
F.A.Z. Digitalwirtschaft
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Ep 334Wie steht es um den Journalismus - droht ihm eine Digitalisierungs-Deadline?
Die Medienbranche befindet sich in einer tiefgehenden Transformation. Die Auflage gedruckter Zeitungen und Zeitschriften sinkt, unklar ist, inwiefern kuratierte Nachrichtenprodukte langfristig gefragt sein werden - stattdessen informieren sich immer mehr Menschen immer ausführlicher auf verschiedenen digitalen Kanälen. Der erfahrende Journalist und ehemalige Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes Frank Überall hat sich intensive mit der Branche auseinandergesetzt und darüber ein Buch geschrieben. Er warnt davor, dass zumal im lokalen und regionalen eine für die Demokratie wichtige Kontrollfunktion verloren zu gehen droht, wenn sich am gegenwärtigen Zeitungs-Trend nichts ändert. Doch woran liegt das? Wie lesen und informieren sich Menschen online? Was interessiert sie? Was beachten sie nicht und warum? Und welche Geschäftsmodelle lohnen sich und sind zukunftsträchtig. Über all das haben wir mit ihm auf der Buchmesse gesprochen am Stand unserer Zeitung, der F.A.Z. - und wollen Ihnen das Gespräch hier nun verfügbar machen.
Ep 333Haben Sie Angst davor, dass Google zerschlagen wird, Herr Justus
Philipp Justus ist der für Deutschland und Zentraleuropa verantwortliche Geschäftsführer des amerikanischen Internetkonzerns Alphabet, zu dem die Suchmaschine Google und die Videoplattform Youtube gehören. Das Unternehmen befindet sich in einer brisanten Phase: Einerseits ist durch den Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz eine Debatte entbrannt, ob es diese Form der Suche irgendwann nicht mehr geben wird. Andererseits sind neue KI-Unternehmen entstanden, die auf manchen Feldern mit Google konkurrieren. Und dann hat gerade die amerikanische Regierung die Idee ins Spiel gebracht, Google sogar zu zerschlagen, weil der Konzern zu dominant in seinen Geschäftsbereichen ist. Denn Google ist nicht nur der führende Suchmaschinenanbieter der Welt, sondern auch der Anbieter des Smartphone-Betriebssystems Android und des Browsers Chrome. Wie reagiert Google darauf? Wie groß ist die Angst, dass es wirklich so kommt? Und wie hat Google die eigene Suche durch KI bislang verändert und wird sie weiter verändern? Über all das spricht Philipp Justus in dieser Episode. Und darüber, wann wir KI-Assistenten haben, die einen Urlaub buchen können - und wieso die Konkurrenz aus seiner Sicht nach wie vor nur einen Klick entfernt ist.
Ep 332Autonomes Fahren: Überholt Tesla die deutschen Autohersteller?
Eine Woche ist vergangen, seit Tesla-Chef Elon Musk sein Robotertaxi vorstellte, mit großem Tamtam in den Filmstudios von Warner Bros. Weltweit verfolgen Millionen Zuschauer die knapp halbstündige Präsentation im Internet, anschließend herrschte überwiegend Ernüchterung, wie sich am rückläufigen Börsenkurs ablesen lässt. Wir nehmen das zum Anlass, uns den alten Ingenieurs-Traum vom autonomen Fahren noch einmal genauer anzuschauen. Insbesondere interessiert uns, was technisch wirklich machbar ist, wo die deutsche Automobilindustrie im Rennen mit amerikanischen und chinesischen Tech-Unternehmen steht und wie die politischen Rahmenbedingungen für eine Aufholjagd in Europa aussehen. Zu diesen Fragen sprechen wir in dieser Folge mit Christoph Hartung und Thomas Classen. Die beiden Experten arbeiten für Bosch, dem größten deutschen Autozulieferer, der gemeinsam mit Volkswagen die „Automated Driving Alliance“ gegründet hat, aber auch gemeinsam mit chinesischen Herstellern entwickelt. Zuvor analysieren wir im Gespräch mit Roland Lindner, Wirtschaftskorrespondent der F.A.Z. in New York, was Tesla tatsächlich anbieten will und warum er den Robotertaxis von Waymo vertraut.
Ep 331Datev hebt Datenschatz: Frühwarnsystem für den Mittelstand schlägt Alarm
Ep 330USA gegen China: Wer ist wie stark – und wo steht Europa?
Wer technologisch führt, ist nicht nur wirtschaftlich dominant, sondern meist auch politisch und militärisch. Zu bemerken ist das am Verhältnis der Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China, das sich deutlich abgekühlt hat während der zurückliegenden Jahre. Beide Länder verfügen über große Technologie-Konzerne, die soziale Netzwerke, Suchmaschinen oder Kaufplattformen betreiben. Beide wetteifern darum, wer über leistungsfähigere Chips verfügt oder die Standards bestimmt, nach denen sich technisch der Rest der Welt richtet. Doch wer führt in dieser Auseinandersetzung eigentlich? Die marktwirtschaftlich und demokratisch orientieren Amerikaner, die innerlich gespalten sind wie lange nicht mehr? Oder die planwirtschaftlich und autokratischen Chinesen mit der mächtigen Kommunistischen Partei und ihrem Vorsitzenden Xi Jinping? Wie gut sind die Unternehmen jeweils wirklich? Wie sehr hängen sie von Technologie aus dem Ausland ab? Und wie technikaffin sind die jeweiligen Bevölkerungen? Über all das sprechen wir in dieser Episode mit unseren Korrespondenten Roland Lindner und Gustav Theile. Und natürlich auch darüber, wo Deutschland und Europa in diesem Wettstreit stehen.
Ep 329Wie weit ist die KI denn jetzt wirklich?
Das amerikanische KI-Unternehmen OpenAI hat neulich eine neue KI-Modellreihe vorgestellt: Sie firmiert unter dem Namen „OpenAI 01“ und soll sozusagen länger nachdenken, bevor sie eine Antwort ausgibt. Die Hoffnung dahinter gründet auf der Idee, dass eine Künstliche Intelligenz so auch komplexere Probleme lösen, ihren Lösungsweg begründen und so nachvollziehbarer machen kann – und damit ihre Fähigkeiten weiter denen des Gehirns annähern kann. Die Entwickler von OpenAI haben dies in einem Blogbeitrag unter dem Titel „Learning to Reason with LLMs“ vorgestellt. Wie funktionieren diese KI-Systeme? Worin unterscheiden sie sich von den bisher gängigen großen Sprachmodellen? Warum ist der Unterschied zwar einerseits merklich, aber andererseits kein Bruch mit dem bisher verfolgten Ansatz? In dieser Episode diskutieren wir den Stand der KI. Und erinnern noch einmal, wie es eigentlich dazu gekommen ist, dass diese Schlüsseltechnologie gegenwärtig so viele Menschen fasziniert weit über Fachkreise hinaus. Und nicht zuletzt gehen wir auch darauf ein, wie sich das Unternehmen OpenAI gerade verändert, was das für seinen Vorstandsvorsitzenden Sam Altman bedeutet – und was von der ursprünglichen Gründungsidee eigentlich noch übrig ist.
Ep 328Von Harari zur Molekularbiologie: Wie wir den Menschen immer mehr entschlüsseln
Bislang unbezwingbare Krankheiten heilen, sie gar nicht erst zulassen – und das Leben dramatisch verlängern: Die Hoffnungen darin, mit neuen Methoden die Medizin zu revolutionieren, sind gerade gewaltig. Sie gründen im Kern darauf, dass wir aufgrund der zunehmend verfügbaren Daten und Rechenleistung in der Lage sind, noch genauer zu entschlüsseln, wie der menschliche Körper funktioniert. Und dies im Großen und vor allem im Allerkleinsten. Es geht um mRNA, epigenetische Editoren, Genscheren, um Erkenntnisse über Sport und Ernährung, den Alterungsprozess, das Gehirn oder das Immunsystem. Zugrunde liegt all dessen aber auch ein bestimmtes reduktionistisches Bild vom Menschen: Am Ende ist er eine Informationen verarbeitende Entität. Am Ende geht es darum, ihm neue Informationen zuzuführen, die entsprechende Veränderungen bewirken – und eben beispielsweise Abwehrzellen zu befähigen, Krebszellen zu vernichten. Wo führt das hin? Der Informatiker Ray Kurzweil, der Chemiker Venki Ramakrishnan und der Historiker Yuval Noah Harari haben jüngst Bücher veröffentlicht, die sich dem Thema auf verschiedenen Weisen nähern. Wir diskutieren, wie ihre Ideen zusammenhängen, was die Molekularbiologie schon seit Jahrzehnten weiß, wie weit diese Technologien wirklich sind. Und was am Ende den Menschen ausmacht.
