
radio klassik Stephansdom - kurz & knackig
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Shelter For Artists
Zu Gast ist der langjährige Leiter des Österreichischen Kulturforums in Moskau, Simon Mraz. Er ist als profunder Kenner von Russland, Belarus und der Ukraine momentan mit einem Projekt beschäftigt, das ukrainische Künstlerinnen und Künstler unterstützt: Shelter For Artists, eine gemeinsame Initiative des Außenministeriums und des Kulturministeriums.

Birgit Denk
Die niederösterreichische Sängerin und Songwriterin ist für ihre nachdenklichen Texte und ihr Allroundtalent bekannt. In der Sendung von Stefan Hauser spricht Denk über ihre Kindheit, die Ausbildung zur Sozialpädagogin, Musik im Allgemeinen und ihr Engagement für die Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung, bei der sie als „Köchin des Guten Lebens“ dabei ist.

Evangelium, 13. März 2022
Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn, am 13. März 2022. Lukas 9,28-36 Wer die Berge liebt, kann sich gut in das heutige Evangelium hineinversetzen. Jesus steigt mit dreien seiner Gefährten auf einen Berg. Der Aufstieg ist immer wieder ein eigenes Erlebnis, anstrengend, aber lohnend. Der Lärm des Tales, die Geschäftigkeit des Alltags bleiben zurück. Es wird stiller, die Sicht weitet sich. Das Glücksgefühl, auf dem Berg angekommen zu sein, kann man nicht vergessen.

Medien des Vatikan
In der aktuellen Ausgabe spricht Golli Marboe mit Gudrun Sailer von Vatican News in Rom und mit dem Leiter der Abteilung Kirche und Welt katholisch des ZDF mit Jürgen Erbacher.

Frauen tragen Sorge überall auf der Welt – Aktion Familienfasttag 2022: Teil 4
Angelika Ritter-Grepl, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, über die Aktion Familienfasttag.

Frauen tragen Sorge überall auf der Welt – Aktion Familienfasttag 2022: Teil 3
Doris Schmidauer, die Frau von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, ist der Aktion Familienfasttag sehr verbunden.

Frauen tragen Sorge überall auf der Welt – Aktion Familienfasttag 2022: Teil 7
Viele Frauen in ganz Österreich kochen die Fastensuppen. Auch Isabella mit ihren jungen Unterstützungsköchen Johannes und Felix ist mit dabei.

Frauen tragen Sorge überall auf der Welt – Aktion Familienfasttag 2022: Teil 8
Auch Suppenköchin Christine Vestiens-Meller lässt sich in den Topf blicken.

Frauen tragen Sorge überall auf der Welt – Aktion Familienfasttag 2022: Teil 10
Elisabeth Klatzer, feministische Ökonomin, tritt für Sorgearbeit im Zusammenhang mit Entwicklungszusammenarbeit ein und setzt sich für das Thema hierzulande ein.

Frauen tragen Sorge überall auf der Welt – Aktion Familienfasttag 2022: Teil 2
Auch die bekannte Wienerliedsängerin, Fernsehmoderatorin und Entertainerin Birgit Denk unterstützt die Aktion der Katholischen Frauenbewegung.

Frauen tragen Sorge überall auf der Welt – Aktion Familienfasttag 2022: Teil 9
Ein Schwerpunktprojekt der Aktion ist heuer eines auf den Philippinen, das die Sorgearbeit in den Mittelpunkt stellt.

Frauen tragen Sorge überall auf der Welt – Aktion Familienfasttag 2022: Teil 11
Bei der diesjährigen Aktion Familienfasttag steht die Carearbeit im Fokus. Welche Bedeutung Sorgearbeit in unserem Leben hat, erklärt Franziska Foissner, Referentin für Entwicklungspolitik und Bildungsarbeit.

Frauen tragen Sorge überall auf der Welt – Aktion Familienfasttag 2022: Teil 5
Clara Handler erzählt mehr über das Projekt AKKMA.

