
Der Mena-Talk
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Palästinensischer Brückenbauer mit Vision: Ahmed Fouad Alkhatib im Gespräch mit Maya Zehden
English Content Im Gespräch mit Maya Zehden erläutert Ahmed Fouad Alkhatib sein Ziel, einen Palästinenserstaat an der Seite Israels zu errichten, der die über die Nachbarländer verstreuten Palästinenser aufnimmt. Die Familie von Ahmed Fouad Alkhatib stammt ursprünglich aus dem Gazastreifen. Erst 2005, im Alter von fünfzehn Jahren, lernte er bei einem Kulturaustauschprogramm in den USA zum ersten Mal Juden und Israelis kennen. Er beantragte politisches Asyl und lebt seitdem in den USA, wo er im vergangenen Jahr den Masterabschluss in Geheimdienststudien an der American Military University absolvierte. Alkhatibs Hauptthema ist die politische und humanitäre Lage im Gazastreifen. Dabei äußert er sowohl Verständnis für als auch Kritik an Israel. Schuld am Leid der Palästinenser weist er allerdings ihrer Führung zu. Weder die Hamas noch die Fatah noch die arabischen Staaten hätten in der Vergangenheit das Wohl der palästinensischen Bevölkerung im Sinn gehabt. Mehrmals verpassten sie die Chance für Frieden mit Israel. Alkhatibs Ziel ist ein Staat für die Palästinenser an der Seite Israels und die Rückkehr der Flüchtlinge, die seit 1948 als menschliches Druckmittel gegen Israel indoktriniert werden, in diesen zu schaffenden Staat.

„Yahya Sinwar war ein Monster“ - Zitat des israelischen Militärsprechers Arye Shalicar
Der israelische Militärsprecher Arye Shalicar ordnet im Interview die gegenwärtige Kriegssituation in Gaza und im Libanon ein. Er kritisiert dabei den Westen für seine lasche Haltung zum Iran und nimmt die UNO in die Pflicht. Nach dem brutalen Massaker der Hamas am 7. Oktober 2013, bei dem mehr als 1300 Israelis ermordet worden sind, befindet sich Israel seit einem Jahr in einem Mehrfrontenkrieg. Der Hamasführer Yahya Sinwar, der als Architekt des 7. Oktober gilt, konnte zwar im Gazastreifen getötet werden, die Situation hat sich aber dadurch noch nicht verbessert. Die Hamas wurde in Gaza zwar nachhaltig geschwächt, die Strukturen konnten auch weitgehend zerschlagen werden, aber immer noch sind mehr als 100 Israelis in Geiselhaft der Hamas. Dazu kommt die latente Bedrohung aus dem Iran und der Krieg im Norden gegen die Terrororganisation der Hisbollah, die Israel nach wie vor fast täglich mit Raketen beschießt. Der israelische Militärsprecher Arye Shalicar ordnet im Mena-Watch-Interview die gegenwärtig Kriegslage in Gaza und im Libanon ein, und erklärt, welcher Bedrohungslage Israels derzeit wirklich noch ausgesetzt ist. Er kritisiert dabei scharf den Westen, dass er beim Iran, der die komplette Region seit Jahrzehnten destabilisiert und ein Netz des Terrors aufgezogen hat, zu lange zugeschaut hat. Shalicar nimmt auch die Vereinten Nationen in die Pflicht, der er bei ihrer Kontrollfunktion als Beobachter im Libanon ein völliges Versagen attestiert. Wie lange der Krieg seiner Ansicht noch dauern könnte, kann er nicht beantworten. Oberstes Ziel sei, dass man für Israel eine nachhaltige Sicherheit garantiert, denn dass sein man unseren Kindern schuldig, so Shalicar.

Danielle Spera: „Israel ist eine wehrhafte Demokratie“
Die ehemalige Journalistin und Direktorin des Jüdischen Museums in Wien, Danielle Spera, zieht im großen Mena-Watch-Interview Bilanz zum Jahrestag des 7. Oktober. Nach den grauenhaften und brutalen Massakern der Hamas am 7. Oktober 2023 befindet sich Israel seit einem Jahr in einem Mehrfrontenkrieg. Der Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen hat sich auf den Norden ausgeweitet, wo Israel gegen die Hisbollah kämpft, und auch gegen den Iran, der Israel zum zweiten Mal direkt mit Hunderten von Raketen angegriffen hat. Die ehemalige Journalistin, Direktorin des Jüdischen Museums in Wien und Herausgeberin des jüdischen Magazins "NU" analysiert im Mena-Watch-Interview, wie sich die israelische Gesellschaft in den vergangenen 12 Monaten verändert hat und warum Israel weltweit zu einem Paria geworden ist. Spera erklärt, dass Israel sich trotz des großen internationalen Drucks nicht beugen werde und eine wehrhafte Demokratie sei. Sie stuft die schwindende Solidarität des Westens als sehr gefährlich ein und betont, dass der Kampf Israels auch ein Kampf für die Freiheit von uns allen ist. Wie fast alle Expertinnen und Experten sieht auch Spera das Mullah-Regime im Iran als Verursacher der Probleme im Nahen Osten. Sie würde sich deshalb mehr Druck von der internationalen Staatengemeinschaft auf den Iran wünschen. Dass im Westen der Antisemitismus quer durch alle Gesellschaftsschichten immer mehr zunimmt, bereitet auch Spera große Sorgen. Sie selbst erfährt trotz vieler öffentlicher Auftritte fast nur positive Reaktionen, was sie trotz der dramatischen Situation auch ein wenig optimistisch stimmt.

Markante Politikerin im EU-Parlament: Marie-Agnes Strack-Zimmermann
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Markus Stephan Bugnyar: "Für Israel geht es um die Existenz"
Der Rektor des Österreich-Hospiz in Jerusalem Markus Stephan Bugnyar im großen Interview über den 7.Oktober, den Krieg gegen die Hamas und wie sich die israelische Gesellschaft im vergangenen Jahr verändert hat. Der aus dem Burgenland stammende Markus Stephan Bugnyar leitet das Österreich-Hospiz in Jerusalem seit zwanzig Jahren. Der 1975 geborene römisch-katholische Priester baute das Hospizals wichtiges Zentrum des interreligiösen Dialogs aus und gilt als scharfsinniger Beobachter der politischen Situation in Israel und im Nahen Osten. Im Mena-Wacht Interview erzählt Bugnyar wie er den 7. Oktober selbst erlebte, wann er das wirkliche Ausmaß begriffen hat und welche Auswirkungen der mörderische Terroranschlag der Hamas auf die israelische Gesellschaft bis heute hat. Im Gespräch analysiert er auch das aktuelle Kriegsgeschehen, und sagt, dass in Israel ein offener und differenzierte politischer Diskurs quer durch alle politischen Gesellschaftsschichten geführt wird. Ganz im Gegenteil zum Westen, wo, wie Bugnyar sagt, wo ein reines Schwarz-Weiß-Denken über Israel und den Krieg herrscht. Bugnyar berichtet auch, dass er in Gesprächen mit vielen Palästinensern einen völlig anderen Blickwinkel auf den Krieg und die Hamas herauslesen kann, dass viele Menschen ihre Meinung aber aus Angst nie öffentlich sagen würden. Friedensverhandlungen sieht Bugnyar, als sehr schwierig an, solange die Palästinenser nicht untereinanderals Einheit auftreten. Wichtig wäre laut Bugnyar, dass nicht Dritte über einen Frieden zwischen Israelis und Palästinenser verhandeln, sondern, dass es direkte Gespräche auf Augenhöhe bräuchte. Obwohl er immer optimistisch in die Zukunft blickt, sieht er Letzteres derzeit aber in weiter Ferne.

Brig. Gerald Karner: „Es wird keinen Flächenbrand geben“
Der Militärexperte Gerald Karner analysiert im Mena-Watch-Interview die militärische Situation in Gaza und im Libanon. Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober des Vorjahres, bei dem mehr als 1.300 Israelis bestialisch ermordet und mehr als 200 Geiseln von der Hamas in den Gazastreifen verschleppt worden sind, greift auch die im Südlibanon operierende Hisbollah Israel fast täglich mit hunderten Raketen an. Der Norden Israels wurde evakuiert, rund 70.000 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Vor ein paar Tagen startetet Israel eine groß angelegte Gegenoffensive mit gezielten Luftschlägen gegen militärische Stellungen, der vom Iran finanzierten Hisbollah. Vorausgegangen ist eine in der militärischen Geschichte beispielslose Geheimdienstaktion, bei der mit Sprengstoff präparierte Pager und Walkie-Talkies gleichzeitig zur Explosion gebracht worden sind und tausende Hisbollah-Terroristen verletzten, darunter auch der iranische Botschafter im Libanon, der mit einem Hisbollah-Pager ausgestattet. Der Militärexperte Gerald Karner, der lange im österreichischen Bundesheer im Rang des Brigadiers tätig gewesen ist, sagt im Mena-Interview, dass die Kommandostruktur der Hisbollah durch die Pagerattacke, aber auch durch die gezielte Tötung von Hamas-Kommandanten nachhaltig geschwächt werden konnten. Auch das Raketenarsenal dürfte stark dezimiert worden sein, wodurch auch die Angriffsfähigkeit der Hisbollah immer schwächer wird. Den Einsatz von Bodentruppen erwartet Karner nicht. Er glaubt, dass Israel die Luftschläge noch ausweiten wird, um die Bedrohungslage auf ein Minimum zu reduzieren, so dass die Menschen wieder in den Norden zurückkehren können. Einen Flächenbrand sieht er nicht, auch nicht, dass der Iran aktiv in den Krieg eingreifen wird. Nicht zuletzt auch durch die starke militärische Präsenz der USA in der Region. Im Gaza-Streifen sieht Karner mittlerweile eine massive Schwächung der Hamas, die nur noch im Häuserkampf aktiv werden kann. Das israelische Militär wäre jetzt gefordert, alle Tunnel zu sichern, um so auch noch die letzten lebenden Geiseln befreien zu können.

Fußball Kommentator, Legende, Marcel Reif, ein Mensch mit Wertekanon - Sei a Mensch
Marcel Reif war schon vieles: Fußballspieler, politischer Redakteur, Boutiquebesitzer, ‚ausgezeichneter‘ Sportkommentator. Aber seit Anfang dieses Jahres ist noch etwas hinzugekommen: Seine Rede im Bundestag zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, die unter der Überschrift ‚Sej a Mentsch‘ stand, seinem Vater gewidmet war und die die Menschen bis heute bewegt. Im Gespräch mit Maya Zehden wird ein kleiner Ausschnitt des Menschen Marcel Reif sichtbar. Ein Mensch mit Wertekanon, der besonders Antisemitismus verabscheut, aber auch jede andere Form von Diskriminierung. Dazu gehört sein Unverständnis darüber, dass internationale Sportverbände, wenn sie unsportliches Verhalten gegenüber Israelis oder menschenfeindliche Sprüche aus dem Publikum zulassen bzw. nicht sanktionieren oder finanziellen Gewinnen zuliebe, ihre Grundwerte verraten.

