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ÄrzteTag

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Ep 121Homeschooling stresst Kinder

Ein entschleunigter Alltag ohne den oft eng getakteten Freizeitplan und den typischen Schulalltag sollte bei Kindern und Jugendlichen während der Corona-Pandemie eigentlich den Stresspegel sinken lassen. Doch das scheint nicht unbedingt der Fall zu sein, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK ergeben hat. Im Podcast-Gespräch erläutert Professor Reiner Hanewinkel vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel, was ihn an den Umfrageergebnissen überrascht hat und was ihm dabei Sorgen bereitet.

Jun 9, 20209 min

Ep 120Corona nach dem Lockdown: "Testen, testen, testen – aber gezielt!"

Die gesetzlichen Krankenkassen sollen Labortests auf das Coronavirus SARS-CoV-2 künftig auch bei Personen ohne konkreten Verdacht oder klinische Symptomatik bezahlen. So plant es Gesundheitsminister Jens Spahn mit einer neuen Verordnung. Das Ziel: In der Zeit nach dem Lockdown neue Cluster möglichst rasch und umfassend zu erkennen. Doch wie genau muss das „große Testen“ jetzt ausgestaltet werden? Darüber reden wir in dieser Episode vom „ÄrzteTag“-Podcast mit Dr. Michael Müller. Der Labormediziner aus Berlin ist erster Vorstandsvorsitzender des Verbands Akkreditiere Labore in der Medizin (ALM). Wir reden über die Option des Poolings – und die Probleme mit der Verdünnung. Und wir thematisieren die „Schneckenpost“, also die bis dato noch immer teils langwierigen Meldewege. Für eine neue Meldepflicht für die Labore hofft Müller auf ein neues digitales System. Foto: ALM

Jun 8, 202033 min

Ep 119Wie der erste virtuelle Tag der Organspende aussehen wird

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern in der EU ist die Anzahl der Organspenden während der COVID-19-Pandemie in Deutschland nicht dramatisch zurückgegangen, so Dr. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation. In dieser Episode erzählt er, was sich für die Organspende in Zeiten von SARS-CoV-2 geändert hat, wie Corona-Infektionen ausgeschlossen werden – und wie die Stiftung der Organspende dieses Jahr ein digitales Gesicht gibt.

Jun 5, 20206 min

Ep 118Gesundheitswesen nach Corona: "Ökonomie muss an zweiter Stelle kommen!"

Mit einem 130 Milliarden Euro schweren Konjunkturpaket breitet die Bundesregierung ein wahres Füllhorn aus. Auch das Gesundheitswesen soll von insgesamt zehn Milliarden Euro profitieren. Etwa der Öffentliche Gesundheitsdienst, aber auch die Krankenhäuser oder die medizinische Forschung. Und es soll eine nationale Reserve angelegt werden. In dieser "ÄrzteTag"-Episode reden wir mit Professor Andrew Ullmann über diese Pläne. Der Infektiologe und FDP-Bundestagsabgeordnete ist Obmann im Gesundheitsausschuss. Statt Geld aus der Gießkanne fordert er als Lehre aus Corona Strukturreformen im Gesundheitswesen – unter anderem bei den Gesundheitsämtern, vor allem aber auch bei den Krankenhäusern. "Patientensicherheit muss an erster Stelle stehen", sagt er, "nicht der Kostenfaktor". Foto: Sven Hoppe/dpa

Jun 4, 202017 min

Ep 117Gentherapien und Co – Wunderwaffen oder Kostenfallen?

CRISPR/Cas, CAR-T-Zellen oder die Immuntherapien – immer präzisere Verfahren erobern die Medizin. Erstmals ist mit ihnen sogar die Heilung von Krankheiten möglich, für die es einst keine Therapien gab. Die Zauberformel lautet "Präzisionsmedizin". Mit molekularen, genetischen Markern können Therapien ganz spezifisch auf Patienten "zugeschnitten" werden. Doch diese Therapien haben ihren Preis: Wegen der immer kleineren Patientenkollektive steigen die Kosten pro Behandlung. Und für Wissenschaftler wird es zunehmend schwierig, große randomisierte Studien zu erstellen. Der wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer (BÄK) hat jetzt die "medizinisch-wissenschaftlichen und ökonomischen Aspekte" der Präzisionsmedizin bewertet. In dieser "ÄrzteTag"-Episode reden wir mit Professor Manfred Dietel, einem der beiden federführenden Autoren, über die Bewertung – und ob diese Therapien nun Wunderwaffen oder Kostenfallen sind. Foto: privat

Jun 3, 202019 min

Ep 116COVID-19 und schmerzhafte Einschnitte für Schmerzpatienten

Wegen der Coronavirus-Pandemie ist die medizinische Versorgung in vielen Bereichen zurückgefahren worden. Geplante Eingriffe mussten verschoben, Behandlungstermine abgesagt werden. Auch an der Versorgung von Schmerzpatienten ist Corona nicht vorbeigegangen. Anlässlich des "Aktionstages gegen den Schmerz" am Dienstag (2. Juni) hat die Deutsche Schmerzgesellschaft einen "Schutzschirm für Schmerzpatienten" gefordert. Im "ÄrzteTag"-Podcast erklärt die Präsidentin Professor Claudia Sommer, wie dieser Schutzschirm aussehen soll und warum es ihn braucht. Die Neurologin und Schmerzforscherin vom Uniklinikum Würzburg spricht außerdem über mögliche Nebenwirkungen der Coronavirus-Pandemie – und was die Schmerzmedizin auch für normale Zeiten aus dieser Krise lernen könnte.