Frauen tragen Sorge überall auf der Welt – Aktion Familienfasttag 2022: Teil 6
Der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl ist in der Österreichischen Bischofskonferenz für die Anliegen der Frauen zuständig.

Frauen tragen Sorge überall auf der Welt – Aktion Familienfasttag 2022: Teil 12
Die Spenden, die bei dieser Aktion gesammelt werden, kommen Hilfsprojekten für Frauen auf mehreren Kontinenten zugute. Mehr dazu von Anna Raab, die stellvertretende Vorsitzende der kfb.

Frauen tragen Sorge überall auf der Welt – Aktion Familienfasttag 2022: Teil 1
Projektreferentin Clara Handler berichtet aus dem diesjährigen Schwerpunktland der Aktion, den Philippinen.

Neue Sendereihe!
Am 7. März startet eine neue Sendereihe. Im Auslandskulturjournal werden Woche für Woche in Stichworten Kulturprojekte vorgestellt, die vom Ministerium in den verschiedenen Ländern initiiert werden. Die aktuelle politische Situation rund um den Angriffskrieg gegen die Ukraine hat uns das Konzept über den Haufen werfen lassen. In zumindest den ersten vier Ausgaben beschäftigen wir uns ausschließlich mit der Ukraine und lassen Menschen zu Wort kommen, die die Situation aus erster Hand schildern können. Gast in der ersten Ausgabe: Shoura Zehetner-Hashemi. Sie ist im Österreichischen Außenministerium in der Sektion für internationale Kulturangelegenheiten für die kulturelle Öffentlichkeitsarbeit zuständig und auch die Schnittstelle des Ministeriums zu radio klassik Stephansdom.

Maria Rauch-Kallat
Als Wirtshaustochter ist sie in Wien Währing aufgewachsen und hat im elterlichen Betrieb schon früh das Kopfrechnen erlernt. Die Gastwirtschaft aber hat sie nicht übernommen: 30 Jahre lang war Maria Rauch-Kallat Politikerin, unter anderem Bundesministerin für Umwelt, Jugend und Familie sowie für Gesundheit und Frauen. Davor war sie 16 Jahre lang als Lehrerin tätig. Und sie hat ein Stück Frauengeschichte in Österreich geschrieben: Mit den „Töchtern“ in der österreichischen Bundeshymne, mit der Etablierung des Doppelnamens, mit ihrem Einsatz dafür, dass auch Frauen zum Österreichischen Bundesheer gehen dürfen. Die frühe Erblindung ihrer Tochter hat sie politisiert, wachsam gemacht für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen. „Ungerechtigkeit mag ich nicht“, sagt Maria Rauch-Kallat, deren großes Vorbild eine Heilige ist: Hildegard Burjan, die Gründerin der Caritas Socialis.

Evangelium, 6. März 2022
Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn, am 6. März 2022. Lukas 4, 1–13 Kein Mensch entgeht der Versuchung. Sie begleitet uns ein Leben lang. Und sie kommt in allen möglichen Gestalten daher. Die Fastenzeit war seit jeher die Zeit des Jahres, in der es um den Kampf mit den Versuchungen geht. Viele machen Fastenvorsätze. Meist halten sie nicht lange. Manche schaffen es, jedes Jahr ganz konsequent vom Aschermittwoch bis zum Ostersonntag ein Fastenopfer durchzuhalten, auf etwas zu verzichten, das ihnen lieb ist. Die Fastenregeln helfen dabei, wenn sie von vielen gemeinsam eingehalten werden.

Die Welt aus den Angeln
Die Shoah und die Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Europa ist ein Teil der österreichischen Geschichte, ist Ruth Reiterer überzeugt. Und weiter: „Es ist unsere gemeinsame Geschichte. So bald in den Dörfern in Österreich neben den gefallenen Soldaten der Weltkriege auch die Namen der ermordeten Juden der Ortschaft stehen wird, ab da wird es aufhören, wie eine dunkle Wolke über dem Land zu hängen.“ Sie selbst hat irgendwann in ihrem Leben beschlossen, die Geschichte ihrer Familie, ihres Vaters Armin Weltmann aufzuarbeiten.

