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Zen

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Ep 57Z0057 Über die Wahrnehmung 4

Dogen’s Erleuchtete Sicht (aus dem Shobogenzo)\r\n\r\nDie Methoden, mit denen wir im Zen unsere Sicht erneuern, muten etwas merkwürdig an und haben manchmal sogar etwas Abschreckendes. Aber auch im ganz normalen Leben werden wir zum Umgang mit merkwürdigen Situationen herausgefordert. Was bedeuten die Katsu-Schreie des Alltags? Wie sieht das aus wenn man mit dem Buddha-Auge schaut?\r\n\r\nDie Stimulierung des Buddha-Auges durch unerleuchteten Ausdruck eigener Bedürfnisse ist ein weit verbreitetes Phänomen. Hinter diesen Phänomenen liegen die menschlichen Bedürfnisse, die allen Buddha-Naturen zugehörig sind - unsere eigenen und die der Anderen. Den Buddha-Weg zu gehen, bedeutet auch, diese Bedürfnisse angemessen auszudrücken und sich um ihre Erfüllung zu kümmern.\r\n\r\nEs geht darum, die Wahrnehmung im Buddha-Sinne zu entwickeln und die Dinge in ihrem Sosein zu erkennen. Das eigentliche Erkennen, den Zusammenhang mit uns selbst erkennen, tiefes Schauen, tiefes Hören, tiefes Fühlen und tiefes Schmecken lernen. \r\nBeispielsweise kann tiefes Schmecken zu der Erkenntnis führen: \"Weniger ist mehr.\" Die Bescheidenheit entwickelt sich aus dem größeren Genuß und der vollen Aufmerksamkeit. Die Dinge ungenossen, ungekostet und oberflächlich berührt wegzuwerfen und direkt auf das Nächste zu springen, verursacht das Problem. Es lohnt ein Blick in das Fülle-Universum.\r\n\r\nWir freuen uns sehr über eine Spende, um die Kosten für die Erstellung dieses Podcast zu decken. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/kontakt/spenden/\r\nHerzlichen Dank

Feb 7, 201836 min

Ep 56Z0056 Über die Wahrnehmung 3

MU42 - Die junge Frau kommt aus dem Samadhi\r\n\r\nEines der wenigen Koans, in dem eine Frau vorkommt. Eine ungewöhnliche Situation für die geistige Welt des damaligen asiatischen Verständnisses. \r\nHier treffen verschiedene Welten aufeinander, die Welt der allumfassenden Weisheit, die Welt der Unterscheidung, die Welt der Männer und die Welt der Frauen. \r\nChristoph behandelt diese verschiedenen Perspektiven mit der Frage: Warum kommt die Frau für den Anfänger aus ihrem kostbaren Samadhi und nicht für den weisen Manjusri, der sich konstant in der Welt der Einheit bewegt?\r\n\r\nEr spricht über die Unterscheidung mit der sich unterschiedliche Wesen aufeinander beziehen und die Schönheit die darin liegt. Es hat etwas Besonderes und aktiviert Lebenskräfte. In unserer geschäftigen und gemeinsamen Welt können wir uns mit dem Zengeist frei bewegen, uns für den Samadhi entscheiden oder auf das Lebendige eingehen.\r\n\r\nDieses Koan kann uns unterstützen, die chronische Abwertung der Welt der Fülle neu zu bedenken und damit anders umzugehen. Wir sind von einer Welt der Fülle in eine Welt des Mangels geraten, nicht des tatsächlichen Mangels, sondern des geistigen Mangels mit der Vorstellung: Was wir brauchen ist knapp!\r\nDas, was für alle da ist, wird in einer abwertenden Art behandelt. Um in die Wahrnehmung der uns umgebenden Fülle zurück zu finden, braucht es die Freude an den Unterschieden. Es braucht eine Verständigung der Geschlechter und ein Betrauern der Mangelwelt. Der wichtigste Punkt an diesem Koan ist: \"Augen auf für das Schöne, freut euch an den Unterschieden!\"\r\nWir freuen uns sehr über eine Spende, um die Kosten für die Erstellung dieses Podcast zu decken. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/kontakt/spenden/\r\nHerzlichen Dank

Feb 7, 201841 min

Ep 55Z0055 Über die Wahrnehmung 2

Wir alle entwickeln eine Vorstellung von Gut und Böse und können der sozialen Konditionierung nicht entgehen. Das gesamte Potential, mit dem wir auf die Welt kommen, teilen wir in unsere Schokoladen- und Schattenseite auf. Sozial Erfolgreiches leben wir und sozial Unerwünschtes unterdrücken wir. Unser lebhaftes Interesse an diesem Unerlaubten entfaltet sich in einer magischen Resonanz mit Menschen, die diese Dinge leben. Diese erst unsichtbare Schnittmenge tritt im Potential von Konflikten zu Tage, die uns ermöglichen, die Schattenseiten zu akzeptieren und zu integrieren. Nach C.G.Jung liegt unter diesen Schatten der interessanteste Teil unserer Persönlichkeit, das Selbst. Christoph beschreibt es als Buddhanatur, die sich hinter einer dicke Schatten- und eine weiteren dicken Schokoladenschicht zurückgezogen hat.\r\n\r\nDer Buddha sagte zu Ananda: \"So lange du es auf dieser dinglichen Ebene sehen willst, wirst du es nie sehen. Warum bist du es nicht selbst? Das Nicht-Sehen was du siehst.\"\r\nWir suchen nach dem Signal in der Meditation, dass wir angekommen sind. Für uns alle bleibt es ein Dunkelgebiet und nur wir selbst können das Glück empfinden. Nur wir selbst können wissen, ob wir durch alles Sichtbare bis in die Welt der absoluten Leerheit hindurch gelangt sind.\r\n\r\nWir freuen uns sehr über eine Spende, um die Kosten für die Erstellung dieses Podcast zu decken. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/kontakt/spenden/\r\nHerzlichen Dank

Jan 19, 201854 min

Ep 54Z0054 Über die Wahrnehmung 1

Die Buddhalehre konzentriert sich auf die Wahrnehmung der Wirklichkeit, auf die Wahrnehmung dessen, was wirkt.\r\nWie nehme ich mich selbst wahr, wie nehme ich das Gemeinsame wahr, wie nehme ich das Objektive wahr um das wir uns gemeinsam kümmern und wie werde ich von anderen wahrgenommen und was nehmen wir eigentlich gemeinsam wahr?\r\n\r\nChristoph Rei Ho Hatlapa erläutert das Sichtbare aus den Perspektiven der 4 Quadranten nach Ken Wilber.\r\nUnser Geist ist relativ unfähig eine Ganzheit zu erkennen aber sehr fähig Unterscheidungen zu treffen. Uns fällt es schwer, die Gleichzeitigkeit von Vorgängen und Wechselwirkungen bewußt zu sein und auszudrücken..\r\nDas Innen spiegelt sich im Aussen wieder, das kollektive Bewusstsein und wie wir das Vertrauen in das Nicht-Zwei verankern können.\r\nWir freuen uns sehr über eine Spende, um die Kosten für die Erstellung dieses Podcast zu decken. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/kontakt/spenden/\r\nHerzlichen Dank

Jan 19, 201839 min

Ep 53Z0053 Teisho Niederrhein 5.11.2017

Über die Zunahme von Depressionserkrankungen in unserer Umgebung. Anhand des Märchens von den Sieben Raben erläutert Rei Ho Christoph Hatlapa den Zusammenhang zwischen Schuldgefühlen, Blockaden und möglichen Auswegen aus einer subjektiv ausweglos erscheinenden Situation. Mittels Achtsamkeit auf das, was in uns selber vorgeht und mit großer Entschlossenheit können wir uns mit unseren Bedürfnissen verbinden und wieder Zugang zur Quelle der Lebendigkeit in uns selber bekommen.\r\n\r\nWir freuen uns sehr über eine Spende, um die Kosten für die Erstellung dieses Podcast zu decken. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/kontakt/spenden/\r\nHerzlichen Dank

Jan 2, 201857 min

Ep 52Z0052 Die vier Aspekte des Mitgefühls und die Barmherzigkeit der Zen-Meister

Im abschließenden Teil seiner Vortragsreihe zu den Aspekten des Mitgefühls spricht Christoph Rei Ho Hatlapa anhand von Mumokan, Fall Nr. 22 darüber, was die Zen-Koans und die uns irritierenden Handlungsweisen der Zen-Meister mit den vier Aspekten des Mitgefühls zu tun haben. Das Wirken und die Lehre des Buddha ist darauf gerichtet, zum Wohlergehen mittels der Anwendung von Mitgefühl und Weisheit zu führen. Wobei vorausgesetzt wird, dass Weisheit, im Verständnis des Buddha, ein dynamisches Vorgehen darstellt, das auf der Erkenntnis der Wesensgleichheit beruht. Aus der Einsicht in die Natur der Wesensgleichheit ergibt sich dabei auch das Mitgefühl als unausweichliche Folge. Diese tatsächliche Einsicht lässt sich aber nicht «übertragen» sondern kann nur von jedem von uns selber, aufgrund der eigenen Übung, erlangt werden.\r\nWir freuen uns sehr über eine Spende, um die Kosten für die Erstellung dieses Podcast zu decken. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/kontakt/spenden/\r\nHerzlichen Dank

Jan 1, 201848 min

Ep 51Z0051 Upeka – anteilnehmender Gleichmut, gespeist aus der Weisheit der Wesensgleichheit

Upeka (skrt.: upekṣā), dem 4. Aspekts des Mitgefühls, der anteilnehmenden Haltung auf der Basis von Besonnenheit und Gelassenheit, hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun, sondern ist Ausdruck einer Verbundenheit, die auf der Weisheit der Wesengleichheit beruht. Meister Rinzai spricht in diesem Zusammenhang von der inneren Haltung, in der wir nicht mehr von den Umständen hierhin und dorthin getrieben werden. Wenn wir mit allen unseren Bedürfnissen SEIN können, ohne von ihnen umher getrieben zu werden, haben wir die Grundlage für diese Station des Mitgefühls erlangt, die als upeka – Gleichmut – bezeichnet wird.\r\n\r\nWir freuen uns sehr über eine Spende, um die Kosten für die Erstellung dieses Podcast zu decken. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/kontakt/spenden/\r\nHerzlichen Dank