Jun 2, 202017 min

Ep 115Physiotherapie mit Leib und Seele

Sie ist in Wilhelmshaven eine echte Institution: Helgard Schodde. Seit fast 50 Jahren ist die inzwischen über 70-Jährige in ihrem Beruf als Physiotherapeutin aktiv. Vor wenigen Jahren hat sie ihre Erfahrungen genutzt, um eine besondere Hilfe für Kinder mit spastischen Lähmungen zu entwickeln und patentieren zu lassen. Im Podcast erzählt sie, wie es zu dieser Entwicklung kam und was sie nach wie vor an ihrem Beruf als Physiotherapeutin fasziniert.

May 29, 20209 min

Ep 114Wo die Corona-Krise Frauen ins Hintertreffen bringt

Weltweit sind etwa drei Viertel der Beschäftigten im Gesundheitswesen Frauen, in Deutschland wird immerhin 70 Prozent der Arbeit in den Gesundheits- und Sozialpflegeberufen von Frauen verrichtet – verglichen mit 41 Prozent in anderen Beschäftigungsbereichen. Und doch verdeutlicht gerade die Corona-Krise, dass es offenbar an einem Bewusstsein dafür fehlt, so dass Frauen im Gesundheitswesen zu wenig berücksichtigt werden in Entscheidungen während der Pandemie. Im Podcast-Gespräch legt Dr. Sabine Ludwig, Leitung und Gründerin der Deutschen Sektion von Women in Global Health, den Finger in die Wunde und erläutert, wo die Schwachstellen sind.

May 28, 202018 min

Ep 113Prostatakrebs – der Streit ums PSA-Screening

Wie kann Prostatakrebs möglichst sicher und frühzeitig erkannt werden? Hierüber schwelt schon seit längerem eine kontroverse Diskussion, unter anderem, weil das IQWiG – das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen – die Auffassung vertritt, dass die Nachteile die Vorteile eines PSA-Screenings bei Männern überwiegen. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie sieht für ein solches Urteil allerdings wesentliche Aspekte nicht ausreichend beachtet. Wie sich Urologen ein gutes Screening zur Früherkennung von Prostatakrebs vorstellen, darüber reden wir mit Professor Christian Wülfing, Chefarzt an der Asklepios Klinik in Hamburg Altona.

May 27, 202027 min

Ep 112Wie eine Ärztin mit Handpuppen Gesundheit erklärt

Wie erklärt man Kindern, was das Coronavirus ist, wie man sich schützt und wie richtiges Händewaschen funktioniert? Notärztin Dr. Sibylle Mottl-Link macht das derzeit in Youtube-Videos – mit plüschigen Assistenten. Als Ärztin hat sie schon verschiedenste Berufsstationen durchlaufen von der Herzchirurgie über Kinderheilkunde, das Gesundheitsamt und die Notfallmedizin und dabei so ganz nebenbei eine besondere Leidenschaft entwickelt: Handpuppen. Als Dr. Heide Kraut bietet seit einigen Jahren nun Lesungs-Mitmach-Puppentheater-Comedys an und ist damit zu einer der meist gebuchten Kinderbuchautorinnen in Deutschland und Österreich geworden. Im Podcast erläutert sie, wie sie diese Leidenschaft entdeckte, wie sie Handpuppen und Medizin verbindet und auch, wie Kollegen sie als "Ärztin mit den Handpuppen" wahrnehmen.

May 26, 202019 min

Ep 111KITA-Öffnung: Spagat zwischen Kindeswohl und Infektionsrisiko

Am Thema KITA- und Schulöffnung scheinen sich derzeit die Geister zu entzweien. Mit zu den klaren Befürwortern gehört der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) . Er hat jüngst – unter Abwägung der bisherigen Erkenntnisse – zusammen mit drei weiteren Fachverbänden sich in einer Stellungnahme explizit für eine zeitnahe uneingeschränkte Wiedereröffnung von KITAs und Schulen ausgesprochen. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Im Podcast-Gespräch erläutert der BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach, was Kinderärzte und Hygieniker zu dieser Stellungnahme bewogen hat, wie er selbst den Spagat zwischen Kindeswohl und Infektionsrisiko bewertet und was für die Umsetzung der Öffnung wichtig ist.

May 25, 202019 min

Ep 110Warum Berliner Amtsärzte gegen die Corona-Ampel sind

Der Berliner Senat hat ein Ampelsystem beschlossen, dass dabei helfen soll, zu entscheiden, ob Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie verschärft werden müssen. Als Indikatoren gelten Reproduktionszahl, Zahl von Neuinfektionen je 100.000 Einwohner sowie Auslastung und Kapazität der ITS-Betten. Die Berliner Amtsärzte sind vom Vorschlag nicht begeistert - und üben Kritik. Was sie genau stört, erörtert Patrick Larscheid, Leiter des Gesundheitsamtes in Berlin-Reinickendorf, in dieser Episode des "ÄrzteTag"-Podcasts.

May 22, 202010 min

Ep 109Bund gegen Länder – ein Grundsatzkonflikt ums Ärzte-Honorar

Kassenärztliche Vereinigung gegen Bundesoberbehörde: Der Streit um die förderungswürdigen Leistungen in Baden-Württemberg spitzt sich zu. Den Honorarvertrag zwischen KV und Krankenkassen hatte das Bundesamt für soziale Sicherung (BAS) beanstandet. Obwohl es nur für die bundesweiten Kassen zuständig ist, stehen jetzt fast alle Förderungen auf dem Spiel. Es geht um rund 74 Millionen Euro für die Vertragsärzte. Die KV ist jetzt gegen diese Beanstandung vor das Landessozialgericht in Stuttgart gezogen und will eine Klärung. Womöglich dürfte sich der Streit aber noch länger hinziehen, denn es geht um ganz grundsätzliche Fragen, wie die Geschäftsführerin der KVBW, Susanne Lilie, in dieser Episode vom "ÄrzteTag"-Podcast erzählt. Letztlich geht es sogar um den Sicherstellungsauftrag.

