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ÄrzteTag

ÄrzteTag

789 episodes — Page 13 of 16

Ep 189Reinhard Busse: "Mehr Geld für Prävention gefährdet nicht die Kranken!"

Gerät die medizinische Versorgung ins Hintertreffen, wenn die Vergütung der Ärzte mehr auf Prävention setzen würde? Nein, sagt Professor Reinhard Busse. Warum, das erklärt er im „ÄrzteTag“.

Sep 25, 202016 min

Ep 188Wie der Impfpass voll digital wird – und was das Ärzten nutzt

Die ePA ist auf dem Weg, wenn auch noch abstrakt. Das interdisziplinäre Team von ImpfDocNE will den Impfpass voll digitalisieren und hat eine Software entwickelt, die Arzt und Patient dessen Impfstatus detailliert zeigt. In dieser Episode reden wir mit Dr. Hans-Jürgen Schrörs über ImpfDocNE. Gemeinsam klopfen wir ab, welches Team dahinter steckt, wie die Anbindung in die Praxissoftware das Praxisteam unterstützen kann und warum eine dezentrale Speicherung der Daten die beste Lösung für die ePA ist. Und was sage ich eigentlich meinem Patienten, wenn der sein Handy mit den Impfdaten verliert?

Sep 24, 202026 min

Ep 187Warum der Weg zu "mehr Qualität in Kliniken" so kompliziert ist

Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement sind im Krankenhaus wie auch in der Arztpraxis zwei grundlegende – und auch selbstverständliche – Aspekte, um die Patientenversorgung sicher zu gestalten. Doch es macht sich unter den Ärzten Unmut breit. Für die Qualitätssicherung sei mittlerweile ein zu hoher bürokratischer Aufwand nötig, der im Missverhältnis zum potenziellen Nutzen für die Patientenversorgung stehe, beklagte jüngst die Bundesärztekammer in einem Memorandum. Was genau die Ärzteschaft verärgert, erläutert im Podcast Dr. Susanne Johna. Sie ist Oberärztin am Sankt Josefs-Hospital in Rüdesheim und seit 2016 im Vorstand der Bundesärztekammer, wo sie im Ausschuss Qualitätssicherung mitwirkt. Im Gespräch geht sie auch auf die Qualitätsoffensive im Krankenhausstrukturgesetz und die planungsrelevanten Qualitätsindikatoren ein, die das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen erarbeitet, und warum dieses Instrument mitunter mehr Sand als Öl in die Klinikabläufe bringt – Dabei gebe es oft eine relativ einfache Lösung.

Sep 23, 202016 min

Ep 186Wie lässt sich eine faire Aufgabenverteilung in der Pandemie erreichen?

Privat versicherte Patienten sind häufig gern gesehene Patienten in den Praxen, weil sie im Vergleich zu Kassenpatienten in vielen Fällen für dieselbe Leistung ein deutlich höheres Honorar einbringen. Gerade in der Corona-Pandemie, nach der ersten Welle, ist die Branche von Ärzten immer wieder an den Pranger gestellt worden: Sie habe sich nicht angemessen beteiligt an den Pandemiekosten, hieß es und heißt es bis heute immer wieder – vor allem von KV-Vertretern. Dahinter steckt der uralte Konflikt im dualen System, inwieweit die privaten Krankenversicherungen (PKV) an Infrastrukturkosten im Gesundheitswesen zu beteiligen wären, die für gesetzlich Versicherte wie für privat Krankenversicherte vorgehalten werden. Im Podcast erläutert Dr. Florian Reuther, Verbandsdirektor der Privaten Krankenversicherungen seine Auffassung, dass sich PKV-Unternehmen durchaus an den Pandemiekosten beteiligt haben und wo etwa die Hygienepauschalen für den Aufwand in Praxen greifen oder telemedizinische Abrechnungsmöglichkeiten. Außerdem gibt er einen Ausblick auf die geplante neue GOÄ.

Sep 22, 202029 min

Ep 185Was Demenzpatienten mitten im Leben hält

Alljährlich am 21. September ist Weltalzheimertag. Dieses Jahr steht der Tag in Deutschland unter dem Motto „Demenz – wir müssen reden!“. Doch das ist leichter gesagt als getan. Noch immer ist die Krankheit ein Tabu – auch wenn Demenzen inzwischen zu den häufigsten neuropsychiatrischen Erkrankungen im höheren Alter gehören und über eine Million Senioren in Deutschland betroffen sind. So fällt es vielen Familienmitgliedern sehr schwer, den Betroffenen auf merkliche Veränderungen seiner geistigen Leistungen anzusprechen, aus Sorge, ihn zu verletzen. Selbst einem Arzt gegenüber wird das Thema oft nur vorsichtig und verklemmt angesprochen. Der Erkrankte selbst verschließt häufig die Augen vor seiner zunehmenden Vergesslichkeit oder entwickelt Kompensationsmechanismen. Wertvolle Zeit geht so verloren, denn es ist nachgewiesen: Je früher ein Betroffener mit Gedächtnistraining, mit Gesprächen und Aktivitätsprogrammen mitten im Leben gehalten wird, desto besser kann das Fortschreiten einer Demenzerkrankung zumindest verzögert und die Lebensqualität erhalten werden. Und eine heilende medikamentöse Therapie lässt ja leider nach wie vor auf sich warten. Was sich mit bestimmten aktivierenden Maßnahmen erreichen lässt, welche Rolle eine Selbsterhaltungstherapie dabei spielt und wann Medikamente helfen und wann nicht lässt, erläutert im Podcast Dr. Jürgen Herzog. Er ist Chefarzt an der Schön Klinik München-Schwabing, die einen Schwerpunkt Neurologie hat, zu der auch eine Tagesklinik für Demenz gehört.

Sep 21, 202019 min

Ep 184Dr. Matthias Jöllenbeck - ein Arzt pfeift Bundesliga

Am Freitag (18.9.) wird die neue Saison in den Fußball-Bundesligen angepfiffen – u.a. von Dr. Matthias Jöllenbeck, der die Zweitliga-Partie Jahn Regenburg gegen 1. FC Nürnberg leiten wird. Im „ÄrzteTag“-Podcast spricht er über sein Leben als Klinikarzt und Bundesliga-Schiedsrichter.