Dec 31, 201757 min

Ep 50Z0050 Mudita – Freude und anteilnehmende Freude als Aspekt des Mitgefühls im konkreten Leben

\'Mudita\' – Freude und anteilnehmende Freude haben einen vollkommen anderen Charakter als eine Belohnung. Die Erfahrung zeigt, dass das Belohnungs- und Bestrafungssystem in unserer Kultur die Menschen oftmals nicht dafür motiviert, selbstständig ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Systematische «Belohnung» kann sogar die intrinsische Motivation langfristig zerstören. Mudita bedeutet etwas anderes, als die «Freude» über Belohnung. Und die Haltung von Mudita schließt ein, jedes Bedürfnis als bedeutungsvoll zu erkennen: wenn wir uns in der Haltung von \'Mudita\' begegnen, können wir - mit Hilfe von Fantasie und Kreativität - ein Sowohl-als-auch der Erfüllung unserer Bedürfnisse als auch derjenigen von anderen ermöglichen. Mudita bedeutet dann ein Akt des Mitgefühls, der sich in anteilnehmender Mitfreude und im gemeinsamen Feiern ausdrückt.\r\n\r\nWir freuen uns sehr über eine Spende, um die Kosten für die Erstellung dieses Podcast zu decken. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/kontakt/spenden/\r\nHerzlichen Dank

Dec 30, 201753 min

Ep 49Z0049 Die Methode Karuna – praktiziertes tiefes Mitgefühl

Tätiges menschliches Mitgefühl, das in der buddhistischen Tradition als \r\n\'Karuna\' bezeichnet wird, ist das 1. Thema dieser 4-teiligen Vortragsreihe anlässlich des Rohatsusesshin 2017. \r\nMöglich wird die Umsetzung dieser auf der menschlichen Natur beruhenden Fähigkeit durch den Bezug auf ein Absolutes, das über unser Verflochtensein in die kontingenten und relativen Bezüge des Alltagslebens hinausgeht. Der Kontakt mit diesem Absoluten, in der Zen-Tradition auch als «Sho» bezeichnet, erlaubt uns, uns im Relativen zu bewegen ohne von der Welt der bedingten Erscheinungen hin und her geworfen zu werden.\r\nDie Welt von Karuna, dem tiefen Mitgefühl, ist die Welt der tiefen Anteilnahme. Wir können Karuna meditativ, das heißt auf unserer inneren Bühne aktivieren, und wir können erleben, dass diese «innere» Praxis sich in einer Wirkung in der äußeren Welt zeigt. Aber auch in der kommunikativen Praxis können wir diese Verbindung, die schon durch reines Zuhören geschieht, umsetzen. Die moderne Form der «Methode Karuna» von Bodhisattva Avalokiteshvara besteht darin, sich aktiv in die Rolle eines nicht anwesenden Gesprächspartners hineinzuversetzen. Wer sich in die Rolle Avalokiteshvaras hineinbegibt, achtet dabei nur auf das, was im Gegenüber an Gefühlen und Bedürfnissen wirklich lebendig ist. Dadurch wird dem Sprecher ermöglicht, wie es heißt, «dem Klang seiner eigenen Stimme zuzuhören», um sich auf diese Weise selbst zu befreien.\r\n\r\nWir freuen uns sehr über eine Spende, um die Kosten für die Erstellung dieses Podcast zu decken. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/kontakt/spenden/\r\nHerzlichen Dank

Dec 28, 201752 min

Ep 48Z0048 Metta, eine zugewandte Mitmenschlichkeit, die auf Selbstannahme basiert

Im ersten Vortrag des Rohatsu-Sesshin 2017 geht Christoph Rei Ho Hatlapa auf das Potential der Zen-Meditation ein, uns in herausfordernden Lebensumständen und Situationen zu tragen und uns eine Insel der Geborgenheit zu bieten. Anhand einer eigenen beruflich-ethischen Herausforderung schildert er, wie ihm die Zen-Praxis dabei half, sich auch gegen die Kräfte in seiner Umgebung für die Wahrheit einzusetzen.\r\nDann erläutert er die «Vier Brahmavihara», die vier Aspekte des Mitgefühls, die in der buddhistischen Tradition unser schlichtes Verständnis von «Mitgefühl» ergänzen durch die Aufteilung in vier Erscheinungsweisen: Metta, Karuna, Mudita und Upeka. In diesem Vortrag geht er zunächst auf Metta ein, die «liebende Güte» oder «zugewandte Mitmenschlichkeit». Um diese Qualität aber anderen Menschen gegenüber praktizieren zu können, müssen wir zunächst einmal mit uns selber im Reinen sein, und uns uns selbst zugewandt haben. Denn die tiefe Anteilnahme für andere ist erst dann wirklich wirksam, wenn die Selbstannahme funktioniert.\r\n\r\nWir freuen uns sehr über eine Spende, um die Kosten für die Erstellung dieses Podcast zu decken. Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/kontakt/spenden/\r\nHerzlichen Dank

Dec 26, 201744 min

Ep 47Z0047 Den Schatten in uns befreien und Lebendigkeit mit Klarheit entwickeln

In diesem Vortrag zum Ende des Herbst-Sesshin 2017 in Steyerberg spricht Christoph Rei Ho Hatlapa anhand von Joshus \"Der wahre Weg ist gar nicht schwer ...\" (Hekiganroku 2) über das Potential an Lebendigkeit, dass wir oft in unseren Schattenanteilen gefangen halten. Mit Hilfe der Meditation und der Selbstreflexion kann es uns gelingen, aus dem Drama wieder Lebendigkeit und Klarheit zu entwickeln. Um unseren Schatten zu befreien, braucht es aber oft einen vertrauten Partner, der uns hilft vom unbewussten Verhaftetsein loszukommen und schließlich einen Gleichmut zu entwickeln, der uns einfach wieder in natürlicher Echtheit sein lässt. Wenn wir dann vom \'wählerischen Wählen\' und vom Festhalten loslassen und ein gewisses Maß an \'Befreiung\' erreicht haben, dann können wir - perspektivisch, wie Joshu - auch wieder \'ganz normal\' werden.

Dec 24, 201745 min

Ep 46Z0046 Unsere Sehnsucht nach der eigenen Natur und Rinzais Wahrer Mensch ohne Rang und Namen

In diesem Vortrag, während des Herbst-Sesshin 2017 in Steyerberg, spricht Christoph Rei Ho Hatlapa von unserer Sehnsucht, wieder mit der Natur und auch mit unserer eigenen wahren Natur in Kontakt zu kommen. Wir sind durch unsere Form der Zivilisation sowohl von der äußere Natur als auch von unsere inneren entfremdet und suchen - mehr oder weniger bewusst - nach Hinweisen, wie wir diese Selbst-Entfremdung wieder überwinden können. Im Zuge dieser Suche wandten sich auch viele \"Sucher\" auf der Suche nach Authentizität an die Quellen aus dem Osten. Auf diesem (Um-) Weg versuchen wir uns wieder mit dem uns fremd Gewordenem vertraut zu machen. Meister Rinzai (chin.: Linchi) wirkte in diesem Sinne prägend, indem er den alten taoistischen Ausdruck vom \"Wahrem Menschen (ohne Rang und Namen)\" in die Zen-Überlieferung übernahm. Dieser Aspekt, der in jedem von uns verborgen liegt, ist es, der uns wieder in ein ursprüngliches Selbstvertrauen und in eine heilsam wirkende Tatkraft führen kann.

Dec 17, 201738 min

Ep 45Z0045 Die vier Ebenen des Mitgefühls

Anhand des Koans \'Chōkei and Hofuku diskutieren die Worte Buddhas\' (Hekiganroku Fall 95) spricht Christoph Rei Ho Hatlapa über die vier Ebenen des Mitgefühls: metta, karuna, mudita und upeka; (in der Übersetzung von K. E. Neumann: Vier Unermeßlichkeiten; appamaññā). Diese vier zu kultivierende Geisteshaltungen anderen Wesen gegenüber bilden die nach Sicht des Buddha notwendigen Ergänzungen zu einer Achtsamkeit, die neuerdings gerne in isolierter Form angepriesen wird. Neben der Achtsamkeit, die uns mit dem verbindet, was wir im gegenwärtigen Moment gerade tun, geht es in der buddhistischen Praxis auch darum, tiefes Verstehen und Mitgefühl zu kultivieren. Gegenkräfte einer solchen - vollständigen - Kultivierung sind in erster Linie unsere Ängste und Befürchtungen; die auch von uns mitfühlend betrachtet werden wollen.\r\nDie kontinuierliche Übung dieser angewandten Weisheit der Wesensgleichheit ergänzt und vervollständigt die Praxis der Achtsamkeit.

Dec 10, 201749 min

Ep 44Z0044 Über eine isolierten Achtsamkeit hinaus

Christoph Rei Ho Hatlapa spricht über unser Streben nach dem Angenehmen und unsere Selbst-Einschränkung dabei.\r\n\r\nAls Buddhisten haben wir eine besondere Verantwortung dafür, mit der Wirklichkeit umzugehen. Worum es dabei geht, auch in unserem Zen-Training, ist: für das, was wirkt, offen zu sein. Dem steht aber allzuoft unser Faible für das bloß Angenehme im Wege. \r\nWir benutzen dann Techniken der Achtsamkeit, weil sie uns nützlich sind, ohne dabei gleichzeitig mitfühlend sein zu müssen. \r\nEine isolierte, optimierungsorientierte Achtsamkeit hat aber kaum noch etwas mit dem zu tun, was die Ursprünge der buddhistischen Lehre ausmacht. Mittels geübtem und praktiziertem Mitgefühl - auch Mitfreude - und mittels Gelassenheit können wir mit allen Aspekten und Motiven des Lebens Verbindung halten. Wir versuchen uns auf diese Weise dem vollen Spektrum der Aspekte des Lebens gegenüber offen zu halten.\r\nDas nur Angenehme oder das anscheinend Unangenehme wird dabei im Sinne einer Vervollständigung der Wahrnehmung auf einer höheren Ebene integriert. Und diese Integration sollte sich dann auch in unserem Handeln zeigen.