May 20, 202019 min

Ep 108Pusht die Corona-Krise die Telemedizin?

Durch COVID-19 hat die Telemedizin auch im eigentlich Technik-kritischen Deutschland einen rasanten Aufschwung erhalten. Dinge, deren Nutzen für die Praxis lange in Frage gestellt wurden, funktionieren plötzlich; Abrechnungsmodalitäten wurden geöffnet; Patienten fragen insbesondere die Videosprechstunde stark nach. Was hat es mit dem Aufschwung auf sich – und welche Lösungen, die sich gerade auftun, werden auch unabhängig von der Pandemie den Weg in den Regelbetrieb schaffen? Das erläutert Professor Jörg Debatin, Leiter des "health innovation hub" des Bundesgesundheitsministeriums, im Podcast-Gespräch.

May 19, 202015 min

Ep 107Was Impfgegner und Verschwörungsanhänger eint

Bill Gates will die Weltherrschaft, allen Menschen soll künftig ein Mikrochip eingepflanzt werden, das Mobilfunknetz 5G ist Schuld an der Verbreitung des Coronavirus. – Das ist nur ein klitzekleiner Ausschnitt an Verschwörungstheorien, die aktuell online kursieren und auf Protestaktionen gegen staatliche Maßnahmen während der Corona-Krise geäußert werden. Auffällig ist, dass bei den Protesten oft auch Impfgegner gegen eine geplante „Impfdiktatur“ mitmischen. Dabei ist der Impfstoff gegen SARS-CoV-2 noch Zukunftsmusik. Der Psychologe Philipp Schmid forscht an der Universität Erfurt zu Impfgegnern und war Mitautor einer Anleitung der WHO zum kommunikativen Umgang bei Impfablehnung. Im Podcast erläutert er, wieso die Corona-Krise Impfgegner und Verschwörungstheoretiker eint und wie eine gute Kommunikationsstrategie helfen kann, Verschwörungstheorien auszubremsen.

May 18, 202020 min

Ep 106Die Telefon-AU als Dauerlösung?

Nach dem einstimmigen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses wurde nun die befristete Sonderregelung zur telefonischen Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit letztmalig verlängert. Ab dem 1. Juni 2020 gilt danach wohl wieder das alte Prozedere. Das heißt, jeder Patienten muss für eine AU zum Arzt, damit er dort untersucht werden kann. Für Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit, eine vertane Chance. Welche Aspekte er gerne bei einer längeren Laufzeit in einer Evaluierungsstudie untersucht gesehen hätte, wo er mögliche Chancen und Risiken der Telefon-AU sieht, das erläutert er im Podcast-Gespräch. Außerdem geht er auf die Frage ein, ob Praxen und Patienten am Ende nicht sogar von einer generellen Telefon-AU als Dauerlösung profitierten könnten.

May 15, 202016 min

Ep 105"Die App wird zu mehr Aufwand für die Gesundheitsämter führen!"

Eine neue Web-App soll die Gesundheitsämter entlasten bei der "Überwachung" von Personen, die unter Quarantäne stehen. So will es die Bundesregierung. Und mit einer anderen App sollen Kontaktpersonen von Infizierten – etwa mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 – verfolgt werden. Doch werden diese Apps die Ämter wirklich entlasten, oder wird "der Kollege App" vielleicht sogar ein billiger Ersatz für Amtsärzte? An die Entlastung jedenfalls mag Dr. Ute Teichert noch nicht glauben. Nach der Erkennung eines Kontakts durch die App "geht's doch erst richtig los", sagt die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (BVÖGD) in dieser Episode vom "ÄrzteTag"-Podcast. Zwar ließen sich durch die App deutlich mehr "Menschen erfassen, die man sonst nur umständlich über die Ämter ermitteln würde, gerade jetzt bei den Lockerungen, weil es mehr Kontakte gibt". Aber die Arbeit im Anschluss könnten nur Amtsärzte und deren Mitarbeiter. Durch die Apps müssten sich die Ämter vielmehr auf sehr viel mehr Arbeit einstellen, so Teichert.

May 14, 202013 min

Ep 104Corona-Krise und Karriere-Knick

Etwa 75 % der Beschäftigten im Gesundheitswesen sind Frauen. Sie tragen zum einen wesentlich dazu bei, dass der Betrieb in Praxen und Kliniken weiter läuft – aber ebenso auch zuhause, trotz Kita- und Schulschließung. Zum anderen sind sie gerade durch ihre Arbeit auch besonders gefährdet, an COVID-19 zu erkranken. Doch angesichts der insgesamt großen gesellschaftlichen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie, droht schleichend das Thema Gleichstellung an Wichtigkeit einzubüßen. Der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) gehört daher zu den 17 Frauenverbänden, die die Bundesregierung jüngst daran erinnert haben, sich engagierter für konkrete Verbesserungen bei der Gleichberechtigung zu engagieren. Im Podcast erläutert Dr. Christiane Groß, Präsidentin des DÄB, wo sie aktuell Rückschritte in der Gleichstellung wahrnimmt und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind.

May 13, 202016 min

Ep 103Corona-Kosten: Wie die Kassen ein Milliarden-Defizit verhindern wollen

Die Coronavirus-Pandemie schlägt bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) doppelt zu Buche: Einerseits gibt es Mehrausgaben, andererseits fehlen Einnahmen, da viele Unternehmen Kurzarbeit angemeldet haben und viele Menschen ihre Jobs verloren haben. Die Folge: Die Krankenkassen könnten finanziell in Schieflage geraten, warnt Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandschefin des GKV-Spitzenverbandes. In der neuen Episode unseres „ÄrzteTag“-Podcasts spricht sie mit Chefredakteur Wolfgang van den Bergh über die Kassenfinanzen und berichtet von einem Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, in dem erörtert wurde, mit welchen Maßnahmen die Lücke geschlossen werden soll.

