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ÄrzteTag

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Ep 171Was die Corona-Teststrategie mit Fischefangen zu tun hat

Vor wenigen Tagen wurde das Corona-Thesenpapier 4.0 veröffentlicht. Es ist, wie der Name schon signalisiert, das vierte seiner Art. Seit März hat sich dazu eine Gruppe von Gesundheitsexperten zusammengefunden, die das Pandemie-Geschehen beleuchten und dabei mitunter auch kritisch der Linie der Bundesregierung gegenüber stehen. Neben langjährigen Experten wie Professor Matthias Schrappe, ehemals stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrates Gesundheit, und Hedwig François-Kettner, Pflegemanagerin und ehemalige Vorsitzende des Aktionsbündnis Patientensicherheit, gehört auch Dr. Matthias Gruhl fest zum Autorenkreis. Er ist Arzt für öffentliches Gesundheitswesen und ehemaliger Staatsrat im Hamburger Senat. Im Podcast erläutert er, warum die derzeitige Teststrategie wie das Auswerfen eines breiten Netzes ist, damit nicht zielführend und wenig effizient, was es an den Zahlen des RKI zur Corona-Pandemie zu bemängeln gibt – aber auch, wo Präventionsmaßnahmen großes Lob verdienen.

Sep 2, 202023 min

Ep 170Warum Blutspenden derzeit so knapp werden

Blut ist ein ganz besonderer Saft. So lässt Goethe seinen Mephistopheles sprechen, als er Faust in dessen Studierzimmer aufsucht. Und dieser Saft ist auch nicht ohne weiteres ersetzbar. Viele Frühgeborene, Unfallopfer und Menschen mit Tumorerkrankungen würden ohne rettende Blutspende nicht überleben. Doch die Versorgung mit Blutspenden wird immer schwieriger. Zum einen gibt es durch die Überalterung unserer Gesellschaft immer weniger Blutspender im spendefähigen Alter, zum anderen sind immer mehr Patienten dringend auf Blutprodukte angewiesen. Was also tun? In Gießen hat Professor Gregor Bein, Direktor des Zentrums für Transfusionsmedizin und Hämostasiologie am dortigen Universitätsklinikum, vor kurzem unter dem Motto „Aus der Region – für die Region“ zu mehr Blutspenden aufgerufen. Auch Aktionen wie „Spender werben Spender“ sollen die Zahl der Blutspender erhöhen. Doch was hält Menschen vom Blutspenden ab, wie erfolgreich lassen sich dann mit öffentlichen Aufrufen die Spenderzahlen am Ende erhöhen – und wie steht es um Kunstblut statt echtem "Saft"? Das erläutert Professor Bein im Podcast.

Sep 1, 202012 min

Ep 169Sind Lehrer eine besondere Risikogruppe für COVID-19?

Über Lehrer wird gerne gespottet: „Morgens haben sie recht und nachmittags frei“. In der Corona-Pandemie wurde der Lehrerberuf nun einerseits plötzlich mehr geschätzt, weil Eltern einen Teil der Arbeit beim Homeschooling zu spüren bekommen haben. Zum anderen wird mit der Rückkehr zum “normalen“ Schulbetrieb nach den Sommerferien kritisch hinterfragt, warum so viele Lehrer sich eigentlich in einer Risikogruppe wähnen und vom Präsenzunterricht befreit sind. Professor Stephan Letzel leitet in Mainz das Institut für Lehrergesundheit (IfL), das – als einziges seiner Art in Deutschland – an eine Universitätsmedizin angegliedert ist. Im Gespräch erläutert er, ob COVID-19 für Lehrer eine Berufskrankheit ist, wann Lehrer Masken tragen sollten und was die typischen Lehrerkrankheiten sind. Außerdem gibt er einen interessanten Einblick, was die Raumakkustik mit der Stimmung der Schüler zu tun hat.

Sep 1, 202026 min

Ep 168Warum sollten Ärzte mehr Kompetenzen abgeben, Frau Kappert-Gonther?

Kompetenzen abgeben und dafür anderes hinzubekommen? Im Podcast erläutert die Grüne Kirsten Kappert-Gonther, warum Ärzte nicht mehr alles machen müssen – und darüber froh sein könn(t)en. Ein schneller Ritt durch die aktuelle Gesundheitspolitik.

Aug 28, 202021 min

Ep 167Was tun, wenn Ärzte die Maskenpflicht unterlaufen, Dr. Pinkowski?

Im Zuge der steigenden Zahlen an nachgewiesenen Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus hat sich in den letzten Tagen auch die politische Debatte um die Maskenpflicht deutlich verschärft. Gleichzeitig, so scheint es, wächst die Ablehnung unter Maskengegnern, zu denen durchaus auch einige Ärzte zählen. Zuletzt fielen in diesem Zusammenhang polizeilichen Warnungen auf, dass einzelne Reisende auf ärztliche Blankoatteste aus dem Internet zurückgreifen, um sich der Maskenpflicht etwa im öffentlichen Nahverkehr zu entziehen. Hierzu betonte die Bundespolizei, dass solche selbstausgefüllten Atteste nicht von der Maskenpflicht befreiten – das Vorlegen sogar strafbar sein könne. Und aus dem Gesundheitsministerium hieß es zu den falschen Attesten: „Wenn das nicht medizinisch indiziert ist, dann ist das schlicht nicht zulässig.“ Der Chef der Landesärztekammer Hessen, Dr. Edgar Pinkowski warnt seine Kolleginnen und Kollegen vor dem Ausstellen von Gefälligkeitsattesten. Im Podcast spricht er über mögliche berufsrechtliche Konsequenzen – und warum das nicht ausschließt, dass man den Nutzen von Masken dennoch auch kritisch sehen kann.

Aug 27, 202011 min

Ep 166Wann wird Datenschutz zum Hemmschuh, Professor Gerlach?