Sep 18, 202023 min

Ep 183Warum wollen Sie zurücktreten, Ärztekammerpräsident Jonitz?

Berlins Kammerchef tritt ab: Dr. Günther Jonitz will bis Juni 2021 seinen Posten räumen. Warum? Das haben wir ihn am Donnerstag für diese „ÄrzteTag“-Episode gefragt. Darin erzählt er auch, wie deutsche Ärzte zum internationalen Vorbild wurden.

Sep 17, 202015 min

Ep 182Welche Lehren zur Patientensicherheit sich aus der Corona-Krise ziehen lassen

Geht es um das Thema Patientensicherheit, dann hat die Corona-Krise den Finger in altbekannte "Wunden" gelegt, wie auch ganz neue Aspekte hervorgebracht. So gehören Unterbrechungen der an sich notwendigen kontinuierlichen Versorgung und unversorgte Notfälle mit zu den Folgen, die die gewohnte Versorgung von Patienten in Deutschland durcheinander gebracht hat. Zugleich kam auf Ärzte und Pflegekräften eine neue ungewohnte Situation zu mit phasenweise sehr hohe physischer wie psychischer Belastung, da die Pandemie die Abläufe in den Alltag in Praxen und Kliniken stark verändert hat – auch dies ist ein Aspekt, der die Patientensicherheit beeinträchtigen kann, denn ganz klar: Wer unter Stress steht, macht leichter Fehler. Dr. Ruth Hecker, Vorsitzende des Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS), erläutert im Podcast, welche Schwachstellen in unserem Gesundheitswesen offen gelegt wurden und an welchen Stellen nun im Sinne der Patientensicherheit dringlich nachgebessert werden sollte – und da ist der Personalmangel nur ein Aspekt. Kritisch sieht sie auch, dass zu wenig auf die Belastungen von Mitarbeitern im Gesundheitswesen geachtet wird und Geld für entsprechendes Mentoring in den Klinikbudgets nicht vorgesehen ist. Doch sie sieht auch einen positiven Effekt.

Sep 17, 202016 min

Ep 181„Streit zwischen Haus- und Fachärzten macht gar keinen Sinn!“

Reichen 500 Millionen Euro Honorarplus im kommenden Jahr nicht? Im „ÄrzteTag“ spricht die neue BDI-Präsidentin Christine Neumann-Grutzeck über gestiegene Kosten, das Ende der Budgets – und warum Haus- und Fachärzte nicht ums Honorar streiten sollten.

Sep 16, 202013 min

Ep 180Wie Wiederbelebung sexy für junge Menschen wird

Ein Mensch bricht auf der Straße oder zuhause plötzlich zusammen – solch eine Situation kommt in Deutschland nach Schätzung von Intensivmedizinern bis zu 150 Mal am Tag vor. Oft liegt dann ein Herzkreislauf-Versagen vor. In einem solchen Notfall zählt jede Minute, da das menschliche Gehirn nur knapp fünf Minuten ohne Sauerstoffversorgung überlebt. Darauf macht jetzt auch wieder die Woche der Wiederbelebung aufmerksam. Doch die Hemmschwelle zu helfen, ist offensichtlich hoch – die Quote der Laienreanimation liegt in Deutschland gerade mal bei 40 Prozent. Und die Sorge vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 dürfte aktuell die Zurückhaltung eher noch erhöhen. Im Podcast erläutert Professor Götz Geldner von Klinik für Anästhesiologie und Schmerztherapie in Ludwigsburg und Präsident des Berufsverbands Deutscher Anästhesisten, wie Wiederbelebung auch in Coronazeiten leistbar ist und worauf beim Hilfedreiklang Prüfen - Rufen - Drücken zu achten ist. Und für diejenigen, die die BeeGees als Rhythmusgeber nicht mögen oder kennen, hat er eine Alternative parat.

Sep 15, 202011 min

Ep 179Wie bei Medizinern die Lust an der Allgemeinmedizin geweckt werden soll

Eigentlich erfordert unsere alternde Gesellschaft mehr Allgemeinmediziner. Doch der Trend in die Hausarztpraxis scheint bei jungen Medizinern nicht vorne auf der Wunschliste zu stehen – schon gar nicht, wenn es darum geht die Praxis auf dem Land zu führen. Laut einer Statistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gibt es im Jahr 2020 in etwa 7000 Hausärzte weniger als noch 2010. Es gibt daher inzwischen einige Ansätze, dem Hausarztmangel entgegen zu wirken – angefangen von den Extrastudienplätzen für jene Studenten, die sich dafür verpflichten, später als Landarzt dort zu praktizieren, wo Not am Arzt ist (Landarztquote) bis hin zu Konzepten, die spätestens dann im Studium heiß auf Hausarzt und Allgemeinmedizin machen sollen. Ein neues Konzept verfolgt nun die Universität Magdeburg mit dem Arbeitsbereich HAWIRA „Hausärztliche Aus- und Weiterbildung der regionalen Allgemeinmedizin“. Was dieses Offensive konkret beinhaltet und wie damit vom Medizinstudium bis zur Weiterbildung die Lust am Hausarzt-Dasein – auch in ländlichen Gegenden – geweckt werden soll, erläutert im Podcast Professor Thomas Lichte, der gemeinsam mit Dr. Robin John das Konzept gerade aufbaut.

Sep 14, 202025 min

Ep 178Wie wollen Sie Ärzten die Regressangst nehmen, Herr Hecken?

Seit zehn Jahren gibt es eine Nutzenbewertung für Arzneien. Im „ÄrzteTag“ zieht GBA-Chef Hecken Bilanz. Er spricht über die neuen Herausforderungen, die Grenzen der EbM und wie er Ärzten Ängste nehmen will.

Sep 11, 202041 min

Ep 177Was macht die Rheumatologie für junge Ärzte interessant, Professor Schulze-Koops?

