
Hörgang
312 episodes — Page 3 of 7

Ep 220Stefan Schaller: Der Anästhesist macht seine Patienten fit für den Eingriff
Während einer OP aufwachen – davor fürchten sich viele Patienten immer noch. Ängste wie diese zu nehmen und Patienten so fit wie möglich zu machen, bevor sie in den OP-Saal geschoben werden, dazu ist Stefan Schaller angetreten. Seit Kurzem ist er der Chef-Anästhesist am AKH bzw. Professor für Anästhesie und anästhesiologische Intensivmedizin an der MedUni Wien. Wie wichtig ein guter körperlicher Zustand ist, zeigt das sogenannte Post-Intensive-Care Syndrom. An dem leiden viele Menschen auf der Intensivstation. Was das ist, erfahrt Ihr im Podcast. Hier hört Ihr auch, was Schaller und sein Team alles tun, um Patienten auf den nötigen Eingriff vorzubereiten: Alte und multimorbide Patienten erhalten zum Beispiel eine Physiotherapie, und eine Ernährungsumstellung ist mitunter auch nötig, sagt der Experte.
Ep 219Karl Landsteiners Nachfolger forschen in St. Pölten
In der ersten Episode Folge haben wir manches über die Anfangsjahre der Karl Landsteiner Gesellschaft KLG erfahren. Heute spreche ich mit dem Präsidenten und der Vizepräsidentin der Gesellschaft über den Stellenwert der KLG innerhalb der außeruniversitären Forschung, welchen unmittelbaren Nutzen die Patienten von den klinischen Studien der Institute haben, woher die Forschungsgelder kommen und wie es mit der internationalen Vernetzung der niederösterreichischen Forscher aussieht. Und mit ihren Forschungsleistungen. Die Fragen an Prof. Dr. Bernhard Schwarz und Prof. Dr. Beatrix Volc-Platzer stellt Martin Krenek-Burger.
Ep 218Robert Fischer - Vater der außeruniversitären Forschung
Österreich vor 20 Jahren. Heinz Fischer wird das erste Mal zum Bundespräsidenten gewählt. Der Namensvetter Dr. Robert Fischer - nicht verwandt oder verschwägert - gründet gemeinsam mit Dr. Georg Salem die Karl Landsteiner Gesellschaft, heute die wichtigste außeruniversitäre Forschungseinrichtung für Medizin. Fischer erklärt in dieser Episode das Zustandekommen dieser Gesellschaft, die heute 69 Institute umfasst. Ein mutiger Schritt, denn Fischer löste sich aus der Ludwig Boltzmann-Gesellschaft heraus. Bis heute kommt er ohne jegliche öffentliche Förderung aus. "Dadurch ist eine maximale Unabhängigkeit gewährleistet. Wir leben von den Mitteln, die uns die Pharmaindustrie für klinische Prüfungen zur Verfügung stellt." Die Fragen stellt Martin Krenek-Burger
Ep 217Christoph Zielinski ist dem Krebs auf der Spur
Der berühmte griechische Arzt Hippokrates beobachtete an seinen Patienten geschwürformende Tumoren und solche, die keine Geschwüre bildeten. Weil sie sich seiner Meinung nach von der Geschwulst wie Krabbenbeine ausbreiteten, gab er dem Leiden den Namen »karkinos«, das griechische Wort für Krebs ... Österreichs klinischer Onkologe Christoph Zielinski und der ehemalige "profil"-Herausgeber Herbert Lackner packen die Geschichte der Krebsforschung zwischen zwei Buchdeckel. Sie behandeln die bedeutenden Entdeckungen, die zum Verständnis von Krebs beigetragen haben und wie sie revolutionäre Therapiemöglichkeiten eröffnet haben. Im Podcast wirft Zielinski einen Blick in die Zukunft der Krebsdiagnose und -therapie, und er spricht über die Belastungen, die der Beruf mit sich bringt. "Der Beruf des Krebsarztes ist kein Beruf, bei dem man am Abend heim geht, den Mantel aufhängt und mit den Kindern spielt", heißt es an einer Stelle. Zielinski dazu: "Man kann nicht in eine zweite Haut schlüpfen und seine Patienten vergessen." Das vollständige Buchzitat findet Ihr in den Shownotes. Die Fragen im Podcast stellt Josef Broukal.
Ep 216Was genau ist bei der Kreuzigung passiert? Hat Jesus überlebt? Die Wunder der Bibel medizinisch erklärt - Episode 2
Ist die Auferstehung Christi ein Wunder oder könnte ein wohlplatzierter Lanzenstich den am Kreuz hängenden Jesus gerettet haben? Im Neuen Testament finden sich zahlreiche Wunder Jesus, die als medizinische Symptome gelesen werden können. Genau das hat Dr. Maximilian Ledochowski getan und 2023 ein Buch mit dem Titel „Die Wunder der Bibel medizinisch erklärt“ veröffentlicht. In der ersten Folge haben wir gehört, dass halluzinogene Fische sehr wahrscheinlich dafür gesorgt haben, dass die Jünger Jesus übers Wasser gehen gesehen haben. Was es mit der Wiederauferstehung Jesus auf sich hat, hören Sie hier. Die Fragen stellt wieder Sandra Fleck.
Ep 215Preferrix schafft Zugang zu klinischen Studien
In klinischen Studien wird geprüft wie wirksam, wie verträglich und auch wie sicher neue Behandlungsmöglichkeiten sind. Patientinnen und Patienten, die an klinischen Studien teilnehmen, haben die Chance früher als andere eine ganz neu entwickelte Therapie bekommen. Ein Haken dabei: Klinische Studien werden nur an spezialisierten Zentren durchgeführt. Oft ist es schwierig für diese Zentren geeignete Patientinnen zu finden – und umgekehrt. Prof. Dr. Daniel Aletaha, Leiter der Klinischen Abteilung für Rheumatologie an der MedUni Wien, hat Preferrix mitbegründet, eine Plattform, die den Zugang zu klinischen Studien für Ärzte aus dem niedergelassenen Bereich ermöglicht.
Ep 214Lernen in medizinischen Escape Rooms: Wer findet das letzte Cortison?
In Escape Rooms müssen die Spieler*innen gemeinsam Rätsel lösen um aus einem geschlossenen Raum zu entkommen. Dr. Myriam Reisch und Dr. David Kickinger (Abteilung für Rheumatologie und Immunologie, MedUni Graz) entwickeln seit einigen Jahren medizinische Escape Rooms: Auf der Jagd nach dem letzten Cortison im Krankenhaus etwa lernen die Teilnehmer*innen ganz nebenbei das Erheben des Gelenkstatus, den Umgang mit Impfungen und DMARDs, den Ultraschall von Gefäßveränderungen im Rahmen einer Vaskulitis etc. Nach 60 Minuten haben die Spieler*innen das Erblinden der (fiktiven) Patientin verhindert und erlebt, dass jeder Mitspieler einen wichtigen Beitrag zur Lösung leistet. Außerdem hatten sie Spaß. Schließlich kann man nicht jeden Tag, wenn es Lieferengpässe bei Medikamenten gibt, ins Zimmer der Klinikleiterin einbrechen…
Ep 213New Episode

