
Der Mena-Talk
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Militär-Experte Gerald Karner: „Die Waffenruhe hängt an einem seidenen Faden“
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Neuer Naher Osten nach dem 7. Oktober - Ein Vortrag von Stephan Grigat vor der DIG Berlin
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Michael Wolffsohn über seine Staatsbürgerschaft, Bildung und die Bundeswehr
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Michel Weinberg: "Innovationen im Schatten des Krieges – Israels Wirtschaft ist trotz allem stabil"
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Was geschieht gerade in Syrien? (Teil V): Erste persönliche Eindrücke
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Michael Wolffsohn erklärt die wichtigsten Fakten und Irrtümer rund um den Nahen Osten
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Abdel-Hakim Ourghi - „Ich war ein indoktrinierter Antisemit“
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Dan Schueftan: die aktuelle Situation im nahen Osten, Teil 2
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Dan Schueftan: Die Palästinenser haben immer schon die falschen Führer gewählt (Teil 1)
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Religionspädagoge Mouhanad Khorchide: Muslime müssen gegen den „politischen Islam“ aufstehen
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Mohammad Abdullahpour: "Israel hätte den Iran noch härter bestrafen sollen“
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Was geschieht gerade in Syrien? (Teil IV): Die Zukunft der Kurden
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Ben Segenreich - Nach über einem Jahr Krieg: Israel von innen betrachtet
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So haben Sinwar, Nasrallah & Khamenei sich das sicherlich nicht vorgestellt
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Einat Wilf - Der Kampf um Rückkehr der Palästinenser nach Israel ist das größte Friedenshindernis
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Melody Sucharewicz über die Ängste und Hoffnungen der Hamas-Geiseln und ihrer Familien
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Was geschieht gerade in Syrien (Teil III) – Was war der Baathismus?
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Was geschieht gerade in Syrien (Teil II)
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Interview Florian Markl mit Thomas von der Osten Sacken
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Vortrag Benny Morris
Vortrag von Benny Morris am 4. Dezember 2024 im Jüdischen Gemeindehaus in Berlin. Eine Veranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) Berlin und Brandenburg e.V. und des Jungen Forums der DIG Berlin und Brandenburg. Benny Morris’ Vortrag war im Vorfeld sehr umstritten. Die Universität Leipzig hatte ihn im Rahmen der Ringvorlesung »Traditionen und Gegenwart des Antisemitismus« ebenfalls zu einem Vortrag eingeladen, doch nach Protesten propalästinensischer Aktivsten wurde die Veranstaltung abgesagt. – Ein Paradebeispiel für Cancel Culture, denn mit diesem Einknicken vor erwartbarer Auseinandersetzung wurde die Leipziger Universität als eine von vielen deutschen Hochschulen dem Ideal von Wissenschaftsfreiheit und Weltoffenheit wieder einmal nicht gerecht. Nur noch Kopfschütteln konnte die Begründung in der Presseerklärung hervorrufen: »Wir distanzieren uns entschieden von Prof. Morris’ kontroversen Aussagen.« Ist denn eine Kontroverse nicht eigentlich das Ziel jeder Debatte, in der es kein im Vorhinein schon feststehendes richtig oder falsch gibt, sondern ein Abwägen von Argumenten? Aber da es den propalästinensischen, oder besser: antiisraelischen Aktivisten von heute nicht ums Diskutieren, sondern allein ums Verhindern geht, haben sie in Leipzig gewonnen. In Berlin nicht. Zum Referenten: Der 1948 geborene Benny Morris ist einer der bedeutendsten israelischen Historiker, der 1988 durch seine Studie The Birth of the Palestinian Refugee Problem 1947–1949 bekannt wurde. Danach folgten zahlreiche weitere Publikationen, von denen zwei besonders hervorzuheben sind: das 2001 erschienene Buch Righteous Victims: A History of the Zionist-Arab Conflict, 1881–2001 sowie das 2008 publizierte Standardwerk 1948: A History of the First Arab-Israeli War. Letzteres wurde 2023 von der Gesellschaft für kritische Bildung im Verlag Hentrich & Hentrich unter dem Titel 1948. Der erste arabisch-israelische Krieg auf Deutsch herausgegeben. Bei Mena-Watch erschien damals Morris‘ Aufsatz Explaining Transfer: Zionistisches Denken und der Ursprung des palästinensischen Flüchtlingsproblems, der aus Platzgründen keine Aufnahme mehr in das Buch gefunden hatte.

Maya Ralph Ghadban Islam Teil2
Im Gespräch mit Maya Zehden warnt der Islamwissenschaftler Ralph Ghadban Europa vor dem islamischen Extremismus. Die aufklärerische Kritik an Islam und die Tendenz, dass solche Kritik oft als islamfeindlich oder islamophob gebrandmarkt wird, hat Ghadban in seinem Buch Allahs mutige Kritiker zum Ausdruck gebracht. Die Integrationspolitik in Deutschland hält Ghadban für gescheitert und verurteilt die Staatsverträge mit den islamischen Dachverbänden, da sich keiner von ihnen den Menschenrechten verpflichtet fühle. Vielmehr folgten sie teilweise rechtsradikalen Ansichten der jeweiligen Herkunftsländer. Die wahren Reformer würden von der Politik marginalisiert, auch wenn sie die Mehrheit der Muslime in Deutschland repräsentieren. Ralph Ghadban wurde 1949 im Libanon geboren und lebt seit 1972 in Deutschland. Er studierte Philosophie in Beirut und promovierte als Politikwissenschafter in Berlin. Seit 1993 ist er in der Migrationsforschung mit dem Schwerpunkt Islam im Westen tätig. Ein Gespräch in drei Teilen, dessen erste Folge vor zwei Wochen hier und vor einer Woche hier erschien.

Maya Ralph Ghadban Islam Teil1
Im Gespräch mit Maya Zehden warnt der Islamwissenschaftler Ralph Ghadban Europa vor dem islamischen Extremismus. Die aufklärerische Kritik an Islam und die Tendenz, dass solche Kritik oft als islamfeindlich oder islamophob gebrandmarkt wird, hat Ghadban in seinem Buch Allahs mutige Kritiker zum Ausdruck gebracht. Die Integrationspolitik in Deutschland hält Ghadban für gescheitert und verurteilt die Staatsverträge mit den islamischen Dachverbänden, da sich keiner von ihnen den Menschenrechten verpflichtet fühle. Vielmehr folgten sie teilweise rechtsradikalen Ansichten der jeweiligen Herkunftsländer. Die wahren Reformer würden von der Politik marginalisiert, auch wenn sie die Mehrheit der Muslime in Deutschland repräsentieren. Ralph Ghadban wurde 1949 im Libanon geboren und lebt seit 1972 in Deutschland. Er studierte Philosophie in Beirut und promovierte als Politikwissenschafter in Berlin. Seit 1993 ist er in der Migrationsforschung mit dem Schwerpunkt Islam im Westen tätig. Ein Gespräch in drei Teilen, dessen erste Folge vor zwei Wochen hier und vor einer Woche hier erschien.