Dec 3, 201742 min

Ep 43Z0043 Die Praxis der Meditation im Buddhismus und die Stufen der Versenkung

In diesem Vortrag vom Sesshin im Januar 2017 spricht Christoph Rei Ho Hatlapa über Techniken und Wirkungen der Meditation. Eine Praxis, mittels der wir, wie es inzwischen neurologisch nachweisbar ist, unseren Geist und unser Gehirn trainieren und unsere innere Freiheit erweitern können. Und – wenigstens partiell – über die Grenzen unseres eingeschränkt vorgestellten Ego-Selbsts hinauswachsen können. Anhand der acht bzw. neun Stufen der Versenkung (Jhana), die z.B. im Anupada Sutra dargestellt sind, werden die Entwicklungsschritte auf dem meditativen Weg dargestellt.

Oct 6, 201752 min

Ep 42Z0042 Joshus »Mu« und die Praxis der Zen-Meditation in der Rinzai-Tradition

Christoph Rei Ho Hatlapa spricht in diesem Vortrag über die Koan-Praxis des Rinzai-Zen. Anhand des Falles Nr. 49 aus der Sammlung Shumon Kattoshu erläutert er den Umgang mit Koans in der Meditation und spricht über die Erfahrung der Wesensgleichheit im Gegensatz zu den marktgerechten Versuchen, Meditationstechniken zu instrumentalisieren.

Oct 5, 201754 min

Ep 41Z0041 Zentag am Niederrhein

Vortrag von Christoph Rei Ho Hatlapa anlässlich des Zentags am 20.11.2017.

Sep 25, 201753 min

Ep 40Z0040 Der sinnvolle Umgang mit inneren Barrieren

Anhand einer Geschichte aus dem Hekiganroku, Fall Nr. 56, "Ein Pfeil durchbricht die drei Barrieren", spricht Christoph Rei Ho Hatlapa darüber, wie wir unsere inneren Barrieren sinnvoll bearbeiten können. Die Barrieren, also Anhaftungen, die uns an der Manifestation unserer inhärenten Buddhanatur hindern, brauchen ein großes Wohlwollen von unserer Seite, um sinnvoll integriert werden zu können. Der Versuch, sie zu unterdrücken oder "abzuschneiden" führt in der Regel zu unangenehmen Nebenwirkungen. Wenn wir uns aber den lebensdienlichen Grundlagen unserer Barrieren zuwenden, können wir auch sehen, wo und wie sie sich wirklich befreien und integrieren lassen.

Nov 3, 20160

Ep 39Z0039 Erwachen zu unserer Buddhanatur

Christoph Rei Ho Hatlapa spricht in diesem Vortrag über unsere Möglichkeiten, dieser unsere inhärente Buddhanatur gewahr zu werden, dazu zu erwachen, und sie zu aktivieren.

Nov 3, 201642 min

Ep 38Z0038 Welchen Geist wollen wir fördern?

In diesem Vortrag spricht Christoph Rei Ho Hatlapa, anhand des Falles Nr. 244 aus der Sammlung Kattoshu, \"Der Geistesgrund enthält alle Samen\", über die Frage, wie wir unsere innere Souveränität in der Beziehung zu den Menschen und der Welt entwickeln können.

Sep 24, 201651 min

Ep 37Z0037 „Hilfsmittel auf dem Weg zum anderen Ufer“

Christoph Rei Ho Hatlapa spricht in diesem Zen-Vortrag über die Grundlagen der Übungspraxis, die uns dahin bringen kann, unsere Ursprüngliche Natur, also die Buddha-Natur, zu realisieren. Anhand eines Koans aus dem Kattoshu, in dem eine Begegnung einer Mutter mit dem als Fährmann lebenden Zen-Meister Yantou Quanhuo (jap. Gānto Zenkatsu, 828–887) geschildert wird, spricht Christoph Hatlapa über die Sechs Paramitas und die \'Vier Analytischen Wissen\', die uns Orientierung bieten, um das sprichwörtliche \"Andere Ufer\", also eine mitfühlende Gesellschaft und die Verwirklichung unserer Potentiale erreichen zu können.

Sep 10, 201640 min

Ep 36Z0036 „Der empfindliche Punkt unseres Mitgefühls“

2.12.2015\r\n\r\nMit einem Zitat von Chögyam Trungpa beginnt Christoph Hatlapa diesen Vortrag über die Verbindung unserer Fähigkeit zum Mitgefühl mit unseren eigenen wunden Punkten.\r\n\r\nOft genug sind es unsere eigenen wunden Stellen, die uns ermöglichen, unser Mitgefühl wirklich anwenden zu können. Die Kegon-Philosophie des Mahayana-Buddhismus betont besonders die wechselseitige Verbundenheit aller Phänomene und Wesen. So heißt es im Avatamsaka Sutra: Die Buddhas erkennen mit ihrer Weisheit, daß der ganze Kosmos der Seienden ohne Ausnahme so wie das große „Netz im Indra-Palaste“ ist, so dass alle Seienden wie die Edelsteine an jedem Knoten des „Indra-Netzes“ untereinander unendlich und unerschöpflich ihre Bilder und die Bilder der Bilder und so fort in sich spiegeln. (Buch 28, „Das Buch von der Wunderbarkeit des Buddha“)\r\n\r\nDie Wirklichkeit ist, dass der gesamte Rest des Universums, das heißt alle Erscheinungsformen, sich in uns widerspiegeln. Und es ist nur ein Trick unseres Verstandes, uns als getrennte Wesen begreifen zu wollen. Das gilt auch im global-politischen Maßstab, wenn wir Europäer etwa glauben möchten, wir können unseren Konsumismus getrennt vom Rest der Welt praktizieren. Und aus dem Dhammpada führt Christoph Hatlapa die Stelle an, wo gefragt wird: Auch du wirst einmal sterben, wie kannst du dann noch die Zeit mit Streiten verbringen?\r\nEr erzählt dann von der Zeit des Sturzes des Pol-Pot Regimes in Kambodscha, als die Mönche dazu beitrugen, dass es nicht zu größeren Racheaktionen der gepeinigten Bevölkerungsteile kam.\r\n\r\nEs geht eben darum, so betont er, dass wir einen Weg finden, wie wir gegenseitig einfühlsam mit unseren jeweiligen wunden Punkten umgehen können. Unsere eigenen wunden Punkte gehören zu unserer Natur, und mit ihnen aufmerksam umzugehen erlaubt uns dann auch, dass wir uns auch den wunden Punkten derjenigen zuzuwenden, die manchmal nur einen tragischen Ausdruck für die ihnen fehlende Aufmerksamkeit finden können.

Jan 2, 201627 min

Ep 35Z0035 „Frieden im Geist“

1.12.2015\r\nDas Koan zu diesem Vortrag stammt aus dem Kattoshu: „Kenpos drei Krankheitsformen“\r\n\r\nIn diesem ersten Vortrag des Rohatsu-Sesshin 2015 spricht Christoph Rei Ho Hatlapa über die Grundlage des äußeren Friedens, die nach buddhistischer Überzeugung im Frieden im eigenen Geist zu finden ist. Es geht nach dieser Lehre und dieser Praxis darum, den eigenen Geist zu transzendieren – mittels der stillen Meditation – und dadurch zur Wesensgleichheit vorzustoßen. Auf dieser Grundlage kann dann das eigene Mitgefühl sich entwickeln.\r\n\r\nAnhand eines gerade in Steyerberg geübten Theaterstücks zur 30-Jahr-Feier des Lebensgarten Steyerberg berichtet Christoph Hatlapa von den Intentionen der Gründer dieser Gemeinschaft, die mit ihren Visionen und ihrer spirituellen Praxis – über den Zeitraum von inzwischen dreißig Jahren – zu einem Wandel in der Haltung der lokalen Bevölkerung und auch der Verwaltung beitragen konnten. So manifestiert sich auf der äußeren Ebene der Zustand des Friedens im geistigen Bereich, in dem Bereich also, in dem wir alle etwas tun können, indem wir selber uns auf die Übung einlassen.

Dec 19, 201536 min

Ep 34Z0034 „Welcher Melodie folgst Du?“

24.10.2015\r\nAus dem Rinzai Roku.\r\n\r\nChristoph Rei Ho Hatlapa spricht anlässlich einer Laienordination über den Stil der Schulung im Rinzai Zen, ein Stil, der vielen Menschen zunächst als rauh und wenig „spirituell“ erscheinen mag.\r\n\r\nAuch der junge Mönch Rinzai (chin.: Lin-chi I-hsüan; † 866) selber, der später als Meister unsere Traditionslinie begründete, versteht zunächst die „Erklärungen“ seines Lehrers Obaku (chin.: Huang-po) nicht und verlässt ihn. Nachdem er bei Ta-yü (chin.: Daigu) angekommen ist, wird er von diesem auf die großmütterliche Freundlichkeit hingewiesen, die in den Schlägen seines Lehrers verborgen war. Rinzai erlangt damit eine erste Einsicht.\r\n\r\nDer Meister Umon drückte es so aus: „Die Stimme hören und den Weg erkennen. Die Form sehen und den Geist verstehen.“ Wir hören und sehen den Dharma – das Gesetz des Großen Lebens – von allen Seiten. Und was immer wir hören und an Formen sehen, alles sind Botschafter des Essentiellen. Wenn wir mit dem geöffnetem inneren Auge sehen.\r\n\r\nWie es im Surangama- und im Lotos-Sutra heißt: Wenn wir dem Klang der eigenen Melodie zuhören können, dann kann das zur Befreiung führen. Und jeder von uns kann sich darin üben, seine volle Präsenz einem anderen Menschen zu schenken und damit auch diesem Anderen zu ermöglichen, dem Klang seiner eigenen Stimme zuzuhören.