Ep 327Historisches Urteil in Luxemburg
Die EU-Verbraucherschutzorganisation BEUC nannte das Google-Urteil eine „bahnbrechende Entscheidung zu Gunsten der Verbraucher“: In den Wettbewerbsfällen um die Steuervorteile für Apple in Irland und um Google Shopping hat die EU-Kommission vor Gericht gewonnen – ohne jede Einschränkung. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat der europäischen Wettbewerbsbehörde in letzter Instanz recht gegeben und Entscheidungen gegen die beiden Digitalkonzerne damit bestätigt. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager kann zufrieden sein. Beide Fälle gelten als die wichtigsten auf den betreffenden Teilfeldern des EU-Wettbewerbsrechts, also zum Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung (Google Shopping) und dem Beihilfenrecht in Steuerfragen (Apple) während der zehnjährigen Amtszeit Vestagers. Mit unserem Brüsseler Korrespondenten Werner Mussler reden wir über den Ausgangspunkt der Auseinandersetzung – und was dies für die Wettbewerbsfähigkeit der EU bedeuten könnte. Denn um die ist es nicht gut bestellt: Mario Draghi, der Beauftragte der EU-Kommission für Wettbewerbsfähigkeit, hat es gerade erst schriftlich festgehalten. Die EU befinde sich wieder im wirtschaftlichen Krisenmodus, ja im „langsamen Todeskampf“, sagt der Italiener. Die Produktivitätslücke zu Amerika sei zu groß, der Anteil an öffentlichen und privaten Investitionen zu gering, die Alterung bedrohlich, der technologische Rückstand gegenüber einem größeren Teil der Welt wachse.
Ep 326KI im Hörgerät und im Backofen - und was es sonst Neues auf der IFA gibt
Auf der IFA in Berlin trat schon Albert Einstein auf, und läutete Willy Brandt den Beginn des Farbfernsehens in Deutschland ein. In ihrer Geschichte begannen das Radio-Zeitalter und die Fernsehära. Doch längst hat sich die Messe weiterentwickelt und präsentiert eine breite Produktpalette von Smartphones über Fernseher, Küchengeräte und vieles mehr. Und natürlich soll auch in diesem Bereich häufig Künstliche Intelligenz den berühmten Unterschied ausmachen – ob ein Ofen nun die Rezepte erkennt oder ein Kühlschrank, ob irgendein Verfallsdatum abläuft. Was ist in diesem Jahr neu? Wie schlagen sich traditionsreiche Hersteller wie AEG, Miele oder Bosch? Und wie wettbewerbsfähig sind auch auf diesem Markt eigentlich die Chinesen? Aber all das sprechen wir in dieser Episode.
Ep 325Ist der KI-Hype an der Börse vorbei?
Der amerikanische KI-Konzern Nvidia ist so etwas wie der Börsenstar der vergangenen Jahre. Sein Aktienkurs stieg in atemberaubendem Tempo, alleine im vergangenen Jahr 2023 erhöhte sich die Marktkapitalisierung um 2 Billionen Dollar. Verglichen mit dem Jahresanfang liegt der Nvidia-Aktienkurs um ungefähr 150 Prozent im Plus, hat sich also mehr als verdoppelt. Nun hat Nvidia neue Geschäftszahlen vorgelegt: Das Unternehmen verdiente in den zurückliegenden drei Monaten beinahe 17 Milliarden Dollar – das sind fast 170 Prozent mehr gewesen als während derselben Zeit vor einem Jahr. Und diese Zahl misst sich zudem an einem Umsatz von 30 Milliarden Dollar, was verdeutlicht, wie unglaublich profitabel das Geschäft ist. Und dann kündigt der Konzern noch ein gewaltiges Aktienrückkaufprogramm an. Sehr erstaunlich mutet da auf den ersten Blick an, wie die Anleger auf diese betriebswirtschaftlich prächtigen Ergebnisse reagiert haben: Nachbörslich verminderte sich der Nvidia-Aktienkurs um bis zu 8 Prozent. Wie kann das sein? Die ernüchternde Börsenreaktion ist vornehmlich ein sehr sichtbares Signal dafür, wie übertrieben die Erwartungen vieler Investoren nach wie vor sind, wenn es um Künstliche Intelligenz geht. Ablesen lässt sich eine inzwischen eingekehrte Ernüchterung aber auch an der Kursentwicklung von Unternehmen wie Microsoft in den zurückliegenden Wochen. Kehrt nun ein neuer Realismus an der Börse ein? Ist dies der Beginn einer großen Korrektur? Und profitieren davon am Ende klassische Industriewerte? Über all das sprechen wir in dieser Episode.
Ep 324Was eine gute Kaffeemaschine ausmacht
Was macht eigentlich eine gute Kaffeemaschine aus? Sie muss gut schmeckenden Kaffee, Espresso oder Cappuccino können. Sie muss in Kombination mit einer Mühle die Bohnen fein genug mahlen, heiß genug sein, den richtigen Druck aufbringen und anderes mehr. Welche Hersteller gibt es auf dem Markt? Welche Kaffeemaschinen können das? Und was kosten sie? Über all das sprechen wir in dieser Episode. Und auch darüber, wie ein Algorithmus Bohnen erkennt und den richtigen Computer-Barista auswählt.
Ep 323Michael Groß über die digitale Transformation im Personalwesen
Ep 322Orchestererlebnis mit Apples Vision Pro neu gedacht
Mit einer App für die „Vision Pro“-Brille bringt das Mahler Chamber Orchestra seine Musik direkt ins Wohnzimmer. Wie diese Technologie das Hörerlebnis verändert, verraten die Macher im Interview.Seit seiner Gründung 1997 ist das Mahler Chamber Orchestra (MCO) ein Ensemble mit einigen Besonderheiten: Es legt Wert auf seine eigene künstlerische Identität und eine demokratische Struktur. Denn geleitet wird das Orchester von den Musikern selbst, in Zusammenarbeit mit einem Managementbüro. Das MCO ist schon in mehr als 40 Ländern auf fünf Kontinenten aufgetreten. Die Musiker pflegen ein kammermusikalisches Ensemblespiel: Das Repertoire reicht von der Wiener Klassik und frühen Romantik bis zu zeitgenössischen Werken und Uraufführungen. „Alle MCO-Musiker verbindet der starke Wunsch, ihre Beziehung zum Publikum kontinuierlich zu vertiefen“, beschreibt das Orchester sich selbst. Passend dazu hat das Orchester kürzlich eine App für Apples neue „Vision Pro“-Computerbrille veröffentlicht. Diese App soll eine neue Möglichkeit bieten, Orchestermusik zu erleben: Die Nutzer können reale und virtuelle 3D-Umgebungen erkunden und mit ihnen interagieren. Sie können sich frei im virtuellen Raum bewegen und die Musik aus der Mitte der Musiker heraus erleben. Für uns interessant genug, genauer nachzufragen, wie es funktioniert. Die App bietet Raumklangaufnahmen, die in Zusammenarbeit mit Henrik Oppermann erstellt wurden. Diese Aufnahmen sollen den Zuhörer physisch, mental und sozial in den Musikprozess einbeziehen. Timothy Summers, Geiger des MCO und Mitarbeiter der MCO-App, sagt: „Zuhören bedeutet nicht nur zu erleben, sondern auch zu erforschen.“ Wir haben mit Summers und Oppermann gesprochen.
Ep 321Warum deutsche Städte von Istanbul lernen sollten
Während deutsche Städte bei der Digitalisierung ins Stocken geraten, setzt Istanbul auf eine erfolgreiche App aus Worms. Im Interview erzählt Kobil-Gründer Ismet Koyun, wie seine Technologie den Alltag in der Türkei revolutioniert und was Deutschland davon lernen kann.
Ep 320Wann kommt die Feststoffbatterie, Herr Janek?