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit hat kürzlich die Konzeption der elektronischen Patientenakte kritisiert, weil sie in Teilen der Datenschutzgrundverordnung widerspreche. Er kündigte an, die Kassen hier aufsichtsrechtlich an die Kandare zu nehmen. Professor Ferdinand Gerlach, der Vorsitzende des Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, widerspricht dieser Ansicht und kritisiert seinerseits: Der Datenschutzbehörde fehle die nötige Balance. Im Podcast erläutert er, warum Datenschutz und Datensicherheit zwar einen hohen Stellenwert einnehmen müssen, aber keinesfalls zum Hemmschuh einer Digitalisierung im Gesundheitswesen werden dürfen und was wir aus den Fehlern von Frankreich lernen können. Außerdem erklärt er, warum keine ePA auch keine Lösung, sondern vielmehr eine Gefahr für Patienten bedeuten würde – und was es mit der digitalen Aldi-Tüte auf sich hat.

Aug 26, 202026 min

Ep 165Wo sehen Sie Datenschutzlücken bei der ePA, Professor Kelber?

Über die elektronische Patientenakte, kurz ePA, wird seit einigen Tagen heftig gestritten. Genauer gesagt, über den Datenschutz in der Akte im speziellen und im sogenannten Patientendatenschutzgesetz im allgemeinen. Hier hat der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Professor Ulrich Kelber angedroht, falls das Patientendatenschutzgesetz mit den Vorgaben zur ePA so kommt, wie es bisher beschlossen ist, dann würde er den Krankenkassen eine aufsichtsrechtliche Anweisung geben. Und zwar sollen sie dann die Versicherten explizit davor warnen, dass die ePA nicht vollständig konform mit der EU-Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, ist. Wo genau setzt seine Kritik am Datenschutz an? Wie könnten die Lücken geschlossen werden? Und kann die ePA dann überhaupt noch pünktlich im nächsten Jahr an den Start gehen? Das erläutert Deutschlands oberster Datenschützer, Professor Ulrich Kelber, im Podcast-Gespräch.

Aug 25, 202019 min

Ep 164Wie Musik Demenzkranken helfen kann

Gemeinsames Singen – ob professionell, als Hobby oder einfach so – tut gut. Es hat positive Auswirkungen auf die psychische wie auch physische Gesundheit. So wird etwa die Sauerstoffversorgung verbessert, das Immunsystem aktiviert und vermehrt das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet – was Angst und Stress abbauen hilft. Diesen Schluss lassen inzwischen etliche Untersuchungen zu. Und Musik lässt sich auch therapeutisch nutzen, etwa bei Patienten mit Demenz. Professor Lutz Neugebauer, Vorsitzender der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft, hat viele Erfahrung, wenn es darum geht, wie sich das Potenzial von Musik therapeutisch nutzen lässt. Nach Forschungsarbeiten an der Universität Witten/Herdecke leitet er inzwischen in Witten das Nordoff Robbins Zentrum, das sich unter anderen älteren Menschen widmet, die nach Schlaganfällen oder durch Demenz ihre sprachlichen Fähigkeiten ganz oder teilweise verloren haben. Im Podcast erzählt er, wie Musik und Singen speziell bei Demenzkranken am besten eingesetzt werden kann, um tatsächlich therapeutisch zu wirken – und auch, wo dabei die Hürden der Bürokratie mitunter lauern.

Aug 24, 202025 min

Ep 163Was die Schönheit des Handwerks Herzchirurgie ausmacht

Das Herz in beide Hände zu nehmen, ist für Dr. Dilek Gürsoy nicht einfach eine Redewendung, wenn es um Courage geht. Wann immer sie einen Brustkorb öffnet zum Beginn einer Herzoperation und wenn sie mit einem ersten erfahrenen Blick sieht, ob es dem Herzen bisher gut oder schlecht ergangen ist, erfüllt sie Ehrfurcht und Demut, ist sie fasziniert "von der Schönheit des Handwerks der Herzchirurgie", wie sie selbst sagt. Ihre Leidenschaft für den Arztberuf und hier vor allem die Herzchirurgie hat die Medizinerin aus Neuss schon früh entdeckt. Zielstrebig hat die Tochter türkischer Gastarbeiter sich ihr auftuende Chancen stets mit beiden Händen ergriffen und sich als eine von wenigen Frauen in diesem – auch als Königsdisziplin bezeichneten – Medizinbereich etabliert. Sie implantierte als erste Frau in Europa ein Kunstherz und wurde als Medizinerin des Jahres 2019 geehrt. Im Podcast erzählt sie über ihren nicht immer einfachen Weg und ihre Erfahrungen in der Herzchirurgie – und welche besondere Leidenschaft sie noch pflegt.

Aug 21, 202028 min

Ep 162Die Lust der Medizinstudenten auf die Allgemeinmedizin

Mit dem „Masterplan Medizinstudium 2020“ soll unter anderem die Allgemeinmedizin gestärkt werden. Doch wie viele Medizinstudenten hätten überhaupt Interesse an dem Fach? Darüber reden wir mit Dr. Inga Petruschke vom Uniklinikum Jena, die das untersucht hat.

Aug 20, 202010 min

Ep 161Wie funktioniert eine “Corona-Psycho-Therapie to go“?

Corona – oder besser gesagt: der Pandemie-bedingte Lockdown – löst bei einigen Menschen ein Stimmungstief aus, ja, bei manchen sogar Ängste und gar Depressionen: Das hört man immer wieder. In nur zwei Wochen will die private Heiligenfeld Klinik in Berlin beziehungsweise auch am Standort Bad Kissingen SARS-CoV-2-bedingte psychische Leiden angehen – sogar lösen. Chefarzt Sven Steffes-Holländer erklärt das Konzept dahinter und gibt einen Überblick über den Tagesablauf der Patienten. Außerdem erläutert er, wieso alleine gut gemeinte Kurse zur Stressbewältigung in Unternehmen nicht helfen, wie es Betriebe besser machen können – und warum gerade Ärzte ihre Kurzzeittherapien in Anspruch nehmen. Und Steffes-Holländer verrät, wieso das Corona-Schnellprogramm gar nicht so sehr auf psychische Leiden durch COVID-19 abzielt.

Aug 19, 202011 min

Ep 160Wie arbeitet eigentlich der Deutsche Ethikrat, Frau Professor Buyx?

