitende und steuerzahlende Bürger darüber erregen, dass der Staat mit Hartz IV-Geld für die Massen von Arbeitslosen, für die Unternehmen keine lohnende Verwendung haben, das Nichtstun fördert und so geradezu Arbeitslosigkeit als Dauerzustand produziert: Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu altrömischer Dekadenz ein.“ Das ist schon eine skandalöse Sicht der Dinge: Dass die Sozialkasse den Millionen dauerhaft aus Arbeit und Lohn Gefallenen gerade mal ein Notgeld für ein staatlich definiertes „soziokulturelles Existenzminimum“ zahlt – eine Einladung zur Dekadenz und Wohlstandsdenken? Nicht minder skandalös sind freilich die sozial gefärbten Einwände und Rechtfertigungen der Hartz IV-Leistungen, die dagegen laut geworden sind: „Der Sozialstaat ist Heimat“: 345 Euro und ein paar streng bemessene Zulagen, damit soll der Mensch in diesem Gemeinwesen aufgehoben und die „freie Entfaltung seiner Persönlichkeit“ (Prantl, SZ) gewährleistet sein?<br>Dabei sind sich so ziemlich alle mit dem FDP Agitator gegen grundsätzliche Mängel im Sozialsystem in dem einen einig: „dass Leistung sich wieder lohnen muss“ und „dass jemand, der arbeitet, mehr haben muss, als wenn er nicht arbeitet.“ Dieses 'Abstandsgebot' ist offensichtlich nach öffentlichem Dafürhalten keineswegs gesichert. Allerdings! Denn das ist ja unübersehbar: Mehrere Millionen Niedriglöhner verdienen kaum mehr als die staatlich betreuten Sozialfälle, und mehr als eine Millionen HartzIV-Empfänger arbeiten als Minijobber und Zuverdiener, ohne dass ihnen davon viel bleibt und ohne Aussichten auf einen 'ordentlichen' Arbeitsplatz; statt dessen sparen sie mit ihrer Arbeit vor allem Hartz IV-Kosten. Die Einkommensabhängigen bestimmen eben weder darüber, ob sie überhaupt arbeiten, und wenn, zu welchen Kondition und mit welchem Ertrag; darüber entscheidet die Rechnung der Arbeitgeber; und wenn die keine lohnende Verwendung für sie haben, dann bestimmt der Staat, was ihnen noch zusteht, um über die Runden zu kommen. Und, was folgt daraus? Erst einmal ein dickes Lob des Erfolgs, der nicht zuletzt mit Hartz IV zustande gekommen ist: „Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt.“ (Altkanzler Schröder)<br>Aber damit sind die Sozialstaatsverantwortlichen heute offensichtlich nicht mehr zufrieden: Die einen, wie Roland Koch, wollen Arbeitslose mehr „fordern“ und in die Arbeitspflicht nehmen; wer Geld vom Staat bekommt, der soll auch etwas leisten, egal was. Vor allem aber sollen die Sanktionen verschärft werden, um den 'Leistungswillen' anzustacheln, auch wenn sich der dann gar nicht mehr lohnt. Andere wie Westerwelle wollen das auch; außerdem aber wollen sie Arbeitslose „fördern“ und dafür sorgen, dass sich „Leistung wieder lohnt“ , indem sie Hartz IVlern mehr vom Zuverdienst lassen. So taugt die sozialstaatlich organisierten Not doppelt: als Zwang und als Anreiz zu einer Beschäftigung, bei der man nach dem Lohn für die Leistung nicht groß fragen darf.<br>Da arbeitet Sozialpolitik also daran, Arbeitslose in ein zusätzliches Heer von Billiglöhnern zu verwandeln, die Hartz IV mit ein bisschen Einkommen aufstocken und die Arbeitslosenkasse entlasten, oder andersherum: denen der Staat ihr unzureichendes Einkommen mit Sozialgeld aufstockt. Die Anwender der Arbeitskräfte, von denen bei der ganzen Sache kaum die Rede ist, bekommen ein neues sozialstaatliches Angebot: ein Heer von Beschäftigung Suchenden zu lohnender Benutzung ohne Rücksicht auf deren Einkommensbedarf. Das alles gemäß der Devise „Sozial ist, was in Arbeit bringt!“ und im Namen der sozialen Opfer und hochanständigen Billigarbeiter, auf deren Leistungsbereitschaft man sich beruft.<br>Die Veranstaltung will aus gegebenem Anlass aufklären über die Ursachen der 'sozialen Frage', über die Logik und die Leistungen des Sozialstaats, der sie betreut, kurz: über den Skandal Lohnarbeit im Systems 'soziale Marktwirtschaft' mit seinen Hartz IVlern, Minijobbern, Mindestlöhnern...</p><p>Veranstalter: <a href="http://gegenargumente.de/">AK Gegenargumente</a></p><p>Gliederung:</p><p>Teil 1: Eine öffentliche Debatte und die aktuelle Lage<br>Teil 2: Gerechtigkeit am Arbeitsmarkt: Kritik des Gerechtigkeitsargumentes<br>Teil 3+4: Kapitalwachstum – Arbeitsmarkt – und Sozialpolitik<br>Teil 5: Der neues Reformbedarf mit Hartz IV und Mindestlohn: Niedriglohn als Normalexistenz<br>Teil 6: Der Sozialstaat als Agentur des „allgemeinen Gesetzes der kapitalistischen Akkumulation“ (Marx)</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/

Nach Kopenhagen: Wie der Kapitalismus das Klima versaut und worum die Staaten sich streiten
<p>Seit Jahrzehnten rechnen Wissenschaftler vor, dass die zunehmende Erderwärmung durch Treibhausgase verheerende Folgen zeitigen wird. Dürren hier und Überschwemmungen dort machen das Leben von Abermillionen auf dem Globus auf neue Weise zu einer unsicheren Sache. Als Ursache dafür gilt in der Öffentlichkeit gemeinhin nicht das weltumspannende kapitalistische Wachstum, das seit jeher die Atmosphäre als kostenlose Müllkippe für seine diversen Emissionen nutzt, sondern der Mensch.<br>Die Staaten, die auf ihrem Standort das Wachstum des Kapitals wollen und befördern, hat das alles nie beeindruckt. Erst eine nationale Bilanz eigener Art hat sie hellhörig gemacht. Der Klimawandel ist womöglich teuer und trägt allein Deutschland bis 2050 an die 330 Milliarden Verluste ein. Während sich der Mensch die Rolle des Verursachers vorwerfen lassen muss, darf also das Geschäft als prominentes Opfer des Klimawandels aufmarschieren, den es selbst herbeiführt.<br>Seitdem tobt ein erbitterter Streit in der Staatenwelt um die Frage, wer wem Klimaziele und moderne Technologie wie Windräder oder Solarzellen aufherrschen kann, die die eigene Konkurrenzposition im Weltgeschäft nicht schmälern, sondern befördern, auf Kosten der anderen eben. Gleichzeitig betreiben selbsternannte Klimapäpste wie Bundeskanzlerin Merkel eine Energiepolitik, bei der brandgefährliche Atommeiler und gewaltige Dreckschleudern wie neue Braunkohlekraftwerke bequem Platz finden zwischen den ökologischen Windrädern.<br>Ein deutlicher Hinweis darauf, dass unter dem Firmenschild „Klimaschutz“ ein etwas anderes Projekt verfolgt wird als die Rettung des blauen Planeten vor den eigenen Emissionen. Die fossilen Energieträger sind nämlich nicht nur endlich, sondern durch die neue Weltlage seit dem amerikanischen Antiterrorkrieg endgültig unsicher geworden. Energie ist der universelle Schmierstoff der kapitalistischen Ökonomien und deswegen unter den Staaten ein Streitgegenstand, der sogar das Zeug zum Kriegsgrund hat. Eine weltkrisenfeste Energiebasis der Nation muss also her, natürlich im Namen des weltweiten Klimawandels und der betroffenen Menschheit.<br>Insofern täuscht sich der Protest gegen den Klimagipfel, der der großen Politik Verantwortungslosigkeit in Klimafragen vorhält und sie so an ihre eigentlichen Pflichten erinnern will. Der Staat erlegt zwar täglich anderen Pflichten auf, vom Autofahrer bis zum Hartz-IV-Empfänger, steht aber selbst nicht in der Pflicht. Schon gar nicht gegenüber bloß eingebildeten Menschheitszielen auf der politischen Agenda wie dem Klimaschutz.</p><p>Gliederung:</p><p>Teil 1. Der Klimawandel und seine Ursachen<br>Teil 2. Klimaschutz - kein brauchbares Ziel für die Weltstaatengemeinde<br>Teil 3. Energiepolitik - Staaten konkurrieren um eine neue weltkrisenfeste Energiebasis<br>Teil 4. Die Bevölkerung trägt die Kosten und pflegt seine Kohlendioxyd-Moral<br>Teil 5. Diskussion</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/menschheitskatastrophe-klimawandel">Menschheitskatastrophe Klimawandel Was das Klima so alles von „uns“ verlangt in GegenStandpunkt 2-07</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/klimaverantwortung-staatenkonkurrenz">Klimaverantwortung in der Staatenkonkurrenz: Die Presse zum Klimagipfel von Durban in GegenStandpunkt 1-12</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/deutschlands-energieimperialismus-wird-klimaneutral">„Klimaschutzprogramm 2030“, Klimaschutzgesetz, nationale Wasserstoffstrategie … Deutschlands Energieimperialismus wird klimaneutral in GegenStandpunkt 1-21</a></p>

Krieg und Frieden
<p>Im Jahr 2009 beehrt das Nobelpreiskomitee in Oslo den Chef des Staates, der alleine mehr als die Hälfte der weltweiten Ausgaben für Waffen, Munition und Soldaten tätigt, der in zwei größeren Kriegen engagiert und gerade dabei ist, im Jemen einen neue Kriegsfront zu eröffnen, den US-Präsidenten Obama, mit dem global wichtigsten Friedenspreis.<br>Ist das nun ein gigantischer Missgriff des Nobelpreiskomitees, ein Hohn auf den edlen Frieden? Oder vielleicht doch keine so schlechte Wahl und eine Offenbarung über den hoch geschätzten Frieden? Seit Jahrhunderten betet die von Krieg bedrohte Menschheit in Kirchen und Moscheen für den Frieden, demonstrieren Friedensbewegte und dichten Dichter für ihn. In der Welt ihrer Wünsche ist er das absolute Gegenteil von Krieg, der gute, zivilisierte Zustand zwischen den Staaten.<br>Und in der Wirklichkeit? Da „bricht Krieg aus“, mitten im Frieden und infolge der friedlichen Konkurrenz zwischen den Staaten. Und wenn sie Krieg führen, andere Staaten zerstören, Städte zusammenbomben und deren Einwohner umbringen, dann selbstverständlich um Frieden zu schaffen – einen neuen, besseren, sichereren.<br>In der politischen Wirklichkeit sind Krieg und Frieden gar nicht der Gegensatz von Gut und Böse, sie gehören vielmehr zusammen und sind zwei Seiten derselben Medaille: der Außenpolitik der kapitalistischen Staaten.<br>Die Entscheidung des Nobelpreiskomitees geht also schon in Ordnung: Nur wer Krieg führen kann und Krieg führt, kann Frieden schaffen!&nbsp;<br>Auf dem Vortrag wird im Detail ausgeführt, wie die beiden Alternativen der Außenpolitik zusammengehören.</p><p>Gliederung:</p><p>Teil 1. Vorbemerkung zum Friedensnobelpreis an Obama<br>Teil 2. Krieg und Frieden erscheint vom Standpunkt der Betroffenen, denen ihr Staat das eine oder andere serviert, als unmittelbarer Gegensatz<br>Teil 3. Vom Gewaltbedarf der kapitalistischen Konkurrenz nach innen und nach außen<br>Teil 4. Der ganze friedliche Handel wird begleitet von und beruht auf einer permanenten Konkurrenz der Staaten als Gewalten<br>Teil 5. Warum der Ruf nach Friedenspolitik so untauglich gegen Krieg und Kriegsvorbereitung ist.<br>Teil 6. Diskussion</p><p>Veranstalter: <a href="https://sozialistische-gruppe.de/">Sozialistische Gruppe</a></p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/weltmarkt-weltmacht">Weltmarkt und Weltmacht Von der globalisierten Zivilgesellschaft und ihrer antiterroristischen Kriegskultur in GegenStandpunkt 3-06</a></p>