Autohersteller investieren Hunderte Millionen Euro in die Entwicklung eines neuen Batterietyps. Jürgen Janek, der die deutsche Forschung an Festkörperakkus koordiniert, sieht große Fortschritte, aber keine rasche Serienenführung. Alle paar Wochen sorgen Batterien für Aufregung an den Börsen. Dann hat wieder ein Autohersteller angekündigt, demnächst ein Elektroauto mit mehr als 1000 Kilometer Reichweite auf den Markt zu bringen. Oder ein Zulieferer von Apple meldet, er habe einen technologischen Durchbruch bei den Akkus erzielt. Fast immer steckt hinter solchen Nachrichten die Feststoffbatterie, eine Technologie, in die mittlerweile hunderte Millionen Euro Forschungsgeld rund um den Globus flossen – und die noch immer nirgends in großen Stückzahlen produziert wird. Dennoch: Der Festkörperakku ist und bleibt der Heilige Gral der Batterieentwickler. Warum das so ist, diskutieren wir in dieser D:Economy-Folge mit Jürgen Janek, der Physikalische Chemie an der Justus-Liebig-Universität Gießen lehrt und forscht. Janek gehört weltweit zu den renommiertesten und auch meist zitiertesten Forschern seines Fachgebiets, er koordiniert in Deutschland seit 2018 das mit Bundesmitteln finanzierte Forschungscluster „FestBatt“. Von ihm wollen wir wissen, was denn überhaupt so großartig an dem neuen Batterietyp wäre und ob wir schon bald auf einen Wunderakku hoffen dürfen. Tatsächlich, so Janek, haben Feststoffbatterien das Potential, auf gleichem Raum zwei- bis dreimal so viel Strom zu speichern wie die besten heute bekannten Lithium-Ionen-Akkus. Zudem könnten Festkörperakkus sehr hohe Ladeleistungen aushalten, ohne vorzeitig zu altern. Im Labor seien in den vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt worden. Doch mit großen Stückzahlen solle man in diesem Jahrzehnt nicht mehr rechnen, da sich die Fertigungsverfahren noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden. Die deutsche Forschung sei auf jeden Fall mittlerweile auf Augenhöhe mit asiatischen Ländern. Allerdings droht nun eine drastische Kürzung der Forschungsmittel. Seine Kollegen im Ausland würden nicht verstehen, dass „eine Industrienation, wie wir es sind, sich leistet, zehn Jahre und länger, eine Aufholjagd finanziert zu haben, dann das auch tatsächlich zu einem gewissen Grad erreicht und dann aber plötzlich sagt, das wollen wir und können wir jetzt nicht mehr finanzieren“.
Ep 319Warum Elon Musk und seine Freunde auf Donald Trump setzen
Tesla-Chef Elon Musk unterstützt Donald Trump in seinem Wahlkampf mit viel Geld unterstützen, mit seinen Tweets auf der eigenen Plattform „X“ tut er es heute schön. Auch Freunde aus dem Umfeld der ehemaligen Gründer und Mitarbeiter des Bezahldienstleisters Paypal stehen in der Hinsicht an seiner Seite. Einer wie David Sacks durfte auf dem Parteitag der Republikaner eine Rede halten und erstaunliche Thesen zum Krieg in der Ukraine verbreiten. Aber warum geht es den Silicon-Valley-Milliardären wirklich? Die Antwort hat weniger mit den wirtschaftspolitischen Ansichten des Vize-Präsidentschaftskandidaten J.D. Vance zu tun, sondern mit einer erhofften liberalen Haltung von Trump rund um die Regulierung des Einsatzes Künstlicher Intelligenz und von Kryptowährungen. Wir analysieren die Lage zusammen mit Roland Lindner, unserem Korrespondenten in New York.
Ep 318Mit Künstlicher Intelligenz den Menschen vermessen
Schon eine einzelne menschliche Zelle ist komplex, der menschliche Körper erst recht. Mit Künstlicher Intelligenz sind auch in diesem Bereich gewaltige Erkenntnisfortschritte denkbar, an deren Ende nicht weniger als eine Revolution der Biologie und Medizin stehen könnte: Erst beschreiben und verstehen, was genau passiert. Und dann manipulieren, also vielleicht Krankheiten früher und besser bekämpfen oder von vorneherein verhindern. Fabian Theis leitet das Computational Health Center am Helmholtz-Institut in München. Er hat Mathematik und Physik studiert und sich dann in Physik und Informatik promoviert, ist Leibniz-Preisträger und hat eine der renommiertesten Forschungsförderungen der EU bekommen. Er erklärt, was mithilfe von KI heute möglich ist und warum. Und wie er sich die Zukunft auf Basis dieser Technologie vorstellt. Ausgangspunkt ist einerseits die menschliche Zelle und die Idee, noch viel besser zu verstehen, wie die einzelnen Zellbestandteile miteinander interagieren. Und dann quasi den ganzen Menschen zu vermessen. Die Lernalgorithmen, die Datenmengen und die Rechenleistung machen es möglich.
Ep 317Steht in der KI der nächste Durchbruch bevor, Sepp Hochreiter?
Sepp Hochreiter hat in seiner Diplomarbeit zu Beginn der neunziger Jahre eine kleine KI-Revolution erdacht. Sein Lernalgorithmus verbarg sich hinter dem Kürzel LSTM, das steht für Long-Short-Term-Memory. Er verlieh der KI so etwas wie ein brauchbares Gedächtnis - Computer können seither besser mit Sequenzen umgehen. Als er die Idee zusammen mit Jürgen Schmidhuber verbreitete und weiterentwickelte, erkannten zunächst nicht einmal Fachleute, welche Macht sie besaß. Letztendlich hob LSTM die Sprachverarbeitung auf eine neue Stufe. Von Google bis Microsoft verwendete jeder Tech-Konzern sie, bis zum Jahr 2017 steckte sie sozusagen in jedem Smartphone. Dann veröffentlichten Fachleute von Google einen Aufsatz und stellten darin die Grundlage für jene großen Sprachemodelle vor, die heute so erfolgreich sind und die durch ChatGPT berühmt und ein Massenphänomen wurden. Doch auch diese KI-Systeme haben Grenzen, scheitern an Aufgaben, die für das Gehirn leicht sind. Nun kommt Hochreiter, der inzwischen im österreichischen Linz lehrt und forscht, seinerseits mit der nächsten womöglich bahnbrechenden Idee um die Ecke: Er stellte unlängst vor, wie er LSTM weiterentwickelt hat - unter dem Kürzel xLSTM, das steht für Extended Long-Short-Term-Memory. Die bisherigen Schwächen will er reduziert und zugleich die Vorteile gegenüber den gegenwärtig angesagten Transformer-Modellen verbessert haben. Wie funktioniert das? Was steckt dahinter? Wie weit ist sein Unternehmen NXAI? Über all das sprechen wir in dieser Episode.
Ep 316Welche Tech-Aktien sind wirklich günstig und wie steht es um Nvidia, Herr Beckers?
Der amerikanische KI-Chip-Hersteller Nvidia war vorübergehend das wertvollste an der Börse notierte Unternehmen der Welt. Er profitiert besonders von der Hoffnung, die viele Anleger mit der Künstlichen Intelligenz gegenwärtig verbinden. Was hat die jüngste Kurskorrektur zu bedeuten? Und welche Werte sind gegenwärtig eigentlich attraktiv bewertet, weil sie am weiteren KI-Fortschritt vermutlich außergewöhnlich verdienen? Jan Beckers ist Gründer und CIO des deutschen Vermögensverwalter Berlin Investment Technologies (BIT). Er wählt mit seinen Mitarbeiter nicht den breiten Markt aus über einen Index, sondern sucht ganz gezielt auch in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannte Unternehmen aus. Zu ihnen zählt gegenwärtig beispielsweise das kasachische Fintech Kaspi, über das die Bürger des Landes viele Dienstleistungen beziehen können - sogar solche von Behörden. Zu ihnen zählt auch die brasilianische Nubank oder der Bildungsanbieter Duolingo. Beckers hat aber auch eine Meinung zu und Positionen in bekannten international operierenden Internet-Konzernen. Er erklärt im Podcast, was er von Alphabet, Amazon, Microsoft, Apple, Meta und eben von Nvidia gegenwärtig hält. Und er beschreibt, nach welcher Strategie er anlegt - wie er darauf kommt, dass eine Aktie günstig oder teuer bewertet ist.
