
WDR 3 Meisterstücke
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Geigenklänge vom Wörthersee - Brahms erste Violinsonate
Wo andere im Urlaub ihren Hobbys frönen, kannte Johannes Brahms nur eins: Komponieren. Aus der Sommerfrische in Pörtschach am Wörthersee bringt er seine wunderschöne G-Dur-Sonate für Geige mit zurück. Ein Werk, in dem er seine Inneres offenbart wie selten sonst. Von Christoph Vratz.

Zwischen Charleston und Rachmaninoff - Gershwins "Concerto in F"
Nach dem Welterfolg mit seiner "Rhapsody in Blue" will George Gershwin es und schiebt 1925 gleich ein komplettes Klavierkonzert hinterher - wieder unter dem Motto "Klassik meets Jazz". Dem Time Magazine ist der aufstrebende Komponist eine Titelstory wert... Von Michael Arntz.

Eine Akkordfolge zum Ausflippen - "La Follia" von Corelli
Die Musikgeschichte ist reich an Ohrwürmern, aber kaum einer hat so viele Komponisten inspirert wie "La Follia" - von Barock bis Pop. Am prominentesten: Arcangelo Corelli. Der Italiener schrieb 23 Variationen über den Tanz, der alle verrückt macht. Dabei ist seine Follia-Version von 1700 eigentlich nur der letzte Satz einer Violinsonate. Von Volker Sellmann.

Shakespeare-Trip mit siebzehn: Mendelssohns Sommernachtstraum
Inspiriert von Shakespeares Komödie schreibt Mendelssohn noch als Jugendlicher eine geniale Ouvertüre. Später erweitert der Frühromantiker sie zu einer hinreißenden Schauspielmusik. Am berühmtesten wird der Hochzeitsmarsch, der heute bei kaum einer Trauungszeremonie fehlen darf. Von Martin Zingsheim.

Beim Trödler entdeckt - die Cello-Suiten von Bach
Für viele sind sie der Gipfel der Cello-Literatur überhaupt: Bachs Suiten Violoncello solo. Dabei waren die Stücke rund 200 Jahre nach der Entstehung so gut wie unbekannt. Bis der 13jährige Pablo Casals bei einem Trödelladen in Barcelona zufällig auf die Noten stößt... Von Martin Zingsheim.

Das berühmte Menuett des Luigi Boccherini
Luigi Boccherini schrieb mehr Werke als Beethoven. Wirklich berühmt ist davon aber nur noch ein einziges: Sein Menuett aus dem Streichquintett E-Dur op 13 Nr. 5 kennt man aus Filmen und taucht in sämtlichen Klassikcharts auf. Dabei hat der Komponist aus der Toskana, der die meiste Zeit in Madrid lebte, so viel mehr zu bieten... Von Christoph Vratz.
Ein Tscheche in New York - Dvořák: Aus der neuen Welt
Bei Klassik made in USA denkt man zuerst an einen Tschechen: Antonín Dvořák. Eine musikbegeisterte Witwe holte ihn 1892 in die USA, um zu helfen, einen amerikanischen Nationalstil zu entwickeln. Wer will, kann in seiner 9. Sinfonie denn auch Blues- und Jazzeinflüsse entdecken. Vor allem aber machen großartige Melodien das Werk zu Dvořáks bekanntestem überhaupt. Von Michael Lohse.

Satanische Träume - Tartinis Teufelstriller-Sonate
Lange vor Paganini schrieb Giuseppe Tartini seine Teufelstriller-Sonate. Der Meister des Spätbarock entfacht darin ein virtuoses Feuerwerk auf der Geige. Die Komposition soll ihm der Teufel 1713 in einem Traum angeblich persönlich in die Feder diktiert haben. Tartini war eben auch ein Pionier in Sachen PR... Von Ben Süverkrüp.

Komponist für Kriegszeiten: Schostakowitschs 8. Sinfonie
1943 komponiert Dimitri Schostakowitsch eines seiner abgründigsten Werke. Dabei erwartet das Sowjetregime erwartet von seinem Vorzeigekomponisten nach dem Sieg von Stalingrad optimistische Töne. Lange verboten gilt die Achte heute als eine der wichtigsten Sinfonien des 20. Jahrhunderts. Von Michael Lohse.