"Wir brauchen dringend wieder Wachstum!" (Merkel): Wirtschaftswachstum - Was ist das, wer braucht das und warum muss die Wirtschaft eigentlich immerzu wachsen?
<p>Wachstumsstillstand gilt schon als eine mittlere Katastrophe, sinkende Wachstumsraten sind endgültig der Gau für eine Nationalökonomie. Darin sind sich die Wirtschaftspolitiker heute ebenso einig wie in ihrem Credo: Das Wachstum muss wieder angestoßen werden! Damit die Raten wieder nach oben gehen! Komme was da wolle! ‚Wirtschaftswachstum’, das ist der Erfolgsmaßstab allen Wirtschaftens. In seinen Dienst stellen sich die Politikermannschaften aller Marktwirtschaften und verabschieden zurzeit ‚Konjunkturprogramme’ im zwei- bis dreistelligen Milliardenbereich - nur damit das Minus-Wachstum gebremst und ein Plus-Wachstum initiiert wird.<br>Offensichtlich gilt hierzulande der Irrsinn, dass die Wirtschaft nicht produziert, was gebraucht wird, sondern dass sie immer mehr „Erträge“ zu bringen hat als im Vorjahr. Alles, was übers Jahr gearbeitet, hergestellt und verkauft wird, verfehlt sein eigentliches Ziel, wenn "die wirtschaftliche Aktivität" dabei nicht steigt. Dabei kann und muss auch niemand so recht sagen, was eigentlich fehlt und was immer mehr werden sollte. Ob wirklich Bedarf nach mehr Autos, Handys, Waschmaschinen besteht, ist sehr zweifelhaft. Und dennoch müssen auch diese Branchen immer weiter wachsen! Es geht beim Imperativ ‚Wachstum’ offenkundig nicht um einen bestimmten Mangel und seine gezielte Überwindung. Es lässt sich – einerseits – sogar umgekehrt festzustellen, dass ‚die Wirtschaft’ gerade dann Wachstumsprobleme bekommt, wenn Güter im Überfluss geschaffen worden sind, es von ihnen mehr gibt, als sich verkaufen lässt. Autohalden, rote Zahlen und Insolvenzen in der Autoindustrie legen davon Zeugnis ab. Andererseits darf in einer Gesellschaft, die sich dem Wachstum verschrieben hat, niemand Bedürfnisse und Nöte anmelden, die in dieser Gesellschaft nicht befriedigt werden: Mehr erschwinglicher Wohnraum, mehr kostenlose Kindergartenplätze, mehr, bessere und billigere Pflege in Krankenhäusern und Altenheimen bräuchte es sehr wohl – und wachsende Löhne, Arbeitslosengelder und Renten wären gleichfalls nötig. Diese "Güter" müssten dringend vermehrt „produziert“ werden, diese „Sektoren“ müssten zulegen. Aber sie dürfen nicht einfach so wachsen: Denn ausgerechnet das, was bei ihnen an Leistung erbracht, was durch sie an Bedarf gestillt wird, zählt nicht zu dem Wachstum, auf das es in der Marktwirtschaft ankommt, sondern geht auf seine Kosten.<br>So einfach ist es also nicht mit dem absurden Imperativ: ‚Immer mehr Wachstum muss sein!’ Es lohnt sich deshalb einmal der Frage nachzugehen, was eigentlich die Sache ist, die immerzu wachsen soll; und für die „wir alle“ - laut Merkel - im Jahre 2009 an unserem Lebensstandard Abstriche hinzunehmen haben, damit es dann im Jahre 2010 „wieder aufwärts geht“. Womit? Mit „unserem“ Lebensstandard? Nein, mit den Wachstumsraten!</p><p>Teil 1. Ideologisches zu Wachstum und Wohlstand<br>Teil 2. Die Absurdität einer Wirtschaft, die immer mehr wachsen soll<br>Teil 3. Was soll da immer mehr wachsen?<br>Teil 4. Wachstum als nationale&nbsp; Abrechnung<br>Teil 5. Wachstum als Maßstab in globaler Konkurrenz<br>Teil 6. Nachträge</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/arbeit-reichtum">Das Buch „Beschäftigung“ – „Globalisierung“ – „Standort“ &nbsp;Anmerkungen zum kapitalistischen Verhältnis zwischen Arbeit und Reichtum vom GegenStandpunkt-Verlag</a></p>

Integration – was meint das?
<p>Wer bei uns leben will, muss sich integrieren! Diese Forderung deutscher Politiker trifft auf volle Zustimmung im deutschen Volk. Was wird da eigentlich gefordert? Für alles Lebensnotwendige bezahlen, wie es die herrschende Wirtschaftsordnung verlangt, Geld erwerben, indem man erfüllt, was Arbeitgeber oder Behörden dafür verlangen, Gesetze, Ordnung und Sitten einhalten – mit all dem erfüllt man die Forderung nach Integration offensichtlich nicht. Denn sich fügen und insoweit leben wie Deutsche, das tun die Leute mit ausländischer Herkunft hierzulande; sie müssen es ja auch, wenn sie auch nur ein paar Tage im lieblichen „Aufnahmeland“ Deutschland überleben wollen. Was also verlangt die Forderung nach „Integration“?<br>Integration ist nicht ein bloßer Appell, sondern Ziel handfester Politik. Integrationspolitik treibt der deutsche Staat, seit er nach langer Weigerung davon ausgeht, dass viele Menschen aus dem Ausland nicht als „Gast(arbeiter)“ nur vorübergehend, sondern bleibend in Deutschland „einwandern“. Seither überwacht und steuert er nicht nur das Aufenthaltsrecht von Ausländern auf dem deutschen Hoheitsgebiet und ihre Abschiebung. Er betreibt die Eindeutschung der Ausländer, die Deutschland nicht verlassen wollen. Wer seine fremde Staatsangehörigkeit partout nicht abgeben will, erregt gleich Verdacht. Aber einfach zum deutschen Pass wechseln, das erlaubt der Staat auch wieder nicht. Davor will er den Nachweis der – Integration.<br>Mit dem Pass, dem rechtlichen Deutschsein, ist es aber auch nicht getan. Der Staat entdeckt überall im deutschen Alltag immer mehr „Menschen mit Migrationshintergrund“, auch solche mit deutschem Pass und sogar deutschem Geburtsort, und bei denen - Probleme. Nicht die Probleme, die diese Leute haben: Was sie zum Verlassen ihrer Herkunftsländer veranlasst hat, was sie hierzulande zu erreichen versuchen, wie wenig davon gelingt, wie sie damit zurechtkommen. Nein, die Politik hat ausgerufen, Deutschland bekomme Probleme, weil bzw. wenn diese Leute sich „nicht integrieren“. Nach einigen Hin und Her über die Frage, ob die sich nicht integrieren wollen oder das von sich allein aus nicht können, wurde eine Politik institutionalisiert, die dauernd und in allen möglichen Bereichen den Fremdstämmigen die Frage vorlegt: Integrieren - oder nicht? Dieser permanenten staatlichen Prüfung werden sowohl Ausländer, die Deutschland einfach nicht los wird, wie Inländer mit fremder Herkunft unterzogen. Was sollen die da beweisen?</p><p>Gliederung:<br>Teil 1. Einleitung - Zur Abgrenzung: Die Forderung "Integration“, was meint sie, was nicht?<br>Teil 2. Was ist und woher kommt die Sachlage, die die Politik durch Integration(spolitik) bewältigen will? Was ist der Beschluss, diese Sachlage als Problem "mangelnder Integration“ zu definieren?<br>Teile 3 + 4. Was bezweckt Integrationspolitik?&nbsp; Wie geht Integrationspolitik?<br>Teil 5. Resultat: Dauerverdacht und institutionalisierte Kontrolle durch Staat und Zivilgesellschaft<br>Teil 6. Diskussion</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/stichwort-integration">Stichwort: Integration Die Nation beschafft ihren Immigranten eine deutsche Staatsbürgernatur in GegenStandpunkt 4-06</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/disziplin-fuer-hauptschueler">Starke Antwort der Regierung auf Disziplinlosigkeiten an der Rütli-Schule: Schluss mit der Integrationsverweigerung in GegenStandpunkt 2-06</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/archiv/suche?modus=and&amp;suche=integration&amp;sort_by=search_api_relevance&amp;sort_order=DESC">Weitere Artikel im Archiv vom GegenStandpunkt-Verlag</a></p><p>&nbsp;</p>

Die Sache mit der Religion: Je härter die Zeiten, desto tiefer der Glaube
<p>Gliederung des Vortrags:</p><p>Teil 1. Die Bedingungen staatlich garantierter Religionsfreiheit<br>Teil 2. Die Sache mit dem Glauben: Der Gegensatz zwischen "glauben" und dem Glauben<br>Teil 3. Die - entschiedene - Konkurrenz zwischen Staat und Kirche um die Köpfe der Menschen<br>Teil 4. Von der Sinnfrage zum Glauben - Psychologisierte Moral als neue Konkurrenz im Streit um die funktionale geistige Bewältigung von "Schicksalsschlägen"<br>Teile 5, 6, 7. Diskussion</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://msz.gegenstandpunkt.com/1984-7-vom-christlichen-glauben">VOM CHRISTLICHEN GLAUBEN in MSZ 84-7 beim GegenStandpunkt-Verlag</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/glaube-religion">Die Sache mit der Religion in GegenStandpunkt 2-05</a></p>

Kritik – wie geht das?
<p>Kritik scheint ein schwieriges Geschäft zu sein. Einerseits fehlt es nicht an kritischen Stellungnahmen. Rundfunk und Fernsehen, „Spiegel“ und „Bild", die freie Wissenschaft und die konkurrierenden Parteien machen es sich und ihrem Publikum geradezu zur Pflicht, kritisch zu sein. Man stört sich nicht daran, dass eine solche Pflicht Kritik zu einer Haltung erklärt, die immer und überall angebracht und berechtigt ist – als ob es nicht ein wenig davon abhinge, was einer vor sich hat, wenn er Einwände vorbringt. Kritik wird zu einer subjektiven Einstellung, die man sich zulegt oder nicht, zu einer Art Voreingenommenheit zurückgenommen, die sich gar nicht mehr aus der Kritikwürdigkeit des Gegenstands begründet, auf den sich der kritische Geist richtet.<br>Andererseits ist mit der Allgegenwart kritischer Einstellungen die begründete Ablehnung einer Sache – jenes theoretische Handwerk, das den Namen ‚Kritik‘ verdient – so gut wie ausgestorben. An ihre Stelle tritt der Brauch, Gott und die Welt mit Verbesserungsvorschlägen zu überschütten. Rechte, linke und ganz normale Bürger üben sich in der Disziplin der konstruktiven Kritik, ganz als ob es logisch und zwingend wäre, dass aus Einwänden niemals die Ablehnung des Kritisierten, sondern stets dessen Vervollkommnung zu folgen hat. An allem, woran kritisch denkende Zeitgenossen Anstoß nehmen, wollen sie hilfreich mitwirken – wirklich an allem!<br>Die Medien kritisieren das Ungeschick unserer Kriegsminister beim Führen asymmetrischer Kriege, oder die Unfähigkeit der Sozialpolitiker, die Lage der Armen zu verbessern, auch wenn die das gar nicht versuchen. Professoren, Journalisten, Gewerkschafter, Oppositionelle beteiligen sich in kritischer Solidarität an den „Problemen“ des Staatshaushalts und der Krisenbewältigung - um ausgerechnet beim Wetter, wo es nichts zu kritisieren gibt, hemmungslos kritisch zu werden.<br>Im demokratischen Zeitalter kritisieren die Menschen immerzu. Aber sie wissen nicht, wie es geht. Wir wollen darlegen, was sie verkehrt machen, so dass ihre Kritik regelmäßig entgleist und immer wieder bei der Bekräftigung des Kritisierten landet.</p><p>Teil 1. Kritik. allseits geübt, nicht verboten, sondern gar von der demokratischen Obrigkeit gewünscht, führt weder zur Beseitigung der Gründe der Kritik noch zu einem Zerwürfnis mit dem Gemeinwesen, in dem einen Gründe zur Kritik andauernd geliefert werden.<br>Kritik - was ist das und wie geht das? Von der Feststellung, dass einem was nicht passt, zur Beurteilung, worum es bei der Sache geht, die einem nicht passt.<br>Teil 2. Wie Kritik hierzulande geht: statt Kritik der Sache Rechtfertigung des Kritikers<br>Teil 3 "Ich finde": die Anmeldung eigener Maßstäbe und deren Anerkennung als bloß persönlichen Standpunkt<br>Teil 4 "Ich bin betroffen": das Einklagen des Rechts des Opfers auf Gehör und die Zubilligung dieses Rechts als Klage eines partikulären Interesses und parteilichen Standpunktes gegenüber der jeweiligen Sache<br>Teil 5. "Ich als .... bin betroffen": die Verallgemeinerung der Klage durch die Berufung auf die Rolle, die man im und für das Gemeinwesen spielt.<br>Teil 6. "Das ist undemokratisch, unsozial, ungerecht, ...": der Vorwurf an den Gegner, er verletze seine eigenen Prinzipien, und damit das Hochhalten der Ordnung (in idealisierter Form), unter der man leidet.<br>Teil 7. Diese Art der Kritik lebt vom Glauben, dass der eigene Schaden doch unmöglich im Programm der Ordnung begründet sein kann, vom Glauben an eine Interessensharmonie hierzulande.<br>Teil 8. Endpunkte einer solchen Kritik: einerseits weg von der Abwendung des Schadens hin zur Verteidigung des Glaubens an die Verträglichkeit der Ordnung, andererseits Ruf nach der Staatsgewalt, damit sie für die Durchsetzung der Ordnung gegen alle "Egoisten" sorgt.<br>Teil 9. Die Forderung nach "konstruktiver Kritik": Die Verpflichtung von Kritik auf Verbesserungsvorschläge vor jeglicher Befassung mit der Sache.<br>Teil 10. Zusammenfassung<br>Teil 11. Diskussion</p><p>Veranstalter: <a href="https://sozialistische-gruppe.de/">Sozialistische Gruppe</a></p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://www.argudiss.de/doku/kritik-geht-das-1">Die gleichnamige Veranstaltung von Argudiss in Bremen</a></p><p><a href="https://msz.gegenstandpunkt.com/1989-3-kritik-geht">KRITIK - WIE GEHT DAS? in MSZ 3-89 beim GegenStandpunkt-Verlag</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/kritik-geht">Kritik – wie geht das? in GegenStandpunkt 4-13</a></p><p>&nbsp;</p>