May 12, 202017 min

Ep 102Warum es einen besseren Plan für Krisensituationen braucht

Es scheint gerade ein allgemeines erstes Aufatmen einzusetzen, dass Deutschland – bisher zumindest – einigermaßen glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen ist. Glück, gute Vorbereitung oder schnelle Reaktion – was hat hier am meisten geholfen? Gerda Haselfeldt, ehemalige Bundesgesundheitsministerin und aktuelle Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, warnt vor voreiligen Schlüssen. Im Podcast-Gespräch erläutert sie, warum die letzten Wochen gezeigt haben, dass Deutschland sich für künftige Krisensituationen bereits im Vorfeld besser aufstellen sollte – und welches Konzept dazu eigentlich bereits auf dem Tisch liegt. Außerdem berichtet sie von "Spielplatzkümmerern" und anderem ehrenamtlichen Engagement und wie ihre Haltung zur Idee eines verpflichtenden Dienstjahrs ist.

May 11, 202016 min

Ep 101Was ist über neurologische Komplikationen bei COVID-19 bekannt?

Immer mehr Berichte deuten darauf hin, dass das SARS-CoV-2-Virus weit mehr als eine Lungenentzündung auslösen kann. Hier ist neben eher blanden transienten Geruchs- und Geschmacksstörungen auch von ischämischen Schlaganfällen bis hin zur Meningoenzephalitis die Rede. Daher ist eine aktuelle Forderung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin, auch Neurologen (DGNI) bei Patienten mit ausgeprägter COVID-19-Erkrankung zu Rate zu ziehen. Was bislang über neurologische Schäden in Zusammenhang mit dem Coronavirus bekannt ist, erläutert im Podcast Professor Julian Bösel, Chefarzt an der Klinik für Neurologie in Kassel und designierter Präsident der DGNI.

May 8, 202019 min

Ep 100Dürfen Ärzte eigentlich politisch weit rechts stehen, Dr. Josef Schuster?

Er ist Internist und Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland: Dr. Josef Schuster ist unser heutiger Gast im "ÄrzteTag"-Podcast. Zum Tag der Befreiung von der Nazidiktatur vor 75 Jahren erzählt er, warum seine Eltern nach dem Krieg zurück nach Deutschland gegangen sind, warum erst in diesem Jahrtausend die Verwicklung der Ärzte in Nazi-Machenschaften vermehrt aufgeklärt wird und warum ihm rechte Strömungen in der Ärzteschaft Sorgen machen.

May 7, 202019 min

Ep 99Corona-Krise: Müssen wir unser Verhältnis zum Tod überdenken?

Zur Zeit wird viel über den Lebensschutz vor dem Hintergrund der Corona-Krise und des Für und Wider von Lockdown-Lockerungen diskutiert. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble verwies in einem vielbeachteten Interview in diesem Zusammenhang unter anderem auf den Grundgesetz-Passus: „Die Würde des Menschen ist unantastbar – und ergänzte „… aber wir können den Tod nicht ausschließen“. Über den Spagat zwischen Einschränkungen unserer Freiheit und dem Primat des Lebensschutzes, der Frage nach einem würdevollen Sterben, wenn Patienten allein in Heimen bleiben mussten, und der Haltung zum Sterben in unserer Gesellschaft spricht Prof. Eckhard Nagel in diesem Podcast – als Mediziner, Medizinethiker und Christ.

May 6, 202031 min

Ep 98Die Corona-Krise und ihre stillen Opfer

Während der vergangenen Wochen war der Klinikbetrieb auf das Nötigste heruntergefahren worden, um Kapazitäten für eine mögliche COVID-19-Krankheitswelle aufzubauen. Auch in den niedergelassenen Praxen fand kaum Normalbetrieb statt. In Laboren wurden deutlich weniger Vorsorgetests, etwa auf Blut im Stuhl, gemacht. Vorsorgeuntersuchungen, etwa Koloskopien, blieben oft aus. Erst langsam wird deutlich, dass dabei möglicherweise schwere Erkrankungen verschleppt wurden. Welche Erkenntnisse es zu "stillen Opfern" zum Beispiel im gastroenterologischen Bereich gibt und warum jetzt dringend wieder Vorsorgeuntersuchungen starten sollten, erläutert Professor Christoph Sarrazin, Gastroenterologe und Chefarzt am St.Josefs-Hospital Wiesbaden.

May 5, 202020 min

Ep 97Corona und Kinder – Was dazu bekannt ist

Sind (Klein-)Kinder in der Corona-Pandemie nun eher Virus-Super-Spreader oder eher eine besonders vulnerable Gruppe? Die Datenlage ist bislang noch sehr dünn. Doch vieles deutet nun darauf hin, dass sie weder besonders leicht durch SARS-CoV-2 angesteckt werden können, noch bei einer Erkrankung – selbst bei Grunderkrankungen wie Krebs – durch einen schweren COVID-19-Verlauf gefährdet sind, wie Professor Angelika Eggert, Direktorin der Klinik für Pädiatrie an der Charité Berlin erläutert. Und wie steht es um die Weitergabe der Viren an andere? Im Podcast fasst sie die aktuell wichtigsten Forschungsdaten zusammen und erläutert, an welcher Stelle noch Wissenslücken klaffen und warum es gerade deshalb wichtig ist, mit der Wiedereröffnung von KITAS und Grundschulen jetzt zügig zu starten.