Dec 5, 201512 min

Ep 33Z0033 „Heilsamer Umgang mit Ärger & Schuldgefühlen“

23.10.2015\r\nKattoshu, Fall Nr. 45: Sowohl Körper als auch Geist wegwerfen\r\n\r\nChristoph Rei Ho Hatlapa erläutert, wie wir mittels Methoden aus der Gewaltfreien Kommunikation, einer Anwendung der „Rechten Rede“, uns selber auf die Schliche kommen können, wenn wir in Ärgergedanken oder in Selbstvorwürfen feststecken.\r\nObaku Kiun (chin.: Huang-po Hsi-yün; † 850), der Lehrer von Meister Rinzai (chin.: Lin-chi I-hsüan; † 866), sagt: „Die meisten Leute sind nicht gewillt, ihren Geist zu leeren[…]. Die Unklugen beseitigen Dinge, aber nicht Gedanken. Die Weisen beseitigen Gedanken aber nicht die Dinge. Bodhisattvas haben einen Geist wie leerer Raum. Sie haben keine Anhaftungen[…].“\r\n\r\nWenn man Meister Obaku so hört — „Alles muss weggeworfen werden, Innen und Außen“ — dann hat man den Eindruck, er verlangt etwas ganz Unmögliches von uns. Wir identifizieren uns mit unserem Körper und unserer Vergangenheit, mit unserer Geschichte und unseren Gedanken. Loslassen fällt uns naturgemäß schwer.\r\n\r\nMeister Obaku sagt weiter: „Jedoch gibt es drei Grade von »Aufgeben«: Großes Aufgeben liegt vor, wenn Innen und Außen, Körper und Geist, weggeworfen sind und sie, wie leerer Raum, keinen Platz für Anhaftung haben. Danach folgt man der Situation und reagiert auf die Umstände, sowohl Subjekt als auch Objekt vergessend. Mittelmäßiges Aufgeben liegt vor, wenn man dem WEG folgt, tugendhaft handelt und selbstlos, ohne einen Gedanken an Vorteil, gibt. Geringfügiges Aufgeben liegt vor, wenn man alle möglichen guten Taten ausführt, nur um Verdienste zu erwerben, aber solche Anhaftungen aufgibt, nachdem man vom Dharma gehört hat, und realisiert, dass alles leer ist.“\r\n\r\nWir halten aber häufig an den Umständen, Verhältnissen und Sachen, die uns stören, fest und versuchen, die äußeren Angelegenheiten zu verändern. Wir machen unser Glück — und unser Unglück — vom Verhalten der Personen um uns herum abhängig. Es ist aber unser eigener Geist, an dem wir anknüpfen, und wo wir weiterkommen können. Wenn wir unseren Ärger-Automatismus und unser Schuld-Denken abwerfen können, dann kann unsere Buddhanatur uns entgegenwachsen. Und dann können wir auch unsere Lebendigkeit unbefangen ausdrücken.

Nov 21, 201544 min

Ep 32Z0032 „Gehen mit nackten Füßen“

Christoph Rei Ho Hatlapa spricht in diesem Zen-Vortrag über die Frage, mit welcher Haltung wir über unsere Bedürfnisse denken. In der Koansammlung Kattoshu, Fall Nr. 108, unter dem Titel „Die im Gewand eingewickelten Strohsandalen“, fragt ein Mönch den Meister Tozu Hoshu: „Was ist deine Übungsform?“ Hoshu erwidert darauf: „Ich wickle meine Strohsandalen in mein Kesa (Gewand) ein.“ Der Mönch fragte: „Was bedeutet das?“ Hoshu antwortete: „Ich gehe mit meinen nackten Füßen hinab nach Tongshen“.\r\n\r\nChristoph Hatlapa erzählt dazu von der Praxis des Takuhatsu, des rituellen sogenannten „Bettelns“ in Japan, dass dort allerdings ganz anders verstanden wird, als wir es üblicherweise gewohnt sind. In dieser klösterlichen Tradition wird auch mit den Gebrauchsgegenständen des Alltags ungewöhnlich sorgsam umgegangen.\r\n\r\nDas „Gehen mit nackten Füßen“ als Übung und als grundsätzliche Haltung erläutert Christoph Hatlapa anhand der Gewohnheit eines kanadischen Wildnislehrers, der mit nackten Füßen in den Wald geht. Und er weist darauf hin, dass wir durch ein bewusstes Erleben dieser Zusammenhänge – und durch deren Übung – unsere Verbindung mit der Welt bewusster gestalten können.

Oct 24, 201520 min

Ep 31Z0031 „Der Weg des Nichtwissens“

26.9.2015\r\nMumonkan Nr. 26\r\n\r\nChristoph Rei Ho Hatlapa thematisiert in diesem Zen-Vortrag, anhand des Koans Nr. 26 aus der Sammlung Mumonkan, den sogenannten „Weg des Nichtwissens“: „Ein heiliger Weg, ein mutiger Weg, manchmal auch ein unangenehmer Weg…“. Der „akademisch“ gelehrte Mönch Hogen, der im Koan als der Fragesteller vorkommt, muss erst seine gesamte Gelehrsamkeit und seine intellektuellen Konzepte loslassen, bevor er zu einer wirklichen Einsicht kommen kann und damit erkennt: „Jedes Ding zeigt sich von selbst“.\r\n\r\nUnd Christoph Hatlapa weist uns darauf hin: Auch die „Nichtfühlenden Dinge“ können in gewisser Weise zu uns sprechen. Wir erfahren etwas über die Wirklichkeit, indem wir uns auf sie einlassen. Jenseits unserer Konzepte. Wirklich erfahrbar ist das Leben nur, wenn wir nicht urteilen. Wenn wir wirklich in einem konzeptlosem Kontakt mit der Welt sind, dann zeigt sich alles, was dabei geschieht, als das Leben selbst – und das kann dann unser Leben heiligen. Dann ist, jenseits von Gewinnen und Verlieren, nichts verkehrt. Und wir wollen dann nichts richtig machen, wir wollen nichts falsch machen, wir wollen nicht gut sein, wir wollen nicht schlecht sein – wir wollen einfach in Kontakt kommen mit dem großen Leben.

Oct 10, 201541 min

Ep 30Z0030 „Die Wahl zwischen Himmel und Hölle“

10.7.2015\r\nKattoshu Nr. 13: Langzhongs Hölle \r\n\r\nAuf die Frage eines Mönches, ob auch erleuchtete Meister in die Hölle geraten können, antwortet Joshu: „Sie sind als erste dort, um den anderen zu helfen…“.\r\n\r\nWir neigen leicht dazu, mit Hilfe von dualistischen Konzepten die Welt in „Himmel“ und „Hölle“ einzuteilen. Tatsächlich haben wir immer, so betont Christoph Rei Ho Hatlapa in diesem Vortrag, die Wahl: Nicht nur im oft harten Zen-Training in Japan, auch in unserem Alltagsleben, ist es oft genug die eigene Entscheidung, die die Situation, in der wir sind, in die eine oder andere Richtung lenkt. Wir sind zwar auch unterstützungsbedürftige Wesen, haben aber öfter als wir meinen, die Wahl, ob wir die Höllendramatik, in der wir uns sehen, umwandeln möchten oder nicht.\r\n\r\nAuch von unserem Lehrer, oder besser, von unserem Kalyanamitra (skr.: Spiritueller Freund, Mentor) werden wir immer wieder daran erinnert, dass wir die Wahl haben. Und auch die schwierigen Erfahrungen, in die wir gestellt sind, können dann zu einem Wachstumsbereich werden, der letztendlich ein Segen für uns ist.

Sep 26, 201529 min

Ep 29Z0029 „Den Raum für Erfahrungen schaffen“

9.7.2015\r\nKattoshu Fall 93 (101): Baizhangs neues Reisfeld\r\n\r\nBaizhang Wezheng, er lebte im 8./9. Jahrhundert, wurde von seinen Mönchen gebeten, die „Große Sache“, also die „Leerheit“, Wu oder Mu, zu erklären. Er schickte sie zunächst ein neues Reisfeld anzulegen. Als das erledigt war, machte er Anstalten einen Vortrag zu halten, öffnete aber einfach nur die Arme…\r\n\r\nChristoph Rei Ho Hatlapa erläutert in diesem Vortrag, wie die Einsicht in das „Große Prinzip“ eigene Erfahrungen und eigene innere Prozesse voraussetzt. Sich leer machen, in sich ausräumen und ausmisten sind Grundvoraussetzungen, um das zu erfahren, was im Zen mit „Mu“ ausgedrückt wird. Wenn wir das ein Stück weit geschafft haben, gelingt es uns vielleicht, dem Wirken von „Mu“ in der Stille beizuwohnen.\r\n\r\nDie bloße Erklärung lässt das eigentliche Subjekt außen vor. Das Essentielle können wir erfahren und erleben, aber nicht mit Worten erklären.

Sep 12, 201534 min

Ep 28Z0028 „Zen-Praxis in unsicheren Zeiten“

8.7.2015\r\nHekiganroku Koan Fall Nr. 35: Manjushris Dreierlei und Dreierlei\r\n\r\nIn diesem Koan wird eine Begegnung des historischen Mönches Muchaku mit dem legendären „transzendenten“ Bodhisattva Manjushri auf einem der heiligen Berge im China zum Ende der Tang-Zeit. Die damalige Zeit war geprägt von politischen Wirren und der Mönch hatte auch eine der großen Buddhistenverfolgungen miterleben müssen. Er stellt sich die Frage, was wohl aus dem, was ihm am Herzen liegt, werden mag, in solch unsicheren Zeiten.\r\n\r\nAnhand einer anderen Erzählung über eine kleine Gruppe von Mönchen, die sich in ihrem Verhalten verändern, nachdem ihnen nachgesagt wurde, dass aus ihrer Mitte Maitreya hervorgeht, wird deutlich, wie sich unsere Erwartungen sowohl negativ als auch konstruktiv auswirken können. Was wir jedenfalls beeinflussen können, ist erstens einmal unser eigenes Herz und dann unsere unmittelbare Umgebung. Und darauf können wir uns konzentrieren.

