
DDCAST - Was ist gut? Design, Kommunikation, Architektur
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Ep 155DDCAST 155 - Zukunft als Garten "Viviane Stappmanns"

Ep 154DDCAST 154 - Sandra Mawuto Dotou "Black Designers: Grafik und Empowerment"
Sandra Mawuto Dotou ist eine freiberufliche Kommunikationsdesignerin und visuelle Konzepterin mit Sitz in Hamburg. Zwischen 2016 und 2020 absolvierte sie ihr Bachelorstudium in Kommunikationsdesign an der Technischen Hochschule Würzburg - Schweinfurt. Anschließend erwarb sie von 2020 bis 2022 ihren Masterabschluss im Integrierten Design an der Hochschule für Künste Bremen. Mawuto ist besonders begeistert von der Konzeption im Designbereich und schätzt die Möglichkeit, durch eine gelungene Gestaltung Zugang zu verschiedenen Themenbereichen zu schaffen. Ihre Projekte umfassen sowohl Popkultur als auch Aktivismus, wobei oft eine Überschneidung dieser beiden Bereiche stattfindet. Sie findet es besonders interessant, Design mit politischen oder aktivistischen Themen zu verbinden und fragt sich, wie Design zur Aufklärung, Motivation, Mobilisierung, Reflexion und Entstigmatisierung beitragen kann. Ein gutes Beispiel für diese Herangehensweise ist das Projekt “Escape Racism International”, eine Anti-Rassismus Ausstellung, welche sie gemeinsam mit Julia Sukop erarbeitet hat. Besucher*innen dieser Ausstellung werden mithilfe von Design Elementen und der Metapher eines Flughafens durch die Deutsche Rassismus Geschichte geleitet. Sie können darin mithilfe von Spielen, Magazinen und Informationsmaterialien sich selbst reflektieren und bekommen Hilfsmittel zum aktiven Anti-Rassismus an die Hand. Das Ausstellungskonzept gewann 2021 einen Goldenen Nagel im ADC Talent Award. Mawuto arbeitet mit einem breiten Spektrum von Auftraggeber*innen aus verschiedenen Disziplinen zusammen, darunter Editorial Design, Social Media Konzeption, Grafikdesign, Motion und Creative Direction. Darüber hinaus gibt sie Kreativworkshops. Zu ihren Kund*innen gehören unter anderem Ando's Afro Shop, Akono Verlag, Salut Deluxe, A Color Bright, Black History Month Hamburg, Fashion Africa Now, Each One Teach One, Stop The Water While Using Me und viele weitere. Derzeit arbeitet sie neben ihrer freiberuflichen Tätigkeit zusammen mit Tabea Erhart, Sheeko Ismail und Teresa Awa an der zweiten Auflage des gemeinsamen Buchprojekts "Look At Us! - Galerie Schwarzer Held*innen und Vorbilder in Deutschland". Außerdem ist sie Teil des Teams "Educate to Recreate", das Aufklärungsprojekte zur Black Dance Culture realisiert. In diesem Team arbeitet sie mit Romy Mittag, Gifty Lartey, Jaclyn Hernandez, Lukas Lubisia, Gülnihan Hasköy und Safija Qadery. Sie ist Co-Gründerin des Ladies, Wine & Design Würzburg Chapters, einer Salon Night für Frauen und Nicht-binären Personen im Design von Jessica Walsh, und ist seit neuestem neuer Host von Ladies, Wine & Design Hamburg. Ab November 2023 ist Mawuto die siebte Residentin des “Fonds für Junges Design” der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen am Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg.

Ep 153DDCAST 153 - Katja Diehl "auto-gerecht ≠ lebens-wert"
Katja Diehl ist Bestsellerautorin, Keynote-Speakerin, Panelistin, Podcasterin, Bloggerin, Beraterin und Zukunftsaktivistin mit den Schwerpunkten Mobilität, New Work und Diversity. In ihrer Zukunftsvision können die Menschen Auto fahren, wenn sie es wollen. Aber sie müssen es nicht mehr - weil es attraktive Alternativen gibt. Die in Braunschweig geborene Diehl studierte nach ihrem Abitur am Franziskusgymnasium Lingen an der Universität Osnabrück Literaturwissenschaften, Medien und Soziologie und erwarb später nebenberuflich einen MBA im Marketing an der WWU Münster. Sie war Redakteurin bei der Deutschen Presse-Agentur und wechselte dann in die Unternehmenskommunikation mit einem Volontariat bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück. Der weitere berufliche Werdegang führte in zuletzt leitenden Funktionen über Hellmann Worldwide Logistics, die Stadtwerke Osnabrück und die NordWestBahn. Sie sammelte im Laufe ihrer Karriere umfängliche Expertise in Mobilität und Logistik, die sie seit 2017 als Beraterin für inklusive, klima- und sozial gerechte Mobilitätswende einsetzt. Ihr 14-täglicher Podcast zum Thema, She Drives Mobility, umfasst Folgen mit Gästen wie Claudia Kemfert, Raul Kraufhausen, Maren Urner und Sara Schurmann. Als Autorin schreibt sie über inklusive und nachhaltige Mobilität. 2019 war Diehl eine der „25 LinkedIn TopVoices in Deutschland, Österreich und der Schweiz“. 2020 wurde Diehl vom Focus zu den „100 Frauen des Jahres“ gezählt und als eine der „Remarkable Women in Transport“ der TUMI (Transformative Urban Mobility Initiative) ausgezeichnet. Am 28. Oktober 2022 erhielt Diehl den Deutschen Mobilitätspreis in zwei Kategorien. Ihr Buch Autokorrektur – Mobilität für eine lebenswerte Welt erschien am 9. Februar 2022 und stand sofort auf Platz 5 auf der Spiegel-Bestsellerliste. Es wurde 2022 mit dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis in der erstmals vergebenen Kategorie „Leserpreis“ ausgezeichnet. Darüber hinaus war Diehl Schirmherrin des „Energiewende Awards 2020“ und ist Mitglied der Jury des „Zukunftswettbewerbs #mobilwandel2035“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV). Sie ist Mitglied im Beirat der „FTI-Strategie Mobilität“ des österreichischen Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie. Diehl war von 2018 bis 2022 Mitglied im Bundesvorstand des Verkehrsclubs Deutschland. Im April 2022 war Diehl Mitinitiatorin einer Bundestagspetition zur Mobilitätswende. Die vom Umweltaktivisten Tino Pfaff eingereichte Petition erreichte mit über 65.000 Unterschriften das nötige Quorum. Sie geriet durch Ihren Aktivismus und ihre öffentliche Stellungen ahmen zur Mobilitätswende in das Fadenkreuz der Angriffen von Autolobbyisten. Diese Kampagne gegen sie wurde 2023 von HateAid analysiert und dokumentiert. Link zu Projekten von Katja Diehl: She Drives Mobility-Website https://katja-diehl.de/

Ep 152DDCAST 152 - Sebastian Oschatz "unimpressed by technology"
Sebastian Oschatz studierte Informatik an der TU Darmstadt. Sein Weg führte von elektronischer Musik mit der Gruppe „Oval“ hin zu Musikvideos und interaktiven Klanginstallationen mit "Involving Systems“. 1997 gründete er die Bürogemeinschaft MESO, aus der sich kurz darauf die Firma MESO Digital Interiors entwickelte. Er entwickelte die graphische Programmiersprache vvvv die zeitweilig zu einem der weltweit gefragtesten Werkzeuge für digital-interaktive Inszenierungen geworden geworden war. Er unterrichtete Technikgeschichte und Mediensystemdesign an verschiedenen Universitäten und Hochschulen und ist seit 2018 Honorarprofessor für Interaktionsgestaltung an der HfG Offenbach. Die Projekte von MESO finden sich in zahlreichen Museen, in internationalen Showrooms und in Lernräumen ganz unterschiedlicher Institutionen.

