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ÄrzteTag

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789 episodes — Page 14 of 16

Ep 139Mit der Luftwaffe gegen das Coronavirus?

In Zusammenhang mit der Eindämmung der Corona-Pandemie ist auch die Bundeswehr im Einsatz. So sieht man neuerdings bei Pressekonferenzen zu aktuellen SARS-CoV-2-Hotspots immer mal wieder einen Bundeswehrangehörigen mit auf dem Podium. Und sie ist nicht nur in Krisenregionen mit COVID-19-Ausbrüchen aktiv. Sie taucht mitunter auch an Stellen auf, an denen man eigentlich nicht direkt an sie denken würde. Im Podcast-Gespräch erzählt Generalstabsarzt Dr. Stephan Schoeps, stellvertretender Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, wie die Bundeswehr ihre Aufgaben in der Corona-Krise versteht und wo sie bislang bereits aktiv geworden ist.

Jul 6, 202017 min

Ep 138Studenten in psychischer Not

Berufsgruppen wie Ärzte und Pfleger haben während der Corona-Pandemie besondere Aufmerksamkeit erhalten, ebenso Familien mit Klein- und Schulkindern im Heimarbeitsstress oder Senioren in Pflegeheimen, die vereinsamt sind, weil kein Besuch möglich war. Vergleichsweise wenig an die Öffentlichkeit gedrungen sind hingegen die Sorgen und Nöte der Studierenden. Dabei ist für viele nicht nur einfach der normale Unibetrieb weggebrochen, wichtige Auslandsaufenhalte konnten nicht stattfinden oder auch Prüfungen nicht abgelegt werden. Finanziell waren der Lockdown sowie die anhaltende Kurzarbeit in vielen Branchen für sie häufig ein Fiasko. Denn als Aushilfskräfte waren sie meist als Erste ihren Job los, der ihnen das Studium oft erst finanziert. Hat sich das auch vielleicht bei den psychotherapeutischen Beratungsstellen (PBS) der Universitäten bemerkbar gemacht? Darüber berichtet Dr. Jana Gutermann, Psychotherapeutin und Leiterin der psychotherapeutischen Beratungsstelle an der Goethe-Universität in Frankfurt.

Jul 3, 202013 min

Ep 137Was taugt die nationale Diabetes-Strategie, DDG-Chefin Kellerer?

Am Freitag soll der Bundestag die nationale Diabetes-Strategie verabschieden. Nach zähem Ringen um die Richtung, haben sich die Regierungskoalitions-Politiker geeinigt, doch wie bewertet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) den Plan? DDG-Präsidentin Prof. Monika Kellerer findet die Strategie als Aufschlag in Ordnung, fordert aber, dass jetzt wirksame Maßnahmen folgen müssen: „Sonst ist die Diabetes-Strategie das Papier nicht wert, auf dem sie steht“. In dieser Episode erklärt sie, welche Maßnahmen ihr fehlen, warum sie die mangelnde Datenauswertung aus den Disease-Management-Programmen für einen Skandal hält und warum eine Leitlinien-gerechte Therapie in eine Nationale Diabetes-Strategie eingehen muss. "Sonst können wir und andere Fachgesellschaften auch aufhören", pocht sie auf die Integration.

Jul 2, 202019 min

Ep 136Wie gelingt digitale Kommunikation in der Medizin?

Allenthalben ist zu hören und zu lesen, dass die Corona-Krise dem deutschen Gesundheitswesen einen Digitalisierungsschub verpasst hat. Tatsächlich scheint in Sachen Videosprechstunde der Dornröschenschlaf in vielen Praxen vorbei zu sein. An anderen Stellen herrscht nach wie vor ein Flickenteppich an digitalen Einzellösungen, scheinen Prozesse des Daten- und Informationsaustauschs zwischen den verschiedenen Bereichen der Medizin – öffentlicher Gesundheitsdienst, Kliniken, Praxen – festgefahren. Die Bundesärztekammer (BÄK) hat daher einen 12-Punkte-Katalog mit den aus ihrer Sicht wichtigsten Punkten erstellt, an denen die Digitalisierung in der Medizin zeitnah forciert werden muss.Im Gespräch erläutert Privatdozent Dr. Peter Bobbert vom ev. Krankenhaus Hubertus in Berlin und einer der Vorsitzenden des BÄK-Ausschusses Digitalisierung, wo er noch Nachholbedarf sieht, wieso der elektronische Arztausweis jetzt unbedingt kommen muss und warum ihm gerade eine einheitliche Plattform, über die sich alle Ärzte austauschen könnten, so wichtig erscheint.

Jul 1, 202014 min

Ep 135Wie die richtige Architektur Corona verhindert

Die Wohnbedingungen beim Fleischproduzenten Tönnies sind das Beispiel, wie Wohnungsbau einen Infektionsherd kreieren kann. Im Gespräch mit dem international tätigen Architekten Stephan Schütz geht es heute um Krankenhausgestaltung, die Patienten möglichst schnell gesunden lässt, wieso moderne Flughafentoiletten Vorbild für die Gestaltung von Büros sind – und warum Schütz Fahrradwerkstätten in Wohnhäuser integrieren würde.

Jun 30, 202010 min

Ep 134Studien lesen in der Krise – wenn Ärzte von der Wissenschaft abgeschnitten sind

In der Coronavirus-Pandemie mussten auch Bibliotheken ihre Pforten schließen. Für Forscher und Ärzte, die nicht an Unikliniken arbeiten, war das teils mit erheblichen Einschnitten verbunden, sagt Dr. Siw Waffenschmidt in dieser „ÄrzteTag“-Episode. Denn so sind sie nicht mehr an viele wissenschaftliche Veröffentlichungen wie Studiendaten oder Buchkapitel gekommen. Die Crux: Viele öffentliche Bibliotheken dürfen ihre Bestände nicht digital anbieten. Ein Zugang ist nur vor Ort oder über eine aufwändige Fernleihe möglich. Ein Unding, meint Waffenschmidt. Die Forscherin vom Deutschen Netzwerk Evidenz-basierte Medizin (DNEbM) und Abteilungsleiterin Informationsmanagement am IQWiG in Köln fordert: Nicht nur Universitätsmitarbeiter sollten digital Zugriff auf Forschungswissen haben. Auch außeruniversitäre Einrichtungen, Ärztinnen und Ärzte in Praxen oder kleinen Krankenhäusern, aber auch Privatleute sollten Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen erhalten. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen hat sie für das DNEbM eine entsprechende Stellungnahme veröffentlicht. Im „ÄrzteTag“ redet sie über Nationallizenzen, das Projekt DEAL und eine Utopie, wie Forschungswissen für alle Menschen zugänglich sein könnte.