Ralph Ghadban über die Clans
Im Gespräch mit Maya Zehden spricht der Islamwissenschaftler Ralph Ghadban Europa über die organisierte Clan-Kriminalität aus dem Libanon Ralph Ghadban wurde 1949 im Libanon geboren und lebt seit 1972 in Deutschland. Er studierte Philosophie in Beirut und promovierte als Politikwissenschafter in Berlin. Seit 1993 ist er in der Migrationsforschung mit dem Schwerpunkt Islam im Westen tätig. Im Gespräch mit Maya Zehden erläutert der Verfasser zahlreicher Publikationen zum Thema Clankriminalität, wie und warum die Einwanderung aus dem Libanon in mehreren Wellen zur heutigen Situation führte, in der einige Großfamilien die organisierte Kriminalität unter anderem in Berlin, Frankfurt, Essen und Bremen dominieren. Ghadban weist dabei auf wichtige ethnische Unterschiede hin, einen der Indikatoren für die Gewalttätigkeit der jeweiligen Gruppe. Grundlage für diese Entwicklung ist die Lage im Libanon, die schon immer von Bürgerkriegen geprägt war und die seit der Infiltration durch die vom Iran gesteuerte Hisbollah und zusätzlich den Krieg mit Israel desaströs ist. Bedroht seien jetzt vor allem die letzten Christen im Libanon. (Ein Gespräch in drei Teilen, dessen nächste Folge in einer Woche hier erscheint.)

Palästinensischer Brückenbauer mit Vision: Ahmed Fouad Alkhatib im Gespräch mit Maya Zehden
English Content Im Gespräch mit Maya Zehden erläutert Ahmed Fouad Alkhatib sein Ziel, einen Palästinenserstaat an der Seite Israels zu errichten, der die über die Nachbarländer verstreuten Palästinenser aufnimmt. Die Familie von Ahmed Fouad Alkhatib stammt ursprünglich aus dem Gazastreifen. Erst 2005, im Alter von fünfzehn Jahren, lernte er bei einem Kulturaustauschprogramm in den USA zum ersten Mal Juden und Israelis kennen. Er beantragte politisches Asyl und lebt seitdem in den USA, wo er im vergangenen Jahr den Masterabschluss in Geheimdienststudien an der American Military University absolvierte. Alkhatibs Hauptthema ist die politische und humanitäre Lage im Gazastreifen. Dabei äußert er sowohl Verständnis für als auch Kritik an Israel. Schuld am Leid der Palästinenser weist er allerdings ihrer Führung zu. Weder die Hamas noch die Fatah noch die arabischen Staaten hätten in der Vergangenheit das Wohl der palästinensischen Bevölkerung im Sinn gehabt. Mehrmals verpassten sie die Chance für Frieden mit Israel. Alkhatibs Ziel ist ein Staat für die Palästinenser an der Seite Israels und die Rückkehr der Flüchtlinge, die seit 1948 als menschliches Druckmittel gegen Israel indoktriniert werden, in diesen zu schaffenden Staat.

„Yahya Sinwar war ein Monster“ - Zitat des israelischen Militärsprechers Arye Shalicar
Der israelische Militärsprecher Arye Shalicar ordnet im Interview die gegenwärtige Kriegssituation in Gaza und im Libanon ein. Er kritisiert dabei den Westen für seine lasche Haltung zum Iran und nimmt die UNO in die Pflicht. Nach dem brutalen Massaker der Hamas am 7. Oktober 2013, bei dem mehr als 1300 Israelis ermordet worden sind, befindet sich Israel seit einem Jahr in einem Mehrfrontenkrieg. Der Hamasführer Yahya Sinwar, der als Architekt des 7. Oktober gilt, konnte zwar im Gazastreifen getötet werden, die Situation hat sich aber dadurch noch nicht verbessert. Die Hamas wurde in Gaza zwar nachhaltig geschwächt, die Strukturen konnten auch weitgehend zerschlagen werden, aber immer noch sind mehr als 100 Israelis in Geiselhaft der Hamas. Dazu kommt die latente Bedrohung aus dem Iran und der Krieg im Norden gegen die Terrororganisation der Hisbollah, die Israel nach wie vor fast täglich mit Raketen beschießt. Der israelische Militärsprecher Arye Shalicar ordnet im Mena-Watch-Interview die gegenwärtig Kriegslage in Gaza und im Libanon ein, und erklärt, welcher Bedrohungslage Israels derzeit wirklich noch ausgesetzt ist. Er kritisiert dabei scharf den Westen, dass er beim Iran, der die komplette Region seit Jahrzehnten destabilisiert und ein Netz des Terrors aufgezogen hat, zu lange zugeschaut hat. Shalicar nimmt auch die Vereinten Nationen in die Pflicht, der er bei ihrer Kontrollfunktion als Beobachter im Libanon ein völliges Versagen attestiert. Wie lange der Krieg seiner Ansicht noch dauern könnte, kann er nicht beantworten. Oberstes Ziel sei, dass man für Israel eine nachhaltige Sicherheit garantiert, denn dass sein man unseren Kindern schuldig, so Shalicar.

Danielle Spera: „Israel ist eine wehrhafte Demokratie“
Die ehemalige Journalistin und Direktorin des Jüdischen Museums in Wien, Danielle Spera, zieht im großen Mena-Watch-Interview Bilanz zum Jahrestag des 7. Oktober. Nach den grauenhaften und brutalen Massakern der Hamas am 7. Oktober 2023 befindet sich Israel seit einem Jahr in einem Mehrfrontenkrieg. Der Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen hat sich auf den Norden ausgeweitet, wo Israel gegen die Hisbollah kämpft, und auch gegen den Iran, der Israel zum zweiten Mal direkt mit Hunderten von Raketen angegriffen hat. Die ehemalige Journalistin, Direktorin des Jüdischen Museums in Wien und Herausgeberin des jüdischen Magazins "NU" analysiert im Mena-Watch-Interview, wie sich die israelische Gesellschaft in den vergangenen 12 Monaten verändert hat und warum Israel weltweit zu einem Paria geworden ist. Spera erklärt, dass Israel sich trotz des großen internationalen Drucks nicht beugen werde und eine wehrhafte Demokratie sei. Sie stuft die schwindende Solidarität des Westens als sehr gefährlich ein und betont, dass der Kampf Israels auch ein Kampf für die Freiheit von uns allen ist. Wie fast alle Expertinnen und Experten sieht auch Spera das Mullah-Regime im Iran als Verursacher der Probleme im Nahen Osten. Sie würde sich deshalb mehr Druck von der internationalen Staatengemeinschaft auf den Iran wünschen. Dass im Westen der Antisemitismus quer durch alle Gesellschaftsschichten immer mehr zunimmt, bereitet auch Spera große Sorgen. Sie selbst erfährt trotz vieler öffentlicher Auftritte fast nur positive Reaktionen, was sie trotz der dramatischen Situation auch ein wenig optimistisch stimmt.