Ep 151DDCAST 151 - Hani Rashid "Re:Action and Re:Conciliation"
Hani Rashid, ein renommierter Architekt und Mitbegründer des New Yorker Büros Asymptote Architecture, hat zusammen mit Lise Anne Couture vielbeachtete Beiträge im Bereich radikaler Entwürfe geleistet. Eines der bemerkenswerten Projekte in Hani Rashids Portfolio ist das Yas Marina and Hotel in Abu Dhabi, das 2011 fertiggestellt wurde. Ein weiteres Projekt ist das ARC Multimedia Museum in Daegu, Südkorea, das 2017 fertiggestellt wurde. Das Museum ist ein Beweis für das Interesse von Asymptote an der Schaffung immersiver und technologisch fortschrittlicher Räume. Auch der 2020 fertiggestellte Hauptsitz der ING Bank in Gent, Belgien, zeigt einen funktionalen und ästhetisch radikalen Ansatz für die Gestaltung von Unternehmensgebäuden. Hani Rashid hat sich nicht nur in der Praxis hervorgetan, sondern im wissenschaftlichen Kontext gearbeitet. Er hatte Lehraufträge an renommierten Institutionen wie der Royal Danish Academy, der Princeton University, der ETH Zürich, der Harvard Graduate School of Design und der Columbia University Graduate School of Architecture, Planning, and Preservation inne. Im Jahr 1998 war Rashid Mitbegründer des Advanced Digital Design Program an der Columbia University, mit dem er die Grenzen der architektonischen Ausbildung erweitert hat. Derzeit ist Hani Rashid Leiter des Studio 3, eines Designstudios an der Universität für angewandte Kunst Wien, Institut für Architektur. Rashids Beiträge zur Architekturgemeinschaft wurden durch verschiedene Auszeichnungen gewürdigt. Im Jahr 2000 vertrat er die Vereinigten Staaten auf der 7. Architekturbiennale von Venedig mit. 2004 wurde Asymptote Architecture mit dem Frederick Kiesler Prize for Architecture and the Arts ausgezeichnet. Hani Rashid wurde im TIME Magazine als Innovationsführer des 21. Jahrhunderts vorgestellt. Portrait-Photo (c) Nick Kova

Ep 150DDCAST 150 - Carlotta Ludig & Nicola Stattmann "Designbäume für kühlere Städte"
Nicola Stattmann arbeitete nach ihrem Diplomabschluss (1997) im Fach Produktdesign an der HBK Saarbrücken und für drei Jahre im Frankfurter Designbüro Uwe Fischer. Von dort wechselte sie zur Agentur designaffairs, der ehemaligen Siemens Design & Messe GmbH., in München. Dort baute sie ein Materiallabor an der Schnittstelle von Design und Engineering auf und entwickelte gemeinsam mit Kunden innovative Material- und Produktionstechnologien. 2003 machte sie sich mit dem Büro Nicola Stattmann mit Sitz in Frankfurt am Main selbständig. Das Büro ist spezialisiert auf nachhaltige Produktentwicklung und Innovation. Für namhafte Firmen unterschiedlichster Branchen entwickelt es Produktstrategien und -lösungen, die sich durch echte Innovation, Nachhaltigkeit, intelligente Material-Technologie-Kombinationen, gute Gestaltung und technologischen Vorsprung auszeichnen. Nicola Stattmann ist Autorin mehrerer Bücher zum Thema Neue Materialien und wirkt regelmäßig in Jurys für internationale Design- und Innovationspreise mit. Seit 2006 bekleidet sie regelmäßig Gastprofessuren für Produktdesign an deutschen und internationalen Hochschulen. 2011 gründete Nicola Stattmann mit ihrem Bruder Oliver Stattmann STATTMANN NEUE MOEBEL − ein Spin-off der seit 1876 im Familienbesitz befindlichen Tischlerei. Die Möbelfirma genießt heute internationales Renommee und realisiert mit bekannten Architekturbüros Projekte weltweit. Als Verantwortliche für Produktentwicklung, Markenstrategie und Kommunikation bei STATTMANN besitzt Nicola Stattmann langjährige Erfahrung in Konzeption, Konstruktion und Fertigung von Serienprodukten sowie deren Vermarktung. Die operative Geschäftsführung gab sie 2021 ab. Aufbauend auf ihrer langjährigen Expertise im Bereich der nachhaltigen Produktentwicklung wendete sich Nicola Stattmann mit Carlotta Ludig 2020 dem Thema der Begrünung städtischer Räume im Kontext des fortschreitenden Klimawandels zu und entwickelten erste Konzepte. Ein intensiver Austausch über die Konzepte mit relevanten Stakeholdern aus Städtebau, Immobilienwirtschaft, Landschaftsarchitektur und Gartenbauwissenschaften erzielte durchweg positives Feedback. Dies nahmen die beiden Gründerinnen zum Anlass ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt zu initiieren und darauf aufbauend die Unternehmung OMC°C zu gründen. Bei OMC°C ist Nicola Stattmann für die strategische Ausrichtung, technologische Entwicklung und Vertrieb verantwortlich. Carlotta Ludig absolvierte 2020 ihr Diplom im Fachbereich Design an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main. Bei Auslandsaufenthalten während ihres Studiums, wie z.B. an der Oslo School of Architecture and Design, sammelte sie Erfahrungen in Business Development an der Schnittstelle von Service und Design. Schnell entwickelte sie dafür eine besondere Begeisterung und richtete die weiteren Studieninhalte thematisch daran aus. Auch das Deutschlandstipendium, das sie 2017/18 erhielt, gab ihr die Möglichkeit, den Interessenschwerpunkten Schnittstelle Design und Business weiter nachzugehen. Bereits seit 2018 arbeitete sie während ihres Studiums im Büro Nicola Stattmann. Schnell stellte sich die Zusammenarbeit zwischen den zukünftigen Gründerinnen als sehr vertrauensvoll und erfolgreich heraus, sodass sie eine geeignete Grundlage für eine engere unternehmerische Zusammenarbeit bot. Mit Nicola Stattmann eigeninitiativ an einer seriellen Produktlösung für vertikale Begrünung zu arbeiten bot ihr die ideale Gelegenheit Produtkdesign und Geschäftsentwicklung zu vereinen. Gemeinsam entschlossen sie sich als Geschäftspartnerinnen der Brisanz des Themas und sich gleichzeitig aufzeigenden Marktlücke weiter nachzugehen. 2020 erhielt sie das Hessen Ideen Stipendium. Das hessische Gründerstipendium des Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gab ihr mit finanzieller Unterstützung die Möglichkeit in dieser frühen Phase der Unternehmensgründung Vollzeit daran zu arbeiten.

