
Zoom - Musikgeschichte, und was sonst geschah
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Zoom 30. April 2022 Franz Liszt geht ins Kloster
"Viel Finger, wenig Gehirn", spottete Felix Mendelssohn-Bartholdy in Paris über Franz Liszt. Der es zum allseits umjubelten, reisenden Klaviervirtuosen gebracht hatte. Ein neuer Typus des Musikers: ein Salonlöwe. Berüchtigt waren seinen zahlreichen Affären; schließlich lebte er in wilder Ehe mit der Fürstin Sayn-Wittgenstein in Weimar. Eine Beziehung, die ihn unverhofft an einen neuen Ort verschlug und seinem Leben eine überraschende Wendung brachte.

Joseph Haydn und seine Geliebte Luigia Polzelli
"Aus dem Nähkästen plaudern", lautet eine Redewendung, mit der zum Ausdruck gebracht wird, wenn jemand etwas Intimes der Öffentlichkeit preisgibt. Wie verwerflich ist dies, und wie verhält es sich ist bei Personen des öffentlichen Lebens, zum Beispiel bei großen Komponisten? Haben sie eine Anrecht auf eine Privatsphäre, oder darf verraten werden, was sie so getrieben haben, wenn sie nicht gerade komponierten? In unserem unserem heutigen ZOOM haben wir uns über alle Bedenken hinweg gesetzt und einem berühmten Musiker unter die Bettdecke geschaut.

Johann Paul von Westhoff
Auch für Musikliebhaber ist es keine Schande, wenn sie den Violinisten und Komponisten Johann Paul von Westhoff nicht kennen. Die Erinnerungen an sein Leben und sein musikalisches Vermächtnis schwanden schon bald nach seinem Tod 1705. Dabei leistete der gebürtige Dresdner - lange vor Bach - mit seinem Geigenspiel einen wesentlichen Beitrag in der Entwicklungsgeschichte des Instruments und beeindruckte seine Zeitgenossen in ganz Europa. BR-KLASSIK hat sich auf die Spuren des vergessenen Virtuosen gemacht.

Beethovens Ohr
2002 wurde vom Deutschen Humangenomprojekt eine Mitteilung ins Internet gestellt, derzufolge man auf eine Mausmutante gestoßen war, anhand derer es nun möglich sei, eine bestimmte Form altersbedingter Taubheit zu erforschen. "Presbyacusis" heißt diese Degenerationserscheinung des Gehörs. Doch gilt unser eigentliches Interesse dem Umstand, daß die Forscher ihre Mutante ausgerechnet "Beethoven-Maus" getauft haben. Beethoven geschrumpft auf das Format einer Labormaus - was für eine Schmach! Trost bietet einzig der Gedanke, daß auf diese weise wenigstens die Erinnerung an diesen berühmtesten Fall von Taubheit konserviert ist. Ob Beethoven tatsächlich an Presbyacusis litt, bleibt indes Spekulation.

Vom Friedhof auf die Bühne - die Oper "Andrea Chénier"
Der italienische Opernkomponist Umberto Giordano hat Ende des 19. Jahrhunderts gelebt und gehörte zu den Künstlern, denen der große Erfolg zunächst verwehrt blieb. Vielleicht hatte das auch mit der etwas unglücklichen Wahl seiner Librettisten zu tun - bis ihm ein befreundeter Komponist den Entwurf zu einem neuen Libretto überlassen hat ...

Beethoven bei Mozart
Mozart und Beethoven lebten in derselben Stadt, komponierten beide und auch heute noch werden sie gerne in einem Atemzug genannt. Doch wie gut kannten sich die beiden Komponisten eigentlich? Tatsache ist, dass sich Mozart und Beethoven wohl nur ein einziges Mal persönlich begegnet sind. Denn obwohl Mozart nur knapp 15 Jahre älter war als der junge Musiker aus Bonn, verstarb er lange bevor Beethoven den Höhepunkt seiner Karriere erreicht hatte. Wie ist die Begegnung zwischen den beiden Klassik-Titanen wohl verlaufen?