Ein Tag für den Steffl: Hannes-Mario Dejaco – Teil 1
Gespräch mit Hannes-Mario Dejaco, Geschäftsführer der Agentur MAGMAG und Organisator des Weihnachtsmarkts Stephansplatz

Ein Tag für den Steffl: Toni Faber
Gespräch mit Mag. Toni Faber, Dompfarrer von St. Stephan

Ein Tag für den Steffl: Hannes-Mario Dejaco – Teil 2
Gespräch mit Hannes-Mario Dejaco, Geschäftsführer der Agentur MAGMAG und Organisator des Weihnachtsmarkts Stephansplatz

Ein Tag für den Steffl: Erich Ehn – Teil 1
Gespräch mit Dr. Erich Ehn, Schriftführer des Vereins „Unser Stephansdom“

Ein Tag für den Steffl: Barbara Suchanek
Gespräch mit Mag. Barbara Suchanek, Generalsekretärin des Vereins „Unser Stephansdom“

Ein Tag für den Steffl: Wolfgang Zehetner
Gespräch mit Dipl. Ing. Wolfgang Zehetner, Dombaumeister von St. Stephan

Ein Tag für den Steffl: Günter Geyer – Teil 1
Gespräch mit Dr. Günter Geyer, Aufsichtsratsvorsitzender der Wiener Städtischen Versicherung und Obmann des Vereins „Unser Stephansdom“

Ein Tag für den Steffl: Paul Severin
Gespräch mit Paul Severin, Cartoonist und Gestalter des witzigen „Tschirp“-Kalenders mit Cartoons rund ums Thema Stephansdom

Ein Tag für den Steffl: Erich Ehn – Teil 2
Gespräch mit Dr. Erich Ehn, Schriftführer des Vereins „Unser Stephansdom“

Ein Tag für den Steffl: Christine Dornaus – Teil 1
Gespräch mit Dr. Christine Dornaus, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen Versicherung

Ein Tag für den Steffl: Christine Dornaus – Teil 2
Gespräch mit Dr. Christine Dornaus, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen Versicherung

Ein Tag für den Steffl: Wolfgang Feuchtmüller – Teil 1
Gespräch mit Dr. Wolfgang Feuchtmüller, Obmann-Stellvertreter und Kassier des Vereins „Unser Stephansdom“

Ein Tag für den Steffl: Markus Figl
Gespräch mit MMag. Markus Figl, Bezirksvorsteher des 1. Wiener Gemeindebezirkes

Ein Tag für den Steffl: Günter Geyer – Teil 3
Gespräch mit Dr. Günter Geyer, Aufsichtsratsvorsitzender der Wiener Städtischen Versicherung und Obmann des Vereins „Unser Stephansdom“

Ein Tag für den Steffl: Wolfgang Feuchtmüller – Teil 2
Gespräch mit Dr. Wolfgang Feuchtmüller, Obmann-Stellvertreter und Kassier des Vereins „Unser Stephansdom“

Ein Tag für den Steffl: Annemarie Fenzl – Teil 2
Gespräch mit Dr. Annemarie Fenzl, Stephansdom-Expertin und frühere Wiener Diözesanarchivarin

Ein Tag für den Steffl: Günter Geyer – Teil 2
Gespräch mit Dr. Günter Geyer, Aufsichtsratsvorsitzender der Wiener Städtischen Versicherung und Obmann des Vereins „Unser Stephansdom“

Ein Tag für den Steffl: Annemarie Fenzl – Teil 1
Gespräch mit Dr. Annemarie Fenzl, Stephansdom-Expertin und frühere Wiener Diözesanarchivarin