Ep 149DDCAST 149 - Frauke Fischer "Ohne Mücken keine Schokolade"
Dr. Frauke Fischer ist Expertin für Biodiversität, Wissenschaftlerin, Beraterin, Rednerin und Autorin. Sie studierte Biologie an der Johann Wolfgang von Goethe Universität in Frankfurt sowie dem Trenton State College in den USA und diplomierte 1989 an der Universität Frankfurt im Fach Biologie. Für Ihre Promotion wechselte sie an die Universität Würzburg, wo sie im Comoé Nationalpark in der Côte d’Ivoire über Effekte der Überjagung auf Kobantilopen (Kobus kob kob) forschte. Nach Abschluss ihrer Promotion wurde sie Leiterin der Internationalen Forschungsstation der Universität Würzburg im Comoé Nationalpark. Mit dem Ausbruch des Bürgerkriegs in der Côte d’Ivoire im Herbst 2002 wechselte sie an die Universität in Würzburg und baute hier die Lehre im Bereich internationaler Naturschutz auf. Im Jahr 2003 gründete Frauke Fischer mit der Agentur auf! Deutschlands erste Managementberatung mit dem Schwerpunkt Biodiversität. (www.agentur-auf.de). Im Jahr 2015 gründete Frauke Fischer zusammen mit ihrem Kollegen Dr. Arno Wielgoss PERÚ PURO, um Kleinbauern im abgelegenen Urubambatal in Peru einen fairen Marktzugang für ihren hochwertigen, bio-Urkakao Chuncho zu bieten. Inzwischen bietet PERÚ PURO prämierte Schokoladen, Kaffeespezialitäten und Paranüsse an. (www.perupuro.de). Sie wurde vielfach ausgezeichnet und in zahlreiche Gremien berufen. Für ihre besonderen Studienleistungen wurde Frauke Fischer 1989 mit dem Eintrag auf die Dean’s List des Fachbereichs Biologie des Trenton State College ausgezeichnet. Im Jahr 2001 erhielt sie den Ford Motor Company Conservation Award. Im Jahr 2018 wurde Frauke Fischer mit dem Albrecht Fürst zu Castell-Castell Preis für nachhaltiges Handeln an der Universität Würzburg ausgezeichnet. 2020 erhielt sie die Trophée de Femme der Fondation Yves Rocher. Mit PERÚ PURO wurde Frauke Fischer im Jahr 2020 für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert. Ihr Buch „Was hat die Mücke je für uns getan?“ wurde 2021 mit dem deutschen Umweltmedienpreis ausgezeichnet. Frauke Fischer ist eingeladenes Mitglied der IUCN World Commission on Protected Areas und der IUCN Species Survival Commission. Sie ist berufenes Mitglied des Nachhaltigkeitsausschusses der IHK Frankfurt, des wissenschaftlichen Beirates des WWF Deutschland, der BNP Paribas Stiftung und der Krombacher Regenwaldstiftung. Publikationen Frauke Fischer hat über 70 wissenschaftliche peer-reviewed Journal Artikel verfasst. Sie ist Autorin folgender Bücher: „Planet 3.0 Klima. Leben. Zukunft.“ Schweitzerbart’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart (2013), „Der Palmöl Kompass“ Oekom Verlag, München (2019), des Bestsellers „Was hat die Mücke je für uns getan? Endlich verstehen, was biologische Vielfalt für unser Leben bedeutet“ Oekom Verlag, München (2020) und „Wal macht Wetter – wie Biodiversität unser Klima rettet“ Oekom Verlag, München (2023). Sie ist regelmäßige Speakerin bei großen Veranstaltungen und war in dieser Funktion u.a. zu Gast bei den Baden-Badener Unternehmergesprächen, dem Aufsichtsrat der Commerzbank AG, Uniper Energy, Jägermeister, Axxion S.A., Econsense, EIGA, Lanxess, P&G DACH MO. Frauke Fischer ist regemäßiger Gast in Podcasts (Bei Spotify unter dem Suchbegriff „Frauke Fischer“). Seit April 2023 erscheint jeden Mittwoch ihr Wissenschaftspodcast Tierisch!

Ep 148DDCAST 148 - Franz Dietrich "3-D-Strick & Gutes Leben"
Heute stürzen wir uns kopfüber in meine duale Lebens- und Berufsgeschichte. Ich durchschreite gerade mein drittes persönliches und viertes berufliches Leben. Klingt verwirrend? Keine Sorge, es ergibt alles einen Sinn. Schauen wir zurück: Das erste Kapitel meiner persönlichen Biografie (Jg. 1984), die Kindheit und Jugend, war eine idyllische Zeit voller Sport, bis sich Krankheiten während meines Studiums und der Familiengründungsphase einschlichen. Jetzt befinde ich mich in Kapitel drei, geprägt von Gesundheit, Arbeit, Tochter, Hund Pax – und Zeit für Sport ist endlich wieder mehr da! Beruflich hatte ich einen entspannten und schönen Start als Zivi in den historischen Gärten Potsdams und danach als Mitarbeiter bei einem Versorgungswerk der Diakonischen Werkstätten (2004-07). Dann begann ich mein Studium zum Produkt- und Industriedesigner, war 3 Jahre Tutor für das CNC- Fräsen im Studiengang und stürzte mich noch im Studium in meine erste freiberufliche Selbstständigkeit mit Dienstleistungen für Surface Re-Engineering und CNC-Modellbau. Teil zwei meines Berufslebens war geprägt vom aufreibenden Betrieb einer eigenen Design-Marke (2012-16). Teil drei brachte eine Kehrtwende: Werkstattleiter für das Produktdesign mit digitalen Medien an der FH-Potsdam und nebenbei Masterstudent als auch, in kleinem Umfang, Freiberufler (2016-18). In meinem Master (2017/18) entwickelte ich ein patentiertes Verfahren zur Bewältigung grundlegender Schwierigkeiten beim Entwurf von 3D-Gestricken aus CAD-Daten. Anschließend hatte ich eine Anstellung als Software-Entwickler bei Karl-Mayer BU STOLL. Heute, in Runde vier, unterrichte ich freiberuflich und arbeite an diversen Forschungsprojekten mit Bezug zur Software-Entwicklung im CAD. Aktuell bin ich mit Max Eschenbach dabei, X-WRX zu gründen – meine vierte Unternehmung und bin Promovent am ITM an der TU Dresden. Die Promotion dient der vertiefenden Erforschung komplexer FEM-Berechnungsformen für 3D-Gestricke. Unser Plan ist es, unsere Forschungsergebnisse aus insgesamt fast sechs Jahren zu kommerzialisieren. Unser Fokus liegt aktuell auf der Software-Entwicklung für 3D-Planungssoftware für den 3D-Strick. Doch wir sehen uns nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Innovatoren, die den Fachkräftemangel mildern und Ressourceneffizienz verbessern wollen.