Ep 2121, 2, 3 ... ganz viele Kilometer für die Krebsforschung laufen
Herbstsport in Wien: Am 5. Oktober verwandelt sich der Unicampus in der Alservorstadt in eine Laufarena. Hundertschaften an Läufern spulen Kilometer für den guten Zweck ab. Das englischsprachige Motto: „The distance is nothing, it's only the first step that is difficult.” (Marquise du Deffand). In Zahlen ausgedrückt: 45.000 km sind das Ziel, ein Kilometer für jeden Menschen, der im Jahr an Krebs erkrankt. Die Veranstaltung zwischen dem Narrenturm und alten Institutsgebäuden ist einmalig, und sie lenkt den Blick auf die Forschung, die den Krebspatienten zugute kommt. Im Laufe der Jahre ist der Krebsforschungslauf von 350 auf über 3.000 Teilnehmer angewachsen, eine davon ist Sophie Bromberger. Für ihren PhD war die Veranstlautng Goldes wert. "Mein Projekt wurde mit den Einnahmen dieses Laufs gefördert." Im Podcast spricht sie über ihr Arbeitsgebiet, in dem sich Gefäßbiologie und Krebsforschung überschneiden, und was mit den 50.000 Euro an Forschungsunterstützung passiert ist Die Spenden der Teilnehmer, Partner und Sponsor fließen zu 100 Prozent in Krebs-Forschungsprojekte an der Medizinischen Universität Wien. Der 18. Lauf für die Krebsforschung findet am Samstag, 5. Oktober 2024, zwischen 10 und 14 Uhr am Uni Campus Altes AKH in Wien statt.

Ep 211Nicole Concin setzt sich für Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ein
20.000 Frauen erhalten jedes Jahr eine Krebsdiagnose, wobei die bösartigen Tumoren der Brust an erster Stelle stehen. Dazu kommen noch Krebserkrankungen der Geschlechtsorgane. Über das gynäkologisch-onkologische Fachgebiet spreche ich heute mit Nicole Koncin. Prof. Dr. Concin hat vor wenigen Monaten an der MedUni Wien / AKH Wien die Leitung der Klinischen Abteilung für Allgemeine Gynäkologie und gynäkologische Onkologie übernommen. Und sie ist auch die erste Präsidentin der europäischen Gesellschaft für gynäkologische Onkologie ESGO, die aus Österreich kommt. Hier befasst sie sich in erster Linie mit Qualitätsmanagement in der medizinischen Behandlung. "Mein Werdegang hat hier in Wien vor 25 Jahren begonnen. Ich war in verschiedenen Ecken der Welt, zu Forschungsaufenthalten war ich in New York, in Belgien habe ich drei Jahre mit klinischen Studien in Löwen verbracht, und zu guter Letzt war ich noch in Essen an einem ausgewiesenen Zentrum für die chirurgische Therapie von Ovarialkarzinomen tätig." "In meinem Fach passiert gerade sehr viel, es macht große Freude gerade jetzt hier tätig zu sein, weil es so viel Verbesserung gibt. In dieser Situation der Umwälzung gibt es besonders viel zu tun. Vor allem in der Vorsorge. Wir haben eine Impfung gegen das Zervixkarzinom. Wir müssen dringend Awareness schaffen, dass dieses tolle Angebot auch wahrgenommen wird. Die Impfung gegen Humane Papillomaviren steht im kostenfreien Impfprogramm des Bundes, der Bundesländer und der Sozialversicherung zur Verfügung. Mehr dazu in den Shownotes.

Ep 210Was passiert in unseren Zellen, wenn wir altern
Zu den Kennzeichen der alternden Zelle gehören genetische Instabilität, Entzündungen, aber auch ein Phänomen, das die Forscherin mitochondriale Dysfunktion nennt: Die Mitochondrien erzeugen Sauerstoffradikale, die in hohen Konzentrationen gesundheitsschädlich sein können. "Deswegen sind diese Organellen so entscheidend für den Alterungsprozess, und für mich eben besonders interessant", sagt die Biochemikerin Corina Madreiter-Sokolowski von der Med Uni Graz. Was die Angelegenheit so kompliziert macht, ist die Tatsache, dass der menschliche Körper aus 200 verschiedenen Zelltypen besteht . Diese Zelltypen altern unterschiedlich schnell. "Wir müssen herausfinden, wann wir am besten Anti-Ageing-Interventionen starten." Was kann ich tun, um länger gesund zu bleiben? Immerhin sind 75 Prozent des Alterungsprozesses durch Lifestyle und Umwelteinflüsse erklärbar. Madreiter-Sokolowski empfiehlt eine Kalorienreduktion von 15 Prozent des Gesamtumsatzes. Begründung: Beim Intervallfasten werden weniger Entzündungsfaktoren ausgeschüttet und bestehende Tumorzellen werden unschädlich gemacht. "Allerdings ist das individuell zu betrachten. Neueste Studien zeigen nämlich, dass Frauen hormonell in Schwierigkeiten geraten können." In dieser Hörgang-Episode haben wir uns außerdem noch über aktuelle therapeutische Konzepte unterhalten, Senolytika und Senomorphika. Ebenfalls Thema ist die Fähigkeit bestimmter Lebewesen, ein hohes Alter zu erreichen; man denke nur an Grönlandwale, Nacktmulle und Fadenwürmer. Nahe liegende Frage: Wie schaffen die das? Das Gespräch mit Prof. Madreiter-Sokolowski ist gleichzeitig ein Besuch an einem bemerkenswerten Wissensstandort: dem neuen Med Campus in Graz.
Ep 209Vor 130 Jahren starb Star-Chirurg Billroth
Im Billrothhaus in Wien fand im Juni ein medizinhistorischer Abend statt. Zu Ehren des 130. Todestages von Theodor Billroth; auch sein Geburtstag hat sich zum 195. Mal gejährt. Die Gesellschaft der Ärzte hat dieses runde bzw. halbrunden Jubiläen zum Anlass genommen, um die weniger bekannten Seiten des Chirurgen zu beleuchten: die Auswahl seiner Assistenten, sein Zweitleben als Musiker und beinharter Musikkritiker. Nur von Billroth dem Architekten war an diesem Abend keine Rede (dazu gibt es aber eine Literaturempfehlung von mir: Dietmar Grieser, Es muss was Wunderbares sein ... Das Salzkammergut und seine Künstler, Amalthea 2023).
Ep 208Ging Jesus tatsächlich übers Wasser? Die Wunder der Bibel medizinisch erklärt - Episode eins
Ist die Auferstehung Christi ein Wunder oder könnte ein wohlplatzierter Lanzenstich den am Kreuz hängenden Jesus gerettet und somit für seine Wiederkehr gesorgt haben? Für Mediziner und Buchautor Dr. Maximilian Ledochowski ist ganz klar, der tödliche Stich wurden zur lebensrettenden Maßnahme. Das wiederum ermöglichte die Wiederkehr von Jesus Christus. In dem im Jahr 2023 erschienenen Buch „Die Wunder der Bibel medizinisch erklärt“ geht Autor Ledochowski weiteren Wundern beziehungsweise Krankheiten auf den Grund. Denn nicht nur dass Jesus wieder auferstanden ist, er konnte selbst auch Kranke heilen. Laut Autor handelt es sich primär um psychiatrische Erkrankungen – beispielsweise postraumatische Belastungsstörungen und Wahrnehmungsstörungen. In der heutigen Folge von Hörgang gehen der Autor und Moderatorin Sandra Fleck diesen Krankheitsbildern nach.
Ep 20714.000 Rheumatologen auf einem Fleck - das war der EULAR 2024
Mitte Juni 2024 waren über 14,000 Ärzte und Ärztinnen in Wien. Sie haben den Kongress des europäischen Dachverbands für rheumatische Erkrankungen besucht. Dieser sogenannte "EULAR"-Kongress hat zum zweiten Mal in seiner Geschichte in der Bundeshauptstadt getagt. EULAR-Präsident Prof. Daniel Aletaha, Leiter der Klinischen Abteilung für Rheumatologie an der MedUni Wien, spricht mit Springer-Redakteurin Tanja Fabsits ausführlich über die Veranstaltung.