Christliche Wurzeln des modernen Antisemitismus und Antizionismus
Die Nähe der traditionellen christlichen Judenfeindlichkeit sowohl zum modernen Antisemitismus als auch zum Hass auf Israel wird in der deutschen Antisemitismus-Debatte weitgehend verschleiert. Dr. Tilman Tarach zeigt, dass zentrale Elemente des Antisemitismus und des Antizionismus ein Echo alter christlicher Vorstellungen von den Juden sind. Im Vortrag wird auch die Genese des Antisemitismus von Akteuren wie der Hamas dargestellt werden. Der Koran und die islamische Überlieferung zeigen, dass der Islam das negatives Judenbild vom Christentum geerbt hat. Der islamisch geprägte Judenhass hat indessen aus historischen Gründen eine eigene Dynamik entwickelt. Im Anschluss an den Vortrag können Fragen gestellt werden. Moderation: Maya Zehden Über Tarachs 2022 erschienenes Buch ‚Teuflische Allmacht‘ schrieb Joël Ben-Yehoshua im Magazin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, es trage „insbesondere zum Verständnis des sich oft antirassistisch gerierenden israelbezogenen Antisemitismus bei“. Micha Brumlik bemerkte in der Frankfurter Rundschau, der Autor belege „die Annahme, dass ein unbewusstes Bild vom Juden, der Christus ablehnt und somit als Bedrohung der eigenen Identität erscheint, der eigentliche Antrieb des Judenhasses bis in die Gegenwart“ sei. Unter anderem könne Tarach nachweisen, „wie sehr doch der vermeintlich kirchenfeindliche Hitler vom christlichen Antijudaismus zehrte, so auch Heinrich Himmler bis hin zu einer der herausragenden Persönlichkeiten der Bekennenden Kirche, Martin Niemöller.“ Klaus Hillenbrand bemängelte in der taz zwar, Tarach unternehme „keine Analyse des modernen, rassistisch geprägten Antisemitismus“. Doch zeige er „überzeugend, wie stark christliche Motive den NS-Antisemitismus prägten – und weit darüber hinaus“, nämlich heutzutage „bei Beschuldigungen gegen den Staat Israel – und dies jetzt auch von muslimischer Seite.“

»Die UNO hat nach dem 7. Oktober 2023 komplett versagt«
English Content Am Abend des 11. September war Hillel Neuer, der Executive Director der in Genf ansässigen Menschenrechtsorganisation UN Watch, auf Einladung einiger jüdischer Organisationen im Gemeindezentrum der IKG in Wien zu Gast. In seinem Vortrag legte Neuer dar, wie die Vereinten Nationen nicht erst seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023, vor allem aber seit diesem größten Massenmord an Juden sei dem Holocaust komplett versagt haben. Von Generalsekretär Antonio Guterres abwärts verurteilten verschiedene UNO-Vertreter gelegentlich zwar pro forma die Verbrechen, die an Israelis begangen worden waren, legitimierten diese sodann aber immer wieder als angebliche Reaktionen auf Vergehen, die Israel sich zu schulde kommen habe lassen. Während UNO-Vertreter in einem fort dem jüdischen Staat horrende Verbrechen vorwarfen, brachten sie nur in seltenen Fällen den Namen Hamas über die Lippen. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen etwa, die jährliche mehr als ein Dutzenden Resolutionen verabschiedet, in denen Israel an den Pranger gestellt werden, hat nicht ein einziges Mal die Hamas verurteilt. Schwerpunktmäßig widmete sich Neuer dem notorisch israelfeindlichen UNO-Menschenrechtsrat, der durch und durch antisemitischen »Sonderberichterstatterin für die besetzten Gebiete Palästinas« Francesca Albanese und dem Palästinenser-Hilfswerk der Vereinten Nationen UNRWA, dessen Hamas-Verbindungen nicht erst bekannt geworden sind, als sich Mitarbeiter dieser größten UNO-Organisation der Welt am 7. Oktober direkt am Massaker an Israelis beteiligten. Auch wenn sich der Einsatz gegen die Israelfeindschaft bei den Vereinten Nationen oft wie der sprichwörtliche Kampf gegen Windmühlen anfühlt, gibt es manchmal auch Erfolgsmeldungen. So berichtete Neuer, dass das Schweizer Parlament unlängst beschlossen hat, die Finanzierung der UNRWA einzustellen – ein Vorbild, dem hoffentlich auch andere Länder folgen werden

Alan Posener: Wer bei Demos gegen Gesetze verstößt, muss bestraft werden – das ist eine Chance
Früher kommunistischer Aktivist, heute konservativer Wortstilist – Alan Posener, deutsch-britischer Journalist, war nach dem Studium erst Lehrer, dann Schriftsteller und ist bis heute ein gefragter Kommentator für politische Themen. Ein Grund für seine fundierten Analysen ist seine persönliche Auseinandersetzung mit der maoistischen KPD als Funktionär während seines Studiums und dann die Erkenntnis, dass der Kommunismus nicht sein Weg sein kann. Durchaus vertraut mit teils aggressiven Formen des Protestes war er sich damals darüber im Klaren, dass er bestraft wird, wenn er Grenzen überschreitet. Das fordert er heute auch für die jungen, teils naiven aufständischen Student(inn)en bei ihren anti-israelischen Demonstrationen, wenn Gewalt oder ihre Androhung gegen Andersdenkende und jüdische Mitstudent(inn)en ausgeübt werden. Poseners Blick auf Israel und den andauernden Konflikt mit seinen Nachbarn ist von innen über teils auch sehr linke Familienmitglieder geschärft. Als Betroffene würden sie dennoch Pazifismus als Selbstmord ihres Staates ansehen. Historisch ordnet Posener die aktuelle Bedrohungslage Israels und die weltweiten Proteste gegen den jüdischen Staat In klaren Worten als beispiellos ein. Eine unangenehme Rolle spielen dabei die Vereinten Nationen und ihre Sonderbeauftragte für die Region, Francesca Albanese, aber auch Joseph Borell von der EU. Was Religion mit diesem Konflikt zu tun hat und welche Rolle unter anderem Musik für ihn persönlich spielt – darüber und mehr spricht Alan Posener mit Maya Zehden

Dr. Samuel Schidem spricht mit Maya Zehden
Dr. Samuel Schidem ist Israeli und Druse, lebt in Berlin und verkörpert mit seinem Engagement das, was ihn seine Kindheit im heiligen Ort Isifiya, einem biblischen Ort auf dem Berg Carmel, gelehrt hat. Dort leben mehrheitlich ca 60 Prozent Drusen friedlich und teilweise freundschaftlich zusammen mit anderen Religionen wie beispielsweise Christen, Buddhisten, messianischen Juden und Muslimen. Im Gespräch mit Maya Zehden erklärt er eindrucksvoll drusische Befindlichkeiten - ihre Jahrtausende alte Verbindung zu der Region, ihre Loyalität zum Staat, in dem sie leben und ihre individuelle Religion. Der Angriff auf israelisch-drusische Kinder Ende Juli 2024 war nicht nur von der Hisbollah gegen Israel gerichtet. Schidem ist sicher, dass es auch ein Angriff auf die sich nicht am Terror beteiligende Minderheit der Drusen war. Die Loyalität der Drusen gegenüber Israel sollte damit erschüttert werden. Schidem ist promovierter Philosoph, arbeitet in vielen verschiedenen Einrichtungen im Bereich interkulturelle Bildung und hat auch Programme für jüdisch-muslimische Beziehungen und Erziehung zum Frieden erarbeitet. Unter anderem ist er Dozent an der Uni Potsdam / Philosophische Fakultät / Institut für Jüdische Studien und Religionswissenschaft und hat auch im Jüdischen Gymnasium Moses Mendelssohn jüdische Ethik unterrichtet. Aktuell liegt ihm die 2013 gegründete, internationale Initiative ROZANA am Herzen, die die Zusammenarbeit zwischen Palästinensern und Israelis im Bereich Gesundheitswesen fördern will.
2024.08.10. - Peter Huemer im Talk mit Stefan Ruzowitzky
Gesprächspartner von Peter Huemer ist der Filmemacher STEFAN RUZOWITZKY, Oscarpreisträger für seinen Konzentrationslager-Film "Die Fälscher". Einige Jahre nach diesem Spielfilm hat Ruzowitzky einen Dokumentarfilm gedreht, der sich mit einem besonders grausigen Verbrechen der Menschheitsgeschichte befasst: mit den nationalsozialistischen Massenerschießungen von jüdischen Männern, Frauen und Kindern im Osten Europas, denen binnen weniger Jahre etwa zwei Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. Ruzowitzkys Film heißt "Das radikal Böse" und versucht zu ergründen, warum "ganz normale Männer" (der Historiker Christopher Browning) das getan haben. Sie mussten nicht der SS angehören, sie mussten nicht einmal Nationalsozialisten sein - gemordet haben sie trotzdem. Warum? Und warum haben sich so wenige dagegen gestellt - selbst dann, wenn sie nicht mitmorden mussten? Stefan Ruzowitzky und Peter Huemer gehen diesen Fragen nach. Und fragen auch, was wir heute daraus lernen können.

2024.08.03. - Rabbi Margolin im Talk with Maya Zehden
EJA - Maya Zehden spricht in Amsterdam mit Rabbiner Menahem Margolin in Amsterdam 3. Juni 2024 “Fighting back for our Future” – Under this title, numerous European Jewish communities met in Amsterdam to exchange ideas at a critical time at the invitation of the European Jewish Association (EJA) – The Jewish Voice of Europe. EJA Chairman Rabbi Menachem Margolin speaks with Maya Zehden about the background of EJA, its challenges and the goals of the conference. The European Jewish Association (EJA) - The Jewish Voice of Europe - is an umbrella organization that represents Jewish communities and organizations across Europe. EJA lobbies European and national politicians with initiatives that aim to contribute to the fight against anti-Semitism and intolerance and the preservation of religious ritual practices in EU member states. The chairman of the European Jewish Association is Rabbi Menachem Margolin. He graduated from the Yeshiva in New York and became program director at the Rabbinical Center for Europe in 2004. In 2010 he became general director of the European Jewish Association. Margolin reports on the current problems of the Jewish community in Europe, talks about cooperation partners in the 34 affiliated countries in which EJA operates, and what goals need to be achieved together in the future. ‚Fighting back for our future’ – Unter diesem Titel trafen sich zahlreiche europäische Jüdische Gemeinden in Amsterdam zum Gedankenaustausch in einer kritischen Zeit auf Einladung der European Jewish Association (EJA) – The Jewish Voice of Europe. Der Vorsitzende von EJA, Rabbiner Menachem Margolin, spricht mit Maya Zehden über Hintergründe zu EJA, seine Herausforderungen und die Ziele der Konferenz. Die European Jewish Association (EJA) – The Jewish Voice of Europe - ist eine Dachorganisation, die jüdische Gemeinden und Organisationen in ganz Europa vertritt. EJA leistet Lobbyarbeit bei europäischen und nationalen Politikern mit Initiativen die das Ziel haben, zur Bekämpfung von Antisemitismus und Intoleranz und der Bewahrung religiöser Ritualpraktiken in den EU-Mitgliedstaaten beizutragen. Vorsitzender der European Jewish Association ist Rabbiner Menachem Margolin. Er hat seinen Abschluss an der Yeshiva in New York gemacht und wurde 2004 Programmdirektor am Rabbinical Center for Europe. 2010 wurde er Generaldirektor der European Jewish Association. Margolin berichtet von den aktuellen Problemen der Jüdischen Gemeinschaft in Europa, spricht über Kooperationspartner in den 34 angeschlossenen Ländern, in denen EJA tätig ist, und welche Ziele gemeinsam bewältigt werden müssen in der Zukunft.
2024.07.27. - Aya Jalal im Talk with Thomas v.den Osten-Sacken
Ten years ago, on August 3, 2014, the Islamic State (IS) conquered the Sinjar Mountains in northern Iraq, which were inhabited by Yazidis, massacred thousands of men and abducted over 5,000 women and girls into slavery. Hundreds of thousands of Yazidis fled to the Kurdish autonomous regions, where the majority of them still live as internally displaced persons in camps. The crimes committed by IS have been classified as genocide by several parliaments, including the German Bundestag. This is of little help to the Yazidis, as their situation in Iraq has not changed for the better in the last ten years. Sinjar is still largely destroyed and is being fought over by various armed actors. This is why only a few Yazidi families have returned there so far. The Iraqi central government now wants to change this with external pressure: it has announced that it will no longer support the camps financially from August onwards and thus wants to force a mass return. Anyone who registers with the authorities by the end of July will receive the equivalent of just over 2,000 euros to start a new life there. Aya Jalal, an employee of the Jinda Center in Dohuk, which has been looking after Yazidi survivors of the genocide for many years, talks to Thomas von der Osten-Sacken about the situation in the camps shortly before the deadline, which falls almost exactly on the tenth anniversary of the genocide. Zehn Jahre nach dem Völkermord: Ungewisse Zukunft der Jesiden im Irak Vor zehn Jahren, am 3. August 2014, eroberte der Islamische Staat (IS) das von Jesiden bewohnte Sinjar-Gebirge im Nordirak, massakrierte tausende Männer und verschleppte über 5.000 Frauen und Mädchen in die Sklaverei. Hunderttausende Jesidinnen und Jesiden flohen damals in die kurdischen Autonomiegebiete, wo die Mehrheit von ihnen bis heute als Binnenvertriebene in Lagern lebt. Die Verbrechen des IS wurden von mehreren Parlamenten, unter anderem auch vom Deutschen Bundestag, als Völkermord klassifiziert. Den Jesiden hilft das wenig, denn ihre Lage im Irak hat sich in den letzten zehn Jahren nicht zum Besseren geändert. Der Sinjar ist weiterhin größtenteils zerstört und zwischen verschiedenen bewaffneten Akteuren umkämpft. Deshalb sind bislang auch nur wenige jesidische Familien dorthin zurückgekehrt. Das will die irakische Zentralregierung nun mit äußerem Druck ändern: Sie hat angekündigt, ab August die Lager nicht weiter finanziell unterstützen zu wollen und möchte so eine Massenrückkehr forcieren. Wer sich bis Ende Juli bei den Behörden meldet, erhält umgerechnet etwas mehr als 2.000 Euro, um dort ein neues Leben zu beginnen. Aya Jalal, Mitarbeiterin des Jinda Zentrum in Dohuk, das sich seit vielen Jahren um jesidische Überlebende des Völkermordes kümmert, spricht mit Thomas von der Osten-Sacken über die Lage in den Camps kurz vor Ablauf der Frist, der fast genau auf den zehnten Jahrestag des Völkermordes fällt.