Ep 315Wieviel kostet ein Liter E-Fuel, Herr Herdan?
Sollte es zu einer Abkehr vom Verbrennerverbot kommen, können die Klimaziele im Verkehr nur mit Hilfe synthetischer Kraftstoffe (E-Fuels) erreicht werden. Wie und zu welchen Kosten diese produziert werden könnten, diskutieren wir mit Thorsten Herdan, Europa-Geschäftsführer von HIF. Sonne und Wind werden für die Stromerzeugung immer wichtiger. Doch erneuerbare Energieträger deckten im vergangenen Jahr nur etwa 20 Prozent des gesamten Energiebedarfs in Deutschland. 36 Prozent hingegen entfielen auf importiertes Mineralöl, das vor allem im Verkehr genutzt wird. Einen Ersatz für diese Energiemenge hierzulande klima- und umweltfreundlich zu erzeugen, ist eine Mammutaufgabe. Doch ist das überhaupt notwendig? Wäre es nicht möglich, Strom auch in schwach besiedelten Weltregionen erzeugen und dann als E-Fuels – also als synthetische Kraftstoffe – nach Deutschland transportieren? Oder ist das eine allzu schlichte Idee, weil auf diesem Weg viel zu viel Verluste entstehen? Diese Frage diskutieren wir mit Thorsten Herdan, Europa-Geschäftsführer von HIF, dem Unternehmen, das im Süden Chiles auf einer Pilotanlage schon synthetischen Kraftstoff für Porsche produziert. Als diplomierter Maschinenbauer steckt Herdan einerseits tief in der Technik, aufgrund seiner Karriere, die ihn zwischenzeitlich unter anderem ins Bundeswirtschaftsministerium führte, kennt er aber auch die energiepolitischen Zusammenhänge genau. E-Fuels sieht Herdan nicht als Konkurrenz zu einer Elektrifizierung des Straßenverkehrs, sondern als ergänzende Technologie, die für große Teile der Luft- und der Schifffahrt ohnehin notwendig wird. Technisch sei die Machbarkeit nachgewiesen, allein die Abscheidung des Kohlendioxids aus der Luft noch eine Herausforderung. Langfristig wäre auch eine wirtschaftliche Produktion mit Herstellkosten von 1,50 Euro je Liter synthetisches Benzin möglich. Eine Kostenparität zu fossilem Kraftstoff scheint allerdings nicht in Sicht, deshalb fordert Herdan politische Unterstützung, beispielsweise durch Einführung fester Quoten, wie sie für in Europa genutzte Flugtreibstoffe bereits vorgesehen sind.
Ep 314Was Merck in die Halbleiter der Zukunft einbringt
Künstliche Intelligenz und die Digitalisierung insgesamt benötigen enorme Rechenleistung. Die Strukturen auf den Computerchips werden denn auch schon lange immer kleiner - und die Prozessoren immer leistungsfähiger. Inzwischen operieren die Ingenieure im Nanometer-Bereich. Doch das Ende dieser Entwicklung ist längst nicht erreicht. Kai Beckmann ist im Vorstand der Merck KGaA in Darmstadt zuständig für den Geschäftsbereich Electronics, der früher einmal "Performance Materials" hieß. Er erklärt, wie es in der Halbleiter-Entwicklung weitergeht und welche Rolle dabei insbesondere die Künstliche Intelligenz spielt. Mit ihr lassen sich Materialkombinationen auf molekularer Ebene vorhersagen in einem Ausmaß, wie das Menschen mit den traditionelle Methoden nicht können. Die Richtung scheint klar: Es geht um neue Materialien. Und um Strukturen, die auch in der dritten Dimension wachsen. Und nicht zuletzt spricht er auch über den Standort Deutschland natürlich.
Ep 313Wie weit sind wir mit der Digitalisierung wirklich, Herr Wintergerst?
Welche Chancen haben deutsche Unternehmen in der Künstlichen Intelligenz? Können sie ihre Vorteile mit ganz eigenen Daten nutzen, die sonst niemand hat? Wie steht der Staat da, wie die Verwaltung, wie gut ist jeder Einzelne ausgebildet für diese digitale Zeit? Und dann tobt weiterhin die Debatte darüber, was Deutschland selbst können muss. Was bedeutet es, digital souverän zu sein? Wird die Bundesrepublik eine "digitale Kolonie"? Ralf Wintergerst ist Präsident des Digitalverbands Bitkom und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Giesecke+Devrient. Mit ihm sprechen wir anlässlich des Digitaltags über den Stand der Digitalisierung hierzulande.
Ep 312Können Ingenieure Leben retten, Lutz Eckstein?
Ohne Elektrotechniker und Maschinenbauer, Bauingenieure und Nachrichtentechniker liefe in unserer technisierten Welt buchstäblich gar nichts mehr. Auch wären die großen Aufgaben unserer Zeit, der Klimaschutz etwa, ohne Ingenieure nicht zu bewältigen. 1,9 Millionen Ingenieure gibt es in Deutschland, doch ihre Stimme ist im politischen Diskurs selten zu hören. Professor Lutz Eckstein, seit vergangenem Jahr Präsident des VDI, des Vereins Deutscher Ingenieure, will das ändern. Mit ihm diskutieren wir in dieser Folge des D:Economy-Podcasts darüber, was Ingenieure dazu beitragen können, damit die Welt nicht entweder deutlich ärmer oder deutlich wärmer wird. Und darüber, ob die Arbeit, die Ingenieure heute verrichten, künftig nicht von Künstlicher Intelligenz schneller und effizienter erledigt werden kann. Eckstein widerspricht vehement, für ihn bedeutet der Ingenieurberuf vor allem, Probleme kreativ zu lösen. Dabei plädiert er für Technologieoffenheit – und dafür, dass die Politik sich den Rat von Ingenieuren und Naturwissenschaftler einholt.
Ep 311Wie schlagen wir uns in der künstlichen Intelligenz, Kristian Kersting?
Eine Diskussion von der Tech-Konferenz "Block im Park" von Eintracht Frankfurt.
Ep 310Wie gut geht es Amazon wirklich, Herr Bräuniger?
Rocco Bräuniger war Amazonchef in Australien und übernahm im Jahr 2022 die Führung des Internethändlers auf dem für den Konzern sehr wichtigen deutschen Markt. Mehr als 20 Logistikzentren betreibt Amazon hierzulande inzwischen, neben Tausenden Mitarbeitern erledigen dort auch Roboter ihre Arbeit. Zugleich hat die Pandemie dem Onlinehandel und auch Amazon einen Schub gegeben - natürlich auch in Deutschland. Wie gut steht Amazon heute da? Was denkt der Amazon-Deutschlandchef über die abermalige Insolvenz der Traditionskaufhauskette Galeria? Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz in dem Unternehmen? Und wie viel Angst hat er vor neuen chinesischen Konkurrenten, die besonders unter jungen Menschen gut ankommen? Über all das und mehr spricht er in dieser Episode.
Ep 309Ist der Zug in der KI wirklich schon abgefahren, Herr Westerheide?
Vor zehn Jahren richtete der Unternehmer Fabian Westerheide erstmals ein KI-Treffen aus, damals im kleinen Kreis, ChatGPT gab es noch nicht, für die Künstliche Intelligenz und ihre Möglichkeiten interessierte sich die breite Öffentlichkeit nicht. Das hat sich dramatisch geändert: Kein Tag vergeht, ohne das die KI Schlagzeilen schreibt. Die wertvollsten an der Börse gehandelten Unternehmen werden daran gemessen, wie gut es ihnen gelingt, KI zu entwickeln und einzusetzen. Den Anwendungsmöglichkeiten scheinen kaum Grenzen gesetzt: Von der Medizin über Bildung und das automatisierte Fahren bis hin zu allgemeiner Sprachkompetenz. Und Westerheides kleines Tech-Treffen ist zu einer veritablen Konferenz geworden, die unter dem Namen "Rise of AI" abermals bevorsteht. Wie weit ist die Technologie? Worin liegen die Chancen deutscher Unternehmen? Ist das Land zu träge geworden? Westerheide warnt vor zu großer Abhängigkeit von Amerika und China, sieht wichtige Teile der deutschen Wertschöpfung gefährdet und hält zumal den Staat für viel zu langsam und zögerlich - angefangen vom Kanzleramt. Darum, wie es besser geht, welche Themen in diesem Jahr auf der Agenda stehen, was Staat, Unternehmen und jeder einzelne tun kann, darum geht es in dieser Episode.