Der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) macht der fehlende Nachwuchs in ihrer Disziplin Sorgen – auch vor dem Hintergrund, dass der Versorgungsbedarf seitens der Patienten stetig wächst. Im Podcast macht Professor Hendrik Schulze-Koops, Präsident der DGRh und Präsident des virtuellen Rheumakongresses 2020 deutlich, wo es bei Aus- und Weiterbildung des medizinischen Nachwuchses hakt, was wir von Ländern wie Frankreich und Italien lernen können, um Versorgungslücken zu schließen – und was den Reiz der internistischen Rheumatologie gerade auch für angehende Ärzte ausmacht.

Sep 10, 202019 min

Ep 176Warum Alkohol in der Schwangerschaft noch immer unterschätzt wird

Alljährlich am 9. September ist der Tag des alkoholgeschädigten Kindes. Das Datum wurde dafür bewusst gewählt. Es soll auf die 9 Monate hinweisen, die ein ungeborenes Kind beschützt und behütet im Bauch seiner Mutter heranwächst. Mit zu den vermeidbaren Risiken in dieser sensiblen Phase gehört das Trinken von Alkohol. Denn wenn Schwangere Alkohol trinken, kann das – eigentlich längst bekannt – gravierende Folgen haben: Sie reichen von Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu angeborenen Fehlbildungen. Alle Formen dieser vorgeburtlichen Schädigungen werden unter dem Begriff FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorder) zusammengefasst. Doch noch immer wird das Risiko unterschätzt, die Folgen werden spät oder gar nicht erkannt, wie Gisela Michalowski vom Verein FASD Deutschland im Gespräch verdeutlicht. Wo liegen die Schwierigkeiten von Diagnostik und Therapie – bei erkrankten Kindern und später Erwachsenen mit FASD? Und wo müsste die Aufklärung ansetzen, damit nicht jedes Jahr zum 9.9. die Zahl von jährlich 10.000 zusätzlichen Kindern mit FASD genannt werden muss? Hören Sie dazu mehr in diesem Podcast.

Sep 9, 202016 min

Ep 175BVÖGD-Chefin Ute Teichert: "Das ist eine historische Chance!"

Kanzlerin Angela Merkel hat am Dienstag mit Amtsärzten und Kommunalvertretern über den „Pakt für den ÖGD“ diskutiert. Im „ÄrzteTag“ erzählt Ute Teichert vom BVÖGD, welche Hausaufgaben die Kanzlerin für die Bürgermeister und Landräte im Gepäck hatte.

Sep 8, 20207 min

Ep 174Was für eine Kortisontherapie bei COVID-19-Patienten spricht

Nicht nur Dexamethason, sondern auch Hydrocortison eignet sich in der Therapie von Patienten, die schwer an COVID-19 erkrankt sind, um den Krankheitsverlauf zu verbessern und die Überlebenschancen zu erhöhen. Das konnte die REMAP-CAP-Studiengruppe aktuell in einer internationalen Kooperation von mehr als 250 Intensivstationen nachweisen. Die aus derzeit 17 Intensivstationen bestehende Studienbeteiligung in Deutschland wird am Zentrum für Klinische Studien des Universitätsklinikums Jena (UKJ) koordiniert unter Leitung von Professor Frank M. Brunkhorst. Im Gespräch erläutert er, welche entscheidenden Studiendaten zur Kortisontherapie bei COVID-19 inzwischen vorliegen, welche Patienten profitieren und welche nicht – und was das besondere an der derzeitigen Studiensituation ausmacht. Und wie steht es um das Nebenwirkungsrisiko bei Steroidgabe? Auch darüber spricht Professor Brunkhorst in diesem Podcast.

Sep 7, 202019 min

Ep 173Psychiatrie und Psychosomatik – das sind zwei Paar Schuhe

In der sogenannten PPP-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses geht es um die stationäre Psychosomatik und hier ganz speziell um die Mindestvorgaben fürs Personal, die festgelegt sind. Diese Richtlinie ist Anfang des Jahres in Kraft getreten und betrifft alle Einrichtungen der Psychiatrie und der Psychosomatik. Genau für die Psychosomatik hat das Bundesgesundheitsministerium dem GBA aufgetragen, die praktische Umsetzbarkeit der Mindestvorgaben nochmals zu prüfen. Hier sind Verbände und Kliniken aufgerufen, bis zum Montag Stellung zu nehmen, inwieweit diese Vorgaben überhaupt umsetzbar sind. Und dieser eigentlich auf den ersten Blick unscheinbare Termin treibt den stellvertretenden Vorsitzenden des Bundesverbandes der Privatkliniken und CEO der Schön-Kliniken, Dr. Mate Ivancic, so sehr um, dass er sein Anliegen in die Öffentlichkeit tragen möchte. Im Gespräch mit Hauke Gerlof und Anno Fricke von der Ärzte Zeitung erläutert er, wo die Krux der Anforderungen genau liegt und warum sich das negativ auf die Betreuung der Patienten auswirken wird.

Sep 7, 202015 min

Ep 172Ist eine Corona-Impfpflicht rechtlich möglich, Christian Solmecke?

Heute schauen wir im "ÄrzteTag" einmal in die Glaskugel und stellen uns vor, es gäbe einen Corona-Impfstoff und eine Impfpflicht. Die soll es ja nicht geben, das haben Regierungspolitiker schon häufig klar gestellt, aber würde eine allgemeine Impfpflicht überhaupt vor Gericht Stand halten? Oder wäre eher eine spezielle für bestimmte Bevölkerungsgruppen statt einer generellen juristisch machbar? Unser Gast Christian Solmecke ist Rechtsanwalt und betreibt bei Youtube den sehr erfolgreichen Kanal "Kanzlei WBS". Neben diesem fiktiven Szenario klopfen wir auch die Rechtslage bei heute tatsächlich möglichen Themen ab: Was passiert Ärzten, die ein Gefälligkeitsgutachten ausstellen und muss ich auch Vakzinen verimpfen, die ich für nicht sicher halte? Und ist eigentlich ein angedachter SARS-CoV-2-Immunitätsausweis rechtlich durchsetzbar? Wir klären es – in dieser Podcast-Episode. Das Video von Christian Solmecke zur rechtlichen Lage rund um einen Corona-Immunitätsausweis.