2024.07.24. - Martin Weiss, ehemaliger Botschafter Österreichs in Israel und den USA
In den USA bleibt derzeit kein Stein auf dem anderen. Nach Joe Bidens Rücktritt von der Präsidentschaftskandidatur und der nur mehr formal zu bestätigenden Nominierung von Kamala Harris als neue Kandidatin, sind die Karten für die Wahl im November neu gemischt. Trump, der nach dem vereitelten Attentat wie der sichere Sieger aussah, muss sich jetzt einer wesentlich jüngeren schwarzen Frau stellen. Harris machte als Vizepräsidentin zwar nicht immer eine glückliche Figur, hat aber das Momentum derzeit auf ihrer Seite hat und liegt in den ersten Umfragen gleichauf. Trumps Wahlkampfteam muss sich eine neue Erzählung einfallen lassen, die Wahlkampfstrategie war komplett auf Biden ausgerichtet. Experten befürchten, dass der Wahlkampf jetzt noch schmutziger wird als er jetzt schon ist. Unabhängig davon, ist einer der spannendsten Fragen, wie sich die USA unter Trump oder Harris weltpolitisch neu positionieren werden. Nicht nur hinsichtlich der Ukraine, Russland oder China, sondern vor allem auch was Israel und den Nahen Osten betrifft. Im großen Mena-Watch-Interview analysiert mit Martin Weiss einer der profundesten Kenner der Region die unterschiedlichen Positionen von Trump und Harris und welche geopolitischen Auswirkungen ihre Wahl bringen könnten. Weiss, der heute CEO des Salzburg Global Seminar ist, war davor österreichischer Botschafter in Israel und in den USA. Weiss erklärt unter anderen, wie sich die Nahost-Politik unter Trump und Harris verändern könnte, welche Chancen es mit wem auf eine Beendigung des Krieges geben könnte, wie die USA künftig mit dem Iran und Saudi-Arabien umgehen werden und ob Harris im Wahlkampf, um dem linken Flügel der Demokraten entgegenzukommen, eine distanziertere Israel-Politik als Joe Biden verfolgen wird.

2024.07.19. - Moussa al-Hassan Diaw im Interview
Der Islamexperte und Extremismusforscher Moussa al-Hassan Diaw spricht im Interview über die bedrohliche Ausbreitung des politischen Islams und wie der 7. Oktober seine Präventionsarbeit verändert hat. Seit Wochen finden in Wien Bandenkriege zwischen Syrern, Afghanen, Tschetschenen und Türken statt. Es handelt sich dabei um junge Migranten, die zum Teil schwer bewaffnet mit Messern und Pistolen aufeinander losgehen. Die blutige Bilanz sind mittlerweile mehrere schwer verletzte Personen. Dabei handelt sich um ethnische Konflikte, die aus dem Ausland nach Österreich getragen werden, die allerdings auch islamistisch aufgeladen sind. Dabei würden sich die Gruppierungen gegenseitig vorwerfen, dass sie unislamisch sind, und dass sie selbst den wahren und reinen Islam leben und praktizieren würden, sagt Moussa al-Hassan Diaw im großen Mena-Watch-Interview. Der Islamismusforscher gründete 2015 den Verein DERAD, ein Netzwerk für Extremismusprävention und Demokratie. Diaw arbeitet unter anderen im Auftrag des Justizministeriums mit verurteilten IS-Terroristen in Gefängnissen, betreut Gefährder auch nach der Haft, und hält mit seinen Teams Workshops in Schulen zu den Themen Islamismus, Antisemitismus und Extremismus ab. Diaw warnt davor, dass der politische Islam unter vielen muslimischen Migrantinnen und Migranten immer mehr an Akzeptanz gewinnt, befeuert vor allem durch Social Media, wo mittlerweile hunderte Online-Prediger wie digitale Rattenfänger konservativen bis radikalen Islam-Content exakt auf diese Zielgruppen millionenfach verbreiten. Die Botschaften sind dabei immer gleich. Muslime werden in die Opferrolle gedrängt, der liberale Westen aber auch Israel werden zum Feindbild erklärt, ein Ausweg gegen die Unterdrückung sei dabei ausschließlich der Islam. Wie gefährlich diese islamistischen Strömungen mittlerweile sind, lässt sich auch in den diversen Berichten von Verfassungsschutzdiensten ablesen, die eindringlich vor diesen Entwicklungen warnen. Auch Diaw sagt, dass der politische Islam, aber auch Antisemitismus und Israelfeindlichkeit immer mehr zunehmen. Der mörderische Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober des Vorjahres habe diese Entwicklungen weiter bestärkt. In seiner Präventionsarbeit müsse er und sein Team deshalb immer mehr an Aufklärungsarbeit leisten, Bildungseinrichtungen seien damit völlig überfordert. Diaw fordert, dass die Politik mehr Geld und Ressourcen in die Hand nehmen müsse und dringend gefordert sei, hier massiv mit umfassenden Maßnahmenpaketen gegenzusteuern, um islamistische Parallelgesellschaften, die mit westlichen und liberalen Werten nicht mehr kompatibel sind, zu vermeiden. Sie können das Projekt unterstützen: Spenden-Konto: AT24 2011 1837 8567 1302 GIBAATWWXXX Erste Bank

2024.07.13. - Gerald Steinberg im Talk with Maya Zehden
Professor Emeritus Gerald Steinberg was born in London in 1950, grew up in San Francisco and came to Bar-Ilan University in 1982 as a professor of political science. When he founded NGO-Monitor in 2002, he began to scientifically investigate the flow of European funds to pro-terror NGOs. In a conversation with Maya Zehden, he explains the background and abysses behind it. It was only in the aftermath of October 7, 2023 that governments began not only to acknowledge the disturbing results of his work, but also to act. NGO-Monitor, based in Israel, is a globally recognized research institute. It publishes fact-based research and independent analysis on non-governmental organizations (NGOs), their funders and other stakeholders, primarily in the context of the Arab-Israeli conflict. The institute's funding comes exclusively from private donors and foundations. There is no government funding. Human Rights Watch, Amnesty International und andere NGOs machen Menschenrechte zur Waffe des Hasses gegen Israel Prof. emer. Gerald Steinberg ist 1950 in London geboren, in San Franzisco aufgewachsen und kam als Professor für Politikwissenschaften 1982 an die Bar-Ilan-Universität. Mit der Gründung von NGO-Monitor hat er 2002 begonnen, den Fluss europäischer Gelder an Pro-Terror-NGOs wissenschaftlich zu untersuchen. Im Gespräch mit Maya Zehden erläutert er Hinter- und Abgründe. Erst im Nachgang des 7. Oktober 2023 begannen Regierungen, die bestürzenden Ergebnisse seiner Arbeit nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern auch zu handeln. NGO-Monitor mit Sitz in Israel ist ein weltweit anerkanntes Forschungsinstitut. Es veröffentlicht faktenbasierte Untersuchungen und unabhängige Analysen zu Nichtregierungsorganisationen (NGOs), ihren Geldgebern und anderen Interessengruppen, hauptsächlich im Zusammenhang mit dem arabisch-israelischen Konflikt. Die Finanzierung des Instituts kommt ausschließlich von privaten Spendern und Stiftungen. Es gibt keine staatliche Förderung.

2024.06.28. - Maya Zehden im Talk mit Shaked Arieli & Orna Peleg von NATAL
NATAL deals with trauma management in Israel for individuals in times of crisis and strengthening resilience for 26 years. But worldwide there is a global trend towards great uncertainty with corresponding consequences for the affected population. The answer to this is strengthening resilience as a preventative measure. As a best-practice-model NATAL developed training programs for first aiders, managers and students, but also university curricula for psychologists. Orna Peleg is NATAL’S Consultant for strategic partnerships in Europe. She founded her own project ‘Chaos’, inspired through her work at NATAL. ‘Chaos’ tries artistic exploration of the topics of resilience and trauma. She explains this approach in conversation with Maya Zehden and her colleague Shaked Arieli who is Head of the Department “Personal and Professional Development” at NATAL. Shaked explains how NATAL works and the impact traumatic experiences can have on individuals. Shaked is specialized in helping at-risk young adults to find meaningful and fulfilling employment through tailored programs after a personal crisis or trauma. Traumabewältigung nicht nur in Krisenzeiten – die israelische NGO NATAL zeigt innovative Ansätze NATAL beschäftigt sich seit 26 Jahren mit Trauma Management in Israel für Menschen in Krisenzeiten und der Stärkung der Resilienz. Doch es gibt weltweit einen globalen Trend zu großer Unsicherheit mit entsprechenden Folgen für die betroffene Bevölkerung. Die Antwort darauf ist die Stärkung von Resilienz als präventive Maßnahme. Als Best-Practice-Modell entwickelte NATAL Ausbildungsprogramme für Ersthelfer, Manager und Studenten, aber auch universitäre Lehrpläne für Psychologen. Orna Peleg ist NATALs Beraterin für strategische Partnerschaften in Europa. Sie gründete ihr eigenes Projekt ‚Chaos‘, inspiriert durch ihre Arbeit bei NATAL. ‚Chaos‘ versucht eine künstlerische Auseinandersetzung mit den Themen Resilienz und Trauma. Diesen Ansatz erläutert sie im Gespräch mit Maya Zehden und ihrer Kollegin Shaked Arieli, Leiterin der Abteilung „Persönliche und berufliche Entwicklung“ bei NATAL. Shaked erklärt die Arbeitsweise von NATAL und Hintergründe, welche Auswirkungen traumatische Erlebnisse auf Individuen haben können.