Die Corona-Krise fordert unsere Gesellschaft seit März in einer gänzlich ungewohnten Art und Weise heraus. Das neue SARS-CoV-2- Virus und die daraus resultierende Erkrankung COVID-19 zeigen besonders deutlich, wie viel wir eigentlich nicht wissen. Und bei vielen Aspekten ergeben sich nicht nur wissenschaftliche, wirtschaftlich und soziale, sondern zudem weitreichende ethische Fragen – nicht nur für Angehörige von Gesundheitsberufen. Hier kommt mitunter auch der Deutsche Ethikrat ins Spiel. So wurde er um eine Stellungnahme zum Thema Immunitätsausweis von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gebeten. Das war im Mai. In dieser Zeit hat sich der Deutsche Ethikrat auch gerade neu formiert: Unter anderem ist die 42-jährige Ärztin Alena Buyx, Professorin für Ethik der Medizin und Gesundheitstechnologien an der TU München, zur neuen Vorsitzenden gewählt worden. Im Podcast erläutert Frau Buyx, warum es wie "Pudding an die Wand zu nageln" ist, wenn es um eine Antwort zum Thema Immunitätsausweis geht, wie knifflig es mitunter ist, Wissenschaft in den Medien zu erläutern und wie der Ethikrat sich dieser Herausforderung stellt. Außerdem geht sie darauf ein, welche Aufgaben und Ziele das 24-köpfige Gremium sich für seine aktuelle Amtsperiode bisher gesetzt hat.

Aug 18, 202020 min

Ep 159Wie Kinderärzte sich den sicheren Schulstart in Coronazeiten vorstellen

Das Thema Corona-Infektionsrisiken durch und bei Kindern hat nach den Sommerferien wieder an neuer Brisanz gewonnen, da immer mehr Bundesländer zu einem mehr oder minder normalen Schulalltag zurückkehren. Die Konzepte sind dazu sind allerdings – unserem föderalen System entsprechend – kunterbunt. Auch in den medizinischen Fachgesellschaften gibt es divergierende Meinungen und Ansätze, wie Unterricht und bestmöglicher Infektionsschutz vereinbar sind. Das zeigen etwa die beiden jüngst publizierten Stellungnahmen einmal diverser pädiatrischer Gesellschaften und dann von den Deutschen Virologen. Im Podcastgespräch erläutert Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder-und Jugendärzte (BVKJ) die jüngsten Vorschläge der Kinderärzte, wie das Infektionsgeschehen an Schulen am besten im Griff zu halten ist – und warum es illusorisch ist zu glauben, dass man alle SARS-CoV-2-Infektionen verhindern könne.

Aug 17, 202016 min

Ep 158Was Ärzte bei Hitze für ihre Patienten alles tun können

Das Thermometer steigt und steigt. Sommerwetter mit Temperaturen weit über 30 Grad – das macht Patienten wie Ärzten und ihren Mitarbeitern in den Praxen zu schaffen. Bei welchen Patienten gilt es dann besonders aufmerksam zu sein, um gesundheitliche Folgen zu vermeiden? Wie können sich Praxen wappnen, um ihre Räumlichkeiten kühl und patientenfreundlich zu halten? Dr. Ralph Krolewski, niedergelassener Arzt in Gummersbach und Sprecher der AG Klimawandel und Gesundheit der DEGAM ist Spezialist auf diesem Gebiet. Im Podcast erläutert er, wie er seine eigene Praxis und die Patientenbetreuung hitze-optimiert hat und warum es für die Zukunft wichtig ist, sich diesem Thema noch intensiver zu widmen.

Aug 12, 202027 min

Ep 157„Das atomare Wettrüsten hat längst wieder begonnen!“

Am 6. August vor 75 Jahren begann in Hiroshima das Atomzeitalter. Die Gefahr eines Atomkriegs ist nicht vorüber, sagt der IPPNW-Vorsitzende Dr. Alex Rosen. Im „ÄrzteTag“ spricht er darüber, wie sich das Wettrüsten stoppen ließe – was Rentenkassen damit zu tun haben, und ob IPPNW die Bundesregierung verklagen will.

Aug 6, 202038 min

Ep 156Wie Schwangeren zum Rauchstopp verholfen werden kann

Schwangerschaft ist ein effektiver Rauchstopper: 75 Prozent der rauchenden Frauen legen die Zigaretten ab dem zweiten Trimenon beiseite. Wie Ärzte das in der Beratung nutzen können, darüber sprechen wir mit der Ökonomin Professor Katja Görlitz, auch mit Blick auf rauchende Väter.

Aug 4, 202018 min

Ep 155Wie Corona das Ketoazidose-Problem verschlimmert hat

Fast bei jedem zweiten Kind und Jugendlichen mit einem neu manifestierten Typ-1-Diabetes mellitus kam es während des Lockdowns zu einer Ketoazidose. Über die Gründe haben wir mit dem Gießener Kinder-Diabetologen Privatdozent Clemens Kamrath gesprochen. Und über die Lehren, die er zieht.

Jul 31, 202026 min

Ep 154„Amtsärzte und das KV-System sind der ganz entscheidende Faktor!“

Die erste große Studie mit über 10.000 stationären COVID-19-Patienten in Deutschland zeigt die Auswirkungen von Corona. Den Letztautor der Studie, Professor Reinhard Busse, haben wir gefragt, wie unser Gesundheitssystem mit der Pandemie umgegangen ist.

Jul 29, 202031 min

Ep 153Darum fällt die Sommerpause dieses Jahr aus

In dieser Sommerausgabe reden Chefredakteur Wolfgang van den Bergh und Nachrichtenchef Denis Nößler über sechs Corona-Monate und den Ausblick ins gesundheitspolitische Geschehen der kommenden Wochen und Monate.