Der König komponiert - Flötenkonzert Nr. 3 von Friedrich II.
Sein Name fällt eher in Verbindung mit Disziplin und militärischem Drill, doch Friedrich II. von Preußen konnte auch anders: Er liebte Kunst und Musik und komponierte sogar selbst: hauptsächlich Werke für Flöte, die er auf Privatkonzerten in seinen Potsdamer Schlössern aufführte. Von Volker Sellmann.

Chopin unterm Kopfkissen - Skrjabins Klavierkonzert
Der 24jährige Alexander Skrjabin konzipiert 1896 in nur einer Woche sein berauschendes Klavierkonzert. Darin wandelt er zwar noch auf den Spuren seines Idols Chopin, entwickelt aber auch schon seinen ganz eigenen Ton. Außerdem ist das Werk eng verbunden mit seiner Liebe zu einer jungen Pianistin. Von Michael Lohse.

Post aus Cádiz - Haydns "Sieben letzte Worte"
Im Auftrag eines Domherrn aus Cádiz komponierte Joseph Haydn 1786 ein Orchesterwerk für den Karfreitag. Die ergreifende Passionsmusik gibt als Streichquartett und als Oratorium. Der Komponist hielt das meditative Werk aus sieben langsamen Sonatensätzen für eines seiner besten. Von Christoph Vratz.

Fälschlich Felix zugeschrieben - Fanny Mendelssohns Ostersonate
Mit ihrer Ostersonate schreibt die junge Fanny 1828 ein virtuoses Meisterwerk über das Auferstehungsfest und wandelt darin auf den Spuren Bachs. Lange schrieb man es fälschlich ihrem Bruder Felix zu. Erst vor wenigen Jahren kam die Wahrheit ans Licht. Von Ben Süverkrüp.

Only the good die young - Pergolesis "Stabat Mater"
Kaum fünf Jahre blieben Giovanni Battista Pergolesi für sein Gesamtwerk: 1736 raffte ihn in Neapel die Tuberkulose dahin, da war er gerade 26. Kurz vor seinem Tod vollendete er aber noch das Werk, mit dem er Unsterblichkeit errang: sein "Stabat mater". Von Volker Sellmann.

Platons pikanter Partytalk - die Serenade von Leonard Bernstein
Bernstein schreibt seine Serenade 1954 nach der Lektüre von Platons "Symposion". Auf einer Dinner-Party im alten Athen werden Reden zum Thema Erotik gehalten. Das Werk mit seinem sinnlichen Streicherklang gilt als musikalisches Selbstporträt des Komponisten. Von Michael Lohse.

Nachtgedanken eines Exilanten - die Nocturnes von Chopin
Mit Anfang 20 schreibt Frédéric Chopin drei Nocturnes, von denen mindestens eines weltberühmt werden sollte. Der Pole hat gerade seine Heimat verlassen, um die vornehmen Pariser Salons zu erobern. Im Gepäck hat er diese Nachtstücke voller Poesie, die bei den Zeitgenossen einen Nerv treffen. Von Michael Lohse.

Spartanische Melancholie - die "Gymnopédies" von Erik Satie
Tänze junger Männer im antiken Sparta inspirieren den 22jährigen Erik Satie zu drei melancholischen Klavierstücken. Sie begründen seinen Ruhm und fehlen heute auf keinem Sampler mit Klassik zum Träumen. Doch die gechillt meditativen Klänge des französischen Avantgardisten sind nicht so harmlos, wie sie scheinen. Von Martin Zingsheim.

Ein Russe in Paris - Strawinskys "Feuervogel"
Ein Telegramm wird 1909 zum Wendepunkt für den jungen Strawinsky: Der einflussreiche Impresario Sergej Diaghilew gibt ihm den Auftrag für ein Ballett zu einem russischen Märchen, das bald in Paris aufgeführt werden soll. Das ist die Chance, auf die der Komponist lange gewartet hat... Von Christoph Vratz.

Kölle und Cancan - Jacques Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt"
Kölns erfolgreichster Musikexport: Über 100 Bühnenwerke komponiert Jacques Offenbach. 1858 feiert er mit "Orpheus in der Unterwelt" seinen größten Erfolg. Die Satire auf die Pariser Oberschicht gilt als Geburtsstunde der Operette und enthält mit dem "Cancan" einen frivolen Welthit. Von Christoph Vratz.

Ein Finne in Italien - Sibelius' zweite Sinfonie
Jean Sibelius begann seine populärste Sinfonie 1901 in Italien. Dennoch wird die Musik vor allem in seiner Heimat mit dem Kampf um die finnische Unabhängigkeit verbunden. Aus einem dreitönigen Motiv entwickelt der Komponist ein dramatisches und mitreißendes Orchesterwerk von 45 Minuten Länge. Von Michael Lohse.