Jun 29, 202019 min

Ep 133Geht die Digitalisierung an den Gesundheitsämtern vorbei, Frau Dr. Teichert?

Im Landkreis Gütersloh haben sich wegen eines Ausbruchs in einem Schlachtbetrieb binnen kürzester Zeit viele Hunderte Menschen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert. Der Cluster gilt als der momentan größte Ausbruch mindestens hierzulande. Doch wie sind die Gesundheitsämter auf solche neuen Ausbrüche in dieser Größenordnung vorbereitet? "Alleine können sie es nicht bewältigen", sagt die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (BVÖGD), Dr. Ute Teichert, in dieser "ÄrzteTag"-Episode. Um solche Ausbrüche früher erkennen zu können, sollen nun auch Tests von asymptomatischen Personen helfen. Erstmals kommen alles Gesundheitsämter in Deutschland flächendeckend auf diese Weise in Kontakt mit dem KV-System. Ein Novum, auf dem man aufbauen sollte, sagt Teichert. Und sie spricht über DEMIS, SORMAS, und wie die Gesundheitsämter digitalisiert werden sollten.

Jun 26, 202024 min

Ep 132Dr. Ruth Hecker: "Ärzte und Pflegekräfte sind zweite Opfer bei Behandlungsfehlern!"

Die Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK) haben heute (25. Juni) ihre Behandlungsfehlerstatistik für 2019 vorlegt: Von rund 14.500 Gutachten lag bei jedem vierten Fall ein Fehler vor. Rund 3000 Fehler führten direkt zu Schäden. "Das ist nur die Spitze des Eisbergs", sagt die Anästhesistin Dr. Ruth Hecker in dieser Episode vom "ÄrzteTag"-Podcast. Sie ist die Vorstandsvorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS). Man müsse sehr viel mehr Fehler vermuten, nur gebe es dazu schlicht keine Daten. "Jeder Schaden ist einer zu viel", sagt Hecker, die am Uniklinikum Essen Chief Patient Safety Officer ist. Und auch Ärzte und Pflegekräfte sind unmittelbar betroffen: "Sie sind die zweiten Opfer". Viele junge Kolleginnen und Kollegen würden aus dem ärztlichen Beruf ausscheiden, weil sie nach einem Fehler "nicht aufgefangen worden sind". Helfen können Fehlermeldesysteme und eine Sicherheitskultur. Doch dafür, so Hecker, müsse auch die Politik umdenken.

Jun 25, 202010 min

Ep 131Wie regeln wir denn jetzt die ärztliche Sterbehilfe, Prof. Wiesing?

"Das Urteil des BVerfG zur Sterbehilfe ist eine deutliche Kritik an der Politik der Ärztekammern in den letzten Jahrzehnten", meint Prof. Urban Wiesing. In dieser Episode erklärt der Tübinger Medizinethiker, warum ausgerechnet die Kammern in diesem Punkt gegen die verfassungsgemäße Berufsfreiheit der Ärzte verstoßen und inwieweit der Staat präventiv in die Hilfe zum Suizid eingreifen darf. Und er sagt, welches Gesetz zur Sterbehilfe ihm und seinen Kollegen vorschwebt.

Jun 24, 202013 min

Ep 130Neue Therapieerkenntnisse zu COVID-19

COVID-19 ist als Erkrankung erst seit einem halben Jahr bekannt. Zu der Erkenntnis, dass es dabei in etwa fünf bis acht Prozent der Fälle zu einer schweren Pneumonie kommen kann, bei der Patienten eine intensivmedizinische Behandlung brauchen, sind inzwischen, viele weitere medizinische Details zum Erkrankungsbild bekannt geworden. Führende medizinische Fachgesellschaften haben daher in der vergangenen Woche gemeinsam neue Empfehlungen in einer S1-Leitlinie unter dem Titel „Empfehlungen zur intensivmedizinischen Therapie von Patienten mit COVID-19“ publiziert, die Ärzten bei der zielgerichteten Behandlung schwer erkrankter Patienten helfen soll. Welche aktuellen Erkenntnisse darin eingeflossen sind, erläutert im Podcast einer der Hauptautoren der Leitlinie, Professor Gernot Marx. Er ist Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care des Aachener Universitätsklinikums und künftiger Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin – kurz DIVI.

Jun 23, 202019 min

Ep 129Sexarbeit: Das älteste Gewerbe der Welt in der Krise

Das älteste Gewerbe der Welt scheint einer der ganz großen Verlierer der Corona-Krise zu werden, weil Prostituierte nicht arbeiten dürfen, Bordelle weiter geschlossen bleiben. Erst jüngst berichtete die Deutsche Aids-Hilfe zum Internationalen Hurentag, dass der Zugang zu Soforthilfeprogrammen und Sozialleistungen für viele Prostituierte nach wie vor erschwert ist. Über die städtische Beratungsstelle CASA blanca – das Centrum für HIV und sexuell übertragbare Krankheiten in Altona, die auch von vielen SexarbeiterInnen aufgesucht wird – hat die Medizinerin Dr. Johanna Claass viel Erfahrung sammeln können. Im Podcast erläutert sie, welche Hilfe sozialer wie medizinischer Art für die Berufsgruppe der SexarbeiterInnen aktuell besonders nötig erscheint und warum es keinen Unterschied macht, wo Hygieneregeln eingehalten werden.