Jul 24, 202017 min

Ep 152Die Triage und das Strafrecht

Es ist keine angenehme Vorstellung für Ärzte, aber in Zeiten der Coronavirus-Pandemie durchaus denkbar: Es gibt nur noch einen Beatmungsplatz, aber zwei COVID-19-Patienten, die diesen benötigen. Wie sollen Ärzte nun entscheiden? In dieser Episode des "ÄrzteTag"-Podcasts erläutert Elisa Hoven, Professorin für Strafrecht an der Universität Leipzig, die strafrechtliche Situation rund um die Triage. Außerdem spricht sie über den Tatbestand Tötung durch Unterlassen, und wie sich aus rechtlicher Perspektive die Situation verändert, wenn bereits der Beatmungsplatz belegt ist, aber ein neuer Patient behandelt werden soll.

Jul 23, 20208 min

Ep 151Wie kann Homeoffice Ärzte entlasten, DAK-Chef Storm?

In der Corona-Krise hat nicht nur die Digitalisierung einen Boom erlebt, auch aufs Homeoffice gab es – aus Gründen – einen regelrechten Run. Die DAK hat mit zwei repräsentativen Umfragen untersuchen lassen, wie sich die Einstellung der Bürger während Corona geändert hat. Fazit: Die Menschen lieben Homeoffice und sehen mehr Vor- als Nachteile. Sie fühlen sich weniger gestresst, produktiver, und sie loben die bessere Work-Life-Balance. Was bedeutet das für die Gesundheitsprävention, die Betriebsmedizin und das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM), wenn Homeoffice künftig einen größeren Stellenwert einnehmen wird? Darüber sprechen wir in dieser „ÄrzteTag“-Episode mit DAK-Chef Andreas Storm. Und wir reden darüber, wie auch Ärzte und Pflegeberufe von den Vorteilen von Homeoffice und der Digitalisierung profitieren können.

Jul 22, 202022 min

Ep 150Warum ab 60 die Schmerzen anders werden

Schmerz ist eines der häufigsten geriatrischen Syndrome und dennoch wird es bei Patienten ab etwa 60 Jahren zunehmend schwierig mit der richtigen Diagnose. Daher steht dieses Thema neben dem Aspekt der individualisierte Therapie in diesem Jahr prominent auf der Agenda des Deutschen Schmerz- und Palliativtags. Dieser findet zwar in diesem Jahr komplett online statt – so wie viele andere Kongresse aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie auch. Das hat aber durchaus auch seine Vorteile, wie Dr. Johannes Horlemann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) und Leiter des Regionalen Schmerzzentrums Kevelaer im Gespräch erläutert. Dabei erzählt er außerdem, worauf es ihm bei der Therapie von älteren Patienten ankommt und wann bestimmte Analgetika trotz einer möglichen Erhöhung des Sturzrisikos durchaus Sinn machen können.

Jul 21, 202016 min

Ep 149Warum sollte jeder Urlauber in Quarantäne, Herr Böhm?

Der Ingolstädter Hausarzt Dr. Anton Böhm warnt vor einer zweiten Corona-Welle durch Urlaubsheimkehrer. Er bezeichnet das Testen direkt nach der Ankunft im Heimatland als "Augenauswischerei". Denn ein Infizierter kann noch asymptomatisch sein. Der PCR-Test auf SARS-CoV-2 würde dann falsch-negativ ausfallen. In einem offenen Brief an Bayern Ministerpräsidenten Markus Söder verlangt der Allgemeinmediziner, der auch Stadtrat ist, "dass alle Rückkehrer aus dem Urlaub oder arbeitsbedingtem Auslandsaufenthalt" mindestens fünf Tage in Quarantäne gehen. Erst danach sollte auf das Coronavirus getestet werden. Böhm sagt: "Wir in unserem Hausarztzentren in Ingolstadt werden uns ab sofort weigern, bei Irgendjemandem vor dem fünften Tag nach Verlassen des Risikogebiets eine solche nahezu sinnlose Untersuchung durchzuführen, geschweige denn zu bestätigen."

Jul 20, 202010 min

Ep 148Wie sieht die ärztliche Fortbildung nach Corona aus, Herr Mühlenfeld?

Über 100 Fortbildungen für Ärzte und Medizinische Fachangestellte (MFA) veranstaltet das IHF, das Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband, jedes Jahr. Doch im März kam der Lockdown und zig Präsenztermine mussten ausfallen. In dieser Episode sprechen wir mit dem IHF-Vorsitzenden und Bremer Hausarzt Dr. Hans-Michael Mühlenfeld über die Stornokosten der Tagungshotels, über den schnellen Umstieg auf virtuelle, digitale Fortbildungsformate und darüber, wie sich die Akzeptanz gewandelt hat. Wir reden auch über die practica, den großen Fortbildungskongress, der Ende Oktober in Bad Orb stattfinden soll. Wie werden die Teilnehmer dort geschützt? Und wird es das traditionelle berufspolitische Oktoberfest und die lauschigen Abende an der Bar geben können?

Jul 17, 202013 min

Ep 147Vermischen sich im Herbst die Corona-Pandemie und die Grippewelle?

Heute werfen wir mit DEGAM-Vizepräsidentin Prof. Eva Hummers einen Blick in die Corona-Glaskugel: Wie wird wohl eine mögliche zweite Corona-Welle im Herbst aussehen, gibt es den befürchteten perfekten Sturm aus COVID-19 und Influenza? Ein Gespräch über kreative Praxislösungen, warum ein „one fits all“-Satz nicht funktioniert – und warum Keime gerne Straßenbahn fahre.

Jul 16, 202026 min

Ep 146Virologe zum Streit über Corona-Maßnahmen: „Das ist Kindergartenniveau!“

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit sagt: „Der alleinige Blick durch die virologisch-epidemiologische Brille war falsch.“ Im „ÄrzteTag“ kritisiert er Falschaussagen eines SPD-Politikers, den Streit auf „Kindergartenniveau“ und die Rolle der Leopoldina. Aber er sieht auch viel Gutes – und hat eine Liebeserklärung.