May 4, 202015 min

Ep 96Warum das Krankenhausentlastungsgesetz Unikliniken nicht reicht

Für jeden gegenüber dem Vorjahr nicht stationär behandelten Patienten erhalten die Krankenhäuser eine Pauschale in Höhe von 560 Euro pro ausgebliebenen Patienten und Tag. Das sieht das Krankenhausentlastungsgesetz vor. Doch gerade für den Universitätskrankenhausbetrieb ist das nicht ausreichend, kritisiert Professor Jochen Werner, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Essen. Im Podcast-Gespräch mit Matthias Wallenfels aus dem Wirtschaftsressort der Ärzte Zeitung erläutert er, warum eine Nachbesserung dringend nötig ist. Außerdem berichtet er, wo die Corona-Krise – zumindest was die Telemedizin angeht – den Abläufen am Essener Universitätsklinikum einen deutlichen Schub gegeben hat, die es ohne die Pandemie so nicht gegeben hätte. Er spricht von einem „begeisternden Moment“, der die Belegschaft mit erfasst habe.

Apr 30, 202016 min

Ep 95Warum Hausärzte sich nackig machen

In der Coronavirus-Pandemie war Schutzausrüstung sehr schnell Mangelware. Besonders betroffen: Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser. Doch gerade die niedergelassenen Ärzte, ganz besonders die Hausärzte bekommen die Krankheitswelle direkt zu spüren. Gesundheitsminister Jens Spahn nannte sie sogar den "Schutzwall". Doch wie sollen sie Corona-Infizierte und all ihre anderen Patienten versorgen, wenn selbst Handschuhe auf einmal rar werden? Um auf ihre Lage aufmerksam zu machen, haben Hausärzte in der ganzen Republik angefangen, sich auszuziehen, ja nackig zu machen. Ihre Botschaft der Aktion "Blanke Bedenken" (www.blankebedenken.org): "Wenn uns das Wenige, was wir haben, ausgeht, dann sehen wir so aus." Warum sie sich ausgezogen haben, das erzählen im "ÄrzteTag"-Podcast zwei Hausärzte: Allgemeinmedizinerin Jana Husemann aus Hamburg und Allgemeinmediziner Ruben Bernau aus Hambergen. Sie lassen auch keine gutes Haar am Schlingerkurs in Sachen telefonischer Arbeitsunfähigkeit. Und sie erklären, warum selbst bei einer dauerhaften Möglichkeit der Telefon-AU sie keine Sorge vor einem Absinken ihres Honorars haben.

Apr 29, 202022 min

Ep 94Ärger ums Kurzarbeitergeld für Ärzte

Nach einer aktuellen Weisung der Bundesagentur für Arbeit, dürfen Vertragsärzte auf den Topf für Kurzarbeit nicht zugreifen. Die Begründung: Die im März beschlossenen Ausgleichszahlungen für Vertragsärzte wirkten bereits wie eine Betriebsaufallversicherung. Das hat in der Ärzteschaft für einiges Unverständnis und etliche Leserbriefe gesorgt. Und auch der Vorsitzende des Virchowbund Dr. Dirk Heinrich möchte das nicht unkommentiert lassen. Im Podcast-Gespräch erläutert er, warum auch viele niedergelassene Kollegen durchaus Kurzarbeitergeld benötigen.

Apr 28, 202010 min

Ep 93Beatmungstherapie – Quo vadis?

Bei der Therapie von Patienten mit COVID-19-Pneumonie wird häufig eine invasive Beatmungstherapie gegen das drohende Lungenversagen eingesetzt. Immer wieder wird dabei in öffentlichen Berichten kritisch hinterfragt: Wann ist die wirklich nötig? Wie groß ist das Risiko für Schäden durch eine diese Behandlung, etwa durch die Sauerstoffgabe mit Überdruck, Sedierung, Entwöhnungsschwierigkeiten)? Wie steht es überhaupt um die Überlebensraten bei diesen sehr schwer erkrankten Patienten? Und sind sich bei der Antwort auf diese Fragen Lungenfachärzte und Intensivmediziner wirklich einig? Zwei ausgewiesene Experten aus beiden Fachrichtungen – Prof. Rolf Rossaint, Direktor der Klinik für Anästhesiologie Universitätsklinikum Aachen und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), sowie Professor Michael Pfeifer von der Universität Regensburg und Chefarzt an der Klinik Donaustauf sowie am Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, aktueller Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP), nehmen zu diesen Fragen gemeinsam Stellung.

Apr 27, 202033 min

Ep 92„Jetzt die Katastrophenmedizin ein Stück weit zurückfahren“

Von Osterurlaub keine Spur: Während der bayerische Landtag offiziell in den Osterferien war, ist der Grünen-Politiker Andreas Krahl an die Corona-Front gewechselt. Der pflegepolitische Sprecher seiner Landtagsfraktion war zwei Wochen als Intensivpfleger im Einsatz – in seinem ursprünglichen Beruf. Im „ÄrzteTag“-Podcast erzählt er, warum er Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für einen „guten Katastrophenschützer“ hält. Aber warum er bei ihm „das nötige Fingerspitzengefühl“ für die medizinische Grund- und Regelversorgung vermisst. Nach seinen Worten müsse die Politik das Gesundheitswesen jetzt langsam, „Schritt für Schritt“ wieder aus der „Katastrophenmedizin“ in die „klassische Medizin“ zurückführen. Personal müsse nachgeschult werden. Auch elektive Eingriffe müssten schrittweise wieder möglich gemacht werden.