Sep 3, 202012 min

Ep 171Was die Corona-Teststrategie mit Fischefangen zu tun hat

Vor wenigen Tagen wurde das Corona-Thesenpapier 4.0 veröffentlicht. Es ist, wie der Name schon signalisiert, das vierte seiner Art. Seit März hat sich dazu eine Gruppe von Gesundheitsexperten zusammengefunden, die das Pandemie-Geschehen beleuchten und dabei mitunter auch kritisch der Linie der Bundesregierung gegenüber stehen. Neben langjährigen Experten wie Professor Matthias Schrappe, ehemals stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrates Gesundheit, und Hedwig François-Kettner, Pflegemanagerin und ehemalige Vorsitzende des Aktionsbündnis Patientensicherheit, gehört auch Dr. Matthias Gruhl fest zum Autorenkreis. Er ist Arzt für öffentliches Gesundheitswesen und ehemaliger Staatsrat im Hamburger Senat. Im Podcast erläutert er, warum die derzeitige Teststrategie wie das Auswerfen eines breiten Netzes ist, damit nicht zielführend und wenig effizient, was es an den Zahlen des RKI zur Corona-Pandemie zu bemängeln gibt – aber auch, wo Präventionsmaßnahmen großes Lob verdienen.

Sep 2, 202023 min

Ep 170Warum Blutspenden derzeit so knapp werden

Blut ist ein ganz besonderer Saft. So lässt Goethe seinen Mephistopheles sprechen, als er Faust in dessen Studierzimmer aufsucht. Und dieser Saft ist auch nicht ohne weiteres ersetzbar. Viele Frühgeborene, Unfallopfer und Menschen mit Tumorerkrankungen würden ohne rettende Blutspende nicht überleben. Doch die Versorgung mit Blutspenden wird immer schwieriger. Zum einen gibt es durch die Überalterung unserer Gesellschaft immer weniger Blutspender im spendefähigen Alter, zum anderen sind immer mehr Patienten dringend auf Blutprodukte angewiesen. Was also tun? In Gießen hat Professor Gregor Bein, Direktor des Zentrums für Transfusionsmedizin und Hämostasiologie am dortigen Universitätsklinikum, vor kurzem unter dem Motto „Aus der Region – für die Region“ zu mehr Blutspenden aufgerufen. Auch Aktionen wie „Spender werben Spender“ sollen die Zahl der Blutspender erhöhen. Doch was hält Menschen vom Blutspenden ab, wie erfolgreich lassen sich dann mit öffentlichen Aufrufen die Spenderzahlen am Ende erhöhen – und wie steht es um Kunstblut statt echtem "Saft"? Das erläutert Professor Bein im Podcast.

Sep 1, 202012 min

Ep 169Sind Lehrer eine besondere Risikogruppe für COVID-19?

Über Lehrer wird gerne gespottet: „Morgens haben sie recht und nachmittags frei“. In der Corona-Pandemie wurde der Lehrerberuf nun einerseits plötzlich mehr geschätzt, weil Eltern einen Teil der Arbeit beim Homeschooling zu spüren bekommen haben. Zum anderen wird mit der Rückkehr zum “normalen“ Schulbetrieb nach den Sommerferien kritisch hinterfragt, warum so viele Lehrer sich eigentlich in einer Risikogruppe wähnen und vom Präsenzunterricht befreit sind. Professor Stephan Letzel leitet in Mainz das Institut für Lehrergesundheit (IfL), das – als einziges seiner Art in Deutschland – an eine Universitätsmedizin angegliedert ist. Im Gespräch erläutert er, ob COVID-19 für Lehrer eine Berufskrankheit ist, wann Lehrer Masken tragen sollten und was die typischen Lehrerkrankheiten sind. Außerdem gibt er einen interessanten Einblick, was die Raumakkustik mit der Stimmung der Schüler zu tun hat.

Sep 1, 202026 min

Ep 168Warum sollten Ärzte mehr Kompetenzen abgeben, Frau Kappert-Gonther?

Kompetenzen abgeben und dafür anderes hinzubekommen? Im Podcast erläutert die Grüne Kirsten Kappert-Gonther, warum Ärzte nicht mehr alles machen müssen – und darüber froh sein könn(t)en. Ein schneller Ritt durch die aktuelle Gesundheitspolitik.

Aug 28, 202021 min

Ep 167Was tun, wenn Ärzte die Maskenpflicht unterlaufen, Dr. Pinkowski?

Im Zuge der steigenden Zahlen an nachgewiesenen Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus hat sich in den letzten Tagen auch die politische Debatte um die Maskenpflicht deutlich verschärft. Gleichzeitig, so scheint es, wächst die Ablehnung unter Maskengegnern, zu denen durchaus auch einige Ärzte zählen. Zuletzt fielen in diesem Zusammenhang polizeilichen Warnungen auf, dass einzelne Reisende auf ärztliche Blankoatteste aus dem Internet zurückgreifen, um sich der Maskenpflicht etwa im öffentlichen Nahverkehr zu entziehen. Hierzu betonte die Bundespolizei, dass solche selbstausgefüllten Atteste nicht von der Maskenpflicht befreiten – das Vorlegen sogar strafbar sein könne. Und aus dem Gesundheitsministerium hieß es zu den falschen Attesten: „Wenn das nicht medizinisch indiziert ist, dann ist das schlicht nicht zulässig.“ Der Chef der Landesärztekammer Hessen, Dr. Edgar Pinkowski warnt seine Kolleginnen und Kollegen vor dem Ausstellen von Gefälligkeitsattesten. Im Podcast spricht er über mögliche berufsrechtliche Konsequenzen – und warum das nicht ausschließt, dass man den Nutzen von Masken dennoch auch kritisch sehen kann.

Aug 27, 202011 min

Ep 166Wann wird Datenschutz zum Hemmschuh, Professor Gerlach?