Jun 22, 202014 min

Ep 128Notärztin mit Empathie und Energie

Die Corona-Pandemie ist auch nach inzwischen fast einem halben Jahr nach wie vor ein Schreckgespenst, das uns gezeigt hat, wie fragil selbst moderne Gesundheitssysteme mitunter sein können. Und doch hat die Krise auch eine Welle von Hilfsbereitschaft erzeugt und Kreativität an den unterschiedlichsten Stellen geweckt. Mit an vorderster Front aktiv und nicht erst seit Corona kreativ ist Dr. Carola Holzner, leitende Notärztin der Stadt Mühlheim an der Ruhr und leitende Oberärztin der zentralen Notaufnahme Nord am Universitätsklinikum Essen. Als Doc Caro zeigt die zweifache Mutter zudem schon seit vielen Jahren in den sozialen Medien, was Notärztin sein, so tagein tagaus bedeutet – sei es mit gesanglichen Einlagen zum Konflikt, was Notfallsanitäter und was Notärzte dürfen, oder mit medizinischen Erklärvideos oder sei es, um zu appellieren, warum das Coronavirus uns alle angeht. Im Podcast erzählt sie, wie sie die Corona-Krise als Notärztin erlebt hat, welche Vorteile die Digitalisierung in ihren Beruf bringt und wie sie Notfallmedizin und Familie trotz des hohen Arbeitspensums unter einen Hut bringt.

Jun 19, 202012 min

Ep 127Wie Patienten ihren Diabetes loswerden

Einmal Diabetes, immer Diabetes? Diese alte Weisheit entkräftigen mehr und mehr Erfahrungen der letzten Jahre. Mit zehn bis 15 Kilo Gewichtsverlust besiegen viele Patienten ihren Diabetes. Diabetologe Prof. Stephan Martin ist begeistert von der Methode und berichtet, wie man Patienten zur richtigen Ernährung anlernen kann.

Jun 18, 202019 min

Ep 126Jens Spahn: "Ich würde mir mehr Corona-Patriotismus wünschen"

Auch der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit wurde durch Corona "digitalisiert". Die Auftaktveranstaltung am 17. Juni fand per Videokonferenz statt. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) war digital per Videoschalte dabei. Im Gespräch mit Wolfgang van den Bergh, dem Chefredakteur der "Ärzte Zeitung", sprach er über Hightech made in Germany, eine App, die Maßstäbe setzt, viel Geld – und wie die Bürger hierzulande an Corona-Impfstoffe kommen sollen.

Jun 17, 202027 min

Ep 125Welche Konsequenzen Hebammen aus der Corona-Krise ziehen

Die Corona-Pandemie hat auch für die Geburtshilfe weitreichende Folgen. Zwar sollen Schwangere die wichtigen Versorgungsmöglichkeiten rund um die Geburt ihres Kindes auch weiterhin in Anspruch nehmen – und doch herrscht auch hier eine deutliche Verunsicherung. So wurden Vorbereitungskurse weniger genutzt und Väter zeitweise aus den Kliniken verbannt. Verunsicherung nebst neuen Reglementierungen auch hat der Berufsverband der Hebammen deutlich zu spüren bekommen. Im Podcast berichtet Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes, was sich in den letzten Wochen in ihrer Arbeit geändert hat und wie aus Hebammensicht die Geburt dennoch sicher vonstatten gehen kann, so dass statt Infektionssorgen die Freude auf den Nachwuchs überwiegt.

Jun 16, 202022 min

Ep 124Mit Mimik und Stimme Patienten führen

Lachen, Weinen, Wut und Trauer. Viele Emotionen zeigen sich deutlich in unserem Gesicht und unserer Mimik. Doch es gibt auch versteckte Signale, die ähnlich wie bei der Körpersprache unser Gegenüber vielleicht irritieren. Das kann im Bewerbungsgespräch ebenso wichtig sein wie in der Arzt-Patienten-Kommunikation, etwa wenn es darum geht, die Compliance zu einer Therapie zu erhöhen. Dirk Eilert, Experte beim Thema emotionale Intelligenz und Mimikforschung aus Berlin, erläutert im Podcast, worauf es im Gespräch mit dem Gegenüber ankommt, damit wir auch tatsächlich wahrnehmen, was der andere fühlt und möchte – selbst, wenn er vielleicht etwas ganz anderes sagt.

Jun 15, 202030 min

Ep 123Tatort Wohnzimmer – häusliche Gewalt während des Lockdowns

Häusliche Quarantäne, geschlossene Schulen und Kitas, finanzielle Sorgen – immer wieder wurde von Kinder- und Frauenbeauftragten die Sorge geäußert, dass dieser Belastungsmix auf fatale Weise gewalttätige Konflikte in Familien begünstigen könnte. Jetzt hat erstmals eine wissenschaftliche Erhebung Licht ins Dunkeln gebracht mit konkreten Zahlen. Sie stammen aus einer repräsentativen Befragung zu den Erfahrungen während der strengen Phase des Lockdowns. Und sie scheinen leider die Befürchtungen zu bestätigen. So hat danach etwa jedes zehnte Kind in häuslicher Quarantäne Gewalterfahrungen gemacht. Im Podcast berichten die beiden Autorinnen der Studie, Prof. Janina Steinert von der TU München und Dr. Cara Ebert von der RWI Essen, welche Faktoren Gewalt gegenüber Frauen und Kindern besonders zu begünstigen scheinen und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind.

Jun 12, 202016 min

Ep 122Wie funktioniert die Arztausbildung in Corona-Zeiten?

Ausnahmesituationen können auch Vorteile haben: "Wir jungen Ärzten spüren wieder, wie sinnvoll das ist, was wir tun, weil die Marktorientierung etwas ausgeblendet wird", sagt Dr. Cornelius Weiß vom Jungen Forum des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) zur Arbeit während der Coronavirus-Krise. In dieser Episode des "ÄrzteTags" berichtet er, dass die Erfahrungen der einzelnen Fachrichtungen durchaus unterschiedlich sind, wie es mit den Fachprüfungen aktuell aussieht – und warum sich sein Berufsbild durch COVID-19 geändert hat.