2024.06.21. - Ruth Wassermann Lande im Talk with Maya Zehden
Ruth Wasserman Lande is a former member of Knesset, advisor to the late President Shimon Peres and Deputy Ambassador at the Israeli embassy in Cairo. Currently, Ruth is Senior Advisor for International Affairs for EJA, a writer, speaker and commentator for various media outlets in English and in Hebrew and is the founder and CEO of Ruth - Global Strategy. When she was Deputy Ambassador in Egypt she learned a lot about the Arab world, she is telling Maya Zehden. And what she would do if she would be a member of Knesset again… ------------------------------- Das Versäumnis feministischer Organisationen, sich für misshandelte jüdische Frauen einzusetzen, ist eine Schande Ruth Wasserman Lande ist ehemaliges Mitglied der Knesset, Beraterin des verstorbenen Präsidenten Shimon Peres und stellvertretende Botschafterin der israelischen Botschaft in Kairo. Derzeit ist Ruth Senior Advisor für internationale Angelegenheiten bei EJA, Autorin, Rednerin und Kommentatorin für verschiedene Medien auf Englisch und Hebräisch und Gründerin und CEO von Ruth – Global Strategy. Als stellvertretende Botschafterin in Ägypten habe sie viel über die arabische Welt gelernt, erzählt sie Maya Zehden. Und was sie tun würde, wenn sie wieder Mitglied der Knesset wäre ...
2024.07.05. - Maya Zehden interviewt Torsten Krückemeier
Seit 1. September 2023 ist Torsten Krückemeier Polizeipräsident für 1,2 Millionen Menschen in Mittelhessen. In dieser Position ist er mit 44 Jahren der Jüngste in Deutschland. Bei der Konferenz der European Jewish Association (EJA) war er eingeladen, um zur Sicherheitssituation der jüdischen Gemeinschaft in seiner Region Auskunft zu geben. Maya Zehden fragt ihn nach Veränderungen der Sicherheitslage seit dem 7. Oktober 2023 und Reaktion der Polizeistrategie darauf, nach der Zusammenarbeit mit jüdischen Sicherheitseinrichtungen und wie bei Demonstrationen vorgegangen wird, wenn strafbare Parolen gebrüllt werden. Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter abonnieren.
2024.04.25 - Joshua Sobol im Talk mit Maya Zehden
Joshua Sobol wurde im August 1939 in Tel Mond als Palästinenser im britischen Mandatsgebiet geboren. Er ist Sohn osteuropäischer Einwanderer, hat ein umfangreiches Werk erschaffen und das Theater mit innovativen Ideen befruchtet, indem er beispielsweise mit speziellen Raumlösungen neue Formen theatralischen Erlebens erfand. Als Dramatiker, Schriftsteller und Künstler ist er weltweit bekannt. In Deutschland hat er 1982 zusammen mit Peter Zadek das Stück WEININGERS NACHT inszeniert. 1984 brachte Peter Zadek Sobols Stück GHETTO in Berlin auf die Bühne. Als sozialistischer Zionist hat er seine eigene Gesellschaft, die israelische Politik und Politiker, stets kritisiert, wenn er Menschenrechte in Gefahr sah. So setzte sich besonders für die Rechte der Palästinenser ein. Im Gespräch mit Maya Zehden zeigt sich bei ihm ein Wandel. Der 7. Oktober war der Moment, der die letzten Reste der früher als Peace Now Bewegung zum Schweigen brachte und Sobol sehr nachdenklich zurücklässt. Sobols schmerzhafte Empfindungen angesichts des Verrats, den Menschen verübt haben, auf deren Seite ein Teil ihrer Opfer standen, seine Verunsicherung auf die Frage, ob Israelis noch an eine Koexistenz glauben und die dennoch durchschimmernde Hoffnung, diese Krise könne zu etwas gutem führen, zeichnen ein bewegendes Bild eines Künstlers, der stets versuchte, das richtige zu tun und nun erkennen muss, dass man Hass und Gewalt trotz aller Mühe nicht friedlich besiegen kann. Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter kostenlos bestellen. Die Mena-Talks können Sie auch als Podcast auf allen gängigen Plattformen hören und abonnieren. Eine Übersicht über alle Podcast-Folgen finden sie auf https://mena-talk.podigee.io, dort findet sich auch Sandra Kreislers Podcast über »Israels kurze 5000 Jahre«.
2024.04.10 - Alma Mannsberger & Vladimir Vertlib im Mena-Talk mit Peter
Eine Muslima und ein Jude diskutieren gemeinsam mit österreichischen Schülerinnen und Schülern über den Gazakrieg. Alma Mannsberger ist Pädagogin und selber Flüchtling aus Bosnien, Vladimir Vertlib ist Schriftsteller und selber Flüchtling aus der Sowjetunion. Die beiden sind nicht immer einer Meinung, stimmen jedoch überein, dass am Anfang dieses gegenwärtigen Kriegs der Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 steht. Von diesem grauenhaften Massaker an Jüdinnen, Juden und deren Kindern wissen die meisten Schülerinnen und Schüler allerdings nichts. Sie sehen auf TikTok die schrecklichen Bilder aus dem verwüsteten Gaza, die verzweifelten Kinder und die Leichen, haben jedoch selber keinerlei Chance, falls sie sich aus den Sozialen Medien informieren, das alles historisch einzuordnen. Sie sind empört und wütend. Daher dieser wichtige Workshop in den Schulen von Alma Mannsberger und Vladimir Vertlib, um junge Menschen aufzuklären über die größeren Zusammenhänge dieses nicht enden wollenden Krieges. Die beiden berichten im Gespräch mit Peter Huemer über ihre Erfahrungen an österreichischen Schulen. Hier das Projekt: https://extremismuspraevention.oead.at/ep/angebote?angebot=xH93QvQgBcEjHfz94CVs "Über den fremden Schatten springen. Feindbilder überwinden." Das ist der Name unseres Projekts. Auf der Homepage von OeAD auch im Format "Extremismusprävention macht Schule, ein kostenloses Angebot für Schulen" als eines von mehreren Projekten zu finden. Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter kostenlos bestellen.
2024.02.01 - Robert Kolb im Talk mit Florian Markl
Im Gespräch mit Florian Markl bringt Robert Kolb, Professor für Völkerrecht an der Universität Genf, Licht in einige der rechtlichen Fragen des Gaza-Krieges. Er erläutert den außergewöhnlichen Status des Gazastreifens, die Charakterisierung des bewaffneten Konflikts zwischen Israel und der Hamas aus Sicht des humanitären Völkerrechts, das Selbstverteidigungsrecht von Staaten gegen bewaffnete Angriffe, den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und den von Südafrika gegen Israel erhobenen Vorwurf, einen »Völkermord« gegen die Palästinenser im Gazastreifen zu begehen. Israel, so seine Einschätzung, sollte eigentlich froh sein, denn der Internationale Gerichtshof werde gar nicht anders urteilen können, als Israel freizusprechen. Professor Kolb beschäftigt sich seit langer Zeit mit Fragen des humanitären Völkerrechts. Im Zuge dessen hat er u.a. das Buch Advanced Introduction to International Humanitarian Law veröffentlicht. https://www.amazon.de/Advanced-Introduction-International-Humanitarian-Introductions/dp/1783477539
2023.12.14 - Matthias Küntzel im Talk: Die Allianz des Mufti von Jerusalem mit Hitler und Nazideutschland
2024.02.21 - Lukas Mandl im Talk mit Florian Markl
Im Mena-Talk war Lukas Mandl (ÖVP) zu Gast. Seit 2017 ist er Mandatar im EU-Parlament, zu den Schwerpunkten seiner Arbeit gehören die Außen- und Sicherheitspolitik. Dabei liegt ihm insbesondere die Kooperation mit Israel am Herzen, dem, wie er einmal sagte, »wichtigsten Partnerstaat Österreichs und Europas« im Nahen Osten. Nur wenige Wochen nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober war Mandl in Israel, »weil es Zeugen braucht über das, was wirklich geschehen ist«. Die Lügen über das, was sich in den angegriffenen Ortschaften in Israel zugetragen hat, und über die israelischen Reaktionen darauf dürften nicht unwidersprochen bleiben. Im EU-Parlament gebe es mit Ausnahme der rechts- und linksextremen Parteien »in allen Parteienfamilien konstruktive Partnerinnen und Partner, wenn es um die gute Zusammenarbeit mit Israel geht«. Kritisch äußert sich Mandl zur EU-Kommission und insbesondere dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell, die in diesen Tagen »kein gutes Bild« abgäben. Mit den Plänen für eine Zweistaatenlösung, mit denen er jüngst vorgeprescht ist, spreche Borrell »nicht für die Europäerinnen und Europäer«. Es werde »sicher nicht Herr Borrell sein, der für Frieden im Nahen Osten sorgt, weil er die Situation nicht lesen kann oder nicht lesen will.« Eine Zweistaatenlösung könne man nur »am Ende einer möglichen Entwicklung sehen«. Dazu bedürfte es vor allem einer »einer Entmilitarisierung der Palästinensergebiete, und zwar sowohl im Gazastreifen als auch im Westjordanland«, überwacht durch eine »vertrauenswürdige Ordnungsmacht« und glaubwürdigen Sicherheitsgarantien für Israel. Mandl sieht im iranischen Regime »die Wurzeln des Terrors«, mit dem nicht nur Israel, sondern auch wir in Europa bedroht seien. Gegen dieses Regime und dessen Atomprogramm dürfe nicht weiter auf »Appeasement« gesetzt werden, sondern es brauche »scharfe und noch schärfere Sanktionen« – mit dem Ziel, »das iranische Regime durch einen demokratischen Prozess auslaufen zu lassen«.
2024.03.27 - Rüdiger Mahlo im Talk mit Maya Zehden
Weltweit humanitäre Hilfe für Überlebende der Shoa, Klärung von Ansprüchen zu jüdischem Raubgut und Förderung von Bildungsprojekten – Rüdiger Mahlo von der Claims Conference im Gespräch mit Maya Zehden Es war und ist eine der wichtigsten Aufgaben der Überlebenden der Shoa und ihrer Nachkommen, für die soziale und materielle Entschädigung all jener Menschen zu sorgen, die die Judenverfolgung durch Nazi-Deutschland überlebt haben. Um ihre Rechte und Ansprüche besser vertreten zu können, gründeten sie vor mehr als 70 Jahren die "Conference on Jewish Material Claims Against Germany", landläufig Claims Conference genannt. Seit 2013 repräsentiert der 1974 geborene Rüdiger Mahlo die Claims Conference in Frankfurt am Main und in Berlin. Im Interview schildert er seine Aufgabe, die er vor allem darin sieht, den Weg der Überlebenden zu begleiten, ihre Lebenssituation zu verbessern und darüber hinaus ihre Erinnerungen und Befürchtungen angesichts aktueller politischer Entwicklungen in die gesellschaftliche Debatte in Deutschland einzubringen. Aktuell hat er vor dem Bundestag einen Vorschlag für ein Restitutionsgesetz eingebracht – ein lange überfälliges Vorhaben angesichts des Alters vieler Überlebender, denen nicht nur Gesundheit, Lebenszeit und ihre Würde, sondern sämtliche materiellen Werte genommen wurden. Er will ihren Status von Bittstellern zu gleichberechtigten Antragstellern verbessern . Mahlo war als Jurist und Manager tätig, bevor er die Aufgabe bei der Claims Conference übernahm. Er spricht auch über die Gedanken und Beobachtungen, die ihn selbst als jungen jüdischen Bürger angesichts der Renaissance des Hasses in Deutschland und Europa umtreiben. https://politikkultur.de/umgang-mit-ns-raubgut/faire-und-gerechte-loesungen-auch-in-deutschland/ Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter kostenlos bestellen.
2024.03.23 - Ali Ertan Toprak im Talk mit Maya Zehden
Diskriminierungserfahrung lässt Kurden toleranter und weltoffener sein und empathisch für Juden und Israel. Ali Ertan Toprak, Bundesvorsitzender der KGD, im Gespräch mit Maya Zehden Unter 22 arabischen Staaten gibt es nur einen jüdischen Staat im Nahen Osten. Wenn es einen eigenen, den 23., Staat für ca. 6 Millionen arabische Palästinenser geben muss, warum kann es keinen geben für ein Volk von 40 Millionen Kurden? Kurden sind das größte Volk weltweit ohne eigenen Staat, so Ali Ertan Toprak, der Bundesvorsitzende der Kurdischen Gemeinde in Deutschland e.V. (KGD). Das ist der Grund für die große Solidarität kurdischer Deutscher mit Juden und Israel, wie sie auf den Demonstrationen nach dem grausamen Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 zum Ausdruck kam. Kurden verstehen, dass das jüdische Volk einen eigenen Staat braucht. Je nach ihrem Herkunftsgebiet werden Kurden von Deutschen als Türken, Syrer, Iraner oder Iraker angesehen, sehen sich jedoch selbst als eigenes Volk mit eigener Kultur und Traditionen. Sie werden häufig als Minderheit auch innerhalb der Gruppe von Menschen mit Migrationshintergrund diskriminiert und daher doppelt ausgegrenzt. In den Herkunftsgebieten lebende Kurden ist das Ausleben ihrer Kultur häufig verboten, sie werden wirtschaftlich benachteiligt und wurden trotz ihres verlustreichen Einsatzes gegen den Islamischen Staat, der letztlich zu dessen Zerschlagung führte, von der Türkei unter falschen Beschuldigungen angegriffen und viele von ihnen getötet. Im Gespräch mit Maya Zehden erläutert Ali Ertan Toprak historische Hintergründe, aber auch, dass die herrschende Meinung falsch ist, Kurden würden generell der verbotenen PKK angehören. Vielmehr sind sie als größte Gruppe unter den ‚muslimischen‘ Migranten zu einem hohen Prozentsatz bereit, das Grundgesetz und die Verfassung Deutschlands nicht nur zu achten, sondern auch zu verteidigen. Die Zuschreibung ‚Muslime‘ ist auch nur teilweise richtig. Vielmehr sind auch Aleviten, Jesiden, Christen und Juden unter den schätzungsweise 1,5 bis 2 Mio. Kurden in Deutschland. Auch in Israel leben rund 300.000 Kurden. Als Referenz: Die Zahl der Juden in Deutschland beläuft sich auf etwa 250.000. Im Februar 2024 war Toprak mit einer Delegation der Kurdischen Gemeinde Deutschlands zu einer Solidaritätsreise in Israel. Seine Eindrücke schildert er in diesem Interview in einer so empathischen Art und Weise wie das von kaum jemand anders zu hören ist. Diese Empathie zeichnet auch seine Rede zum Newroz Fest aus, die hier https://youtu.be/ZyvzPWJDJJs zu hören ist. Ehrengast bei diesem kurdischen Neujahrsfest war u.a. der Botschafter des Staates Israel, Ron Prosor, der die Verbundenheit von Juden und Kurden in seinem Grußwort hervor hob. Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter kostenlos bestellen. Die Mena-Talks können Sie auch als Podcast auf allen gängigen Plattformen hören und abonnieren. Eine Übersicht über alle Podcast-Folgen finden sie auf https://mena-talk.podigee.io, dort findet sich auch Sandra Kreislers Podcast über »Israels kurze 5000 Jahre«.
2024.04.16 - Düzzen Tekkal im Talk mit Maya Zahden
Zahlreiche Auszeichnungen hat ihr das Engagement für Ihr Volk gebracht. Aber nur das, was sie damit erreichen kann, zählt für sie. Jesiden gibt es seit über 2000 Jahren und seitdem werden sie verfolgt. Düzen Tekkal war 2014 im Irak und hat das Schicksal der Jesiden dort in einem Dokumentarfilm festgehalten. So wurde sie zur ersten Fürsprecherin für das bis dahin unbeachtete Leid, besonders jesidischer Frauen. Deshalb hat sie den Verein HAWAR.Help gegründet und setzt sich unter anderem dafür ein, dass Jesiden nicht aus Deutschland abgeschoben werden, denn in ihren Herkunftsländern droht ihnen nach wie vor Verfolgung und Lebensgefahr. Wenige verstehen, dass Jesiden wie auch Kurden eben nicht einfach Muslime sind. Aber da sie kein eigenes Land haben, werden sie unter ihren Herkunftsländern Irak, Syrien, Russland oder Türkei erfasst als Muslime. Daher wird bei Abschiebungen der hier meist sehr gut integrierten Menschen nicht auf die ihnen drohende Gefahr Rücksicht genommen. Im Interview mit Maya Zehden schildert Düzen Tekkal, dass das Massaker der Hamas am 7.10.23, die Geiselnahme und die gefilmten Misshandlungen und Tötungen, vor allem von jüdischen Frauen, traumatische Erinnerungen bei den Opfern des IS hervorgerufen hat. Ihre Solidarität mit Israel, die sie als Moderatorin auf der Pro-Israelischen Demonstration am 25. Oktober 23 offen zeigte, hat für sie böse Folgen in ihrem Umfeld. Aber sie lässt sich nicht beirren – eine Frau mit Haltung. Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter kostenlos bestellen.
2023.12.23 - Wir Muslime müssen lernen, mit Respekt miteinander und mit anderen, besonders mit Juden, umzugehen
2024.05.13 - Eren Güvercin im Talk mit Mena-Watch
Der Journalist und Auto Eren Güvercin gilt als einer der lautesten Kritiker des politischen Islam. Im Mena-Watch Interview ordnet er die Gefährlichkeit der Kalifat- und Scharia-Demonstrationen in Deutschland ein. Es war eine Demonstration, die in ganz Europa für Entsetzten sorgte. Vor vier Wochen gingen rund 1.000 Islamisten in Hamburg auf die Straße. Mit Allahu-Akbar-Rufen zogen die meist jungen Männer durch das Zentrum, forderten lautstark die Einführung eines Kalifats und der Scharia. Die Politik reagierte schockiert und kündigte umgehend ein strengeres Vorgehen gegen extremistische muslimische Organisationen an. Kommentatoren und Kritiker halten dies jedoch für viel zu späte Alibihandlungen. Sie werfen dem Staat grobe Fahrlässigkeit vor und bemängeln ein zu lasches Vorgehen gegen die den Behörden seit Jahren bekannten islamistischen Gruppierungen. Einer der bekanntesten Kritiker ist der Journalist und Autor Eren Güvercin. Er gilt in Deutschland seit Jahren als eine der lautesten und mutigsten Stimmen gegen den politischen Islam. Güvercin, dessen Eltern aus der Türkei stammen, bezeichnet sich selbst als gläubigen Muslim und ist Gründer der Alhambra-Gesellschaft, einer europaweiten Vereinigung liberaler Muslime. Im Mena-Watch-Interview erklärt Güvercin, wie gefährlich und aufstrebend der politische Islam tatsächlich ist, warum vor allem junge Migranten der zweiten und dritten Generation immer anfälliger für islamistische Botschaften werden, warum der brutale Terrorangriff der Hamas auf Israel Muslime weltweit mit den sonst unterschiedlichsten Ideologien vereint und warum es liberalen Muslimen so schwerfällt, sich von ihren fundamentalistischen Glaubensbrüder zu distanzieren und dagegen ihre Stimme zu erheben.
2024.05.16 - Rabbi Cooper im Talk mit Florian Markl
