
WDR 3 Meisterstücke
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Tragik und Triangel - das 1. Klavierkonzert von Franz Liszt
Als "Triangelkonzert" hat ein Kritiker Liszts großen Wurf verspottet. Dabei hat er an keinem Werk länger gefeilt als an seinem Es-Dur-Klavierkonzert. Gegen das Vorurteil vom virtuosen Luftikus stellt er hier seine zukunftsweisende Kompositionstechnik unter Beweis. Von Michael Lohse.

Barockhit schreibt Fernsehgeschichte - Charpentiers Te Deum
1954 landet der Barockkomponist Marc-Antoine Charpentier posthum einen Welthit: Da wird das Prélude seines Te Deum zur Eurovisionshymne und erklingt fortan vor TV-Klassikern wie dem ESC oder "Aktenzeichen XY". Dabei schrieb er die festliche Trompetenmelodie eigentlich für Ludwig XIV. Von Christoph Vratz.

Fanpost an einen Dichter - Schumanns Liederkreis Op. 24
Bis 1840 schreibt Robert Schumann fast nur fürs Klavier, dann aber schlägt er mit seinem Liederkreis op. 24 ein neues Kapitel auf. Mit Leidenschaft vertont er Heines Lyrik und schickt dem Dichter die Noten. Doch der antwortet nie... Von Timm Beckmann.

Wagners Liebesdroge - Tristan und Isolde
Der Beginn von Wagners erotischster Oper beschäftigt seit der Uraufführung 1865 die Experten. Denn der berühmte Tristan-Akkord sprengt die Gesetze der Tonalität und öffnet die Tore zur Moderne. Das Werk der Extreme galt lange als unaufführbar, bis Ludwig II. von Bayern als Sponsor einsprang. Von Michael Lohse.
Unglückszahl 13 - Arnold Schönbergs Variationen für Orchester
Arnold Schönberg war extrem abergläubisch und fürchtete die Zahl 13. So schrieb er eben Zwölftonmusik. Doch Arnold Schönberg erschöpft sich keinesfalls in spröder Gehirnakrobatik. Davon zeugen seine Variationen für Orchester op. 31 aus dem Jahr 1926. Von Michael Lohse.

Sinfonische "Riesenschlange" - Bruckners Siebte
Als "Riesenschlange" bezeichnete ein Wiener Kritiker boshaft Bruckners 7. Sinfonie. Mit ihren Wagner-Tuben und monumentalen Steigerungen gilt sie aber als sein wichtigstes Werk. Die Leipziger Uraufführung 1884 brachte dem 61-Jährigen den lang ersehnten Durchbruch. Von Christoph Vratz.

Die traurigste Musik der Welt - "Adagio for strings" von Barber
Barbers Adagio von 1938 hält bis heute den Weltrekord in der Disziplin "traurige Musik": Der 2. Satz seines Streichquartetts op. 11 erklang auf Beerdigungen amerikanischer Präsidenten und untermalte emotionale Filmszenen, ob in "Platoon" oder "Die wunderbare Welt der Amelie". Dem Sog dieser Kammermusik kann sich kaum jemand entziehen. Von Dominik Mercks.

Vollendung und Verhängnis - "Goyescas" von Enrique Granados
Bei Granados' Meilenstein der spanischen Klaviermusik liegen Glück und Pech nah beieinander. Mit "Goyescas" schreibt er 1911 sein wichtigstes Werk, inspiriert von Bildern des Malers Francisco Goya. Doch der Erfolg des Werks und der gleichnamigen Oper trägt indirekt zu Granados' frühem Tod im Alter von 48 Jahren bei... Von Michael Lohse.

Schöner Sterben auf der Opernbühne: Verdis "La Traviata"
Ein bewegendes Frauenschicksal steht im Zentrum von Verdis beliebter Oper: Eigentlich glaubt die Pariser Edelhure Violetta längst nicht mehr an die Liebe. Doch dann taucht der fesche Alfredo auf - der Beginn einer Love-Story mit tödlichem Ausgang und unsterblicher Musik... Von Christoph Vratz.

Karriere mit Handicaps - die 1. Sinfonie von Florence Price
Florence Price: Sinfonie Nr. 1 e-MollWDR 3 Meisterstücke 18.09.2022 12:44 Min. Verfügbar bis 15.09.2032 WDR 3"Ich habe zwei Handicaps: ich bin eine Frau und in meinen Adern fließt schwarzes Blut", beschrieb Florence Price ihre Rolle im amerikanischen Musikbetrieb. Geschafft hat sie es trotzdem: 1933 wurde ihre 1. Sinfonie in Chicago als erstes großes Werk einer schwarzen Komponistin von einem renommierten Orchester uraufgeführt. Von Marting Zingsheim.