Apr 24, 202021 min

Ep 91"Das war Wildwest-Manier bei der Schutzkleidung"

Prof. Andrew Ullmann ist FDP-Bundestagsabgeordneter und Facharzt für Innere Medizin. Er kritisiert das Totsparen des ÖGD, abstruse Digitalisierungsmängel und dass die Regierung die ungenügende Vorbereitung auf eine Pandemie lange vor dem Coronavirus hätte anpacken können. Im Gespräch mit Wolfgang van den Bergh erklärt der Mann mit dem "Doppelherz" (Arzt und Politiker), warum eine zweite COVID-19-Welle im Spätherbst wahrscheinlich ist, wie die Länder sich aus der Klinikfinanzierung herausgestohlen haben und warum die Einschränkung der Grundrechte insgesamt die richtige Entscheidung war. (Dauer: 21:05)

Apr 23, 202021 min

Ep 90Gesundheitsweiser Gerlach: "Wir sind im Blindflug!"

Der Sachverständigenrat Gesundheit fordert gerade angesichts der Coronavirus-Pandemie einen deutlichen Digitalisierungsschub im Gesundheitswesen. Warum, das erklärt der Ratsvorsitzende Professor Ferdinand Gerlach in dieser Episode vom "ÄrzteTag"-Podcast. Er erklärt auch, warum es "ein Witz" ist, dass wir im Moment lieber die COVID-19-Zahlen der Johns Hopkins University in den Medien zitieren, statt die des Robert Koch-Instituts. Denn auch im amtlichen Meldewesen liegt bei der Digitalisierung einiges im Argen. Gerlach meint außerdem, gerade die jetzige Situation könnte für längst angedachte Reformen etwa der Sektorengrenzen sprechen. Denn die meisten Corona-Patienten, sagt er, werden gerade nicht in den Intensivstationen versorgt, sondern von niedergelassenen Ärzten.

Apr 22, 202017 min

Ep 89Wenn Therapeuten zu Opfern werden

Bislang wird in der Coronakrise vor allem über die hohe Ansteckungsgefahr berichtet, unter der Ärzte und Pfleger arbeiten. Dabei lauert noch eine ganz andere Gefahr – nämlich dass die Betreuenden unter dieser Extremsituation vielleicht einen Fehler machen oder Entscheidungen treffen müssen, die sie so sehr belasten, dass sie selbst dann wieder zu Opfern werden. Professor Reinhard Strametz von der Hochschule RheinMain, selbst Intensivmediziner, erläutert in diesem Podcast, was es heißt, als Arzt oder Pfleger zu einem solchen Second Victim zu werden und wie sich dem vorbeugen lässt.

Apr 21, 202033 min

Ep 88Schutzkleidung kommt in homöopathischen Dosen an

Für viele Hausarztpraxen ist es nach wie vor schwierig, an ausreichend Schutzkleidung zu kommen. Die KVen, die hier unterstützen wollen, müssen sich dazu um ganz ungewohnte logistische Dinge kümmern: von der Bestellung und Qualitätsprüfung bis hin zur Bewachung der bestellten Ware. Dr. Anne Gräfin Vitzthum von Eckstädt, stellvertretende Vorsitzende der Vertreterversammlung der KV Baden-Würtemberg und seit 30 Jahren niedergelassene Allgemeinärztin in Remstal, spricht im Podcast über lernende Systeme, wie gut die Selbstorganisation der Ärzte funktioniert, wenn sich Versorgungslücken auftun, und warum dabei ein Eingreifen des Staates nicht nötig ist.

Apr 20, 202014 min

Ep 87Wie sich die Lage auf den Intensivstationen entwickelt hat

Noch Ende März fürchteten Intensivmediziner, dass weiter steigende Zahlen an intensivmedizinisch zu betreuenden COVID-19-Patienten auch die Kliniken in Deutschland an Ihre Kapazitätsgrenzen führen könnten. Inzwischen wurde die Zahl an Intensivbetten massiv hochgefahren. Zu viel? Nein, meint Professor Gernot Marx, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin am Universitätsklinikum Aachen. Was Deutschland in der Corona-Krise richtig gemacht hat und warum und wie jetzt die richtige Balance zwischen Rückkehr zur Normalität in den Klinken und Alarmismus gefunden werden muss, erläutert er in diesem Podcast.

Apr 17, 202015 min

Ep 86Welches Kriterium bei einer COVID-19-Triage für Ärzte entscheidend wäre

Momentan gibt es ausreichend intensivmedizinische Kapazitäten während der COVID-19-Pandemie. Aber was, wenn es zu einem Engpass kommt – wen behandeln Ärzte dann? Ein Gespräch mit dem Medizinethiker Prof. Georg Marckmann.

Apr 16, 202019 min

Ep 85Schmerzkliniken im Off-Modus

Seit Anfang März sind 75 Prozent der stationären schmerzmedizinischen Einrichtungen in Krankenhäusern, die Patienten mit schweren chronischen Schmerzen teil- und vollstationär behandeln, wegen der Corona-Krise geschlossen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Berufsverbands der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD) hervor. Was das für die jetzige Versorgung der Patienten bedeutet und was es zu verbessern gilt für eine Rückkehr zu mehr Normalität, das erläutert Schmerzmediziner Dr. Andreas Böger vom Schmerzzentrum Kassen - DRK Kliniken Nordhessen in diesem Podcast.

Apr 15, 202013 min

Ep 84Was tun, wenn das Coronavirus ein Heim erreicht?

Immer mehr Pflege- und Altenheime melden COVID-19-Fälle. Damit erreicht die Pandemie eine besonders gefährdete Gruppe alter und multimorbider Menschen, die auf relativ engem Raum zusammenleben. Was ist für die betroffenen Patienten jetzt besonders wichtig? Wie steht es um Versorgungsmöglichkeiten, Leidenslinderung und Selbstbestimmung? Palliativmediziner Dr. Thomas Sitte, der selbst Patienten in einem betroffenen Pflegeheim betreut, erzählt von seinen dortigen Erfahrungen und wie die Deutsche PalliativStiftung mit einem einfachen Ampelsystem helfen will, dass der Patientenwunsch bei Schwersterkrankung wie einer COVID-19-Pneumonie die richtige Aufmerksamkeit gewinnt.