Der "Tannhäuser"-Skandal in Paris
Für den Liedgesang oder die Oper gilt fast ausnahmslos, dass das Werk in der Sprache, in der es ursprünglich geschrieben wurde, auch gesungen werden soll. Ganz besonders gilt dieses Prinzip für die musikdramatischen Werke Richard Wagners. Wagner selbst unternahm einen einzigen Versuch, eine seiner Opern ins Französische zu übertragen und in Paris aufzuführen. Dies sollte ihm freilich nicht gut bekommen.

Heitor Villa-Lobos in Paris
Wenn es um die Musik Brasiliens geht, denken die meisten wohl zunächst an den Karneval von Rio oder den Bossa Nova. Dabei hat sich in Brasilien ein eigener Klassik-Stil entwickelt - der eng mit dem Namen Heitor Villa-Lobos verbunden ist. Ein entscheidender Schritt hin zu einer eigenständigen Schreibweise sollte für Villa-Lobos insbesondere sein Paris-Besuch in den 1920er-Jahren werden. Das heutige ZOOM stellt diese Episode im Leben des Komponisten vor.

Die Freundschaft von Chopin und Liszt
Ein besonderes Zentrum für den geistigen Austausch von Künstlern war das Paris des 19. Jahrhunderts. Damals trafen sich dort Schriftsteller, Maler und Musiker aus ganz Europa. Die Stadt quoll über von jungen Virtuosen und sogenannten Wunderkindern, die von überall herkamen, um in Paris den Grundstein für ihre Karriere zu legen. Auch dort entwickelten sich Freundschaften - wie die zwischen zwei großen Musikern, die beide keine Franzosen waren, aber dasselbe Instrument spielten.

Richard Wagner im Caffè Lavena
Es riecht nach salzigem Wasser, ein bisschen modrig, nach Hafen und nach altem Holz. Aber auch nach frischem Gebäck und frisch gebrühtem Espresso. Touristenschwärme ziehen vorbei, weichen den Millionen Tauben aus, die den Markusplatz bevölkern. Die Kellner im Caffè Lavena haben alle Hände voll zu tun. Viele Touristen möchten unbedingt hier ihren Cappuccino trinken, wie so viele berühmte Personen vor ihnen: Arthur Rubinstein, Franz Liszt, und allen voran Richard Wagner.

Gustav Mahler im Bordell
Bestimmte Örtlichkeiten spielen in der Musikgeschichte oft eine wichtige Rolle. Das kann eine Kirche mit einer alten Chortradition sein, wie sie in Leipzig oder Dresden zu finden sind, das mag ein kleinerer oder größerer Herrscherhof sein, der ein berühmtes Orchester sein eigen nennt, oder es kann ein ganz normales Haus sein. Ein ganz "normales" Haus"? Nun, es war schon etwas speziell, unser Haus, gelegen in der Prager Altstadt zwischen Wenzelsplatz, Pulverturm und Altstädter Ring.

Thomas Mann und sein Grammophon
Gäbe es eine Literatur ohne die Musik - und Musik ohne literarische Einflüsse? Sind nicht viele Kunstwerke während ihrer Entstehung in ein größeres künstlerisches Umfeld eingebunden? Auch Romane können einen "Soundtrack" haben! Markus Vanhoefer hat sich im heutigen ZOOM auf die Spuren eines deutschen Literaturnobelpreisträges begeben und ist in einem oberbayerischen Landhaus auf ein erstaunliches Klangereignis gestoßen.

Händels Wutausbrüche
Heute geht es um Georg Friedrich Händel. Er war als Komponist unterwegs bei den Reichen und Mächtigen, aber nicht als untertäniger Musik-Buttler, sondern selbstbewusst, respektiert, hoch geachtet und auch gefürchtet! Und das kam nicht von ungefähr: Wenn Händel richtig sauer war, dann sind schon mal Pauken geflogen oder Sängerinnen wurden aus Fenster gehalten...