Gerhard Tschugguel-Tramin
Über 30 Jahre lang war Gerhard Tschugguel-Tramin Generalsekretär der Katholischen Medien Akademie. Etliche Generationen von Journalistinnen und Journalisten hat er geprägt und geformt, darunter auch viele aus der Wortredaktion von „radio klassik Stephansdom“. Seine Bücherstube in Horn übergab er in andere Hände. Nun ist er im „Unruhe“-Stand, denn Gerhard Tschugguel-Tramin widmet sich nun dem Masterstudium „Religion-Kultur-Religiosität“. Und er hat Zeit nun viele Bücher zu lesen.

Evangelium, 27. Februar 2022
Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn, am 27. Februar 2022. Lukas 6,39-45 Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund. Dieses Wort Jesu ist zum Sprichwort geworden, wie so manche andere Worte Jesu. Im heutigen Evangelium sind es gleich vier weitere. Sie gehören längst zu unserem kulturellen Erbe. Offensichtlich haben sich Worte Jesu schon früh in das Gedächtnis der Menschen eingeprägt. Jesus war ein Meister des Wortes, der Sprache.

Mediensituation in Slowenien
In der aktuellen Folge befasst sich Golli Marboe und sein Team mit der Mediensituation in Slowenien.

Mediensituation in Albanien
Golli Marboe informiert in der aktuellen Ausgabe von Continent über die Mediensituation in Albanien.

"Historische" Mozartaufnahmen
In der zweiten Ausgabe stehen "alte" Mozart-Aufnahmen mit der Wiener Akademie unter Martin Haselböck im Mittelpunkt. Darunter (heute seltene) Aufnahmen mit Bernarda Fink und dem jungen Thomas Hampson. Ein Teil davon ist für das Mozartjahr 1991 entstanden.

Evangelium, 20. Februar 2022
Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn, am 20. Februar 2022. Lukas 6, 27-38 Es ist eine Steilvorlage, wie sie nicht steiler sein kann: „Liebt eure Feinde!“ Ist das nicht widernatürlich? Unsere Natur funktioniert doch ganz anders. Allen Lebewesen ist der Selbsterhaltungstrieb angeboren. Was immer mich bedroht, löst Angst und Abwehr aus. So ist es in der Tierwelt, selbst in der Welt der Pflanzen.