Lehren aus der Krise
<p>Als vor einem Jahr die Finanzmärkte zusammenbrachen und die Realwirtschaft in bis dahin ungekanntem Tempo schrumpfte, kam der Kapitalismus ins Gerede. Leider sehr verkehrt. Auf die Diagnose: "Der Kapitalismus funktioniert nicht mehr", antworteten Elite und Volk mit dem dringenden Wunsch: Er möge schleunigst wieder funktionieren.<br>Inzwischen gibt es gute Nachrichten: Die vom Staat geretteten Banken machen weiter wie bisher und verdienen schon wieder zweistellige Milliardenbeträge; die Realwirtschaft schrumpft seit ein paar Monaten nicht weiter und die allgemeine Stimmung schaltet auf Optimismus. Zwar steht in allen Zeitungen, dass die Pleiten zunehmen werden, die Sanierung der Gewinne und Verschlankung der Firmen gerade in Gang kommt, und dass aus beiden Gründen ein großer Abbau von Arbeitsplätzen erst noch zu erwarten steht – aber das zählt wenig angesichts dessen, dass "die Welt doch nicht untergeht". Ein weiterer Schub der Verarmung von größeren oder kleineren Teilen der Bevölkerung ist als Preis des ersehnten Aufschwungs schon abgehakt.<br>Bewegt von der Sorge, der Kapitalismus könnte womöglich nicht mehr als Lebensgrundlage der Nation taugen, und voll der Hoffnung, dass er doch wieder in Ordnung kommt, stellt sich schon wieder kein Schwein die fälligen und nahe liegenden Fragen:&nbsp;<br>- Wofür wird in einem Land gearbeitet, produziert und konsumiert, wenn das Arbeiten zurückgefahren bis eingestellt wird, weil Milliarden-Spekulationen großer Geldhäuser daneben gehen?<br>- Warum steht alles Geld in Frage, auch das von normalen Arbeitnehmern hart für den Lebensunterhalt verdiente und zurückgelegte, wenn „Geldprodukte“ im Finanzmarkt wertlos werden, deren Namen man kaum aussprechen kann?<br>- Was ist das für ein Wirtschaftssystem, in dem nichts so "systemrelevant" ist wie Banken? Alles darf scheitern und pleite gehen – die Banken nicht!<br>- Was ist das für ein Staat, der – mit ungewissem Ausgang – seine ganze Macht über das Geld ein- und aufs Spiel setzt, um bankrotten Banken den Offenbarungseid zu ersparen?<br>Nie zeigen sich die Herrschaft des Kapitals und ihre Härten so offen wie in der Phase, in der die Kapitalverwertung – weil sie nicht gelingt – den materiellen Lebensprozess der Gesellschaft abwürgt. Insofern wirft die Krise ein grelles Licht auf die Normalität des Kapitalismus und gibt eine abgekürzte Aufklärung darüber, wie sich Reichtum und Arbeit in diesem System zu einander verhalten. Ein paar dafür nötige Überlegungen will der Vortrag ins Gespräch bringen.</p><p>Gliederung des Vortrags:</p><p>Teil 1: Einleitung - "Was wird aus unseren Arbeitsplätzen?" – Arbeit ist ausschließlich Dienst am Gewinn<br>Teil 2: "Was wird aus unserem Geld?“ – Geld dient dem Bankgeschäft oder ist weg<br>Teil 3: Die "Systemrelevanz der Banken" – Aus Schulden (mehr) Gewinn und Kapital machen, das ist das ganze System des Wirtschaftens<br>Teil 4: "Warum rettet der Staat die Banken mit Mrd, und für Arme hat er immer kein Geld?“ – Der Staat sichert kapitalistischen Reichtum und ausnutzbare Armut, denn dieses Produktionsverhältnis von abstraktem Reichtum ist seine Basis und sein Programm<br>Teil 5 + 6: Nachträge und Diskussion</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:<br><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/finanzkapital">Das Buch „Das Finanzkapital“</a> beim GegenStandpunkt-Verlag&nbsp;<br><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/finanzkrise-2007">„US-Hypothekenkrise: Trockene Märkte, geschlossene Fonds, nervöse Anleger …“ Der Welterfolg einer neuen Technik finanzkapitalistischer Selbstbefriedigung macht weltweit Ärger Anmerkungen zu einer Finanzkrise der ganz modernen Art in GegenStandpunkt 3-07</a>&nbsp;<br><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/anmerkungen-zur-krise-08">Anmerkungen zur Krise ’08 in GegenStandpunkt 3-08</a>&nbsp;<br><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/lehren-weltwirtschaftskrise">Anmerkungen zur Krise ’09 Lehren aus zwei Jahren Weltwirtschaftskrise in GegenStandpunkt 3-09</a>&nbsp;<br><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/4-jahren-krisenbewaeltigung-krise-ist-zurueck">Das Ergebnis von 4 Jahren Krisenbewältigung „Die Krise ist zurück!“ in GegenStandpunkt 3-11</a>&nbsp;<br><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/krise-2010-agenda-krisenkonkurrenz-nationen">Anmerkungen zur Krise 2010 – Die nächste Lektion: Die Agenda der Krisenkonkurrenz der Nationen in GegenStandppunkt 3-10</a>&nbsp;<br><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/fortschritte-krisenkonkurrenz-weltwirtschaftsmaechte">Tagesordnung: Fortschritte in der Krisenkonkurrenz der Weltwirtschaftsmächte in GegenStandpunkt 4-11</a>&nbsp;<br><a href="https://de.gegenstandpunkt

Die Wahl - Eine Sternstunde demokratischer Herrschaft
<p>In der demokratischen Öffentlichkeit ist von Krisenwahl nichts zu merken. Journalisten bewerten den Wahlkampf vielmehr höchst luxuriös nach seinem Unterhaltungswert und klagen über die Langeweile, die er bei ihnen auslöst &nbsp;„Yes we gähn!“ (Bild-Zeitung). Haben sie Wahlkämpfer früher dafür kritisiert, dass sie nur Wahlkampfgetöse statt seriöser Politik produzieren, so machen sie ihnen nun den interessanten Vorwurf, „eine sachliche Diskussion“ zu führen, anstatt sich so richtig zu fetzen (ARD-Runde 13.9.) Die Meinungsmacher vermissen scharfe Gegensätze, echte Alternativen – und geben damit zu erkennen, dass sie selbst weder Einwände gegen die Berliner Politik noch Alternativen zu ihr beizusteuern haben; in dem Fall würden sie nämlich ihre Ideen verfechten anstatt über einen langweiligen Wahlkampf zu klagen. Gerade ihre demokratie-methodischen Vorwürfe demonstrieren, wie alternativlos sie selbst die Politik im Krisenjahr finden; wie wenig es also, ihrer Meinung nach, für den Bürger auszuwählen und zu entscheiden gibt. Sie verlangen von den Wahlkämpfern, einen Schein von Gegensatz aufzubauen, damit das Wahlvolk aufhorcht und zum Urnengang stimuliert wird; damit die Wahlbeteiligung steigt und die Linke nicht noch mehr Stimmen gewinnt.<br>Die beiden Kanzlerkandidaten inszenieren das harmonische Erscheinungsbild freilich ganz gezielt. Sie wollen dafür gewählt werden, dass sie „gute Arbeit geleistet“ und in der schlimmsten ökonomischen Katastrophe seit 1929 den Zusammenbruch des Finanzsektors und des ganzen Kapitalismus gestoppt haben. Sie machen auf Optimismus und demonstrieren, dass sie die Krise im Griff haben, indem sie von ihr im Wahlkampf kaum mehr reden. Man streitet ein bisschen über Atomkraft, ein bisschen über Afghanistan; die Wirtschaft ist nur noch ein Thema unter vielen. Bei ihr kommt es jetzt auf eine nationale Kraftanstrengung für den Aufschwung an, damit „Wir gestärkt aus der Krise hervorgehen“ (Merkel). Was die Sanierung der Wirtschaft und die Anstrengung, Deutschland in der Weltmarktkonkurrenz noch besser zu positionieren, an menschlichen Kosten verursacht − darüber lohnt es sich nicht zu reden; das steht sowieso fest. Jeder, der es wissen will, weiß, dass im Herbst die Konkurse zunehmen, die Sonderregelung zum Kurzarbeitsgeld im nächsten Jahr ausläuft, Arbeitslosigkeit und Armut wachsen; dass zur Sanierung des Staatshaushalts, der sich für die Rettung der Banken gigantisch verschuldet, Steuern erhöht und staatliche Leistungen gestrichen werden.<br>Krisenbewältigung und Aufschwung − das ist das Angebot an die Millionen lohnabhängiger Wähler, denen man nicht erst im Krisenjahr, in dem aber ganz besonders, einpaukt, dass ihre Arbeitsplätze und Einkommen bedroht sind, wenn die Wirtschaft nicht wächst und die Reichen einmal nicht reicher werden. Die Bürger sollen am Kapitalismus die Krise furchtbar finden und auf seinen normalen Gang hoffen. Die Opfer, die ihnen Krise wie Aufschwung abverlangen, sollen sie als Preis für den Erhalt ihrer Lebensgrundlage abbuchen. Die &nbsp;Kandidaten jedenfalls wollen sich am Wahlsonntag das Mandat dafür abholen, die Erfordernisse von Krisenbewältigung und Aufschwung gegen alle Privatinteressen durchzusetzen, die dabei im Weg stehen. Die Bürger dürfen und sollen sich frei heraussuchen, wem sie die versprochene Rücksichtslosigkeit am meisten zutrauen.&nbsp;<br>Das ist Demokratie.</p><p>Teil 1. Einleitung - Was steht bei der Wahl überhaupt zur Wahl und was nicht?<br>Teil 2. Die Wahl: Was findet da statt: Was ist der Inhalt dieser Veranstaltung?<br>Teil 3+4. Der Wahlkampf: Mit welcher Art Argumenten werden die Wähler zum Wählen agitiert?<br>Teil 5. Fazit und Nachträge</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/buergerliche-staat">Das Buch "Der bürgerliche Staat" beim GegenStandpunkt-Verlag</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/demokratie">Das Buch „Demokratie Die perfekte Form bürgerlicher Herrschaft“ beim GegenStandpunkt-Verlag</a></p>