Ep 147DDCAST 147 - Markus Maas "GROSSE BÜHNE DER KOSTÜME"
Markus Maas ist seit 2021 Direktor des Kostümwesens bei der Städtischen Bühnen Frankfurt am Main GmbH. Kleidung war für ihn schon immer eine Art Kommunikation; eine Sprache, die uns als Betrachter:in, wie auch als Träger:in viel tiefer berührt als das gesprochene Wort. Am Anfang seiner beruflichen Entwicklung entschied sich Markus Maas nicht für das Studium der Mode, sondern für die Ausbildung zum Herrenmaßschneider. Seine mit Auszeichnung abgeschlossene Ausbildung führt ihn in eine neue, fremde Welt: 1991 folgt er dem Ruf ans Theater, um dort zuerst als Herrenschneider und Garderobier in der Kostümabteilung zu arbeiten. In den Folgejahren lernte er die Kostümabteilung in all ihren Facetten intensiv kennen. Nachdem er in Nürnberg seinen Meister mit der Auszeichnung des Meisterpreises der Bayerischen Staatsregierung absolviert hatte, arbeitete er ab 1997 als stellvertretender Herrengewandmeister bei der Saarländischen Staatstheater GmbH. Nach knapp drei Jahren übernahm er als Herrengewandmeister die Leitung der Kostümschneiderei. Nur zwei Jahre später begann er, neben seiner Leitungsfunktion am Saarländischen Staatstheater, seine Tätigkeit als freischaffender Kostümbildner und neun Jahre später als freischaffender Bühnenbildner. Er kreierte Ausstattungen für Oper, Schauspiel, Musicals und Ballett. 2011 übernahm er die Leitung des Kostümwesens am Saarländischen Staatstheater und wurde dort 2014 Direktor des Kostümwesens. Überdies engagierte er sich seit den späten 1990er Jahren für den Nachwuchs im Handwerk und Kostümwesen. So bildet er junge Menschen zum Herrenmaßschneider aus. 1999 wurde er vom Ministerium für Wirtschaft in Saarbrücken zum Mitglied des Prüfungsausschusses für das Damen- und Herrenschneider-Handwerk ernannt. 2020 initiierte er den Beginn der Kooperation des Saarländischen Staatstheaters und der Hochschule Trier im Bereich Gestaltung und Kostümbild.

Ep 146DDCAST 146 - Nina Sieverding & Anton Rahlwes "FORM FRAGEN 03 - MILANO / NEW BOOKS / RASSISMUS"
Nina Sieverding und Anton Rahlwes, die Chef¬redakteur¬*innen der form, im Gespräch mit Georg-Christof Bertsch. Im der bereits dritten Folge von „FORM FRAGEN“ reden wir mit den Chefredakteur:innen der Zeitschrift form über die internationale Möbelmesse Salone del Mobile Milano 2023 – und erfahren, was wir darüber noch nicht wussten. Die beiden nehmen uns mit auf die Backstage der spannenden neuen Publikationen des form-Verlags. Außerdem geht es darum, wie wir als Kommunikationsprofis oder interessierte Besucher:innen – mit rassistischen Ausstellungstücken in Designausstellungen umgehen können / sollen / müssen. Die form ist eines der traditions¬reichsten Design¬medien der Welt. Das „Zentral¬organ der deutschen Design¬szene“ erscheint seit 1957. Wir alle sind mit ihr auf¬ge-wachsen. Sie kommt aus dem Print. Der DDCAST ist eines der jüngsten Design-medien der Welt. Unser kleiner Pod¬cast ist ein digital native. Seit 2020 sind Nina Sieverding und Anton Rahlwes Chefredakteur:innen der Zeitschrift form, die sie seitdem wirklich neu erfunden haben. Der DDCAST ging ebenfalls 2020 an den Start. Die form unterstützt den DDCAST. Der DDCAST unterstützt die form. Links: form https://form.de/ Salone del Mobile https://www.salonemilano.it/en/articoli/insider/dates-salone-del-mobilemilano-2023

Ep 145DDCAST 145 - Thilo Schwer & Georg-Christof Bertsch "Designlesen – Bücher von Bedeutung"
In der Sendung besprochene Bücher chronologisch TC 03:12 ENGENHART, Marc / LÖWE, Sebastian (2022): Design und künstliche Intelligenz. Theoretische und praktische Grundlagen der Gestaltung mit maschinell lernenden Systemen. Basel, Berlin, Boston: Birkhäuser TC 10:15 MANDIR, Eileen / GROSS, Benedikt (2023): Zukünfte gestalten. Mainz: Hermann Schmidt Verlag TC 19:56 DÖRRENBÄCHER, Judith (2022): Distanz durch Nähe. Animistische Praktiken für kritisches Design. Basel, Berlin, Boston: Birkhäuser TC 27:28 LOENHART, Klaus Klaas, Hrg. (2021): Breathe. Erkundungen unserer atmosphärisch verflochtenen Zukunft. Basel New York: Birkhäuser TC 33:10 VOGT, Benjamin (2023): Gestaltung in virtuellen Welten. Interaktion, Kommunikation und die Bedeutung der Linie. Bielefeld: transscript TC 40:16 BURKHARDT, François (2023): Gestalten. Für eine interdisziplinäre, ethische und kulturelle Politik in Design und Architektur. Berlin: Martin Schmitz Verlag TC 47:07 KRAGENINGS, Fabian (2022): Prozess als Gestalt. Parametrie als grundlegendes Funktionsprinzip von Gestaltung. Bielefeld: transscript TC 53:26 BÖNINGER, Christoph, DIEFENTHALER, Annette, FRENKLER, Fritz, SPITZ, René. Hrg. (2023) Designstudium Deutschland 2023. Ein Beitrag zum Public Value. Stuttgart: avEdition TC 57:34 MALDONADO, Tomás (1972): Umwelt und Revolte. Zur Dialektik des Entwerfens im Spätkapitalismus. Reinbek: rororo TC 01:03:40 ROSANSKI, Martina (2023): Sich selbständig machen in Therapie und Beratung - wie geht das? Heidelberg: Carl Auer