Tanz auf dem Vulkan - "Die lustige Witwe" von Franz Lehar
Ohrwürmer, große Gefühle, Intrigen und mittendrin eine starke Frau - die lustige Witwe hat es in sich. Mit der Wiener Premiere von 1905 beginnt ein neuer Siegeszug der Operette. Und aus dem unbekannten Militärkapellmeister Franz Lehar wird der meist aufgeführte Komponist seiner Zeit. Von Michael Lohse.

Virtuoses Antidepressivum: Rachmaninows Paganini-Rhapsodie
Um seine Schreibblockade zu überwinden, macht sich Rachmaninow 1934 an Variationen über sein Lieblingsthema von Paganini. Das Ergebnis ist eines seiner berühmtesten Werke für Klavier und Orchester mit romantischen Ohrwürmern und einem Gruß aus dem Jenseits. Von Michael Lohse.
Musikalische Memoiren - "Aus meinem Leben" von Bedřich Smetana
Eine Autobiografie in Tönen komponiert Smetana 1876. Der Komponist ist auf dem Gipfel, gilt als Schöpfer der tschechischen Nationalmusik. Doch über seinem Leben liegt ein Schatten: die hereinbrechende Taubheit. In seinem 1. Streichquartett blickt er zurück auf Freuden und Qualen seines Lebens. Von Christoph Vratz.

Totenmesse eines Atheisten - das Requiem von Verdi
Giuseppe Verdi komponierte eine der bewegendsten Totenmessen der Musikgeschichte. Dabei war er selbst gar nicht religiös und hielt von katholischen Priestern herzlich wenig. Mit seiner "Messa da Requiem" von 1874 ehrt er den Dichter Alessandro Manzoni und setzt ein Zeichen für die Einheit Italiens. Von Michael Lohse.
Spätstart eines Titans - Beethovens 1. Sinfonie
Geburtsstunde eines Genies: 1799 traut sich der immerhin schon fast 30jährige Beethoven an seine erste Sinfonie und räumt schon mit dem ersten Akkord gründlich auf mit den Konventionen. Die Tonart C-Dur steht fur Neubeginn in einer Epoche des Umbruchs. Von Christoph Vratz.

"Nächte in spanischen Gärten" von Manuel de Falla
Manuel de Falla war noch niemals in Granada, als er 1909 mit der Arbeit an seinem berühmten Orchesterwerk beginnt, mit dem er den Gärten neben der Alhambra ein Denkmal setzt. Der Andalusier lebt damals in Paris und ist schwer beeindruckt von der Musik Debussys. Auf Flamenco möchte er aber trotzdem nicht verzichten... Von Michael Lohse.

Geigenklänge vom Wörthersee - Brahms erste Violinsonate
Wo andere im Urlaub ihren Hobbys frönen, kannte Johannes Brahms nur eins: Komponieren. Aus der Sommerfrische in Pörtschach am Wörthersee bringt er seine wunderschöne G-Dur-Sonate für Geige mit zurück. Ein Werk, in dem er seine Inneres offenbart wie selten sonst. Von Christoph Vratz.

Zwischen Charleston und Rachmaninoff - Gershwins "Concerto in F"
Nach dem Welterfolg mit seiner "Rhapsody in Blue" will George Gershwin es und schiebt 1925 gleich ein komplettes Klavierkonzert hinterher - wieder unter dem Motto "Klassik meets Jazz". Dem Time Magazine ist der aufstrebende Komponist eine Titelstory wert... Von Michael Arntz.

Eine Akkordfolge zum Ausflippen - "La Follia" von Corelli
Die Musikgeschichte ist reich an Ohrwürmern, aber kaum einer hat so viele Komponisten inspirert wie "La Follia" - von Barock bis Pop. Am prominentesten: Arcangelo Corelli. Der Italiener schrieb 23 Variationen über den Tanz, der alle verrückt macht. Dabei ist seine Follia-Version von 1700 eigentlich nur der letzte Satz einer Violinsonate. Von Volker Sellmann.

Shakespeare-Trip mit siebzehn: Mendelssohns Sommernachtstraum
Inspiriert von Shakespeares Komödie schreibt Mendelssohn noch als Jugendlicher eine geniale Ouvertüre. Später erweitert der Frühromantiker sie zu einer hinreißenden Schauspielmusik. Am berühmtesten wird der Hochzeitsmarsch, der heute bei kaum einer Trauungszeremonie fehlen darf. Von Martin Zingsheim.