Demokratie: Wertesystem, Volksherrschaft oder Herrschaftsform der kapitalistischen Klassengesellschaft?
<p>So ziemlich jede Auseinandersetzung über diese Gesellschaft, ihre Ökonomie, ihre Sozial- und Wirtschaftspolitik, Innen- und Außenpolitik wird auf die eine Gretchenfrage zugespitzt: Wie hältst du es denn mit der Demokratie?<br>Es gibt, das wird auch von den Verteidigern des Systems zugestanden, zwar hierzulande viel zu meckern und zu beschweren; aber der Verweis auf die Demokratie, der gilt als eine sichere Rückzugsbastion, vor der alle Beschwerden klein werden. Gegen Demokratie gibt es einfach nichts zu sagen. Da muss auch der kritischste Kritiker kapitulieren. Allenfalls will er ihr vorwerfen, dass sie noch nicht die wahre Demokratie ist, das Volk noch nicht genug einbezogen hat. Aber auch diese Einschränkung des Lobs für reale demokratische Staatswesen bestätigt nur, dass selbst den kritischsten Menschen Demokratie als ein Wert gilt, den man nicht begründen muss, sondern den man als Maß aller politischen Herrschaft handhabt, der einen als unbedingtes Gütesiegel zuspricht, der anderen in einem vernichtenden Urteil abspricht. Wo ein Herrscher, ein System oder eine Politik für undemokratisch erklärt werden, da ist das Urteil über sie gefällt: Diese Politik und ihre Herrschaft haben kein Existenzrecht, oder volksverbundener, sind ein einziger Anschlag aufs Volk. Dabei erfährt man über die so abqualifizierte Politik eigentlich nichts. Dass sie nicht Maß an der demokratischen Form von Herrschaft nimmt, ist ja gar keine Auskunft darüber, was das verworfene System denn stattdessen treibt, folglich schon gar kein Urteil über seine Ziele und Verfahren und deren Ab- oder Zuträglichkeit für die Regierten.<br>Und was macht nun die Demokratie so unwidersprechlich?<br>Das angeblich schlagende Argument, das für die Demokratie aufgefahren wird, lautet: „Welches System erlaubt seinen Bürgern schon so viele Freiheiten!“ und: „Wo darf man denn sonst schon seine Kritik so frei sagen?“ Und das Argument hat so seine Tücken. Erstens, das stimmt, der demokratische Staat gewährt seinen Bürgern Freiheit, in vielen Feldern: Man darf z.B. seine Meinung bilden, heiraten, wen man will, Freizügigkeit auf dem hiesigen Territorium ist tatsächlich auch gestattet…Aber wenn jemand so was will und macht, dann tut er das eben – wozu braucht er die Erlaubnis, warum spricht das für die demokratische Herrschaft, wenn sie das erlaubt? Es bringt das Meinen, Heiraten, Reisen gar nicht voran, wenn man das auch darf – wozu ist denn dann die Lizenz gut?<br>Warum soll man - zweitens - einem System seinen Segen erteilen, das dem Kritisieren seiner Bürger eine Dauerlizenz einrichtet, das also wohl dauerhaft Gründe für Beschwerden und Klagen liefert und davon weiß? Nur, weil es erlaubt ist, die Klagen zu äußern?<br>Man darf sich - drittens - auch frei um seinen Lebensunterhalt kümmern und einen Beruf ergreifen – wobei sich diese Freiheit, die man schätzen soll, gar nicht recht davon unterscheiden lässt, dass einem kaum was anderes übrig bleibt. Eins schließt diese famose Freiheit jedenfalls nicht ein: Die hiesige Form der Reichtumsproduktion und die politische Ordnung, in der man sein Auskommen suchen darf, stehen fest und nichts davon zur freien Disposition der Bürger.<br>Umgekehrt verhält es sich: Besitzstand der Bürger zu seiner Disposition sind die Freiheiten – viertens – gerade nicht. Es war ein ehemaliger Bundespräsident, der die Bürger mahnte, dass derjenige das Recht zur freien Meinung verwirkt hat, der es kritisiert! Wenn es der Erlaubnis durch die staatliche Gewalt bedarf, wenn man tun will, was man mag, dann steht zugleich fest, dass diese Freiheiten auch nur im Rahmen der hiesigen Rechtsordnung und ihrer Entscheidungshoheit gelten und jede Erlaubnis mit einer staatlich verfügten Beschränkung einhergeht.<br>Das führt auf die Frage zurück, wozu die Freiheiten eigentlich gut sind.</p><p>Gliederung des Vortrags:<br>Teil 1 Warum wir die Demokratie schätzen sollen<br>Teil 2 Freiheit "philosophisch" - Freiheit demokratisch I: Staatsgewalt erteilt Freiheitslizenz<br>Teil 3 Freiheit demokratisch II: Freiheit und Privateigentum<br>Teil 4 Freiheit und Gleichheit: Herrschaftsform der kapitalistischen Klassengesellschaft - Fazit</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:<br><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/demokratie">Das Buch „Demokratie Die perfekte Form bürgerlicher Herrschaft“ beim GegenStandpunkt-Verlag</a><br><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/buergerliche-staat">Das Buch „Resultate Der bürgerliche Staat“ beim GegenStandpunkt-Verlag</a><br>&nbsp;</p>

60 Jahre NATO: Die Herrschaften über Frieden und Krieg auf der Welt wollen weitermachen
<p>Obwohl der konstitutive Hauptfeind, die Sowjetunion mit ihrem „Ostblock“, längst von der Weltbühne abgetreten ist, denkt die NATO nicht daran sich aufzulösen. 60 Jahre Militärbündnis, also Aufrüstung, Kriegsbereitschaft und Krieg war den NATO-Staaten glatt eine Feier wert. Auf der haben sie sich versprochen weiterzumachen und mit diesem Versprechen aller Welt gedroht.<br>Ohne „Eisernen Vorhang“ gestaltet die NATO den Frieden nun global und führt dazu richtige heiße Kriege von Jugoslawien bis Afghanistan. Dass die Verteidigung der Demokratien so weiträumig ausfällt und die Kosten der Freiheit blutig sind, lässt sich die NATO nicht vorwerfen: Es gibt einfach noch zu viele finstere Kräfte in der Welt, die sich einem „Leben in Frieden und Freiheit“ (Angela Merkel) widersetzen.<br>Bei der Einordnung der endlich freien Staaten in ihre Militärbewirtschaftung und Bündnisdiziplin sieht die NATO auch nach zwei Jahrzehnten Osterweiterung ihren Handlungsbedarf keineswegs gestillt. Dass Russland mit dieser strategischen Raumbesetzung der westlichen Kriegsallianz bis an seine Landesgrenzen unzufrieden ist, nehmen die NATO-Staaten als Herausforderung, die sie zu bewältigen haben. Aktuell steht die Aufnahme der restlichen Balkanstaaten, mittelfristig die eindeutige Einsortierung der Ukraine und Georgiens in die transatlantische Einflusssphäre an.<br>Diese Anliegen verwirklichen die NATO-Staaten nach Wegfall des weltkriegsfähigen Hauptfeindes nur noch im Streit um Ziele, Mittel, Zuständigkeiten und Kompetenzen. Die von den USA geforderte Gefolgschaft im Rahmen ihres Weltkrieges gegen den Terror wurde von den Verbündeten teils abgelehnt, teils sehr berechnend abgeliefert. Und die Führungsmächte Europas verfolgen auf immer neuen Wegen den heiklen Doppelbeschluss, die strategische Partnerschaft mit den USA zu betreiben und gleichzeitig strategische Gegenpositionen und Bündnisalternativen aufzubauen.<br>Warum der „Frieden in Freiheit“ nicht ohne Gewalt auskommt und wie freie imperialistische Nationen auch in Fragen von Krieg &amp; Frieden konkurrieren, selbst in ihrer Allianz, soll Thema bei der Veranstaltung sein.</p><p>Teil 1: Vorbemerkung<br>Teil 2: Die Nato: militärisches und militärpolitisches Bündnis der Imperialisten – ein mächtiger Widerspruch, die dafür konstitutive Feindschaft gegen den 'realen Sozialismus' und sein Produkt: der 'freie Westen' und sein 'Frieden in Freiheit'<br>Teil 3: NATO-Sieg im West-Ost-Gegensatz: Zweischneidige Befreiung der alliierten Imperialisten von Schranken der Benutzung der Welt zur Konkurrenz um sie<br>Teil 4+5: 20 Jahre neue NATO: Die Bedürfnisse der NATO-Staaten nach gewaltsamer Sicherheit<br>1. in ihrer „Einen Welt“,<br>2. gegenüber ihrer Allianz,<br>3. gegenüber einander<br>- und ihr Produkt: Neue Welt(un)ordnung<br>Teil 6: Die aktuelle Beschlusslage der NATO-Staaten: 'Wie machen wir die NATO weiter?'<br>Teil 7: Nachträge</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder anderen:</p><p>Artikel zur <a href="https://de.gegenstandpunkt.com/archiv/suche?modus=and&amp;suche=nato&amp;sort_by=search_api_relevance&amp;sort_order=DESC"><strong>NATO </strong></a>oder <a href="https://de.gegenstandpunkt.com/archiv/suche?modus=and&amp;suche=imperialismus&amp;sort_by=search_api_relevance&amp;sort_order=DESC"><strong>Imperialismus</strong></a> finden sich im Archiv beim GegenStandpunkt-Verlag</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/weltmarkt-weltmacht">Weltmarkt und Weltmacht - Von der globalisierten Zivilgesellschaft und ihrer antiterroristischen Kriegskultur, erschienen in GegenStandpunkt 3-06</a></p><!--break-->

'Wohlstands- und Überflussgesellschaft' - 'Konsumterror - Konsumentenmacht': Konsum im Kapitalismus"
<p>Wer heute noch behauptet, Arbeiter hätten im Kapitalismus nichts zu verlieren als ihre Ketten, macht sich lächerlich. Nicht zuletzt vor den Leuten, von denen die Rede ist. Wir leben nämlich in einer „Wohlstandsgesellschaft“, auch wenn die feinsinnige Unterscheidung zwischen Kaufhäusern und Discountern, Anbietern und Billiganbietern, Tourismus und low-budget-Reisen Zweifel an der Behauptung aufkommen lassen könnte. Der Konsum der Menschen gilt einfach als letztes Ziel dieser Wirtschaft und als überaus gut bedient dazu. Als müsste um jeden Euro Lohn gekämpft werden, wenn dem so wäre!<br>Eine Kritik am Konsum im Kapitalismus gibt es allerdings auch. Die Gesellschaft laboriert angeblich an einem Zuviel davon, so dass sie auch „Überflussgesellschaft“ heißt. Der „Konsumterror“ lauert in jeder Einkaufspassage und kommt jeden Abend mit der TV-Werbung ins Haus, die mit ihrer Manipulation „künstliche Bedürfnisse“ kreiert, damit die Kassen klingeln. Als rastloser Autofahrer versaut dann der Konsument das Klima, als unersättlicher Fleischfresser nötigt er die Agrarindustrie, zu minimalen Preisen maximale Mengen von Gammelfleisch über den Thresen zu reichen.<br>So kommt „König Kunde“ in den Genuss einer Doppelrolle: Als Konsument darf er dem Kapitalismus für eine Leistung danken, die gar nicht im Programm ist, Versorgung. Und die schädlichen Wirkungen, die das kapitalistische Wachstum tatsächlich auf Natur und Gesundheit hat, weil Gewinn statt Versorgung sein Ziel ist, darf der Konsument seiner Maßlosigkeit in Versorgungsdingen zurechnen.<br>Der Vortrag will nicht nur erläutern, welche Rolle der Konsum im Kapitalismus wirklich spielt, sondern auch die gängigen Ideologien über „König Kunde“, seine Anfälligkeit für die Tricks der Werbung sowie seine Konsumentenmacht kritisieren.</p><p>Veranstalter: <a href="http://www.forumkritik.de">Forum Kritik Regensburg</a></p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/archiv/suche?modus=and&amp;suche=konsum&amp;sort_by=search_api_relevance&amp;sort_order=DESC">Artikel zum Thema Konsum im Archiv vom GegenStandpunkt-Verlag</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/arbeit-reichtum">Das Buch „Beschäftigung“ – „Globalisierung“ – „Standort“ Anmerkungen zum kapitalistischen Verhältnis zwischen Arbeit und Reichtum</a></p>