Ep 144DDCAST 144 - Regine Leibinger "architektur / familie / architektur"
Professor Regine Leibinger, geboren 1963 in Stuttgart, studierte Architektur an der Technischen Universität Berlin und an der Harvard University, Graduate School of Design in Cambridge, USA. Seit 1993 führt sie gemeinsam mit Frank Barkow das Architekturbüro Barkow Leibinger in Berlin. Zu den wichtigsten Gebäuden gehören unter anderem die Biosphäre in Potsdam, der Masterplan für TRUMPF Ditzingen - einschließlich Laserfabriken, Bertriebsrestaurant, Hauptpforte, Kita u.a. - das TRUTEC Building in Seoul, Korea, die Smart Factory in Chicago, der Tour Total und der Estrel Tower in Berlin. Von 2006 bis 2018 war sie Professorin für Baukonstruktion und Entwerfen an der Technischen Universität Berlin. Nach Gastprofessuren an der Harvard University, Graduate School of Design in Cambridge in den Jahren 2000 und 2004, der Princeton University, School of Architecture in Princeton von 2016 bis 2019 und der Cornell University College of Architecture, Art, and Planning in Ithaca, New York im Jahr 2021 wurde sie im Herbst 2022 erneut als John C. Portman Design Critic in Architecture an die Harvard University, Graduate School of Design in Cambridge berufen. Regine Leibinger ist eine führende Persönlichkeit in kulturellen Einrichtungen und Gremien, unter anderem als Mitglied der Sektion Baukunst an der Akademie der Künste in Berlin, Mitglied des Kuratoriums der IBA’27 StadtRegion Stuttgart und im Kuratorium der American Academy Berlin. Seit 2020 ist sie Mitglied des Dean’s Leadership Council der Harvard University, Graduate School of Design und seit 2011 Mitglied des “Visiting Committee” am MIT - Massachusetts Institute of Technology, Department of Architecture in Cambridge. Seit mehreren Jahren ist sie zudem fester Bestandteil im Aufsichtsrat der Trumpf Gruppe. Im Jahr 2020 wurde sie vom American Institute of Architects zum AIA Honorary Fellow ernannt. Seit 2022 ist sie Mitglied in der Stadtgestaltungskommission München. Ebenfalls 2022 gründete Regine Leibinger die gemeinnützige Organisation „Experimental“, die Projekte fördert, die experimentell in neue Bereiche der Architektur vordringen, um die Art und Weise zu verändern, wie und mit was wir bauen.

Ep 143DDCAST 143 - Keneilwe Munyai "KNOWING HOW TO ASK FOR HELP"
Dr. Keneilwe Munyai ist eine unabhängige Beraterin für menschzentriertes Design mit Sitz in Kapstadt. Sie arbeitet auf dem gesamten afrikanischen Kontinent an Projekten in den Feldern ökologisches Unternehmertum, Aufbau menschzentrierter Design-Innovationskapazitäten und Stärkung der Jugend durch das Programm "Design Your Life". Dieses Programm soll das jungen Menschen helfen, ihr Leben und ihre Berufung sinnvoll zu gestalten. In der Vergangenheit hat sie an Hochschulen als Designlehrerin und -forscherin gearbeitet. Sie hat auch als Produktentwicklerin gearbeitet. Sie arbeitet auch mit lokalen und internationalen Organisationen zusammen, um Einzelpersonen und Organisationen darin zu schulen und zu befähigen, Design als strategisches Instrument zur Problemlösung und Innovation einzusetzen. Sie tut dies, weil sie an den Wert von Design glaubt, um zur Lösung einiger der sozioökonomischen Probleme der Gesellschaft auf dem afrikanischen Kontinent beizutragen. Ihr besonderes Augenmerk gilt der Menschlichkeit, Menschlichkeit bei der Problemlösung und der Entwicklung von Lösungen für Sektoren wie den öffentlichen und privaten Sektor, Nichtregierungsorganisationen und im akademischen Bereich. Sie liebt es, zu Fuß zu gehen, und schätzt sich glücklich, in einer sehr fußgängerfreundlichen Stadt wie Kapstadt zu leben. Sie liebt auch die Tatsache, dass die Stadt sowohl drinnen als auch draußen wirklich fantastische und immer wieder überraschende Erlebnisse bietet. In den letzten Jahren konnte sie mit zahlreichen Innovatoren aus der ganzen Welt zusammenarbeiten. In diese Arbeitsbeziehungen bringt sie ihre schier unerschöpfliche Lernbereitschaft und eine Million Warum-Fragen ein. Komplexität und Herausforderungen motivieren sie und spornen sie an.

Ep 142DDCAST 142 - Frank Wagner "CREATIVE BUSINESS: IN MÜNCHEN"
Frank Wagner startete nach seinem Grafikdesign-Studium seine Karriere als Art Direktor bei h, t, p, design in München, verließ nach zwei Jahren die Stadt an der Isar in Richtung Hamburg zu Scholz & Friends Design, um danach wieder nach München zurückzukehren. Nach kurzer freiberuflicher Tätigkeit gründete er, gemeinsam mit Annette Häftlinger, das Grafikdesign-Studio häfelinger+wagner design. Im Jahr 2012 trennten sich die Wege der beiden Gründer und Frank Wagner führte die mittlerweile als Designagentur positinierte Agentur unter dem Namen hw.design (www.hwdesign.de) weiter. hw.design betreut Unternehmenskunden von Start-ups bis DAX40 in Fragen des Corporate Branding und der Corporate Communication und zählt mit über 500 renommierten Design-Awards zu den herausragenden Designagenturen im DACH-Raum. Frank Wagner ist Autor des Buches "The Value of Design" das 2015 im Hermann Schmidt Verlag veröffentlicht wurde. Seit 2016 ist er, gemeinsam mit der Kreativdirektorin Veronika Kinczli, Herausgeber des internationalen Designmagazin "nomad" (www.the-nomad-magazine.com), dessen Print-Ausgabe in mittlerweile rund 30 Ländern vertrieben wird. Frank Wagner ist Mitglied in der Typografische Gesellschaft, München, bei iF Design, Hannover, dem DDC (Deutscher Designer Club) sowie dem Type Directors Club, New York.

Ep 141DDCAST 141 - Marlene Bruch "DIE PAPPLOSE PIZZAPACKUNG"
Marlene Bruch studierte an der Griffith University Brisbane, Australien sowie der Aalborg University Copenhagen, Dänemark und schloss das Studium an der der HfG Offenbach als Diplom Designerin ab. 2021 gründete sie ihre Firma PIZZycle. PIZZYCLE entwickelte sich rasant zu einer echten Alternative zu Einmalverpackungen und gilt als eine der bisher klügsten und durchdachtesten Lösungen für Lebensmittel-Mehrfachverpackungen. Vor der Gründung von PIZZycle war Marlene bei ION Design, Berlin, Material-id und Mobilehead Holding sowie Heiliger Design in verschiedenen Funktionen tätig. Sie hat mehrere Designpreise gewonnen und wurde mit dem Deutschlandstipendium sowie dem Hessen-Queensland PROMOS Stipendium ausgezeichnet. Sie ist umfangreich ehrenamtlich tätig. Sie hat zahlreiche Ausstellungdesigns mitentwickelt. Sie bildet sich in Sustainable Design Theorien and Systeme Social Media Marketing ständig weiter und ist im Sketching (digital and analog), dem Modellbau (High- und Low-fidelity) sowie der Kreation von Brand Identities und Brand Designs ziemlich fit.