Pianistische Grüße aus dem Norden - Griegs Klavierkonzert
Franz Liszt war begeistert, als Edvard Grieg ihn 1870 in Rom besuchte - das Manuskript seines a-Moll-Klavierkonzerts im Gepäck. Er spielt das Werk des 26jährigen Norwegers gleich mal vom Blatt. Nordisches Aroma trifft auf deutsche Romantik. Das Ergebnis ist ein ganz eigener Ton - und ein pianistischer Dauerbrenner in den Konzertsälen. Von Michael Lohse.

Musikalische Männerfreundschaft - Dvořáks 7. Sinfonie
Mit seiner Siebten widerlegt Dvořák die Klischees vom naiven böhmischen Musikanten. Unter dem Einfluss seines Freundes Johannes Brahms schreibt er eine Sinfonie, in der er auf Volkmusikanklänge weitgehend verzichtet. Das pathetisch expressive Werk in d-Moll macht ihn 1885 endgültig international bekannt. Von Michael Lohse.

Abschied in d-moll - Bruckners 9. Symphonie
"Dem lieben Gott" soll Bruckner seine Neunte gewidmet haben. Geholfen hat es nichts: Für das Finale reichte die Kraft des 70jährigen, schwer kranken Komponisten nicht mehr. Doch die vollendeten Sätze bleiben nichts schuldig: eine Musik voller Brüche und kühner Harmonien, die ins 20. Jahrhundert weisen - und als Schlusswort ein geniales Adagio. Von Christoph Vratz.

Wenn das Schicksal klopft - Beethovens Fünfte
"So pocht das Schicksal an die Pforte" soll Beethoven angeblich das berühmte Motiv am Anfang seiner 5. Sinfonie kommentiert haben. Die Sätze des dramatischen Werks von 1808 folgen dem oft kopierten Prinzip "durch Nacht zum Licht". Von Michael Lohse.

Wiener Schmäh Deluxe - "Die Fledermaus" von Johann Strauß
In der wohl beliebtesten Operette von Walzerkönig Johann Strauß geht's um ausufernde Partys, erotische Verwechslungen, Intrigen und reichlich Schadenfreude. Schuld hat im Zweifel der Champagner... Das silvestertaugliche Werk von 1874 markiert den Höhepunkt der goldenen Operettenära. Von Christoph Vratz.

In nur 12 Tagen - das Weihnachtsoratorium von Saint-Saëns
Camille Saint-Saëns schrieb sein Oratorio de Noël als 23jähriger innerhalb von 12 Tagen. Von der Uraufführung am ersten Weihnachtstag 1858 nahm kaum jemand Notiz. Doch heute zählt das Werk mit seinen warmen Kantilenen und aparten Klangwirkungen zu den meist aufgeführten Oratorien im Advent. Von Michael Lohse.

Ein Russe in Paris - Strawinskys "Feuervogel"
Ein Telegramm wird 1909 zum Wendepunkt für den jungen Strawinsky: Der einflussreiche Impresario Sergej Diaghilew gibt ihm den Auftrag für ein Ballett zu einem russischen Märchen, das bald in Paris aufgeführt werden soll. Das ist die Chance, auf die der Komponist lange gewartet hat... Von Christoph Vratz.

Altes Testament der Pianisten - Bachs Wohltemperiertes Klavier
Welcher Klavierspieler kennt es nicht: Mit der Sammlung von 24 Präludien und Fugen schrieb Bach 1722 sein wohl folgenreichstes Werk, das mit seiner Stilvielfalt und mustergültigen musikalischen Architektur unzählige Komponisten inspiriert hat. Von Michael Lohse.

Später Triumph - Bruckners 8. Sinfonie
Lange rang Bruckner um die Achte. Sein Wunschdirigent Hermann Levi rümpfte die Nase über das Werk. Drei Jahre verbrachte der Komponist mit Überarbeitungen, geplagt von Depressionen. 1892 wird die Uraufführung in Wien mit Hans Richter am Pult schließlich doch noch zum Triumph. Von Christoph Vratz.