Niccolò Paganini und sein Spiel auf der G-Saite
Im heutigen ZOOM geht es um den "Teufelsgeiger" Niccolò Paganini. Er sah für viele gruselig und das war durchaus Absicht und Teil seiner Show. Und er konnte natürlich spielen wie niemand anderes. Einmal hat er ein Konzert nur auf einer Saite zu Ende spielen müssen. Die anderen waren gerissen. Zufall oder auch Teil der großen Paganini-Show?

Die fesche Lola und der kleine Hans
Im heutigen ZOOM geht es um Lola Montez und Hans von Bülow. Nein, das ist kein erotischer Roman, wir bleiben bei Musikgeschichte. Lola Montez verhalf nämlich dem 13-jährigen Teenager Hans von Bülow zu einem folgenreichen Treffen. Und zwar mit Franz Liszt - ihrem damaligen Liebhaber.

Padre Martini und Johann Christian Bach
Der Franziskanermönch Padre Giovanni Battista Martini brachte nicht nur Wolfgang Amadeus Mozart, sondern vielen anderen jungen Musikern aus den Ländern Europas die höheren Gesetzmäßigkeiten des Komponierens bei. Am liebsten verbrachte Martini seine Zeit allein in der Bibliothek. Ungern ließ er sich beim Studieren stören, nur seinen Schülern blieb er - neben seinen Glaubensbrüdern - stets zugänglich. Der jüngste Bachsohn Johann Christian reihte sich 1757 im Alter von 22 Jahren in die Schülerschar Padre Martinis ein.

Bibers Rosenkranz-Sonaten
Zu Ehren der Muttergottes komponierte Heinrich Ignaz Franz Biber sein berühmtestes Werk, Geigensonaten nach dem katholischen Rosenkranz: die "Mysterien-Sonaten" oder auch "Rosenkranz-Sonaten". Über die Entstehungsgeschichte weiß man allerdings nicht viel, und auch über das Leben und Wirken des Komponisten wird ordentlich gerätselt. Die Musik hat aber etwas Besonder"s, irgendwie Geniales, fast Magisches.

Charles Koechlin verfällt dem Kino
Charles Koechlin wurde 1867 in Paris geboren. Und Koechlin stand nicht nur auf gute Musik, er wurde auch ein echter Kino-Freak - da war er schon Mitte 60. Das wäre ungefähr so, als ob heute die Großeltern TikTok für sich entdecken und nicht mehr davon loskommen würde. Das Kino und Schauspielerinnen wie Marlene Dietrich, die inspirierten Charles Koechlin zu Musik.

Königliche Gunst - Gaetano Brunetti am Spanischen Hof
Gaetano Brunetti, geboren 1744 in Fano an der italienischen Adriaküste, verbrachte den größten Teil seines Lebens als Hofmusiker am spanischen Bourbonenhof in Madrid. Abwerbungsversuche durch den französischen oder englischen Adel wusste er stets abzuwehren. Und trotzdem suchten ihn weiterhin ausländische Gesandte sogar zuhause auf, um ihn mit einem guten Angebot zu einem Ortswechsel zu überreden.

Garantierte Saalräumung in zwei Minuten - mit Coplands Piano Variations
"Hart wie Nägel" konstatiert Leonard Bernstein über die Piano Variations von Aaron Copland. Er liebt es, die Variationen zu spielen, besonders auf Partys, zu denen der blutjunge Pianist Bernstein eingeladen ist. Da greift er bohemienhaft-überlegen in die Tasten und lässt die kleinen Sekunden lustvoll und harsch dissonieren. Bernsteins Erfahrung: "Sobald ich mich ans Klavier setzte und sie zu spielen begann, konnte ich mich darauf verlassen, jeden Raum in Boston innerhalb von zwei Minuten leerzufegen."