Ep 206Ein Chirurg und Forscher, der unter die Haut geht
Die Haut des Kabeljau hat viele Vorteile für die Wundheilung. So viele, dass der Grazer Chirurg Lars-Peter Kamolz seit Kurzem ein neuartiges Medizinprodukt aus Fischhaut als Wundverband einsetzt. Beileibe nicht die einzige Innovation an der Universitätsklinik für Chirurgie der Med Uni Graz, die Schlagzeilen macht (zuletzt berichtete etwa die "Ärzte Woche" , Ausgabe 29-34, S.4) Der Hörgang ist ausgerückt, um mit dem Verbrennungsspezialisten Kamolz über seine Arbeit zu sprechen, und darüber, was ihn und seine Kollegen von den Schönheitschirurgen unterscheidet. Ein weiterer Grund für unser Gespräch: Immer mehr Menschen überleben schwere und schwerste Verbrennungen. Lag die 50-Prozent-Überlebenswahrscheinlichkeit in den 1950er- und 1960er-Jahren bei 30 bis 35 Prozent verbrannter Körperoberfläche, so hat man heute selbst bei 80 Prozent verbrannter Körperoberfläche eine fifty-fifty-Chance zu überleben. Warum das so ist liegt an Innovationen wie der Fischhautmatrix und daran, dass Graz neben Wien ein Zentrum für Schwerstbrandverletzte ist.
Ep 205Arzt mit einer Mission
Vor 30 Jahren wurde Ärzte ohne Grenzen Österreich gegründet. Seither wurden von Wien aus viele Mitarbeiter in Konflikt- und Krisengebiete geschickt. Anders gesagt: Die Ärzte gehen in Länder, über die das Außenministerium Reisewarnungen verhängt hat. Und was noch dazukommt. In Länder, über die man sehr sehr wenig weiß hierzulande. Zum Beispiel: Was wissen Sie über die Zentralafrikanische Republik? Für mich Terra incognita, nicht so für meinen Gast., Dr. Michael Rösch. Der aus Vorarlberg stammende Chirurg sagt über seine Motivation : "Ich möchte Probleme lösen, leidenden Menschen helfen und Ungerechtigkeiten nicht hinnehmen." – Das geht doch weit über das rein Medizinische hinaus. Rösch will etwas verändern.
Ep 204Impfprophylaxe bei Kindern: Erfolgsgeschichte mit Verbesserungspotenzial
In Teil 1 dieser dreiteiligen Podcast-Reihe zum Thema Impfen spricht der Kinderarzt Prim. Prof. DDr. Peter Voitl über die Erfolge des Österreichischen Impfprogramms, wo er noch Verbesserungspotenzial sieht und wie es gelingen kann, auch impfkritische Eltern von der Sinnhaftigkeit der Impfprophylaxe zu überzeugen. Er setzt dabei auf Aufklärung und lehnt Sanktionen ab.

Ep 203Zwei Frauen an der Spitze der Wiener Medizin
Mehr als 50 Prozent der Medizinstudierenden sind Frauen, auch bei den Post-Docs herrscht noch Ausgwogenheit sowie bei den Tenure-Track-Professuren. "Danach geht die Schere auf", sagt die Vizerektorin der MedUni Wien, Dr. Michaela Fritz."Es ist immer noch schwierig in Führungspositionen zu kommen", sagt Österreichs Gendermedizinerin Alexandra Kautzky-Willer. "Wir müssen schauen, dass Frauen so gefördert werden, dass sie sich überhaupt bewerben, denn leider bewerben sich nicht allzu viele Frauen für Führungspositionen." Was dazu nötig ist und warum Kinder immer noch ein Karriereknick bedeuten hierzulande, erläutern die beiden Expertinnen, die es an die Spitze der Hierarchie im öffentlichen Gesundheitswesen geschafft haben.

Ep 202Andrea Kurz möchte acht Jahre Rektorin in Graz bleiben
Respekt, Ehrlichkeit, Empathie, Transparenz, Vertrauen. Diese Werte nannte Andrea Kurz bei Ihrer Amtseinführung. "Wenn man diese Kultur nicht hat, funktioniert nichts." Die kürzlich inaugurierte erste Frau an der Spitze der Grazer Medizin-Uni legt keinen Wert auf übergroße Formalitäten: "Sie müssen nicht Magnifizenz zu mir sagen." Wie dann? "In meinem Fall Frau Kurz." Die Anästhesistin Dr. Andrea Kurz hat eine glänzende Karriere hingelegt und Führungsfunktionen an der Washington University und am Inselspital in Bern innegehabt, ehe sie an die Spitze der heuer 20 Jahre jungen Med Uni Graz gewählt wurde. Sie wird die Geschicke der steirischen Hochschule in den kommenden vier Jahren lenken – und sie plant für eine zweite Amtszeit. Bedeutet: Eine Amtszeit ist zu wenig, um Großes zu bewirken, drei wären zu viel, "weil man sich zu sehr an einen Betrieb gewöhnt".

Ep 201Rückkehr nach einer Kreuzbandverletzung
Der Europameisterschaftstitel wäre ein exzellenter Zeitpunkt für den Non-Playing-Camptain der ÖFB-Auswahl, David Alaba, seine Nationalteam-Karriere zu beenden. Am Höhepunkt. Und weil die Gefahr einer Reruptur nach einem Kreuzbandriss nicht zu unterschätzen ist. Diese betrifft rund 20 Prozent der Fußballer. Das sagt Prof. Richard Crevenna, in seiner Jugend bei Sturm Graz engagiert, und heute als Vorstand der Universitätsklinik für Physikalische Medizin an der Med Uni Wien AKH Wien tätig. Im Gespräch mit Martin Burger spricht er über die Verletzungsanfälligkeit der Fußballer. Pro Spiel werden 10-11 km zurückgelegt, was zu Ermüdung führt und die Gefahr, sich weh zu tun, steigt. Spannend: Der direkte Vergleich des aktuellen Wunderteams mit der 78er-Generation. Balltechnisch versierte Kampfmaschinen vs. Edeltechniker.
Ep 200Endlich das Handy weglegen - so wichtig ist das für den Kinderschlaf
Abends wird noch gezockt, unzählige Videos auf TikTok angeschaut oder auch WhatsApp-Nachrichten verschickt. Die Nutzung digitaler Medien nimmt bei Kindern und Jugendlichen immer weiter zu. Vor allem abends kann das Auswirkungen auf den so wichtigen Schlaf haben. Und wenn wir uns mal selbst bei der Nase nehmen? Auch wir Erwachsenen schaffen es nicht, immer rechtzeitig das Handy aus der Hand zu legen. Ein paar Insta-Posts oder auch verschiedene Nachrichten-Websites später – tagsüber hatten wir ja kaum Zeit dazu, alles in Ruhe zu lesen – bemerken auch wir ganz schön spät geworden. Wie stark das den Schlaf beeinflusst und welche Auswirkungen das für Kinder und Jugendliche haben kann, das bespreche ich heute. Jasmin Altrock, mein Name, mit Dr. Christoph Minar. Er ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und psychotherapeutische Medizin beim Therapiezentrum Wien Innere Mitte.