Beim Trödler entdeckt - die Cello-Suiten von Bach
Für viele sind sie der Gipfel der Cello-Literatur überhaupt: Bachs Suiten Violoncello solo. Dabei waren die Stücke rund 200 Jahre nach der Entstehung so gut wie unbekannt. Bis der 13jährige Pablo Casals bei einem Trödelladen in Barcelona zufällig auf die Noten stößt... Von Martin Zingsheim.

Das berühmte Menuett des Luigi Boccherini
Luigi Boccherini schrieb mehr Werke als Beethoven. Wirklich berühmt ist davon aber nur noch ein einziges: Sein Menuett aus dem Streichquintett E-Dur op 13 Nr. 5 kennt man aus Filmen und taucht in sämtlichen Klassikcharts auf. Dabei hat der Komponist aus der Toskana, der die meiste Zeit in Madrid lebte, so viel mehr zu bieten... Von Christoph Vratz.
Ein Tscheche in New York - Dvořák: Aus der neuen Welt
Bei Klassik made in USA denkt man zuerst an einen Tschechen: Antonín Dvořák. Eine musikbegeisterte Witwe holte ihn 1892 in die USA, um zu helfen, einen amerikanischen Nationalstil zu entwickeln. Wer will, kann in seiner 9. Sinfonie denn auch Blues- und Jazzeinflüsse entdecken. Vor allem aber machen großartige Melodien das Werk zu Dvořáks bekanntestem überhaupt. Von Michael Lohse.

Satanische Träume - Tartinis Teufelstriller-Sonate
Lange vor Paganini schrieb Giuseppe Tartini seine Teufelstriller-Sonate. Der Meister des Spätbarock entfacht darin ein virtuoses Feuerwerk auf der Geige. Die Komposition soll ihm der Teufel 1713 in einem Traum angeblich persönlich in die Feder diktiert haben. Tartini war eben auch ein Pionier in Sachen PR... Von Ben Süverkrüp.

Komponist für Kriegszeiten: Schostakowitschs 8. Sinfonie
1943 komponiert Dimitri Schostakowitsch eines seiner abgründigsten Werke. Dabei erwartet das Sowjetregime erwartet von seinem Vorzeigekomponisten nach dem Sieg von Stalingrad optimistische Töne. Lange verboten gilt die Achte heute als eine der wichtigsten Sinfonien des 20. Jahrhunderts. Von Michael Lohse.

Der König komponiert - Flötenkonzert Nr. 3 von Friedrich II.
Sein Name fällt eher in Verbindung mit Disziplin und militärischem Drill, doch Friedrich II. von Preußen konnte auch anders: Er liebte Kunst und Musik und komponierte sogar selbst: hauptsächlich Werke für Flöte, die er auf Privatkonzerten in seinen Potsdamer Schlössern aufführte. Von Volker Sellmann.

Chopin unterm Kopfkissen - Skrjabins Klavierkonzert
Der 24jährige Alexander Skrjabin konzipiert 1896 in nur einer Woche sein berauschendes Klavierkonzert. Darin wandelt er zwar noch auf den Spuren seines Idols Chopin, entwickelt aber auch schon seinen ganz eigenen Ton. Außerdem ist das Werk eng verbunden mit seiner Liebe zu einer jungen Pianistin. Von Michael Lohse.

Post aus Cádiz - Haydns "Sieben letzte Worte"
Im Auftrag eines Domherrn aus Cádiz komponierte Joseph Haydn 1786 ein Orchesterwerk für den Karfreitag. Die ergreifende Passionsmusik gibt als Streichquartett und als Oratorium. Der Komponist hielt das meditative Werk aus sieben langsamen Sonatensätzen für eines seiner besten. Von Christoph Vratz.

Fälschlich Felix zugeschrieben - Fanny Mendelssohns Ostersonate
Mit ihrer Ostersonate schreibt die junge Fanny 1828 ein virtuoses Meisterwerk über das Auferstehungsfest und wandelt darin auf den Spuren Bachs. Lange schrieb man es fälschlich ihrem Bruder Felix zu. Erst vor wenigen Jahren kam die Wahrheit ans Licht. Von Ben Süverkrüp.

Only the good die young - Pergolesis "Stabat Mater"
Kaum fünf Jahre blieben Giovanni Battista Pergolesi für sein Gesamtwerk: 1736 raffte ihn in Neapel die Tuberkulose dahin, da war er gerade 26. Kurz vor seinem Tod vollendete er aber noch das Werk, mit dem er Unsterblichkeit errang: sein "Stabat mater". Von Volker Sellmann.