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit hat kürzlich die Konzeption der elektronischen Patientenakte kritisiert, weil sie in Teilen der Datenschutzgrundverordnung widerspreche. Er kündigte an, die Kassen hier aufsichtsrechtlich an die Kandare zu nehmen. Professor Ferdinand Gerlach, der Vorsitzende des Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, widerspricht dieser Ansicht und kritisiert seinerseits: Der Datenschutzbehörde fehle die nötige Balance. Im Podcast erläutert er, warum Datenschutz und Datensicherheit zwar einen hohen Stellenwert einnehmen müssen, aber keinesfalls zum Hemmschuh einer Digitalisierung im Gesundheitswesen werden dürfen und was wir aus den Fehlern von Frankreich lernen können. Außerdem erklärt er, warum keine ePA auch keine Lösung, sondern vielmehr eine Gefahr für Patienten bedeuten würde – und was es mit der digitalen Aldi-Tüte auf sich hat.

Aug 26, 202026 min

Ep 165Wo sehen Sie Datenschutzlücken bei der ePA, Professor Kelber?

Über die elektronische Patientenakte, kurz ePA, wird seit einigen Tagen heftig gestritten. Genauer gesagt, über den Datenschutz in der Akte im speziellen und im sogenannten Patientendatenschutzgesetz im allgemeinen. Hier hat der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Professor Ulrich Kelber angedroht, falls das Patientendatenschutzgesetz mit den Vorgaben zur ePA so kommt, wie es bisher beschlossen ist, dann würde er den Krankenkassen eine aufsichtsrechtliche Anweisung geben. Und zwar sollen sie dann die Versicherten explizit davor warnen, dass die ePA nicht vollständig konform mit der EU-Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, ist. Wo genau setzt seine Kritik am Datenschutz an? Wie könnten die Lücken geschlossen werden? Und kann die ePA dann überhaupt noch pünktlich im nächsten Jahr an den Start gehen? Das erläutert Deutschlands oberster Datenschützer, Professor Ulrich Kelber, im Podcast-Gespräch.

Aug 25, 202019 min

Ep 164Wie Musik Demenzkranken helfen kann

Gemeinsames Singen – ob professionell, als Hobby oder einfach so – tut gut. Es hat positive Auswirkungen auf die psychische wie auch physische Gesundheit. So wird etwa die Sauerstoffversorgung verbessert, das Immunsystem aktiviert und vermehrt das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet – was Angst und Stress abbauen hilft. Diesen Schluss lassen inzwischen etliche Untersuchungen zu. Und Musik lässt sich auch therapeutisch nutzen, etwa bei Patienten mit Demenz. Professor Lutz Neugebauer, Vorsitzender der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft, hat viele Erfahrung, wenn es darum geht, wie sich das Potenzial von Musik therapeutisch nutzen lässt. Nach Forschungsarbeiten an der Universität Witten/Herdecke leitet er inzwischen in Witten das Nordoff Robbins Zentrum, das sich unter anderen älteren Menschen widmet, die nach Schlaganfällen oder durch Demenz ihre sprachlichen Fähigkeiten ganz oder teilweise verloren haben. Im Podcast erzählt er, wie Musik und Singen speziell bei Demenzkranken am besten eingesetzt werden kann, um tatsächlich therapeutisch zu wirken – und auch, wo dabei die Hürden der Bürokratie mitunter lauern.

Aug 24, 202025 min

Ep 163Was die Schönheit des Handwerks Herzchirurgie ausmacht

Das Herz in beide Hände zu nehmen, ist für Dr. Dilek Gürsoy nicht einfach eine Redewendung, wenn es um Courage geht. Wann immer sie einen Brustkorb öffnet zum Beginn einer Herzoperation und wenn sie mit einem ersten erfahrenen Blick sieht, ob es dem Herzen bisher gut oder schlecht ergangen ist, erfüllt sie Ehrfurcht und Demut, ist sie fasziniert "von der Schönheit des Handwerks der Herzchirurgie", wie sie selbst sagt. Ihre Leidenschaft für den Arztberuf und hier vor allem die Herzchirurgie hat die Medizinerin aus Neuss schon früh entdeckt. Zielstrebig hat die Tochter türkischer Gastarbeiter sich ihr auftuende Chancen stets mit beiden Händen ergriffen und sich als eine von wenigen Frauen in diesem – auch als Königsdisziplin bezeichneten – Medizinbereich etabliert. Sie implantierte als erste Frau in Europa ein Kunstherz und wurde als Medizinerin des Jahres 2019 geehrt. Im Podcast erzählt sie über ihren nicht immer einfachen Weg und ihre Erfahrungen in der Herzchirurgie – und welche besondere Leidenschaft sie noch pflegt.

Aug 21, 202028 min

Ep 162Die Lust der Medizinstudenten auf die Allgemeinmedizin

Mit dem „Masterplan Medizinstudium 2020“ soll unter anderem die Allgemeinmedizin gestärkt werden. Doch wie viele Medizinstudenten hätten überhaupt Interesse an dem Fach? Darüber reden wir mit Dr. Inga Petruschke vom Uniklinikum Jena, die das untersucht hat.

Aug 20, 202010 min

Ep 161Wie funktioniert eine “Corona-Psycho-Therapie to go“?

Corona – oder besser gesagt: der Pandemie-bedingte Lockdown – löst bei einigen Menschen ein Stimmungstief aus, ja, bei manchen sogar Ängste und gar Depressionen: Das hört man immer wieder. In nur zwei Wochen will die private Heiligenfeld Klinik in Berlin beziehungsweise auch am Standort Bad Kissingen SARS-CoV-2-bedingte psychische Leiden angehen – sogar lösen. Chefarzt Sven Steffes-Holländer erklärt das Konzept dahinter und gibt einen Überblick über den Tagesablauf der Patienten. Außerdem erläutert er, wieso alleine gut gemeinte Kurse zur Stressbewältigung in Unternehmen nicht helfen, wie es Betriebe besser machen können – und warum gerade Ärzte ihre Kurzzeittherapien in Anspruch nehmen. Und Steffes-Holländer verrät, wieso das Corona-Schnellprogramm gar nicht so sehr auf psychische Leiden durch COVID-19 abzielt.

Aug 19, 202011 min

Ep 160Wie arbeitet eigentlich der Deutsche Ethikrat, Frau Professor Buyx?

