
Hörgang
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Ep 171Ronny Tekal weckt den inneren Arzt und Apotheker in dir
Dr. Ronny Tekal hat ein Buch geschrieben, das den Patienten an seine innere Apotheke, an seine Selbstheilungskräfte erinnert und erläutert, wie man die körpereigenen Medikamente – Hormone in erster Linie – bestellt und aktiviert. Das Buch heißt daher auch: Deine innere Apotheke. Der Hauptverband des österreichische Buchhandels führt Tekals Titel auf der Bestellerliste der Ratgeberliteratur an. Ich habe den Arzt und Autor zum Interview getroffen. Das Gespräch wurde backstage im Wiener Etablissement Casanova aufgezeichnet. Medizinkabarett live gibt es dann wieder im neuen Jahr, am So., den 7. Jänner, spielen Ronny Tekal und sein Bühnenpartner Norbert Peter ihr aktuelles Programm „Wechselwirkung“ im Wiener Orpheum.

Ep 170Warten auf die Arthrose-Therapie
Arthrose, schmerzhafter Gelenksverschleiß, ist eine Volkskrankheit in Österreich. 11 Prozent aller Männer und 18 Prozent aller Frauen leiden daran. Welche Hilfen kann die Wissenschaft diesen Menschen bieten? Wir sprechen mit Prof. Dr. Daniel Aletaha, Rheumatologe an der MedUni Wien. Die Fragen stellt Ex-ZiB-Moderator Josef Broukal.

Ep 168Die Wiener Medizin - von Gerard van Swieten bis in die NS-Zeit
Naturwissenschaftlich begründete Diagnose und Therapie gibt es in Wien seit 1745, mit der Berufung des Aufklärers Gerard van Swietens zum Leibarzt Maria Theresias. Die Geschichte der Medizin reicht aber viel weiter zurück, der Medizinhistoriker Herwig Czech setzt sie mit der Gründung der Medizinischen Fakultät an der Universität Wien an. Czech übernahm Anfang November die Professur für Geschichte der Medizin an der MedUni Wien. Er nehme großes Interesse der Studierenden wahr, sagt Czech, es gebe so viele Anfragen für Diplomarbeiten, dass er gar nicht alle annehmen könne. "Wir wollen ein historisches Bewusstsein für den Arzt-Beruf schaffen." Czechs Spezialgebiet ist die Geschichte der Medizin unter den Nationalsozialisten und die Verwicklung der Mediziner mit diesem verbrecherischen Regime. "Die Beschäftigung mit dieser Zeit ist nicht nur für Österreich, Deutschland und Israel relevant, sie enthält Lehren und Warnungen für die ganze Welt."

Ep 167Das Immunorgan Darm
Die meiste Zeit arbeitet unser Darm ruhig und unauffällig vor sich hin, warum ist es dennoch so wichtig, viel über ihn zu wissen? Prof. DDr. Eva Untersmayr-Elsenhuber vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien dazu grundsätzlich: "Der Darm ist ein zentrales Organ. Wir wissen, dass der Darm für die Aufnahme der Nährstoffe aus der Nahrung zuständig ist." Der Darm ist auch unser größtes Immunorgan. Fast 80 Prozent aller Immunzellen sitzen hier. Untersmayr-Elsenhuber interessiert sich vor allem für die Frage, inwiefern aktuell viel diskutierte Krankheiten wie Post-COVID oder ME/CFS mit einer gestörten Darmbarriere zusammenhängen; die chronische Erschöpfung kann laut der Medizinerin immunologische oder endokrinologische Ursachen haben, es können aber neurologische Vorerkrankungen zugrunde liegen, sagt sie. Die Wartezeit bis zur Diagnosestellung habe sich jedenfalls stark reduziert. Die Expertin erklärt im Podcast aber auch, wie sich Darmkrankheiten in der allgemeinmedizinischen Ordination nachweisen lassen, auch wenn nur wenig Zeit pro Patient zur Verfügung steht. Doch nun genug gespoilert! Diese Episode entstand wieder in Zusammenarbeit mit der MedUni Wien. Die Fragen stellt Josef Broukal.
Ep 166Eine Brandkatastrophe führte zur Gründung der Wiener Rettung
Vor 140 Jahren und unmittelbar nach dem Ringtheaterbrand mit fast 400 Toten gründeten der tatkräftige Hans Graf Wilczek und der Arzt Jaromir Freiherr von Mundy die Wiener Freiwillige Rettungsgesellschaft. Trotz allerhöchster Protektion durch Kaiser Franz Josef I. litt die Rettung anfangs unter der ablehnenden Haltung der Ärzte, die sie als wirtschaftliche Konkurrenz betrachteten. Wilczek stellte nicht nur Geld und Pferde für die ersten Rettungskutschen zur Verfügung, er saß oft selbst genug auf dem Kutschbock, wenn die Retter zu nächtlichen Einsätzen ausrückten. In dieser Episode berichten die Historikerin Daniela Angetter und der Bibliothekar der Gesellschaft der Ärzte, Hermann Zeitlhofer, von den Anfängen der weltweit bewunderten Ersten Freiwilligen Rettungsgesellschaft in Wien.
Ep 165Muss man bei Blasenkrebs immer operieren?
Unnötiges Leid ersparen, das ist eines der Forschungsziele der Pathologin Prof. Dr. Eva Compérat an der MedUni Wien. Mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz soll genauer als bisher festgestellt werden, ob bei Blasenkrebs operiert werden muss oder ob sanftere Methoden genügen. Josef Broukal hat die gebürtige Linzerin getroffen und interviewt.
Ep 164Wie gesund leben Veganer?
Veganer werden oft als gesundheitsbewusst angesehen. Immer mehr Ärzte schließen sich dem Trend an und verzichten auf Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier. Dr. Markus Kolm, ein Allgemeinmediziner im Auhofcenter am Stadtrand von Wien, ist ein überzeugter Veganer. In dieser Folge von Hörgang erklärt er, welche Nahrungsmittel besonders wertvoll sind, ob er Nahrungsergänzungsmittel einnimmt und worauf er bei seinen veganen Patienten achten muss.
Ep 163Wie gefährlich ist Corona heute noch?
COVID-19 hat Mängel in unserem Gesundheitswesen offengelegt. Der Exodus an professionellen Pflegern aus dem öffentlichen Gesundheitssystem ist eine Folge und der ist ungebrochen. An dieser Stelle erläutern normalerweise heimische Experten, woran es bei uns hapert. Ich habe mir für diese Folge aber ein Stimme von außerhalb geholt. Die Leiterin des globalen Gesundheitsprogramms am Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung in Genf , Dr. Ilona Kickbusch.