Ep 199Flexitarische Ernährung - gesunder und klimafreundlicher Genuss
Diese Sendung beginnt mit einem Fauxpas. Ich offenbare geografische Unkenntnis und befrage den aus Heidelberg stammenden Ernährungswissenschaftler Tilmann Kühn (Zentrum für Public Health der MedUni Wien) über die kulinarischen Vorlieben der Norddeutschen. Abgesehen davon läuft es gut. Ich erfahre jede Menge über das gesunde Essen, das noch dazu klimaverträglich ist, aber leider auch teuer. Die erste Überraschung: der sportliche Wissenschaftler ist ein Genießer. "Essen und Trinken soll auch Spaß machen. Das immer nur unter der Prämisse der Gesundheit zu betrachten, ist nicht zielführen. Wir versuchen beides zu integrieren, die Gesundheit und den Genuss." Wie erwartet, kommt von Kühn keine uneingeschränkte Empfehlung für Fisch, "der aus gesundheitlicher Sicht sehr interessant ist, weil er sehr viele Omega-Drei-Fettsäuren enthält. Beim Binnenfisch aus Seen ist der einzige Nachteil, dass z.B. kein Iod enthalten ist". Grundsätzliche seine Karpfen oder auch Saiblinge auch in großem Maßstab ökologisch verträglich zu züchten, "die große Frage bleibt aber die Akzeptanz in der Bevölkerung". Ein kategorisches "Nur noch Fisch" oder "nur noch vegan" lehnt Kühn aber ohnedies ab. "Am Ende des Tages wäre es schon ein Fortschritt, wenn sich die Menschen flexitarischer ernähren würden, also weniger Milch- und Fleischprodukte konsumieren.

Ep 190Das passiert an der Grazer Gewaltambulanz
Im Mai hat die Türkis-Grüne Bundesregierung den Antrag für mehr Förderung von Gewaltambulanzen eingebracht. Beschlossen werden soll er noch vor dem Sommer, berichtet der Kurier. Die MedUni Wien steht bereits in den Startlöchern. Bereits seit 2018 in Betrieb ist die Gewaltambulanz an der MedUni Graz. Die Gerichtsmedizinerin Sarah Heinze ist eine der Frauen hinter dieser Initiative und sie erzählt uns Näheres, wie es zu dieser Gründung gekommen ist und warum wir diese Einrichtungen so dringend brauchen. Unter anderem weil sich jetzt viel mehr Gewaltopfer trauen, mit ihren Blessuren in die Ambulanz zu gehen. Das sind vor allem junge Frauen, aber es gibt auch männliche Patienten. Ob die Opfer danach oder erst zu einem späteren Zeitpunkt Anzeige erstatten oder nicht, steht auf einem anderen Blatt. "Niemand wird zu einer Untersuchung gezwungen", sagt Heinze.
Ep 197Eine schrecklich allergene Familie - Gräser verbreiten ihren Pollen bis zu 100 km weit
Hochblüte ohne Hochgefühle - Gräserpollen sind da. Die Gräsersaison dauert aufgrund der zahllosen Arten - mehr als 10.000 - bis August. Das heißt: die Pollenwolke wird noch den ganzen Sommer über uns schweben, bis sie im Osten des Landes mit den letzten Belastungswellen durch den Neusiedler Schilfgürtel abklingen. Die klassischen Symptom wie Juckreiz oder gerötete Augen machen sich dann aber nicht nur im Seevorland bemerkbar, sondern auch in den Städten - Gräserpollen wird bis zu 100 km weit vertragen. "Von Seiten der Patienten kann ich sagen, dass die Gräserpollensaison bisher ausgeprägt war", sagt Dr. Fritz Horak. Er leitet das Allergiezentrum Wien-West. "Wir haben sehr viele Patienten, die sich mit sehr starken Symptomen melden. Wir haben immer noch sehr lange Wartezeiten." Dr. Markus Berger vom Österreichischen Polleninformationsdienst gibt Entwarnung für die Flach- und Hügelländer im Osten: "Der Höhepunkt der Gräserpollensaison ist hier bereits überschritten." Vor Kurzem war von einer neuen allergenen Pflanze zu lesen, dem Götterbaum. In Wien sei der Pollen des Götterbaums häufiger als jener der Gräser zu finden, meldete der ORF vor Kurzem. Hören Sie sich an, was Horak und Berger zu diesem Thema zu sagen haben!

Ep 198Migräne-Patienten ernst nehmen und Attacken reduzieren
Die Zahlen belegen, dass man bei Kopfschmerzen von einer Volkskrankheit sprechen kann - 1 Million Österreicher laboriert an Kopfschmerzen. Nach Stand der Forschung müsste niemand mehr leiden. Die Realität sieht leider anders aus. Das ist der Grund, warum der Bedarf an profunden Schmerz-Ratgebern groß ist. Prof. Dr. Christian Wöber leitet den Spezialbereich Kopfschmerz an MedUni Wien und AKH Wien sowie die dazugehörige Akutambulanz. Der gefragte Experte ist unter die Autoren gegangen. Titel seines Buches: „Kopfschmerz“ - Untertitel: „Richtig zuordnen und gezielt behandeln.“ Genau damit gibt es aber ein Problem, denn 50 Prozent der Betroffenen haben noch nie ärztliche Hilfe in Anspruch genommen. Wöber dazu: "Jeder Mensch der Kopfschmerzen hat, die den Alltag beeinträchtigen, soll ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Ich sehe immer noch viele Patienten, die mir sagen, sie hätten schon lange kommen sollen und jetzt endlich machen sie es." Für Migräne gibt es keine Biomarker. Bluttests oder CT sind hier keine Hilfe. Der Arzt muss genau hinhören, was der Patient erzählt, und das geschieht auch immer öfter, sagt Wöber: "Die Zahl der Kollegen, die Kopfschmerzen abtun, wird weniger. Auch die Aussage, dass Patienten mit ihren Kopfschmerzen leben müssen, wird seltener." Wird Migräne eines Tages heilbar sein? "Dieser Wunsch ist mehr als berechtigt. Im Moment kann man sagen, dass wir mit den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten die Migräne zwar immer besser behandeln können, aber nicht so, dass sie für alle Zeiten unterbleiben." In seinem Ratgeber führt Wöber aus, für welche Arten von Kopfschmerzen es etablierte Behandlungen gibt. Andererseits stellt er auch klar, dass man sich in der Schmerzbehandlung nicht allein auf die evidenz-basierte Medizin stützen kann, die auf absolut gesicherten Daten beruht. "Wir brauchen auch Herangehensweisen, die sich im Alltag als nützlich erwiesen haben und die keine bedenklichen Nebenwirkungen haben." Soll heißen: Das Versprechen "Nie wieder Kopfschmerzen" können Ärzte im Moment nicht erfüllen.