Ep 140DDCAST 140 - Poonam Choudhry "DESIGNKONTEXT? INTERKULTURELL!"
Poonam Choudhry ist Designerin, Autorin, Dozentin. In Indien geboren, in Deutschland aufgewachsen. Ihren Abschluss als Diplom-Textildesignerin machte sie an der abk Stuttgart. Sie leitet mit ihrem Partner Martin Bargiel das interdisziplinäre Designbüro poonamdesigners für Produkt- und Textildesign, sowie Interiors. Der Fokus ihrer Gestaltung liegt auf das Wellbeing des Menschen. Interkulturelle Aspekte fließen in ihre Konzeption für Design und Raum mit ein. Diese entwerfen sie mit nachhaltigen Materialien und aufeinander abgestimmten Farben, um gesunde Räume für den Menschen im Einklang mit der Natur zu schaffen. Texturen, Oberflächen und Textilien sind Poonams Thema. Zusammen mit Martin als Kommunikationsdesigner entwickelt sie auch Raumteiler und Wandgestaltung für Räume. Im Produktdesign entwickeln sie Möbel und zum Beispiel einen Salz-Pfefferstreuer, der bei WMF seit einigen Jahren erfolgreich läuft. Sie reist sehr viel und schreibt regelmäßig Essays und Fachartikel über Design und Architektur und lehrt an verschiedenen Hochschulen in den Fachrichtungen Design, Architektur und Stadtplanung, z.Zt. an der HFG Schwäbisch Gmünd und der Hochschule Darmstadt. Seit 2016 veranstaltet und kuratiert das Studio die CreativeDays Stuttgart – eine internationale Plattform für den Austausch von Design, Arts, Architecture, Urbanism. Sie bestehen aus einem Symposium und Designevents, die an verschiedenen Orten in Stuttgart im Juli stattfinden. Zum Symposium werden internationale und lokale Designer, Denker, Architekten und Stadtplaner, sowie Nachwuchstalente eingeladen. Ein Schwerpunkt ist dabei Indien. Bei all der kreativen Arbeit mit Design lebt sie das »Wellbeing« praktisch mit Yoga – Poonam ist ausgebildete Yogalehrerin. Sie ist Mitglied und Director Interkulturelles Design im DDC (Deutscher Designer Club), Beirat in der deutsch-indischen Gesellschaft. Sie sagt: »Zum Wellbeing des Menschen gehört die Harmonie zwischen body, mind, soul and space.«

Ep 139DDCAST 139 - Leyla Acaroglu "DESIGN DISRUPTION"
Leyla Acaroglu ist eine australische Designerin, Nachhaltigkeitsinnovatorin und Pädagogin. Sie ist Gründerin zweier Designagenturen: Disrupt Design und Eco Innovators. Außerdem gründete sie die UnSchool, ein Pop-up-Programm, das die herkömmliche Art und Weise, Wissen zu erwerben und weiterzugeben, durchbricht; das Programm wurde mit dem Core77 Design Education Initiative Award ausgezeichnet. Acaroglu hat die von ihr so genannte Disruptive Design Method entwickelt. 2016 wurde sie vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) zum "UNEP Champion of the Earth" ernannt, weil ihre Aktionen einen nachweisbaren transformativen und positiven Einfluss auf die Umwelt hatten. Sie brach ihr Designstudium ab, um ein sozialwissenschaftliches Studium mit dem Schwerpunkt ökologischerNachhaltigkeit zu absolvieren. Und sie wurde an der Fakultät für Architektur und Design des RMIT in Melbourne, Australien promoviert.

Ep 138DDCAST 138 - Tobias Adami "Leveraging Creative Friction"
Tobias Adami ist seit 2015 als Creative Director Design bei Designworks, dem Design- und Innovationsstudio der BMW Group tätig. Hier leitet er Projekte für externe Kunden in einem internationalen und interdisziplinären Team und berät diverse Fachbereiche bei BMW. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Automotive (BMWSonderzubehör und BMWLifestyle), Transportation Design (Landwirtschaft- und Forstmaschinen) sowie Infrastruktur (Elektrifizierung & mobile Urbanität). Dabei verzahnt er die Disziplinen Industrial- und Interactiondesign sowie Strategie and Design Research als auch die Teams an den Studiostandorten Los Angeles und Shanghai. Seine Expertise in Design, Engineering und Innovation bringt er in Schlüsselthemen wie Produktion, Automatisierung, Konnektivität, nahtlose und benutzerzentrierte Produktentwicklung, Design- und Portfoliostrategie, ganzheitliche Visionsansätze, Service Design und Material Itelligence und holistische Erlebniswelt ein. Der Austausch mit Geschäftspartnern aus ganz Europa, Asien und Nordamerika stärkt sein tiefes Verständnis in einem globalen kulturellen Kontext. Über das operative Design hinaus befähigt er strategische Partnerschaften und ein vielschichtiges Projektmanagement auf globaler Basis. Direkt nach und schon während seiner Ausbildung als Diplom-Industrial Designer an der Universität GH Essen, war er bis Ende 2008 als Designer und Projektleiter in verschiedenen Designstudios tätig; bei Lengyel Design, Essen, und Vistapark, Wuppertal. Von 2003 bis 2008 arbeitete er als Senior Designer und Leiter der Abteilung Product im Studio Hannes Wettstein, Zürich, für international renommierte Unternehmen in den Bereichen Product, Furniture & Light (Molteni, Cassina, Vitra, Belux), Architecture und Private Space. Während dieser Zeit realisierte er spannende Themen u.A. in der Zusammenarbeit mit Gigon Guyer, Herzog & de Meuron, Ingo Maurer und James Turrell. Von 2009 bis 2015 betreute er selbständig im eigenem Designstudio Kunden von München aus. Viele seiner Arbeiten wurden mit Awards ausgezeichnet (IF Award, RedDot, EISA Award). Seine Expertise auf dem Gebiet neuer Materialien und Technologien als Katalysator für innovative Produktkonzepte befähigte ihn zu Vorträgen auf Fachveranstaltungen und Symposien (z.B. „Material Vision 2007“ Rat für Formgebung / German Design Council). Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit war er von 2007 bis 2013 als Dozent, Betreuer und Prüfer zahlreicher Diplomarbeiten an Hochschulen für Gestaltung aktiv. An der HFG Schwäbisch-Gmünd lehrte er die Fächer „Produkt und Prozess“, „Grundlagen der Produktgestaltung“ und an der FH München „Innovationsmethodologie“ (Masterstudiengang) sowie „Gestaltungsgrundlagen“. Schwerpunkte waren die systematische Auseinandersetzung mit gestalterisch ästhetischen Fragen im Bereich technischer Produktsysteme in Hinblick auf Innovation, Ergonomie und Usability im Kontext industrieller Serienproduktion und Anwendererlebnis.