Jun 10, 202010 min

Ep 121Homeschooling stresst Kinder

Ein entschleunigter Alltag ohne den oft eng getakteten Freizeitplan und den typischen Schulalltag sollte bei Kindern und Jugendlichen während der Corona-Pandemie eigentlich den Stresspegel sinken lassen. Doch das scheint nicht unbedingt der Fall zu sein, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK ergeben hat. Im Podcast-Gespräch erläutert Professor Reiner Hanewinkel vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel, was ihn an den Umfrageergebnissen überrascht hat und was ihm dabei Sorgen bereitet.

Jun 9, 20209 min

Ep 120Corona nach dem Lockdown: "Testen, testen, testen – aber gezielt!"

Die gesetzlichen Krankenkassen sollen Labortests auf das Coronavirus SARS-CoV-2 künftig auch bei Personen ohne konkreten Verdacht oder klinische Symptomatik bezahlen. So plant es Gesundheitsminister Jens Spahn mit einer neuen Verordnung. Das Ziel: In der Zeit nach dem Lockdown neue Cluster möglichst rasch und umfassend zu erkennen. Doch wie genau muss das „große Testen“ jetzt ausgestaltet werden? Darüber reden wir in dieser Episode vom „ÄrzteTag“-Podcast mit Dr. Michael Müller. Der Labormediziner aus Berlin ist erster Vorstandsvorsitzender des Verbands Akkreditiere Labore in der Medizin (ALM). Wir reden über die Option des Poolings – und die Probleme mit der Verdünnung. Und wir thematisieren die „Schneckenpost“, also die bis dato noch immer teils langwierigen Meldewege. Für eine neue Meldepflicht für die Labore hofft Müller auf ein neues digitales System. Foto: ALM

Jun 8, 202033 min

Ep 119Wie der erste virtuelle Tag der Organspende aussehen wird

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern in der EU ist die Anzahl der Organspenden während der COVID-19-Pandemie in Deutschland nicht dramatisch zurückgegangen, so Dr. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation. In dieser Episode erzählt er, was sich für die Organspende in Zeiten von SARS-CoV-2 geändert hat, wie Corona-Infektionen ausgeschlossen werden – und wie die Stiftung der Organspende dieses Jahr ein digitales Gesicht gibt.

Jun 5, 20206 min

Ep 118Gesundheitswesen nach Corona: "Ökonomie muss an zweiter Stelle kommen!"

Mit einem 130 Milliarden Euro schweren Konjunkturpaket breitet die Bundesregierung ein wahres Füllhorn aus. Auch das Gesundheitswesen soll von insgesamt zehn Milliarden Euro profitieren. Etwa der Öffentliche Gesundheitsdienst, aber auch die Krankenhäuser oder die medizinische Forschung. Und es soll eine nationale Reserve angelegt werden. In dieser "ÄrzteTag"-Episode reden wir mit Professor Andrew Ullmann über diese Pläne. Der Infektiologe und FDP-Bundestagsabgeordnete ist Obmann im Gesundheitsausschuss. Statt Geld aus der Gießkanne fordert er als Lehre aus Corona Strukturreformen im Gesundheitswesen – unter anderem bei den Gesundheitsämtern, vor allem aber auch bei den Krankenhäusern. "Patientensicherheit muss an erster Stelle stehen", sagt er, "nicht der Kostenfaktor". Foto: Sven Hoppe/dpa

Jun 4, 202017 min

Ep 117Gentherapien und Co – Wunderwaffen oder Kostenfallen?

CRISPR/Cas, CAR-T-Zellen oder die Immuntherapien – immer präzisere Verfahren erobern die Medizin. Erstmals ist mit ihnen sogar die Heilung von Krankheiten möglich, für die es einst keine Therapien gab. Die Zauberformel lautet "Präzisionsmedizin". Mit molekularen, genetischen Markern können Therapien ganz spezifisch auf Patienten "zugeschnitten" werden. Doch diese Therapien haben ihren Preis: Wegen der immer kleineren Patientenkollektive steigen die Kosten pro Behandlung. Und für Wissenschaftler wird es zunehmend schwierig, große randomisierte Studien zu erstellen. Der wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer (BÄK) hat jetzt die "medizinisch-wissenschaftlichen und ökonomischen Aspekte" der Präzisionsmedizin bewertet. In dieser "ÄrzteTag"-Episode reden wir mit Professor Manfred Dietel, einem der beiden federführenden Autoren, über die Bewertung – und ob diese Therapien nun Wunderwaffen oder Kostenfallen sind. Foto: privat

Jun 3, 202019 min

Ep 116COVID-19 und schmerzhafte Einschnitte für Schmerzpatienten

Wegen der Coronavirus-Pandemie ist die medizinische Versorgung in vielen Bereichen zurückgefahren worden. Geplante Eingriffe mussten verschoben, Behandlungstermine abgesagt werden. Auch an der Versorgung von Schmerzpatienten ist Corona nicht vorbeigegangen. Anlässlich des "Aktionstages gegen den Schmerz" am Dienstag (2. Juni) hat die Deutsche Schmerzgesellschaft einen "Schutzschirm für Schmerzpatienten" gefordert. Im "ÄrzteTag"-Podcast erklärt die Präsidentin Professor Claudia Sommer, wie dieser Schutzschirm aussehen soll und warum es ihn braucht. Die Neurologin und Schmerzforscherin vom Uniklinikum Würzburg spricht außerdem über mögliche Nebenwirkungen der Coronavirus-Pandemie – und was die Schmerzmedizin auch für normale Zeiten aus dieser Krise lernen könnte.

Jun 2, 202017 min

Ep 115Physiotherapie mit Leib und Seele

Sie ist in Wilhelmshaven eine echte Institution: Helgard Schodde. Seit fast 50 Jahren ist die inzwischen über 70-Jährige in ihrem Beruf als Physiotherapeutin aktiv. Vor wenigen Jahren hat sie ihre Erfahrungen genutzt, um eine besondere Hilfe für Kinder mit spastischen Lähmungen zu entwickeln und patentieren zu lassen. Im Podcast erzählt sie, wie es zu dieser Entwicklung kam und was sie nach wie vor an ihrem Beruf als Physiotherapeutin fasziniert.