Ep 162Hörgang MedUni Wien: Pädiatrische Neuro-Onkologie
Dr. Johannes Gojo ist seit September 2023 Professor für Pädiatrische Neuro-Onkologie der MedUni Wien. Nach einem Doppelstudium (Molekularbiologie und Medizin) in Wien und Forschungsaufenthalten in Boston und Heidelberg will Professor Gojo an seiner Heimat-Uni an der Weiterentwicklung der therapeutischen Möglichkeiten bei Hirntumoren bei Kindern und Jugendlichen arbeiten. Josef Broukal hat ihn getroffen und stellt Dr. Gojo vor.
Ep 161Pflege in Not: Talk mit Gesundheitsminister Johannes Rauch
Ärzte wandern zunehmend in den Wahlarztbereich ab, der Anteil der Kassenärzte nimmt ab. Aber die Ärzte bleiben tendenziell dem Gesundheitssystem erhalten . Bei den Pflegekräften ist das anders. Diese verlassen den Beruf vielfach gleich ganz. Der Grund dafür ist weniger das Gehalt, wie man hört: Die Menschen sind ausgelaugt oder fühlen sich völlig überfordert, weil sie ständig einspringen müssen. Bei mir zu Gast ist Gesundheitsminister Johannes Rauch. Er erläutert die Krise der Pflege, ohne etwas zu beschönigen. Außerdem hören wir noch eine ehemalige Stationsleiterin und erfahren, warum sie jetzt auf eigene Rechnung arbeitet.
Ep 160Das Billrothhaus in Wien - verborgene Pracht
Heute bin ich zu Gast in einem Haus in der Alservorstadt, dem Billrothhaus. Ich bin vom Alten AKH herübergekommen, so wie die Gründungsmitglieder dieses ursprünglich sehr exklusiven Vereins, der hier seit 130 Jahren seinen Sitz hat: die Gesellschaft der Ärzte in Wien. Das zweigeschossige Haus ist von außen eher unscheinbar. Dann gehe ich durch das Foyer, und es fühlt sich an, als wäre ich in einem Palais der Ringstraßen-Epoche. Tatsächlich hat hier aber niemand gewohnt, das Billrothhaus war ein Debattierclub der Ärzte-Elite. Über die Baugeschichte wissen aber diese beiden Herren mehr: Der Historiker Dr. Hermann Zeitlhofer und der Verwaltungsdirektor des Hauses Mag. Gerald Thalhammer.
Ep 159Wie wird die Grippe-Saison 2023/24?
Wie wird der Viren-Winter 2023/24? Gute Hinweise liefert normalerweise das Infektions-Geschehen auf der Südhalbkugel. Heuer verschwimmt das Bild. Laut der Virologin der MedUni Wien, Monika Redlberger-Fritz, liegt das daran, dass in Südamerika und Südafrika die Grippewellen sehr stark waren, während sie in Australien eher moderat ausgefallen ist. Die echte Grippe ist eine gefährliche Krankheit. Das hat sich im Vorjahr gezeigt. Die MedUni Wien hat die höchste Zahl an Infektionen seit der Einführung der Influenzaüberwachung vor 23 Jahren registriert. Mehr als 650.000 Menschen waren an der "echten Grippe" erkrankt, die Zahl der Todesopfer war mit rund 4.000 auch sehr hoch. Die Lösung liegt auf der Hand: Mehr Impfungen. Doch das wird nicht so einfach, denn Österreich ist erstaunlich impfresistent, was die Influenza betrifft, sagt die Leiterin des Nationalen Referenzlabors für die Erfassung und Überwachung von Influenza und Virusinfektionen.
Ep 158Teure Rheumatherapie beim alten Menschen – lohnt sich das?
Knochen- und Gelenksschmerzen kennt so gut wie jeder – zumindestens jeder über 80. Nicht immer ist altersbedingter Verschleiß die Ursache der Schmerzen, oft sind es entzündlich rheumatische Erkrankungen. Medizinische Behandlungsempfehlungen gibt es für junge Patientinnen und Patienten, weil diese Gruppe am besten untersucht ist. Es stellt sich also einerseits die Frage: Wie sollen ältere Menschen und Hochbetagte am besten behandelt werden? Und: Warum bekommen alte Menschen oft nicht dieselbe Spitzenbehandlung wie junge? Springer-Redakteurin Tanja Fabsits spricht dazu mit dem Rheumatologen und Geriater Prim. Dr. Michael Smeikal. Er leitet die Abteilung für Innere Medizin mit allgemeiner Geriatrie und Palliativmedizin im Haus der Barmherzigkeit in Wien.
Ep 157Walking Football - gesunder Sport in Wien
Im Frühling 2023 haben 21 Fußballer, allesamt Herren jenseits der 60, einen Lehrgang beim Sportdachverband ASKÖ absolviert: Walking Football. Eine Sportart, die für ältere Semester ideal ist, weil sie gelenkschonend ist. Beinahe die Hälfte der Teilnehmer traten mit lädierten Kniegelenken an. Ich habe im Sommer bei einer Trainingseinheit der Walking Footballer in Wien-Brigittenau teilgenommen und den Initiator Uwe Mauch u.a. gefragt, warum er diese Sportart nach Wien geholt hat. Einige Teilnehmer berichten mir nicht nur von ihren körperlichen Einschränkungen, sondern vor allem von dem Fußball-Feuer, das wieder in ihnen lodert seit sie dem Ball nachgehen können - bei Walking Football spielt sich alles im Schritttempo ab, hohe Bälle und Reingrätschen sind verboten. Ein Lungenfacharzt erklärt, warum selbst schwere Lungenerkrankungen kein Hindernis für sportliche Betätigung ist.
Ep 155Auf dem Weg zum Green Hospital
Willkommen zu einem Hörgang von Springer Medizin und Gesundheitswirtschaft.at zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Klinik. Die Spitäler haben einen erstaunlich großen ökologischen Fußabdruck und sind noch weit davon entfernt, Green Hospitals zu sein. Wir gehen daher der Frage nach, wie die CO2-Bilanz eines Krankenhauses eigentlich zustande kommt, und welche Rolle Mehrwegtextilien wie OP-Mäntel dabei einnehmen. Roland Fehringer, Gründer von c7-consult, und Dr. Arno Sorger, Geschäftsführer der W.H.U. GmbH in Bischofshofen, haben sich auf Nachhaltigkeit spezialisiert. Die beiden Experten sind zu Gast im Hörgang. (Redaktion und Moderation: Nicole Thurn) Dieser Podcast entstand mit freundlicher Unterstützung der SALESIANER MIETTEX GmbH