Ep 196Bessere onkologische Therapien - Tumoren verschwinden bei immer mehr Patienten komplett
Sebastian Schoppmann hat per 1. März 2024 eine Professur für Onkologische Chirurgie an der MedUni Wien übernommen. Er ist Experte für minimalinvasive Techniken in der Viszeralchirurgie, auch Bauchchirurgie genannt. Hier beschäftigt sich Schoppmann mit Erkrankungen und Verletzungen von Speiseröhre und Magen. Bei der Behandlung von soliden Tumoren, gutartigen wie bösartigen, ist die Chirurgie unverzichtbar. Bleibt das so? Schoppmann dazu: "Da tut sich gerade vieles. Derzeit hat die chirurgische Onkologie einen zentralen Stellenwert. Bei einer geringen Anzahl viszeralchirurgischer Tumoren muss man gleich operieren. Die meisten anderen Tumoren werden vorbehandelt und nachbehandelt. Allerdings, und das ist für die Patienten sehr erfreulich, ist es so, dass viele systemische Chemotherapien, Immuntherapien, Antikörpertherapien in jüngster Vergangenheit so effektiv geworden sind, und so zielgerichtet geworden sind, dass es immer mehr Patienten geben wird, deren Tumoren komplett verschwinden. Das ist ein Licht am Horizont, dass wir manchen Patienten diese großen und teilweise wirklich belastenden Operationen ersparen können." Ab wie vielen Speiseröhren-OPs man in diesem Feld als Spezialist gilt, wollte ich von Dr. Schoppmann wissen - und er nannte eine Zahl: 20 Resektionen, also operative Entfernungen, im Jahr müssten es schon sein. Warum ist die Frage wichtig? In der modernen Chirurgie geht es um Spezialisierung und um spezialisierte Zentren. Schoppmann dazu: "Im Gegensatz zu früher, als einzelne Chirurgen versucht haben, alles abzudecken, weiß man heute, dass eine hochgradige Spezialisierung einfach zu einem besseren Ergebnissen nach den Operationen führt." Weiters erfahren Sie in diesem Podcast: 1.) was es mit den "Tumor-Boards" auf sich hat, die zu Jahresbeginn als "Expertenboards" Schlagzeilen gemacht haben, und 2.) dass die MedUni den Schritt zur Roboter-unterstützten Chirurgie wagt. Schoppmann lobt den Fortschritt: "Der Übertrag von den Fingern auf das Instrument funktioniert hervorragend und sensibel. Es ist fas mehr Operieren mit den Händen als bei minimalinvasiven Eingriffen, die derzeit Standard sind."
Ep 19150 Jahre Kuh Esmeralda in Wien und andere Meilensteine der Herzchirurgie
Wir befragen heute gleich drei Experten: Bruno Podesser, Leiter des Zentrums für Biomedizinische Forschung und Translationale Chirurgie an der MedUni Wien, Rainald Seitelberger, Vorstand der Universitätsklinik für Herzchirurgie, Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie am Uniklinikum Salzburg sowie Sebastian Globits, Ärztlicher Leiter des Herz-Kreislauf-Zentrums Groß Gerungs (Waldviertel) Worum geht es? Wir blicken sie auf die 3 wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der Herzchirurgie zurück: nämlich die erste Verpflanzung eines menschlichen Herzens 1967 durch Christiaan Barnard in Südafrika; das erste künstliche Zusatzherz, das vor fast genau 50 Jahren beim Kalb Esmeralda durch Jan Navratil in Wien 1975 eingesetzt wurde; die erste Transplantation eines Schweineherzens in den USA vor 2 Jahren. Das sind die viel zitierten Meilensteine der Herzchirurgie. Was ließ sich daraus lernen und woran hapert es noch? Werden Roboter zur Konkurrenz in der Herzchirurgie? Wie steht Österreich im internationalen Vergleich da? Und schließlich: Wieviel an Herz-Krankheiten könnten wir uns durch eine gesunde Lebensführung ersparen? Viele wichtigen Fragen und die stellt in dieser Runde die Springer-Autorin Susanne Krejsa Mac Manus.

Ep 195Nikolaus Klupp rekonstruiert die letzten Minuten im Leben eines Menschen
Wir sprechen heute mit einem Gerichtsmediziner, und zwar mit dem Leiter des Zentrums für Gerichtsmedizin an der MedUni Wien, Prof. Dr. Nikolaus Klupp - also mit einem Menschen, der herausfinden muss, wie die letzten Minuten im Leben eines Menschen ausgesehen hat, der unter meist ungewöhnlichen Umständen zu Tode gekommen ist. "Ich finde den Beruf immer noch unglaublich spannend." Im Interview mit Martin Burger schildert Klupp seine spannendsten und bedrückendsten Fälle. Zu ersteren zählen Proteinbestimmungen aus dem Zahnschmelz von Leichen aus der Kupferzeit vor 6.000 Jahren; zu letzteren gehört die Obduktion der 71 Leichen nach der Flüchtlingstragödie von Parndorf. Zur Person: Nikolaus Klupp studierte Humanmedizin an der heutigen Med Uni Graz . Er ist Facharzt für Gerichtsmedizin und Allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger sowie Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Gerichtsmedizin. Klupp war seit dem Jahr 2020 stellvertretender Leiter und ist seit 1. Jänner 2024 Leiter des Zentrums für Gerichtsmedizin der MedUni Wien.