Abschied mit Jenůfa
Gestern fand im Theater an der Wien endlich die verschobene Premiere von Leoš Janáčeks Oper „Jenůfa“ statt. Der radio klassik Stephansdom Opernexperte Richard Schmitz berichtet. An diesem Abend war die Neugier zweifach gegeben. Einerseits war da die Frage: Wie gelingt Nina Stemme der Übergang ins Charakterfach ? Andererseits: Was bringt die Regie von Lotte de Beer? Sie wird ja ab Herbst die Geschicke der Wiener Volksoper leiten. Vorweg sei verraten: Das Publikum jubelte sowohl Nina Stemme als auch Lotte de Beer und ihrem Team ausgiebig zu. Das Theater an der Wien spielt die Brünner Fassung aus dem Jahr 1908. Das ist gut so. Unsere Hörgewohnheiten haben sich geändert. Wir brauchen keine romantisch-harmonische Glättung mehr. „Jenůfa“ ist nicht zu Unrecht eine Tschechische Nationaloper, auch wenn sie eigentlich Mährisch ist. Aber diese Unterscheidung ist ohnehin verloren gegangen. Diese Oper ist eine der bedeutendsten des 20. Jahrhunderts. Das brachten das RSO Wien und der Arnold Schoenberg Chor prächtig zur Geltung. Dirigent Marc Albrecht hat Janáčeks Musik dramatisch und sensibel interpretiert. Die Feinheiten der Instrumentierung, das Violinsolo und die Bläser-Attacken wurden genau herausmodelliert. Nina Stemme hat den schwierigen Charakter der Kostolnička, der Küsterin, mit vollem stimmlichen Einsatz gestaltet. Das war wirklich ein gelungener Übergang in das Charakterfach. Die Küsterin diesmal nicht als Altersrollle. Erfreulicherweise wird Nina Stemme aber auch weiterhin in ihrem angestammten Repertoire zu hören sein. Svetlana Aksenova bestand neben dieser Urgewalt bravourös. Ihre Jenůfa zeigt die Entwicklung von der leichtlebigen jungen Frau zu einer gereiften Liebenden. Den beiden Liebhabern macht es Janáček nicht leicht. Sie haben kaum Gelegenheit zu stimmlicher Bravour. Pavol Breslik ist der überhebliche, egoistische Števa und Pavel Černoch der anfangs unterdrückte brutale, am Ende hingebend liebender Laca. Großmutter Stařenka war bei Hanna Schwarz gut aufgehoben. Das übrige Ensemble war bestens disponiert. Da gab es keine Schwachstelle. Doch nun zur Regie von Lotte de Beer. Sie stellt das Stück in eine Rahmenhandlung. Die Küsterin träumt im Gefängnis die Handlung. Spätestens am Schluss der Oper wird dieser Trick zum Ereignis. Jenůfa verzeiht ihrer Stiefmutter den Kindesmord bei einem Besuch im Gefängnis. Auch das Erwachen der Liebe zu Laca danach wirkt viel logischer und nachvollziehbarer. Bisher war man immer etwas überrumpelt von diesen Entschlüssen vor versammelter Hochzeitsgesellschaft. Das wirkte immer aufgesetzt. Diese Inszenierung ist ein schönes Versprechen für die Volksoper und ein gelungener Abschied vom Theater an der Wien, bevor es renoviert wird. Wertnote: 9,0/10 Punkten

Stallerhof
Walter Kobéra brachte an der Neuen Oper Wien gestern Gerd Kührs Oper „Stallerhof“ heraus. Bei diesem zeitgenössischen Werk war radio klassik Stephansdom Opernexperte Richard Schmitz selbstverständlich dabei. Der junge österreichische Komponist Gerd Kühr wurde von seinem Lehrer Hans Werner Henze auf das Theaterstück „Stallerhof“ von Franz Xaver Kroetz aufmerksam gemacht. Kroetz hat auch das Libretto geschrieben, das dem Theaterstück folgt. Es geht um das Schicksal eines halbblinden, geistig behinderten Mädchen, das von seinen Eltern unterdrückt und schikaniert wird. Vom alternden Knecht geschwängert, wird sie am Ende doch erwachsen und einigermaßen selbstbewusst. Die Präsentation der Neuen Oper Wien löst das Werk aus der bäuerlichen Umgebung und erreicht damit eine frappierende Allgemeingültigkeit. Dass geistig behinderte Mädchen vergewaltigt werden, ist leider traurige Realität. Shira Szabady imponiert bei ihrem Debüt als Regisseurin durch gekonnte Personenführung und emotionaler Durchdringung des Dramas. Nikolaus Webern hat in das Semperdepot ein praktikables Stufensujet gebaut. Ob die spiegelgleiche Zuschauertribüne auch von ihm geplant wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Das pausenlose Geschehen kann reibungslos ablaufen. Musikalisch beginnt Gerd Kühr eher deklamatorisch, steigert sich aber bis zum erschütternden Schluss zu eigenständiger Tonsprache. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten lauscht man gebannt der Musik. Daran hat auch Ekaterina Protsenko als Mädchen Beppi großen Anteil. Von der Leseschwäche am Anfang über das Erwachen sexueller Empfindungen bis hin zu Zweifel an Liebe und Treue erscheint alles glaubwürdig. Ihr Kinderliedsolo bekommt diesbezüglich eine innere Bedeutung. James Tolksdorf ist in dieser Inszenierung kein grober Knecht, er darf zeitweise auch durchaus liebevoll sein. Für jemanden, der spätestens in fünf Jahren in Pension gehen will, ist er allerdings noch sehr jung. Man merkt, dass er schon viele größere Rollen gesungen hat. Die Stimme ist schön und markant. Franz Gürtelschmied charakterisiert den Vater Staller gekonnt. Tiefer dringt Anna Clare Hauf in die Rolle der Mutter ein. Wie sie es doch nicht übers Herz bringt ihr Enkelkind abzutreiben, ist großes Theater. Die Szenen werden immer wieder durch ein Frauenterzett unterbrochen, die die Härte des sechsten Gebots in der Lutherübersetzung in Erinnerung rufen. Hier verwendet Gerd Kühr auch kirchentonale Anklänge. Ekaterina Krasko, Hannah Fheodoroff und Elisabeth Kirchner genügen allen Ansprüchen der hohen Tessitura. Dass Walter Kobéra und das amadeus ensemble wien verlässlich zum Erfolg beisteuern, ist schon fast selbstverständlich. Das Publikum freute sich über die Wiederentdeckung einer modernen Oper und feierte auch den Komponisten. Wertnote: 7,8/10 Punkten Nach der Premiere durfte Walter Kobéra den bedeutenden Preis der Deutschen Theaterverlage in Empfang nehmen. Die Laudatio war gut recherchiert und zeigte fast alle Verdienste des Intendanten, wurde aber ohne Emotion leider nur abgelesen und geriet zu lang. Kobéra hätte sich Besseres verdient.