Accademia Mannheimnesis - im Hause von Christian Cannabich
Mannheim war im späten 18. Jahrhundert ein gutes Pflaster für Musiker. Mozart wollte dort einen Auftrag für eine neue Oper an Land ziehen. Aber kurz vor Vertragsabschluss, entwickelte sich die politische Situation in eine andere Richtung. Mit der Oper wurde es somit nichts, aber Geld verdienen konnte er am Rhein trotzdem: Bei den jungen Damen war Wolferl ein beliebter Klavierlehrer. Auch bei Christian Cannabich, dem Konzertmeister der Mannheimer Hofkapelle, war Mozart häufiger, um dessen Tochter zu unterrichten. Darüber schreibt er seinem Vater in einem Brief.

Haydns Totenschädel als Sammelobjekt
Am 31. Mai 1809 stirbt Joseph Haydn. Einen Tag später wird er auf dem Hundsturmer Friedhof zu Wien beigesetzt. Weitere elf Jahre danach öffnet man das Grab, um Haydns Gebeine in die Bergkirche von Eisenstadt zu überführen. Verblüfft stellt man fest, dass das Skelett keinen Schädel hat. Wer waren die Urheber dieser Tragödie?

V.E.R.D.I. - ein politischer Mythos der Italiener
Heute geht es um Giuseppe Verdi. Für viele Italiener ist er DER Nationalkomponist. Und manche nutzten ihr auch politisch. So wie bei Richard Wagner in Deutschland. Wagners Musik wurde politisch missbraucht - von den Nationalsozialisten. Zur Untermauerung eines kulturell überhöhten deutschen Bewusstseins. Wie Wagner wurde auch Verdi in Italien zu einem Mythos stilisiert. Aber stimmt das überhaupt? Oder war das nur eine genial inszenierte Geschichte? Hören Sie selbst!

Musica Ratisbonae
Im heutigen ZOOM geht es um Regensburg, wo vor gut 250 Jahren die ständige Vertretung des Kaisers residierte und ein richtig gutes Orchester zuhause war. Mozart und Schikaneder waren übrigens auch mal da, in der Musikstadt Regensburg.

Monsieur Boieldieu findet nur singend die richtigen Töne
Die Praxis des Komponierens, also das ganz pragmatische Hinschreiben von Noten, gerät bei so manchen Komponisten recht seltsam. Der französische Komponist François-Adrien Boïeldieu fiel unter seinen Zeitgenossen vor allem durch eine Eigenart auf: Die Tatsache, dass er nur Komponieren konnte, wenn er dazu sang. Dies freilich wurde ihm gegen Ende seines Lebens zum Verhängnis.

Beethoven auf Diät
Es begann mit Ohrgeräuschen. Beethoven stellte in jungen Jahren fest, dass er erst schlechter hörte und allmählich ertaubte. Er durchlitt depressive Verstimmungen und setzte, als er nichts mehr hören konnte, alle Hoffnung in den medizinischen Fortschritt und wartete auf ein Wunder. Außerdem quälten ihn zahlreiche weitere Leiden. Beethoven wechselte oft seine Ärzte, die ihm jedoch allesamt nicht zu helfen vermochten. Die Leidensgeschichte des Wiener Klassikers, erzählt vom heuteigen ZOOM.

Die OP-Riots von Covent Garden
Die Unruhen brachen am 18 . September 1809 aus und dauerten 67 Tage. Abend für Abend rotteten sich die Menschen zusammen, um ihren Unmut zu äußern. London kochte: Was trieb die braven Bürger der Millionenstadt auf die Straße? War es Hunger, hohe Steuern, oder etwa der Geist der Revolution? Keines davon. Der Aufstand der Massen hatte einen anderen Grund, er entzündete sich am königlichen Opernhaus Covent Garden.