Markante Politikerin im EU-Parlament: Marie-Agnes Strack-Zimmermann
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Markus Stephan Bugnyar: "Für Israel geht es um die Existenz"
Der Rektor des Österreich-Hospiz in Jerusalem Markus Stephan Bugnyar im großen Interview über den 7.Oktober, den Krieg gegen die Hamas und wie sich die israelische Gesellschaft im vergangenen Jahr verändert hat. Der aus dem Burgenland stammende Markus Stephan Bugnyar leitet das Österreich-Hospiz in Jerusalem seit zwanzig Jahren. Der 1975 geborene römisch-katholische Priester baute das Hospizals wichtiges Zentrum des interreligiösen Dialogs aus und gilt als scharfsinniger Beobachter der politischen Situation in Israel und im Nahen Osten. Im Mena-Wacht Interview erzählt Bugnyar wie er den 7. Oktober selbst erlebte, wann er das wirkliche Ausmaß begriffen hat und welche Auswirkungen der mörderische Terroranschlag der Hamas auf die israelische Gesellschaft bis heute hat. Im Gespräch analysiert er auch das aktuelle Kriegsgeschehen, und sagt, dass in Israel ein offener und differenzierte politischer Diskurs quer durch alle politischen Gesellschaftsschichten geführt wird. Ganz im Gegenteil zum Westen, wo, wie Bugnyar sagt, wo ein reines Schwarz-Weiß-Denken über Israel und den Krieg herrscht. Bugnyar berichtet auch, dass er in Gesprächen mit vielen Palästinensern einen völlig anderen Blickwinkel auf den Krieg und die Hamas herauslesen kann, dass viele Menschen ihre Meinung aber aus Angst nie öffentlich sagen würden. Friedensverhandlungen sieht Bugnyar, als sehr schwierig an, solange die Palästinenser nicht untereinanderals Einheit auftreten. Wichtig wäre laut Bugnyar, dass nicht Dritte über einen Frieden zwischen Israelis und Palästinenser verhandeln, sondern, dass es direkte Gespräche auf Augenhöhe bräuchte. Obwohl er immer optimistisch in die Zukunft blickt, sieht er Letzteres derzeit aber in weiter Ferne.

Brig. Gerald Karner: „Es wird keinen Flächenbrand geben“
Der Militärexperte Gerald Karner analysiert im Mena-Watch-Interview die militärische Situation in Gaza und im Libanon. Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober des Vorjahres, bei dem mehr als 1.300 Israelis bestialisch ermordet und mehr als 200 Geiseln von der Hamas in den Gazastreifen verschleppt worden sind, greift auch die im Südlibanon operierende Hisbollah Israel fast täglich mit hunderten Raketen an. Der Norden Israels wurde evakuiert, rund 70.000 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Vor ein paar Tagen startetet Israel eine groß angelegte Gegenoffensive mit gezielten Luftschlägen gegen militärische Stellungen, der vom Iran finanzierten Hisbollah. Vorausgegangen ist eine in der militärischen Geschichte beispielslose Geheimdienstaktion, bei der mit Sprengstoff präparierte Pager und Walkie-Talkies gleichzeitig zur Explosion gebracht worden sind und tausende Hisbollah-Terroristen verletzten, darunter auch der iranische Botschafter im Libanon, der mit einem Hisbollah-Pager ausgestattet. Der Militärexperte Gerald Karner, der lange im österreichischen Bundesheer im Rang des Brigadiers tätig gewesen ist, sagt im Mena-Interview, dass die Kommandostruktur der Hisbollah durch die Pagerattacke, aber auch durch die gezielte Tötung von Hamas-Kommandanten nachhaltig geschwächt werden konnten. Auch das Raketenarsenal dürfte stark dezimiert worden sein, wodurch auch die Angriffsfähigkeit der Hisbollah immer schwächer wird. Den Einsatz von Bodentruppen erwartet Karner nicht. Er glaubt, dass Israel die Luftschläge noch ausweiten wird, um die Bedrohungslage auf ein Minimum zu reduzieren, so dass die Menschen wieder in den Norden zurückkehren können. Einen Flächenbrand sieht er nicht, auch nicht, dass der Iran aktiv in den Krieg eingreifen wird. Nicht zuletzt auch durch die starke militärische Präsenz der USA in der Region. Im Gaza-Streifen sieht Karner mittlerweile eine massive Schwächung der Hamas, die nur noch im Häuserkampf aktiv werden kann. Das israelische Militär wäre jetzt gefordert, alle Tunnel zu sichern, um so auch noch die letzten lebenden Geiseln befreien zu können.

Fußball Kommentator, Legende, Marcel Reif, ein Mensch mit Wertekanon - Sei a Mensch
Marcel Reif war schon vieles: Fußballspieler, politischer Redakteur, Boutiquebesitzer, ‚ausgezeichneter‘ Sportkommentator. Aber seit Anfang dieses Jahres ist noch etwas hinzugekommen: Seine Rede im Bundestag zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, die unter der Überschrift ‚Sej a Mentsch‘ stand, seinem Vater gewidmet war und die die Menschen bis heute bewegt. Im Gespräch mit Maya Zehden wird ein kleiner Ausschnitt des Menschen Marcel Reif sichtbar. Ein Mensch mit Wertekanon, der besonders Antisemitismus verabscheut, aber auch jede andere Form von Diskriminierung. Dazu gehört sein Unverständnis darüber, dass internationale Sportverbände, wenn sie unsportliches Verhalten gegenüber Israelis oder menschenfeindliche Sprüche aus dem Publikum zulassen bzw. nicht sanktionieren oder finanziellen Gewinnen zuliebe, ihre Grundwerte verraten.

Christliche Wurzeln des modernen Antisemitismus und Antizionismus
Die Nähe der traditionellen christlichen Judenfeindlichkeit sowohl zum modernen Antisemitismus als auch zum Hass auf Israel wird in der deutschen Antisemitismus-Debatte weitgehend verschleiert. Dr. Tilman Tarach zeigt, dass zentrale Elemente des Antisemitismus und des Antizionismus ein Echo alter christlicher Vorstellungen von den Juden sind. Im Vortrag wird auch die Genese des Antisemitismus von Akteuren wie der Hamas dargestellt werden. Der Koran und die islamische Überlieferung zeigen, dass der Islam das negatives Judenbild vom Christentum geerbt hat. Der islamisch geprägte Judenhass hat indessen aus historischen Gründen eine eigene Dynamik entwickelt. Im Anschluss an den Vortrag können Fragen gestellt werden. Moderation: Maya Zehden Über Tarachs 2022 erschienenes Buch ‚Teuflische Allmacht‘ schrieb Joël Ben-Yehoshua im Magazin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, es trage „insbesondere zum Verständnis des sich oft antirassistisch gerierenden israelbezogenen Antisemitismus bei“. Micha Brumlik bemerkte in der Frankfurter Rundschau, der Autor belege „die Annahme, dass ein unbewusstes Bild vom Juden, der Christus ablehnt und somit als Bedrohung der eigenen Identität erscheint, der eigentliche Antrieb des Judenhasses bis in die Gegenwart“ sei. Unter anderem könne Tarach nachweisen, „wie sehr doch der vermeintlich kirchenfeindliche Hitler vom christlichen Antijudaismus zehrte, so auch Heinrich Himmler bis hin zu einer der herausragenden Persönlichkeiten der Bekennenden Kirche, Martin Niemöller.“ Klaus Hillenbrand bemängelte in der taz zwar, Tarach unternehme „keine Analyse des modernen, rassistisch geprägten Antisemitismus“. Doch zeige er „überzeugend, wie stark christliche Motive den NS-Antisemitismus prägten – und weit darüber hinaus“, nämlich heutzutage „bei Beschuldigungen gegen den Staat Israel – und dies jetzt auch von muslimischer Seite.“

