
WDR 3 Meisterstücke
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Wolfgang Amadeus Mozart: Eine kleine Nachtmusik (KV 525)
So bekannt - und doch auch wieder nicht. Wenig weiß man über die Umstände, unter denen Mozart 1787 eine der populärsten Klassik-Melodien überhaupt schuf. Eigentlich grübelt er 1787 gerade über seiner Oper "Don Giovanni". Nebenbei schreibt er eine Serenade, die mit rund 100jähriger Verspätung zum Welthit avanciert... (Autor: Mercks/Lohse) Von Dominik Mercks.

Anton Dvořák: Streichquartett F-Dur, op. 96 "Amerikanisches"
Ist das nun amerikanische Musik? Oder doch eher böhmische? Auf jeden Fall lässt sich Anton Dvořák in seinem berühmtesten Streichquartett von der Natur Amerikas inspirieren. Er komponiert es 1893 in Spillville, einem Dorf in Iowa, wo er bei Landsleuten seinen Sommerurlaub verbringt - ein musikantisches Feuerwerk der Lebensfreude. (Autor: Vratz/Lohse) Von Christoph Vratz.

Modest Mussorgski: Bilder einer Ausstellung
Wäre Mussorgski an jenem Tag im Frühjahr 1874 nicht auf die Ausstellung eines Freundes gegangen, seinen Weltruhm hätte er vermutlich abschreiben können. So aber ließ er sich von den Bildern zu seinem genialen Klavierzyklus inspirieren, der so oft bearbeitet wurde, wie kaum ein anderes Werk der klassischen Musik. (Autor: Quiring/Lohse) Von Philipp/Lohse, Michael Quiring.

Johann Sebastian Bach: Brandenburgische Konzerte (BWV 1046-1051)
Dominik Mercks über die Konzerte, mit denen Bach ein dünn besiedeltes ostdeutsches Bundesland berühmt machte. Nur dass Bach sie weder in Brandenburg komponiert noch jemals dort Aufgeführt hat und für den Titel auch gar nicht verantwortlich ist. Umso mehr überzeugen die Konzerte durch Charme, Leichtigkeit und Mut zum Experiment. Von Dominik Mercks.

György Ligeti: Lux Aeterna
Martin Zingsheim über György Ligetis Meisterwerk für gemischten Chor. Die einstimmige Klangfläche entfaltet einen magischen Sog, der auch dem Regisseur Stanley Kubrick nicht entging: Er bediente sich für seinen Soundtrack zu "2001: Odyssee im Weltraum" bei Ligeti - allerdings, ohne ihn zu fragen. Von Martin Zingsheim.

Clara Schumann: Trio für Geige, Cello und Klavier g-Moll, op. 17
Christoph Vratz über eines der schönsten Kammermusikwerke Clara Schumanns: das Klaviertrio in g-Moll, das sie ihrem Mann Robert 1846 zum Hochzeitstag schenkt. Das Publikum bei der Dresdner Uraufführung ist begeistert von dem Stück, in das die Komponistin die Summe ihrer Erfahrungen einfließen lässt. Von Christoph Vratz.

Richard Strauss: Eine Alpensinfonie op. 64
Michael Lohse über ein Meisterstück orchestraler Klangfarben. Als Jugendlicher gerät Richard Strauss auf einer Wanderung in den Alpen in ein Gewitter und verirrt sich. Jahrzehnte später inspiriert das Erlebnis den Komponisten zu einem seiner schönsten sinfonischen Werke, Nach der Uraufführung 1915 jubelte er: "Endlich habe ich Instrumentieren gelernt." Von Michael Lohse.
Edward Elgar - Pomp and Circumstance Marches
Dominik Mercks über Edward Elgars berühmtestes Werk. Der erste Marsch aus "Pomp and Circumstance" markiert alljährlich den Höhepunkt der "Last Night of the Proms" und ist fast schon so was wie die heimliche britische Nationalhymne. Kein Wunder: Elgar war ein Meister der prägnanten Melodien und der dramatischen Inszenierung. Von Dominik Mercks.

Benjamin Britten: A young person's guide to the orchestra
Martin Zingsheim über Brittens Klassiker der Musikerziehung. In seinen Variationen über ein Rondo von Henry Purcell dekliniert der Komponist 1945 die Klangfarben des Orechesters durch. Für einen Dokumentarfilm geschrieben, ist die Musik ebenso sinnlich wie unterhaltsam - auch für Erwachsene. Von Martin Zingsheim.

Joseph Haydn: Sinfonie "mit dem Paukenschlag"
Christoph Vratz über Haydns 94. Sinfonie, deren Berühmtheit auf einem einzigen großen Knall beruht. Im zweiten Satz holt Haydn die Hörer auf mit einem Paukenschlag aus dem Tiefschlaf. Der Mann hatte Humor: Doch das in London entstandene Werk hat weit mehr zu bieten als diesen Überraschungseffekt. Von Christoph Vratz.