Ep 308Geht Digitalisierung, Föderalismus und Tiktok, Frau Wallmann, Herr Klein?
SAP-Vorstandschef Christian Klein hat auf dem F.A.Z.-Kongress die hessische Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU) kennengerlernt. Und das Treffen kam zum perfekten Zeitpunkt: Es ging um „Demokratie, Digitalisierung, Föderalismus, Medien“ – und gerade zur Kleinstaaterei in der Digitalisierung hat Klein sich schon häufiger kritisch geäußert: Zu viele, vor allem zu heterogene Vorschriften innerhalb der EU und innerhalb Deutschlands gefährdeten die Digitalisierung und allgemein den Fortschritt, findet Klein. Wallmann sieht das anders: Föderalismus sei in Deutschland schon aus historischen Gründen tief verankert. Für die Demokratie sei es wichtig, nah bei den Bürgern zu sein. In der Diskussion ging es aber auch um die Frage, wie man Bürger überhaupt noch erreicht, wie die chinesische Plattform Tiktok dabei helfen oder schaden könnte, wie die Deutschen ihre Bildungspolitik organisieren sollten – und was das alles mit der Künstlichen Intelligenz (KI) zu tun hat. Es ist ein Livemitschnitt der Podiumsdiskussion aus dem Frankfurter Veranstaltungszentrum Kap Europa – und damit eine D:Economy-Sonderfolge.
Ep 307Ist Elon Musk noch der richtige Chef für Tesla?
Tesla meldet deutlich weniger Gewinn. Der amerikanische Elektroauto-Pionier hat inzwischen deutlich mehr Wettbewerber und muss um Marktanteile härter kämpfen. In Amerika, in Europa - vor allem aber auf dem weltgrößte Automarkt China. Das hat sich im jüngsten Geschäftsbericht des Unternehmens gezeigt. Gleichwohl versuchte Firmenchef Elon Musk, Zuversicht zu verbreiten und die Anleger reagierten durchaus positiv. Was steckt dahinter? Wie schlägt sich Tesla technologisch im Vergleich zu traditionellen Autobauern und neuer Konkurrenz? Wie weit ist das autonome Fahren? Und nicht zuletzt: Ist Elon Musk eigentlich noch der richtige Mann, um den Konzern zu führen? Über all das diskutieren wir in dieser Episode.
Ep 305Wie viel KI steckt in der Hannover Messe, Herr Köckler?
Künstliche Intelligenz, sichere Energieversorgung, CO2-neutrale Produktion, neue Materialien, China: Die Hannover Messer beginnt. Tausende Aussteller aus mehr als 170 Ländern präsentieren, wohin sich industrielle Fertigung entwickelt, wie viele Roboter heute und künftig in Fabriken arbeiten, auf welche neue Prozesse und Materialien sie setzen. Die Messe findet dabei in einer Zeit statt, in der sich erstmals seit Jahren in ihrer ganzen Breite die Frage stellt: Wie wettbewerbsfähig ist der Standort Deutschland eigentlich? Fällt das Land zu weit zurück? Wandern Unternehmen ab? Jochen Köckler ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG und Gastgeber in Hannover. Er spricht im Podcast über das, was auf der Messe zu sehen sein wird, über erfolgreiche Mittelständler, große Konzerne und Besuch des Kanzlers. Und warum China so stark vertreten sein wird. Und wieso er sich etwas weniger Schwarzmalerei wünscht.
Ep 30625 Jahre Salesforce – und jetzt?
Ein Vierteljahrhundert nach der Gründung und auch dem Markteintritt in Deutschland lassen wir die Geschichte des amerikanischen Softwareunternehmens Salesforce Revue passieren. Was 1999 noch ein Start-up im Herzen von San Francisco war, ist längst eines der größten Softwareunternehmen der Welt. Angefangen hat alles mit Software für das Management von Kundenbeziehungen, heute ist Salesforce auch auf anderen Gebieten kein kleiner Wettbewerber von SAP mehr. Wir sprechen mit Frank Engelhardt, der seit 2003 bei Salesforce arbeitet und zum deutschen Gesicht des von Marc Benioff gegründeten Unternehmens geworden ist. Nicht zuletzt geht es dabei darum, wie es weitergehen wird: Was hat Salesforce mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) vor? Was verbirgt sich hinter dem KI-Angebot mit dem Namen Einstein? Wie bewahrt man Unternehmen davor, falsche Entscheidungen auf der Basis von KI-Halluzinationen zu treffen? Und nicht zuletzt: Warum hat die Salesforce-Aktie vom KI-Hype bisher nicht annähernd so stark profitiert wie zum Beispiel der amerikanische Chiphersteller Nvidia?
Ep 304Das Elend mit den Elektroautos
Die Zahl der Neuzulassungen an batterieelektrischen Autos (BEV) ist in Deutschland im März deutlich gesunken, berichtet das Kraftfahrtbundesamt (KBA). Im März 2023 waren noch 44.125 BEV neu zugelassen worden, dagegen waren es im März dieses Jahres nur noch 31.384 und damit 28,9 Prozent weniger. Der Anteil der BEV an der Gesamtzahl der Neuzulassungen ging damit im März 2024 auf 11,9 Prozent zurück. Insgesamt schrumpfte im März dieses Jahres der Wert der Neuzulassungen an Pkw im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozent auf 263.844. Davon entfielen 37,8 Prozent auf Benzinantrieb, 18,3 Prozent auf Diesel, 25,4 Prozent auf gewöhnlichen Hybridantrieb und 6,1 Prozent auf Plug-in-Hybride Die Fabrik des Volkswagen-Konzerns im sächsischen Zwickau war das erste Autowerk Europas, das nur noch Elektroautos baut. Aus der einstigen Euphorie am Standort ist längst Angst um die Zukunft geworden. Tesla hat im ersten Quartal zwar den Titel des führenden Elektroautoherstellers von BYD zurückerobert, aber die Absatzzahlen sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind. Tesla lieferte global 386.810 Fahrzeuge aus, was einem Rückgang von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 20,2 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2023 entspricht. Dies ist der erste jährliche Rückgang der globalen Auslieferungen von Tesla seit dem zweiten Quartal 2020 und liegt unter den Analystenschätzungen von 449.080 Einheiten. Und während das VW-Werk für Elektroautos in Zwickau mit Kurzarbeit kämpft, startet Fords Deutschlandchef Martin Sander in Köln eine neue Fabrik nur für Elektroautos. Sorgen macht er sich deswegen nicht. Wie passt das alles zusammen? Und wie geht es weiter mit der Elektromobilität? Darüber sprechen wir in der aktuellen Folge des D:Economy-Podcasts.
Ep 303Was taugen Wasserstoffautos? Wir haben den BMW iX5 Hydrogen getestet
Wenn vom Elektroauto die Rede ist, dann meist vom batterieelektrischen: Daran arbeiten inzwischen alle großen Hersteller, darauf setzen neue chinesische Anbieter. Von einer anderen Antriebsalternative ist hingegen kaum die Rede - es geht um die Brennstoffzelle, um Autos, die mit Wasserstoff fahren. In Deutschland arbeitet nur BMW noch an dieser Technologie. Der Konzern hat den BMW iX5 Hydrogen entwickelt und in einer kleinen Stückzahl produziert. Kaufen können ihn Kunden noch nicht. Aber wir konnten ihn testen. Wie fährt sich das Auto? Wie unterscheidet sich das Fahrgefühl von der batterieelektrischen Variante? Wie weit kann man damit unter realistischen Bedingungen fahren? Wie teuer ist er? Und was braucht es eigentlich, damit sich diese Technologie in der Breite wirklich zu erschwinglichen Preisen durchsetzen könnte? Über all das reden wir in dieser Episode.
Ep 302Wie können Kinder lernen, was hinter KI steckt, Herr Leimbach?