Aug 30, 201539 min

Ep 27Z0027 „Einen eigenen Beitrag leisten“

7.7.2015\r\nShoyoroku Koan Fall Nr. 73: Sosan erfüllt die Sohnespflicht\r\n\r\nIm Koan begegnet uns Sosan, einer der Begründer der Soto-Schule des Zen-Budhismus.\r\nDie Metapher „die Sohnes- (oder Kindes-) Pflicht erfüllen“ steht im Zen für das Erlangen des ersten Ziels des Übungsweges: Die eigene Einsicht und das eigene Erwachen. \r\nDer Umgang mit der eigenen Herkunft, den Vorfahren, dem eigenen Land und so weiter, fällt uns oft schwer. Christoph Hatlapa erzählt aus seiner eigenen Lebensgeschichte und aus den Traditionen der indigenen Stämme Amerikas und erläutert, wie unterschiedlich das „Andocken“ des Einzelnen an seine Herkunft jeweils verstanden werden kann. Mit der Verbindung zu den Vorfahren ist aber oft wiederum auch ein Verhältnis zu den eigenen Nachkommen und der Perspektive der Folgen der eigenen Entscheidungen und Handlungen für die Nachwelt verbunden.\r\n\r\nMit dem Hinter-uns-lassen der eigenen Illusionen „beerdigen“ wir all das, mit dem wir uns zuvor identifizierten und öffnen uns für die eigentlichen Einsichten. Aber damit sind wir - nach der Zen-Tradition - erst auf dem halben Wege. Danach können wir unsere frei gewordenen Energien, im Hier & Jetzt zu handeln, selber betätigen. Und, wie wir im Zen sagen, „auf den Marktplatz“ gehen. Ohne „besonders“ sein zu wollen, leisten wir dann einen eigenen Beitrag zu einer heilsamen Entwicklung unserer Welt. Und die „große Freiheit“, die wir dann haben, drückt Sosan in einer Metapher aus, wenn er sagt, er liebe es, „sich vollständig zu besaufen“...\r\n\r\nDenn dann, wenn wir den „Großen Tod“ gestorben sind, dann haben wir Grund zu feiern!

Aug 15, 201543 min

Ep 26Z0026 „Jenseits von »Hitze und Kälte«“

6.7.2015\r\nJenseits von „Hitze und Kälte“\r\nHekiganroku, Beispiel 43\r\n\r\nEin Mönch fragte Tozan: „Kälte und Hitze überfallen uns. Wie können wir ihnen entgehen?“ Tozan sagte: „Geh\' dorthin, wo es weder Hitze noch Kälte gibt!“ Der Mönch fragte: „Wo ist aber dieser Ort, wo es weder Hitze noch Kälte gibt?“ Tozan antwortete: „Wenn es kalt ist, friere so, dass es dich vollständig tötet, wenn es heiß ist, lass dich von der Hitze zu Tode kochen!“\r\n\r\nAuf dieses Koan wurde vom japanischen Zen-Meister Kaisen Joki angespielt, als er in seinem brennenden Kloster dem Tod entgegensah. Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Zen-Tempel „Erinji“ mitsamt den Mönchen darin vom machtgierigen General Nobunaga niedergebrannt, weil die Mönche einen Gegner des Generals beerdigt hatten. Wie es heißt, starb der Zen-Meister Kaisen Joki (1500 – 1582) in den Flammen, indem er aus dem Hekiganroku zitierte und seinen Mönchen sagte, wer im tiefen Samadhi verweile, für den wehe auch im Feuer noch eine kühle Brise.\r\n\r\nIn den Flammen, auf dem Scheiterhaufen, starb auch, heute vor 600 Jahren, der christlicher Theologe und Reformator Jan Hus (1369 - 1415), der, 100 Jahre vor Luther, die nach ihm benannte Bewegung der Hussiten auslöste. Jan Hus, so Christoph Hatlapa, trat für die Gewissensfreiheit und für den Dienst an der Wahrheit ein und stand auch - bis zum Schluß - zu seinem Wort.\r\n\r\nUnd auch in unserem Leben können wir vor Situationen gestellt werden, wo wir vor der Frage stehen, ob wir bei unserer Wahrheit bleiben können, auch wenn es brenzlig wird...\r\n\r\nDie Frage, wie wir selber mit unseren ethischen Grundsätzen umgehen, kann etwa dann akut werden, wenn wir mit ungerechtfertigten Vorurteilen gegen uns konfrontiert werden und deswegen auch mit sehr unangenehmen Konsequenzen rechnen müssen. Dann stellt sich die Frage, ob wir mit dem Ort „in uns“, mit unserer inneren Wahrheit, verbunden sind, die uns durch die Anfeindungen und das „Feuer“ hindurch tragen kann. Und manchmal, so Christoph Hatlapa, hilft es ja wirklich, wenn es heiß wird und wir glauben, es wird unerträglich, dass wir dann „an diesen Ort gehen, wo Hitze und Kälte nicht mehr den Geist beherrschen“.

Aug 1, 201535 min

Ep 25Z0025 „Echtheit vor Schönheit“

25.5.2015\r\nEchtheit vor Schönheit\r\nMumonkan, Fall Nr. 39: Umons „Ein Fehler beim Sprechen“\r\n\r\nChristoph Rei Ho Hatlapa spricht in diesem Vortrag über die Frage nach der „Echtheit“. In einer alten Zen-Geschichte beanstandet der Zen-Meister Umon die eigentlich fehlerfreie Zitation eines berühmten Gedichtes durch einen Mönch: „Buddhas Glanz erleuchtet still das ganze Universum...“\r\n\r\nDie modernen Psychologen belehren uns darüber, wie wir aufgrund unserer frühkindlichen Programmierung oftmals mit Standardreaktionen auf das Leben zugehen. Es geht aber um die Frage, was uns „echt sein“ bedeutet. „Wenn wir echt sind, dann ist das schon ein Segen für die Welt“, betont Christoph Hatlapa in diesem Vortrag. Und: Es kann unsere Entscheidung sein, aus der leidvollen Welt des Samsara jederzeit in die Welt des Wohlergehens überzutreten – kraft der Echtheit! Er legt uns nahe, mit unserem „Ur-Antlitz“ zu schauen, über die Wahlperiodensicht hinaus und in diejenige Perspektive zu gehen, in der wir, wie es heißt, „das Universum still erleuchten“ können.

Jul 18, 201548 min

Ep 24Z0024 „Die Gestaltung einer mitfühlenden Welt“

24.5.2015\r\nVoraussetzungen für die Gestaltung einer mitfühlenden Welt\r\n\r\nAnlässlich der Seligsprechung Óscar Romeros (1917-1980), des ehemalige Erzbischofs von San Salvador, erzählt Christoph Rei Ho Hatlapa in diesem Zen-Vortrag von der Geschichte seines eigenen sozialen Engagements. Ein Engagement, das in den Studentenunruhen der 68er Zeit begann, ihn dann nach Südamerika führte und weiter in die Arbeit als engagierter Rechtsanwalt in Bremen.\r\n\r\nIm Laufe der Geschichte seines Engagements ist er aber dann, wie er sagt, aus verschiedenen Welterklärungsmodellen ausgestiegen. Das Zen, so sagt er, zertrümmerte dann auch noch jedes seiner übrig gebliebenen Konzepte. Er fand sich zurückgeworfen auf das reine sozial engagierte Mitgefühl. Und dann bleibt uns als Perspektive, so schließt er, dass wir rechtzeitig bei uns selber die Voraussetzungen schaffen, um eine mitfühlende Welt zu gestalten.

Jun 22, 201557 min

Ep 23Z0023 „Erlangen heißt Nicht-Erlangen“

23.5.2015\r\nRinzai-Roku\r\n„Erlangen heißt Nicht-Erlangen“\r\n\r\nChristoph Rei Ho Hatlapa spricht in diesem Vortrag, anhand eines Zitats des Zen-Meisters Rinzai, darüber, was es bedeutet, zur Wirklichkeit der Lehre des Buddha - des „Dharma“ - und des Gesetzes des Großen Lebens, zu erwachen.\r\n\r\nIm Rinzai-Roku heißt es dazu: „Erlangen heißt Nicht-Erlangen.“ Einerseits gibt es zwar „im Augenblick nichts zu tun“, wie Rinzai es ausdrückt, andererseits kennen wir den Achtfachen Pfad, die Vier Edlen Wahrheiten und die Sechs Paramitas usw.\r\n\r\nWer „sein inneres Licht auf sich selbst richtet“, weiß zwar, dass es nichts mehr zu suchen gibt, gleichwohl praktizieren wir, „üben“ wir aber doch „den Weg“ - das Dharma - in jedem gegenwärtigen Augenblick neu. Wir können keine Aussagen über den Buddhismus machen, so betont Christoph Hatlapa, ohne dass wir die Übung mit einbeziehen.