Jul 15, 202026 min

Ep 145Wie sich nach Corona das Medizinstudium ändern könnte

In der Corona-Pandemie war auch für die Medizinstudierenden in Deutschland vieles anders. In manchen Unikliniken war Lehre am Krankenbett tabu, in anderen Regionen hingegen wurden die angehenden Mediziner dankend als helfende Hände eingebunden. In der „ÄrzteTag“-Episode reden wir mit Christian Wolfram über das „Corona-Sommersemester“. Der Student der Humanmedizin an der Uni Leipzig ist Vorsitzender des Ausschusses Medizinstudierende im Hartmannbund. Je nach Fakultät haben seine Kommilitonen ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht, sagt er. Für ihn ist aber klar: Nach Corona muss sich das Medizinstudium ändern. Nicht nur digitaler muss es werden. Was sich aus seiner und der Sicht seiner Kommilitonen ändern muss, das erzählt im „ÄrzteTag“.

Jul 14, 202014 min

Ep 144"60 Prozent brauchen die Corona-App" – Wie aussagekräftig ist dieser Wert?

Etwa 60 Prozent aller Smartphone-Nutzer müssten die Corona-Warn-App einsetzen, dann bekämen wir die Pandemie in den Griff. Diese Zahl wird oft kolportiert, nur stimmt dieser Grenzwert auch? Darüber reden wir in dieser "ÄrzteTag"-Episode mit der Münchner Statistikerin Katharina Schüller. Sie ist Mitautorin der "Unstatistik des Monats" und hat sich jüngst auch mit der Entstehung dieses Grenzwertes auseinandergesetzt. Und welche Aussagekraft haben Modellierungen überhaupt? Katharina Schüller hat im Gespräch eine Checkliste zum kritischen Lesen von Studien. Und sie hat vier Fragen formuliert, die jeder Datenforscher sich vor einer Studie stellen sollte. Bei der Interpretation aber, bei den maßgeblichen Entscheidungskriterien, "da kann mir keine Statistik der Welt helfen", sagt sie.

Jul 13, 202018 min

Ep 143Warum wirbt die zweitgrößte Krankenkasse nicht mehr auf Facebook, Herr Bock?

Die Barmer, Deutschlands zweitgrößte gesetzliche Krankenkasse, hat die komplette Werbung auf Facebook und Instagram gestoppt. Der Marketingchef der Kasse, Christian Bock, erklärt in dieser Episode vom "ÄrzteTag", warum die BARMER sich dazu entschieden hat. Und was das mit Rassismus, "Fake News", Mobbing und Hassbotschaften zu tun hat. Er redet darüber, warum Solidarität als Grundfeste einer Krankenkasse diesen Schritt geradezu geboten hat. Und an welcher Stelle die Kasse wiederum politisch neutral bleiben muss.

Jul 10, 202011 min

Ep 142„Wir müssen die Kindermedizin vom Primat der Ökonomie befreien!“

Die Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland leidet: Viele Krankenhäuser sind baufällig, die Abteilungen halten sich oft nur mit Spenden über Wasser. Wegen der komplexen Fälle ist das Fach für die Kliniken ein Defizitgeschäft, die DRG-Erlöse sind nicht kostendeckend. Und immer wieder müssen Häuser wegen eines Mangels an spezialisierten Pflegekräften Betten blockieren – was zu bedrohlichen Engpässen führen kann. In dieser "ÄrzteTag"-Episode reden wir mit Professor Dominik Schneider über die Krise der Kinder- und Jugendmedizin. Der Direktor der Direktor der Kinderklinik am Klinikum Dortmund ist auch im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Er sagt, dass er Fan von Borussia Dortmund ist, erklärt uns, was seine baufällige Klinik mit der Bürgschaft für Schalke 04 zu tun hat. Und wir reden darüber, warum er die DRG abzuschaffen für "nicht zielführend" hält.

Jul 9, 202031 min

Ep 141"Söders Corona-Testkonzept ist kein Konzept!"

In Bayern soll sich jeder auf eine Coronavirus-Infektion testen lassen dürfen – auf Kosten des Steuerzahlers. So hat es jüngst die Landesregierung beschlossen. Die Tests soll die KV gewährleisten, doch just hat sie mangels Auslastung Testzentren geschlossen. Nun müssen die niedergelassenen Hausärzte ran. Angeblich haben die mit den Tests keinen Aufwand. "Da kann ich nur lachen!", sagt Dr. Hannes Blankenfeld in dieser "ÄrzteTag"-Episode. Denn das kommt zum Praxisalltag noch hinzu. Und wenn es durch viele Sommerurlaube wieder neue Cluster gibt, würden die Praxen mit Menschen überflutet, die sich testen lassen wollen. "Söders Testskonzept ist kein Konzept", sagt er. Warum? Das erzählt er im "ÄrzteTag" – und schlägt Alternativen vor. Gemeinsam mit anderen Kollegen hat Blankenfeld sich an Politiker im Freistaat gewandt und eine Petition gestartet. Sie fordern: "Redet mit uns!"

Jul 8, 202031 min

Ep 140Herzinfarkt im Corona-Lockdown: "Die Patienten sind sehr spät ins Krankenhaus gekommen"

In der Zeit des Corona-Lockdowns ab Mitte März ist die Zahl der Krankenhauseinweisungen deutlich gesunken. Diese Befunde etwa des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (WIdO) hat auch eine Forschergruppe aus Ulm um den Kardiologen Professor Armin Imhof erhärtet. In den 31 Tagen nach dem 21. März wurden an der dortigen Notaufnahme und Intensivmedizin 22 Prozent weniger Patienten mit akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen behandelt, als in vergleichbaren Vorjahreszeiträumen ([Clin Res Cardiol 2020; online 3. Juni](https://link.springer.com/epdf/10.1007/s00392-020-01681-2)). Besonders auffällig bei den Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS) war der Rückgang beim Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI). Unterschiede gab es auch anamnestisch: So hatten während Corona mehr als doppelt so viele Patienten eine TIA oder einen Schlaganfall in der Vorgeschichte der diastolische Blutdruck war im Mittel höher (85 vs. 77 mmHg). Bei STEMI-Patienten fanden die Ulmer Ärzte deutliche Unterschiede bei den Plasmakonzentrationen von Troponin T und der Kreatininkinase. Das Troponin war im Mittel signifikant sogar mehr als dreimal höher als im Vergleichszeitraum. In dieser "ÄrzteTag"-Episode sprechen wir mit Armin Imhof über die möglichen Ursachen dieser Unterschiede und ihre klinische Bedeutung.