»Die UNO hat nach dem 7. Oktober 2023 komplett versagt«
English Content Am Abend des 11. September war Hillel Neuer, der Executive Director der in Genf ansässigen Menschenrechtsorganisation UN Watch, auf Einladung einiger jüdischer Organisationen im Gemeindezentrum der IKG in Wien zu Gast. In seinem Vortrag legte Neuer dar, wie die Vereinten Nationen nicht erst seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023, vor allem aber seit diesem größten Massenmord an Juden sei dem Holocaust komplett versagt haben. Von Generalsekretär Antonio Guterres abwärts verurteilten verschiedene UNO-Vertreter gelegentlich zwar pro forma die Verbrechen, die an Israelis begangen worden waren, legitimierten diese sodann aber immer wieder als angebliche Reaktionen auf Vergehen, die Israel sich zu schulde kommen habe lassen. Während UNO-Vertreter in einem fort dem jüdischen Staat horrende Verbrechen vorwarfen, brachten sie nur in seltenen Fällen den Namen Hamas über die Lippen. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen etwa, die jährliche mehr als ein Dutzenden Resolutionen verabschiedet, in denen Israel an den Pranger gestellt werden, hat nicht ein einziges Mal die Hamas verurteilt. Schwerpunktmäßig widmete sich Neuer dem notorisch israelfeindlichen UNO-Menschenrechtsrat, der durch und durch antisemitischen »Sonderberichterstatterin für die besetzten Gebiete Palästinas« Francesca Albanese und dem Palästinenser-Hilfswerk der Vereinten Nationen UNRWA, dessen Hamas-Verbindungen nicht erst bekannt geworden sind, als sich Mitarbeiter dieser größten UNO-Organisation der Welt am 7. Oktober direkt am Massaker an Israelis beteiligten. Auch wenn sich der Einsatz gegen die Israelfeindschaft bei den Vereinten Nationen oft wie der sprichwörtliche Kampf gegen Windmühlen anfühlt, gibt es manchmal auch Erfolgsmeldungen. So berichtete Neuer, dass das Schweizer Parlament unlängst beschlossen hat, die Finanzierung der UNRWA einzustellen – ein Vorbild, dem hoffentlich auch andere Länder folgen werden

Alan Posener: Wer bei Demos gegen Gesetze verstößt, muss bestraft werden – das ist eine Chance
Früher kommunistischer Aktivist, heute konservativer Wortstilist – Alan Posener, deutsch-britischer Journalist, war nach dem Studium erst Lehrer, dann Schriftsteller und ist bis heute ein gefragter Kommentator für politische Themen. Ein Grund für seine fundierten Analysen ist seine persönliche Auseinandersetzung mit der maoistischen KPD als Funktionär während seines Studiums und dann die Erkenntnis, dass der Kommunismus nicht sein Weg sein kann. Durchaus vertraut mit teils aggressiven Formen des Protestes war er sich damals darüber im Klaren, dass er bestraft wird, wenn er Grenzen überschreitet. Das fordert er heute auch für die jungen, teils naiven aufständischen Student(inn)en bei ihren anti-israelischen Demonstrationen, wenn Gewalt oder ihre Androhung gegen Andersdenkende und jüdische Mitstudent(inn)en ausgeübt werden. Poseners Blick auf Israel und den andauernden Konflikt mit seinen Nachbarn ist von innen über teils auch sehr linke Familienmitglieder geschärft. Als Betroffene würden sie dennoch Pazifismus als Selbstmord ihres Staates ansehen. Historisch ordnet Posener die aktuelle Bedrohungslage Israels und die weltweiten Proteste gegen den jüdischen Staat In klaren Worten als beispiellos ein. Eine unangenehme Rolle spielen dabei die Vereinten Nationen und ihre Sonderbeauftragte für die Region, Francesca Albanese, aber auch Joseph Borell von der EU. Was Religion mit diesem Konflikt zu tun hat und welche Rolle unter anderem Musik für ihn persönlich spielt – darüber und mehr spricht Alan Posener mit Maya Zehden

Dr. Samuel Schidem spricht mit Maya Zehden
Dr. Samuel Schidem ist Israeli und Druse, lebt in Berlin und verkörpert mit seinem Engagement das, was ihn seine Kindheit im heiligen Ort Isifiya, einem biblischen Ort auf dem Berg Carmel, gelehrt hat. Dort leben mehrheitlich ca 60 Prozent Drusen friedlich und teilweise freundschaftlich zusammen mit anderen Religionen wie beispielsweise Christen, Buddhisten, messianischen Juden und Muslimen. Im Gespräch mit Maya Zehden erklärt er eindrucksvoll drusische Befindlichkeiten - ihre Jahrtausende alte Verbindung zu der Region, ihre Loyalität zum Staat, in dem sie leben und ihre individuelle Religion. Der Angriff auf israelisch-drusische Kinder Ende Juli 2024 war nicht nur von der Hisbollah gegen Israel gerichtet. Schidem ist sicher, dass es auch ein Angriff auf die sich nicht am Terror beteiligende Minderheit der Drusen war. Die Loyalität der Drusen gegenüber Israel sollte damit erschüttert werden. Schidem ist promovierter Philosoph, arbeitet in vielen verschiedenen Einrichtungen im Bereich interkulturelle Bildung und hat auch Programme für jüdisch-muslimische Beziehungen und Erziehung zum Frieden erarbeitet. Unter anderem ist er Dozent an der Uni Potsdam / Philosophische Fakultät / Institut für Jüdische Studien und Religionswissenschaft und hat auch im Jüdischen Gymnasium Moses Mendelssohn jüdische Ethik unterrichtet. Aktuell liegt ihm die 2013 gegründete, internationale Initiative ROZANA am Herzen, die die Zusammenarbeit zwischen Palästinensern und Israelis im Bereich Gesundheitswesen fördern will.
2024.08.10. - Peter Huemer im Talk mit Stefan Ruzowitzky
Gesprächspartner von Peter Huemer ist der Filmemacher STEFAN RUZOWITZKY, Oscarpreisträger für seinen Konzentrationslager-Film "Die Fälscher". Einige Jahre nach diesem Spielfilm hat Ruzowitzky einen Dokumentarfilm gedreht, der sich mit einem besonders grausigen Verbrechen der Menschheitsgeschichte befasst: mit den nationalsozialistischen Massenerschießungen von jüdischen Männern, Frauen und Kindern im Osten Europas, denen binnen weniger Jahre etwa zwei Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. Ruzowitzkys Film heißt "Das radikal Böse" und versucht zu ergründen, warum "ganz normale Männer" (der Historiker Christopher Browning) das getan haben. Sie mussten nicht der SS angehören, sie mussten nicht einmal Nationalsozialisten sein - gemordet haben sie trotzdem. Warum? Und warum haben sich so wenige dagegen gestellt - selbst dann, wenn sie nicht mitmorden mussten? Stefan Ruzowitzky und Peter Huemer gehen diesen Fragen nach. Und fragen auch, was wir heute daraus lernen können.