Ep 137DDCAST 137 - Niklas Fiedler "TOTALITARISMUS MIT DESIGN BEGEGNEN"
Niklas Fiedler ist freischaffender Maler, Graphic Novel-Artist und Kinderbuchautor sowie Kunstlehrer aus Frankfurt am Main. Er studierte von 2010 - 2017 an der Goethe-Universität Philosophie, Kunstgeschichte und Kunstpädagogik, und schloss das Studium mit Abschlussarbeiten über Nietzsches "Also sprach Zarathustra" und Art Spiegelmans "MAUS" ab. Während dieser Studienzeit entstanden sechs Graphic Novels, die sich auf unkonventionelle Weisen mit ethischen Fragen beschäftigen und im Selbstverlag herausgegeben wurden. Das letzte Graphic Novel "Der letzte Nazi" wurde 2018 im Kunstverein Familie Montez ausgestellt und von Fiedler jeden Abend in szenischen Lesungen vorgetragen. Durch Crowdfunding finanziert entstand ein Hörbuch von "Der letzte Nazi". Von 2017 bis 2021 war Fiedler Mitglied im Freien Schauspiel Ensemble und wirkte an der Eigenproduktion "Sei frei, immer!" mit. 2020 vollendete Fiedler sein Kinderbuch "Otto der Oktopus", in dem es um einen Tintenfisch geht, der nicht nur seine Farbe und seine Form verändern kann, sondern auch seinen Stil. Seit 2020 ist Niklas Fiedler Kunstlehrer am Erasmus-Gymnasium in Frankfurt am Main.

Ep 136DDCAST 136 - Ove Petersen "100 % ERNEUERBARE ENERGIE FÜR ALLE. JETZT."
Im November 1981 stand ich bei meinen Schwestern im Zimmer. Von hier oben konnte ich von unserem Bauernhof auf den Deich gucken. Es war Sturmflut und die Wellen peitschten über den Deich. Da habe ich als Siebenjähriger gesehen, welche Gewalt die Natur hat. Da können wir kein Veto einlegen. Pause drücken. Hier an der Küste haben wir klar vor Augen, welche Kraft die Natur entwickeln kann. Und wir sehen, welche Risiken in der Klimakrise stecken, wenn die Meeresspiegel steigen und extreme Wettereignisse zunehmen. Aber: Wir wissen auch, welche Chancen die Energiewende unserer Wirtschaft im ländlichen Raum und unserer Gesellschaft bietet. Der Koog, in dem ich aufgewachsen bin, ist Pionierland. Erst vor 116 Jahren eingedeicht, gab es hier Raum zu erschließen und zu beackern. Und dieser Pioniergeist zieht sich durch. Im Koog und in mir. Ich war nie der beste Schüler, ich konnte mir aber immer schon viel vorstellen. Realschulabschluss, landwirtschaftliche Lehre, Abitur auf dem zweiten Bildungsweg. Und ich war immer offen für Anderes, für Neues. Ich war Rettungs-Sanitäter, hab studiert, den Betrieb meiner Eltern übernommen, sogar mal zwei Jahre Software verkauft. Und ich habe angefangen, eigene kleine Erneuerbare-Energien-Projekte umzusetzen. Schon während meines Studiums hatte mein Vater hier in der Gemeinde einen Windpark projektiert. Er war und ist auch mein größter Motivator. Nie hat er mich eingeschränkt. Im Gegenteil, er kann sich bis heute vieles vorstellen und war schon immer offen für Veränderungen. Dieser Pioniergeist und diese Offenheit haben dazu geführt, dass ich als Landwirt die Landwirtschaft in Verwalterhände übergeben konnte, und dass ich gemeinsam mit meinem Studienkollegen Heinrich Gärtner ein neues Unternehmen entwickeln konnte: GP JOULE, ein Unternehmen, das sich ganz einem Ziel verschrieben hat: 100 Prozent Erneuerbare Energien für alle. Jetzt. Es ist alles möglich. Wir können die Energiewende schaffen. Wir können uns selbst mit Strom, Wärme und Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien versorgen. Wir können emissionsfrei mobil sein. Die Technologien sind da. Es liegt nur an uns. Dabei sind die Parallelen zur Landwirtschaft immer präsent. So ist die Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln aus dem eigenen Land mittlerweile auch auf die Erneuerbare Energieversorgung übertragbar und die Veredlung vom Weizen zum Brot gar nicht so weit weg von der Veredlung der Kilowattstunde Strom zum Kilogramm Wasserstoff.

Ep 135DDCAST 135 - Bianca Herlo "DIGITAL JUSTICE. NOW."
Bianca Herlo ist Designforscherin, Gestalterin und Dozentin mit den Schwerpunkten Civic Design, Social Design und Digital Justice. Sie ist Forschungsgruppenleiterin am Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft und verwaltet die Professur für Designwissenschaft an der HBK Braunschweig. Im Fokus ihrer Arbeit stehen Fragen nach sozialer und digitaler Teilhabe und nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Design im Kontext des digitalen Wandels. In ihren Projekten geht es darum, verschiedene Perspektiven und Wissensformen mit dem Ziel einer gerechteren Digitalisierung zusammenzubringen. Themen wie Migration und gesellschaftlicher Wandel liegen der aus Rumänien Eingewanderte besonders am Herzen. Ihre praxisbasierte Forschung gestaltet sie integrativ und transdisziplinär, sie arbeitet zusammen mit Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen sowie mit Künstler*innen, Aktivist*innen, politischen Entscheidungsträger*innen und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft – aus der Überzeugung heraus, dass man, wenn es um transformative Forschung und Praxis geht, nur im Dialog miteinander und grenzübergreifend vorankommt. Bianca engagiert sich in zahlreichen wissenschaftlichen Gremien und Netzwerken. Sie ist Gründungsmitglied des internationalen Social Design Network und Mitglied im iGDN. Seit 2021 ist sie Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Designtheorie und -forschung (DGTF). 2022 richtete sie gemeinsam mit UdK-Kolleg*innen die Weizenbaum Conference aus, die sich mit Souveränitätspraktiken als Voraussetzung für eine kritische Teilhabe am digitalen Wandel auseinandersetzte. Zu ihren jüngsten Aktivitäten gehört der Podcast "Purple Code. Intersectional Feminist Perspectives on Digital Technologies", den sie mit Sana Ahmad und Lena Ullrich vom Weizenbaum-Institut hostet.