Jul 7, 202013 min

Ep 139Mit der Luftwaffe gegen das Coronavirus?

In Zusammenhang mit der Eindämmung der Corona-Pandemie ist auch die Bundeswehr im Einsatz. So sieht man neuerdings bei Pressekonferenzen zu aktuellen SARS-CoV-2-Hotspots immer mal wieder einen Bundeswehrangehörigen mit auf dem Podium. Und sie ist nicht nur in Krisenregionen mit COVID-19-Ausbrüchen aktiv. Sie taucht mitunter auch an Stellen auf, an denen man eigentlich nicht direkt an sie denken würde. Im Podcast-Gespräch erzählt Generalstabsarzt Dr. Stephan Schoeps, stellvertretender Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, wie die Bundeswehr ihre Aufgaben in der Corona-Krise versteht und wo sie bislang bereits aktiv geworden ist.

Jul 6, 202017 min

Ep 138Studenten in psychischer Not

Berufsgruppen wie Ärzte und Pfleger haben während der Corona-Pandemie besondere Aufmerksamkeit erhalten, ebenso Familien mit Klein- und Schulkindern im Heimarbeitsstress oder Senioren in Pflegeheimen, die vereinsamt sind, weil kein Besuch möglich war. Vergleichsweise wenig an die Öffentlichkeit gedrungen sind hingegen die Sorgen und Nöte der Studierenden. Dabei ist für viele nicht nur einfach der normale Unibetrieb weggebrochen, wichtige Auslandsaufenhalte konnten nicht stattfinden oder auch Prüfungen nicht abgelegt werden. Finanziell waren der Lockdown sowie die anhaltende Kurzarbeit in vielen Branchen für sie häufig ein Fiasko. Denn als Aushilfskräfte waren sie meist als Erste ihren Job los, der ihnen das Studium oft erst finanziert. Hat sich das auch vielleicht bei den psychotherapeutischen Beratungsstellen (PBS) der Universitäten bemerkbar gemacht? Darüber berichtet Dr. Jana Gutermann, Psychotherapeutin und Leiterin der psychotherapeutischen Beratungsstelle an der Goethe-Universität in Frankfurt.

Jul 3, 202013 min

Ep 137Was taugt die nationale Diabetes-Strategie, DDG-Chefin Kellerer?

Am Freitag soll der Bundestag die nationale Diabetes-Strategie verabschieden. Nach zähem Ringen um die Richtung, haben sich die Regierungskoalitions-Politiker geeinigt, doch wie bewertet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) den Plan? DDG-Präsidentin Prof. Monika Kellerer findet die Strategie als Aufschlag in Ordnung, fordert aber, dass jetzt wirksame Maßnahmen folgen müssen: „Sonst ist die Diabetes-Strategie das Papier nicht wert, auf dem sie steht“. In dieser Episode erklärt sie, welche Maßnahmen ihr fehlen, warum sie die mangelnde Datenauswertung aus den Disease-Management-Programmen für einen Skandal hält und warum eine Leitlinien-gerechte Therapie in eine Nationale Diabetes-Strategie eingehen muss. "Sonst können wir und andere Fachgesellschaften auch aufhören", pocht sie auf die Integration.

Jul 2, 202019 min

Ep 136Wie gelingt digitale Kommunikation in der Medizin?

Allenthalben ist zu hören und zu lesen, dass die Corona-Krise dem deutschen Gesundheitswesen einen Digitalisierungsschub verpasst hat. Tatsächlich scheint in Sachen Videosprechstunde der Dornröschenschlaf in vielen Praxen vorbei zu sein. An anderen Stellen herrscht nach wie vor ein Flickenteppich an digitalen Einzellösungen, scheinen Prozesse des Daten- und Informationsaustauschs zwischen den verschiedenen Bereichen der Medizin – öffentlicher Gesundheitsdienst, Kliniken, Praxen – festgefahren. Die Bundesärztekammer (BÄK) hat daher einen 12-Punkte-Katalog mit den aus ihrer Sicht wichtigsten Punkten erstellt, an denen die Digitalisierung in der Medizin zeitnah forciert werden muss.Im Gespräch erläutert Privatdozent Dr. Peter Bobbert vom ev. Krankenhaus Hubertus in Berlin und einer der Vorsitzenden des BÄK-Ausschusses Digitalisierung, wo er noch Nachholbedarf sieht, wieso der elektronische Arztausweis jetzt unbedingt kommen muss und warum ihm gerade eine einheitliche Plattform, über die sich alle Ärzte austauschen könnten, so wichtig erscheint.

Jul 1, 202014 min

Ep 135Wie die richtige Architektur Corona verhindert

Die Wohnbedingungen beim Fleischproduzenten Tönnies sind das Beispiel, wie Wohnungsbau einen Infektionsherd kreieren kann. Im Gespräch mit dem international tätigen Architekten Stephan Schütz geht es heute um Krankenhausgestaltung, die Patienten möglichst schnell gesunden lässt, wieso moderne Flughafentoiletten Vorbild für die Gestaltung von Büros sind – und warum Schütz Fahrradwerkstätten in Wohnhäuser integrieren würde.

Jun 30, 202010 min

Ep 134Studien lesen in der Krise – wenn Ärzte von der Wissenschaft abgeschnitten sind

In der Coronavirus-Pandemie mussten auch Bibliotheken ihre Pforten schließen. Für Forscher und Ärzte, die nicht an Unikliniken arbeiten, war das teils mit erheblichen Einschnitten verbunden, sagt Dr. Siw Waffenschmidt in dieser „ÄrzteTag“-Episode. Denn so sind sie nicht mehr an viele wissenschaftliche Veröffentlichungen wie Studiendaten oder Buchkapitel gekommen. Die Crux: Viele öffentliche Bibliotheken dürfen ihre Bestände nicht digital anbieten. Ein Zugang ist nur vor Ort oder über eine aufwändige Fernleihe möglich. Ein Unding, meint Waffenschmidt. Die Forscherin vom Deutschen Netzwerk Evidenz-basierte Medizin (DNEbM) und Abteilungsleiterin Informationsmanagement am IQWiG in Köln fordert: Nicht nur Universitätsmitarbeiter sollten digital Zugriff auf Forschungswissen haben. Auch außeruniversitäre Einrichtungen, Ärztinnen und Ärzte in Praxen oder kleinen Krankenhäusern, aber auch Privatleute sollten Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen erhalten. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen hat sie für das DNEbM eine entsprechende Stellungnahme veröffentlicht. Im „ÄrzteTag“ redet sie über Nationallizenzen, das Projekt DEAL und eine Utopie, wie Forschungswissen für alle Menschen zugänglich sein könnte.