Trixi Schuba
1972 holte sie die einzige Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen im japanischen Sapporo. In den Lebenswegen spricht sie über ihre olympischen Erfahrungen. Schuba war in der Pflicht des Eiskunstlaufs so überlegen, dass danach das Reglement geändert wurde. In der Sendung von Stefan Hauser kommt sie auch auf Entbehrungen für ihre Karriere zu sprechen.

Evangelium, 13. Februar 2022
Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn, am 13. Februar 2022. Lukas 6,17.20-26 Den Armen geht es schlecht. Pech gehabt! Den Reichen geht es gut. Glück gehabt! Aber wird das immer so bleiben? Gibt es keine ausgleichende Gerechtigkeit? Jesus scheint das immer wieder zu versprechen. Einmal wird es den Armen, den Hungernden und Trauernden gut gehen. Wann wird das sein?

Morgen und Abend in Graz
Gestern Abend hatte die Oper „Morgen und Abend“ des in Graz geborenen Komponisten Georg Friedrich Haas Premiere. Chefredakteur Christoph Wellner war für radio klassik Stephansdom in der Oper Graz. Ein Kind wird geboren, jemand stirbt, das Meer braust unaufhaltsam … Zwischen Morgen und Abend, Leben und Tod, Realität und Traum, Sehnsucht und Illusion gleitet diese Oper von Georg Friedrich Haas. Uraufgeführt 2015 in Covent Garden, kam es gestern Abend – man möchte lauf ausrufen: ENDLICH – zur österreichischen Erstaufführung. Georg Friedrich Haas vertonte einen Roman von Jan Fosse. Chefdirigent Roland Kluttig führt zielsicher durch die hochexpressive Musik. Haas hat anlässlich der Uraufführung gesagt: „Erwarten Sie keine Melodien, erwarten Sie keine Harmonien, erwarten Sie nur Klanglandschaften.“ Und diese bekommt man. Atemberaubend schwer muss dieses Stück sein, wenn man es dirigiert oder singt. Markus Butter tut dies im zweiten Teil mit- und hinreißend in der Hauptpartie des Johannes. Im ersten Teil ist das Publikum fasziniert von der Präsenz von Cornelius Obonya. Wobei die Worte Präsenz und Ereignis hier auch inhaltlich irreführen. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten realisiert man, wer hier lebt und wer tot ist. Wie sagt der Komponist? In „Morgen und Abend“ bemerkt man plötzlich, dass man sich in die Rolle des Gestorbenen hineinversetzt. Dies schafft eine sehr tiefe und intensive emotionale Grundsituation.“ Alle Partien sind großartig besetzt. Neben diesen vokalen Leistungen sind es aber Regie und Bühnebild, Orchester und Dirigent und die Musik von Georg Friedrich Haas, die diesen Abend zu einem Ereignis machen. Im Unterschied zu Richard Schmitz hier keine Wertung, sondern lediglich ein Wort: HINGEHEN.