Ep 177Ein Herz verpflanzen - So laufen Herztransplantationen an der MedUni Wien ab
Am 5. März 1984 wurde das erste Mal in Wien erfolgreich ein menschliches Spenderherz verpflanzt. Seither werden im Schnitt pro Jahr 40 bis 50 Transplantationen an AKH Wien und MedUni Wien durchgeführt. Wie sich Wien in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Zentrum für Herztransplantationen entwickelt hat und warum es auch nach 40 Jahren keine reine Routine ist, ein fremdes Herz in einen Menschen einzunähen und bei den ersten Schlägen zuzuschauen, darüber spreche ich mit dem Programmdirektor Herztransplantation an der Universitätsklinik für Herzchirurgie von MedUni Wien und AKH Wien, Prof. Dr. Andreas Zuckermann. 60 Prozent der Patienten, die auf die Warteliste kommen, leiden an einer Herzmuskelerkrankung, die auch vererbt werden kann. 30 Prozent der Transplantationskandidaten haben eine koronare Herzerkrankung und bereits Bypass-Operationen hinter sich haben. Der Rest verteilt sich auf seltene Erkrankungen. Die Logistik und das Timing bei Herztransplantionen ist bis heute extrem herausfordernd. Dazu ist eine große Menge an Menschen und viel Technik ist nötig, um das wichtigste Organ des Menschen zu transplantieren. Der Eingriff selbst ist chirurgisch nicht allzu kompliziert, doch psychologisch ist diese Organverpflanzung stark aufgeladen. Zuckermann dazu: "Schließlich heißt, ich liebe dich von ganzem Herzen, nicht von ganzer Leber".
Ep 194Apotheker bilden sich fort – ab 1. Juli 2024 neu
Alle Mitglieder der Apothekerkammer müssen künftig über einen Zeitraum von drei Jahren 150 Fortbildungspunkte sammeln, um ihre Fortbildungsverpflichtung zu erfüllen. Es gibt zwei verschiedene Arten von Fortbildungspunkten und diese werden zentral dokumentiert. Ein Punkt umfasst 30 Minuten Fortbildung. Welche Fortbildungen geltend gemacht werden können und wie die Kammer das dokumentiert, erläutert Mag. Stefan Deibl, der Leiter der Fort- und Weiterbildungsabteilung der Apothekerkammer, im Gespräch mit Springer-Redakteurin Verena Kienast.
Ep 193Eine App nur für die Niere
Nieren leiden still und heimlich. Erst in fortgeschrittenem Stadium treten Symptome auf. Immer mehr Patienten stehen vor dem Nierenversagen. Damit es nicht so weit kommt, plädiert der Arzt Marcus Säemann für die Aufnahme der Nierenkontrolle in die Gesundenuntersuchung. Eine neue App soll die Aufmerksamkeit auf das Organ lenken. Sprichwörtlich prüft man zwar auf Herz und Nieren, doch der zweite Teil unterbleibt zumeist. Grund dafür: die Niere ist nicht Teil der Gesundenuntersuchung, sagt der Nephrologe und Internist Prof. Dr. Marcus Säemann. Und das kann die Medizin nicht einfach so hinnehmen. Denn immer mehr Menschen sind von einer chronischen Niereninsuffizienz (CKD – chronic kidney disease) betroffen. Insbesondere Menschen mit Diabetes mellitus weisen dramatische Steigerungen auf, mit mehr als 3 Prozent pro Jahr. Eine Nierenerkrankung verläuft lange symptomlos und unbemerkt. Manche Symptome sind unspezifisch und kommen auch nicht bei allen Patienten vor. Umso wichtiger ist eine einfache Vorsorgeuntersuchung, sagt Säemann. er Vorstand der 6. Med. Abt. für Nephrologie der Klinik Ottakring und Präsident der Österreichishen Fachgesellschaft für Nephrologie (ÖGN) fordert Risikopatienten auf, mindestens einmal im Jahr zur Harn- und Blutabnahme zu gehen, bei der auch die Eiweißmenge im Harn kontrolliert wird. „Wir haben gelernt, auf unsere Cholesterinwerte zu achten , aber vergessen dabei, wie wichtig auch andere Parameter wie das Eiweiß im Harn und Kreatinin im Blut als Ausdruck der Nierenfuktion sind“, sagt Säemann. Und er fordert die Aufnahme der Untersuchung in die jährliche Gesundenvorsorge. Die Begründung ist klar: Erkennt man eine CKD im frühen Stadium, gibt es gute Therapiemöglichkeiten, so dass eine Dialyse oder eine Nierentransplantation gar nicht nötig wird. Bis es soweit ist, gilt es, das Bewusstsein der Bevölkerung und der Kollegen auf die Niere und ihre Funktionen zu lenken. Säemann und die Assistenzärtin Dr. Sara Ksiazek haben eine Desktop-App entwickelt – die nieren.app. Ksiazek befindet sich gerade in der Facharztausbildung für Nephrologie. „Für Patienten ist die App ein Mittel, die eigene Nierenfunktion nachzusehen und zu überprüfen. Für Ärzte haben wir e in Tool geschaffen, das im ärztlichen Krankenhaus und in der Ordination nutzbar ist.“ Säemann: „Diese App hat eine gewisse Evolution hinter sich. Ursprünglich wollten wir diese App für Nierenspezialisten kreieren. Es ist aber eine Tatsache, dass die Nephrologie viele Bereiche der inneren Medizin berührt. Daher haben wir die App für Allgemeinmediziner und Internisten geöffnet. Weil aber die chronische Nierenerkrankung so viele Menschen betrifft – ca. 10 Prozent der gesamten Bevölkerung –, war es wichtig, genug Information für die Patienten bereitzustellen, das klar verständlich ist.“ xxxx Damit nicht genug. Säemann führt aus: „Im Sinne des Empowerments der Patienten können sie mit der App ihr persönliches Risiko und den Grad ihrer Nierenerkrankung einfach und leicht bestimmen.“ Dazu bieten Säemann und Ksiasek digitale Selbsttests an. In eine Maske gibt man die Datem aus den Harn- und Bluttests ein. Mithilfe einer Formel wird die Nierenfunktion (eGFR) errechnet sowie das Risiko für Nierenversagen (KFRE – kidney failure risk equation). Säeman abschließend: „Es gibt die Heurisitik: Numbers are hard to ignore. D.h., wenn ein Patient bezüglich einer Therapie Bedenken hat, dann kann er mit einer Zahl, die ihm das Risiko zeigt, dass er in 5 Jahren deutlich voranzuschreiten wird mit seiner Nierenerkrankung, kann er damit etwas anfangen. DAs löst vieles auch im ärztlichen Gespräch auf.“ Ksiazek: Zum einfachen Verständnis wurde ein Farbcode hinterlegt, je röter, desto schlechter die Ergebnisse.
Ep 192Willkommen in der Birkenpollen-Hölle
Der dramatisch Ausdruck ist gerechtfertigt! Wenn das ein seriöser Wissenschaftler wie Dr. Markus Berger sagt, dann ist Feuer am Dach. Wir sind in einem intensiven Birkenpollenjahr und so eine ausgewachsene Birke kann 1,7 Millionen Pollenkörner freisetzen - pro Kätzchen. Der Leiter der Österreichischen Polleninformation ist Gast im zweiten "Blütentalk"-Podcast des Jahres. Berger führt aus, dass Kreuzreaktionen nichts mit Verwandtschaft zu tun hat, sondern mit der Ähnlichkeit der Allergene, die auf der Oberfläche von Pollenkörnern sitzen. So kommt es, dass unser Körper Birke und Apfel verwechselt. Moderator Martin Burger fragt Berger aber auch über die Allergenität von Aliens aus - und über Park- und Alleebäume, die zwar Klimastress und Schadstoffe gut aushalten, mitunter aber Allergikern Probleme bereiten.