Jun 6, 201551 min

Ep 22Z0022 „Wenn du einen Mensch des Weges triffst...“

22.5.2015\r\nMumonkan Fall Nr. 36\r\n„Wenn du einen Mensch des Weges triffst...“\r\n\r\nIn diesem ersten Vortrag im neuen ToGenJi Bau der Choka Sangha spricht Christoph Rei Ho Hatlapa über ein Koan aus dem Mumonkan (Fall Nr. 36): Gozos „Wenn du einen Mensch des Weges triffst...“.\r\n\r\nDer „Mensch des Weges“ oder „des Tao“ erscheint uns zunächst vielleicht als eine uns übersteigende Gestalt. Und erst dann, wenn wir uns mit dieser Thematik konkret auseinandersetzen, können wir auch in den „ganz gewöhnlichen“ Menschen, die uns täglich begegnen, „Menschen des Weges“ erkennen. Unser Verständnis von „Sangha“, also der Gemeinschaft der auf dem Weg Übenden und im erweiterten Sinne der Gemeinschaft aller fühlenden Wesen erweitert sich dann schließlich von uns selber und unserer Übungsgruppe bis hin zu solchen Gestalten wie Buddha und Jesus.\r\n\r\nUnd schließlich können wir auch in den ganz gewöhnlichen Menschen Wesen erkennen, die zugleich das Dharma verkörpern. „Begreife es, wenn du es spontan verstehst!“ (Rinzai)

May 25, 201537 min

Ep 21Z0021 „Der Umgang mit dem Unrecht“

12.4.2015 - Choka Sangha Familiensesshin\r\nDer Umgang mit dem Unrecht in der Tradition des Buddhismus und die Historie des Lebensgartens und des Ortes Steyerberg\r\n\r\nAusgangspunkt dieses Vortrags von Christoph Rei Ho Hatlapa ist ein Koan aus der Sammlung Hekiganroku (Fall Nr. 97), in dem aus dem Diamantsutra zitiert wird: «Die Verfehlung ist getilgt».\r\n\r\nNach klassischer buddhistischer Auffassung haben unsere Taten, auch in späteren Generationen, immer Folgen. In unserer Geistesgeschichte wird dagegen eher von \"Sünde\" und \"Vergebung\" gesprochen.\r\n\r\nDie Ursache für verursachtes Leiden wird in der buddhistischen Tradition nicht in «bösen» Intentionen, sondern einem Irrtum über die eigene Wesensnatur gesehen. Ein solcher Irrtum über die eigene Natur ist aber kaum zu vermeiden, wenn wir als Menschen unser individuelles Bewusstsein entwickeln.\r\n\r\nIm vorliegenden Koan geht es um die Erfahrung, Verachtung erleben, ohne im eigenen Leben eine Tat begangen zu haben, die eine solche Reaktion rechtfertigen würde.\r\n\r\nAuf die Frage zweier junger Teilnehmerinnen des Familiensesshins hin berichtet Christoph Hatlapa über die Geschichte der Gemeinschaft «Lebensgarten» innerhalb des Ortes Steyerberg. Und er erzählt auch über die Entwicklung des Lebensgartens, die aus einem Ort des Schreckens, von dem auch sehr viel Leid ausgegangen ist, einen Platz gemacht hat, von dem inzwischen viele Impulse zur Versöhnung und zum friedlichen Umgang miteinander und mit der Natur ausgehen.\r\n\r\nWir können die Vergangenheit nicht ungeschehen machen, so sagt er, aber wir können dazu beitragen, dass selbst von Plätzen mit einer dunklen Vergangenheit Impulse für Friedfertigkeit und heilsame Kooperation ausgehen. Und zwar auch, indem wir zunächst durch die Meditation mit uns selber in Frieden kommen und Gelassenheit entwickeln. Und dann können wir auch ungerechtfertigte Anfeindungen, die uns vielleicht entgegengebracht werden, mit Offenheit und Mitgefühl statt mit Gegenwehr begegnen.

May 9, 201541 min

Ep 20Z0020 „Mitgefühl - Prinz Siddhartha und der Schwan“

11.4.2015 - Choka Sangha Familien-Sesshin\r\nAus dem Buch: „Prinz Siddhartha: Das Leben des Buddha.“\r\nVon Jonathan Landaw & Janet Brooke\r\n\r\nChristoph Rei Ho Hatlapa spricht in diesem Vortrag auf dem Familien-Sesshin in Steyerberg über das Mitgefühl, das sich bei unseren Kindern so spontan und direkt auch denjenigen Tieren gegenüber ausdrückt die normalerweise auf unserem Speiseplan stehen. Wenn sie denn diesen Tieren ausnahmsweise einmal begegnen können. Im gewöhnlichen Alltag sind wir ja vor dem Anblick der Tiere während ihrer Aufzucht und den Bedingungen, unter denen unsere im Supermarkt so schön in der Auslage arrangierten Lebensmittel «produziert» worden sind, perfekt geschützt.\r\n\r\nUnd beim Futtermittelanbau für die Massentierhaltung werden zunehmend immer raffiniertere Pestizide, wie zum Beispiel Neonikotinoide, eingesetzt, deren angebliche Harmlosigkeit aber sehr umstritten ist. Und gleichzeitig mit dem Einsatz dieser Produkte der Agrarchemie-Konzerne wird es selbst für die engagiertesten Imker immer schwieriger, ihre Bienen am Leben zu erhalten. Aber indem wir das Verschwinden der Honigbienen hinnehmen, entziehen wir uns selbst die Grundlage für die Anbaumöglichkeiten vieler Früchte und Obstgehölze.\r\n\r\nAndererseits stellen wir aber auch fest, dass zum Beispiel in der Küche des Seminar-Betriebs des Lebensgartens, in der schon immer rein vegetarisch gekocht wurde, in letzter Zeit deutlich mehr nach veganem Essen nachgefragt wird. Anscheinend findet in diesem Bereich tatsächlich eine Art Bewussstseinswandel in unserer Gesellschaft statt. Ein Wandel, den wir mit unserer Zen-Praxis und unserem Engagement in dieser Richtung gerne unterstützen. Die ethischen Grundlagen dieser Praxis finden sich ja auch schon in den Legenden und Geschichten wieder, die sich um die Kindheit des Buddha ranken.\r\n\r\n\r\nDie vorgelesene Geschichte stammt aus dem Buch: Prinz Siddhartha: Das Leben des Buddha. Von Jonathan Landaw (Autor) und Janet Brooke (Illustratorin). Erschienen im Diamant Verlag, 2011.

Apr 25, 201529 min

Ep 19Z0019 „Nur daß Du ein Mann bist, macht Dich nicht edel!“

21.07.2014 - Sommersesshin Choka Sangha\r\n„Eine Niederwerfung vollziehen und das Mark erlangen“\r\nShobogenzo (Die Schatzkammer des wahren Dharma) - Kapitel 10 oder auch Kapitel 8\r\n\r\n\r\nAuch im Buddhismus ist Gleichberechtigung ein heikles Thema. Christoph Rei Ho Hatlapa zitiert in dieser Folge des Zen-Podcast aus dem Shobogenzo das Kapitel „Eine Niederwerfung vollziehen und das Mark erlangen“. In diesem betont Dogen, daß es nicht darauf ankommt, ob jemand Laie oder Mönch, Mann oder Frau ist, wenn es um Ethik und Moral des Buddhismus geht. Alle Erscheinungen des Dharmas sind emanzipiert, uns aufzurütteln und in der Lage den Dharma weiterzugeben.\r\n\r\nLeider sieht die tägliche buddhistische Praxis oft jedoch anders aus. So berichtet Christoph Rei Ho Hatlapa von seinen Reisen nach Bhutan und Japan, aber auch von seinen Erfahrungen mit europäischen Buddhisten und ihrem Verhalten gegenüber Laien und insbesondere Frauen. Dogen selbst zieht im Bezug darauf das Fazit: „Solche närrischen Leute verlassen ganz umsonst ihr Vaterland und wandern durch andere Länder. Sie hören oder sehen den buddhistischen Weg niemals. [...] Nur daß Du ein Mann bist, macht Dich nicht edel!“\r\n\r\nAuch Oi Saidan Roshi, von dem Christoph Rei Ho Hatlapa seine Dharmaübertragung erhielt, tritt ganz in der Tradition Dogens für die Gleichbereichtigung ein. Als der Roshi die Wahl zwischen Karriere und seinen Ansichten zur Gleichberechtigung hatte, entscheid er sich immer wieder für letztere. Und so wird es auch im gerade entstehenden Steyerberger Tempel auf der Dharma-Ebene keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen geben, wie Christoph Rei Ho Hatlapa in diesem Teishō betont.\r\n\r\nDaher schließt er diesen Vortrag auch mit ganz konkreten Wünschen für den neuen Tempel:\r\n• Laßt uns die Unschuld des alltäglichen Geistes praktizieren.\r\n• Laßt uns keine Würdenträger ausbilden, sondern ganz natürlich Gemeinschaft bleiben.\r\n• Laßt uns vor allen Repräsentationen des Dharma verneigen.\r\n• Denn: Es geht nicht um uns, sondern darum den Dharma zu erkennen, der weit über uns hinausreicht und der - wenn wir Glück haben - von uns gebraucht macht!