Die Krise der 'Realwirtschaft' - bringt die Kritik der kapitalistischen Produktionsweise zur Anschauung
<p>Zu Beginn der Finanzkrise versicherten Politiker und Wirtschaftsführer unisono, dass von dem Crash der Finanzwerte für die „Realwirtschaft“ nichts zu befürchten sei; die sei kerngesund und robust. Seit Herbst letzten Jahres ist sie da: die Krise des Teils der Wirtschaft, in der es um die Produktion und den Handel von Gütern und Dienstleistungen geht. Und dieselben Politiker und Wirtschaftsführer verkünden jetzt, dass es sich dabei um die „größte Krise seit der Großen Depression der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts“ handelt, viel schlimmer als die diversen periodischen „Rezessionen“ der nachkriegsdeutschen Wirtschaft.<br>Es ist also wieder einmal so weit. Die Wirtschaft wächst nicht mehr, sie schrumpft. Na und? Muss denn von allem immerzu immer mehr hergestellt und verkauft werden? Die Frage erscheint bei uns naiv und findet ihre Antwort in den Wirtschaftsnachrichten: Alle deutschen Großbanken, Versicherungskonzerne, Chipproduzenten und Kommunikationsunternehmen, Autokonzerne, Maschinen- und Anlagenbauer und und und ... entlassen zwischen 1000 und 10000 Leute je Firma. Diese Arbeitnehmer dürfen ihr Monat für Monat und Jahr für Jahr zur Bestreitung ihrer Lebensnotwendigkeiten erforderliches Einkommen nur erarbeiten, wenn sie mit ihrer Tätigkeit ein stets wachsendes Geschäft in Bewegung setzen und ein wachsendes Eigentum in den Händen seiner Besitzer schaffen. Ihr Einkommen, das wird daran deutlich, verdienen sich die Leute dadurch, dass sie ihre Arbeitgeber immer reicher machen, während sie selbst dabei gleich arm, auf Arbeit und Lohn angewiesen bleiben. Sie werden für Dienste an der Akkumulation des Kapitals bezahlt – wenn sie das nicht leisten, können sie ihr Einkommen vergessen. Deshalb ist es in dieser Wirtschaftsweise schon eine Katastrophe, wenn alles eine Weile einfach nur weitergeht wie vorher: Dass genauso viel Arbeit verrichtet, dasselbe Quantum Nahrungsmittel, Wohnungen, Autos, PCs produziert und konsumiert wird wie in der Periode davor, - die Menschen also nicht ärmer und nicht reicher würden, das geht in einer Wirtschaft nicht, in der nicht für den Bedarf produziert wird, sondern für die Bereicherung derer, die Kapital besitzen. Wenn “es” nur weitergeht wie vorher, geht nichts mehr – und erst recht geht nichts mehr, wenn „die Wirtschaft“ schrumpft.<br>Wenn schon alle an der Wirtschaft Beteiligten entweder am Wachstum interessiert oder von ihm abhängig sind wie vom täglichen Brot, wenn alle Wachstum wollen und sich anstrengen, es zu erzielen, warum bleibt es dann aus? Was ist das für ein Wirtschaftssystem, in dem die Akteure das Gegenteil von dem erreichen, was sie zu erreichen suchen?&nbsp;<br>Der Vortrag will aufklären über:<br>- den „Übergriff“ der Finanzkrise auf die „Realökonomie“: Warum der Bankencrash die Krise der Industrie einläutet und deren Wachstum zum Erliegen bringt<br>- die Rolle des Finanzkapitals: Sein Dienst für das produktive Kapital, seine Macht über es, und seine Rolle als Exekutor der Krise des produktiven Kapitals<br>- die Krise: Was sie ist und woher sie kommt - Wie die Unternehmen der „Realwirtschaft“ mit dem Kredit ihr Wachstum – und periodisch ein „Zuviel“ an Wachstum produzieren - Nebeneinander von stillgelegten Produktionsanlagen und überflüssiger Arbeiterbevölkerung<br>- die Abwicklung der Krise: Vernichtung des kapitalistischen Reichtums in allen seinen Formen – bis derselbe absurde Kreislauf von Akkumulation und Überakkumulation wieder aufs Neue in Gang kommt</p><p>Teil 1: Vorbemerkung<br>Teil 2+3: Warum greift die Finanzkrise auf die Realökonomie über? Warum läutet der Bankencrash auch die Krise der Industrie ein und bringt deren Wachstum zum Erliegen?&nbsp; Was zeigt sich daran über die Rolle des Finanzkapitals?<br>Teil 4: Was also ist der Begriff der Krise des Kapitals? Es ist zu viel Kapital da.<br>Teil 5+6: Diskussion - Wie bewältigt das Kapital seine Krise?</p><p>Varanstalter: <a href="http://gegenargumente.de/">AK Gegenargumente</a></p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/archiv/suche?modus=and&amp;suche=finanzkapital&amp;sort_by=search_api_relevance&amp;sort_order=DESC">Artikel zum Thema Finanzkapital im Archiv vom GegenStandpunkt-Verlag</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/archiv/suche?modus=and&amp;suche=krise&amp;sort_by=search_api_relevance&amp;sort_order=DESC">Artikel zum Thema Krise im Archiv vom GegenStandpunkt-Verlag</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/finanzkapital">Das Buch "Das Finanzkapital" vom GegenStandpunkt-Verlag</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/arbeit-reichtum">Das Buch „Beschäftigung“ – „Globalisierung“ – „Standort“ Anmerkungen zum kapita

Obamania: Alle Welt ist für 'Change!' - Wie demokratische Wahlen die Unzufriedenheit der Bürger produktiv machen für die Fortschritte der Herrschaft
<p>Barack Hussein Obama hat nicht nur seine Wahlen gewonnen. Wie er den Weg zum 44. Präsidenten der USA gemeistert hat, hat zu einer Orgie der Bewunderung für diesen Mann geführt. Und das nicht nur beim amerikanischen Wahlvolk und seinen meinungsbilden den Anleitern, sondern auch bei deutschen und sonstigen Weltbürgern, die ihn gar nicht wählen können. Darüber hinaus gelten Wahlkampf und Machtübernahme des ersten schwarzen Chefs der Weltmacht Nr. 1 als Werbung für die Leistungsfähigkeit der Demokratie. Für wen oder was hat Obama im Besonderen und hat die Demokratie im Allgemeinen denn was geleistet?</p><p>„Change!“ hieß Obamas Ansprache und Angebot ans amerikanische Wahlvolk. Er ruft alle Unzufriedenen auf und leiht ihnen sein Ohr – und bucht alle Schädigungen und uneinlösbaren Ansprüche, die das Wirken der Staatsgewalt und die systemgemäße Indienstnahme der Leute hervorbringt, auf das Konto „Bush und sein Erbe“ ab. Im Gegenzug fokussiert er alle Nöte und Erwartungen auf sich, den neuen Hoffnungsträger. Was hat er eigentlich wem zugesagt mit der Parole, dass er etwas ändern wird? Für wen oder was hat er jetzt was geleistet?</p><p>Eine Gegenleistung des Wahlvolks will er schon: „Hope“, Vertrauen nennen das die Politikerkollegen in Deutschland, soll es ihm entgegenbringen, als Ja am Wahltag. Dafür hat sich Obama echt angestrengt: Dass er von unten, zudem als schwarzer Überwinder des amerikanischen Rassismus, jedenfalls aus dem Volk kommt, muss dieses doch wohl zutraulich machen!? Und dessen Misstrauen gegen „die da oben in Washington“ überwinden, wo Obama hin will!? Vertrauen, das sich im zwischenmenschlichen Leben als Ergebnis längerer Erfahrung von harmonierenden Interessen einstellt, bestellen sich demokratische Wahlkämpfer in Voraus; und gar nicht für ein zwischenmenschliches, sondern herrschaftliches Verhältnis. Und wenn sie es kriegen am Wahltag, wer hat dann was gewonnen? „Change!“ Obama hat ausgeführt, wo er als Präsident der Weltmacht USA Veränderungsbedarf sieht: „Unsere Nation ist im Krieg, unsere Wirtschaft in Aufruhr und das amerikanische Versprechen ist wieder einmal in Gefahr.“(August 2008)</p><p>Dieser Wechselbedarf hat seinen Bezugspunkt nicht in den an Konkurrenz und Staat scheiternden Privatrechnungen und Wünschen der Leute aus dem Volk; sein Kriterium ist umgekehrt der Erfolg der amerikanischen Staatsgewalt, die dafür die Leute in Dienst nimmt. Oder ist das alles eins? Die Rechnung Obamas geht jedenfalls auf. Es gelingt ihm, eine radikale Wechselstimmung im Land zu erzeugen und die Hoffnungen von unten mit seinem Aufbruchsprogramm von oben zu verknüpfen.</p><p>„Wechsel!“ Das ist auch im Ausland gut angekommen. Insbesondere Deutschlands Politiker und Meinungsmacher haben Obama demonstrativ Sympathie entgegengebracht samt demokratischem Widerhall im deutschen Volk, dass es den schon, Bush und dem sein Amerika aber echt nicht leiden kann. Etwas nachdenklich kann machen, dass Deutschlands Politiker gar nicht auf die Politik des neuen US-Präsidenten gewartet haben, um zu der zu sagen, was ihnen gefällt. Sie haben vorher bekundet, welchen Wechsel sie sympathisch finden. Z.B. Außenminister Steinmeier in einem Offenen Brief zu Obamas Amtsantritt: „Kein Land der Welt, und sei es das mächtigste, kann auch nur eines der Probleme allein lösen.“ Ob das Amerikas Wahlvolk will? Ob dafür Obama US-Präsident ist? Hierzulande fand man jedenfalls einen demokratischen Machtwechsel in den USA so eine echt nützliche Angelegenheit.</p>

Die Moral und ihre großen Werte - Fleiß - Sparsamkeit - Bescheidenheit - Ehrlichkeit - Altruismus - Höflichkeit: nichts wert!
<p>Die Moral gilt als hohes Gut, das die Menschen im Unterschied zum Tierreich als Krone der Schöpfung adelt. Merkwürdigerweise ist sie aber nie recht vorhanden, weil die Welt eigentlich nur von gierigen Managern, korrupten Politikern, egoistischen Singles und faulen Arbeitslosen bevölkert ist. Nicht zu vergessen die unhöflichen Kinder, die nie grüßen. Die Welt ist also voller Lumpen.</p><p>Eine Ausnahme kennt freilich jeder: sich. Das ist nur eine der vielen selbstgerechten Dummheiten des moralischen Bewusstseins, das für jeden Schaden, den das kapitalistische Gemeinwesen seinen Insassen auflädt, ein und dieselbe falsche Erklärung parat hält: Das schlechte Benehmen der Menschen ist schuld, die sich einfach nicht an Moral und Anstand halten. Wären alle so tugendhaft wie man selbst, wäre die Welt in Ordnung und jeder hätte sein Auskommen. Das Anspruchsdenken, sonst heftig im Volk bekämpft, wird auf dem Feld der moralischen Tugenden von Politikern, Wirtschaftskapitänen und Pastoren kräftig angestachelt. Anstand kann ein Mensch gar nicht genug haben! Für das politische Gemeinwesen stiftet die Moral offenbar einen erheblichen Nutzen. Für die Millionen kleiner Leute, die unter seine Räder kommen, taugt sie nichts.</p><p>Der Vortrag will nicht nur den Begriff der Moral erläutern, sondern einmal die viel gepriesenen Tugenden höchstselbst auf den Prüfstand stellen. Was taugen eigentlich Fleiß, Sparsamkeit, Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Altruismus und Höflichkeit? Soviel sei vorweggenommen: Die Kritik an so großen Werten wie Ehrlichkeit oder Altruismus ist kein Plädoyer für die Umkehrung, also für Unehrlichkeit oder Egoismus, sondern ein Einwand gegen den marktwirtschaftlichen und demokratischen Sumpf, auf dem das falsche moralische Bewusstsein gedeiht.</p><p>Veranstalter: <a href="http://gegenargumente.de/">Arbeitskreis Gegenargumente München</a></p>

Was die Krise über den Reichtum der kapitalistischen Nationen lehrt (Teil 2): Der demokratische Staat als Betreuer, Nutznießer und nun Retter des nationalen Kapitalstandorts
<p>Behandelt wird in dem Vortrag:</p><ul><li>Dienst und Macht des Finanzkapitals</li><li>Akkumulation und Überakkumulation des Finanzkapitals</li><li>Grund und Folge der Finanzkrise</li><li>Staat und Krise</li><li>Charakter der staatlichen Rettungsmaßnahmen</li><li>Zweck der Rettungsaktionen</li><li>Methoden der Rettung</li><li>Konkurrenzaffären zwischen den Staaten</li></ul><p>Veranstalter: <a href="http://gegenargumente.de/">AK Gegenargumente</a></p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/archiv/suche?modus=and&amp;suche=finanzkapital&amp;sort_by=search_api_relevance&amp;sort_order=DESC">Artikel zum Thema Finanzkapital im Archiv vom GegenStandpunkt-Verlag</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/archiv/suche?modus=and&amp;suche=krise&amp;sort_by=search_api_relevance&amp;sort_order=DESC">Artikel zum Thema Krise im Archiv vom GegenStandpunkt-Verlag</a></p>