Platons pikanter Partytalk - die Serenade von Leonard Bernstein
Bernstein schreibt seine Serenade 1954 nach der Lektüre von Platons "Symposion". Auf einer Dinner-Party im alten Athen werden Reden zum Thema Erotik gehalten. Das Werk mit seinem sinnlichen Streicherklang gilt als musikalisches Selbstporträt des Komponisten. Von Michael Lohse.

Nachtgedanken eines Exilanten - die Nocturnes von Chopin
Mit Anfang 20 schreibt Frédéric Chopin drei Nocturnes, von denen mindestens eines weltberühmt werden sollte. Der Pole hat gerade seine Heimat verlassen, um die vornehmen Pariser Salons zu erobern. Im Gepäck hat er diese Nachtstücke voller Poesie, die bei den Zeitgenossen einen Nerv treffen. Von Michael Lohse.

Spartanische Melancholie - die "Gymnopédies" von Erik Satie
Tänze junger Männer im antiken Sparta inspirieren den 22jährigen Erik Satie zu drei melancholischen Klavierstücken. Sie begründen seinen Ruhm und fehlen heute auf keinem Sampler mit Klassik zum Träumen. Doch die gechillt meditativen Klänge des französischen Avantgardisten sind nicht so harmlos, wie sie scheinen. Von Martin Zingsheim.

Ein Russe in Paris - Strawinskys "Feuervogel"
Ein Telegramm wird 1909 zum Wendepunkt für den jungen Strawinsky: Der einflussreiche Impresario Sergej Diaghilew gibt ihm den Auftrag für ein Ballett zu einem russischen Märchen, das bald in Paris aufgeführt werden soll. Das ist die Chance, auf die der Komponist lange gewartet hat... Von Christoph Vratz.

Kölle und Cancan - Jacques Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt"
Kölns erfolgreichster Musikexport: Über 100 Bühnenwerke komponiert Jacques Offenbach. 1858 feiert er mit "Orpheus in der Unterwelt" seinen größten Erfolg. Die Satire auf die Pariser Oberschicht gilt als Geburtsstunde der Operette und enthält mit dem "Cancan" einen frivolen Welthit. Von Christoph Vratz.

Ein Finne in Italien - Sibelius' zweite Sinfonie
Jean Sibelius begann seine populärste Sinfonie 1901 in Italien. Dennoch wird die Musik vor allem in seiner Heimat mit dem Kampf um die finnische Unabhängigkeit verbunden. Aus einem dreitönigen Motiv entwickelt der Komponist ein dramatisches und mitreißendes Orchesterwerk von 45 Minuten Länge. Von Michael Lohse.

Pianistische Grüße aus dem Norden - Griegs Klavierkonzert
Franz Liszt war begeistert, als Edvard Grieg ihn 1870 in Rom besuchte - das Manuskript seines a-Moll-Klavierkonzerts im Gepäck. Er spielt das Werk des 26jährigen Norwegers gleich mal vom Blatt. Nordisches Aroma trifft auf deutsche Romantik. Das Ergebnis ist ein ganz eigener Ton - und ein pianistischer Dauerbrenner in den Konzertsälen. Von Michael Lohse.

Musikalische Männerfreundschaft - Dvořáks 7. Sinfonie
Mit seiner Siebten widerlegt Dvořák die Klischees vom naiven böhmischen Musikanten. Unter dem Einfluss seines Freundes Johannes Brahms schreibt er eine Sinfonie, in der er auf Volkmusikanklänge weitgehend verzichtet. Das pathetisch expressive Werk in d-Moll macht ihn 1885 endgültig international bekannt. Von Michael Lohse.

Abschied in d-moll - Bruckners 9. Symphonie
"Dem lieben Gott" soll Bruckner seine Neunte gewidmet haben. Geholfen hat es nichts: Für das Finale reichte die Kraft des 70jährigen, schwer kranken Komponisten nicht mehr. Doch die vollendeten Sätze bleiben nichts schuldig: eine Musik voller Brüche und kühner Harmonien, die ins 20. Jahrhundert weisen - und als Schlusswort ein geniales Adagio. Von Christoph Vratz.

Wenn das Schicksal klopft - Beethovens Fünfte
"So pocht das Schicksal an die Pforte" soll Beethoven angeblich das berühmte Motiv am Anfang seiner 5. Sinfonie kommentiert haben. Die Sätze des dramatischen Werks von 1808 folgen dem oft kopierten Prinzip "durch Nacht zum Licht". Von Michael Lohse.