Ep 187Virologe Florian Krammer forscht wieder in Wien
Der Virologe Florian Krammer wird neben seiner Professur an der Icahn School of Medicine in New York auch in Wien Teilzeit arbeiten, und zwar an der MedUni Wien. Darüber hinaus eröffnet der renommierte Forscher ein neues Institut zur "Wissenschaftsvermittlung und Pandemievorsorge". Im Hörgang-Podcast spricht der gebürtige Steirer über seine internationale Karriere, seinen Blick auf Wien und die politische Lage in den USA für Forscher. Und auch darüber, warum er "kein schönes wissenschaftliches Deutsch" hat und warum das ein Vorteil ist.
Ep 189Naghme Kamaleyan-Schmied im ausführlichen Interview über Primärversorgung
Die Gesundheit Österreich GmbH geht davon aus, dass für ein wirtschaftlich gesunde Primärversorgungseinheit ein Einzugsgebiet von mindestens 6.000 Menschen nötig ist. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die ärztliche Grundversorgung in den meisten Gemeinden auch in Zukunft vom Haus- oder Landarzt betreut werden wird. Dr. Naghme Kamaleyan-Schmied, Obfrau der Kurie der niedergelassenen Ärzte in Wien, hat daher ein "PVE light" vorgeschlagen. Zusatz-Leistungen wie sie in Primärversorgungszentren angeboten und von den Kassen bezahlt werden, soll es auch für Einzelordinationen geben. Ob die Ärzte daran überhaupt interessiert sind, bespricht Kamaleyan-Schmied im Interview mit Josef Broukal.
Ep 188Laserchirurgie gegen Fehlsichtigkeit
Dr. Paul Jirak aus Linz hat sich auf Augenlaserchirurgie und auf Linsenchirurgie spezialisiert. Das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit sorgt für regen Betrieb in seiner Praxis. "Es gibt mittlerweile viele technische Spielarten der Laserchirurgie. Ich würde sagen, dass wir heute Fehlsichtigkeiten zwischen drei und vier Dioptrien bei Weitsichtigkeit und acht Dioptrien bei Kurzsichtigkeit mit den Lasern behandeln können." Ich trage seit 50 Jahren Brillen gegen meine Kurzsichtigkeit, wurde aber noch nie auf augenchirurgische Möglichkeiten hingewiesen, wie kann das sein, gibt es Vorbehalte unter den Augenärzten? "Das ändert sich, vor allem den jungen Kollegen ist es heute fast peinlich, wenn sie über laserchirugische Eingriffe keine Auskunft geben können." Was den Augenärzten immer noch zu schaffen macht, ist die Makuladegeneration, die unheilbar ist. Mit der Alterung der Gesellschaft treten vermehrt neurodegenerative Erkrankungen auf. "Wir könnten mit technischen Mitteln bionische Augen bauen, wir könnten Nachtsichtmodi einbauen und sogar aufnehmen, was wir sehen, selbst so banale Themen wie Energieversorgung sind gut lösbar. Wir haben Iris-Prothesen, die als Solarzellen dienen. Unser Problem ist aber: Wir finden den Stecker nicht. Wir können die Informationen, die wir generieren, nicht an das zentrale Nervensystem anschließen."
Ep 186Noch persönlicher, noch genauer - die neue Österreichische Polleninformation
Der Hörgang-Blütentalk ist ein Podcastreihe, die sie durchs Pollenjahr begleitet und mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen versorgt. Wer sich schnell ein Bild über die aktuelle Pollenlage machen will, dem reicht ein Pollenkalender längst nicht mehr. Gefragt sind personalisierte Daten und eine Symptomvorhersage, die auch Klimawerte wie Temperatur und Luftverschmutzung einbezieht. Dr. Markus Berger leitet den Österreichischen Polleninformationsdienst. Außerdem ist er Assistenzarzt an der HNO-Abteilung der Klinik Hietzing. Im Gespräch mit Martin Burger erläutert Berger u.a., wie es gelingen kann, Bürger für Wissenschaft zu begeistern und welchen Stellenwert die KI für seine Tätigkeit hat.
Ep 185Lorenz-Böhler-Schließung regt auf
Das Lorenz-Böhler-Krankenhaus, auch Traumazentrum Wien Brigittenau genannt, wird wegen Mängeln beim Brandschutz geschlossen. Laut dem Betreiber, der AUVA, ist die Schließung alternativlos. Von der AUVA gibt es keine Stellungnahme gegenüber den Medien, auch nicht gegenüber dem ORF. Der ehemalige Anchorman des Senders Josef Broukal hat mit dem Unfallchirurgen Heinz Brenner gesprochen.
Ep 184So treten sie dem Club der 100-Jährigen bei
Wir werden immer älter, verbringen diese zusätzlichen Jahre aber nicht bei guter Gesundheit. Der junge Molekularbiologe Slaven Stekovic rät dazu, rechtzeitig mit Muskelaufbautraining zu beginnen, um in den Club der 100-Jährigen aufgenommen zu werden. Warum Frauen mit weniger Training zum gleichen Ergebnis wie Männer zu gelangen, auch das erläutert er im Gespräch mit Raoul Mazhar und Martin Burger.
Ep 169Schluckbeschwerden & Behandlungsoptionen bei der Eosinophilen Ösophagitis
Sicher haben Sie sich schon einmal beim Essen verschluckt. Ein unangenehmes Gefühl, dass mit einem Glas Wasser rasch behoben werden kann. Bei Menschen mit eosinophiler Ösophagitis ist das anders. Ihnen bleibt buchstäblich jeder Bissen im Hals stecken. Inzidenz und Prävalenz dieser immunvermittelten Speiseröhrenentzündung sind in den vergangenen 20 Jahren rapide angestiegen. Springer-Autor Christopher Waxenegger hat mit Dr. Hansjörg Schlager, Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie an der Med Uni Graz, gesprochen, einem Experten für die Diagnose und Behandlung dieser Erkrankung.

Ep 183Heuschnupfen im Winter - das sagen die Pollen-Experten der MedUni Wien
Die Haselpollensaison 2024 hat begonnen. Auch die heimischen Erlen sind blühbereit. Damit müssen sich Pollenallergiker auf einen ersten unangenehmen Pollenflug einstellen. Das teilt der neue Pollenservice Wien mit. Die Serviceeinrichtung der MedUni Wien informiert auf ihrer Webseite laufend über die aktuelle Situation in der Bundeshauptstadt. Gemessen wird die Belastung mit sogenannten Pollenfallen. Seit Kurzem verfügt die MedUni über ihre eigene Falle. Sie steht auf dem Dach der Gerichtsmedizin in der Sensengasse im 9. Bezirk. Geleitet wird der Pollenservice von Katharina und Maximilian Bastl. Ich habe Sie in der sogenannten Provokationskammer an der Universitätsklinik für Hals-, Nasen und Ohrenkrankheiten der MedUni Wien besucht.
Ep 182Krankheit ohne Namen - Kinder mit Seltenen Krankheiten profitieren von Psycho-Edukation
Der letzte Tag im Februar ist traditionell den seltenen Krankheiten gewidmet. In fast jeder Schulklasse gibt es ein Kind mit einer Seltenen Krankheit. Als selten gilt eine Krankheit, wenn sie bei maximal 5 von 10.000 Menschen auftritt. Neben den physischen Beschwerden tragen die meist jungen Patienten auch psychische und soziale Lasten. Um ihnen bei der Bewältigung ihrer Probleme zu helfen, wurde an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde von MedUni Wien und AKH Wien ein einzigartiges Programm namens "Education and Care in RARE" ins Leben gerufen. RARE steht für rare oder orphan Disease. Das Ziel dieses Programms ist es, den Kindern zu helfen, ihre oft genetisch bedingte Krankheit besser zu verstehen und ihren Alltag bestmöglich zu bewältigen. Die Medizinerin Prof. Dr. Julia Vodopiutz und die Psychologin Dr. Marion Herle erklären, wie das funktioniert. Dieser Podcast enstand in Zusammenarbeit mit der MedUni Wien Die Fragen stellt Martin Burger.
Ep 181Pandemien managen - die Regierung gelobt Besserung
Die Corona-Jahre haben zu einer Spaltung der Gesellschaft geführt. Es gelang der Regierung nicht, alle Menschen von Lockdowns, Masken- und Impfpflicht zu überzeugen. Was können, was müssen die Österreicher daraus lernen? Die Akademie der Wissenschaften gibt in einer großen Studie einige Hinweise. Josef Broukal hat mit dem Autor der Studie, Alexander Bogner vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung gesprochen. Die Corona-Studie fiel jedenfalls bei der Bundesregierung auf fruchtbaren Boden. Am 21. Dezember 2023 beschloss der Ministerrat fünf Leitlinien für den Umgang mit künftigen Pandemien.