Johann Christian Bach - das WG-Leben in London
IN diesem ZOOM geht es um Johann Christian Bach, den jüngsten Sohn von Johann Sebastian Bach. Der lebte ab 1762 in London. London war damals eine DER Opernmetropolen in Europa und wurde vor allem von Georg Friedrich Händel geprägt. Und auch Johann Christian machte dort Karriere: Er wurde der "Music Master", also Musiklehrer der Gattin von König Georg III. Locker hätte er bei den Royals am Hof wohnen können, aber er bevorzugte eine anderen Wohnort. Ihn zog es in eine WG - zu seinem Landsmann, dem Gambenspieler Carl Friedrich Abel.

Lew Termen - der Großvater des Synthesizers
Lew Termen entwickelte Anfang des 20. Jahrhunderts ein Musikinstrument mit einer hochkomplizierten elektronischen Technik. Das Termenvox erzeugte nie gehörte Töne und Klänge. Heute ist das Instrument besser bekannt und dem Namen Theremin - und es war damals der erste Synthesizer überhaupt. Die Geschichte von Lew Termen und seinem außergewöhnlichen Instrument erzählt das heutige ZOOM.

"Zu Diensten, Herr König" - Graun und Benda
König Friedrich II. von Preußen, der "Alte Fritz", war nicht nur König, er war auch Musik-Fan. Er spielte leidenschaftlich gerne Querflöte und komponierte. Und schon als Kronprinz sorgte er dafür, dass die besten Musiker in seine Dienste traten. Dazu zählen die Brüder Johann Gottlieb und Karl Heinrich Graun sowie Franz Benda. Von ihnen brichtet das heutige ZOOM.

Hanns Eisler wird aus den USA deportiert
Der Komponist Hanns Eisler führe ein ziemlich bewegtes, unruhiges und auch dramatisches Leben. Er war Schüler von Arnold Schönberg, arbeitete zusammen mit Bertolt Brecht, floh wegen seiner jüdischen Herkunft vor den Nazis in die USA und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Vereinigten Staaten wieder ausgewiesen. Warum? Das gibt's in dieser Folge von "Zoom".

Schumann erstreitet seine Ehe vor Gericht
Es war die Künstler-Ehe des 19. Jahrhunderts: Clara und Robert Schumann. Hier die begnadete Pianistin und Komponistin - dort der Poet unter den großen Tonsetzern der Romantik. Einfach war diese Beziehung nicht - zumal Roberts psychischer Zustand sich mehr und mehr verschlechterte, bis er schließlich in einer Heilanstalt verstarb. Am stürmischen Beginn dieser Liebe war das traurige Ende nicht abzusehen - doch Hindernisse gab es auch damals schon mehr als genug. Dieses ZOOM erzählt vom erbitterten Kampf um eine Hochzeit.

Wagner probt den ersten Ring
Es war heiß im August 1876, als die ersten Bayreuther Festspiele stattfanden. Niemals zuvor hatte eine Opernproduktion soviel Publicity bekommen; der berühmteste und umstrittenste Künstler der Welt wollte nichts weniger als sein Lebenswerk krönen. Wagner, aufgewachsen in einem Schauspieler-Haushalt und gesegnet mit einem ausgesprochenen Bühnentalent, erwies sich in seinem eben fertiggestellten Festspielhaus auf dem Grünen Hügel als überaus temperamentvoller Regisseur.

Kurt Weill und Lotte Lenya kaufen sich ein Auto
Die goldenen Zwanziger - eine Zeit voller Experimente in der Kunst. Ein kongeniales Theaterpaar trat in diesen Jahren zum ersten Mal gemeinsam ins Rampenlicht: die Sängerin Lotte Lenya und der Komponist Kurt Weill. Im Theater am Schiffbauerdamm hatte Weills "Dreigroschenoper" Premiere, die den Ruhm der beiden begründete. Als die große Krise kam, bescherte ihnen dieser erste große Erfolg unverhofften Wohlstand - und sie leisteten sich ein Statussymbol.

Igor Strawinsky und Ernest Ansermet
Der Komponist Strawinsky und der Dirigent Ansermet: Es ist eine Männerfreundschaft der besonderen Art, eine künstlerische Beziehung mit musikgeschichtlicher Bedeutung. Und sie begann an einem Ort, an dem "wahre" Männerfreundschaften nur selten beginnen: im Kurpark.