Achtung, dieser Talk ist in Englischer Sprache! Im Gespräch mit Florian Markl erläutert Rabbi Abraham Cooper, stellvertretender Direktor des Simon Wiesenthal Centers in Los Angeles, das Versagen amerikanischer Hochschulführungen, den antisemitischen Umtrieben an US-Universtäten eine Riegel vorzuschieben. Längst werde dort nicht mehr für eine Zweistaatenlösung protestiert, sondern unter der Parole „From the river to the sea“ die Auslöschung Israels propagiert. Wenn Demonstranten Menschenketten bilden, um jüdischen Studenten den Zugang zu Uni-Hörsälen zu versperren, habe das nichts mehr mit freier Meinungsäußerung zu tun. Indem nicht sofort gegen solche skandalösen Vorgänge eingeschritten wurde, werde derart destruktives Verhalten gefördert. Die Israel-Politik von US-Präsident Joe Biden sei mittlerweile inkohärent und kurzsichtig: So sehr Biden auch auf Distanz zu Israel gehen möge, für die Israelfeinde gehe es immer nicht weit genug, dafür verärgere er nachhaltig eine der treuesten Wählergruppen der Demokratischen Partei – die Juden der USA. Wenn New-York-Times-Kommentator Thomas Friedmann meine, Israel müsse sich zwischen einer Offensive gegen Rafah und einer Normalisierung der Beziehungen zu Saudi-Arabien entscheiden, stelle er nur unter Beweis, dass er in Sachen Israel wieder einmal völlig falsch liege. Als Vorsitzender der Kommission der Vereinigten Staaten für internationale Religionsfreiheit war Rabbi Cooper vor einigen Monaten zu Gast in Saudi-Arabien und schildert, wie es ihm dort als Träger einer Kippa ergangen ist. Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter kostenlos bestellen. Die Mena-Talks können Sie auch als Podcast auf allen gängigen Plattformen hören und abonnieren. Eine Übersicht über alle Podcast-Folgen finden sie auf https://mena-talk.podigee.io, dort findet sich auch Sandra Kreislers Podcast über »Israels kurze 5000 Jahre«.
2024.06.17 - Brigadier Karner im Talk mit Mena-Watch
Der Militärexperte Gerald Karner analysiert die gegenwärtige militärische Lage in Gaza und im Norden von Israel. Der frühere Bundesheer-Brigadier sieht den Iran und die hochgerüstete Hisbollah derzeit als die größte Gefahr für eine Eskalation des Krieges. Nach dem brutalen Massaker der Hamas am 7. Oktober, bei dem über 1.100 Menschen auf brutalste Weise ermordet und mehr als 240 Menschen in den Gazastreifen entführt worden sind, sieht sich Israel seit Monaten einem Mehrfrontenkrieg gegenüber. Der Krieg in Gaza mit dem Ziel, die Hamas zu eliminieren und die Geiseln zu befreien, gestaltet sich noch schwieriger und langwieriger als allgemein erwartet. Obwohl mittlerweile tausende Hamas-Terroristen eliminiert werden konnte, befinden sich trotz einer spektakulären Geiselbefreiung immer noch über 100 Menschen in der Gefangenschaft der Hamas. Dazu kommen tägliche Raketenangriffe der Hisbollah aus dem Libanon, die sich in den vergangenen Wochen noch intensiviert haben und sich, so die Befürchtungen vieler Experten, zu einem offenen Krieg ausweiten könnten. Einer davon ist der österreichische Militärexperte Gerald Karner. Er ordnet im großen Mena Watch-Interview die gegenwärtige Lage in Israel ein, analysiert die Kriegsführung und erklärt, wie gefährlich die vom Iran hochgerüstete Hisbollah im Libanon ist und welche Waffengattungen die Terror-Brigaden verfügen. Karner erklärt, mit welchen Strategien die israelische Armee derzeit vorgeht, analysiert die militärischen Herausforderungen und glaubt, dass die israelische Armee dennoch stark genug ist, um in einem Mehrfrontenkrieg bestehen zu können. Sollte es jedoch zu einer offenen Eskalation mit der Hisbollah unter Unterstützung des Iran kommen, wäre Israel auf die Hilfe der USA und der westlichen Staatengemeinschaft angewiesen. Das Mullah-Regime hält Karner für die größte Bedrohung im Nahen und Mittleren Osten. Karner glaubt, dass der Iran in relativ kurzer Zeit über Atomwaffen verfügen könnte, schätzt aber ein, dass man in Teheran derzeit alleine die Möglichkeit als Drohkulisse für seine politische Agenda innerhalb und außerhalb des Irans in den Raum stellt. Zur Person: Gerald Karner ist ein österreichischer Offizier, Militärexperte und Unternehmensberater. Karner war bis zum Jahr 2006 im österreichischen Bundesheer im Rang eines Brigadiers tätig. Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter abonnieren. Die Mena-Talks können Sie auch als Podcast auf allen gängigen Plattformen hören und abonnieren. Eine Übersicht über alle Podcast-Folgen finden sie auf https://mena-talk.podigee.io, dort findet sich auch Sandra Kreislers Podcast über »Israels kurze 5000 Jahre«.
2024.06.06 - Remko Leemhuis im Talk mit Maya Zehden
Im Gespräch mit Maya Zehden äußert sich Dr. Remko Leemhuis zur aktuell aufgeheizten, oft antiisraelischen bis antisemitischen Stimmung in Deutschland und USA und zu den Ursachen. Dr. Remko Leemhuis ist seit September 2019 Direktor des American Jewish Committee Berlin (AJC) Lawrence and Lee Ramer Institute for German-Jewish Relations. Als Lobbyorganisation sieht der AJC seine Mission darin, jüdisches Leben in Deutschland und Israels Sicherheit zu unterstützen und mit gesellschaftlichen und politischen Gruppen gemeinsam gegen Antisemitismus zu kämpfen. Viele Vorgänge findet Leemhuis bedenklich: Die mangelnde Empathie von feministischen Frauenverbänden für die Gräueltaten, die Hamasterroristen am 7. Oktober 2023 verübt haben; die deutsche und europäische Politik des offenen Portemonnaies für Feinde Israels wie die Hamas und die Hisbollah im Libanon, denn deutsche Gelder geraten ohne Prüfung immer wieder in die falschen Hände. Klare Worte findet er für die Vorgänge an amerikanischen und deutschen Universitäten: Zerstörungswut gepaart mit Meinungsdiktatur könne man nicht unter freie Meinungsäußerung abhandeln. Das sind strafrechtlich relevante Vorgänge und die müssen geahndet und nicht schöngeredet werden. Die Direktor/innen der Berliner Universitäten erscheinen ihm blind auf dem linken Auge bis naiv im Umgang mit Studierenden und Aktivisten, deren einzig erkennbares Ziel es ist, Israel zu zerstören. Eine Anerkennung eines Staates Palästina, der weder eine friedliche Führung noch ein tragfähiges Zukunftskonzept erkennen lässt, hält er für falsch. Auch die vom Sprecher des Bundeskanzlers verkündete Umsetzung eines möglichen Haftbefehls gegen den israelischen Ministerpräsidenten findet der AJC Direktor äußerst bedenklich. Remko Leemhuis Promotion mit dem Titel "Ich muß deshalb dringend von jeder zusätzlichen Aktion für Israel abraten“ beleuchtet die Außenpolitik der BRD mit Israel zwischen 1967 und 1979. Sie erschien 2020 als Buch im LIT Verlag. Die während dieser Arbeit gewonnenen Erkenntnisse haben fortan seine Sicht auf Israel die vielen Ungerechtigkeiten im Umgang mit dem jungen Staat bestimmt. Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter kostenlos bestellen. Die Mena-Talks können Sie auch als Podcast auf allen gängigen Plattformen hören und abonnieren. Eine Übersicht über alle Podcast-Folgen finden sie auf https://mena-talk.podigee.io, dort findet sich auch Sandra Kreislers Podcast über »Israels kurze 5000 Jahre«.
2024.05.23 - Rebecca Schönenbach im Talk mit Maya Zehden
Rebecca Schönenbach im Gespräch mit Maya Zehden Rebecca Schönenbach arbeitet als unabhängige Beraterin im Bereich der Terrorismusbekämpfung, speziell zum Themenbereich Finanzierung, und auslandsbezogenem Extremismus. Als Spezialistin für Scharia und islamischen Extremismus hält sie Vorträge und berät Behörden, NGOs und Unternehmen. Darüber hinaus schreibt sie Fachbeiträge zu den Themenbereichen Islamic Finance, Islamismus, Radikalisierung, Migration aus der Sicherheitsperspektive und zu Frauenfeindlichkeit. Als Vorsitzende des Vereins ‚Frauen für Freiheit‘ https://frauenfuerfreiheit.de/ engagiert sie sich gegen Gewalt gegen Frauen, vor allem gegen politische Gewalt mit dem Ziel, Gleichberechtigung abzuschaffen. Sie fordert eine Änderung der Innen- wie Außenpolitik zur Aufrechterhaltung und Förderung von Frauenrechten und zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen. Innenpolitik muss konsequent gegen die Einschränkung von Frauenrechten vorgehen, vor allem zum Schutz von Frauen und Mädchen aus islamischen Gemeinschaften. Der Vorwurf der Islamophobie verhindert bisher die Liberalisierung des Islam, weil jede Kritik angeprangert und mit Strafandrohung bekämpft wird. Für den Verein ‚Veto! Für den Rechtsstaat e.V.‘ https://www.veto-rechtsstaat.de/ erstellt Schönenbach Analysen zu Themen wie Samidoun, Gesetzgebung gegen Extremismus, Korruption und Geldwäsche. Hier ist ihre Erkenntnis, dass gesetzliche Regelungen zur Transparenz der Finanzierung gemeinnütziger Organisationen getroffen werden müssen. Wichtig ist, staatliche Förderung von und Zusammenarbeit mit religiösen Institutionen und ihren Vertretern zu überprüfen, die für ihre Unterstützung zur Integration Geld bekommen. Integration sollte sich immer um Individuen bemühen, nicht Menschen nach Herkunft und vermeintlicher religiöser Zugehörigkeit kollektivieren. Schönenbach nimmt die Bundesregierung und die Europäische Kommission außenpolitisch in die Pflicht, allen Regimen, in denen Geschlechterapartheid herrscht, mit konsequenten Sanktionen zu begegnen und sie zu isolieren. Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus und Homophobie müssen international geächtet und diejenigen Kräfte gestärkt werden, die sich für Demokratie, Freiheit und Gleichberechtigung einsetzen. Auswahl von Artikeln von Rebecca Schönenbach: Emanzipation in der Sackgasse: Reaktionen von Frauenorganisationen auf den 7. Oktober 5. April 2024 https://hpd.de/artikel/emanzipation-sackgasse-reaktionen-frauenorganisationen-den-7-oktober-22076 Champagner-Feminismus 8. März 2023 https://hpd.de/artikel/champagner-feminismus-21117 Burka oder Perlenkette – eine Debatte voller Missverständnisse 4. März 2021 https://hpd.de/artikel/burka-oder-perlenkette-debatte-voller-missverstaendnisse-19062 Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter kostenlos bestellen. Die Mena-Talks können Sie auch als Podcast auf allen gängigen Plattformen hören und abonnieren. Eine Übersicht über alle Podcast-Folgen finden sie auf https://mena-talk.podigee.io, dort findet sich auch Sandra Kreislers Podcast über »Israels kurze 5000 Jahre«.
2024.05.10 - Vortrag von Florian Markl
Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) wurde 1949 gegründet, um die Nothilfe für die Hunderttausenden geflüchteten Araber aus dem neu gegründeten Staat Israel zu organisieren. Von Anfang an drängten Vertreter der Organisation dazu, die direkte Unterstützung der Flüchtlinge so rasch wie möglich wieder zu beenden, weil diese Art der Hilfe nur ein »Palliativmittel« sei, nicht aber das Flüchtlingsproblem an sich lösen könne, und schlimme Folgen für die Flüchtlinge mit sich brächte. Alle Projekte der UNRWA zur Überwindung der Flüchtlingskrise scheiterten am nicht vorhandenen Kooperationswillen der arabischen Staaten, aus deren Sicht die einzige Lösung des Problems in der Rückkehr der Flüchtlinge nach Israel und in der Zerstörung des jüdischen Staates bestehen konnte. Obwohl sie selbst stets davor gewarnt hatte, wurde die UNRWA ab Mitte der 1950er Jahre zu der riesigen, de facto dauerhaften Wohlfahrtsorganisation, die sie heute ist: die mit rund 30.000 Mitarbeitern größte Teilorganisation der Vereinten Nationen. Mit dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023 rückten die teils engen Verbindungen der UNRWA zur Terrororganisation in den Fokus der Öffentlichkeit, bekannt sind diese Verbindungen schon seit Langem. Aber nicht erst das macht die UNRWA zu einer Organisation, die es so überhaupt nicht geben dürfte. Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter kostenlos bestellen. Die Mena-Talks können Sie auch als Podcast auf allen gängigen Plattformen hören und abonnieren. Eine Übersicht über alle Podcast-Folgen finden sie auf https://mena-talk.podigee.io, dort findet sich auch Sandra Kreislers Podcast über »Israels kurze 5000 Jahre«.
2024.06.13 - Niklas Frank im Talk mit Peter Huemer
Im Gespräch mit Peter Huemer denkt Niklas Frank, der Sohn von Hans Frank, dem NS-Generalgouverneur von Polen, über die Abrechnung mit seinem Vater nach, über die Vergangenheit und die Gegenwart. Als Niklas Frank sieben Jahre alt war, wurde sein Vater, der nationalsozialistische Generalgouverneur von Polen, in Nürnberg im Jahr 1946 für seine Verbrechen gehenkt. "Das Knacken deines Genicks ersparte mir ein verkorkstes Leben", schrieb Niklas Frank Jahrzehnte später. Da war er fast 50 Jahre alt. Es hat gedauert, bis der Sohn begonnen hat, die schreckliche Vergangenheit seiner Eltern, vor allem die Zeit in Polen, in Büchern aufzuarbeiten. Dann allerdings tat er es umso gründlicher. "Der Vater. Eine Abrechnung" erschien 1987. Später: "Meine deutsche Mutter" - auch dieses ein gnadenloses Buch, wiewohl manchmal auch ein wenig Sympathie und Respekt durchklingt. Auch der ältere Bruder Norman, der am Vater hing, ist Thema eines der Bücher. Und vor wenigen Jahren erschien: "Meine Familie und ihr Henker." Untertitel: "Der Schlächter von Polen, sein Nürnberger Prozess und das Trauma der Verdrängung." Auch mit der in seinen Augen ganz gescheiterten Entnazifizierung in Deutschland - und nebenbei auch in Österreich - hat sich Niklas Frank befasst. Nun ist er 85 Jahre alt und denkt gemeinsam mit Peter Huemer über das Erlebte nach, die Vergangenheit und die Gegenwart. Ein Gespräch, das durchaus nicht immer widerspruchsfrei verläuft. Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter abonnieren. Die Mena-Talks können Sie auch als Podcast auf allen gängigen Plattformen hören und abonnieren. Eine Übersicht über alle Podcast-Folgen finden sie auf https://mena-talk.podigee.io, dort findet sich auch Sandra Kreislers Podcast über »Israels kurze 5000 Jahre«.
2024.04.12 - Arye Sharuz Shalicar im Interview
Trauma, Trauer, Täter-Opfer-Umkehr. Und Hoffnung? IDF-Sprecher Arye Sharuz Shalicar im Gespräch mit Mena-Watch Arye Sharuz Shalicar im Gespräch mit Mena-Watch über das Trauma des 7. Oktober und die westliche Rezeption von Israels Krieg gegen den Hamas-Terror. Der iranisch-stämmige, deutsch-Israeli ist Politologe, Künstler, Musiker und Schriftsteller und seit 2009 offizieller Sprecher der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) in deutscher Sprache. Im Gespräch mit Mena-Watch erinnert Arye Shalicar fundiert und mit klaren Worten an Fragen, die im öffentlichen Diskurs viel zu oft nicht gestellt werden. Bücher aus seiner Feder: - Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude. Die Geschichte eines Deutsch-Iraners, der Israeli wurde, https://amzn.eu/d/4g8Rokc - Der neu-deutsche Antisemit. Gehören Juden heute zu Deutschland? Eine persönliche Analyse, https://amzn.eu/d/1BxAiHB - Schalom, Habibi. Zeitenwende für jüdisch-muslimische Freundschaft, https://amzn.eu/d/c8esqlV - 100 Weisheiten, um das Leben zu meistern. Selbst wenn du aus dem Ghetto stammst. https://amzn.eu/d/4PlUxsS Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter kostenlos bestellen. Die Mena-Talks können Sie auch als Podcast auf allen gängigen Plattformen hören und abonnieren. Eine Übersicht über alle Podcast-Folgen finden sie auf https://mena-talk.podigee.io, dort findet sich auch Sandra Kreislers Podcast über »Israels kurze 5000 Jahre«.
2024.05.03 - Ahmad Mansour im Talk mit Mena-Watch
Der gebürtige arabische Israeli Ahmad Mansour warnt seit Jahren vor den Gefahren des politischen Islam und vor dem grassierenden Antisemitismus. Mena-Watch traf ihn zum großen Interview. Wer mit Ahmad Mansour ein Interview führt, ist dabei niemals allein. Seit Jahren wird der studierte Psychologe und Experte für Extremismus und politischen Islam von Personenschützern bewacht. Rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, 12 Monate im Jahr. Betritt der 47-jährige Mansour ein Gebäude, wird vorab die Location gecheckt, Beamte kontrollieren die Eingänge, suchen nach versteckten Sprengsätzen, überprüfen die anwesenden Personen. Der gebürtige arabische Israeli, der seit 2004 die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, gilt seit Jahren mit seinen Warnungen vor islamistischen Strömungen und neuem und importierten Antisemitismus für viele als Hassfigur. Er wird bedroht, beschimpft, erhält Morddrohungen. Während Mansour von vielen Muslimen als Nestbeschmutzer und Islamhasser gebrandmarkt wird, verunglimpfen ihn linke Kreise als Liebling und willigen Handlanger der Rechtspopulisten, der sich als geläuteter Muslim ausgibt, aber mit seiner Islamkritik vor allem sein eigenes Geschäftsmodell betreibe. Die ARD drehte vor kurzem eine Dokumentation über Mansour und seine Familie, dabei erzählen Manosur und seine Frau über die Belastungen, die sein gesellschaftspolitisches Engagement mit sich bringt, und über den unfassbaren Hass, der Mansour, der auch Vater einer kleinen Tochter ist, täglich, nicht nur im Internet, entgegenschlägt. Die brutale und grausame Terrorattacke auf Israel durch die Hamas, die mehr als 1300 Todesopfer forderte, sorgte in der negativen Haltung gegenüber Mansour zusätzlich noch als Brandbeschleuniger. Mansour stellte sich klar auf die Seite Israels, verurteilt die Hamas und prangert den weltweit explodierenden Antisemitismus an, der mittlerweile alle Gesellschaftsschichten durchdringt. Nicht nur von Muslimen, sondern auch viele Linke und Intellektuelle, wie derzeit an vielen US-amerikanischen Eliteuniversitäten, tragen ihren Judenhass offen zur Schau. Dass Mansour mit seinen jahrelangen Warnungen vor islamischen Extremisten Recht behalten sollte, empfindet er heute nicht als Genugtuung. Alleine der Aufmarsch von mehr als 1.000 Muslimen in Hamburg in den vergangene Tagen, die nichts mehr als die Errichtung eines Kalifats auf europäischen Boden forderten, hat viele Kritiker zum verstummen und umdenken gebracht. Für Mansour Auftrag genug seine Arbeit fortzusetzen, und dabei weiter eine klare Haltung zu beziehen. Mena-Watch hat Ahmad Mansour zum großen interview getroffen. Dabei spricht Mansur, der auch mit dem Arik-Brauer-Medienpreis ausgezeichnet worden ist, über eine traumatisierte israelische Gesellschaft, die er bei seinem letzten Besuch in Israel nach dem 7. Oktober vorgefunden hat, über Szenarien, wie Israelis und Palästinenser nach dem Krieg zueinander finden könnten, über die Rolle des iranischen Terror-Regimesim Nahen Osten, über den offen zur Schau gestellten Judenhass an US-amerikanischen Universitäten, der über Jahre ausgeblendet worden ist, und darüber, warum Israel den Informationskrieg auf TikTok und anderen Social Media Plattformen zu verlieren scheint. (Red) Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter kostenlos bestellen. Die Mena-Talks können Sie auch als Podcast auf allen gängigen Plattformen hören und abonnieren. Eine Übersicht über alle Podcast-Folgen finden sie auf https://mena-talk.podigee.io, dort findet sich auch Sandra Kreislers Podcast