2024.08.03. - Rabbi Margolin im Talk with Maya Zehden
EJA - Maya Zehden spricht in Amsterdam mit Rabbiner Menahem Margolin in Amsterdam 3. Juni 2024 “Fighting back for our Future” – Under this title, numerous European Jewish communities met in Amsterdam to exchange ideas at a critical time at the invitation of the European Jewish Association (EJA) – The Jewish Voice of Europe. EJA Chairman Rabbi Menachem Margolin speaks with Maya Zehden about the background of EJA, its challenges and the goals of the conference. The European Jewish Association (EJA) - The Jewish Voice of Europe - is an umbrella organization that represents Jewish communities and organizations across Europe. EJA lobbies European and national politicians with initiatives that aim to contribute to the fight against anti-Semitism and intolerance and the preservation of religious ritual practices in EU member states. The chairman of the European Jewish Association is Rabbi Menachem Margolin. He graduated from the Yeshiva in New York and became program director at the Rabbinical Center for Europe in 2004. In 2010 he became general director of the European Jewish Association. Margolin reports on the current problems of the Jewish community in Europe, talks about cooperation partners in the 34 affiliated countries in which EJA operates, and what goals need to be achieved together in the future. ‚Fighting back for our future’ – Unter diesem Titel trafen sich zahlreiche europäische Jüdische Gemeinden in Amsterdam zum Gedankenaustausch in einer kritischen Zeit auf Einladung der European Jewish Association (EJA) – The Jewish Voice of Europe. Der Vorsitzende von EJA, Rabbiner Menachem Margolin, spricht mit Maya Zehden über Hintergründe zu EJA, seine Herausforderungen und die Ziele der Konferenz. Die European Jewish Association (EJA) – The Jewish Voice of Europe - ist eine Dachorganisation, die jüdische Gemeinden und Organisationen in ganz Europa vertritt. EJA leistet Lobbyarbeit bei europäischen und nationalen Politikern mit Initiativen die das Ziel haben, zur Bekämpfung von Antisemitismus und Intoleranz und der Bewahrung religiöser Ritualpraktiken in den EU-Mitgliedstaaten beizutragen. Vorsitzender der European Jewish Association ist Rabbiner Menachem Margolin. Er hat seinen Abschluss an der Yeshiva in New York gemacht und wurde 2004 Programmdirektor am Rabbinical Center for Europe. 2010 wurde er Generaldirektor der European Jewish Association. Margolin berichtet von den aktuellen Problemen der Jüdischen Gemeinschaft in Europa, spricht über Kooperationspartner in den 34 angeschlossenen Ländern, in denen EJA tätig ist, und welche Ziele gemeinsam bewältigt werden müssen in der Zukunft.
2024.07.27. - Aya Jalal im Talk with Thomas v.den Osten-Sacken
Ten years ago, on August 3, 2014, the Islamic State (IS) conquered the Sinjar Mountains in northern Iraq, which were inhabited by Yazidis, massacred thousands of men and abducted over 5,000 women and girls into slavery. Hundreds of thousands of Yazidis fled to the Kurdish autonomous regions, where the majority of them still live as internally displaced persons in camps. The crimes committed by IS have been classified as genocide by several parliaments, including the German Bundestag. This is of little help to the Yazidis, as their situation in Iraq has not changed for the better in the last ten years. Sinjar is still largely destroyed and is being fought over by various armed actors. This is why only a few Yazidi families have returned there so far. The Iraqi central government now wants to change this with external pressure: it has announced that it will no longer support the camps financially from August onwards and thus wants to force a mass return. Anyone who registers with the authorities by the end of July will receive the equivalent of just over 2,000 euros to start a new life there. Aya Jalal, an employee of the Jinda Center in Dohuk, which has been looking after Yazidi survivors of the genocide for many years, talks to Thomas von der Osten-Sacken about the situation in the camps shortly before the deadline, which falls almost exactly on the tenth anniversary of the genocide. Zehn Jahre nach dem Völkermord: Ungewisse Zukunft der Jesiden im Irak Vor zehn Jahren, am 3. August 2014, eroberte der Islamische Staat (IS) das von Jesiden bewohnte Sinjar-Gebirge im Nordirak, massakrierte tausende Männer und verschleppte über 5.000 Frauen und Mädchen in die Sklaverei. Hunderttausende Jesidinnen und Jesiden flohen damals in die kurdischen Autonomiegebiete, wo die Mehrheit von ihnen bis heute als Binnenvertriebene in Lagern lebt. Die Verbrechen des IS wurden von mehreren Parlamenten, unter anderem auch vom Deutschen Bundestag, als Völkermord klassifiziert. Den Jesiden hilft das wenig, denn ihre Lage im Irak hat sich in den letzten zehn Jahren nicht zum Besseren geändert. Der Sinjar ist weiterhin größtenteils zerstört und zwischen verschiedenen bewaffneten Akteuren umkämpft. Deshalb sind bislang auch nur wenige jesidische Familien dorthin zurückgekehrt. Das will die irakische Zentralregierung nun mit äußerem Druck ändern: Sie hat angekündigt, ab August die Lager nicht weiter finanziell unterstützen zu wollen und möchte so eine Massenrückkehr forcieren. Wer sich bis Ende Juli bei den Behörden meldet, erhält umgerechnet etwas mehr als 2.000 Euro, um dort ein neues Leben zu beginnen. Aya Jalal, Mitarbeiterin des Jinda Zentrum in Dohuk, das sich seit vielen Jahren um jesidische Überlebende des Völkermordes kümmert, spricht mit Thomas von der Osten-Sacken über die Lage in den Camps kurz vor Ablauf der Frist, der fast genau auf den zehnten Jahrestag des Völkermordes fällt.

2024.07.24. - Martin Weiss, ehemaliger Botschafter Österreichs in Israel und den USA
In den USA bleibt derzeit kein Stein auf dem anderen. Nach Joe Bidens Rücktritt von der Präsidentschaftskandidatur und der nur mehr formal zu bestätigenden Nominierung von Kamala Harris als neue Kandidatin, sind die Karten für die Wahl im November neu gemischt. Trump, der nach dem vereitelten Attentat wie der sichere Sieger aussah, muss sich jetzt einer wesentlich jüngeren schwarzen Frau stellen. Harris machte als Vizepräsidentin zwar nicht immer eine glückliche Figur, hat aber das Momentum derzeit auf ihrer Seite hat und liegt in den ersten Umfragen gleichauf. Trumps Wahlkampfteam muss sich eine neue Erzählung einfallen lassen, die Wahlkampfstrategie war komplett auf Biden ausgerichtet. Experten befürchten, dass der Wahlkampf jetzt noch schmutziger wird als er jetzt schon ist. Unabhängig davon, ist einer der spannendsten Fragen, wie sich die USA unter Trump oder Harris weltpolitisch neu positionieren werden. Nicht nur hinsichtlich der Ukraine, Russland oder China, sondern vor allem auch was Israel und den Nahen Osten betrifft. Im großen Mena-Watch-Interview analysiert mit Martin Weiss einer der profundesten Kenner der Region die unterschiedlichen Positionen von Trump und Harris und welche geopolitischen Auswirkungen ihre Wahl bringen könnten. Weiss, der heute CEO des Salzburg Global Seminar ist, war davor österreichischer Botschafter in Israel und in den USA. Weiss erklärt unter anderen, wie sich die Nahost-Politik unter Trump und Harris verändern könnte, welche Chancen es mit wem auf eine Beendigung des Krieges geben könnte, wie die USA künftig mit dem Iran und Saudi-Arabien umgehen werden und ob Harris im Wahlkampf, um dem linken Flügel der Demokraten entgegenzukommen, eine distanziertere Israel-Politik als Joe Biden verfolgen wird.