Herbe Klänge aus den Highlands - Mendelssohns "Schottische"
1829 reist der junge Mendelssohn nach Schottland und notiert das Thema für ein Werk, das er erst 13 Jahre später vollendet. Die 3. Sinfonie in a-Moll gilt als sein sinfonisches Hauptwerk und widerlegt eindrucksvoll alle Vorurteile vom "Leichtgewicht" Mendelssohn. Von Ben Süverkrüp.

Erotik in Arkadien - Ravels "Daphnis et Chloé"
1912 vollendet Maurice Ravel sein berühmtes Ballett für Serge Diaghilevs legendäres Tanzensemble. Es ist sein längstes Werk überhaupt, wohl auch sein Bestes - ganz sicher sein Sinnlichstes: Das Schäferstündchen aus dem antiken Griechenland zeigt den Klangvirtuosen in Hochform. Von Murat Kayi.

Endlich von Stalin befreit - Schostakowitschs Zehnte
1953 stirbt Josef Stalin. Dimitri Schostakowitsch macht sich nach langer Pause wieder an die Komposition einer Sinfonie. In seiner Zehnten feiert er sein Überleben, verarbeitet aber auch in düsteren Klängen die Jahre der Terrorherrschaft. Von Christoph Vratz.

Von Cádiz bis Cuba - Albéniz "Suite española"
Pianistisches Wunderkind, Abenteurer, Pionier der spanischen Musik - die Faszination von Isaac Albéniz ist ungebrochen. In seiner "Suite española" von 1868 fängt er mit typischen Rhythmen und verblüffenden Harmonien den Charme seiner Heimat ein. Mit "Asturias" liefert er zudem den Gitarren-Dauerbrenner schlechthin, der eigentlich ein Klavierstück ist. Von Michael Lohse.

Welterfolg wider Willen - Wozzeck von Alban Berg
Mit "Wozzeck" landete Alban Berg 1925 einen Opern-Welthit wider Willen und lieferte die Vorlage zur Duschszene in Hitchcocks "Psycho". Berg verarbeitete in dem packenden Außenseiterdrama über einen Soldaten, der zum Mörder seiner Freundin wird, nicht zuletzt eigene Kriegserfahrungen. Von Ben Süverkrüp.

Regentropfen auf Mallorca - Chopins Préludes
Einen Winter auf Mallorca verbrachte Chopin 1838 mit seiner großen Liebe George Sand. Was romantisch klingt, war es nur zum Teil. Doch immerhin gab es einen Flügel, an dem er hochemotionale Meisterwerke wie das Regentropfen-Prélude komponieren konnte... Von Martin Zingsheim.

Schöne Traurigkeit - Dvořáks Dumky-Trio
Während seines Studiums spielt Anton Dvořák Bratsche in Prager Kaffeehäusern, um nicht zu verhungern. Vielleicht entwickelt er da seinen Sinn für geniale Melodien, die zugleich glücklich machen und melancholisch stimmen. Zu bewundern zum Beispiel in seinem berühmten Klaviertrio von 1891. Von Christoph Vratz.
Eleganz und Melancholie: Rachmaninows 2. Sinfonie
Nach dem Debakel seiner 1. Sinfonie wollte Rachmaninow eigentlich nie wieder komponieren. Er begab sich wegen Depressionen in Behandlung. 1907 aber findet er in Dresden zu neuer Schaffenskraft und schreibt in seinem unnachahmlichen Ton seine erfolgreichste Sinfonie. Von Christoph Vratz.

Tränen und Revolte - Janáčeks Sonate 1.X.1905
Leoš Janáček schrieb nur eine einzige Klaviersonate, die aber hat es in sich: ein politisches Statement gegen Polizeigewalt, prallvoll mit Emotionen und Dramatik. Dabei wollte der tschechische Komponist das Werk eigentlich vernichten. Es überlebte nur Dank der Abschrift einer Pianistin. Von Michael Lohse.
Mozart der Gitarre - Mauro Giulianis Sonate in C-Dur
Ein Italiener in Wien: Mauro Giuliani feierte Anfang des 19. Jahrhunderts an der Donau Triumphe als glanzvoller Gitarrenvirtuose. Mit seiner einzigen Sonate schuf der Komponist aus Apulien einen Klassiker der Gitarrenliteratur voller Esprit und Leichtigkeit. Von Murat Kayi.

Vater des Impressionismus - Faurés Klavierquartett Nr. 1
Um 1870 suchen Frankreichs Komponisten nach einem neuen Nationalstil. Der junge Fauré leistet dazu seinen Beitrag mit einem Klavierquartett, das für einen Nationalisten ziemlich lässig klingt und in Vielem bereits den Impressionismus vorwegnimmt. Von Christoph Vratz.