2024.02.09 - Susanne Schröter im Talk mit Maya Zehden
Susanne Schröter ist Professorin im Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam an der Goethe-Universität, Direktorin des Instituts für Ethnologie, sie leitet das Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, war Direktorin des Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung. Sie ist Vorstandsmitglied des Deutschen Orient-Instituts. Mit islamischen Lebenswelten befasst sie sich, seit sie 2004 den Lehrstuhl für Südostasienkunde an der Universität Passau erhalten hat. Diese Referenzen sind das eine, weswegen sie eine gefragte Gesprächspartnerin ist. Aber sie redet auch Klartext: Dass zum Beispiel in der Kölner Silvesternacht 2015 übergriffig gewordenen Männer von den zutiefst patriarchalischen Strukturen in ihren Heimatländern geprägt seien. Dass diese Strukturen auch von der rigiden Sexualmoral und vom Frauenbild im Islam befördert würden. Dass entgegen den Beteuerungen von Moscheevertretern Salafismus und Dschihadismus sehr wohl mit dem Islam zu tun hätten. Ihre Forschungserkenntnis ist: Dschihadismus wird von einigen muslimischen Jugendlichen banal wie eine Jugendbewegung rezipiert. Diese Aussagen machen sie zu einer sowohl hochgelobten, aber auch stark angefeindeten Wissenschaftlerin. Ihre Kritik richtet sich gegen gesellschaftliche Ignoranz und politische Untätigkeit, die die Gefahr für die Demokratie missachten. Maya Zehden im Gespräch mit Susanne Schröter. Ihr aktuelles Buch erscheint am 12.2.2024: Susanne Schröter: Der neue Kulturkampf: Wie eine woke Linke Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft bedroht. Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter kostenlos bestellen. Die Mena-Talks können Sie auch als Podcast auf allen gängigen Plattformen hören und abonnieren. Eine Übersicht über alle Podcast-Folgen finden sie auf https://mena-talk.podigee.io, dort findet sich auch Sandra Kreislers Podcast über »Israels kurze 5000 Jahre«.
2024.01.31 - Güner Balci im Talk mit Maya Zehden
Kurzfassung : „Güner Yasemin Balci setzt sich seit Jahren dafür ein, denen eine Stimme zu geben, die sonst keine haben!“ So der Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) von Neukölln in Berlin über seine Integrationsbeauftragte, die parteilose Güner Yasemin Balci, bei ihrer Einführung 2020. Das ganze Interview finden sie hier: Ihr Lebensthema sind die negativen Folgen der Geschlechtertrennung in muslimischen Milieus. Sie bedeutet, dass muslimische Mädchen und Frauen viele Hürden überwinden müssen, um selbstbestimmt leben zu können. Denn in dem Moment, wo ein arabisches oder türkisches Mädchen sich „wie eine Deutsche“ benimmt, ist sie nicht mehr geeignet, die Ehre der Familie zu vertreten. Balci weist darauf hin, dass Menschen nach Deutschland kommen, in denen Ehrenmorde, weibliche Genitalverstümmelung, Kinderehen und Zwangsheiraten zum kulturellen Selbstverständnis gehören. Ihre Arbeit ist darauf ausgerichtet, sowohl Mädchen, Frauen, Mütter und Großmütter aber auch die Männer als Brüder, Partner und Väter für deutsches Recht zu sensibilisieren, Netzwerke der Verständigung zu knüpfen und damit radikale Einflüsse in den Communities zurückzudrängen. Sie bedauert, dass ihr politische Unterstützung auf Berliner -, aber auch auf Bundesebene fehle. Solange fundamentale, rückwärtsgewandte und teilweise aus dem Ausland gesteuerte Dachverbände Ansprechpartner deutscher politischer Institutionen, für Runde Tische und Expertengespräche, sind, wird die Demokratie nicht gefördert, sondern das Gegenteil. Dabei hält sie etwa 50% der Menschen mit Migrationsgeschichte für liberal. Nur engagieren die sich eben nicht politisch und haben daher auch keine Lobby. Ihren Kampf für Frauenrechte und Demokratie hat Güner Balci erfolgreich bereits als Journalistin mit Reportagen in Zeitungen und in Fernsehsendungen geführt. Dazu gehören u.a. auch ihre Bücher ArabBoy und ArabQueen, Fernsehfilme wie ‚Tod einer Richterin – Auf den Spuren von Kirsten Heisig‘, ‚Der Jungfrauenwahn‘ und über die Gründerin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, die erste deutsche Imamin Seyran Ateş. Heute arbeitet sie im ‚Problembezirk‘ Neukölln, um mit anderen Mitteln ihr Anliegen umzusetzen. Im Dezember begegneten sich auf ihre Initiative hin rund 500 Menschen, darunter Juden, Christen und Muslime, bei einer Chanukkafeier zum jüdischen Lichterfest im Rathaus Neukölln. Denn auch der Antisemitismus im Allgemeinen und in der muslimischen Community im Besonderen sind ihr Thema. Eine mutige, idealistische und klar auf dem Boden des Grundgesetzes stehende Frau, die Glauben als zutiefst persönlich definiert und daher das Bekenntnis zu einer bestimmten Religion als Zwang ablehnt im Gespräch mit der Journalistin Maya Zehden.
2024.01.21 - Henryk M. Broder- Das AfD Problem ist wenn dann ein selbst gemachtes!