Apr 14, 202017 min

Ep 83SARS-CoV-2 – eine Krise für die Zahnmedizin

Zahnärzte sind von der Coronavirus-Pandemie gleich in zweifacher Weise betroffen: Sie agieren direkt über dem Respirationstrakt und sind bei möglichen COVID-19-Patienten einem hohen Infektionsrisko ausgesetzt. Aus dem Mund spritzende Tröpfchen könnten eine infektiöse Viruslast enthalten. Zugleich verschieben immer mehr Patienten planbare Zahnarzttermine. Auch Zahnärzte selbst verschieben solche Eingriffe – zum Eigenschutz und dem Schutz des Praxispersonals. Die Folge aber könnte für manche Zahnärzte sein, dass sie Kurzarbeit beantragen müssen. Auch existenzielle Sorgen machen sich breit. Illustration: Robert Michael / dpa

Apr 9, 202015 min

Ep 82Ein Fenster und ein Bierzelt als Schutz vor Corona

Not macht erfinderisch, vor allem auch Ärzte in Zeiten wie der Coronavirus-Pandemie, in der Schutzmaterial knapp ist. Allgemeinmediziner Dr. Uwe Popert hat für seine Praxis in Kassel einen Weg gefunden, wie er das Infektrisiko für seine Patienten, sein Personal und sich reduzieren kann: mittels Tresen am Fenster und einem "Wartezimmer" im Bierzelt. Die Patienten danken es ihm, wie er in dieser Episode vom "ÄrzteTag"-Podcast erzählt. Viele wollen aus Angst vor einer Infektion gar nicht mehr in die Praxis – und in diesen Tagen lieber die Sonne im Freien genießen, während sie auf ihr Rezept waren. Nur noch ein Drittel seiner Patienten, sagt Popert, betreut er im Moment in den Praxisräumen. Foto: MFA im Fenstertresen der Praxis Popert. (c) Popert

Apr 8, 20209 min

Ep 81Wie eine Hausärztin trotz Corona ohne Masken auskommt

In vielen Praxen fehlt es an SARS-CoV-2-Schutzausrüstung wie Masken und Desinfektionsmittel. Die Berliner Hausärztin Dr. Sibylle Katzenstein hat ihre Praxis so umgebaut, dass sie keine Atemschutzmaske in ihrem Job braucht. Ihre Hausarztpraxis in Berlin hat sich in den vergangenen Wochen sehr verändert. Patienten könnten beinahe das Gefühl bekommen, sie seien am Nachtschalter einer Tankstelle. Sicherheit ist in diesen Tagen alles – für die Patienten, aber auch für die Ärzte und Pflegekräfte. Die Berliner Ärztin hat ihre Praxis fit für die COVID-19-Pandemie gemacht – in Eigenregie und mit eigenen Ideen. Mit den ersten Umbaumaßnahmen ihrer Praxis hat Katzenstein bereits Mitte Februar begonnen. Die Nachrichten über das neuartige Virus aus China ließen die Ärztin nicht mehr los. „Ich fand es heikel und furchtbar. Bereits da habe ich mir die ersten Gedanken gemacht“, erinnert sie sich. Das Virus könne sich in einer globalisierten Welt rasch verbreiten. „Als es in Italien war, da war mir klar, dass es auch zu uns kommt“, sagt sie. Ein Virus mache eben kein Halt vor Grenzen. Foto: Katzenstein (l.)

Apr 7, 20208 min

Ep 80Fynn Kliemann vertreibt Mundbedeckungen für Medizinpersonal

"Anstatt Klamotten produzieren wir nun das, was die Welt braucht, um die COVID-19-Ausbreitung zu verlangsamen: Masken", schreibt der bekannte Youtuber Fynn Kliemann auf seiner Webseite. Die handgearbeiteten Masken werden in sechsstelliger Stückzahl pro Woche gefertigt, sollen fair in Europa produziert werden – und Kliniken und Pflegeeinrichtungen können Großaufträge abgeben. Tom Illbruck von der global tactics Textilmanufaktur erzählt, wie es zur Umstellung der Produktion kam, was Wein damit zu tun hatte und warum sie eine Sondergenehmigung brauchten. Zu den Masken: https://www.oderso.cool/produkt/wiederverwendbare-mundbedeckung/

Apr 6, 20207 min

Ep 79Medizinstudierende in Corona-Zeiten: "Redet mit uns!"

Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie machen auch vor den Medizinstudenten nicht halt. Viele wollen bei der Versorgung helfen und dennoch ihre Ausbildung mit hoher Qualität durchziehen, sagt Sebastian Schramm, Bundeskoordinator für Gesundheitspolitik in der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd), in dieser Episode vom "ÄrzteTag"-Podcast. Von einer Verschiebung des zweiten Staatsexamens (M2), wie es Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) jüngst per Rechtsverordnung ermöglicht hatte, halten die Studierenden wenig. Wäre es nach ihnen gegangen, hätte diese Prüfung ausnahmsweise erlassen gehört. Ohnehin werden viele Bundesländer dem Vorschlag der Bundesebene wohl nicht folgen, sondern das Examen wie geplant durchziehen. Schramm fordert von den Politikern und zuständigen Gremien: "Bezieht die Perspektiven der Medizinstudierenden mit ein!" Dadurch ließen sich Verwirrungen ersparen und "gescheiterte Regulationen" vermindern. Foto: Waltraud Grubitzsch / dpa