Ep 156KI in der Dermatologie - Biopsie ja oder nein?
Künstliche Intelligenzen werden heute schon bei der Diagnose von malignen Melanomen eingesetzt. Sie helfen bei der Entscheidung, ob biopsiert werden soll oder nicht. Eine Entscheidung, die aber in letzter Instanz der Dermatologe/die Dermatologin trifft. Solche Entscheidungen erfolgen aber nicht gleichmäßig. Manche Ärzte sind vorsichtiger, andere weniger. Manche Patienten lehnen Biopsien eher ab, andere sind ohne Zögern dazu bereit. Wie kann man das diese subjektiven Faktoren ausschalten oder zumindest dämpfen? An der Abteilung für Dermatologie der Medizinischen Universität Wien hat ein Team um Prof. Dr. Harald Kittler ein KI so gestaltet, dass sie aus richtigen Biopsie-Entscheidungen lernt—und zwar durch Feedback des behandelnden Arztes. Josef Broukal hat für diesen "Hörgang MedUni Wien" mit Harald Kittler gesprochen. Prof. Kittler antwortet gerne auf Anfrage zum von ihm vorgestellten KI-Programm. Seine Mailadresse ist: [email protected].
Ep 154Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder nicht - was bei Augenverletzungen zu tun ist
Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kindern nicht. Der Kinderreim ist für Augenarzt Priv.-Doz. Dr. Domagoj Ivastinovic (MedUni Graz) absolut berechtigt. Über diese Vorsichtsmaßnahmen hinaus, sollte sich die Erstversorgung beim niedergelassenen Allgmeinmediziner auf das Notwendigste (Anlegen einer Augenschale) beschränken. Das Entfernen von Fremdkörpern sei Aufgabe der Fachärzte. Ivastinovic spricht im Hörgang-Interview mit Martin Burger auch über die Folgen nicht-behandelter Augenerkrankungen bei Kindern.

Ep 153Ausbleiben der Regelblutung und noch nicht im Wechsel - woran liegt's?
In dieser Folge unseres Podcasts Hörgang MedUni Wien sprechen wir mit Dr. Johannes Ott, stellvertretender Leiter der Klinischen Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der Medizinischen Universität Wien. Wir beleuchten drei seiner Forschungsschwerpunkte: Amenorrhö, Polyzystisches Ovarsyndrom, Abklärung der Eileiter-Durchgängigkeit. Themen, die auch für die gynäkologische Praxis interessant sind. Doz.Ott gibt dazu gerne auch direkt Auskunft, und zwar unter [email protected].