Erziehung im Kapitalismus - der tägliche Kampf um freiwillige Fügsamkeit
<p>Ob mit Handyklingeltönen oder Partydrogen, Kinder und Jugendliche nerven ihre Erzieher, weil sie einfach nicht wollen, was sie sollen. „Eigenwillig“ sind sie, statt sich den Verhaltensweisen und Vorgaben anzubequemen, die alle nur das eine wollen: das Beste fürs Kind, das anständig und erfolgreich das bürgerliche Leben bewältigen soll. Erst in der Schule, später dann in Beruf und Familie. Aber auch Lehrer und Eltern nerven ihre Kinder, wenn man den Nachwuchs fragt. Mit einem Schulunterricht, dem sich jeder unterziehen muss, auch wenn ihn kaum jemand schätzt. Und mit häuslichen Vorschriften und Sanktionen zu Ausgang und Benehmen, die das Leben Heranwachsender für ihren Geschmack mehr oder weniger zur Hölle machen, der die meisten möglichst schnell entfliehen wollen.<br>Ein paar Jahre weiter, und die leidgeprüften Objekte erzieherischer Tätigkeit sind nun selber als Eltern und Lehrer Agenten der Maßstäbe von Anstand und Erfolg und Vollstrecker eben der Erziehungsmaßnahmen, die sie gestern so gehasst haben. Ein Seitenwechsel, der als „Reifung“ gilt und der „Schule des Lebens“ zu verdanken sein soll. Erziehung ist ein Kampf zwischen Erwachsenen und Heranwachsenden, in dem nicht das vernünftige Urteil, sondern die Machtposition der Beteiligten den Ausschlag gibt. Eine Zumutung, die als gute Vorbereitung auf die Härten des Lebens gilt, die auf den Nachwuchs in den Bildungsanstalten und auf dem Arbeitsmarkt warten.<br>Folgende Fragen sollen bei unserer Veranstaltung diskutiert und beantwortet werden:<br>Wozu taugt die Erziehung im Kapitalismus?&nbsp;<br>Was entscheidet sich an ihr über den Lebensweg der nachwachsenden Jahrgänge?<br>Lässt sich am Ende mit der Erziehung die Gesellschaft verändern, wie kritische Zeitgenossen mutmaßen?</p><p>Teil 1. Bürgerliche Erziehung - was ist das?<br>Teil 2. Das Wollen &amp; die kindliche Begierde<br>Teil 3. Das Wissen &amp; die kindliche Neugier<br>Teil 4. Das Interesse &amp; das jugendliche Aufbegehren<br>Teil 5. Die Schule: erste Erfahrungen mit der realen Konkurrenz - Leistungen der Erziehung, wirkliche wie erhoffte - Kann man mit Erziehung die Gesellschaft verändern?<br>Teil 6. Diskussion</p><p>Veranstalter: <a href="https://sozialistische-gruppe.de/">Sozialistische Gruppe</a></p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p>Freerk Huisken: <a href="https://www.vsa-verlag.de/nc/detail/artikel/erziehung-im-kapitalismus-1/">Erziehung im Kapitalismus</a><br>Von den Grundlügen der Pädagogik und dem unbestreitbaren Nutzen der bürgerlichen Lehranstalten<br>Studienausgabe der Kritik der Erziehung, Band 1 und 2</p><p>Weitere Artikel zum Thema findet man unter Zuhilfenahme des MSZ-Registers und des GegenStandpunkt-Index.<br>Siehe hier: <a href="http://www.gegenstandpunkt.com" target="_blank">GegenStandpunkt</a></p>

Kollaps des Finanzsystems, Einbruch der Weltwirtschaft, staatliche Rettungsaktionen, öffentliche Sorge um ‚unsere Wirtschaft‘ ... Was die Krise über den Reichtum der kapitalistischen Nationen lehrt
<p>Jetzt, wo Banken zusammenbrechen und im Gefolge davon die ‚Konjunktur‘ einbricht, wissen alle, die bis neulich den rasanten Anstieg von Börsenkursen und Bankrenditen als nationales Wachstum gefeiert haben: Da haben Finanzspekulanten in ihrer Gier riesige Kredit‘blasen‘ produziert, die nun platzen und die gute ‚Realwirtschaft‘ mit in die Krise reißen. Die ‚Blase‘ einfach platzen lassen, will gleichwohl keiner.<br>Der Staat macht sich vielmehr mit seinem Nationalkredit in nie gesehenem Ausmaß für die ‚Rettung‘ der Vermögenstitel der Banken stark. Von oberster Stelle wird so bekräftigt, dass das ‚reale‘ Wirtschaften, alles Produzieren, Arbeiten und Konsumieren in dieser Gesellschaft mit dem Erfolg der gescholtenen Banker und ihrer ausufernden Finanzspekulation steht und fällt. Statt nach Schuldigen für den Crash im Finanzsektor und seine Folgen für ‚uns alle‘ zu fahnden, auf eine möglichst glimpfliche Bewältigung der Krise zu hoffen und einen baldigen neuerlichen Aufschwung der ‚Wirtschaft‘ herbeizuwünschen, sollte man an der Krise und ihrer Bewältigung lieber die kritikablen Prinzipien einer Wirtschaftsweise entdecken, bei der es in Krise und Aufschwung um dasselbe geht: Konkurrenz um ein erfolgreiches nationales Kapitalwachstum.<br>Zu dieser Kritik will die Veranstaltung beitragen.&nbsp;</p><p>Veranstalter: <a href="http://gegenargumente.de/">AK Gegenargumente</a></p><p>Gliederung des Vortrages:</p><p>Teil 1: Das ideologische Paradox: Krise - exzessive Parteinahme für das System, wegen der krisenmäßigen Vernichtung von gesellschaftlichem Reichtum<br>Teil 2: Krise der kapitalistischen Produktion, der ‚Realwirtschaft‘, wo die Krise jetzt angekommen ist - Kapitalvermehrung mit Kredit, Wachstum und Krise.<br>Teil 3+4: Das Wachstum des Finanzkapitals, dessen Zusammenbruch und seine Rolle als Krisenmotor<br>Teil 5: Die Krisenbewältigung der ‚Realwirtschaft‘ mit den bewährten Methoden des Kapitalwachstums - Kritik an der Rolle des Arbeitsvolks</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/ideologien-zur-finanzkrise">In der Not zeigt der marktwirtschaftliche Expertenverstand, was er vermag Die geistige Bewältigung der Finanzkrise</a> beim GegenStandpunkt-Verlag</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/chronik-finanzkrise">Öffentliche Meinungsbildung im „schwarzen Herbst“ 2008</a> beim GegenStandpunkt-Verlag</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/finanzkrise-2007">Der Welterfolg einer neuen Technik finanzkapitalistischer Selbstbefriedigung macht weltweit Ärger</a> beim GegenStandpunkt-Verlag</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/nachtrag-zur-finanzkrise">Die sogenannte US-Hypothekenkrise. Ein Nachtrag</a> beim GegenStandpunkt-Verlag</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/finanzkapital">Das Buch „Das Finanzkapital“</a> beim GegenStandpunkt-Verlag</p>

Die Krise 2008: Der Staat will die Banken retten – warum?
<p>Gliederung des Vortrages:<br>Teil 1: Einleitung: Was die Staaten unternehmen, um das Bankwesen am Laufen zu halten<br>Teil 2+3: Staat und Kreditwesen – Allgemeines<br>Teil 4: Der Staat beaufsichtigt die Geschäfte mit Kredit, um dessen Funktion sicherzustellen</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/anmerkungen-zur-krise-08">Anmerkungen zur Krise ’08</a> beim GegenStandpunkt-Verlag</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/ideologien-zur-finanzkrise">In der Not zeigt der marktwirtschaftliche Expertenverstand, was er vermag Die geistige Bewältigung der Finanzkrise</a> beim GegenStandpunkt-Verlag</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/chronik-finanzkrise">Öffentliche Meinungsbildung im „schwarzen Herbst“ 2008</a> beim GegenStandpunkt-Verlag</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/finanzkrise-2007">Der Welterfolg einer neuen Technik finanzkapitalistischer Selbstbefriedigung macht weltweit Ärger</a> beim GegenStandpunkt-Verlag</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/nachtrag-zur-finanzkrise">Die sogenannte US-Hypothekenkrise. Ein Nachtrag</a> beim GegenStandpunkt-Verlag</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/finanzkapital">Das Buch „Das Finanzkapital“</a> beim GegenStandpunkt-Verlag</p>

Die Weltfinanzkrise Teil 1
<p>Der Herbst 2008 ist wie ein Crashkurs über die Frage, was es heißt, im Kapitalismus zu leben. Schlechterdings alles, das Arbeiten und Kaufen, das Leben und Überleben, ist eine abhängige Variable des Finanzgeschäfts. Wenn Börsianer&nbsp; und Bankiers mit ihrer Bereicherung scheitern, dann scheitert alles – und das ganze Volk ist schlagartig enteignet.<br>Leider hat das Volk in all der Panik gerade keine Zeit, sich mit dieser absurden Vorbedingung seines Alltags auseinanderzusetzen. Es ist vollauf beschäftigt, mit Hoffen und Bangen die Rettung des Finanzsystems zu begleiten, damit alles weitergehen kann wie bisher.<br>Damit es nicht weitergeht wie bisher, nehmen wir uns die Zeit für die Erklärung des Finanzkapitals und seiner Leistungen für die kapitalistische Welt der Arbeit.</p><p>Veranstalter: <a href="http://www.forumkritik.de">Forum Kritik Regensburg</a></p><p>Gliederung:<br>1. Einleitung und Lage<br>2. Was macht eine Bank?<br>3. Der Kredit<br>4. Finanzindustrie - Wertpapier<br>5. Grund der Krise<br>6. Vertrauen/Misstrauen<br>7. Dominoeffekt<br>8. Realwirtschaft</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/ideologien-zur-finanzkrise">In der Not zeigt der marktwirtschaftliche Expertenverstand, was er vermag Die geistige Bewältigung der Finanzkrise</a> beim GegenStandpunkt-Verlag</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/chronik-finanzkrise">Öffentliche Meinungsbildung im „schwarzen Herbst“ 2008</a> beim GegenStandpunkt-Verlag</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/finanzkrise-2007">Der Welterfolg einer neuen Technik finanzkapitalistischer Selbstbefriedigung macht weltweit Ärger</a> beim GegenStandpunkt-Verlag</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/nachtrag-zur-finanzkrise">Die sogenannte US-Hypothekenkrise. Ein Nachtrag</a> beim GegenStandpunkt-Verlag</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/finanzkapital">Das Buch „Das Finanzkapital“</a> beim GegenStandpunkt-Verlag</p>

Die Finanzkrise 2008 – Überakkumulation im Kredit-„Überbau“
<p>Im Laufe des Oktober werden die soliden fleißigen Deutschen von ihrer Regierung mit der traurigen Wahrheit vertraut gemacht: Was vor gut einem Jahr als „US-Hypothekenkrise“ angefangen hat, das hat sich mittlerweile zu einem stückweisen Zusammenbruch des globalen Finanzsystems ausgewachsen und bedroht ernsthaft das Wohl der Nation im Allgemeinen und im Besonderen. Irgendwie stehen die Ersparnisse der „kleinen Leute“, die Geschäfte des nationalen Mittelstands, der bekanntlich „unsere Arbeitsplätze“ produziert, und letztendlich „unser aller Wohlstand“ auf dem Spiel: Das bringen Merkel, Steinbrück und eine besorgte Öffentlichkeit in ihrer seltsamen Mischung von Alarm und Beschwichtigung doch recht eindrücklich ʼrüber.</p><p>Die Erklärungen des Notstands, die dazu angeboten werden, die Auskünfte über den Zusammenhang zwischen den „Machenschaften“ der globalisierten „Hochfinanz“ und dem privaten Girokonto lassen allerdings schwer zu wünschen übrig; von Klarheit über die Gründe des Desasters ganz zu schweigen – es sei denn, man gibt sich mit einer Tag für Tag fortgeschriebenen Chronologie der Ereignisse und anklagenden Verweisen auf diverse Schuldige als Erklärung zufrieden. Einigermaßen im Dunkeln bleibt auch, weshalb die machtvollen Maßnahmen zur Eindämmung und Überwindung der Krise, die die zuständigen Regierungen an einem Tag unternehmen und für zweckmäßig und ausreichend erklären, regelmäßig am nächsten Tag oder in der Woche darauf wirkungslos „verpufft“ sind und neue, drastischere Interventionen fällig werden, die dasselbe Schicksal erleiden. Wenn am Ende „der Steuerzahler“ mit ein paar Dutzend Milliarden eine Branche „retten“ soll, die im Verdacht steht, nicht bloß Steuerzahlers Geld, sondern ein Vielfaches davon „verzockt“ zu haben, dann ist das zwar eine ganz nette Vorlage für einen gerechten Volkszorn, kann aber irgendwie auch nicht die Wahrheit über den Notstand und seine versprochene Bewältigung sein.</p><p>Es sollen ein paar Argumente zur Diskussion gestellt werden:</p><p>• zu Dienst und Macht des Kreditgewerbes und zur notwendigen Abhängigkeit der restlichen Marktwirtschaft von seinen Geschäften,zur spekulativen Natur des Geschäftszweigs und</p><p>• zu Qualität und Quantität seines Wachstums,zur inneren Logik seines zeitweiligen Zusammenbruchs, sowie</p><p>• zur Rolle der demokratischen Staatsgewalt als Betreuer, als Nutznießer und nun also als Retter eines „Sektors“, der ganz grundsätzlich mehr ist als eine kapitalistische Branche unter anderen.</p>