Wiener Schmäh Deluxe - "Die Fledermaus" von Johann Strauß
In der wohl beliebtesten Operette von Walzerkönig Johann Strauß geht's um ausufernde Partys, erotische Verwechslungen, Intrigen und reichlich Schadenfreude. Schuld hat im Zweifel der Champagner... Das silvestertaugliche Werk von 1874 markiert den Höhepunkt der goldenen Operettenära. Von Christoph Vratz.

In nur 12 Tagen - das Weihnachtsoratorium von Saint-Saëns
Camille Saint-Saëns schrieb sein Oratorio de Noël als 23jähriger innerhalb von 12 Tagen. Von der Uraufführung am ersten Weihnachtstag 1858 nahm kaum jemand Notiz. Doch heute zählt das Werk mit seinen warmen Kantilenen und aparten Klangwirkungen zu den meist aufgeführten Oratorien im Advent. Von Michael Lohse.

Ein Russe in Paris - Strawinskys "Feuervogel"
Ein Telegramm wird 1909 zum Wendepunkt für den jungen Strawinsky: Der einflussreiche Impresario Sergej Diaghilew gibt ihm den Auftrag für ein Ballett zu einem russischen Märchen, das bald in Paris aufgeführt werden soll. Das ist die Chance, auf die der Komponist lange gewartet hat... Von Christoph Vratz.

Altes Testament der Pianisten - Bachs Wohltemperiertes Klavier
Welcher Klavierspieler kennt es nicht: Mit der Sammlung von 24 Präludien und Fugen schrieb Bach 1722 sein wohl folgenreichstes Werk, das mit seiner Stilvielfalt und mustergültigen musikalischen Architektur unzählige Komponisten inspiriert hat. Von Michael Lohse.

Später Triumph - Bruckners 8. Sinfonie
Lange rang Bruckner um die Achte. Sein Wunschdirigent Hermann Levi rümpfte die Nase über das Werk. Drei Jahre verbrachte der Komponist mit Überarbeitungen, geplagt von Depressionen. 1892 wird die Uraufführung in Wien mit Hans Richter am Pult schließlich doch noch zum Triumph. Von Christoph Vratz.

Herbe Klänge aus den Highlands - Mendelssohns "Schottische"
1829 reist der junge Mendelssohn nach Schottland und notiert das Thema für ein Werk, das er erst 13 Jahre später vollendet. Die 3. Sinfonie in a-Moll gilt als sein sinfonisches Hauptwerk und widerlegt eindrucksvoll alle Vorurteile vom "Leichtgewicht" Mendelssohn. Von Ben Süverkrüp.

Erotik in Arkadien - Ravels "Daphnis et Chloé"
1912 vollendet Maurice Ravel sein berühmtes Ballett für Serge Diaghilevs legendäres Tanzensemble. Es ist sein längstes Werk überhaupt, wohl auch sein Bestes - ganz sicher sein Sinnlichstes: Das Schäferstündchen aus dem antiken Griechenland zeigt den Klangvirtuosen in Hochform. Von Murat Kayi.

Endlich von Stalin befreit - Schostakowitschs Zehnte
1953 stirbt Josef Stalin. Dimitri Schostakowitsch macht sich nach langer Pause wieder an die Komposition einer Sinfonie. In seiner Zehnten feiert er sein Überleben, verarbeitet aber auch in düsteren Klängen die Jahre der Terrorherrschaft. Von Christoph Vratz.

Von Cádiz bis Cuba - Albéniz "Suite española"
Pianistisches Wunderkind, Abenteurer, Pionier der spanischen Musik - die Faszination von Isaac Albéniz ist ungebrochen. In seiner "Suite española" von 1868 fängt er mit typischen Rhythmen und verblüffenden Harmonien den Charme seiner Heimat ein. Mit "Asturias" liefert er zudem den Gitarren-Dauerbrenner schlechthin, der eigentlich ein Klavierstück ist. Von Michael Lohse.

Welterfolg wider Willen - Wozzeck von Alban Berg
Mit "Wozzeck" landete Alban Berg 1925 einen Opern-Welthit wider Willen und lieferte die Vorlage zur Duschszene in Hitchcocks "Psycho". Berg verarbeitete in dem packenden Außenseiterdrama über einen Soldaten, der zum Mörder seiner Freundin wird, nicht zuletzt eigene Kriegserfahrungen. Von Ben Süverkrüp.