Ep 152Künstliche Intelligenz in der Radiologie an der MedUni Wien
Maschinelles Lernen wird zu einem immer wichtigeren Bestandteil der Präzisionsmedizin. Es ist unerlässlich für die Vorhersage des individuellen Krankheitsverlaufs und des Ansprechens auf eine Behandlung. Grundlage dafür sind umfangreicher Daten aus Bildgebung, Genomik, Anamnese und klinischen Informationen. An der Medizinischen Universität Wien forschen etwa 30 Menschen am Computational Imaging Research Lab an der Entwicklung von Verfahren, die - mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz - bei der Analyse von radiologischen Daten Anzeichen auf Krankheiten erkennen sollen, die dem menschlichen Auge verborgen bleiben… Für den „Hörgang-MedUni Wien“ sprach Josef Broukal sprach mit Prof. Dr. Georg Langs, Inhaber der Professur für Maschinelles Lernen in der medizinischen Bildgebung an der MUW.
Ep 151Die Bibliothek der Österreichischen Apothekerkammer
75 Jahre - die heimische Apothekerkammer ist gleich alt wie die WHO. Die Apothekerkammer ist die Berufsvertretung der rund 6.800 Apothekerinnen und Apotheker, die sowohl in öffentlichen Apotheken als auch in Krankenhäusern tätig sind. Was wenige wissen, die Apotheker verfügen auch über eine gut bestückte Bibliothek, deren Gründung auf das Jahr 1802 zurückgeht. Seit 1908 ist sie im Apotheker-Haus im 9. Wiener Gemeindebezirk untergebracht. Verena Kienast hat das Haus besucht und von Bibliothekarin Sigrid Fichtinger-Huber einiges über die Geschichte einer der ältesten und bedeutendsten pharmazeutischen Fachbibliotheken erfahren
Ep 150Prepacare - virtuelles Training für den medizinischen Notfall
Ärzte und Pfleger werden an Medizinischen Universitäten, Privatuniversitäten und FHs ausgebildet. Es gibt aber noch eine weitere Institution, die sich die Entwicklung von Gesundheitspersonal auf die Fahnen geschrieben hat: das FH Technikum Wien. Hier werden E-Learning-Kurse angeboten. Für kritische Situationen wie sie in der Notaufnahme auftreten können, werden webbasierte Trainings und Virtual Reality eingesetzt. Josef Broukal hat sich das angeschaut und am Technikum Wien umgehört.
Ep 149Was Stress bei Krebspatienten anrichtet
Was löst Stress bei Krebspatienten aus? Eine neue Technologie ermöglicht es, den Stresslevel im Körper von Krebspatienten zu messen. Nun wird erforscht, wie sehr dieser Stress die Immunität und das Therapieergebnis beeinflusst. Alice Kment ist Fachredakteurin bei Springer Medizin. Sie hat Prof. Markus Hacker zur neuen Messmethode befragt. Hacker ist Vorstand der Abteilung für Nuklearmedizin an der Universitätsklinik für Radiologie der MedUni Wien. Das Gespräch wurde im Frühling aus Anlass des Symposiums CCT Trio amComprehensive Cancer Center aufgezeichnet.
Ep 148Die neue Österreichische Polleninformation und ihr Chef
Der Online-Polleninformationsdienst (www.polleninformation.at) präsentiert sich als neuer Begleiter für Pollenallergiker. Leiter ist Dr. Markus Berger, der seit mehr als zehn Jahren einer aerobiologischen Forschungsgruppe angehört. Warum er den scheren Rahmen Universität verlassen und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat, erklärt er u.a. in dieser Ausgabe des Hörgangs. Außerdem: Menschen, die an einer Pollenallergie leiden steht ein Informationsdienst zur Verfügung, der nach einer Anmeldung zweimal wöchentlich per Newsletter über die aktuelle Pollensaison informiert. Pollenallergikern stehen die Services kostenlos zur Verfügung, Daten werden flächendeckend in ganz Österreich von den Messstellen ("Pollenfallen") der Bundesländer erstellt. "Über die europäische Pollendatenbank EAN (European Aeroallergen Network) haben wir auch Zugriff auf etwa 520 aktive Pollen-Messstellen in mehr als 40 Ländern weltweit. Das bedeutet, die aktuellen Pollenbelastungen und Vorhersagen in Österreich und in den meisten Ländern der EU wird es in dementsprechendem Umfang geben." Einzigartig sei dabei die Darstellung des "Allergie-Risikos" durch den Pollenflug als Landkarte.