2024.07.19. - Moussa al-Hassan Diaw im Interview
Der Islamexperte und Extremismusforscher Moussa al-Hassan Diaw spricht im Interview über die bedrohliche Ausbreitung des politischen Islams und wie der 7. Oktober seine Präventionsarbeit verändert hat. Seit Wochen finden in Wien Bandenkriege zwischen Syrern, Afghanen, Tschetschenen und Türken statt. Es handelt sich dabei um junge Migranten, die zum Teil schwer bewaffnet mit Messern und Pistolen aufeinander losgehen. Die blutige Bilanz sind mittlerweile mehrere schwer verletzte Personen. Dabei handelt sich um ethnische Konflikte, die aus dem Ausland nach Österreich getragen werden, die allerdings auch islamistisch aufgeladen sind. Dabei würden sich die Gruppierungen gegenseitig vorwerfen, dass sie unislamisch sind, und dass sie selbst den wahren und reinen Islam leben und praktizieren würden, sagt Moussa al-Hassan Diaw im großen Mena-Watch-Interview. Der Islamismusforscher gründete 2015 den Verein DERAD, ein Netzwerk für Extremismusprävention und Demokratie. Diaw arbeitet unter anderen im Auftrag des Justizministeriums mit verurteilten IS-Terroristen in Gefängnissen, betreut Gefährder auch nach der Haft, und hält mit seinen Teams Workshops in Schulen zu den Themen Islamismus, Antisemitismus und Extremismus ab. Diaw warnt davor, dass der politische Islam unter vielen muslimischen Migrantinnen und Migranten immer mehr an Akzeptanz gewinnt, befeuert vor allem durch Social Media, wo mittlerweile hunderte Online-Prediger wie digitale Rattenfänger konservativen bis radikalen Islam-Content exakt auf diese Zielgruppen millionenfach verbreiten. Die Botschaften sind dabei immer gleich. Muslime werden in die Opferrolle gedrängt, der liberale Westen aber auch Israel werden zum Feindbild erklärt, ein Ausweg gegen die Unterdrückung sei dabei ausschließlich der Islam. Wie gefährlich diese islamistischen Strömungen mittlerweile sind, lässt sich auch in den diversen Berichten von Verfassungsschutzdiensten ablesen, die eindringlich vor diesen Entwicklungen warnen. Auch Diaw sagt, dass der politische Islam, aber auch Antisemitismus und Israelfeindlichkeit immer mehr zunehmen. Der mörderische Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober des Vorjahres habe diese Entwicklungen weiter bestärkt. In seiner Präventionsarbeit müsse er und sein Team deshalb immer mehr an Aufklärungsarbeit leisten, Bildungseinrichtungen seien damit völlig überfordert. Diaw fordert, dass die Politik mehr Geld und Ressourcen in die Hand nehmen müsse und dringend gefordert sei, hier massiv mit umfassenden Maßnahmenpaketen gegenzusteuern, um islamistische Parallelgesellschaften, die mit westlichen und liberalen Werten nicht mehr kompatibel sind, zu vermeiden. Sie können das Projekt unterstützen: Spenden-Konto: AT24 2011 1837 8567 1302 GIBAATWWXXX Erste Bank

2024.07.13. - Gerald Steinberg im Talk with Maya Zehden
Professor Emeritus Gerald Steinberg was born in London in 1950, grew up in San Francisco and came to Bar-Ilan University in 1982 as a professor of political science. When he founded NGO-Monitor in 2002, he began to scientifically investigate the flow of European funds to pro-terror NGOs. In a conversation with Maya Zehden, he explains the background and abysses behind it. It was only in the aftermath of October 7, 2023 that governments began not only to acknowledge the disturbing results of his work, but also to act. NGO-Monitor, based in Israel, is a globally recognized research institute. It publishes fact-based research and independent analysis on non-governmental organizations (NGOs), their funders and other stakeholders, primarily in the context of the Arab-Israeli conflict. The institute's funding comes exclusively from private donors and foundations. There is no government funding. Human Rights Watch, Amnesty International und andere NGOs machen Menschenrechte zur Waffe des Hasses gegen Israel Prof. emer. Gerald Steinberg ist 1950 in London geboren, in San Franzisco aufgewachsen und kam als Professor für Politikwissenschaften 1982 an die Bar-Ilan-Universität. Mit der Gründung von NGO-Monitor hat er 2002 begonnen, den Fluss europäischer Gelder an Pro-Terror-NGOs wissenschaftlich zu untersuchen. Im Gespräch mit Maya Zehden erläutert er Hinter- und Abgründe. Erst im Nachgang des 7. Oktober 2023 begannen Regierungen, die bestürzenden Ergebnisse seiner Arbeit nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern auch zu handeln. NGO-Monitor mit Sitz in Israel ist ein weltweit anerkanntes Forschungsinstitut. Es veröffentlicht faktenbasierte Untersuchungen und unabhängige Analysen zu Nichtregierungsorganisationen (NGOs), ihren Geldgebern und anderen Interessengruppen, hauptsächlich im Zusammenhang mit dem arabisch-israelischen Konflikt. Die Finanzierung des Instituts kommt ausschließlich von privaten Spendern und Stiftungen. Es gibt keine staatliche Förderung.

2024.06.28. - Maya Zehden im Talk mit Shaked Arieli & Orna Peleg von NATAL
NATAL deals with trauma management in Israel for individuals in times of crisis and strengthening resilience for 26 years. But worldwide there is a global trend towards great uncertainty with corresponding consequences for the affected population. The answer to this is strengthening resilience as a preventative measure. As a best-practice-model NATAL developed training programs for first aiders, managers and students, but also university curricula for psychologists. Orna Peleg is NATAL’S Consultant for strategic partnerships in Europe. She founded her own project ‘Chaos’, inspired through her work at NATAL. ‘Chaos’ tries artistic exploration of the topics of resilience and trauma. She explains this approach in conversation with Maya Zehden and her colleague Shaked Arieli who is Head of the Department “Personal and Professional Development” at NATAL. Shaked explains how NATAL works and the impact traumatic experiences can have on individuals. Shaked is specialized in helping at-risk young adults to find meaningful and fulfilling employment through tailored programs after a personal crisis or trauma. Traumabewältigung nicht nur in Krisenzeiten – die israelische NGO NATAL zeigt innovative Ansätze NATAL beschäftigt sich seit 26 Jahren mit Trauma Management in Israel für Menschen in Krisenzeiten und der Stärkung der Resilienz. Doch es gibt weltweit einen globalen Trend zu großer Unsicherheit mit entsprechenden Folgen für die betroffene Bevölkerung. Die Antwort darauf ist die Stärkung von Resilienz als präventive Maßnahme. Als Best-Practice-Modell entwickelte NATAL Ausbildungsprogramme für Ersthelfer, Manager und Studenten, aber auch universitäre Lehrpläne für Psychologen. Orna Peleg ist NATALs Beraterin für strategische Partnerschaften in Europa. Sie gründete ihr eigenes Projekt ‚Chaos‘, inspiriert durch ihre Arbeit bei NATAL. ‚Chaos‘ versucht eine künstlerische Auseinandersetzung mit den Themen Resilienz und Trauma. Diesen Ansatz erläutert sie im Gespräch mit Maya Zehden und ihrer Kollegin Shaked Arieli, Leiterin der Abteilung „Persönliche und berufliche Entwicklung“ bei NATAL. Shaked erklärt die Arbeitsweise von NATAL und Hintergründe, welche Auswirkungen traumatische Erlebnisse auf Individuen haben können.