Künstliche Intelligenz und neuronale Netze für Schüler in der Unterstufe? Kein Problem, sagt Thorsten Leimbach. Er leitet die von Fraunhofer schon vor Jahren entwickelte Programmierplattform "Open Roberta" - eine Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, Kindern und Jugendlichen das Programmieren beizubringen und für sie einen leichten Einstieg in die Informatik zu schaffen. Kinder konnten dort Roboter programmieren, bislang wesentlich mit klassischen Programmierprinzipien. Nun haben die Fraunhofer-Entwickler das Angebot erweitert - um die gerade angesagten KI-Methoden. Was ist eigentlich ein künstliches neuronales Netz? Wie funktioniert es? Warum sind Daten dafür so wichtig und wie viele braucht es eigentlich? Und wie trainiert man eigentlich so eine KI? Antworten auf und Einblicke in alle diese Fragestellungen verspricht Leimbach. Schüler der Unterstufe könnten lernen, dass viele Kalkulationen in diesen Modellen mit den Grundrechenarten erledigt werden können, die auch sie beherrschen. Abiturienten wiederum lernen, warum sie sich im Matheunterricht mit Dingen wie partiellen Ableitungen beschäftigen. Und mehr.
Ep 301Wie denkt Amerikas Tech-Elite über KI – und wie der Rest des Landes?
Der Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz ist enorm. Computer können inzwischen erstaunlich kompetent mit Sprache umgehen, auch komplizierte Texte verfassen, Videos generieren, Bilder erkennen und viel mehr. Das bietet große Chancen, Unternehmen aus allen Branchen prüfen, wie sie solche Instrumente in ihren Produkten und Prozessen einsetzen können. Zugleich wächst die Skepsis: Wie gefährlich sind diese KI-Systeme? Können gefälschte Nachrichten und Bilder am Ende sogar Wahlen beeinflussen und demokratische Institutionen bedrohen. Und helfen sie, den Klimawandel zu bewältigen - oder verbrauchen sie zu viel Strom? Auf dem Tech-Festival SXSW in Texas geht es in diesem Jahr auf vielen Bühnen genau um solche Fragen. Es zeigt sich: So zuversichtlich, wie sie gerne gesehen werden, sind besonders die Amerikaner nicht. Sie blicken vielfach mit Sorge auf die großen Tech-Trends. Und dies in einer Zeit, in der die nächste Präsidentschaftswahl näher rückt - und vielleicht Donald Trump ins Weiße Haus zurückkehrt. Wir diskutieren die wichtigsten Themen des diesjährigen Treffens, was die Teilnehmer von Menschen unterscheidet, die nur wenige Kilometer entfernt wohnen, wie sich die Deutschen dort schlagen – und nicht zuletzt auch, was das eigentlich für die Medien bedeutet.
Ep 300Können wir mit gutem Design die Welt retten, Herr Dietzold?
Ohne technischen Fortschritt weder Wohlstand noch Klimaschutz. Doch die wenigsten Menschen lassen sich von einem Produkt nur deshalb überzeugen, weil es gute Technik bietet oder besonders umweltfreundlich ist. Eine Innovation muss auch ins Leben passen und nicht zuletzt gut aussehen. Wenn es um Erzeugnisse deutscher Ingenieurskunst geht, trieb dieser Gedanke Politiker und Unternehmer schon vor mehr als 70 Jahren um, so entstand der Rat für Formgebung, dessen Geschäftsführer Lutz Dietzold wir in der neuen Folge des D:Economy-Podcast begrüßen. Um nachhaltige Technik attraktiv zu machen, reicht es Dietzold nicht, Produkte wie Elektroautos oder Wärmepumpen nur schöner zu machen. Es geht immer auch um die Frage, ob die ökologischen Eigenschaften dem Besitzer die Möglichkeit bieten, sich zu differenzieren. Und nicht zuletzt darum, wie ein Ding überhaupt produziert oder in der Nutzungsphase auch repariert werden kann. Wo wir uns digital durch die Welt bewegen, können User Experience Designer helfen, so Dietzold, zumindest wenn sie ihren Job gut machen. Dass dabei Knöpfe oder Schieberegler in manchen Fällen hilfreicher sind als Touch Displays, ist für den Design-Profi ebenso klar wie die Tatsache, dass Künstliche Intelligenz dabei hilfreich sein kann.
Ep 299Welche Handys sind angesagt – und was ist der Galaxy Ring?
Der Mobile World Congress ist die große Handymesse in Europa. Was führende Hersteller wie Samsung oder Xiaomi zu bieten haben, womit sie morgen punkten wollen – all das zeigen sie oft zunächst dort. Nach wie vor ist das klassische Smartphone mit den bekannten Anwendungen nicht wegzudenken, weder von der Messe, noch aus dem Alltag ihrer Besucher. Aber die Hersteller setzen zunehmen auf ergänzende Geräte. Auf Erweiterungen, die ihre Produkte interessanter und unterscheidbarer von der Konkurrenz machen. Denn auch das ist war: Im Premiumsegment rücken die Geräte zusammen, sie verfügen alle über hochwertige Kameras, leistungsstarke Akkus. Worin also entscheidet sich der Konkurrenzkampf? Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz? Und was ist denn nun der Galaxy Ring und welche Daten erfasst er? Über all das sprechen wir in dieser Episode.
Ep 298Philipp Reis: Der Deutsche, der das Telefon erfand
Vor 150 Jahren verstarb Philipp Reis. Vielen Menschen ist er heute kein großer Begriff, sie verbinden andere Namen mit der Erfindung und dem Siegeszug einer einzigartigen Technologie: der Telefonie. Grund genug, an ihn zu erinnern. Reis stammt aus dem Frankfurter Umland, zog als Kind nach Friedrichsdorf und interessierte sich früh dafür, wie Sprache eigentlich übertragen und aufgenommen wird. Er bastelte und tüftelte selbst an entsprechenden Modelle und Geräten. Und er war es, der schließlich zum ersten Mal auf der Welt eine Telefonverbindung erfolgreich zustande brachte. Wie hat er das gemacht? Was war Philipp Reis für ein Mensch? Wer hat ihm geholfen? Wie kam sein Experiment in der Fachwelt an? Ja, und warum schaffte das Telefon den Durchbruch in der breiten Masse erst sehr viel später? Über all das sprechen wir in dieser Episode mit Helmut Gold. Er ist der Direktor des Museums für Kommunikation in Frankfurt. Und kennt nicht nur Reis, sondern die Geschichte des Telefons bestens.
Ep 297Nicht unterschätzen: Was Deutschland digital kann
Ist Deutschland schon abgehängt, wenn es um Künstliche Intelligenz und Digitalisierung allgemein geht? Oder steht das kurz bevor? Welcher deutsche Konzern kann mit Microsoft, Google & Co. wirklich mithalten? Und werden hierzulande nicht viel zu wenige neue Unternehmen gegründet in den Hochtechnologie-Bereichen? So fragen Kritiker immer wieder - im Inland wie im Ausland. Ausdrückliches Lob bekommt der Standort gegenwärtig jedenfalls eher selten. Volker Gruhn findet das übertrieben. Er ist Informatik-Professor, gründete die Adesso SE und ist inzwischen deren Aufsichtsratsvorsitzender. Viele klassische Branchen, von den Versicherern bis zu den Maschinenbauern, sind garnicht so schlecht, wenn es darum geht, ihre Produkte und Prozesse mittels KI zu verbessern. Im Podcast diskutiert er konkrete Beispiele, Stärken und Schwächen - und nicht zuletzt, was die Politik nun tun müsste.
Ep 296Gefährliche Deepfakes – wie sicher sind unsere Wahlen?
Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) können Bilder, Videos, gesprochene Sprache und Texte täuschend echt erstellt und verbreitet werden – gerade auch, um Menschen und Meinungen zu manipulieren. Der bekannten amerikanischen Sängerin Taylor Swift ist genau das widerfahren, als unlängst künstliche generierte Nacktbilder von ihr in Umlauf gebracht wurden und sich schnell verbreiteten. Angesichts der in diesem Jahr anstehenden amerikanischen Präsidentschaftswahlen, aber auch der vielen anderen Urnengänge rund um die Welt nehmen nun die Sorgen zu: Wie gefährlich sind solche sogenannten Deepfakes? Können damit Millionen Wähler in die Irre geführt werden, Ergebnisse wesentlich beeinflusst werden? Die großen Internetkonzerne reagieren längst und arbeiten an Maßnahmen, um Fälschungen zu erkennen, zu vermeiden und schnell zu beseitigen. Vor einigen Tagen stellte der Meta-Konzern, zu dem die Dienste Facebook und Instagram gehören, entsprechende Anstrengungen vor. Er setzt auf eine Allianz der Plattformbetreiber und auf einheitliche Standards, wenn es um die Kennzeichnung von Bildern geht. Doch reicht das? Über all das diskutieren wir in dieser Episode.