Apr 3, 202016 min

Ep 78Corona à la UK: Von Staubsaugern und dem Brexit

Erst hat die Regierung in Großbritannien das Coronavirus SARS-CoV-2 abgetan – und wollte eine Durchseuchung der ganzen Bevölkerung zulassen. Doch die Rechnung ist nicht aufgegangen, selbst Premierminister Boris Johnson ist infiziert und in häuslicher Isolierung. Jetzt vollzieht die Regierung einen 180-Grad-Schwenk in ihrer Strategie, wie Arndt Striegler, London-Korrespondent der "Ärzte Zeitung", in dieser Episode vom "ÄrzteTag" berichtet. Den den Krankenhäusern gehen die Intensivbetten und Beatmungsgeräte aus. Selbst die Labore sind an ihren Grenzen. Foto: Ben Birchall / dpa

Apr 2, 202013 min

Ep 77Was ein Onkologe Kollegen und Krebspatienten während der Corona-Pandemie rät

Mundschutz tragen, jeglichen Kontakt vermeiden, Medikamente absetzen oder Therapien verschieben? Der Frankfurter Onkologe und Hämatologe Prof. Wolfgang Knauf klärt auf, was für Tumorpatienten in Corona-Zeiten gilt und sinnvoll ist. Und was macht ein Praxisinhaber eigentlich, wenn ein COVID-19-Verdachtsfall vorbeikommen will?

Apr 1, 202015 min

Ep 76Über COVID-19 forschen in der Hausarztpraxis

Wissenschaftler aus Hamburg wollen untersuchen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die medizinische Versorgung auswirkt. Dazu haben sie jetzt in den Hausarztpraxen eine Befragung gestartet. Schon in den ersten Tagen haben etliche Hausärzte teilgenommen. In dieser Episode des "ÄrzteTag"-Podcasts spricht Professor Martin Scherer über die ersten vorläufigen Ergebnisse, die sich aus den Daten ablesen lassen. Schon jetzt zeigen sich deutliche Befunde. Foto: Kay Nietfeld / dpa

Mar 31, 20205 min

Ep 75Was die Corona-Pandemie für Krisenregionen bedeutet

Der Blick auf Italien, Madrid oder das Elsass zeigt, wie fragil auch europäische Gesundheitssysteme sind. Deutschland bereitet sich daher intensiv auf eine COVID-19-Erkrankungswelle in der Corona-Pandemie vor. Doch auch hier kann niemand bislang mit Sicherheit sagen, ob wir wirklich vor ähnlichen Situationen wie in den Nachbarländern gefeit sind. Tankred Stöbe, Intensivmediziner aus Berlin und Mitglied bei Ärzte ohne Grenzen, spricht über die aktuelle hiesige Situation, warum Vergleiche mit der Ebola-Epidemie in Afrika nur bedingt passen und warum wir den Blick in der Corona-Krise gobaler ausrichten sollten.

Mar 30, 202012 min

Ep 74Was Corona mit der Gesundheitspolitik macht

In einem Eiltempo haben Regierung, Parlament und Länderkammer Notgesetze zur Bewältigung der Coronavirus-Pandemie durchgebracht. Was bedeutet das für den Politikbetrieb im Allgemeinen und für die Gesundheitspolitik im Speziellen? Die Hauptstadtkorrespondenten der "Ärzte Zeitung", Anno Fricke und Thomas Hommel, sind nah dran an Geschehen. In dieser Episode vom "ÄrzteTag"-Podcast berichtet sich über ihre Eindrücke von einer beispiellosen Woche. Und darüber, was fehlt.

Mar 27, 202016 min

Ep 73Dialysepatienten und Corona: "Die kann man nicht einfach nach Hause schicken"

Menschen mit Nierenerkrankungen gelten ohnehin schon als vulnerable Gruppe. Oft haben sie zuletzt eine Hypertonie oder einen Diabetes mellitus. Rund 80.000 Patienten werden in Deutschland an der Dialyse versorgt. Das Problem in der jetzigen Lage: Vor allem Patienten an der Hämodialyse kann man nicht einfach nach Hause schicken, sagte Professor Jan Galle, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), in der "ÄrzteTag"-Episode. Ausgangssperren, Quarantäne und Infektionsschutz sind jetzt eine echte Herausforderung für die Nierenärzte. Wie sie COVID-19 bewältigen, darüber reden Jan Galle mit Denis Nößler. Und darüber, welche klinische Bedeutung SARS-CoV-2 haben könnte. Foto: Guido Werner

Mar 26, 202021 min

Ep 72"Gesetze der freien Marktwirtschaft helfen jetzt nicht!"

Angesichts der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie in Italien oder Spanien stehen auch die deutschen Intensivmediziner in den Startlöchern. Die deutschen Krankenhäuser sind gewappnet, sagt Professor Uwe Janssens in dieser Episode vom "ÄrzteTag"-Podcast. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) beklagt allerdings Hamsterkäufe bei Arzneimitteln und Schutzausrüstung. Er warnt vor einer "Masken-Mafia", einer organisierten Kriminalität, die mit gestohlener Schutzausrüstung jetzt Geld mache – auf Kosten der Patienten und des medizinischen Personals. Janssens warnt auch vor Preisanstiegen. Notfalls müsse Gesundheitsminister Jens Spahn mit Beschlagnahmungen reagieren. "Wie denn anders?", fragt er. In der jetzigen Krise dürften "die Gesetze der freien Marktwirtschaft eigentlich nicht mehr gültig sein". Janssens: "Es kann nicht sein, dass es Gewinnler gibt in einer Situation, in der wir uns schützen müssen." Über Hilfsangebote von niedergelassenen Ärzten, deren Praxen im Moment mangels Patienten leer sind, freut sich der Intensivmediziner. Über den Nationalen Pandemieplan aber müsse man nach der Epidemie noch einmal ganz grundsätzlich nachdenken. Foto: Thomas Weiland

Mar 25, 202021 min