2024.06.21. - Ruth Wassermann Lande im Talk with Maya Zehden
Ruth Wasserman Lande is a former member of Knesset, advisor to the late President Shimon Peres and Deputy Ambassador at the Israeli embassy in Cairo. Currently, Ruth is Senior Advisor for International Affairs for EJA, a writer, speaker and commentator for various media outlets in English and in Hebrew and is the founder and CEO of Ruth - Global Strategy. When she was Deputy Ambassador in Egypt she learned a lot about the Arab world, she is telling Maya Zehden. And what she would do if she would be a member of Knesset again… ------------------------------- Das Versäumnis feministischer Organisationen, sich für misshandelte jüdische Frauen einzusetzen, ist eine Schande Ruth Wasserman Lande ist ehemaliges Mitglied der Knesset, Beraterin des verstorbenen Präsidenten Shimon Peres und stellvertretende Botschafterin der israelischen Botschaft in Kairo. Derzeit ist Ruth Senior Advisor für internationale Angelegenheiten bei EJA, Autorin, Rednerin und Kommentatorin für verschiedene Medien auf Englisch und Hebräisch und Gründerin und CEO von Ruth – Global Strategy. Als stellvertretende Botschafterin in Ägypten habe sie viel über die arabische Welt gelernt, erzählt sie Maya Zehden. Und was sie tun würde, wenn sie wieder Mitglied der Knesset wäre ...
2024.07.05. - Maya Zehden interviewt Torsten Krückemeier
Seit 1. September 2023 ist Torsten Krückemeier Polizeipräsident für 1,2 Millionen Menschen in Mittelhessen. In dieser Position ist er mit 44 Jahren der Jüngste in Deutschland. Bei der Konferenz der European Jewish Association (EJA) war er eingeladen, um zur Sicherheitssituation der jüdischen Gemeinschaft in seiner Region Auskunft zu geben. Maya Zehden fragt ihn nach Veränderungen der Sicherheitslage seit dem 7. Oktober 2023 und Reaktion der Polizeistrategie darauf, nach der Zusammenarbeit mit jüdischen Sicherheitseinrichtungen und wie bei Demonstrationen vorgegangen wird, wenn strafbare Parolen gebrüllt werden. Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter abonnieren.
2024.04.25 - Joshua Sobol im Talk mit Maya Zehden
Joshua Sobol wurde im August 1939 in Tel Mond als Palästinenser im britischen Mandatsgebiet geboren. Er ist Sohn osteuropäischer Einwanderer, hat ein umfangreiches Werk erschaffen und das Theater mit innovativen Ideen befruchtet, indem er beispielsweise mit speziellen Raumlösungen neue Formen theatralischen Erlebens erfand. Als Dramatiker, Schriftsteller und Künstler ist er weltweit bekannt. In Deutschland hat er 1982 zusammen mit Peter Zadek das Stück WEININGERS NACHT inszeniert. 1984 brachte Peter Zadek Sobols Stück GHETTO in Berlin auf die Bühne. Als sozialistischer Zionist hat er seine eigene Gesellschaft, die israelische Politik und Politiker, stets kritisiert, wenn er Menschenrechte in Gefahr sah. So setzte sich besonders für die Rechte der Palästinenser ein. Im Gespräch mit Maya Zehden zeigt sich bei ihm ein Wandel. Der 7. Oktober war der Moment, der die letzten Reste der früher als Peace Now Bewegung zum Schweigen brachte und Sobol sehr nachdenklich zurücklässt. Sobols schmerzhafte Empfindungen angesichts des Verrats, den Menschen verübt haben, auf deren Seite ein Teil ihrer Opfer standen, seine Verunsicherung auf die Frage, ob Israelis noch an eine Koexistenz glauben und die dennoch durchschimmernde Hoffnung, diese Krise könne zu etwas gutem führen, zeichnen ein bewegendes Bild eines Künstlers, der stets versuchte, das richtige zu tun und nun erkennen muss, dass man Hass und Gewalt trotz aller Mühe nicht friedlich besiegen kann. Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter kostenlos bestellen. Die Mena-Talks können Sie auch als Podcast auf allen gängigen Plattformen hören und abonnieren. Eine Übersicht über alle Podcast-Folgen finden sie auf https://mena-talk.podigee.io, dort findet sich auch Sandra Kreislers Podcast über »Israels kurze 5000 Jahre«.
2024.04.10 - Alma Mannsberger & Vladimir Vertlib im Mena-Talk mit Peter
Eine Muslima und ein Jude diskutieren gemeinsam mit österreichischen Schülerinnen und Schülern über den Gazakrieg. Alma Mannsberger ist Pädagogin und selber Flüchtling aus Bosnien, Vladimir Vertlib ist Schriftsteller und selber Flüchtling aus der Sowjetunion. Die beiden sind nicht immer einer Meinung, stimmen jedoch überein, dass am Anfang dieses gegenwärtigen Kriegs der Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 steht. Von diesem grauenhaften Massaker an Jüdinnen, Juden und deren Kindern wissen die meisten Schülerinnen und Schüler allerdings nichts. Sie sehen auf TikTok die schrecklichen Bilder aus dem verwüsteten Gaza, die verzweifelten Kinder und die Leichen, haben jedoch selber keinerlei Chance, falls sie sich aus den Sozialen Medien informieren, das alles historisch einzuordnen. Sie sind empört und wütend. Daher dieser wichtige Workshop in den Schulen von Alma Mannsberger und Vladimir Vertlib, um junge Menschen aufzuklären über die größeren Zusammenhänge dieses nicht enden wollenden Krieges. Die beiden berichten im Gespräch mit Peter Huemer über ihre Erfahrungen an österreichischen Schulen. Hier das Projekt: https://extremismuspraevention.oead.at/ep/angebote?angebot=xH93QvQgBcEjHfz94CVs "Über den fremden Schatten springen. Feindbilder überwinden." Das ist der Name unseres Projekts. Auf der Homepage von OeAD auch im Format "Extremismusprävention macht Schule, ein kostenloses Angebot für Schulen" als eines von mehreren Projekten zu finden. Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter kostenlos bestellen.
2024.02.01 - Robert Kolb im Talk mit Florian Markl
Im Gespräch mit Florian Markl bringt Robert Kolb, Professor für Völkerrecht an der Universität Genf, Licht in einige der rechtlichen Fragen des Gaza-Krieges. Er erläutert den außergewöhnlichen Status des Gazastreifens, die Charakterisierung des bewaffneten Konflikts zwischen Israel und der Hamas aus Sicht des humanitären Völkerrechts, das Selbstverteidigungsrecht von Staaten gegen bewaffnete Angriffe, den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und den von Südafrika gegen Israel erhobenen Vorwurf, einen »Völkermord« gegen die Palästinenser im Gazastreifen zu begehen. Israel, so seine Einschätzung, sollte eigentlich froh sein, denn der Internationale Gerichtshof werde gar nicht anders urteilen können, als Israel freizusprechen. Professor Kolb beschäftigt sich seit langer Zeit mit Fragen des humanitären Völkerrechts. Im Zuge dessen hat er u.a. das Buch Advanced Introduction to International Humanitarian Law veröffentlicht. https://www.amazon.de/Advanced-Introduction-International-Humanitarian-Introductions/dp/1783477539
2023.12.14 - Matthias Küntzel im Talk: Die Allianz des Mufti von Jerusalem mit Hitler und Nazideutschland
2024.02.21 - Lukas Mandl im Talk mit Florian Markl