Jun 29, 202019 min

Ep 133Geht die Digitalisierung an den Gesundheitsämtern vorbei, Frau Dr. Teichert?

Im Landkreis Gütersloh haben sich wegen eines Ausbruchs in einem Schlachtbetrieb binnen kürzester Zeit viele Hunderte Menschen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert. Der Cluster gilt als der momentan größte Ausbruch mindestens hierzulande. Doch wie sind die Gesundheitsämter auf solche neuen Ausbrüche in dieser Größenordnung vorbereitet? "Alleine können sie es nicht bewältigen", sagt die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (BVÖGD), Dr. Ute Teichert, in dieser "ÄrzteTag"-Episode. Um solche Ausbrüche früher erkennen zu können, sollen nun auch Tests von asymptomatischen Personen helfen. Erstmals kommen alles Gesundheitsämter in Deutschland flächendeckend auf diese Weise in Kontakt mit dem KV-System. Ein Novum, auf dem man aufbauen sollte, sagt Teichert. Und sie spricht über DEMIS, SORMAS, und wie die Gesundheitsämter digitalisiert werden sollten.

Jun 26, 202024 min

Ep 132Dr. Ruth Hecker: "Ärzte und Pflegekräfte sind zweite Opfer bei Behandlungsfehlern!"

Die Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK) haben heute (25. Juni) ihre Behandlungsfehlerstatistik für 2019 vorlegt: Von rund 14.500 Gutachten lag bei jedem vierten Fall ein Fehler vor. Rund 3000 Fehler führten direkt zu Schäden. "Das ist nur die Spitze des Eisbergs", sagt die Anästhesistin Dr. Ruth Hecker in dieser Episode vom "ÄrzteTag"-Podcast. Sie ist die Vorstandsvorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS). Man müsse sehr viel mehr Fehler vermuten, nur gebe es dazu schlicht keine Daten. "Jeder Schaden ist einer zu viel", sagt Hecker, die am Uniklinikum Essen Chief Patient Safety Officer ist. Und auch Ärzte und Pflegekräfte sind unmittelbar betroffen: "Sie sind die zweiten Opfer". Viele junge Kolleginnen und Kollegen würden aus dem ärztlichen Beruf ausscheiden, weil sie nach einem Fehler "nicht aufgefangen worden sind". Helfen können Fehlermeldesysteme und eine Sicherheitskultur. Doch dafür, so Hecker, müsse auch die Politik umdenken.

Jun 25, 202010 min

Ep 131Wie regeln wir denn jetzt die ärztliche Sterbehilfe, Prof. Wiesing?

"Das Urteil des BVerfG zur Sterbehilfe ist eine deutliche Kritik an der Politik der Ärztekammern in den letzten Jahrzehnten", meint Prof. Urban Wiesing. In dieser Episode erklärt der Tübinger Medizinethiker, warum ausgerechnet die Kammern in diesem Punkt gegen die verfassungsgemäße Berufsfreiheit der Ärzte verstoßen und inwieweit der Staat präventiv in die Hilfe zum Suizid eingreifen darf. Und er sagt, welches Gesetz zur Sterbehilfe ihm und seinen Kollegen vorschwebt.

Jun 24, 202013 min

Ep 130Neue Therapieerkenntnisse zu COVID-19

COVID-19 ist als Erkrankung erst seit einem halben Jahr bekannt. Zu der Erkenntnis, dass es dabei in etwa fünf bis acht Prozent der Fälle zu einer schweren Pneumonie kommen kann, bei der Patienten eine intensivmedizinische Behandlung brauchen, sind inzwischen, viele weitere medizinische Details zum Erkrankungsbild bekannt geworden. Führende medizinische Fachgesellschaften haben daher in der vergangenen Woche gemeinsam neue Empfehlungen in einer S1-Leitlinie unter dem Titel „Empfehlungen zur intensivmedizinischen Therapie von Patienten mit COVID-19“ publiziert, die Ärzten bei der zielgerichteten Behandlung schwer erkrankter Patienten helfen soll. Welche aktuellen Erkenntnisse darin eingeflossen sind, erläutert im Podcast einer der Hauptautoren der Leitlinie, Professor Gernot Marx. Er ist Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care des Aachener Universitätsklinikums und künftiger Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin – kurz DIVI.

Jun 23, 202019 min

Ep 129Sexarbeit: Das älteste Gewerbe der Welt in der Krise

Das älteste Gewerbe der Welt scheint einer der ganz großen Verlierer der Corona-Krise zu werden, weil Prostituierte nicht arbeiten dürfen, Bordelle weiter geschlossen bleiben. Erst jüngst berichtete die Deutsche Aids-Hilfe zum Internationalen Hurentag, dass der Zugang zu Soforthilfeprogrammen und Sozialleistungen für viele Prostituierte nach wie vor erschwert ist. Über die städtische Beratungsstelle CASA blanca – das Centrum für HIV und sexuell übertragbare Krankheiten in Altona, die auch von vielen SexarbeiterInnen aufgesucht wird – hat die Medizinerin Dr. Johanna Claass viel Erfahrung sammeln können. Im Podcast erläutert sie, welche Hilfe sozialer wie medizinischer Art für die Berufsgruppe der SexarbeiterInnen aktuell besonders nötig erscheint und warum es keinen Unterschied macht, wo Hygieneregeln eingehalten werden.