Eine Hymne fürs Stadion - Haydns "Kaiserquartett"
Eine Hymne fürs Stadion hat nicht jeder Komponist zu bieten. Joseph Haydn schon: Nach dem Vorbild von "God save the King"schrieb er 1796 ein Geburtstagsständchen für den österreichischen Kaiser - das heutige Deutschlandlied. Am schönsten klingt die Melodie aber immer noch in Haydns bewegendem Streichquartett Op. 76,3. Von Michael Lohse.

Psychoanalyse auf der Opernbühne - Debussys Pelléas et Mélisande
1902 vollendet Debussy seine einzige Oper. Zeitgleich entwickelt Sigmund Freud seine Psychoanalayse. Der Komponist erkundet das Unbewusste mit einer zukunftsweisenden Musik: Sein Klangstrom folgt einer Art Traumlogik und schmiegt sich eng an die Sprache. Von Sueverkruep.

Klangzauberer Strauss - Also sprach Zarathustra
Ein Orchesterklang, der süchtig macht. Der magische Anfang seiner Tondichtung frei nach Nietzsches Buch über den persischen Mystiker Zarathustra hätte allein schon gereicht, um Richard Strauss den Weltruhm zu garantieren. Kaum ein Werk der Klassik kam öfter als Filmmusik zum Einsatz. Von Martin Zingsheim.

Grenzgänger aus Neapel - Scarlattis Sonate K 380
Domenico Scarlatti schrieb schon als 17-Jähriger seine erste Oper. Seine eigentliche Leistung aber sind seine Sonaten für Cembalo: Luftige, tänzerische Juwelen des Barock wie die Sonate K 380, in der Scarlatti spanische Volksmusik verarbeitet und mit kühnen Harmonien experimentiert. Von Murat Kayi.

Dämonischer Loverboy - Mozarts Don Giovanni
Mozarts Meisteroper über den gefährlichen Frauenhelden aus Sevilla zählt zu seinen faszinierendsten Vokalwerken: 3 Stunden voller Verwechslungen, Tragik und musikalischer Hochspannung. Zur Premiere in Prag kam auch Giacomo Casanova. Von Michael Lohse.

Berlioz und die Einsamkeit der Solobratsche - Harold in Italien
Angeblich im Auftrag Paganinis komponierte Hector Berlioz 1834 ein Werk für Bratsche und Orchster. Das Ergebnis ist Romantik pur: ein faszinierender Zwitter aus Sinfonie und Solokonzert, in dem der Komponist Autobiografisches mit Lord Byrons literarischer Vorlage vermischt. Von Christoph Vratz.

Kammermusik zum Anbeißen - Schuberts Forellenquintett
Schubert kam in seinem Leben nicht viel herum. 1825 gönnte er sich immerhin eine Sommerreise nach Steyr. Ob er in der Enns geangelt hat? Das dort entstandene Forellenquintett ist jedenfalls zum Anbeißen: Leidenschaftliche Kammermusik, die fast wie ein volles Orchester klingt. Von Christoph Vratz.

Superstar des Klaviers - Liszts "Ungarische Rhapsodie Nr. 2"
Liszt war ein Phänomen: von den Massen bejubelt und von Groupies umschwärmt tourte er quer durch Europa. Die effektvollen Stücke für seine Auftritte komponierte der Virtuose gleich selbst. Ungarische Rhapsodien über die Klänge seiner Kindheit zum Beispiel. Von Michael Lohse.

Aus Beethovens Schatten - Brahms 1. Sinfonie
Studierende kennen das von der Diss: sie will einfach nicht fertig werden. So ging es Brahms mit seiner 1. Sinfonie: 14 Jahre plagte er sich, bis selbst der Perfektionist nichts mehr auszusetzen hatte an seinem Geniestreich in Sachen Orchesterklang und Logik der Form. Von Michael Lohse.

Griegs Greatest Hits - die Bühnenmusik zu "Peer Gynt"
Ob "Morgenstimmung" oder "In der Halle des Bergkönigs" - Griegs Musik zu Henrik Ibsens Sinnsuche-Drama enthält einige der bekanntesten Melodien der klassischen Musik. Sinnliche Klangzauberei zwischen Orient und der wilden Bergwelt Norwegens. Von Michael Lohse.