Diana Damrau als Anna Bolena
Bei der gestrigen Wiederaufnahme von Gaetano Donizettis „Anna Bolena“ an der Wiener Staatsoper war unser radio klassik Stephansdom Opernexperte Richard Schmitz vor Ort. Die Oper „Anna Bolena“ war das erste große Erfolgsstück Donizettis. Da ist noch nicht alles so ausgefeilt wie in der „Lucia“. Die Rezitative sind wenig anregend, die Arien wirkungsvoll aber ohne die zwingende Linie und das Werk hat Längen, gegen die Evelino Pidò vor elf Jahren noch erfolglos angekämpft hat. Damals stand die erste gemeinsame Bühnenproduktion von Anna Netrebko und Elīna Garanča im Mittelpunkt des Interesses. Gestern befanden sich zwei Bühnenpersönlichkeiten am Höhepunkt ihres Könnens nebeneinander. Diana Damrau gestaltete die Titelrolle auch mit schauspielerischen Einsatz und ihrer geschmeidigen Stimme aus. Anfangs noch hektisch und kapriziös reift sie zu einem Menschen, der um die Aufrechterhaltung seiner Ehe und sein Leben kämpft und dem man am Ende sein Mitleid nicht versagen kann. Ekaterina Semenchuk geht es statischer an, kann aber durch Ausdruck und Stimmkraft die Bandbreite der Giovanna Seymour von Liebe, Leidenschaft, Treue und Gewissensbissen verständlich machen. Zwei Charakterstudien erster Klasse. Die Überraschung des Abends war für mich Nicholas Brownlee als Henry VIII., der für Erwin Schrott eingesprungen ist. Genau so habe ich mir den rücksichtslosen englischen König vorgestellt, mit herrischer Stimme und entsprechendem Auftreten. Kaum zu glauben, dass er mit dem Colline im Jänner in der „Bohème“ seinen ersten Auftritt an der Wiener Staatsoper gefeiert hat. Medial groß angekündigt war auch Pene Pati als Percy, vor allem weil er aus Samoa kommt. Er hat eine schöne, große, gut geführte Stimme, die er geschmackvoll einsetzt. Mehr kann er ja in dieser Rolle als dümmlicher, verzweifelter Liebender nicht zeigen. Dan Paul Dumitrescu, Szilvia Vörös und Carlos Osuna erfüllen ihre Aufgaben mit Hingabe. Der Dirigent Giacomo Sagripanti machte keine Anstrengung die Längen des Werkes vergessen zu machen. Da zerfallen die Rezitative und die Arienschlüsse treiben den Applaus nicht an. Durchdachte Tempoverschiebungen und präzisere Zeichengebung könnten so manche verwackelte Stelle vermeiden. Erfreulicherweise hat die Damrau ihre Wahnsinnsszene ohne Rücksicht auf den Dirigenten gestaltet; das war dann auch ein echter Höhepunkt. Über die nicht vorhandene Regie und das hässliche Bühnenbild breite ich den Mantel des Schweigens. Wenigstens konnten alle ungeniert an der Rampe agieren. Für den Einspringer Nicholas Brownlee war das sicher ein Vorteil. Auch die Kostüme sind wenig liebevoll auf die Sänger zugeschnitten. Fazit: Ein Abend mit zwei großen Sängerinnen und zwei positiven Überraschungen. Das fast volle Haus war begeistert. Wertnote: 8,5/10 Punkten.