Jun 22, 202014 min

Ep 128Notärztin mit Empathie und Energie

Die Corona-Pandemie ist auch nach inzwischen fast einem halben Jahr nach wie vor ein Schreckgespenst, das uns gezeigt hat, wie fragil selbst moderne Gesundheitssysteme mitunter sein können. Und doch hat die Krise auch eine Welle von Hilfsbereitschaft erzeugt und Kreativität an den unterschiedlichsten Stellen geweckt. Mit an vorderster Front aktiv und nicht erst seit Corona kreativ ist Dr. Carola Holzner, leitende Notärztin der Stadt Mühlheim an der Ruhr und leitende Oberärztin der zentralen Notaufnahme Nord am Universitätsklinikum Essen. Als Doc Caro zeigt die zweifache Mutter zudem schon seit vielen Jahren in den sozialen Medien, was Notärztin sein, so tagein tagaus bedeutet – sei es mit gesanglichen Einlagen zum Konflikt, was Notfallsanitäter und was Notärzte dürfen, oder mit medizinischen Erklärvideos oder sei es, um zu appellieren, warum das Coronavirus uns alle angeht. Im Podcast erzählt sie, wie sie die Corona-Krise als Notärztin erlebt hat, welche Vorteile die Digitalisierung in ihren Beruf bringt und wie sie Notfallmedizin und Familie trotz des hohen Arbeitspensums unter einen Hut bringt.

Jun 19, 202012 min

Ep 127Wie Patienten ihren Diabetes loswerden

Einmal Diabetes, immer Diabetes? Diese alte Weisheit entkräftigen mehr und mehr Erfahrungen der letzten Jahre. Mit zehn bis 15 Kilo Gewichtsverlust besiegen viele Patienten ihren Diabetes. Diabetologe Prof. Stephan Martin ist begeistert von der Methode und berichtet, wie man Patienten zur richtigen Ernährung anlernen kann.

Jun 18, 202019 min

Ep 126Jens Spahn: "Ich würde mir mehr Corona-Patriotismus wünschen"

Auch der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit wurde durch Corona "digitalisiert". Die Auftaktveranstaltung am 17. Juni fand per Videokonferenz statt. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) war digital per Videoschalte dabei. Im Gespräch mit Wolfgang van den Bergh, dem Chefredakteur der "Ärzte Zeitung", sprach er über Hightech made in Germany, eine App, die Maßstäbe setzt, viel Geld – und wie die Bürger hierzulande an Corona-Impfstoffe kommen sollen.

Jun 17, 202027 min

Ep 125Welche Konsequenzen Hebammen aus der Corona-Krise ziehen

Die Corona-Pandemie hat auch für die Geburtshilfe weitreichende Folgen. Zwar sollen Schwangere die wichtigen Versorgungsmöglichkeiten rund um die Geburt ihres Kindes auch weiterhin in Anspruch nehmen – und doch herrscht auch hier eine deutliche Verunsicherung. So wurden Vorbereitungskurse weniger genutzt und Väter zeitweise aus den Kliniken verbannt. Verunsicherung nebst neuen Reglementierungen auch hat der Berufsverband der Hebammen deutlich zu spüren bekommen. Im Podcast berichtet Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes, was sich in den letzten Wochen in ihrer Arbeit geändert hat und wie aus Hebammensicht die Geburt dennoch sicher vonstatten gehen kann, so dass statt Infektionssorgen die Freude auf den Nachwuchs überwiegt.

Jun 16, 202022 min

Ep 124Mit Mimik und Stimme Patienten führen

Lachen, Weinen, Wut und Trauer. Viele Emotionen zeigen sich deutlich in unserem Gesicht und unserer Mimik. Doch es gibt auch versteckte Signale, die ähnlich wie bei der Körpersprache unser Gegenüber vielleicht irritieren. Das kann im Bewerbungsgespräch ebenso wichtig sein wie in der Arzt-Patienten-Kommunikation, etwa wenn es darum geht, die Compliance zu einer Therapie zu erhöhen. Dirk Eilert, Experte beim Thema emotionale Intelligenz und Mimikforschung aus Berlin, erläutert im Podcast, worauf es im Gespräch mit dem Gegenüber ankommt, damit wir auch tatsächlich wahrnehmen, was der andere fühlt und möchte – selbst, wenn er vielleicht etwas ganz anderes sagt.

Jun 15, 202030 min

Ep 123Tatort Wohnzimmer – häusliche Gewalt während des Lockdowns

Häusliche Quarantäne, geschlossene Schulen und Kitas, finanzielle Sorgen – immer wieder wurde von Kinder- und Frauenbeauftragten die Sorge geäußert, dass dieser Belastungsmix auf fatale Weise gewalttätige Konflikte in Familien begünstigen könnte. Jetzt hat erstmals eine wissenschaftliche Erhebung Licht ins Dunkeln gebracht mit konkreten Zahlen. Sie stammen aus einer repräsentativen Befragung zu den Erfahrungen während der strengen Phase des Lockdowns. Und sie scheinen leider die Befürchtungen zu bestätigen. So hat danach etwa jedes zehnte Kind in häuslicher Quarantäne Gewalterfahrungen gemacht. Im Podcast berichten die beiden Autorinnen der Studie, Prof. Janina Steinert von der TU München und Dr. Cara Ebert von der RWI Essen, welche Faktoren Gewalt gegenüber Frauen und Kindern besonders zu begünstigen scheinen und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind.

Jun 12, 202016 min

Ep 122Wie funktioniert die Arztausbildung in Corona-Zeiten?

Ausnahmesituationen können auch Vorteile haben: "Wir jungen Ärzten spüren wieder, wie sinnvoll das ist, was wir tun, weil die Marktorientierung etwas ausgeblendet wird", sagt Dr. Cornelius Weiß vom Jungen Forum des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) zur Arbeit während der Coronavirus-Krise. In dieser Episode des "ÄrzteTags" berichtet er, dass die Erfahrungen der einzelnen Fachrichtungen durchaus unterschiedlich sind, wie es mit den Fachprüfungen aktuell aussieht – und warum sich sein Berufsbild durch COVID-19 geändert hat.

Jun 10, 202010 min