Die Corona-Krise fordert unsere Gesellschaft seit März in einer gänzlich ungewohnten Art und Weise heraus. Das neue SARS-CoV-2- Virus und die daraus resultierende Erkrankung COVID-19 zeigen besonders deutlich, wie viel wir eigentlich nicht wissen. Und bei vielen Aspekten ergeben sich nicht nur wissenschaftliche, wirtschaftlich und soziale, sondern zudem weitreichende ethische Fragen – nicht nur für Angehörige von Gesundheitsberufen. Hier kommt mitunter auch der Deutsche Ethikrat ins Spiel. So wurde er um eine Stellungnahme zum Thema Immunitätsausweis von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gebeten. Das war im Mai. In dieser Zeit hat sich der Deutsche Ethikrat auch gerade neu formiert: Unter anderem ist die 42-jährige Ärztin Alena Buyx, Professorin für Ethik der Medizin und Gesundheitstechnologien an der TU München, zur neuen Vorsitzenden gewählt worden. Im Podcast erläutert Frau Buyx, warum es wie "Pudding an die Wand zu nageln" ist, wenn es um eine Antwort zum Thema Immunitätsausweis geht, wie knifflig es mitunter ist, Wissenschaft in den Medien zu erläutern und wie der Ethikrat sich dieser Herausforderung stellt. Außerdem geht sie darauf ein, welche Aufgaben und Ziele das 24-köpfige Gremium sich für seine aktuelle Amtsperiode bisher gesetzt hat.

Aug 18, 202020 min

Ep 159Wie Kinderärzte sich den sicheren Schulstart in Coronazeiten vorstellen

Das Thema Corona-Infektionsrisiken durch und bei Kindern hat nach den Sommerferien wieder an neuer Brisanz gewonnen, da immer mehr Bundesländer zu einem mehr oder minder normalen Schulalltag zurückkehren. Die Konzepte sind dazu sind allerdings – unserem föderalen System entsprechend – kunterbunt. Auch in den medizinischen Fachgesellschaften gibt es divergierende Meinungen und Ansätze, wie Unterricht und bestmöglicher Infektionsschutz vereinbar sind. Das zeigen etwa die beiden jüngst publizierten Stellungnahmen einmal diverser pädiatrischer Gesellschaften und dann von den Deutschen Virologen. Im Podcastgespräch erläutert Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder-und Jugendärzte (BVKJ) die jüngsten Vorschläge der Kinderärzte, wie das Infektionsgeschehen an Schulen am besten im Griff zu halten ist – und warum es illusorisch ist zu glauben, dass man alle SARS-CoV-2-Infektionen verhindern könne.

Aug 17, 202016 min

Ep 158Was Ärzte bei Hitze für ihre Patienten alles tun können

Das Thermometer steigt und steigt. Sommerwetter mit Temperaturen weit über 30 Grad – das macht Patienten wie Ärzten und ihren Mitarbeitern in den Praxen zu schaffen. Bei welchen Patienten gilt es dann besonders aufmerksam zu sein, um gesundheitliche Folgen zu vermeiden? Wie können sich Praxen wappnen, um ihre Räumlichkeiten kühl und patientenfreundlich zu halten? Dr. Ralph Krolewski, niedergelassener Arzt in Gummersbach und Sprecher der AG Klimawandel und Gesundheit der DEGAM ist Spezialist auf diesem Gebiet. Im Podcast erläutert er, wie er seine eigene Praxis und die Patientenbetreuung hitze-optimiert hat und warum es für die Zukunft wichtig ist, sich diesem Thema noch intensiver zu widmen.

Aug 12, 202027 min

Ep 157„Das atomare Wettrüsten hat längst wieder begonnen!“

Am 6. August vor 75 Jahren begann in Hiroshima das Atomzeitalter. Die Gefahr eines Atomkriegs ist nicht vorüber, sagt der IPPNW-Vorsitzende Dr. Alex Rosen. Im „ÄrzteTag“ spricht er darüber, wie sich das Wettrüsten stoppen ließe – was Rentenkassen damit zu tun haben, und ob IPPNW die Bundesregierung verklagen will.

Aug 6, 202038 min

Ep 156Wie Schwangeren zum Rauchstopp verholfen werden kann

Schwangerschaft ist ein effektiver Rauchstopper: 75 Prozent der rauchenden Frauen legen die Zigaretten ab dem zweiten Trimenon beiseite. Wie Ärzte das in der Beratung nutzen können, darüber sprechen wir mit der Ökonomin Professor Katja Görlitz, auch mit Blick auf rauchende Väter.

Aug 4, 202018 min

Ep 155Wie Corona das Ketoazidose-Problem verschlimmert hat

Fast bei jedem zweiten Kind und Jugendlichen mit einem neu manifestierten Typ-1-Diabetes mellitus kam es während des Lockdowns zu einer Ketoazidose. Über die Gründe haben wir mit dem Gießener Kinder-Diabetologen Privatdozent Clemens Kamrath gesprochen. Und über die Lehren, die er zieht.

Jul 31, 202026 min

Ep 154„Amtsärzte und das KV-System sind der ganz entscheidende Faktor!“

Die erste große Studie mit über 10.000 stationären COVID-19-Patienten in Deutschland zeigt die Auswirkungen von Corona. Den Letztautor der Studie, Professor Reinhard Busse, haben wir gefragt, wie unser Gesundheitssystem mit der Pandemie umgegangen ist.

Jul 29, 202031 min

Ep 153Darum fällt die Sommerpause dieses Jahr aus

In dieser Sommerausgabe reden Chefredakteur Wolfgang van den Bergh und Nachrichtenchef Denis Nößler über sechs Corona-Monate und den Ausblick ins gesundheitspolitische Geschehen der kommenden Wochen und Monate.

Jul 24, 202017 min

Ep 152Die Triage und das Strafrecht

Es ist keine angenehme Vorstellung für Ärzte, aber in Zeiten der Coronavirus-Pandemie durchaus denkbar: Es gibt nur noch einen Beatmungsplatz, aber zwei COVID-19-Patienten, die diesen benötigen. Wie sollen Ärzte nun entscheiden? In dieser Episode des "ÄrzteTag"-Podcasts erläutert Elisa Hoven, Professorin für Strafrecht an der Universität Leipzig, die strafrechtliche Situation rund um die Triage. Außerdem spricht sie über den Tatbestand Tötung durch Unterlassen, und wie sich aus rechtlicher Perspektive die Situation verändert, wenn bereits der Beatmungsplatz belegt ist, aber ein neuer Patient behandelt werden soll.