Ep 147Das Eric Kandel Institut - ein neues Zentrum für Präzisionsmedizin
Am MedUni Campus AKH werden auf mehr als 6000 m² moderne Rahmenbedingungen für die Erforschung der Möglichkeiten personalisierter und digitaler Medizin geschaffen. Rund 200 Forscher und Forscherinnen sollen bis Ende 2026 am Eric Kandel Institut – Zentrum für Präzisionsmedizin die optimale Infrastruktur vorfinden, um individuell auf einzelne Patienten zugeschnittene Präventions-, Diagnose- und Therapiemethoden zu entwickeln. Der „Hörgang-MedUni Wien“ sprach mit Prof. Dr. Christoph Binder. Er ist führend mit der Planung des Zentrums für Präzisionsmedizin beschäftigt. Und gibt Antwort über Sinn und Aufgabe der neuen Forschungseinheit.
Ep 146Wie geht es eigentlich den SFU-Medizinstudenten?
Florenz Gilly, Medizin-Student im 4. Semester an der Sigmund Freud PrivatUniversität in Wien, stand wie Hunderte von Studierenden vor den Trümmern seiner Existenz. Als die Nachricht vom Widerruf der Akkreditierung für das Studium der Humanmedizin die Runde machte, machte sich zuerst Ratlosigkeit, dann Wut breit. Am Ende blieb ein Gefühl der Ohnmacht. Bei einer Privatuniversität geht es nicht nur um Lebens- und Studienzeit, sondern auch um viel Geld. Gilly forderte Ausbildungssicherheit, demonstrierte vor dem Parlament. Nun scheint zumindest eine Übergangslösung für den Bachelorjahrgang gesichert, doch viele Probleme bleiben. Wie sieht es mit der Anrechenbarkeit von Lehrveranstaltungen aus, wenn man der SFU den Rücken kehrt und an einer MedUni einsteigt. Springer-Redakteur Martin Burger hat mit Florenz Gilly gesprochen.
Ep 145Chronische Rhinosinusitis mit nasalen Polypen - die Grundlagen
Die andauernde Entzündung der Schleimhäute von Nasen und Nasennebenhöhlen ist eine der häufigsten chronischen Entzündungen überhaupt. Dennoch wird weiterhin eifrig nach den Ursachen und Auslösern gesucht und das Repertoire an Therapien weiterentwickelt. So geht es in diesem Expertenpodcast auch um die Frage, was von den neuen Biologika zu halten ist. Als Experten zu Gast sind die HNO-Ärzte Frau Prof. Dr. Julia Eckl-Dorna und Herr Priv--Doz. Dr. Sven Schneider (beide MedUni Wien). Die Fragen stellt Martin Burger
Ep 144Die RSV-Epidemie - Zahlen und Fakten aus der steirischen ARNI-Studie
Epidemiologische Daten von RSV assoziierten Hospitalisierungen der vergangenen sieben Saisons haben eine Gruppe von Medizinern aus der Steiermark zusammengetragen. 976 Kinder, die meisten waren unter einem Jahr alt, wurden in den vergangenen Jahren ins Spital eingeliefert, wobei die Zahl der Hospitalisierungen über die Jahre stark zugenommen hat. Das sagt Dr. Gülsen Sever Yildiz von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Graz. Sie ist eine der Autorinnen der Southern Austria RSV Inpatient Investigation-Studie, kurz: ARNI. Zwar gibt es nach wie vor keine kausale RVS-Therapie, aber eine neue Prophylaxe, die nur noch einmal pro Saison verabreicht werden muss. Über diesen monoklonalen Antikörper, Nirsevimab, berichtet Dr. Sever Yildiz, aber auch über die Gründe für die jüngste RSV-Welle und den Zustand der jungen, zumeist männlichen Patienten. Die Fragen stellt Martin Burger.
Ep 143Arzt vs. Patient - Wut, die sich aufschaukelt, und was man dagegen tun kann
Die Gesundheitskommunikatorin, Trainerin und Sachbuchautorin Britta Blumencron schult Gesundheitspersonal im Umgang im Umgang mit Patienten. „Mich interessieren die kritischen Situationen, wo man an die Schmerzgrenze stößt. Dafür gibt es simple Methoden und Techniken, die man anwenden kann." Ihr Credo lautet: Nur weil wir viel reden, sind wir noch keine Kommunikationsprofis. Die Fragen stellt Martin Burger.
Ep 142Ein Wiener Pharmaunternehmen investiert in Therapien für seltene Erkrankungen
Die Pharmaindustrie hat in der öffentlichen Wahrnehmung nicht immer den besten Ruf und keinen leichten Stand. Darüber vergisst man allerdings leicht, dass sie auch in Bereichen aktiv ist, die auf den ersten Blick nicht gewinnversprechend sind wie bei den seltenen Erkrankungen. Davon gibt es einige Tausend und die Patientenzahlen sind oft so gering, dass die Entwicklung neuer Therapien sehr, sehr schwierig ist. Die Wiener Firma AoP Health ist im Kampf gegen seltene Erkrankungen seit Jahrzehnten aktiv und erfolgreich. Wir haben uns dieses Wiener Pharmaunternehmen näher angeschaut, wetten, dass Sie noch nie von der Krankheit gehört haben, an der diese Firma forscht.
Ep 141Arzneimittelmangel beheben
Jeder ist in der Apotheke schon hinter jemandem in der Schlange gestanden, der ein Medikament nicht bekommen hat. Und bald kennt jeder kennt einen Arzt, der wegen benötigter Antibiotika herumtelefonieren musste. In Sachen Arzneimittelversorgung ist derzeit in Europa Feuer am Dach. Doch wieso eigentlich? Medikamentenmangel gab es schon vor der Pandemie. Eines vorweg: es gibt Lösungen für dieses Problem, es gibt Preismodell, um die Versorgung sicherzustellen, nur, billiger wird es nicht. Zu Gast im Hörgangstudio ist Komplexitätsforscher Prof. Dr. Peter Klimek. Die Fragen stellt Josef Broukal.
Ep 140Unterwegs in unsicheren Zeiten
Kongresse sind auch im Zeitalter von Zoom und Teams noch zeitgemäß. Nirgendwo sonst befinden sich so viele Fachkollegen auf engem Raum wie bei einer Präsenzveranstaltung. Dr. Heinz Brock ist als Präsident des Österreichischen Gesundheitswirtschaftskongress angetreten, um die drängendsten Probleme des Gesundheitswesen wie den Personalmangel zu diskutieren und Lösungen zu erarbeiten. Redaktion/Moderation: Josef Ruhaltinger, Chefredakteur ÖKZ Info: 13. Österreichischer Gesundheitswirtschaftskongress, "Unterwegs in ungewissen Zeiten", 22. bis 23. Juni 2023 im Austria Trend Hotel Savoyen Wien
Ep 139Tabubruch - Das schwere Erbe von Familiengeheimnissen
Am Küchentisch des Kärntner Viergenerationenhauses, in dem Herwig Oberlerchner aufwuchs, wurden viele Dinge besprochen, die nicht für Kinderohren bestimmt waren. Schnell fand der Bub aber heraus, dass die Eltern bereit waren manche Geheimnisse zu lüften, etwa über NS-Sympathien. Andere wurden in Verliese des Erinnerns gesperrt wie die Depressionen und Suizide in der Familie. Oberlerchner machte sich das Brechen des Schweigens zur Lebensaufgabe, wurde ein landesweit bekannter Psychiater und entdeckte nebenbei einen lange verschollenen Zweig seiner kärntnerisch-kanadischen Großfamilie.