Im Mena-Talk war Lukas Mandl (ÖVP) zu Gast. Seit 2017 ist er Mandatar im EU-Parlament, zu den Schwerpunkten seiner Arbeit gehören die Außen- und Sicherheitspolitik. Dabei liegt ihm insbesondere die Kooperation mit Israel am Herzen, dem, wie er einmal sagte, »wichtigsten Partnerstaat Österreichs und Europas« im Nahen Osten. Nur wenige Wochen nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober war Mandl in Israel, »weil es Zeugen braucht über das, was wirklich geschehen ist«. Die Lügen über das, was sich in den angegriffenen Ortschaften in Israel zugetragen hat, und über die israelischen Reaktionen darauf dürften nicht unwidersprochen bleiben. Im EU-Parlament gebe es mit Ausnahme der rechts- und linksextremen Parteien »in allen Parteienfamilien konstruktive Partnerinnen und Partner, wenn es um die gute Zusammenarbeit mit Israel geht«. Kritisch äußert sich Mandl zur EU-Kommission und insbesondere dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell, die in diesen Tagen »kein gutes Bild« abgäben. Mit den Plänen für eine Zweistaatenlösung, mit denen er jüngst vorgeprescht ist, spreche Borrell »nicht für die Europäerinnen und Europäer«. Es werde »sicher nicht Herr Borrell sein, der für Frieden im Nahen Osten sorgt, weil er die Situation nicht lesen kann oder nicht lesen will.« Eine Zweistaatenlösung könne man nur »am Ende einer möglichen Entwicklung sehen«. Dazu bedürfte es vor allem einer »einer Entmilitarisierung der Palästinensergebiete, und zwar sowohl im Gazastreifen als auch im Westjordanland«, überwacht durch eine »vertrauenswürdige Ordnungsmacht« und glaubwürdigen Sicherheitsgarantien für Israel. Mandl sieht im iranischen Regime »die Wurzeln des Terrors«, mit dem nicht nur Israel, sondern auch wir in Europa bedroht seien. Gegen dieses Regime und dessen Atomprogramm dürfe nicht weiter auf »Appeasement« gesetzt werden, sondern es brauche »scharfe und noch schärfere Sanktionen« – mit dem Ziel, »das iranische Regime durch einen demokratischen Prozess auslaufen zu lassen«.
2024.03.27 - Rüdiger Mahlo im Talk mit Maya Zehden
Weltweit humanitäre Hilfe für Überlebende der Shoa, Klärung von Ansprüchen zu jüdischem Raubgut und Förderung von Bildungsprojekten – Rüdiger Mahlo von der Claims Conference im Gespräch mit Maya Zehden Es war und ist eine der wichtigsten Aufgaben der Überlebenden der Shoa und ihrer Nachkommen, für die soziale und materielle Entschädigung all jener Menschen zu sorgen, die die Judenverfolgung durch Nazi-Deutschland überlebt haben. Um ihre Rechte und Ansprüche besser vertreten zu können, gründeten sie vor mehr als 70 Jahren die "Conference on Jewish Material Claims Against Germany", landläufig Claims Conference genannt. Seit 2013 repräsentiert der 1974 geborene Rüdiger Mahlo die Claims Conference in Frankfurt am Main und in Berlin. Im Interview schildert er seine Aufgabe, die er vor allem darin sieht, den Weg der Überlebenden zu begleiten, ihre Lebenssituation zu verbessern und darüber hinaus ihre Erinnerungen und Befürchtungen angesichts aktueller politischer Entwicklungen in die gesellschaftliche Debatte in Deutschland einzubringen. Aktuell hat er vor dem Bundestag einen Vorschlag für ein Restitutionsgesetz eingebracht – ein lange überfälliges Vorhaben angesichts des Alters vieler Überlebender, denen nicht nur Gesundheit, Lebenszeit und ihre Würde, sondern sämtliche materiellen Werte genommen wurden. Er will ihren Status von Bittstellern zu gleichberechtigten Antragstellern verbessern . Mahlo war als Jurist und Manager tätig, bevor er die Aufgabe bei der Claims Conference übernahm. Er spricht auch über die Gedanken und Beobachtungen, die ihn selbst als jungen jüdischen Bürger angesichts der Renaissance des Hasses in Deutschland und Europa umtreiben. https://politikkultur.de/umgang-mit-ns-raubgut/faire-und-gerechte-loesungen-auch-in-deutschland/ Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter kostenlos bestellen.
2024.03.23 - Ali Ertan Toprak im Talk mit Maya Zehden
Diskriminierungserfahrung lässt Kurden toleranter und weltoffener sein und empathisch für Juden und Israel. Ali Ertan Toprak, Bundesvorsitzender der KGD, im Gespräch mit Maya Zehden Unter 22 arabischen Staaten gibt es nur einen jüdischen Staat im Nahen Osten. Wenn es einen eigenen, den 23., Staat für ca. 6 Millionen arabische Palästinenser geben muss, warum kann es keinen geben für ein Volk von 40 Millionen Kurden? Kurden sind das größte Volk weltweit ohne eigenen Staat, so Ali Ertan Toprak, der Bundesvorsitzende der Kurdischen Gemeinde in Deutschland e.V. (KGD). Das ist der Grund für die große Solidarität kurdischer Deutscher mit Juden und Israel, wie sie auf den Demonstrationen nach dem grausamen Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 zum Ausdruck kam. Kurden verstehen, dass das jüdische Volk einen eigenen Staat braucht. Je nach ihrem Herkunftsgebiet werden Kurden von Deutschen als Türken, Syrer, Iraner oder Iraker angesehen, sehen sich jedoch selbst als eigenes Volk mit eigener Kultur und Traditionen. Sie werden häufig als Minderheit auch innerhalb der Gruppe von Menschen mit Migrationshintergrund diskriminiert und daher doppelt ausgegrenzt. In den Herkunftsgebieten lebende Kurden ist das Ausleben ihrer Kultur häufig verboten, sie werden wirtschaftlich benachteiligt und wurden trotz ihres verlustreichen Einsatzes gegen den Islamischen Staat, der letztlich zu dessen Zerschlagung führte, von der Türkei unter falschen Beschuldigungen angegriffen und viele von ihnen getötet. Im Gespräch mit Maya Zehden erläutert Ali Ertan Toprak historische Hintergründe, aber auch, dass die herrschende Meinung falsch ist, Kurden würden generell der verbotenen PKK angehören. Vielmehr sind sie als größte Gruppe unter den ‚muslimischen‘ Migranten zu einem hohen Prozentsatz bereit, das Grundgesetz und die Verfassung Deutschlands nicht nur zu achten, sondern auch zu verteidigen. Die Zuschreibung ‚Muslime‘ ist auch nur teilweise richtig. Vielmehr sind auch Aleviten, Jesiden, Christen und Juden unter den schätzungsweise 1,5 bis 2 Mio. Kurden in Deutschland. Auch in Israel leben rund 300.000 Kurden. Als Referenz: Die Zahl der Juden in Deutschland beläuft sich auf etwa 250.000. Im Februar 2024 war Toprak mit einer Delegation der Kurdischen Gemeinde Deutschlands zu einer Solidaritätsreise in Israel. Seine Eindrücke schildert er in diesem Interview in einer so empathischen Art und Weise wie das von kaum jemand anders zu hören ist. Diese Empathie zeichnet auch seine Rede zum Newroz Fest aus, die hier https://youtu.be/ZyvzPWJDJJs zu hören ist. Ehrengast bei diesem kurdischen Neujahrsfest war u.a. der Botschafter des Staates Israel, Ron Prosor, der die Verbundenheit von Juden und Kurden in seinem Grußwort hervor hob. Haben Sie genug von seichter einseitiger Nah-Ost Berichterstattung in den Medien? Dann lassen Sie sich von Mena-Watch, dem unabhängigen Nah-Ost Think Tank informieren! https://www.mena-watch.com Unser Team von Politikwissenschaftlern, Historikern und Autoren garantiert die Faktentreue unserer täglichen Veröffentlichungen, sowie Publikationen und steht für Anfragen zur Verfügung. Den wöchentlichen Newsletter mit Analysen, Kommentaren und Editorial können Sie unter https://www.mena-watch.com/newsletter kostenlos bestellen. Die Mena-Talks können Sie auch als Podcast auf allen gängigen Plattformen hören und abonnieren. Eine Übersicht über alle Podcast-Folgen finden sie auf https://mena-talk.podigee.io, dort findet sich auch Sandra Kreislers Podcast über »Israels kurze 5000 Jahre«.