May 29, 20209 min

Ep 114Wo die Corona-Krise Frauen ins Hintertreffen bringt

Weltweit sind etwa drei Viertel der Beschäftigten im Gesundheitswesen Frauen, in Deutschland wird immerhin 70 Prozent der Arbeit in den Gesundheits- und Sozialpflegeberufen von Frauen verrichtet – verglichen mit 41 Prozent in anderen Beschäftigungsbereichen. Und doch verdeutlicht gerade die Corona-Krise, dass es offenbar an einem Bewusstsein dafür fehlt, so dass Frauen im Gesundheitswesen zu wenig berücksichtigt werden in Entscheidungen während der Pandemie. Im Podcast-Gespräch legt Dr. Sabine Ludwig, Leitung und Gründerin der Deutschen Sektion von Women in Global Health, den Finger in die Wunde und erläutert, wo die Schwachstellen sind.

May 28, 202018 min

Ep 113Prostatakrebs – der Streit ums PSA-Screening

Wie kann Prostatakrebs möglichst sicher und frühzeitig erkannt werden? Hierüber schwelt schon seit längerem eine kontroverse Diskussion, unter anderem, weil das IQWiG – das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen – die Auffassung vertritt, dass die Nachteile die Vorteile eines PSA-Screenings bei Männern überwiegen. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie sieht für ein solches Urteil allerdings wesentliche Aspekte nicht ausreichend beachtet. Wie sich Urologen ein gutes Screening zur Früherkennung von Prostatakrebs vorstellen, darüber reden wir mit Professor Christian Wülfing, Chefarzt an der Asklepios Klinik in Hamburg Altona.

May 27, 202027 min

Ep 112Wie eine Ärztin mit Handpuppen Gesundheit erklärt

Wie erklärt man Kindern, was das Coronavirus ist, wie man sich schützt und wie richtiges Händewaschen funktioniert? Notärztin Dr. Sibylle Mottl-Link macht das derzeit in Youtube-Videos – mit plüschigen Assistenten. Als Ärztin hat sie schon verschiedenste Berufsstationen durchlaufen von der Herzchirurgie über Kinderheilkunde, das Gesundheitsamt und die Notfallmedizin und dabei so ganz nebenbei eine besondere Leidenschaft entwickelt: Handpuppen. Als Dr. Heide Kraut bietet seit einigen Jahren nun Lesungs-Mitmach-Puppentheater-Comedys an und ist damit zu einer der meist gebuchten Kinderbuchautorinnen in Deutschland und Österreich geworden. Im Podcast erläutert sie, wie sie diese Leidenschaft entdeckte, wie sie Handpuppen und Medizin verbindet und auch, wie Kollegen sie als "Ärztin mit den Handpuppen" wahrnehmen.

May 26, 202019 min

Ep 111KITA-Öffnung: Spagat zwischen Kindeswohl und Infektionsrisiko

Am Thema KITA- und Schulöffnung scheinen sich derzeit die Geister zu entzweien. Mit zu den klaren Befürwortern gehört der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) . Er hat jüngst – unter Abwägung der bisherigen Erkenntnisse – zusammen mit drei weiteren Fachverbänden sich in einer Stellungnahme explizit für eine zeitnahe uneingeschränkte Wiedereröffnung von KITAs und Schulen ausgesprochen. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Im Podcast-Gespräch erläutert der BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach, was Kinderärzte und Hygieniker zu dieser Stellungnahme bewogen hat, wie er selbst den Spagat zwischen Kindeswohl und Infektionsrisiko bewertet und was für die Umsetzung der Öffnung wichtig ist.

May 25, 202019 min

Ep 110Warum Berliner Amtsärzte gegen die Corona-Ampel sind

Der Berliner Senat hat ein Ampelsystem beschlossen, dass dabei helfen soll, zu entscheiden, ob Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie verschärft werden müssen. Als Indikatoren gelten Reproduktionszahl, Zahl von Neuinfektionen je 100.000 Einwohner sowie Auslastung und Kapazität der ITS-Betten. Die Berliner Amtsärzte sind vom Vorschlag nicht begeistert - und üben Kritik. Was sie genau stört, erörtert Patrick Larscheid, Leiter des Gesundheitsamtes in Berlin-Reinickendorf, in dieser Episode des "ÄrzteTag"-Podcasts.

May 22, 202010 min

Ep 109Bund gegen Länder – ein Grundsatzkonflikt ums Ärzte-Honorar

Kassenärztliche Vereinigung gegen Bundesoberbehörde: Der Streit um die förderungswürdigen Leistungen in Baden-Württemberg spitzt sich zu. Den Honorarvertrag zwischen KV und Krankenkassen hatte das Bundesamt für soziale Sicherung (BAS) beanstandet. Obwohl es nur für die bundesweiten Kassen zuständig ist, stehen jetzt fast alle Förderungen auf dem Spiel. Es geht um rund 74 Millionen Euro für die Vertragsärzte. Die KV ist jetzt gegen diese Beanstandung vor das Landessozialgericht in Stuttgart gezogen und will eine Klärung. Womöglich dürfte sich der Streit aber noch länger hinziehen, denn es geht um ganz grundsätzliche Fragen, wie die Geschäftsführerin der KVBW, Susanne Lilie, in dieser Episode vom "ÄrzteTag"-Podcast erzählt. Letztlich geht es sogar um den Sicherstellungsauftrag.

May 20, 202019 min

Ep 108Pusht die Corona-Krise die Telemedizin?

Durch COVID-19 hat die Telemedizin auch im eigentlich Technik-kritischen Deutschland einen rasanten Aufschwung erhalten. Dinge, deren Nutzen für die Praxis lange in Frage gestellt wurden, funktionieren plötzlich; Abrechnungsmodalitäten wurden geöffnet; Patienten fragen insbesondere die Videosprechstunde stark nach. Was hat es mit dem Aufschwung auf sich – und welche Lösungen, die sich gerade auftun, werden auch unabhängig von der Pandemie den Weg in den Regelbetrieb schaffen? Das erläutert Professor Jörg Debatin, Leiter des "health innovation hub" des Bundesgesundheitsministeriums, im Podcast-Gespräch.