Ep 138Uwe Bergers finale Pollenprognose?
Um zu wissen, wann der Frühling beginnt, muss ich seit vielen Jahren nur in meinen Terminkalender schauen. Wenn Uwe Berger, der Leiter des Österreichischen Pollenwarndienstes, zur Presse spricht und seine hieb- und stichfesten Pollenprognosen streut – dann ist Frühling. Heuer war er noch zu erleben. 2024 geht an der MedUni Wien in Pension. Von Ruhestand ist keine Rede. Seine Pläne für die Zukunft, die verrät er in Kürze hier im Hörgang.

Ep 137Reden wir über die RSV-Welle mit Monika Redlberger-Fritz
Gerade an den jüngsten Patienten gingen die scheinbar harmlosen, grippeähnlichen Symptome der RSV-Infektionen nicht spurlos vorüber. Viele Säuglinge und Kleinkinder lagen heuer mit schweren akuten Atemwegsinfekten im Spital. Die Ordinationen waren überlastet. "Das Virus ist ziemlich gemein", bringt es die Virologin Monika Redlberger-Fritz auf den Punkt. Sie ist unser Gast im Hörgang. Schuld daran war und ist vor allem das respiratorische Syncytial-Virus, RSV. Weitgehend unbekannt und tendenziell auch unterschätzt.
Ep 134Die Medizin der Klimakatastrophe
Man stelle sich nur folgende Szenarien vor: Ein Jahrhunderthochwasser, das zu massiver Schimmelbelastung in den Häusern führt, ein zerstörerischer Wirbelsturm, der das sogenannte Gewitterasthma auslöst, weil so viel Pollen in der Luft ist, eine Hitzephase im kommenden Sommer, im schlimmsten Fall kombiniert mit einem Blackout – das Gesundheitssystem als Ganzes ist gefordert, aber derzeit noch überfordert. Nicht nur die Ärzte müssen wissen, was sie tun sollen, wenn die Katastrophe eintritt, sondern alle Gesundheitsberufe. Umweltmediziner Heinz Fuchsig krempelt die Ausbildung um. Martin Burger hat mit ihm gesprochen.
Ep 133Was Patienten über ihren Lungenhochdruck wissen sollten
Eine pulmonale Hypertonie (PH) ist eine Erhöhung des Blutdrucks im Lungen-Herzkreislauf, wobei ein erhöhter Mitteldruck über 20 mm Hg gemessen wird. Man unterscheidet verschiedene Formen des Lungenhochdrucks. Was Patienten unbedingt wissen müssen, wann beispielsweise die Atemnot nicht mehr auf einen Konditionsmangel geschoben werden kann - das und noch viel mehr schildern Dr. Regina Steringer-Mascherbauer vom Referenzzentrum für pulmonale Hypertension am Ordensklinikum/Krankenhaus der Elisabethinen in Linz, und Dr. Judith Löffler-Ragg aus ihrer klinischen Praxis. Löffler-Ragg ist an der Universitätsklinik für Innere Medizin II mit Schwerpunkt Pneumologie in Innsbruck tätig. Redaktion: Dr. Claudio Polzer, Martin Krenek-Burger (Springer Medizin) Dieser Podcast entstand mit freundlicher Unterstützung von MSD.
Ep 132Den Lebensstil ändern - Warum nicht mit einer Vorsorgeuntersuchung beginnen?
Laut der Industriestaatenorganisation OECD bewegen sich die Menschen in Europa nicht ausreichend. Mehr als ein Drittel der Menschen erreicht nicht die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Maßgabe für Bewegung, 150 Minuten moderat-intensives Training. Auch die Bereitschaft, zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen, ist hierzulande gering. Die Corona-Pandemie mit Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen hat den Zustand noch verschärft. Den Hausärzten kommt eine entscheidende Rolle zu, um das Bewusstsein für Prävention zu stärken. In diesem Hörgang spricht Martin Burger mit dem Kurienobmann der niedergelassenen Ärzten, Dr. Edgar Wutscher.
Ep 128Der neue Ärzteball
Am 28. Jänner 2023 fand - nach zweijähriger Pandemiepause - endlich wieder ein Ärzteball in der Hofburg statt. Die 71. Auflage stand unter dem Motto Meet the Medics und trug bereits die Handschrift der neuen Ballorganisatorin Bettina Wiltos. Wir haben die Chirurgin kurz vor ihrer Premiere vors Mikrofon bekommen.
Ep 131Arzneimittelengpass - Hunderte Medikamente nur schwer zu bekommen
Mehr als 600 Arzneimittel, die nur schwer oder gar nicht zu bekommen sind - Antidepressiva, Krebsmedikamente, Hormonpräparate oder Schmerzmittel finden sich auf der Engpass-Liste des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen. Österreich befindet sich in guter europäischer Gesellschaft. Doch die Tatsache, dass es Deutschland nicht viel besser geht, ist kein Trost. Um die Arzneimittelproduktion, die sich in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend in den asiatischen Raum verlagert hat, wieder nach Europa zu bekommen, muss sich vieles ändern, nicht zuletzt werden die Preise für Medikamente steigen. Das ist zumindest der Wunsch der produzierenden Pharmaindustrie. Die Forderung nach einer automatischen Anpassung an die Inflation ruft Kritiker in der Sozialversicherung auf den Plan, höhere Preise würden nur die Gewinne der Industrie erhöhen, die Lieferprobleme aber nicht verringern. Bernhard Wittmann von Sigmapharm, ein Pharmaunternehmen, das in Österreich produziert, sieht das ein wenig differenzierter: „Wenn die Spielräume bei der Preisgestaltung größer sind, ist es leichter, Sicherheitsnetze einzuziehen.“
Ep 130Plasma spenden tut nicht weh
Medizinische Versorgung unter Druck - Aufruf zur Blutplasmaspende. So oder so ähnlich lauteten Schlagzeilen im vergangenen Herbst. Die Corona-Pandemie hielt die Spender fern. Grund genug für den Hörgang, sich ein Bild von der Lage in einem BioLife Plasmazentrum zu machen. Wir waren in der Kirchengasse in Wien und trafen dort u.a. auf die ärztliche Leiterin Dr. Nadja Frankl, die viele ihrer Spender seit Jahrzehnten persönlich kennt.