Jul 23, 20208 min

Ep 151Wie kann Homeoffice Ärzte entlasten, DAK-Chef Storm?

In der Corona-Krise hat nicht nur die Digitalisierung einen Boom erlebt, auch aufs Homeoffice gab es – aus Gründen – einen regelrechten Run. Die DAK hat mit zwei repräsentativen Umfragen untersuchen lassen, wie sich die Einstellung der Bürger während Corona geändert hat. Fazit: Die Menschen lieben Homeoffice und sehen mehr Vor- als Nachteile. Sie fühlen sich weniger gestresst, produktiver, und sie loben die bessere Work-Life-Balance. Was bedeutet das für die Gesundheitsprävention, die Betriebsmedizin und das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM), wenn Homeoffice künftig einen größeren Stellenwert einnehmen wird? Darüber sprechen wir in dieser „ÄrzteTag“-Episode mit DAK-Chef Andreas Storm. Und wir reden darüber, wie auch Ärzte und Pflegeberufe von den Vorteilen von Homeoffice und der Digitalisierung profitieren können.

Jul 22, 202022 min

Ep 150Warum ab 60 die Schmerzen anders werden

Schmerz ist eines der häufigsten geriatrischen Syndrome und dennoch wird es bei Patienten ab etwa 60 Jahren zunehmend schwierig mit der richtigen Diagnose. Daher steht dieses Thema neben dem Aspekt der individualisierte Therapie in diesem Jahr prominent auf der Agenda des Deutschen Schmerz- und Palliativtags. Dieser findet zwar in diesem Jahr komplett online statt – so wie viele andere Kongresse aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie auch. Das hat aber durchaus auch seine Vorteile, wie Dr. Johannes Horlemann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) und Leiter des Regionalen Schmerzzentrums Kevelaer im Gespräch erläutert. Dabei erzählt er außerdem, worauf es ihm bei der Therapie von älteren Patienten ankommt und wann bestimmte Analgetika trotz einer möglichen Erhöhung des Sturzrisikos durchaus Sinn machen können.

Jul 21, 202016 min

Ep 149Warum sollte jeder Urlauber in Quarantäne, Herr Böhm?

Der Ingolstädter Hausarzt Dr. Anton Böhm warnt vor einer zweiten Corona-Welle durch Urlaubsheimkehrer. Er bezeichnet das Testen direkt nach der Ankunft im Heimatland als "Augenauswischerei". Denn ein Infizierter kann noch asymptomatisch sein. Der PCR-Test auf SARS-CoV-2 würde dann falsch-negativ ausfallen. In einem offenen Brief an Bayern Ministerpräsidenten Markus Söder verlangt der Allgemeinmediziner, der auch Stadtrat ist, "dass alle Rückkehrer aus dem Urlaub oder arbeitsbedingtem Auslandsaufenthalt" mindestens fünf Tage in Quarantäne gehen. Erst danach sollte auf das Coronavirus getestet werden. Böhm sagt: "Wir in unserem Hausarztzentren in Ingolstadt werden uns ab sofort weigern, bei Irgendjemandem vor dem fünften Tag nach Verlassen des Risikogebiets eine solche nahezu sinnlose Untersuchung durchzuführen, geschweige denn zu bestätigen."

Jul 20, 202010 min

Ep 148Wie sieht die ärztliche Fortbildung nach Corona aus, Herr Mühlenfeld?

Über 100 Fortbildungen für Ärzte und Medizinische Fachangestellte (MFA) veranstaltet das IHF, das Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband, jedes Jahr. Doch im März kam der Lockdown und zig Präsenztermine mussten ausfallen. In dieser Episode sprechen wir mit dem IHF-Vorsitzenden und Bremer Hausarzt Dr. Hans-Michael Mühlenfeld über die Stornokosten der Tagungshotels, über den schnellen Umstieg auf virtuelle, digitale Fortbildungsformate und darüber, wie sich die Akzeptanz gewandelt hat. Wir reden auch über die practica, den großen Fortbildungskongress, der Ende Oktober in Bad Orb stattfinden soll. Wie werden die Teilnehmer dort geschützt? Und wird es das traditionelle berufspolitische Oktoberfest und die lauschigen Abende an der Bar geben können?

Jul 17, 202013 min

Ep 147Vermischen sich im Herbst die Corona-Pandemie und die Grippewelle?

Heute werfen wir mit DEGAM-Vizepräsidentin Prof. Eva Hummers einen Blick in die Corona-Glaskugel: Wie wird wohl eine mögliche zweite Corona-Welle im Herbst aussehen, gibt es den befürchteten perfekten Sturm aus COVID-19 und Influenza? Ein Gespräch über kreative Praxislösungen, warum ein „one fits all“-Satz nicht funktioniert – und warum Keime gerne Straßenbahn fahre.

Jul 16, 202026 min

Ep 146Virologe zum Streit über Corona-Maßnahmen: „Das ist Kindergartenniveau!“

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit sagt: „Der alleinige Blick durch die virologisch-epidemiologische Brille war falsch.“ Im „ÄrzteTag“ kritisiert er Falschaussagen eines SPD-Politikers, den Streit auf „Kindergartenniveau“ und die Rolle der Leopoldina. Aber er sieht auch viel Gutes – und hat eine Liebeserklärung.

Jul 15, 202026 min

Ep 145Wie sich nach Corona das Medizinstudium ändern könnte

In der Corona-Pandemie war auch für die Medizinstudierenden in Deutschland vieles anders. In manchen Unikliniken war Lehre am Krankenbett tabu, in anderen Regionen hingegen wurden die angehenden Mediziner dankend als helfende Hände eingebunden. In der „ÄrzteTag“-Episode reden wir mit Christian Wolfram über das „Corona-Sommersemester“. Der Student der Humanmedizin an der Uni Leipzig ist Vorsitzender des Ausschusses Medizinstudierende im Hartmannbund. Je nach Fakultät haben seine Kommilitonen ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht, sagt er. Für ihn ist aber klar: Nach Corona muss sich das Medizinstudium ändern. Nicht nur digitaler muss es werden. Was sich aus seiner und der Sicht seiner Kommilitonen ändern muss, das erzählt im „ÄrzteTag“.