Mahler lässt sich von Freud analysieren
Gustav Mahler durchlebte an einem Punkt in seinem Leben eine Schaffens- und eine Lebenskrise. Letztere hatte mit seiner Frau Alma zu tun. Mahler suchte Hilfe. Und die bekam er von einem damals umstrittenen Nervenarzt: Sigmund Freud, der Begründer der Psycholoanalyse.

Die Gründung der Berliner Philharmoniker
Gestartet sind die Berliner Philharmoniker Ende des 19. Jahrhunderts - aber nicht so, wie man das Orchester heute kennt. Damals mussten sie ihr Geld in Biergärten und als Kurkappelle in holländischen Seebädern verdienen. Und zu der Zeit hießen sie noch anders: Bilse'sche Kapelle - nach ihrem tyrannischen Chefdirigenten. Gegen den probten sie einen Aufstand. Wie daraus die Berliner Philharmoniker entstanden sind, erzählt das heutige ZOOM.

Haydn blickt ins Weltall
Im heutigen ZOOM geht es um die Sterne und das All, um Joseph Haydn und seinen Komponistenkollegen William Herschel. Der war auch Astronom. Und bei ihm hat Haydn mal durchs Teleskop geschaut.

Mozarts Nachbar Sigismund Neukomm
Heute geht es um den Komponisten Sigismund Neukomm. Neukomm stammte wie Mozart aus Salzburg und wuchs sogar in direkter Nachbarschaft zu ihm auf. Vor etwa 200 Jahren verschlug es ihn aber nicht wie Mozart nach Wien, sondern ganz woanders hin: nach Brasilien. Was er dort musikalisch alles vorhatte, erzählt dieses ZOOM.

Das Kochduell oder Der Risottokönig Giuseppe Verdi
Typisch für die Küche im Norden Italiens ist ein Risotto. Der Reis, der in der Poebene angebaut wird, ist die Grundlage dieses Essens, das in verschiedenen Variationen auf die Teller kommt. Eine der schlichtesten davon ist der Risotto alla Milanese, auf Mailänder Art. Und eines der besten Rezepte dafür stammt aus der Feder von Giuseppe Verdi, dem heimlichen Risottokönig.

Des Königs Flötenmeister
Für einen König zu arbeiten ist nicht jedermanns Sache, schließlich muss man seinen eigenen Willen dem des Königs unterordnen. Meistens hielt sich der Komponist und Traversist Johann Joachim Quantz auch an die höfische Etikette, manchmal aber getraute er sich dem König Widerworte zu geben. Das fand sein Schüler und König, Friedrich der II von Preußen, natürlich gar nicht gut. Das heutige ZOOM erzählt über das freundschaftliche, aber nicht unkomplizierte Verhältnis zwischen Friedrich dem Großen und Johann Joachim Quantz.

Rostropowitsch - Lovestory auf russisch
Heute geht es um ein berühmtes russische Liebespaar: Mstislaw Rostrowitsch und Galina Wischnewskaja. Er: Berühmter Cellist und Dirigent. Sie: Eine bedeutende Sängerin. Beide: Nicht gerade unpolitisch. Weil Rostropowitsch einen in der Sowjetunion nicht geduldeten Schriftsteller unterstützte, wurde ihm kurzerhand die Staatsbürgerschaft aberkannt. Auch Galina machte so ihre Erfahrungen mit dem Sowjetregime. Aber gemeinsam gingen sie ihren Weg.

Brahms versenkt Briefe im Rhein
Als sich der junge Johannes Brahms aus Hamburg im Alter von kaum 20 Jahren in Düsseldorf vorstellt, ist Clara Schumann, die Frau von Robert Schumann, selbst gefeierte Pianistin und Mutter von sieben Kindern, 34 Jahre alt. Die Schumanns sind begeistert von der Musik des Norddeutschen. Bald aber wird Schumann verrückt und begibt sich in eine Nervenheilanstalt. Brahms verliebt sich in Clara. Schumann stirbt. Ende einer Liebesgeschichte?