Ep 129Damit es gut zu Ende geht
Die Palliativmedizin ist ein Fach, das wenig Schlagzeilen macht. Zu Unrecht wie wir beim Hörgang finden, denn auch am Ende des Lebens, sogar in den letzten Tagen und Stunden unheilbarer kranker Menschen, gibt es medizinisch einiges zu tun und zu beachten. Es kann zu Missverständnissen und Fehlbehandlungen kommen. Meine Kollegin Marlene Nowotny hat mit den Palliativmedizinern Eva Katharina Masel und Herbert Watzke von der MedUni Wien/AKH Wien über die Herausforderungen auf diesem spannenden Gebiet gesprochen.

Ep 127Dem Vergessen vorbeugen - was tun gegen Alzheimerdemenz
Elisabeth Stögmann ist an der Ambulanz für Gedächtnisstörungen und Demenzerkrankungen an der MedUni Wien AKH Wien tätig. Im Gespräch mit Martin Burger nennt sie die Risikofaktoren für die Demenzentwicklung. Würde mehr Wert auf Prävention gelegt, ließen sich bis zu 40 Prozent der Demenzen vermeiden, sagt sie. Außerdem spricht Stögmann über neue Antikörper-Therapien, die in den nächsten Jahren in frühen Demenzstadien zum Einsatz kommen werden.

Ep 126Das Geschlecht muss immer mitgedacht werden - Die Geschichte der Gendermedizin
Frauen sind kleine Männer. Das klingt absurd, diese Sichtweise war aber lange Zeit Standard in der Medizin. Die Gendermedizin hat sich erst in den vergangenen Jahrzehnten ihren festen Platz erobert. Noch ist viel zu tun, die Unterschiede zwischen Männern und Frauen werden noch viel zu wenig berücksichtigt, z.B. in der Medikamentenforschung. Das sagt Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer. Sie leitet die Klinische Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel sowie das Gender Medicine Unit der Medizinischen Universität Wien/AKH Wien. Marlene Nowotny hat sie getroffen.
Ep 125Medizinisches Wissen auf dem Smartphone
Das Wissen in der Medizin explodiert. Die Frage ist jetzt, wie es Ärzte schaffen, in ihrem medizinischen Alltag immer die richtigen Entscheidungen auf der Höhe der Zeit zu treffen. Das klassische schwarze Notizbuch mit den Tipps und Tricks aus Fortbildungen und von älteren Kollegen genügt nicht mehr. Ein Weg, um den Überblick zu behalten, den roten Faden nicht zu verlieren, ist die Ärzte-App medbee. Ihren Gründer, Dr. Andreas Strouhal, stellen wir in dieser Hörgang-Folge vor. Medbee bringt keine vollständigen Leitlinien, sondern ist spezialisiert auf prägnante alltagsrelevante Inhalte, die Smartphone-optimiert sind und aus validierten Wissensquellen stammen. Im Gespräch mit Springer-Redakteur Martin Burger erzählt Dr. Strouhal auch von seiner Doppelrolle als Mediziner, Produktentwickler und Startup-Unternehmer.
Ep 124Die Gesellschaft der Ärzte in Wien und ihre Rolle im Nationalsozialismus
Die Gesellschaft der Ärzte in Wien wurde im Vormärz, vor 185 Jahren gegründet. Sie hat viele Epochen geprägt und überdauert. Ihre wichtigsten Vertreter gehörten der Zweiten Wiener Medizinischen Schule an oder hörten auf klingende Namen der Medizingeschichte. Zu bestimmten Persönlichkeiten seien immer wieder Fragen gestellt worden, etwa zu Theodor Billroth oder Konrad Lorenz, sagt die Präsidentin der Gesellschaft, Beatrix Volc-Platzer. Punktuell sei die oft unrühmliche Rolle einiger Ärzte und ihre politischen Einstellungen erhoben worden. Billroth zum Beispiel war eine Identifikationsfigur der völkischen Studenten. Was fehlt sei eine systematische Aufarbeitung und Auseinandersetzung. Daher hat sich Volc-Platzer entschlossen, die kritischen Jahren 1930 bis 1960 gründlich erforschen zu lassen, auch wenn diese Aufarbeitung mitunter schmerzhaft sei. Projektleiter ist der Zeithistoriker Prof. Dr. Herwig Czech von der MedUni Wien. Im Podcast geht es auch um die Biografien und die Schicksale der vielen aus Wien vertriebenen jüdischen Ärzte wie Sigmund Freud oder Hans Popper.