2023.11.25 - English Content - Die israelisch-arabische Annäherung wird weitergehen?
Achtung, dieser Talk ist in Englischer Sprache! Harris war 32 Jahre lang Geschäftsführer des American Jewish Committee. Im Gespräch mit Florian Markl erläutert er die Haltung der beiden großen amerikanischen Parteien zum Krieg gegen im Gazastreifen, die Gründe für die erschreckenden Hamas-Solidaritätsbekundungen auf amerikanischen Universitäten, warum der Prozess der Annäherung zwischen Israel und vielen arabischen Staaten durch den Krieg nicht zum Erliegen kommen wird und warum US-Präsident Joe Biden die desaströse Iran-Politik Barack Obamas fortsetzt. Und er unterstreicht die Wichtigkeit einer Lehre, die man aus der Geschichte gezogen haben sollte: Wenn Fanatiker ankündigen, ganze Menschengruppe ermorden oder Staaten ausradieren zu wollen, sollte man ihnen Glauben schenken – egal, ob es sich um die Nazis vor 85 Jahren oder um die Hamas und das iranische Regime heute handelt.

2023.11.14 - English Content - Terroranschlag der Hamas und seine Folgen in den USA, erläutert von Rabbi Cooper
Achtung, dieser Talk ist in Englischer Sprache! Im Gespräch mit Florian Markl schildert Rabbi Abraham Cooper die antisemitische Welle, die aktuell auch über die USA schwappt – ausgehend ausgerechnet von der Elite des amerikanischen Bildungssystems. Dem stehe ein ungeahntes Gefühl der Solidarität aufseiten der jüdischen Gemeinden gegenüber, wie es das seit dem Sechstagekrieg 1967 nicht mehr gegeben habe. Der entscheidende Faktor für den Fortgang des Krieges sei, wie sich das iranische Regime weiter verhalte und ob es die Angriffe auf Israel durch die Hisbollah verstärken lassen werde. Niemand werde mit solchem Hass geboren, wie ihn die Hamas-Terroristen am 7. Oktober an den Tag gelegt hätten, dazu werde man vielmehr erzogen – etwa in den Schulen der UNRWA, des UN-Flüchtlingshilfswerks für die Palästinenser. In Österreich habe sich im Laufe der Jahre viel geändert, aber der Lackmustest für Österreich und die anderen Länder Europas sei nicht, wie viele Menschen und Politiker in Stille getöteter Juden gedenken, sondern wie viele Politiker jetzt in Solidarität mit lebenden Juden ihre Stimme erheben.