Ep 295Big Tech trumpft auf – woher die Milliardengewinne von Google & Co. kommen
Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta und Apple: Die wichtigsten amerikanischen Internetunternehmen haben in den zurückliegenden drei Monaten enorme Gewinne erzielt. Der iPhone-Hersteller Apple ungefähr 34 Milliarden Dollar, den Suchmaschinenbetreiber Google und der Softwarekonzern Microsoft jeweils mehr als 20 Milliarden Dollar. Und auch die Facebook-Muttergesellschaft Meta und der Onlinehändler Amazon verbesserten ihre Ergebnisse deutlich. Daran zeigt sich einiges: Das Werbegeschäft von Google und Meta ist intakt, das iPhone weiterhin sehr gefragt, Cloudangebote werden noch beliebter. Und Künstliche Intelligenz zeigt sich eben immer mehr auch jenseits des großes Hypes in den knallharten Kennzahlen. Doch wie geht es den Konzernen im Einzelnen? Warum läuft es für Apple auf dem wichtigsten Auslandsmarkt China schlechter? Wieso goutierten die Anleger gerade die Meta-Zahlen außerordentlich? Und was steckt hinter der Einkaufshilfe-KI "Rufus", die Amazon-CEO Andy Jassy vorstellte? Über all das und mehr diskutieren wir in dieser Episode.
Ep 294Muss weniger zahlen, wer vorsichtiger fährt, Herr Sommerfeld?
Wer ein neues Auto fährt, erzeugt ungeheuer viele Daten. Die zahlreichen Bordcomputer erfassen nicht nur, wohin die Reise geht, sondern zum Beispiel auch wie schnell man unterwegs ist und wie häufig und wie stark gebremst wird. Würde man mit diesen Daten eine Künstliche Intelligenz füttern, könnte die ziemlich genau berechnen, wie hoch das individuelle Unfallrisiko eines Fahrers ist – und damit auch, wie hoch der Beitrag für die Kfz-Versicherung ausfällt. Was technisch in naher Zukunft möglich ist und ob das zu mehr Gerechtigkeit und weniger Unfällen führt, diskutiert der F.A.Z-Podcast D:Economy mit einem Mann, der allein in Deutschland rund neun Millionen Kraftfahrzeuge versichert: Frank Sommerfeld, dem Vorstandsvorsitzenden der Allianz Versicherungs-AG. Schon heute bietet die Allianz einen Telematiktarif an, der Kriterien wie vorausschauendes Bremsen, moderates Beschleunigen und das Vermeiden einer Risiken mit einem Bonus auf den Versicherungsbeitrag belohnt. Allerdings kann der Versicherer dabei nicht auf die Daten in den zahlreichen Bordcomputern zurückgreifen, der Fahrer muss eine App auf dem Mobiltelefon und ein kleines Telematikgerät mit Satellitenempfänger im Auto installieren. Mit der Umsetzung des von der Europäischen Union verabschiedeten Datengesetzes, so hofft Sommerfeld, können die Fahrer künftig entscheiden, ob sie diese Daten mit ihrer Versicherung teilen wollen. In einer Umfrage des unternehmenseigenen Zentrums für Technik hatte sich jeder zweite Autofahrer bereits erklärt, Informationen weiterzugeben, wenn er im Gegenzug bessere Leistungen erhält. Auf Künstliche Intelligenz setzt die Allianz hingegen heute schon auf anderen Gebieten. So sei bei Bagatellschäden schon heute eine Bilderkennungssoftware im Einsatz. Alles will Sommerfeld aber den Maschinen nicht überlassen, so müssten Entscheidungen über Prämien und Leistungen immer nachvollziehbar bleiben, was auf dem Stand der Technik nicht immer möglich sei. Trotzdem plädiert Sommerfeld leidenschaftlich für mehr Mut. „Wir werden nie von Anfang an eine perfekte Lösung hinbekommen“, so der Manager über Künstliche Intelligenz. „Aber wir sollten nicht so tun, als würde diese Technik nicht die Welt verändern.“
Ep 293Europa abgehängt? – Worum es technisch in Davos ging dieses Jahr
Längst stehen auch auf dem Weltwirtschaftsforum Technologiethemen im Vordergrund. Allen voran drehte sich auch während des diesjährigen Treffens in Davos vieles um Künstliche Intelligenz und die Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Macht. Open-AI-Chef Sam Altman war da, Microsoft-CEO Satya Nadella – prominentester Deutscher in diesem Bereich war der SAP-Vorstandsvorsitzende Christian Klein. Wie sehen die Entscheider KI? Betonen sie vor allem die Chancen oder schüren sie Ängste? Und wo genau erwarten sie die nächsten konkreten Durchbrüche? Und wie steht die deutsche Wirtschaft eigentlich aus Sicht des Rests der Welt gerade da? Über all das sprechen wir in dieser Episode – und zum Schluss auch noch über die europäischen Raumfahrtambitionen.
Ep 292Wie der Webhoster Ionos gegen die Großen besteht
Mehr als 6 Millionen Kunden – und eine ordentliche Wachstumsprognose auch in einem konjunkturell herausfordernden Umfeld: Der Webhosting-Anbieter Ionos kann damit glänzen. Aber wie schlägt sich das deutsche Unternehmen im Wettbewerb mit Amazon, Microsoft oder andern amerikanischen Großkonzernen? Achim Weiß, der Vorstandsvorsitzende von Ionos, ist voller Zuversicht. Im neuen Jahr erwartet er für seine Ionos Group SE ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 11 Prozent – und eine bereinigte Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 28.5 Prozent. Für das Jahr 2025 wird hier sogar ein Wert von 30 Prozent prognostiziert. Wie das gelingt? Darüber spricht Weiß im D:ECONOMY-Podcast. Man staunt: Es gibt noch immer viele Unternehmen in Europa, die die Vorteile des Internets nicht ausreichend nutzen. Und bestehenden Kunden kann man noch viel mehr verkaufen, auch neue Produkte, die mit Künstlicher Intelligenz funktionieren. Aber warum läuft die Aktie nicht besser?
Ep 291Die angesagteste Tech-Messe der Welt und was sonst noch aus Amerika auf uns zukommt
Im Januar stellen die wichtigste Technologie-Unternehmen der Welt in Las Vegas aus, was sie erfunden haben und schon jetzt oder künftig verkaufen möchten: die Elektronikmesse CES öffnet ihre Pforten. Mit dabei sind bekannte Internetunternehmen und Handyhersteller, aber mit HD Hyundai beispielsweise auch der größte Schiffsbaukonzern der Welt. Und natürlich sind auch wichtige deutsche Anbieter vertreten wie die großen Autounternehmen und der Technik-Konzern Siemens. Siemens-Chef Roland Busch ist sogar für einen ganz wichtigen Redebeitrag vorgesehen. Einzig der iPhone-Hersteller Apple verzichtet auf einen eigenen prominenten Stand - wie schon seit Jahren setzt das Unternehmen vor allem darauf, die eigenen Produkte auf eigenen Veranstaltungen zu bewerben. Zugleich tobt auch in den Vereinigten Staaten die Diskussion darüber, wie nützlich und gefährlich Künstliche Intelligenz ist, auch abseits der CES. Braucht es neue Regulierung ähnlich wie in Europa? Oder wollen die Amerikaner einen anderen Weg gehen? Über all das, die Zukunft der Plattform "X" und mehr diskutieren wir in dieser Episode zum Jahresauftakt.