Ep 123Gewalt gegen Frauen
Jede fünfte Frau, die in Österreich lebt, wird ein Opfer körperlicher Gewalt oder sexueller Übergriffe. Diese Tatsache wird hierzulande gern verdrängt, mitunter sogar verharmlost. Jedenfalls genießen Frauen - offenkundig - nicht jenen Schutz, den sie benötigen. Gegen die Verharmlosung, gegen das Wegschauen sprechen sich viele Institutionen und Vereine aus – und sie tun das öffentlich. Die autonomen österreichischen Frauenhäuser (der Verein AÖF) beispielsweise organisieren seit 2010 die Ringvorlesung „EineR von fünf“ gegen die Tabuisierung von Gewalt gegen Frauen. Kooperationspartner sind die Volksanwaltschaft und die MedUni Wien. Prof. Dr. Andrea Berzlanovich leitet das Zentrum für Gerichtsmedizin der MedUni Wien. Wissenschaftsjournalistin Marlene Nowotny hat mit ihr über die diesjährigen Inhalte der Vorlesung gesprochen. Wichtig zu wissen: Die Tage vom 25. November – dem internationalen Gedenktag für alle Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden – bis 10. Dezember sind auch als "16 Tage gegen Gewalt" international bekannt. Dieser Aktionszeitraum wird weltweit genutzt, um das Ausmaß und die verschiedenen Ausprägungen von Gewalt gegen Frauen zu thematisieren und Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen als fundamentale Menschenrechtsverletzung nachhaltige Folgen für die Betroffenen selbst, aber auch für die gesamte Gesellschaft hat. Der Gedenktag geht auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal zurück, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und hatten sich an Aktivitäten gegen Diktator Trujillo beteiligt.

Ep 122Was Frühgeborene am nötigsten brauchen
Eines von neun Babys kommt zu früh. Auf die Welt und dann auch nach Hause. Doch noch wissen die überraschten Eltern nicht, was auf sie zukommt. Noch sind sie umgeben von fremden Ärzten und Pflegern und auch von vielen technischen Geräten. Gut, dass an der MedUni Wien-AKH Wien besonderes Augenmerk auf diese vulnerablen kleinen Patienten gelegt wird. Hier legt man auf den Hautkontakt mit den Eltern großen Wert. Darüber und über den speziellen Betreuungsbedarf und die Nachsorge, die oft einige Jahre dauern kann, spricht Wissenschaftsjournalistin Marlene Nowotny u. a. mit Sophia Brandstetter, der ärztlichen Leiterin der Frühgeborenenambulanz der MedUni Wien-AKH Wien, mit Astrid Holubowsky, pflegerische Leiterin der Intermediate Care Station, sowie mit der Psychologin Andrea Wittig.
Ep 121Geschichte der Wiener Medizin
Malfatti, Wirer, Rokitansky, Billroth, Wirer,Freud - um nur wenige zu nennen. Die Wiener MedizinischeSchule hat viele berühmte Ärzte hervorgebracht. Und das Billrothhaus in der Wiener Frankgasse ist der Ort, wo man die Erinnerung an ihre Leistungen und Persönlichkeiten bewahrt. Die neue Präsidentin des Hauses, Beatrix Volc-Platzer, hat in der Ahnengalerie auch einen Ehrenplatz für eine Ärztin reserviert, das erste Mitglied der patriarchalischen Gesellschaft der Ärzte in Wien - Dora Brücke-Teleky. Mit Präsidentin Volc-Platzer erkunden wir das 1893 von Ludwig Richter nach Vorschlägen von Billroth selbst errichtete Haus und spüren den Geschichten hinter der Geschichte nach. Was geschah in der kleinen Bibliothek, wie liefen die Debatten im Festsaal des Hauses ab, wenn Sigmund Freud und Julius Wagner-Jauregg zugegen waren? Und welche bibliophilen Schätze bewahrt das Archiv?

Ep 120Krebs bei Frauen
In Österreich ist jede achte Frau im Laufe ihres Lebens mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Wenn Frauen diese schwerwiegende Diagnose einer Krebserkrankung erhalten, so sollen sie sich mit ihren Sorgen nicht alleine gelassen fühlen. Das ist die Idee des Forums Krebs bei Frauen. Gegründet von zwei Onkologen der MedUni Wien und des AKH Wien in Zusammenarbeit mit dem Frauenministerium. Angeboten werden frei zugängliche Webinare für Betroffene und ihre Angehörigen. Die ersten Veranstaltungen fanden schon im Brustkrebsmonat Oktober statt, doch die Reihe läuft noch weit bis ins kommende Jahr hinein. Einer der Initiatoren ist Prof. Dr. Matthias Preusser, Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie. Wissenschaftsjournalistin Marlene Nowotny hat mit ihm über die Inhalte und Ziele des Krebsforums gesprochen.
Ep 119Real World Data
Real-World-Daten sind Daten die in der klinischen Routine anfallen. Sie bieten bisher ungeahnte Möglichkeiten die Gesundheit von Menschen zu verbessern. Das größte Potential liegt in der Optimierung von klinischen Studien, der Identifizierung von Versorgungslücken sowie in der Steigerung von Sicherheit und Wirksamkeit medizinischer Interventionen. Der Vortrag „Real World Data in Clinical Research“ von Jeffrey Brown, PhD, bietet einen Überblick für Einsteiger, garniert mit praktischen Beispielen. https://trinetx.com/healthcare-organizations