Jul 14, 202014 min

Ep 144"60 Prozent brauchen die Corona-App" – Wie aussagekräftig ist dieser Wert?

Etwa 60 Prozent aller Smartphone-Nutzer müssten die Corona-Warn-App einsetzen, dann bekämen wir die Pandemie in den Griff. Diese Zahl wird oft kolportiert, nur stimmt dieser Grenzwert auch? Darüber reden wir in dieser "ÄrzteTag"-Episode mit der Münchner Statistikerin Katharina Schüller. Sie ist Mitautorin der "Unstatistik des Monats" und hat sich jüngst auch mit der Entstehung dieses Grenzwertes auseinandergesetzt. Und welche Aussagekraft haben Modellierungen überhaupt? Katharina Schüller hat im Gespräch eine Checkliste zum kritischen Lesen von Studien. Und sie hat vier Fragen formuliert, die jeder Datenforscher sich vor einer Studie stellen sollte. Bei der Interpretation aber, bei den maßgeblichen Entscheidungskriterien, "da kann mir keine Statistik der Welt helfen", sagt sie.

Jul 13, 202018 min

Ep 143Warum wirbt die zweitgrößte Krankenkasse nicht mehr auf Facebook, Herr Bock?

Die Barmer, Deutschlands zweitgrößte gesetzliche Krankenkasse, hat die komplette Werbung auf Facebook und Instagram gestoppt. Der Marketingchef der Kasse, Christian Bock, erklärt in dieser Episode vom "ÄrzteTag", warum die BARMER sich dazu entschieden hat. Und was das mit Rassismus, "Fake News", Mobbing und Hassbotschaften zu tun hat. Er redet darüber, warum Solidarität als Grundfeste einer Krankenkasse diesen Schritt geradezu geboten hat. Und an welcher Stelle die Kasse wiederum politisch neutral bleiben muss.

Jul 10, 202011 min

Ep 142„Wir müssen die Kindermedizin vom Primat der Ökonomie befreien!“

Die Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland leidet: Viele Krankenhäuser sind baufällig, die Abteilungen halten sich oft nur mit Spenden über Wasser. Wegen der komplexen Fälle ist das Fach für die Kliniken ein Defizitgeschäft, die DRG-Erlöse sind nicht kostendeckend. Und immer wieder müssen Häuser wegen eines Mangels an spezialisierten Pflegekräften Betten blockieren – was zu bedrohlichen Engpässen führen kann. In dieser "ÄrzteTag"-Episode reden wir mit Professor Dominik Schneider über die Krise der Kinder- und Jugendmedizin. Der Direktor der Direktor der Kinderklinik am Klinikum Dortmund ist auch im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Er sagt, dass er Fan von Borussia Dortmund ist, erklärt uns, was seine baufällige Klinik mit der Bürgschaft für Schalke 04 zu tun hat. Und wir reden darüber, warum er die DRG abzuschaffen für "nicht zielführend" hält.

Jul 9, 202031 min

Ep 141"Söders Corona-Testkonzept ist kein Konzept!"

In Bayern soll sich jeder auf eine Coronavirus-Infektion testen lassen dürfen – auf Kosten des Steuerzahlers. So hat es jüngst die Landesregierung beschlossen. Die Tests soll die KV gewährleisten, doch just hat sie mangels Auslastung Testzentren geschlossen. Nun müssen die niedergelassenen Hausärzte ran. Angeblich haben die mit den Tests keinen Aufwand. "Da kann ich nur lachen!", sagt Dr. Hannes Blankenfeld in dieser "ÄrzteTag"-Episode. Denn das kommt zum Praxisalltag noch hinzu. Und wenn es durch viele Sommerurlaube wieder neue Cluster gibt, würden die Praxen mit Menschen überflutet, die sich testen lassen wollen. "Söders Testskonzept ist kein Konzept", sagt er. Warum? Das erzählt er im "ÄrzteTag" – und schlägt Alternativen vor. Gemeinsam mit anderen Kollegen hat Blankenfeld sich an Politiker im Freistaat gewandt und eine Petition gestartet. Sie fordern: "Redet mit uns!"

Jul 8, 202031 min

Ep 140Herzinfarkt im Corona-Lockdown: "Die Patienten sind sehr spät ins Krankenhaus gekommen"

In der Zeit des Corona-Lockdowns ab Mitte März ist die Zahl der Krankenhauseinweisungen deutlich gesunken. Diese Befunde etwa des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (WIdO) hat auch eine Forschergruppe aus Ulm um den Kardiologen Professor Armin Imhof erhärtet. In den 31 Tagen nach dem 21. März wurden an der dortigen Notaufnahme und Intensivmedizin 22 Prozent weniger Patienten mit akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen behandelt, als in vergleichbaren Vorjahreszeiträumen ([Clin Res Cardiol 2020; online 3. Juni](https://link.springer.com/epdf/10.1007/s00392-020-01681-2)). Besonders auffällig bei den Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS) war der Rückgang beim Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI). Unterschiede gab es auch anamnestisch: So hatten während Corona mehr als doppelt so viele Patienten eine TIA oder einen Schlaganfall in der Vorgeschichte der diastolische Blutdruck war im Mittel höher (85 vs. 77 mmHg). Bei STEMI-Patienten fanden die Ulmer Ärzte deutliche Unterschiede bei den Plasmakonzentrationen von Troponin T und der Kreatininkinase. Das Troponin war im Mittel signifikant sogar mehr als dreimal höher als im Vergleichszeitraum. In dieser "ÄrzteTag"-Episode sprechen wir mit Armin Imhof über die möglichen Ursachen dieser Unterschiede und ihre klinische Bedeutung.

Jul 7, 202013 min