Ep 290KI, Cyberangriffe und X – unser Jahresrückblick
Durch ChatGPT hat das amerikanische KI-Unternehmen Open AI die Künstliche Intelligenz massentauglich gemacht. Millionen Menschen rund um den Globus sind erstmals in Kontakt gekommen mit den Fähigkeiten, über die fortschrittliche Sprachmodelle inzwischen verfügen. Unternehmen und Behörden aller Bereiche erkunden nun, wie sich das auf Produkte und Prozesse auswirken könnte. An der Börse hat sich dies in gestiegenen Aktienkursen der maßgeblichen Internetunternehmen gezeigt, aber auch besonders an der Kursentwicklung des führenden KI-Chip-Herstellers Nvidia. Doch auch abseits der KI war das zurückliegende Jahr spannend, wenn es um die Digitalisierung geht. Die Zahl der Hackerangriffe wächst. Die Ziele sind ebenfalls unternehmerische wie staatliche, hinter den Attacken stecken private Erpresser ebenso wie Staaten. Betroffen waren Krankenhäuser in Deutschland oder beispielsweise der IT-Dienstleister Südwestfalen IT. Und dann schwebt über allem natürlich noch die Frage, wie alle Menschen eigentlich mitkommen, sich anpassen, dazu lernen können. Über all das haben wir in unserer Jahresrückblicks-Episode gesprochen – und wünschen Ihnen einen guten Start in das kommende Jahr, durch das wir Sie gerne weiter begleiten mit diesem Podcast.
Ep 289Bleibt gute Medizin bezahlbar, Herr Schardt?
Deutschland wird älter. Waren im Jahr 1950 noch zehn Prozent der Bevölkerung älter als 65, sind es 22 Prozent, Tendenz weiter steigend. Wer das Renteneintrittsalter erreicht, hat als Frau noch rund 21 Jahre Lebenszeit vor sich, als Mann sind es etwa drei Jahre weniger. Zu verdanken ist diese erfreuliche Tatsache vor allem den medizinischen Fortschritt, und dazu gehört eine immer besser werdende Medizintechnik. Dieser Fortschritt findet vorerst kein Ende, und künftig soll er auch dafür sorgen, die explodierenden Kosten des Gesundheitssystems im Griff zu behalten. Davon zeigt sich Peter Schardt, Cheftechniker von Siemens Healthineers, überzeugt. Als Physiker verheiratet er Maschinenbau und Künstliche Intelligenz und schwärmt dabei schon mal vom digitalen Zwilling des Menschen. Für die Entwicklung eines Magnetresonanztomographen, der mit deutlich geringerer Feldstärke arbeitet, aber durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz bessere Bilder liefert, haben zwei seiner Mitarbeiter vor einigen Wochen den Zukunftspreis des deutschen Bundespräsidenten erhalten. Bildgebende Verfahren könnten Schardt zufolge schon bald deutlich häufiger in Vorsorge-Untersuchungen eingesetzt werden und ferngesteuerte Roboter sollen die Gefäße von Schlaganfall-Patienten schon auf dem Weg ins Krankenhaus öffnen. Technische Assistenzsysteme sollen aber nicht nur die Qualität der medizinischen Versorgung verbessern, sondern Ärzten und Pflegekräften ermöglichen, das zu tun, was Maschinen auf lange Zeit nicht können: den menschlichen Kontakt zu Patienten herzustellen. Auch wenn Schardt Details der deutschen Datenschutzregeln und der geplanten europäischen Richtlinie zu Künstlicher Intelligenz kritisiert, hält er Deutschland für einen guten Standort für die Medizintechnik: „Eines unserer wirklichen Differenzierungsmerkmale ist, dass wir sowohl die Hardware, also die wirkliche Konstruktion, mit der digitalen Welt so verbinden können, dass es dann insgesamt einen Vorteil gibt. Ich glaube, das können viele andere Firmen so nicht, gerade, wenn ich auf die reinen Digitalkonzerne schaue.“
Ep 288Welche Konsole und welches Spiel? – Was Sie jetzt zum Gaming wissen müssen
Nach langer Zeit sind die drei führenden Videospiele-Konsolen in neuester Ausführung vor einem Weihnachtsfest erhältlich. Zugleich spielen mehr Menschen Computerspiele als jemals zuvor – und die Spiele selbst sie so aufwendig wie zu keinem früheren Zeitpunkt. Wer spielt, erlebt mitunter einen hochwertigen Kinofilm quasi als Schauspieler und kann noch dazu frei wählen, welchen Handlungssträngen er folgen möchte. Welche Spiele sind besonderes angesagt gegenwärtig? Was begeistert, was ist eher out? Wie leistungsfähig sind Playstation, X-Box und Switch in den neuesten Ausführungen? Was taugt eher für Familien, welche Spiele fesseln tagelang? Über all das und mehr sprechen wir in dieser Episode – die kurz vor dem Fest einen hoffentlich hilfreichen Überblick auch für Unentschlossene geben soll.
Ep 287Samsung will 2024 zum Jahr der KI machen
Der koreanische Samsung-Konzern, der größte Smartphone-Hersteller der Welt, will 2024 zum Jahr der Künstlichen Intelligenz (KI) machen. Eine entsprechende Software soll in immer mehr Geräte des Konzerns Einzug halten – und dabei längst nicht nur in Smartphones, sondern auch in alle anderen Arten von Elektrogräten, vom Kühlschrank über den Staubsauger bis zu Waschmaschine. Was aber kann die KI dort leisten? Darüber reden wir im D:ECONOMY-Podcast. Zudem arbeitet Samsung an einer eigenen generativen Künstlichen Intelligenz (KI), die möglicherweise schon im nächsten Jahr auf den Geräten des Konzerns implementiert werden kann. Benannt ist die KI nach dem deutschen Mathematiker Carl Friedrich Gauss, der mit seiner Normalverteilungs-Theorie den Grundstein für das maschinelle Lernen und die Künstliche Intelligenz gelegt habe. Der Name solle außerdem die Vision des Unternehmens unterstreichen, alle Phänomene und alles Wissen dieser Welt nutzbar zu machen. Derzeit besteht das Modell aus den Anwendungen Samsung Gauss Language, Gauss Code und Gauss Image. Es vereinfache unter anderem das Schreiben von Emails, fasse Dokumente zusammen und übersetze Texte.
Ep 286Wie weit sind wir mit dem autonomen Fahren wirklich, Herr Peters?
Autos, die ohne menschliche Eingriffe durch komplizierte Verkehrssituationen steuern - daran tüfteln viele Forscher und daran arbeiten große Automobil- und Technologie-Konzerne. Sie machen Fortschritt. Bislang geht es dabei allerdings in der Regel um das sogenannte automatisierte Fahren, um Assistenzsysteme, um das Fahren auf Autobahnen oder das Einparken. Warum gibt es nicht schon längst richtige Roboterautos? Warum ist der öffentliche Straßenverkehr für Computer derzeit (noch) nicht alleine befahrbar? Und wird er das überhaupt jemals sein? Steven Peters ist Professor an der TU Darmstadt und beschäftigt sich genau mit solchen Fragen. Zuvor war er jahrelang Chef der KI-Forschung des Autokonzerns Mercedes. Er erklärt, welche Sensoren und Verarbeitungsprozesse nötig sind, um voranzukommen, wie weit Tesla, Waymo und die deutschen Hersteller sind. Und in welchen Bereichen auch aus kommerziellen Gründen die nächsten Durchbrüche zu erwarten sind.
Ep 285Wann wird die Schifffahrt klimaneutral, Herr Lauber?
Ein paar Mausklicks nur und schon sind Smartphone, Laptop oder Spielekonsole auf dem Weg zu uns. Gefertigt wurden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in Asien, ebenso wie die Chips, die in unseren Autos oder Kühlschränken stecken. Das hat Auswirkungen auf das Klima, denn der Warentransport auf den Weltmeeren ist für zwei bis drei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich, Tendenz steigend. Ändern ließe sich das nur durch den Einsatz synthetischer Kraftstoffe, denn Akkus wären für große Containerschiffe viel zu schwer. Uwe Lauber, Vorstandsvorsitzender von MAN Energy Solutions, zeigt sich im Gespräch mit der F.A.Z. davon überzeugt, dass die technischen Hürden für die Produktion dieser Kraftstoffe zu überwinden sind. Sorgen bereitet ihm – so paradox es klingt – der Rohstoff Kohlendioxid, der neben grünem Wasserstoff für die Herstellung benötigt wird. Strenge Einfuhrregeln der Europäischen Union könnten dazu führen, dass es ausgerechnet hierzulande mit der grünen Schifffahrt etwas länger dauert. International tätigen Reeder jedenfalls bereiten sich vor auf die maritime Energiewende. Und daher zeigt sich Lauber überzeugt, dass man allmählich dem Ziel näher kommt – und im Jahr 2030 schon eine deutlich klimafreundlichere Kreuzfahrt buchen kann.