Franz Liszt: Dante-Sinfonie
Philipp Quiring über Liszts von Dante Alighieris "Göttlicher Komödie" inspirierte Sinfonie, die heute vom Konzertbetrieb meist links liegen gelassen wird. Dabei handelt es sich um eines der Schlüsselwerke des Komponisten: zukunftsweisend nicht nur wegen der Form, sondern auch durch die Instrumentierung und den Einsatz eines Chors. Von Philipp Quiring.

George Gershwin: "Rhapsody in Blue"
Michael Lohse über Gershwins epochale "Rhapsody in Blue", die der junge Komponist 1924 unter größtem Zeitdruck schrieb. Kritiker rümpften damals die Nase über Gershwins Synthese aus Jazz und klassischer Sinfonik, heute sind die Melodien weltberühmt. Von Michael Lohse.

Ludwig van Beethoven: Sonate Nr.32 c-Moll, op. 111
Christoph Vratz über Beethovens letzte Klaviersonate. Op. 111 ist ein Prüfstein für Pianisten und Hörer gleichermaßen. Noch einmal dringt der Komponist mit seiner Klangsprache in neue Regionen vor und experimentiert mit der von ihm geprägten Sonatenform. Von Christoph Vratz.

Camille Saint-Saëns: 3. Sinfonie c-Moll, op. 78 "Orgelsinfonie"
Michael Lohse über Saint-Saëns' hochdramatische Dritte, in der die titelgebende Orgel lange auf sich warten lässt, dann eher begleitende Funktion hat und sich auch noch von einem Klavier die Show stehlen lässt. Nicht nur als Organist, sondern auch als Komponist zieht Saint-Saëns 1886 in der formal höchst raffinierten "Orgelsinfonie" alle Register seiner Kunst. Von Michael Lohse.

Gustav Mahler: Klavierquartett a-Moll
Philipp Quiring über Mahlers Klavierquartett, von dem nur der erste Satz erhalten ist. 16 Jahre ist der Komponist, hat seinen Stil noch nicht gefunden, sondern steht noch ganz im Bann der Romantiker Schubert und Brahms. Und dennoch gewährt dieses Fragment einen faszinierenden und bewegenden Blick auf die Anfänge des genialen Symphonikers. Von Philipp Quiring.

Arnold Schönberg: Pierrot Lunaire
Martin Zingsheim über Schönbergs faszinierendes Melodram aus dem Jahr 1912. Eine Diseuse gab den Anstoß zu den Gedichtvertonungen, mit denen der Komponist weit ins Neuland der freien Atonalität vordringt - noch ganz ohne Zwölftontechnik übrigens. Von Martin Zingsheim.

Jacques Offenbach: "Die Großherzogin von Gerolstein"
Dominik Mercks über Jacques Offenbachs "Die Großherzogin von Gerolstein", eine Operette wie keine andere: Ob Liebeschaos oder Mordkomplott, ob Kriegsgetümmel oder Pointenhagel, ob Mord-Komplott oder Rhythmus-Feuerwerk - Offenbach verzichtet auf nichts und lässt den Zuhörer kaum zu Atem kommen. Von Dominik Mercks.

Franz Schubert: Die schöne Müllerin op. 25
Christoph Vratz über den bewegenden Lieder-Zyklus von 1823 über die tragische Liebe eines Müller-Gesellen. Die Gedichte dazu stammten von einem Dichter, der passenderweise auch noch Müller hieß. Einen gewaltigen Seelenkosmos durchschreitet der gerade 26jährige Komponist in dem Parade-Werk der Romantik: von überbordendem Lebenswillen bis hin zu abgrundtiefer Todessehnsucht. Von Christoph Vratz.

George Gershwin: Porgy and Bess
Martin Zingsheim über George Gershwins Oper "Porgy and Bess" von 1935 mit ihren vielen Evergreens wie "Summertime". Nie zuvor oder danach war die Opernbühne dermaßen amerikanisch, jazzig, schwarz und hot - nicht nur zur Sommerzeit. Von Martin Zingsheim.

Peter Tschaikowsky: Symphonie Nr. 6 in h-Moll, "Pathéthique"
Michael Lohse über Tschaikowskys ergreifendes letztes Werk, eher Requiem als Symphonie. Ganz bewusst plante der Komponist das Werk als Abschluss seines Schaffens. Doch ahnte er wirklich seinen Tod voraus? Nur neun Tage nach der Petersburger Uraufführung starb Tschaikowsky an Cholera. Von Michael Lohse.