Der bürgerliche Staat
<p>Teil 1: Herrschaft, auf dem Willen der Beherrschten beruhend - Freiheit und Eigentum - Gleichheit - Beherrschung des Gegensatzes der Konkurrenz<br>Teil 2: Diskussion</p><p>Veranstalter: <a href="https://kk-gruppe.net/">KK Gruppe</a></p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/buergerliche-staat">Das Buch „Resultate Der bürgerliche Staat“ beim GegenStandpunkt-Verlag</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/demokratie">Das Buch „Demokratie Die perfekte Form bürgerlicher Herrschaft“ beim GegenStandpunkt-Verlag</a></p>

Ein Kapitel Imperialismus heute: Der Verfall der Dritten Welt - Die Hinterlassenschaft von 50 Jahren Entwicklung und ihre umfassende Betreuung und Beaufsichtigung. Entwicklungspolitik und ihre unübersehbaren Leistungen
<ul><li>Die ‚Entwicklungsländer’: eine fertige Welt von ‚failing states’ im globalisierten Kapitalismus</li><li>Entwicklungshilfe’, ‚Hilfe zur Selbsthilfe’, ‚Schuldenerlass’, ‚Hungerhilfe’ usw.: Die Betreuung von zunehmend ruinierten Ländern und ihres verelendenden menschlichen Inventars</li><li>Von ‚good governance’ bis ‚nachhaltige Entwicklung’: Ideologien und gültige Richtlinien der zuständigen Oberinstanzen für die Gewalt- und Armutsverhältnisse</li><li>Die ‚Hilfsorganisationen’ für die Dritte Welt: Berater, Helfer und gutes Gewissen der Aufsicht über die Problemfälle und Abfallprodukte von Weltmarkt und Weltordnung</li></ul><p>Veranstalter: <a href="http://gegenargumente.de/">AK Gegenargumente</a></p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/entwicklungsmodell-fuer-afrika">Das ultimative Entwicklungsmodell des Imperialismus für seine afrikanischen Geschöpfe und die Folgen in GegenStandpunkt 3-98</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/leserbrief-zur-armut-entwicklungslaendern">Warum sind viele Menschen in den Entwicklungsländern arm? in GegenStandpunkt 4-03</a></p>

Staat und Kirche - Über Religionsfreiheit, erlaubten Moscheebau und Verfolgung von Moslems
<p>Gliederung des Vortrages:<br>Teil 1: Staatsagitation: Die Erziehung zum freiwilligen Gehorsam<br>Teil 2: Die Überhöhung der Staatsagition durch Religion: Verdoppelung des falschen Bewußtseins<br>Teil 3: Die Konkurrenz zwischen Staat und Kirche<br>Teil 4: Religionsfreiheit: Islamunterricht an deutschen Schulen<br>Teil 5: Integrationsprogramm für Moslems und andere: Die dritte Front des Antiterrorismus</p><p>Diese inhaltliche Gliederung ist nicht identisch mit der technischen Aufteilung der Aufnahme.</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://www.gegenstandpunkt.com">Gegenstandpunkt</a> 2-05: <a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/glaube-religion">Die Sache mit der Religion</a></p><p>Grundsatzartikel zur Religion: <a href="https://msz.gegenstandpunkt.com/1980-6-macht-glaubens">Von der Freiheit eines Christenmenschen DIE MACHT DES GLAUBENS</a> in MSZ 6-80 beim GegenStandpunkt-Verlag</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/kreuz-staates">Das Kreuz des Staates</a> in GegenStandpunkt 3-95</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/islamischer-fundamentalismus">Der islamische Fundamentalismus</a> in GegenStandpunkt 1-95</p>

Was von Marx zu lernen wäre: Alles Nötige über Arbeit und Reichtum im Kapitalismus
<p>Am Kapitalismus, den Marx in der Phase seines Entstehens analysierte und kritisierte, hat sich seit seinen Tagen dies und das, aber nichts Wesentliches geändert: Immer noch ist die Vermehrung des Geldes der beherrschende Zweck, für den gearbeitet wird; noch immer sind die arbeitenden Menschen Kostenfaktor, also die negative Größe des Betriebszwecks; noch immer findet die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der größten Quelle des materiellen Reichtums, ausschließlich statt, um Löhne zu sparen und Arbeitskräfte zu entlassen - also um den Arbeiter ärmer zu machen. Wegen dieser Aktualität, und nur wegen ihr, verdient es der längst verblichene Denker, dass man sich seiner erinnert. Seine Bücher helfen, die ökonomische Wirklichkeit heute zu erklären. Das will der Vortrag demonstrieren. Angeboten werden ungewohnte Gedanken über Gebrauchswert und Tauschwert, konkrete und abstrakte Arbeit, Geld und Nutzen, Arbeit und Reichtum - paarweise Bestimmungen, die unsere moderne Welt nicht mehr auseinander halten kann, während sie tatsächlich die härtesten Gegensätze enthalten.</p><p>Gliederung:<br>Teile 1 bis 3: Kapital, Band I<br>Teil 4 und 5: Diskussion<br>Das Thema existiert zwar schon zweimal, aber die Diskussion ist ausgiebig, wenn auch manchmal etwas leise aus dem Publikum.<br><br>Veranstalter: <a href="http://www.forumkritik.de">Forum Kritik Regensburg</a><br><br>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:<br><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/arbeit-reichtum">Das Buch „Beschäftigung“ – „Globalisierung“ – „Standort“ Anmerkungen zum kapitalistischen Verhältnis zwischen Arbeit und Reichtum</a></p>

Wie Agrargeschäft und Versorgungsnöte zusammengehören und wie sie politisch betreut werden
<p>Einige Wahrheiten</p><ul><li>über Preise und Hunger; gewinnträchtige Agrarindustrie und Überlebenssorgen einer wachsenden Weltbevölkerung; Rohstoff-Spekulation und Versorgungsnöte; Drittweltelend und Entwicklungshilfe;</li><li>&nbsp;über die Konkurrenz der Staaten um das weltweite Rohstoff- und Lebensmittelgeschäft und über den Versorgungsstandpunkt der Nationen;</li><li>über die praktische und ideologische Befassung mit unliebsamen Konsequenzen des Weltmarkts durch seine Aufsichtsinstanzen und durch ihre Öffentlichkeit.</li></ul><p>Gliederung:</p><p>Teil 1: Wie die demokratische Öffentlichkeit sich des Themas „neuer Hunger“ annimmt.<br>Teil 2:&nbsp; Einige Wahrheiten über Preise und Hunger; gewinnträchtige Agrarindustrie und Überlebenssorgen einer wachsenden Weltbevölkerung; Rohstoff-Spekulation und Versorgungsnöte; Drittweltelend und Entwicklungshilfe<br>Teil 3: Die aktuelle Lage oder: Was ist „neu“ an dem Hunger?<br>Teil 4: Schlussfolgerungen und Problembehandlung der führenden imperialistischen Nationen.&nbsp;</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/entwicklungsmodell-fuer-afrika">Das ultimative Entwicklungsmodell des Imperialismus für seine afrikanischen Geschöpfe und die Folgen in GegenStandpunkt 3-98</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/leserbrief-zur-armut-entwicklungslaendern">Warum sind viele Menschen in den Entwicklungsländern arm? in GegenStandpunkt 4-03</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/neue-hunger-auf-welt">Alter Hunger, neuer Hunger in GegenStandpunkt 2-08</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/hungerkatastrophe-sudan">Eine ganz normale Hungerkatastrophe findet öffentliche Aufmerksamkeit in GegenStandpunkt 3-98</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/oecd-milliarde-menschen-leiden-an-hunger">Geld oder Leben – Schlaglichter auf das marktwirtschaftliche Verhältnis von Ökonomie und Versorgung. Über den „Agrarausblick 2009“ der OECD wird berichtet: „Eine Milliarde Menschen leiden an Hunger“ in GegenStandpunkt 4-09</a></p>

Was von Marx zu lernen wäre: Alles Nötige über Arbeit und Reichtum im Kapitalismus
<p>Linke Parteien zählen den Theoretiker des 19. Jahrhunderts, dessen Gedanken einmal die Welt bewegt haben, zu ihrem Traditionsbestand, seine Schriften aber kennen sie nicht mehr. Marx ist heute ein toter Hund. Um so mehr als man ihn an Universitäten, sofern man sich seiner erinnert, höflich ins geistesgeschichtliche deutsche Erbe eingemeindet – und zwar als einen Großen: Ein großer Philosoph soll er gewesen sein, dem es nach Hegel noch einmal gelungen sei, dialektisch zu</p><p>denken; ein großer Soziologe, der ein System gebastelt habe, in dem die Gesellschaft von der materiellen Basis bis zum Überbau der Ideen auf ein einziges Prinzip gebracht ist, ein großer Prophet, der die Globalisierung früh vorhergesehen habe, ein großer Utopist, der sich eine schöne bessere Welt ausgedacht haben soll.</p><p>Dass Marx selbst, wenn er gefragt würde, nichts von dem genannten Großen vollbracht haben wollte, ja sich dieses Lob verbitten würde, kann seine geistesgeschichtlichen Freunde nicht bremsen.. Sie verzeihen ihm ja sogar, dass er Kommunist gewesen ist. Er selbst sah seine Leistung einzig und allein in dem, was der Untertitel seines theoretischen Hauptwerkes ankündigt: in der "Kritik der politischen Ökonomie" des Kapitalismus. Marx war, wenn irgendetwas, Ökonom. Die Wirtschaftswissenschaften allerdings haben keine gute Erinnerung an diesen Klassiker, ja eigentlich überhaupt keine. Kein Wunder. Schließlich hat er nicht nur die menschenfeindliche und absurde Rationalität des Wirtschafsystems aufs Korn genommen, das sie so vernünftig finden, er hat auch ihre verständnisvollen Theorien darüber wider- und zerlegt.</p><p>An dem Kapitalismus, den Marx in der Phase seines Entstehens analysierte und kritisierte, hat sich seit seinen Tagen dies und das, aber nichts Wesentliches geändert. Immer noch ist die Vermehrung des Geldes der beherrschende Zweck, für den gearbeitet wird – und das ist keineswegs ein geschickter Umweg zur besseren Befriedigung der Bedürfnisse; noch immer sind die arbeitenden Menschen Kostenfaktor, also die negative Größe des Betriebszwecks; noch immer findet die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der größten Quelle des materiellen Reichtums, ausschließlich statt, um Löhne zu sparen und Arbeitskräfte zu entlassen – also um den Arbeiter ärmer zu machen.</p><p>Wegen dieser Aktualität, und nur wegen ihr, verdient es der längst verblichene Denker, dass man sich seiner erinnert. Seine Bücher helfen, die ökonomische Wirklichkeit heute zu erklären. Das will der Vortrag anhand von Zitaten aus dem ersten Kapitel von "Das Kapital" Band 1, "Die Ware" demonstrieren. Angeboten werden ungewohnte Gedanken über Gebrauchswert und Tauschwert, konkrete und abstrakte Arbeit, Geld und Nutzen, Arbeit und Reichtum – paarweise Bestimmungen, die unsere moderne Welt nicht mehr auseinander halten kann, während sie tatsächlich die härtesten Gegensätze enthalten. Der Vortrag wird einführen in "Das Kapital" und für eine längerfristige Kapital-Lektüre werben, zu der sich gerade ein für alle Interessierte offener Lesekreis bildet.</p><p>Am Rand bleibt für Kenner eine Abgrenzung zu den Marxologen nachzutragen, die sich ausgerechnet, weil es keinen Sozialismus in der Realität mehr gibt, zu einer "Neuen Marxlektüre" befreit und herausgefordert sehen. Sie wollen nichts mehr zu tun haben mit der Arbeiterklasse und dem Anprangern der Ausbeutung; entdecken vielmehr in allen Gegenständen und Themen des dreibändigen Werkes eintönig immer dasselbe: "Fetischisierte Vergesellschaftung". Sie studieren Marx, aber weniger, um der ausgearbeiteten Kritik des Kapitalismus seine Kritik zu entnehmen; sie lesen das Buch mehr als eine gelungene Antwort auf ihre Frage, warum die praktische Kritik, die der Kapitalismus verdient hätte, immerzu ausbleibt. Sie erklären nicht sich und anderen, warum die kapitalistische Wirtschaftsweise nicht zu ihnen passt und abgeschafft gehört, sondern warum sie in Gedanken und Praxis so gut zu ihr passen. Damit wollen wir nicht verwechselt werden.</p><p>Veranstalter: <a href="http://gegenargumente.de/">AK Gegenargumente</a></p>