Apr 11, 201536 min

Ep 18Z0018 „Den Geist und die Natur zum Ausdruck bringen“

20.07.2014 – Sommersesshin Choka Sangha\r\nDen Geist und die Natur zum Ausdruck bringen\r\nShobogenzo (Die Schatzkammer des wahren Dharma) - Kapitel 41 oder auch Kapitel 48\r\n \r\nChristoph Rei Ho Hatlapa spricht über das Kapitel mit dem Namen „Sesshin sessho“. „Shin“ bedeutet der Geist, „Sho“ die wahre Natur und der Begriff „Setsu“ bedeutet zum Ausdruck bringen im Sinne von tatsächlich leben und tun - und nicht im Sinne von lediglich darüber reden. Als der Zen-Meister Shinzan Somitsu und der Groß-Meister Tozan Ryokai pilgerten, sahen sie einen Tempel und Somitsu sagte: „In diesem Tempel ist jemand, der den Geist und die wahre Natur ausdrückt. Wer ist es?“\r\n\r\nDie Wurzel des Buddhismus ist, dass wir in der Lage sind, Geist und Natur auszudrücken. Dafür müssen wir die Frage klären: „Wer macht das?“. Natürlich geht es nicht um irgendeine Person, sondern wir alle sind gemeint, den Geist und die wahre Natur in unserer Wirklichkeit also in unserem Alltagsleben zu manifestieren.\r\n\r\nIn unserem Leben kommt dies jedoch oft zu kurz. Wir leben ein Leben der Geschäftigkeit in einer Welt die oft von der Erreichung vordergründiger Ziele geprägt wird. Wir alle sind in dem Hamsterrad, das von innen oft wie eine Karriereleiter aussieht. Dies betrifft alle Lebensbereiche wie zum Beispiel Schule, Studium, Verwaltung und Wirtschaft. Alle versuchen die Anforderungen zu erfüllen und den Druck auszuhalten, um ihren Platz im Hamsterrad zu erhalten. Dadurch wird unsere Energie verschlissen und somit besteht die Gefahr auszubrennen. Es kommt zu einem Dienen ohne wahre Selbstbehauptung.\r\n\r\nAber was macht denn unser Leben wirklich aus? Es geht darum, die Achtsamkeit auf das zu richten, was der Buddha uns empfohlen hat: Unsere eigene Natur tatsächlich zu ergründen, unser Mitgefühl zu entwickeln und zu offenbaren, unseren Lebenssinn zu entdecken.\r\n\r\nDer Tempel, den wir hier errichten wollen, kann dann ein Fanal dafür sein, in dieser Welt der Geschäftigkeit eine Insel der Besinnung zu finden, wo wir die Kraft zur Behauptung des großen Selbst nähren, wo wir uns gegenseitig stärken. Es ist oft kein leichter Aufenthalt in der Komfortzone, sondern es geht um die um wirkliche Achtsamkeit, die auf die Buddhanatur abzielt, auf unseren wahren Kern, auf unsere echte heitere Gelassenheit, die wir bewahren und mitnehmen können in unser alltägliches Leben. So wollen wir hier einen Raum schaffen, in dem unsere Fähigkeit steigt, unseren Geist und unsere wahre Natur auf eine Weise auszudrücken, die es ermöglicht, unser Selbst im Alltagsleben zu behaupten.

Mar 28, 201528 min

Ep 17Z0017 „Was ist »Buddha-Mara«?“

6.12.2014 \r\nWas ist „Buddha-Mara“?\r\nReinheit und Unreinheit im Rinzai Roku.\r\n\r\nBuddha und Mara werden von Meister Rinzai als zwei Zustände betrachtet: Rein und Unrein. Mara, in der buddhistischen Tradition als das Widrige, das „Teuflische“ betrachtet, wird hier von Rinzai als ein Aspekt der Existenz dargestellt, die vom anderen Aspekt, Buddha, nicht vollständig trennbar ist. Christoph Rei Ho Hatlapa zeigt den Beziehungsabbruch als ein jeweils dem „Mara“ also dem „Feindbild“ vorausgehendes Geschehen auf. Ob wir jemandem mit dem Stereotyp „Mara“ begegnen oder nicht, ist unsere Entscheidung.\r\n\r\nWie im Koan von Umon, „Kayakuran“, thematisiert wird, bekommen wir die Welt immer nur mit Vorder- und Rückseite, mit Licht- und Schattenseite. Und die Zen-Praxis fördert in uns die Furchtlosigkeit, das Unangenehme anzuschauen und anzunehmen.\r\nMara, als Kind unseres eigenen Geistes, verlangt von uns ernstgenommen zu werden. Gehen wir auf das - von uns aus gesehen - „Dämonische“ zu, erweist es sich als „Scheinriese“.\r\n\r\nAber dort, wo unsere Ursprünge sind, auch in unserem „Inneren Kind“, sind diese Gegensätze noch gar nicht auseinandergefallen. Dort sind wir mit unserer ursprünglichen Ausstattung im Bunde. \r\nUnd wenn dann später auf der funktionalen, auf der politischen, auf der globalisierten Ebene, europäische und US-Agrarkonzerne Land in der Kornkammer der ehemaligen Sowjetunion, der jetzigen Ukraine, aufkaufen und dort Revolutionen unterstützen um ihre Interessen besser vertreten zu sehen, dann hat dieses „Engagement“ eben auch politische Folgen, von denen wir dann aber allzuleicht wieder nur die andere Seite sehen...\r\n\r\nUm ein vollständiges Bild zu bekommen, müssen wir in alle Richtungen schauen! Durch unsere Betrachtungsweise machen wir aus dem einen Universum einen Buddha-Mara-Gegensatz. \r\nAber wir können durch unsere Praxis die Buddha- und die Mara-Perspektive wieder miteinander versöhnen. \r\n

Mar 14, 201527 min

Ep 16Z0016 „Der wahre Mensch ohne Rang“

5.12.2014 \r\nMeister Rinzai\'s „Wahrer Mensch ohne Rang“\r\n\r\nGerade in den unruhigen Zeiten der ausgehenden Tang-Zeit, die geordneten Hierarchien des chinesischen Riesenreiches waren durch Rebellionen über den Haufen geworfen, bedeutete es eine Provokation, wenn Linchi (jap.: Rinzai) vom „Wahren Menschen ohne Rang“ als Ideal und Ziel des buddhistischen Weges sprach.\r\n\r\nNoch heute lässt sich in der japanischen Sprache, die sich an der alten chinesischen Kultur orientiert, kaum ein Satz sprechen ohne auf den Rang des Gegenübers Bezug zu nehmen. In seinem Vortrag stellt Christoph Hatlapa Bezüge zu anderen Dialogen in der buddhistischen Überlieferung her, in denen es um die Frage nach dem wahren Wesen des Menschen geht. \r\n

Feb 27, 201537 min

Ep 15Z0015 „Gastgeber und Gast“ in der Zen-Tradition, Teil 2

4.12.2014\r\nLehrer- und Schüler-Rollen in der spirituellen Schulung\r\n\"Gastgeber und Gast\" in der Zen-Tradition TEIL 2\r\n(Fortsetzung des Vortrags vom 3.12.2014)\r\n\r\nWenn ein Schüler und ein Meister sich gegenseitig verstehen: Beide vertrauen in ihre Unabhängigkeit. Im Zen wird dann davon gesprochen, dass Dieb auf Dieb trifft. Ein anderer Ausdruck für diese Verbindung ist: Der große Gastgeber. Dann, so Rinzai „...können die Umstände uns nicht von dort vertreiben, wo wir stehen“. Und wir können auch nachträglich noch, durch Übernahme der Verantwortung für das, was wir erlebt haben, zu unserer Befreiung beitragen.\r\n\r\nWir können, so führt Christoph Rei Ho Hatlapa aus, in jeder Situation, in jeder Begegnung, nach dem Muster von Rinzai, überprüfen, wer jeweils Gast und Gastgeber ist. Oder ob tatsächlich beide Gastgeber sind.\r\n\r\nUnd Rinzai fordert uns immer wieder auf, unserer eigenen Unabhängigkeit zu vertrauen, wenn wir mit anderen in Beziehung treten. Wenn dagegen, mit Rinzais Ausdruck, Gast auf Gast trifft, dann beginnen allzu leicht unsere Schatten uns zu regieren. Wir geraten in Ärger, weil wir vom Gegenüber ein bestimmtes Verhalten verlangen, und uns so von ihm abhängig machen. Und die Zen-Praxis der stillen Meditation kann uns dazu verhelfen aus der Gast-Rolle in die Gastgeber-Rolle zu kommen und dann kann eine leiderzeugende gegenseitige Verstrickung eine neue Wendung nehmen.

Feb 14, 201527 min

Ep 14Z0014 „Gastgeber und Gast“ in der Zen-Tradition, Teil 1

3.12.2014\r\nLehrer- und Schüler-Rollen in der spirituellen Schulung\r\n\"Gastgeber und Gast\" in der Zen-Tradition TEIL 1\r\n\r\nChristoph Rei Ho Hatlapa spricht in diesem Vortrag über die Rollen des „Gastgebers“ und des „Gastes“ in der Begegnung zwischen Praktizierenden des Zen. Als „Gastgeber“ wird bei Meister Rinzai derjenige Aspekt oder diejenige Person bezeichnet, der bzw. die sich auskennt, die Übersicht hat und die Situation durchschaut. „Gast“ ist der, der unsicher ist, etwas lernen möchte und die Situation noch nicht durchschaut.\r\nAuch im Sinne der Frage, wer ist mit der Essenz im Kontakt und wer nicht, begegnen sich „Gastgeber und Gast“.\r\n\r\nIn modernen Seminaren wird von der Rolle des Facilitators gesprochen. Die Rollen von „Gastgeber und Gast“ oder von „facilitator“ wechseln dabei, je nach Situation und Anlass und sind nicht an Personen gebunden.\r\n\r\nIn den Begegnungen zweier Zen-Praktizierender, z.B. in einem „Mondo“, also einem Gespräch oder Austausch, wird jeweils festgestellt, wer ist wer. Rinzai stellt vier mögliche Konstellationen solcher Begegnungen dar. In der Zen-Tradition wird hier Wert darauf gelegt, jeweils auch klar zu stellen, wo bei einem „Gastgeber“, also einem Lehrer, noch blinde Flecken vorhanden sind und diese auch klar zu benennen. Wem die Umstände, ob nun die inneren oder die äußeren fremd sind, nimmt jeweils die Rolle des „Gastes“ ein. Die Umstände können dann unsere „Gastgeber“ sein. Aber auch eigene innere Reaktionen, die wir haben, können uns, in der Rolle des Gastes, als „Gastgeber“ dienlich sein. Und in der Rolle des Gastes können wir, mit offenen Augen, durch ein Tor der Wahrheit gehen...