Ein Italiener in Wien - Gassmann und Salieri
Es gibt Musikerbiografien, die von Anfang an einen besonderen Weg nehmen. Der am 3. Mai 1729 in der böhmischen Stadt Brüx geborene Komponist Leopold Gassman, dessen musikalisches Talent schon sehr früh erkannt wurde, wusste - notgedrungen - schon im Alter von 13 Jahren, wohin ihn sein Weg führen sollte: nach Italien. Viele Jahre später erinnert er sich seiner eigenen Geschichte. Noch während des Aufenthaltes in Venedig muss er eine Entscheidung fällen, die sich für den jungen Antonio Salieri als schicksalhaft herausstellen sollte.

Beethoven und Bridgetower
Der Jazz ist schwarz, die Klassik weiß, der afroamerikanische Drummer hat den Swing im Blut, während der europäische Violin-Virtuose akademisch gebildet ist. ie unsinnig solch Schubladendenken ist, zeigt ein Blick zurück in die Musikgeschichte. Denn bereits vor über 200 Jahren gab es eine außergewöhnliche Freundschaft, die ethnische Barrieren überwand und der wir ein Meisterwerk verdanken. Hören Sie ein ZOOM von Markus Vanhoefer.

Die Symphonien des Adalbert Gyrowetz
Der böhmische Komponist Adalbert Gyrowetz reiste mehrere Jahre durch Italien. Dann kam er nach Frankreich. Nichts ahnend landete er dort in den Wirren der Französischen Revolution - und hatte kaum Zeit, in Paris einen Verleger zu finden und sich bei diesem mit seinen Werken vorzustellen.

Unter falschem Namen - die Sinfonien des Adalbert Gyrowetz
Der böhmische Komponist Adalbert Gyrowetz zählte zu den begabtesten Tonschöpfern im 18. Jahrhundert. Auf einer mehrjährigen Italienreise traf Gyrowetz auch Johann Wolfgang von Goethe. Dann versuchte er, in Paris Fuß zu fassen.

Bach, Händel und der Arzt John Taylor
"Wie weit doch Unverschämtheit Ignoranz bisweilen trägt" - besser als der englische Schriftsteller Samuel Johnson hätte man die Erfolgsgeschichte des ominösen Augenarztes John Taylor wohl nicht charakterisieren können. Wo immer der selbsternannte "Chevalier" und königliche Kurpfuscher sein medizinisches Können zum Besten gab, war das Unheil nicht weit. Die schwarze Liste seiner Opfer ist lange. Unter ihnen: Johann Sebastian Bach und der in England ansässige Georg Friedrich Händel, für die das erhoffte "Fiat lux" in ewiger Dunkelheit endete.

Wagners Tannhäuser-Skandal in Paris
Lieder und Opern werden meist in der Sprache gesungen, in der sie auch geschrieben worden. Oder wie soll man sich Mozarts "Figaro" in Englisch oder eine italienische Verdi-Oper in Französisch vorstellen? Richard Wagner versuchte ein einziges Mal, eine seiner Opern zu übersetzen - und zwar den "Tannhäuser" ins Französische. Er wollte damit in Paris Fuß fassen. Ob das gut ging ...?

Der edle Wilde - Heitor Villa-Lobos zu Gast in den Pariser Salons
Wenn es um die Musik Brasiliens geht, denken die meisten wohl an den Karneval von Rio oder den populären Bossa Nova. Dabei hat sich in Brasilien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein eigener Klassik-Stil entwickelt - mehr oder weniger eng verbunden mit dem Namen Heitor Villa-Lobos. Ein entscheidender Schritt hin zu einer eigenständigen Schreibweise sollte für Villa-Lobos insbesondere ein Paris-Besuche in den 1920er-Jahren werden.