May 19, 202015 min

Ep 107Was Impfgegner und Verschwörungsanhänger eint

Bill Gates will die Weltherrschaft, allen Menschen soll künftig ein Mikrochip eingepflanzt werden, das Mobilfunknetz 5G ist Schuld an der Verbreitung des Coronavirus. – Das ist nur ein klitzekleiner Ausschnitt an Verschwörungstheorien, die aktuell online kursieren und auf Protestaktionen gegen staatliche Maßnahmen während der Corona-Krise geäußert werden. Auffällig ist, dass bei den Protesten oft auch Impfgegner gegen eine geplante „Impfdiktatur“ mitmischen. Dabei ist der Impfstoff gegen SARS-CoV-2 noch Zukunftsmusik. Der Psychologe Philipp Schmid forscht an der Universität Erfurt zu Impfgegnern und war Mitautor einer Anleitung der WHO zum kommunikativen Umgang bei Impfablehnung. Im Podcast erläutert er, wieso die Corona-Krise Impfgegner und Verschwörungstheoretiker eint und wie eine gute Kommunikationsstrategie helfen kann, Verschwörungstheorien auszubremsen.

May 18, 202020 min

Ep 106Die Telefon-AU als Dauerlösung?

Nach dem einstimmigen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses wurde nun die befristete Sonderregelung zur telefonischen Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit letztmalig verlängert. Ab dem 1. Juni 2020 gilt danach wohl wieder das alte Prozedere. Das heißt, jeder Patienten muss für eine AU zum Arzt, damit er dort untersucht werden kann. Für Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit, eine vertane Chance. Welche Aspekte er gerne bei einer längeren Laufzeit in einer Evaluierungsstudie untersucht gesehen hätte, wo er mögliche Chancen und Risiken der Telefon-AU sieht, das erläutert er im Podcast-Gespräch. Außerdem geht er auf die Frage ein, ob Praxen und Patienten am Ende nicht sogar von einer generellen Telefon-AU als Dauerlösung profitierten könnten.

May 15, 202016 min

Ep 105"Die App wird zu mehr Aufwand für die Gesundheitsämter führen!"

Eine neue Web-App soll die Gesundheitsämter entlasten bei der "Überwachung" von Personen, die unter Quarantäne stehen. So will es die Bundesregierung. Und mit einer anderen App sollen Kontaktpersonen von Infizierten – etwa mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 – verfolgt werden. Doch werden diese Apps die Ämter wirklich entlasten, oder wird "der Kollege App" vielleicht sogar ein billiger Ersatz für Amtsärzte? An die Entlastung jedenfalls mag Dr. Ute Teichert noch nicht glauben. Nach der Erkennung eines Kontakts durch die App "geht's doch erst richtig los", sagt die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (BVÖGD) in dieser Episode vom "ÄrzteTag"-Podcast. Zwar ließen sich durch die App deutlich mehr "Menschen erfassen, die man sonst nur umständlich über die Ämter ermitteln würde, gerade jetzt bei den Lockerungen, weil es mehr Kontakte gibt". Aber die Arbeit im Anschluss könnten nur Amtsärzte und deren Mitarbeiter. Durch die Apps müssten sich die Ämter vielmehr auf sehr viel mehr Arbeit einstellen, so Teichert.

May 14, 202013 min

Ep 104Corona-Krise und Karriere-Knick

Etwa 75 % der Beschäftigten im Gesundheitswesen sind Frauen. Sie tragen zum einen wesentlich dazu bei, dass der Betrieb in Praxen und Kliniken weiter läuft – aber ebenso auch zuhause, trotz Kita- und Schulschließung. Zum anderen sind sie gerade durch ihre Arbeit auch besonders gefährdet, an COVID-19 zu erkranken. Doch angesichts der insgesamt großen gesellschaftlichen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie, droht schleichend das Thema Gleichstellung an Wichtigkeit einzubüßen. Der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) gehört daher zu den 17 Frauenverbänden, die die Bundesregierung jüngst daran erinnert haben, sich engagierter für konkrete Verbesserungen bei der Gleichberechtigung zu engagieren. Im Podcast erläutert Dr. Christiane Groß, Präsidentin des DÄB, wo sie aktuell Rückschritte in der Gleichstellung wahrnimmt und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind.

May 13, 202016 min

Ep 103Corona-Kosten: Wie die Kassen ein Milliarden-Defizit verhindern wollen

Die Coronavirus-Pandemie schlägt bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) doppelt zu Buche: Einerseits gibt es Mehrausgaben, andererseits fehlen Einnahmen, da viele Unternehmen Kurzarbeit angemeldet haben und viele Menschen ihre Jobs verloren haben. Die Folge: Die Krankenkassen könnten finanziell in Schieflage geraten, warnt Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandschefin des GKV-Spitzenverbandes. In der neuen Episode unseres „ÄrzteTag“-Podcasts spricht sie mit Chefredakteur Wolfgang van den Bergh über die Kassenfinanzen und berichtet von einem Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, in dem erörtert wurde, mit welchen Maßnahmen die Lücke geschlossen werden soll.

May 12, 202017 min

Ep 102Warum es einen besseren Plan für Krisensituationen braucht

Es scheint gerade ein allgemeines erstes Aufatmen einzusetzen, dass Deutschland – bisher zumindest – einigermaßen glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen ist. Glück, gute Vorbereitung oder schnelle Reaktion – was hat hier am meisten geholfen? Gerda Haselfeldt, ehemalige Bundesgesundheitsministerin und aktuelle Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, warnt vor voreiligen Schlüssen. Im Podcast-Gespräch erläutert sie, warum die letzten Wochen gezeigt haben, dass Deutschland sich für künftige Krisensituationen bereits im Vorfeld besser aufstellen sollte – und welches Konzept dazu eigentlich bereits auf dem Tisch liegt. Außerdem berichtet sie von "Spielplatzkümmerern" und anderem ehrenamtlichen Engagement und wie ihre Haltung zur Idee eines verpflichtenden Dienstjahrs ist.