2023.12.02 - English Content - Yigal Carmon Gründer von MEMRI : "Can Israel flourish without the Arab world!?"
Achtung, dieser Talk ist in Englischer Sprache! Yigal Carmon: »Israel kann ohne arabische Staaten florieren« MEMRI-Präsident Yigal Carmon über die Rolle des Hamas-Unterstützers Katar, Israels Abschreckungskapazitäten und Frieden mit den arabischen Staaten. Im Mena-Watch-Talk spricht Florian Markl mit Yigal Carmon, dem Präsidenten des »Middle East Media Research Institute« (MEMRI), das Übersetzung von Übersetzungen von Medienberichten aus dem Arabischen und Persischen sowie und anderen Sprachen veröffentlicht und damit Einblicke in die Region ermöglicht, die sonst an sprachlichen Barrieren scheitern. Vor seiner Tätigkeit hat MEMRI war Carmon zwanzig Jahre lang im israelischen Militärgeheimdienst gearbeitet und diente den Premierministern Jitzchak Rabin und Jitzchak Schamir als Antiterrorbeauftragter. Er ist Mitglied der israelischen Arbeitspartei. Im Gespräch geht Carmon scharf mit dem Fernsehsender Al Jazeera ins Gericht, dessen arabischsprachige Version für ihn kaum mehr als ein Propagandaorgan der Terrorgruppe Hamas ist. Darin folge der Sender seinen katarischen Herren, welche die Hamas unterstützt und in den letzten Jahren – sehr zum Missfallen Carmons – auch mit israelischer Zustimmung finanziert hätten. Niemand außer der Hamas brauche Katar, auch in den Verhandlungen über die Freilassung von Geiseln sollte das Land keine Rolle spielen dürfen. Man brauche keine »guten« Kontakte zur Hamas, sondern nur Kontakte, und über die verfüge auch Ägypten. Dass die libanesische Hisbollah und der Iran im aktuellen Krieg bislang keine »zweite Front« gegen Israel eröffnet haben, liegt für Carmon einzig in der israelischen Abschreckungskapazität begründet. Das bedeute aber nicht, dass es nicht doch noch zu einem größeren Krieg kommen könnte. »Israel kann auch ohne die arabische Welt florieren« Für Carmon brauchen die arabischen Staaten Frieden mit Israel dringender als umgekehrt. Israel habe schon vor der Normalisierung der Beziehungen zu einigen Staaten (Stichwort Abraham-Abkommen) floriert, und werde das in Zukunft selbst ohne offiziellen Friedensschlüsse mit arabischen Staaten tun. Aufhorchen lässt Carmon mit der Aussage, dass nicht nur Israel und US-Kriegsschiffe, sondern auch Saudi-Arabien Raketen abgefangen habe, die von den Huthis im Jemen in Richtung Israel abgefeuert wurden. Abseits des aufgenommenen Gespräches betonte Carmon noch einen wichtigen Punkt: Während sich überall auf der Welt Leute mit der Hamas und dem Terror gegen Israel solidarisch erklärten, sei auffällig, wer nicht auf die Straßen gegangen ist: die arabischen Bewohner Israels. Im Gegensatz zu vielen anderen hätten sie in der Zeit nach dem 7. Oktober »moralisches Rückgrat« gezeigt.

2023.12.07 - Der Anschlag in Wien war Teil einer islamistischen Terrorwelle
Nicolas Stockhammer über den islamistischen Anschlag vom 2. November 2020 und die aktuelle Terrorgefahr. Im Gespräch mit Florian Markl erläutert Terrorismusforscher Nicolas Stockhammer, warum in Österreich vor dem Terroranschlag vom 2. November 2020 eine »trügerische Ruhe« geherrscht hat, warum es irreführend ist, von einem »Einzeltäter« zu sprechen, was damals in der Terrorabwehr schiefgelaufen ist und welche Fragen zum Verlauf dieses Abends noch ungeklärt sind. Aktuell leben wir Stockhammer zufolge erneut in einer Phase trügerischer Ruhe. Terrorgefahr gehe in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft von mehreren Seiten aus, vorherrschend sei aber noch immer die Gefahr islamistischer Gewalttaten. Stockhammers neues Buch Trügerische Ruhe. Der Anschlag von Wien und die terroristische Bedrohung in Europa ist gerade im Amalthea-Verlag erschienen.

2023.12.01 - Können Sie als Jude sagen, Deutschland ist Ihre Heimat? Abraham Lehrer sagt ja, aber…
Helfen den Juden Kontakte zu den Kirchen und muslimischen Religionsgemeinschaften? Wie funktioniert jüdisches Gemeindeleben heute? Wie sieht die Zukunft der Juden in Deutschland aus? Abraham Lehrer ist Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und Präsident der Zentralwohlfahrtstelle ZWST, der Dachorganisation der jüdischen Wohlfahrtspflege. Er muss mit Bodygards reisen, Antisemitismus beschreiben und entgegentreten, und betont, dass er das tue, weil er sich verpflichtet fühle, für das, was er als Bürger dieses Landes an Rechten hat, etwas zurückzugeben. Seit seiner Jugend übt er diese und zahlreiche andere Ehrenämter aus. Sein Geld hat er als Geschäftsführer einer Softwarefirma verdient. Im Gespräch mit der Journalistin Maya Zehden erläutert er die Arbeitsweise des Zentralrats, seine Einflussmöglichkeiten nach innen und außen, und wird auch emotional, wenn er über die aktuelle Situation spricht, als Jude in Deutschland zu leben.

2022.01.11 - Peter Huemer mit Dr Erika Freeman
„Ein Jud‘ wird geboren und die Welt verändert sich“ Peter Huemer im Gespräch mit der Psychoanalytikerin der Stars Dr. Erika Freeman Dr. Erika Freeman ist gebürtige Wienerin. Sie floh als 12 Jährige, allein, ohne ihre Eltern, vor den Nazis bis in die USA, wo sie in der Folge mehrere Universitäten besuchte und eine unglaubliche Karriere hinlegte, die sie bis in Häuser der Mächtigen brachte. Die ebenso hochdekorierte wie bescheidene und humorvolle Dame erzählt über ihre Freundschaften und Erlebnisse mit Persönlichkeiten wie Marylin Monroe, Golda Meir oder Barbra Streisand. Während ihres freundschaftlichen Geplauders mit Peter Huemer lernt man nicht nur die besten Strategien, um trotz der gröbsten Widrigkeiten ein fröhliches Leben zu führen, sie spricht auch über die Kraft und den Fluch des Vergessens, über die Staatsgründung Israels und den heutigen Antisemitismus. Ein Lebensbericht voll Witz und Weisheit.

2023.09.19-Shelly Kupferberg über Isidor Geller
Shelly Kupferberg, Journalistin und Autorin in Berlin, hat einen dokumentarischen Roman über ihren Urgroßonkel geschrieben, der aus der bitteren Armut eines jüdischen Schtetl in Galizien kam, im Wien der Zwischenkriegszeit Millionär war, 1938 von den Nationalsozialisten beraubt und gefoltert wurde und starb. Eine Tragödie unter vielen, die vergessen war, aber nun in unser Gedächtnis zurückgeholt wird. Dr. Isidor Geller hat es geschafft: Er ist Kommerzialrat, Berater des österreichischen Staates, Multimillionär, Opernfreund und Kunstsammler und nach zwei gescheiterten Ehen Liebhaber einer wunderschönen Sängerin. Weit ist der Weg, den er aus dem hintersten, ärmlichsten Winkel Galiziens zurückgelegt hat, vom Schtetl in die obersten Kreise Wiens. Ihm kann keiner etwas anhaben, davon ist Isidor überzeugt. Und schon gar nicht diese vulgären Nationalsozialisten.

2023.07.19-Über die Trachten und Heimat
eter Huemer spricht mit Elsbeth Wallnöfer über ihre beiden Bücher "Heimat, ein Vorschlag zur Güte" und "Tracht Macht Politik" zu den Themen Heimat und Trachten. Elsbeth Wallnöfer ist eine wichtige und streitbare Forscherin aus Tirol zum Thema Volkskunde. Peter Huemer sprcht mit ihr über den umstrittenen Begriff "Heimat" und über das Dirndlkleid gestern und heute mit seiner problematischen Geschichte.

2023.05.10 - Was macht die FDP für Israel und gegen Anti Semitismus
Seit einigen Jahren hat sich die FDP von einer ‚Möllemann-‘ und ‚israelkritischen‘ Partei gewandelt zu der Partei, die im Bundestag 2019 einen Beschluss gegen BDS (Boykott, Desinvestionen, Saktionen) vorbereitet und eingebracht hat. BDS ist eine transnationale politische Kampagne, die den Staat Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch isolieren will. Einer, der maßgeblich an der Vorbereitung beteiligt war und mit diesem Beschluss verhindern will, dass in staatlich geförderten Räumen in Deutschland Israelfeindlichkeit unterstützt wird, ist Frank Müller-Rosentritt, Bundestagsabgeordneter aus Chemnitz. Im Gespräch mit Maya Zehden erläutert er, warum er diesen Beschluss bis heute für einen wichtigen Schritt hält und welche Ergebnisse seitdem erzielt wurden. Müller-Rosentritt hält die Zusammenarbeit zwischen deutschen und israelischen Institutionen für einen Gewinn für beide Seiten und hat in Sachsen dadurch wirtschaftlich Großes erreicht. Ohne Scheu spricht er auch aus persönlicher Sicht darüber, warum er sich für Israel engagiert. Maya Zehden ist Autorin und Moderatorin, war Geschäftsführerin von Vereinen im Bereich Israel, Judentum, Antisemitismusbekämpfung. Sie ist eine Magistra Artium in Germanistik/ Medienwissenschaften (Nebenfächer: Psychologie und Soziologie) und ehrenamtlich die stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin und Brandenburg e.V.