Claude Debussy: Suite Bergamasque
Dominik Mercks über Claude Debussys frühes impressionistisches Klavierwerk, das von einem Gedicht Paul Verlaines inspiriert wurde. Mit dem dritten Satz "Clair de Lune" setzte der Franzose dem Mond ein musikalisches Denkmal und inspirierte die Filmmusik wie kaum ein klassischer Komponist vor ihm. Von Dominik Mercks.

Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzert Nr. 26 D-Dur KV 537
Christoph Vratz über Mozarts berühmtes "Krönungskonzert": Am 9. Oktober 1790 soll Leopold II., Erzherzog von Österreich, in Frankfurt zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt werden. Mozart reist eigens aus Wien an und stellt sein neuestes Klavierkonzert vor. Von Christoph Vratz.

John Dowland: The First Booke of Songes
Martin Zingsheim über den bedeutendsten Songwriter des elisabethanischen Zeitalters: John Dowland. 1597 erschien sein bewegendes erstes "Booke of Songs" voller Welt- und Liebesschmerz. Der Erfolg hält bis heute an - weit über die Alte-Musik-Szene hinaus. 
 
 Von Martin Zingsheim.

Niccolò Paganini: Violinkonzert Nr.2
Dominik Mercks über den Teufelsgeiger Niccolò Paganini. Der brauchte für seine umjubelten Tourneen auch teuflisch schwere Stücke. So wurde er zum Komponisten virtuoser Violinkonzerte wie dem berühmten Zweiten mit dem Beinamen "La Campanella" - "Das Glöckchen". Von Dominik Mercks.

Ludwig van Beethoven: Sonate Nr.17 op. 31, 2 d-Moll (Der Sturm)
Michael Lohse über die "Sturmsonate", mit der Beethoven sich in einer Zeit der tiefen Krise neu erfindet: Von Taubheit bedroht, mit seinen bisherigen Werken unzufrieden, wirft der 31jährige alle Konventionen über Bord für einen radikal subjektiven Stil. Von Michael Lohse.

Igor Stravinsky: Le sacre du printemps
Musik zum Frühlingsanfang hat auch schon mal harmloser geklungen als: hämmernde Akkorde, exzessive Rhythmen, brutale Handlung. Die Uraufführung 1913 in Paris markiert einen Schlüsselmoment der Neuen Musik. Philipp Quiring über das Skandal-Werk, das Stravinsky berühmt macht. Von Michael Quiring.

Richard Strauss: Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28
Ein großer Spaß für großes Orchester. Autor Martin Zingsheim findet: Mit der parodistischen Tondichtung "Till Eulenspiegel" gelingt dem jungen Richard Strauss 1895 vielleicht sein abwechslungsreichstes und gewitztestes Meisterwerk - gespickt mit markanten Themen und aufregenden Klangfarben. Von Martin Zingsheim.

Johann Sebastian Bach: Orchestersuite Nr. 3
"Air on the G String" - eine der beliebtesten Melodien der Musikgeschichte. Dabei ist dieser Hit gar kein eigenes Werk, sondern nur ein Satz aus Bachs Orchestersuite Nummer 3. Dominik Mercks fragt: Wo sind die anderen Sätze geblieben? Und was macht Bachs Air so unglaublich populär? Von Dominik Mercks.

Alban Berg: Dem Andenken eines Engels
Anderthalbtausend Dollar für ein neues Violinkonzert: Komponist Alban Berg nimmt die Offerte Anfang 1935 zögernd an. Er beginnt die Arbeit, die am Ende überschattet wird von seiner Trauer um den Tod der erst 18-jährigen Manon Gropius, der Tochter aus Alma Mahlers zweiter Ehe mit dem Architekten Walter Gropius. Daher widmet Berg sein neues Werk "Dem Andenken eines Engels" und schreibt eines der bedeutendsten Konzerte des 20. Jahrhunderts, meint Christoph Vratz. Von Christoph Vratz.

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 1 D-Dur
In gerade mal sechs Wochen schreibt Mahler 1888 seine erste Symphonie, dabei ist er als Komponist bisher ein unbeschriebenes Blatt. Doch er ist frisch verliebt und komponiert wie im Rausch ein monumentales Werk, das bereits alle seine typischen Stilmerkmale aufweist: die abrupten Stimmungswechsel, die Anspielungen auf andere Komponisten und Stile und den elegischen Grundton. Für Autor Michael Lohse gehört Mahlers Musik zum Ergreifendsten und Faszinierendsten, was die Klassik zu bieten hat. Von Michael Lohse.

Gaetano Donizetti: Lucia di Lammermoor
Nie hat der Wahnsinn schöner ausgesehen als in der gleichnamigen Arie von Gaetano Donizetti in "Lucia di Lammermoor". Was die in Neapel uraufgeführte Oper mit Schottland zu tun hat, erklärt Autor Dominik Mercks. Von Dominik Mercks.