May 11, 202016 min

Ep 101Was ist über neurologische Komplikationen bei COVID-19 bekannt?

Immer mehr Berichte deuten darauf hin, dass das SARS-CoV-2-Virus weit mehr als eine Lungenentzündung auslösen kann. Hier ist neben eher blanden transienten Geruchs- und Geschmacksstörungen auch von ischämischen Schlaganfällen bis hin zur Meningoenzephalitis die Rede. Daher ist eine aktuelle Forderung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin, auch Neurologen (DGNI) bei Patienten mit ausgeprägter COVID-19-Erkrankung zu Rate zu ziehen. Was bislang über neurologische Schäden in Zusammenhang mit dem Coronavirus bekannt ist, erläutert im Podcast Professor Julian Bösel, Chefarzt an der Klinik für Neurologie in Kassel und designierter Präsident der DGNI.

May 8, 202019 min

Ep 100Dürfen Ärzte eigentlich politisch weit rechts stehen, Dr. Josef Schuster?

Er ist Internist und Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland: Dr. Josef Schuster ist unser heutiger Gast im "ÄrzteTag"-Podcast. Zum Tag der Befreiung von der Nazidiktatur vor 75 Jahren erzählt er, warum seine Eltern nach dem Krieg zurück nach Deutschland gegangen sind, warum erst in diesem Jahrtausend die Verwicklung der Ärzte in Nazi-Machenschaften vermehrt aufgeklärt wird und warum ihm rechte Strömungen in der Ärzteschaft Sorgen machen.

May 7, 202019 min

Ep 99Corona-Krise: Müssen wir unser Verhältnis zum Tod überdenken?

Zur Zeit wird viel über den Lebensschutz vor dem Hintergrund der Corona-Krise und des Für und Wider von Lockdown-Lockerungen diskutiert. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble verwies in einem vielbeachteten Interview in diesem Zusammenhang unter anderem auf den Grundgesetz-Passus: „Die Würde des Menschen ist unantastbar – und ergänzte „… aber wir können den Tod nicht ausschließen“. Über den Spagat zwischen Einschränkungen unserer Freiheit und dem Primat des Lebensschutzes, der Frage nach einem würdevollen Sterben, wenn Patienten allein in Heimen bleiben mussten, und der Haltung zum Sterben in unserer Gesellschaft spricht Prof. Eckhard Nagel in diesem Podcast – als Mediziner, Medizinethiker und Christ.

May 6, 202031 min

Ep 98Die Corona-Krise und ihre stillen Opfer

Während der vergangenen Wochen war der Klinikbetrieb auf das Nötigste heruntergefahren worden, um Kapazitäten für eine mögliche COVID-19-Krankheitswelle aufzubauen. Auch in den niedergelassenen Praxen fand kaum Normalbetrieb statt. In Laboren wurden deutlich weniger Vorsorgetests, etwa auf Blut im Stuhl, gemacht. Vorsorgeuntersuchungen, etwa Koloskopien, blieben oft aus. Erst langsam wird deutlich, dass dabei möglicherweise schwere Erkrankungen verschleppt wurden. Welche Erkenntnisse es zu "stillen Opfern" zum Beispiel im gastroenterologischen Bereich gibt und warum jetzt dringend wieder Vorsorgeuntersuchungen starten sollten, erläutert Professor Christoph Sarrazin, Gastroenterologe und Chefarzt am St.Josefs-Hospital Wiesbaden.

May 5, 202020 min

Ep 97Corona und Kinder – Was dazu bekannt ist

Sind (Klein-)Kinder in der Corona-Pandemie nun eher Virus-Super-Spreader oder eher eine besonders vulnerable Gruppe? Die Datenlage ist bislang noch sehr dünn. Doch vieles deutet nun darauf hin, dass sie weder besonders leicht durch SARS-CoV-2 angesteckt werden können, noch bei einer Erkrankung – selbst bei Grunderkrankungen wie Krebs – durch einen schweren COVID-19-Verlauf gefährdet sind, wie Professor Angelika Eggert, Direktorin der Klinik für Pädiatrie an der Charité Berlin erläutert. Und wie steht es um die Weitergabe der Viren an andere? Im Podcast fasst sie die aktuell wichtigsten Forschungsdaten zusammen und erläutert, an welcher Stelle noch Wissenslücken klaffen und warum es gerade deshalb wichtig ist, mit der Wiedereröffnung von KITAS und Grundschulen jetzt zügig zu starten.

May 4, 202015 min

Ep 96Warum das Krankenhausentlastungsgesetz Unikliniken nicht reicht

Für jeden gegenüber dem Vorjahr nicht stationär behandelten Patienten erhalten die Krankenhäuser eine Pauschale in Höhe von 560 Euro pro ausgebliebenen Patienten und Tag. Das sieht das Krankenhausentlastungsgesetz vor. Doch gerade für den Universitätskrankenhausbetrieb ist das nicht ausreichend, kritisiert Professor Jochen Werner, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Essen. Im Podcast-Gespräch mit Matthias Wallenfels aus dem Wirtschaftsressort der Ärzte Zeitung erläutert er, warum eine Nachbesserung dringend nötig ist. Außerdem berichtet er, wo die Corona-Krise – zumindest was die Telemedizin angeht – den Abläufen am Essener Universitätsklinikum einen deutlichen Schub gegeben hat, die es ohne die Pandemie so nicht gegeben hätte. Er spricht von einem „begeisternden Moment“, der die Belegschaft mit erfasst habe.