Schamlose Managergehälter, Steuerhinterziehung in Millionenhöhe, nimmersatte Abzocker, eiskalte Profitgeier: Der schlechte Ruf der Wirtschaftselite befeuert den Gemeinsinn der armen Massen! Hochkonjunktur für eine grundfalsche Kapitalismuskritik
<p>Der Ruf der deutschen Wirtschaftselite ist schlecht wie nie. Nicht nur an Stammtischen wird über die Raffkes in den Führungsetagen geschimpft, die ihr Geld schon gar nicht mehr zählen können und dennoch nicht genug kriegen. Auch die Presse, allen voran BILD, und die große Politik stoßen in dieses Horn: SPD-Chef Beck prangert die "neuen Asozialen" an – und meint einmal nicht Hartz-IV-Empfänger, die in Saus und Braus leben, sondern Vorstandschefs und Multimillionäre: Wieder einmal sei in Deutschland die Elite dabei, "unser System zu zerstören". Die Kanzlerin warnt gar, dass "uns der Laden noch um die Ohren fliegen wird", wenn es mit Verantwortungslosigkeit und Unmoral bei den Spitzen der Gesellschaft so weitergehe. Die politische Führung, sonst schnell dabei, Unzufriedenheit in den unteren Rängen der Gesellschaft als übertriebenes Anspruchsdenken, als unzeitgemäße Besitzstandswahrung oder Realitätsverweigerung abzukanzeln, gibt dieser Unzufriedenheit voll recht. Anspruchsdenken, das sich im Ruf nach sozialer Gerechtigkeit und nach der Strenge des Gesetzes auch für die Reichen äußert, ist offenbar nicht übertrieben. Es ist das gute Recht des Volkes und verdient Unterstützung durch die Obrigkeit.<br>In Zeiten, in denen mitten im Wirtschaftsaufschwung die normalen Einkommen sinken und das Land über Mindest- und Hungerlöhne debattiert, sollen sich die Lohnabhängigen ruhig den Kopf darüber zerbrechen, ob das 400-fache des Durchschnittslohns, das mancher Manager kassiert, exakt seiner Leistung entspricht oder ob nicht eher das 200-fache angemessen wäre. Leute, die bei AEG, Nokia, Siemens, Telekom überflüssig und ins Elend der Sozialhilfe oder in eine ärmliche Frühverrentung entlassen werden, sollen sich ruhig darüber aufregen, dass "unfähige Chefs", die "Arbeitsplätze vernichten", mit einem millionenschweren "goldenen Handschlag" verabschiedet werden, den sie nicht verdienen. Und alle, denen die kürzliche Mehrwertsteuererhöhung die Haushaltskasse belastet, dürfen sich um den Staatssäckel sorgen, dem die Reichsten der Reichen, die es nicht nötig hätten, ihren Steuerbeitrag vorenthalten. Der brave Steuerzahler, der sein Opfer bringt und jeden Cent zweimal umdreht, ehe er ihn ausgibt, darf sich von den Extratouren der Reichen verhöhnt vorkommen. Das muss er sich nicht bieten lassen. Das nicht.<br>Politiker wissen diesen gerechten Volkszorn zu schätzen und sie heizen ihn berechnend an. Wenn die armen Massen ihre Geldnot und Existenzunsicherheit in die kritische Prüfung überführen, ob Gerechtigkeit herrscht, ob sie also auch bekommen, was ihnen nach den Maßstäben des Gemeinwesens zusteht; bzw. ob den Reichen wirklich zusteht, was sie bekommen, dann liegen sie richtig: Die neidvolle Frage nach der Berechtigung der extremen Einkommensunterschiede ist nämlich das Gegenteil einer Befassung mit den Gründen des eigenen Mangels. Mit der Anklage, dass die soziale Gerechtigkeit mit Füßen getreten werde, dass die Abzocker triumphieren und der Ehrliche der Dumme sei, ruft das Volk nach guter Herrschaft und ordentlicher Amtsführung. Und dazu lassen sich Politiker immer gerne rufen.<br>Den Ruf lassen sich die Figuren an der Macht nicht streitig machen – schon gleich nicht von Konkurrenten der Linkspartei oder der NPD, die das Recht des Volkes auf Gerechtigkeit noch viel ernster zu nehmen versprechen. Dafür beschädigen Merkel, Beck und andere auch zeitweilig den guten Ruf der Elite, auf die Deutschland natürlich weiterhin setzt.<br>Der Vortrag wird den hohen Wert "Gerechtigkeit" erläutern und die nationale Sehnsucht danach.</p><p>Teil 1: Vorbemerkung<br>Teil 2: Der 'Fall Nokia'<br>Teil 3: 'Managergehälter'<br>Teil 4: 'Zumwinkels Steuerhinterziehung'<br>Teil 5: Die Forderung nach Gerechtigkeit<br>Teil 6: Diskussion</p><p style="line-height:100%;margin-bottom:0cm;">Veranstalter: <a href="https://sozialistische-gruppe.de/">Sozialistische Gruppe</a></p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/stichwort-gerechtigkeit">Stichwort: Gerechtigkeit in GegenStandpunkt 4-15</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/leistungstraeger-nation">Der Fall Ackermann und andere: Von den Leistungsträgern der Nation und ihrem gerechten Lohn in GegenStandpunkt 4-03</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/dgb-so-nicht-fuer-soziale-gerechtigkeit-zu-demonstrieren-ist-jaemmerlich">Flugblatt des GegenStandpunkts zur „Herbstaktion“ des DGB So nicht! Für soziale Gerechtigkeit zu demonstrieren ist jämmerlich! in GegenStandpunkt 4-10</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/mindestlohn-vs-managergehaelter">Mindestlohn vs. Managergehälter – Eine vorweihnachtliche nationale Besinnung über soziale Gerechtigkeit in GegenStandpunkt 1-08</a>&

Die ‚drohende Klimakatastrophe’ und ihre Bewältigung. Ideologien und Wahrheiten über die Naturzerstörung durch den globalisierten Kapitalismus
<p>Ideologien und Wahrheiten über die Naturzerstörung durch den globalisierten Kapitalismus: was ‚wir’ daraus angeblich lernen und dagegen tun können und welche Konsequenzen die politisch Zuständigen für ‚unsere Zukunft’ tatsächlich ziehen.</p><p>- Die Wissenschaft berichtet: Der globale Klimawandel ist bedrohlich, die Folgen sind absehbar und ziemlich katastrophal.<br>- Die Öffentlichkeit ist aufgeschreckt und klärt auf: Nein, solche globalen Schäden sind keine Systemfrage. Schuld sind verbreitete ökonomische Unverantwortlichkeiten, gravierende Staatenvers äumnisse und letztlich ‚wir alle’ mit unseren unersättlichen Wachstums – und Konsumansprüchen, also die moralische Verfassung ‚der Menschheit’.<br>- Die Folgen werden von den Staaten allerdings national bilanziert: 330 Mrd. € Verlust bis 2050 allein in Deutschland. Prominentestes Opfer ist also nicht der Mensch, sondern sind die für unsere CO2-produzierenden ‚zivilisatorischen Fortschritte’ Verantwortlichen: die nationale Geschäftswelt und die Nation mit ihrem Reichtum.<br>- Die politischen Bemühungen um Abhilfe für die globale Bedrohung fallen entsprechend einseitig aus: Jetzt bezichtigen die Staaten sich wechselseitig, auf Kosten der jeweils anderen die globale Umwelt zu zerstören. Die politischen Macher konkurrieren gleichzeitig darum, wer anderen Staaten Maßnahmen und Kosten für Klimaschutz aufbürden, wer umgekehrt aus den praktischen Nachsorgen in Sachen Klima, Energieverbrauch usw. ein neues nationales Geschäft machen kann. Deutsche Windräder und Solarzellen gegen französische Atomkraftwerke!<br>- Während ‚der Mensch’, öffentlich aufgeklärt, für jede Flugreise ein Bäumchen pflanzen, umweltbewusst spenden oder auch einfach seine steigenden Energiekosten an die einschlägigen Konzerne bezahlen darf, ‚versöhnen’ die fürs ‚Klima’ Verantwortlichen ‚Ökologie’ und ‚Ökonomie’ auf etwas andere Art: Sie treiben Energiepolitik, kümmern sich über die eigenen Grenzen hinaus um eine weltkrisenfeste Energiebasis ihrer Nation und streben nach nationaler Kontrolle über die globalen Ressourcen. Natürlich alles im Namen des weltweiten Klimaschutzes für die betroffene Menschheit.</p><p>Veranstalter: <a href="http://gegenargumente.de/">AK Gegenargumente</a></p><p>Gliederung:</p><p>1. Der Klimawandel und seine Ursachen<br>2. Klima als eine Kostenfrage<br>3. Klima als Frage der Standortkonkurrenz<br>4. Klima als Frage Energiepolitik<br>5. Klima als Gegenstand der internationalen Staatenkonkurrenz und ihrer Diplomatie</p><p>Die Aufteilung der Aufzeichnung entspricht nicht der Gliederung.</p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/menschheitskatastrophe-klimawandel">Menschheitskatastrophe Klimawandel Was das Klima so alles von „uns“ verlangt in GegenStandpunkt 2-07</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/klimaverantwortung-staatenkonkurrenz">Klimaverantwortung in der Staatenkonkurrenz: Die Presse zum Klimagipfel von Durban in GegenStandpunkt 1-12</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/deutschlands-energieimperialismus-wird-klimaneutral">„Klimaschutzprogramm 2030“, Klimaschutzgesetz, nationale Wasserstoffstrategie … Deutschlands Energieimperialismus wird klimaneutral in GegenStandpunkt 1-21</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/weltklimakonferenz">„Historisches Agreement“ auf der Pariser Weltklimakonferenz Die Konkurrenz um das wachsende Geschäft mit alternativen Energiequellen muss unvermindert weitergehen – das schuldet die Völkergemeinschaft der Rettung des Weltklimas in GegenStandpunkt 1-16</a></p>

Der Mindestlohn: ein Offenbarungseid der freien Marktwirtschaft, der Gewerkschaften und des Sozialstaats
<p>Gliederung des Vortrages:<br>Teil 1: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft proklamieren: Von Lohnarbeit kann man nicht leben<br>Teil 2: Die ökonomischen Gesetzmäßigkeiten des Lohns<br>Teil 3: Die gewerkschaftliche Forderung nach dem Mindestlohn<br>Teil 4: Die staatliche Sorge um die Existenz seines Volkes und die politische Debatte um den Mindestlohn<br>Teil 5: Nachtrag: Mindestlohn und der "Wert der Ware Arbeitskraft" - Diskussion</p><p>Die Aufnahme ist akustisch von mäßiger Qualität. Insbesondere sind die Beiträge aus dem Publikum schwer bis unverständlich und deshalb bis auf wenige Ausnahmen geschnitten. Da die Aufnahme mit Kassettenrekorder erfolgte,&nbsp; gibt es leider auch Lücken.</p><p>Veranstalter: <a href="https://sozialistische-gruppe.de/">Sozialistische Gruppe</a></p><p>Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:</p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/proletariat">Das Buch: Politisch emanzipiert – Sozial diszipliniert – Global ausgenutzt – Nationalistisch verdorben Das Proletariat Die große Karriere der lohnarbeitenden Klasse kommt an ihr gerechtes Ende beim GegenStandpunkt-Verlag</a></p><p><a href="https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/arbeit-reichtum">Das Buch „Beschäftigung“ – „Globalisierung“ – „Standort“ Anmerkungen zum kapitalistischen Verhältnis zwischen Arbeit und Reichtum</a></p>