Feb 4, 201539 min

Ep 13Z0013 „Wenn ihr den Buddha trefft, tötet den Buddha...“

2.12.2014\r\n\"Wenn ihr den Buddha trefft, tötet den Buddha ...\"\r\nRinzai Roku Vorträge, Abschnitt 18\r\n\r\nChristoph Rei Ho Hatlapa spricht in diesem Vortrag über den Gründer seiner Schule, Meister Rinzai. Linchi, wie sein chinesischer Name lautete, lebte in unruhigen Zeiten. Das Reich der Tang versank seinerzeit im Chaos einer Rebellion, die das ganze Reich auf den Kopf stellte. Und trotzdem empfiehlt Linchi (jap.: Rinzai) seinen Schülern, auf alle mentalen Konstrukte und vorgeblichen Gewissheiten zu verzichten und die radikale geistige Freiheit und Unabhängigkeit zu wählen.\r\n\r\nEs geht ihm darum, dass wir unsere Verstrickungen und Konzepte loslassen und wirklich in die innere Freiheit kommen, die uns immer offen steht. Es geht ihm darum, im Hier&Jetzt in die volle Präsenz zu kommen. \r\n\r\nIn unserer Zeit leiden besonders die Schüler und Studenten unter Zwängen wie z.B.dem, in begrenzter Zeit bestimmte Credit Points zu sammeln und unter einem unbarmherzigen Zwang zur Anpassung, der es ihnen absurderweise beinahe unmöglich macht, diejenigen Qualitäten, die in den Betrieben gesucht werden, wie etwa Kreativität und lebendige Innovationskraft, zu entwickeln. \r\n\r\nAls Gegenbeispiel für solche Entwicklungen führt Christpoh Rei Ho Hatlapa den Japaner Masanobu Fukuoka an, der eine eigene Form der nachhaltigen und naturverträglichen Landwirtschaft entwickelte, die ihm auch noch Zeit für Muße, für Dichtung und Lehre ließ. \r\nDer Zen-Meister Linchi wie auch Masanobu Fukuoka erinnern uns daran, dass die Grundlage dafür, dasjenige zu finden, was wirklich wichtig ist: den \"Wahren Menschen ohne Rang und Namen\" in uns zum Ausdruck zu bringen, darin besteht, uns für die Kräfte der Natur und für das lebendige Leben zu öffnen.

Jan 17, 201535 min

Ep 12Z0012 „Das Heilige in der Welt des Alltäglichen“

1.12.2014\r\nDas Heilige in der Welt des Alltäglichen\r\nMumonkan Fall Nr. 42: Die Frau kommt aus dem Samadhi\r\n\r\nChristoph Rei Ho Hatlapa spricht in diesem ersten Vortrag einer Serie während des Sesshin im Dez. 2014 darüber, wie wir das Heilige im Alltäglichen finden können.\r\nIm vorliegenden Beispiel des Mumonkan wird eine Situation aus einem Mahayana-Sutra geschildert, in der eine Frau sich in einem metaphysischen Bereich in der Nähe des Buddha aufhält und vom Bodhisattva der Weisheit, Manjushri, nicht erreicht werden kann. Der Repräsentant der Weisheit selbst kann eine gewöhnliche Frau, die sich auch noch in unmittelbarer Nähe des Buddha aufhält, nicht erreichen: Diese Situation muss damals, zur Zeit der Entstehung des Sutras, aus dem diese Geschichte stammt, ein unerhörter Affront gegen die Tradition gewesen sein!\r\n\r\nDiese provokane Darstellung macht deutlich, wie limitierend eine Weltsicht sein kann, die sich nur auf die Formlosigkeit und \"das Essentielle\" festlegt. \r\nIm Beispiel ist schließlich der dem irdischen Bereich noch ganz nahe Bodhisattva der ersten Stufe, Momyo, dazu fähig, die Frau zu erreichen. Er kann die Einmaligkeit und das Besondere (noch ...) sehen und deswegen auch die Frau in ihrer Versenkung erreichen. Manjushri aber, als der \"Spezialist\" für die Wesengleichheit, die keine Unterschiede mehr sehen und anerkennen kann, kann dem Sosein in diesem Fall nicht gerecht werden. \r\nFür uns geht es aber darum, beides, die alle Phänomene und alle Wesen verbindende Wesensgleichheit, also dasjenige, was essentiell ist, UND die Einmaligkeit der Individualität der einzelnen Erscheinung und jedes einzelnen Wesens, zusammenzubringen!\r\n\"In der Welt des Gewöhnlichen können wir alles finden, was uns heilig ist.\"

Dec 6, 201429 min

Ep 11Z0011 „Die Frage von Leben und Tod (HR 55)“

HR 55: Dogo\'s „Ich würde es dir nicht sagen!“\r\nDatum: 15.07.2007\r\n\r\nDer Tod ist in unserem Kulturkreis ein Tabu. Er tritt gemeinsam mit Gewalt allgemein als Unterhaltung in den Medien auf. Auf manche entscheidenden Fragen, also auf Fragen von Leben und Tod, müssen wir selbst eine eigene Antwort finden. Sengen dringt auf eine Antwort, auch unter der Gefahr schwerwiegender Konsequenzen. Er findet seine eigene Antwort, als er Sekiso, dem Nachfolger von Dogo, dieselben Fragen stellte. Sekiso zitiert: „Grenzenlose Ausbreitung machtvoller donnernder Wellen“ – und bringt damit eine Referenz an die alten Patriarchen, unsere Zen-Vorfahren, zum Ausdruck.\r\n\r\nWir haben nur eine begrenzte Vorstellung von Leben und Tod. Sich dem Prozess der Veränderung (konventionell: also „dem Sterben“) anzuvertrauen, bedeutet eine Auseinandersetzung mit existentiellen Fragen – einem wesentlichen Merkmal des Menschseins. Unser Bewusstsein fragt, warum wir überhaupt „sterben“ müssen. Mit Hilfe des eigenen inneren Meisters können wir hier zu Erkenntnissen kommen.\r\n\r\nZum „Grossen Leben“ gehört die ganze Fülle des Daseins – sei sie nun angenehm oder unangenehm. Zazen bietet uns die Gelegenheit, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, deren Beantwortung zu einer verwirklichten Existenz dazugehört, denn der verwirklichte Mensch ist der Mensch, der mit der Wirklichkeit nicht mehr im Kampf liegt. Also nutze deine Zeit! Jetzt!

Nov 22, 201439 min

Ep 10Z0010 „Kloster ist...“

Dogen Zenji: „ZEN praktizieren heißt, sich selbst vergessen; sich selbst vergessen heißt, sich selbst erkennen; sich selbst erkennen heißt, von allen Dingen erleuchtet werden.“ Bewegründe für ein Zen-Projekt. Jeder von uns ist Zentrum des Universums und verantwortet seinen Einfluß selbst. Mitgefühl in die Welt bringen – statt Globalisierung. Ökologie mit Mitgefühl. Ein Kloster ist eine Instanz IN dieser Welt. Kshanti: Herzensweite. Wesensverbindung statt bloßer Moral. Nachhaltige Lebensweise. Einfühlsame Kommunikation. Friedfertigen und heilsamen Einfluß entwickeln.

Nov 7, 201449 min

Ep 9Z0009 „Der Heilige Geist im Buddhismus & die Begegnung mit dem eigenen Formlosen Selbst“

Wir können uns, so erklärt Christoph Hatlapa, des Formlosen Selbst – in gewissem Sinne der Heilige Geist im Buddhismus – inne werden. Diese Fähigkeit bilden wir durch die Übung des Zen aus.\r\n\r\nEine Welt des Mitgefühls zu schaffen, braucht allerdings, so ergänzt Christoph Hatlapa in seinem Vortrag, Engagement. In der Koansammlung Hekiganroku (Fall Nr. 16) wird der Vorgang des „Aus-dem-Ei-Schlüpfens“ eins Kükens als Bild für die Entwicklung des Schülers herangezogen. Entscheidend bei diesem fragilen Vorgang ist der richtige Zeitpunkt. Die klassische Meister-Schüler Beziehung ist dabei mit einer „luziden Distanz“, wie Ch. Hatlapa betont, zu betrachten.\r\n\r\nSchon der Philosoph und Zen-Meister Shinichi Hisamatsu (1889 – 1980, Schüler von Kitaro Nishida) versuchte mit seiner FAS-Society einen Weg zu einer von der Beziehung zu einem bestimmten Meister unabhängigen Schulung des Ursprünglichen Selbst zu bahnen. Auf dem Weg zum eigenen Erwachen müssen wir, so Ch. Hatlapa, lernen, auf den eigenen ‘Herz-Geist’ zu hören. Und um uns in dieser Richtung weiter zu entwickeln, kann uns die Sangha und die gemeinsame Übung einen Rahmen und eine hilfreiche Unterstützung bieten.

Jun 11, 201454 min

Ep 8Z0008 „Für eine Welt des Mitgefühls“

Der Übergang von einer Welt des Funktionierens in eine Welt des Mitgefühls braucht Inspiration und Stimulation, so Christoph Hatlapa in diesem Zen-Vortrag. Das Denken im Buddhismus kann in einem bestimmten Sinne als „wunderorientiert“ bezeichnet werden!\r\n\r\nUnsere gewöhnliche Welt allerdings, mit ihrem Primat des Funktionierens erzeugt, trotz des utilitaristischen Ansatzes, ständig Mangelgefühle. Und was machen wir aus der Schönheit, die wir in dieser Welt erleben dürfen…? Dabei können wir etwa das Wunder der Kooperation schon in der Pflanzenwelt beobachten. Und wir selber könnten Gärtner sein… - wir müssten nur die Zweckrationalität überschreiten. Den Stress des Funktionierens können wir hinter uns lassen – aber solche Gelassenheit und auch die Großzügigkeit können wir nur dann aus vollem Herzen üben, wenn wir an das Wunder des Lebens angedockt sind. Und eine freundliche Sprache anzuwenden steht dabei immer in unserer Macht. In die Welt der Wunder können wir uns aber letzten Endes nur kollektiv hineinbewegen. Diese Bewegung, oder dieses Umsteuern, unseres Lebens-Schiffes mag vielleicht nur in kleinen Schritten möglich sein, aber wenn wir das gemeinsam tun, wird es einen Effekt haben!

Jun 11, 201447 min