Ep 180Antidepressiva mit geringeren Nebenwirkungen
Antidepressiva zählen zu den am häufigsten verschriebenen Arzneimitteln. Doch sie haben teils erhebliche Nebenwirkungen. Prof. Dr. Thomas Stockner vom Pharmakologie-Institut der MedUni Wien will das ändern. Zur Erklärung: Antidepressiva zielen auf den Serotonin-Transport in Nervenzellen. Stockner dazu: "Wenn man sich den Transporter vorstellt wie ein Auto, wollen wir wissen, wie der Motor funktioniert. Und wozu ist das gut? Wenn Patienten unter Depressionen leiden, stellt sich die Frage: Wie kann man ihnen helfen? Das Problem besteht darin, dass zu wenig Neurotransmitter in der Synapse vorhanden ist, und daher zu wenig vom Signal produziert wird. Wir versuchen im Endeffekt, das Signal zu verstärken, also ein Tuning. Und das machen wir, indem wir den Transporter verlangsamen, damit er etwas weniger effizient die Neurotransmitter wieder wegräumt. Und um das durchzuführen, versucht man spezifisch diesen Transporter zu treffen." Die Spezifität ist aber auch das größte Problem der Forschenden, sagt Stockner: "Die Herausforderung besteht darin, dass im Gehirn Abermillionen von Neuronen aktiv sind, die sich vernetzen. Hingegen gibt es nur eine Handvoll von Neurotransmittern und eine Handvoll an Rezeptoren für einen Neurotransmitter, und nicht mehr. Es gibt das serotonerge System und zwei weitere, ähnliche Systeme, das dopaminerge und das noradrenerge. Die Neurotransmitter sind einander sehr ähnlich. Die Schwierigkeit besteht darin, nur einen Rezeptor zu erreichen." Eine andere, handfestere Gefahr, besteht darin, dass Nebenwirkungen die Patienten dazu bringen, die Therapie abzubrechen: "Meiner Erfahrung nach ist dieses Problem bei psychischen Erkrankungen eher größer als bei anderen Arten von Erkrankungen, bei denen Medikamente eingenommen werden müssen. Grund dafür ist, dass Antidepressiva mit Nebenwirkungen verbunden sind, die man nicht will und die auch eine gewisse Gefahr darstellen." Ehrliche Frage an den Experten: Wie viel Forschung liegt noch vor Ihnen? Stockners ehrliche Antwort: "Wenn man die Zahl der Nebenwirkungen reduzieren will , ist der Weg noch sehr weit."
Ep 179Angelo Soliman - der Außergewöhnliche
Als „Hofmohr“ ist Angelo Soliman (1721-1769) in die Wiener Stadtgeschichte und -mythologie eingegangen. Sein Aufstieg vom Sklaven zum Kammerdiener des Fürsten Liechtenstein war zu seiner Zeit einzigartig. Er galt als brillanter Denker; der Ruf als hervorragender Schachspieler eilte ihm voraus. Spielgewinne investierte er vorausschauend (und dennoch glücklos). Er war Mitglied in derselben Freimaurerloge wie W. A. Mozart; die Figur des Monostatos in Mozarts Singspiel „Zauberflöte“ beruht auf Soliman. Seiner dunklen Hautfarbe wegen wurde Soliman nach seinem Tod als Stopfpräparat im Hof-Naturalien-Cabinet ausgestellt. Pathologe und Autor Roland Sedivy hat sich auch mit diesem prominenten Todesfall (Soliman starb vermutlich an einem Hirnschlag) intensiv befasst.
Ep 178So mächtig ist die Ärztekammer
Gesundheitsreform steht auf der politischen Agenda. Dieser Tage wird viel über Macht und Einfluss der Ärztekammer diskutiert, von Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil bis zu Gesundheitsminister Johannes Rauch, Grüne - vielen ist die Interessensvertretung der Mediziner ein Dorn im Auge.
Ep 176Daran starb Ludwig van Beethoven - Ein Pathologe erläutert den Obduktionsbericht
Im Obduktionsbericht, der einen Tag nach dem Tod von Ludwig Van Beethoven, am 27. März 1827, von Dr. Wagner verfasst wurde, wird der Zustand des Leichnams beschrieben. Besonders an den Gliedmaßen war der Körper stark abgemagert und mit schwarzen Flecken übersät. Der Unterleib hingegen war stark aufgebläht und angespannt. Um Obduktionsberichte, insbesondere einen aus dem frühen 19. Jahrhundert, zu verstehen, bedarf es der Expertise von Prof. Dr. Roland Sedivy. Der Pathologe hat sich intensiv mit den alten Akten beschäftigt und berichtet im Podcast Hörgang über die Krankengeschichte des berühmten Komponisten.

Ep 175Die Vorzüge der Lungenspiegelung
Interventionelle Bronchiologie eröffnet neue, patientenschonende Diagnosen und Therapien für die Lunge. Prof. Dr. Daniela Gompelmann forscht an der MedUni Wien an diesen neuen Verfahren. Welche Verbesserungen und neuen Möglichkeiten bietet die Lungenspiegelung oder Bronchoskopie, um die es hier in erster Linie geht? Was bringen sie den Patienten, etwa bei der Diagnostik und Behandlung des Lungenkarzinoms? Darum geht es in dieser Folge von „Hörgang“, der in Zusammenarbeit mit der MedUni Wien entstand. Die Fragen stellt Josef Broukal.
Ep 174Sisis Ermordung und Autopsie - nach den Originalakten erzählt von Roland Sedivy
Der Pathologe Roland Sedivy begibt sich auf Spurensuche nach spektakulären Todesfällen und mysteriösen Morden. In seinem neuen Buch bietet der erfahrene Mediziner mit mehr als 20.000 Obduktionen einen Blick in das Innere von prominenten Menschen der Geschichte. In Teil 1 unserer Podcast-Reihe steigen wir in die Kapuzinergruft hinab und besuchen das Grab von Kaiserin Elisabeth. Wir besprechen Sisis Ermordung 1898 durch den Anarchisten Luigi Lucheni mit einer Dreikantfeile. Das Mordwerkzeug war so spitz, dass Sisi selbst erst gar nicht verstand, was mit ihr passierte. "Was wollte denn der Mann? Wollte er meine Uhr stehlen?" An ein Attentat dachte sie nicht. Gestorben ist die Kaiserin letztlich an einer Herzbeuteltamponade. Dass es dann überhaupt zu einer Leichenbeschau kam, ist der Sturheit der Schweizer Behörden zu verdanken. Was die Akte sonst noch verrät - Sisi wurde zum Beispiel im Bett obduziert -, erzählt Roland Sedivy in diesem Springer-Podcast Pathologie.
Ep 173Neurodermitis bei Kindern
Hörer, deren Kinder oder die selbst von atopischer Dermatitis betroffen sind, informieren wir in diesem Podcast über diese entzündliche Hauterkrankung. Sie trägt ebenso viele Namen wie Erscheinungsformen. In der Behandlung kommen seit jeder antientzündliche Cremen mit großem Erfolg zum Einsatz. Doch was tun, wenn das nicht mehr ausreicht? Schwere Verlaufsformen verursachen erhebliche körperliche wie seelische Belastungen. Wir haben deshalb eine Expertin dieser Erkrankung zu uns eingeladen, um mehr über die Auswirkungen und neue Behandlungsmöglichkeiten zu erfahren - Frau Dr. Doris Weiss spricht mit Springer-Autor Christopher Waxenegger.
Ep 172DFP-Audiofortbildung: CED und Osteoporose
Chronisch-entzündliche Darmerkrankung und Osteoporose - die Entzündung gut im Griff, aber lauert etwas im Hintergrund. Für die Therapie der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen stehen mittlerweile eine Vielzahl an Optionen und Substanzklassen zur Verfügung. Ziel der Therapie ist es immer, Patientinnen und Patienten in eine stabile Remission zu bringen. Aktuell gibt es keine Richtlinien, wie Patienten mit Osteoporose oder mit Risikofaktoren für eine Osteoporose behandelt werden sollen. Dieser Podcast bietet einen interdisziplinären Blick auf das Screening von Risikopatienten und auf die Behandlung. Christoph Österreicher spricht mit Dr. Alexander Eser vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien und Prim. Dr. Peter Peichl vom Evangelischen Krankenhaus in Wien. Dieses Audioangebot entstand mit freundlicher Unterstützung der Pfizer Corporation Austria GmbH Wien und ist mit 2 Fortbildungspunkten dotiert.