Apr 30, 202016 min

Ep 95Warum Hausärzte sich nackig machen

In der Coronavirus-Pandemie war Schutzausrüstung sehr schnell Mangelware. Besonders betroffen: Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser. Doch gerade die niedergelassenen Ärzte, ganz besonders die Hausärzte bekommen die Krankheitswelle direkt zu spüren. Gesundheitsminister Jens Spahn nannte sie sogar den "Schutzwall". Doch wie sollen sie Corona-Infizierte und all ihre anderen Patienten versorgen, wenn selbst Handschuhe auf einmal rar werden? Um auf ihre Lage aufmerksam zu machen, haben Hausärzte in der ganzen Republik angefangen, sich auszuziehen, ja nackig zu machen. Ihre Botschaft der Aktion "Blanke Bedenken" (www.blankebedenken.org): "Wenn uns das Wenige, was wir haben, ausgeht, dann sehen wir so aus." Warum sie sich ausgezogen haben, das erzählen im "ÄrzteTag"-Podcast zwei Hausärzte: Allgemeinmedizinerin Jana Husemann aus Hamburg und Allgemeinmediziner Ruben Bernau aus Hambergen. Sie lassen auch keine gutes Haar am Schlingerkurs in Sachen telefonischer Arbeitsunfähigkeit. Und sie erklären, warum selbst bei einer dauerhaften Möglichkeit der Telefon-AU sie keine Sorge vor einem Absinken ihres Honorars haben.

Apr 29, 202022 min

Ep 94Ärger ums Kurzarbeitergeld für Ärzte

Nach einer aktuellen Weisung der Bundesagentur für Arbeit, dürfen Vertragsärzte auf den Topf für Kurzarbeit nicht zugreifen. Die Begründung: Die im März beschlossenen Ausgleichszahlungen für Vertragsärzte wirkten bereits wie eine Betriebsaufallversicherung. Das hat in der Ärzteschaft für einiges Unverständnis und etliche Leserbriefe gesorgt. Und auch der Vorsitzende des Virchowbund Dr. Dirk Heinrich möchte das nicht unkommentiert lassen. Im Podcast-Gespräch erläutert er, warum auch viele niedergelassene Kollegen durchaus Kurzarbeitergeld benötigen.

Apr 28, 202010 min

Ep 93Beatmungstherapie – Quo vadis?

Bei der Therapie von Patienten mit COVID-19-Pneumonie wird häufig eine invasive Beatmungstherapie gegen das drohende Lungenversagen eingesetzt. Immer wieder wird dabei in öffentlichen Berichten kritisch hinterfragt: Wann ist die wirklich nötig? Wie groß ist das Risiko für Schäden durch eine diese Behandlung, etwa durch die Sauerstoffgabe mit Überdruck, Sedierung, Entwöhnungsschwierigkeiten)? Wie steht es überhaupt um die Überlebensraten bei diesen sehr schwer erkrankten Patienten? Und sind sich bei der Antwort auf diese Fragen Lungenfachärzte und Intensivmediziner wirklich einig? Zwei ausgewiesene Experten aus beiden Fachrichtungen – Prof. Rolf Rossaint, Direktor der Klinik für Anästhesiologie Universitätsklinikum Aachen und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), sowie Professor Michael Pfeifer von der Universität Regensburg und Chefarzt an der Klinik Donaustauf sowie am Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, aktueller Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP), nehmen zu diesen Fragen gemeinsam Stellung.

Apr 27, 202033 min

Ep 92„Jetzt die Katastrophenmedizin ein Stück weit zurückfahren“

Von Osterurlaub keine Spur: Während der bayerische Landtag offiziell in den Osterferien war, ist der Grünen-Politiker Andreas Krahl an die Corona-Front gewechselt. Der pflegepolitische Sprecher seiner Landtagsfraktion war zwei Wochen als Intensivpfleger im Einsatz – in seinem ursprünglichen Beruf. Im „ÄrzteTag“-Podcast erzählt er, warum er Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für einen „guten Katastrophenschützer“ hält. Aber warum er bei ihm „das nötige Fingerspitzengefühl“ für die medizinische Grund- und Regelversorgung vermisst. Nach seinen Worten müsse die Politik das Gesundheitswesen jetzt langsam, „Schritt für Schritt“ wieder aus der „Katastrophenmedizin“ in die „klassische Medizin“ zurückführen. Personal müsse nachgeschult werden. Auch elektive Eingriffe müssten schrittweise wieder möglich gemacht werden.

Apr 24, 202021 min

Ep 91"Das war Wildwest-Manier bei der Schutzkleidung"

Prof. Andrew Ullmann ist FDP-Bundestagsabgeordneter und Facharzt für Innere Medizin. Er kritisiert das Totsparen des ÖGD, abstruse Digitalisierungsmängel und dass die Regierung die ungenügende Vorbereitung auf eine Pandemie lange vor dem Coronavirus hätte anpacken können. Im Gespräch mit Wolfgang van den Bergh erklärt der Mann mit dem "Doppelherz" (Arzt und Politiker), warum eine zweite COVID-19-Welle im Spätherbst wahrscheinlich ist, wie die Länder sich aus der Klinikfinanzierung herausgestohlen haben und warum die Einschränkung der Grundrechte insgesamt die richtige Entscheidung war. (Dauer: 21:05)

Apr 23, 202021 min

Ep 90Gesundheitsweiser Gerlach: "Wir sind im Blindflug!"

Der Sachverständigenrat Gesundheit fordert gerade angesichts der Coronavirus-Pandemie einen deutlichen Digitalisierungsschub im Gesundheitswesen. Warum, das erklärt der Ratsvorsitzende Professor Ferdinand Gerlach in dieser Episode vom "ÄrzteTag"-Podcast. Er erklärt auch, warum es "ein Witz" ist, dass wir im Moment lieber die COVID-19-Zahlen der Johns Hopkins University in den Medien zitieren, statt die des Robert Koch-Instituts. Denn auch im amtlichen Meldewesen liegt bei der Digitalisierung einiges im Argen. Gerlach meint außerdem, gerade die jetzige Situation könnte für längst angedachte Reformen etwa der Sektorengrenzen sprechen. Denn die meisten Corona-Patienten, sagt er, werden gerade nicht in den Intensivstationen versorgt, sondern von niedergelassenen Ärzten.

Apr 22, 202017 min