Ep 134DDCAST 134 - Kai Vöckler & Peter Eckart "GEMEINWOHL & MOBILITÄTSDESIGN"
Prof. Dr. Kai Vöckler ist Urbanist in Offenbach am Main. Gründungsmitglied von Archis Interventions. Stadtentwicklungsprojekte in Deutschland und Südosteuropa. Stadtforschungsprojekte in Europa und Asien. Wettbewerbe und städtebauliche Projekte mit Landschaftsarchitekten und Architekten. Publikationen zu kunsttheoretischen und urbanistischen Themen. Promotion in Kunstwissenschaft über Raumbilder des Städtischen. Kurator von Ausstellungen an europäischen Kulturinstitutionen. 2010–2021 Stiftungsprofessur für Kreativität im urbanen Kontext. Seit Wintersemester 2021 Professor für Urban Design am Fachbereich Design der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach. Zusammen mit Peter Eckart hat er mit dem OIMD – Offenbach Institute of Mobility Design den Forschungsschwerpunkt Mobilitätsdesign etabliert. Prof. Peter Eckart ist Designer in Frankfurt. Er studierte an der GHS Wuppertal und der HfbK Hamburg bei Prof. Peter Raacke und Prof. Dieter Rams. Bis 1993 arbeitete er als Produktdesigner bei Braun. Bis 2000 arbeitet er gemeinsam mit Olaf Barski als Eckart+Barski Design und heute mit unit-design in Frankfurt und Bern. Für Kunden wie die Stadt Frankfurt, EZB, FraPort, Lufthansa, Deutsche Bahn, Karlsruher Verkehrsverbund, Deutsche Bank, City of Riyadh, City of Paju, Roche, Siemens u.a. entwickelt das Büro Design im öffentlichen Interesse und Mobilität. Nach Lehraufträgen an der Hochschule Darmstadt ist Peter Eckart seit 1999 Professor für „Integrierendes Design“ an der HfG-Offenbach und Vizepräsident. Zusammen mit Kai Vöckler hat er mit dem Offenbach Institute of Mobility Design (OIMD) den Forschungsschwerpunkt etabliert.

Ep 133DDCAST 133 - Thilo Schwer "SERIOUS GAMES & PRODUKTSPRACHE"
Thilo Schwer ist Produktgestalter und Designwissenschaftler. Er studierte 1993–2001 an der Schule für Gestaltung in Basel und der HfG Offenbach. 2002 erfolgte mit Sybille Fleckenstein und Jens Pohlmann die Gründung des Designstudios speziell® in Offenbach, das für bekannte Unternehmen im Konsumgüterbereich tätig ist. Die Entwürfe von speziell® wurden mehrfach international ausgezeichnet. Ab 2006 widmet sich Thilo Schwer designwissenschaftlichen Themen. Seine Promotion 2014 an der Folkwang Universität in Essen trug den Titel „Produktsprachen: Design zwischen Unikat und Industrieprodukt“. Seit 2011 lehrt er Designgeschichte, Designtheorie, Designmethodologie und Theorien der Produktsprache – u. a. an der Folkwang Universität der Künste, der Goethe Universität in Frankfurt/Main und der HfG Offenbach. 2019/20 war er Vertretungsprofessor für Produktsprache und Produktdesign an der HfG Offenbach. Seit 2019 ist Thilo Schwer Professor für Designgeschichte und -theorie, ab 2021 Leiter des Instituts für Kunst- und Designwissenschaft an der Hochschule der bildenden Künste in Essen (HBK Essen). Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in der Theorie der Produktsprache, der Erforschung von Gestaltungsmitteln im Kontext historischer und zeitgenössischer Entwicklungen sowie in den Methoden des Designs im Entwurfsprozess. Thilo Schwer ist Gründungsmitglied von design inclusion e.V. und Vorstand der Gesellschaft für Designgeschichte e.V. (GfDg). Gemeinsam mit Siegfried Gronert initiierte er die Schriftenreihe der GfDg, die er seit 2021 zusammen mit Melanie Kurz herausgibt (2023: Design für Spiel Spaß Spannung – Gestaltung von Artefakten zum spielerischen Handeln, 2022: Raster, Regeln, Ratio – Systematiken und Normungen im Design des 20 Jahrhunderts, 2021: Designentscheidungen – Über Begründungen in Entwurfsprozessen). 2021 erschien in Herausgabe mit Kai Vöckler „Der Offenbacher Ansatz – Zur Theorie der Produktsprache“, 2022 zusammen mit Melanie Kurz „Geschichte des Designs“ in der Reihe „Wissen“ von C. H. Beck.

Ep 132DDCAST 132 - JOCHEN RÄDEKER "DESIGN; MANAGEMENT"
Jochen Rädeker gehört als Designer, Stratege, Lehrender und Autor zu den profiliertesten Kreativen in Deutschland. Er studierte 1988-1994 Grafikdesign an der Kunstakademie Stuttgart und machte sich noch im Studium selbständig. 1996 gründete er neben einer Eventagentur zusammen mit Kirsten Dietz die Designagentur strichpunkt und 2013 das Designlabel type hype. Bis heute ist er Geschäftsführer der Firma Strichpunkt, die mit Hauptsitzen in Stuttgart und Berlin zu den größten und renommiertesten Designagenturen der Republik gehört. Strichpunkt betreut heute mit rund 130 Mitarbeiter:innen als globale Leadagentur die Marken u.a. von Audi, DFB, DHL, der F.A.Z, Otto Group oder Skoda. Strichpunkt hat darüber hinaus vielfach ausgezeichnete Markenauftritte u.a. für die Commerzbank, Daimler, delivery hero, die Ruhrtriennale, die Staatstheater Stuttgart und Dresden, den SWR oder Vorwerk sowie für große chinesische Unternehmen wie deli oder Weima geschaffen und rund 500 Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte für Unternehmen von A wie adidas bis Z wie Zalando konzipiert. Aufsehen erregten u.a. das erste komplett digital gedachte und vollständig gecodete Corporate Design (für Audi 2016, auch der Relaunch 2021 stammt von Strichpunkt) und der erste Einsatz von künstlicher Intelligenz für ein Brand Portal (für die DHL 2018). Seit 2021 ist Strichpunkt Teil der myty group ag, deren Strategy Board Jochen leitet. Seit 2012 ist er außerdem Professor für Corporate Design und Corporate Identity an der hochschule konstanz, forscht u.a. zur Wahrnehmungspsychologie und ist seit 2019 Dekan der Fakultät für Architektur und Gestaltung. Zuvor war er neun Jahre Vorstandsmitglied des Art Directors Club für Deutschland (adc), von 2009-2012 als dessen Präsident. Jochen Rädeker berät Unternehmen und Institutionen in der Marken- und Kommunikationsstrategie, gibt Seminare und führt Workshops durch. Er hat mehrere Bücher geschrieben, ist regelmäßig Keynote Speaker bei internationalen Kongressen und Juror bei diversen Awards. Er ist verheiratet, hat einen erwachsenen Sohn und zwei kleine Kinder und lebt am Bodensee. Neben seinen Kindern, Professur und Agentur beschäftigt er sich mit eigenen Kunst- und neuen Buchprojekten, Kulinarik und nachhaltiger Gemeinschaftsverpflegung, kocht und segelt gerne und renoviert eine alte Mühle.

Ep 131DDCAST 131 - MICHAELA LEITNER "FEM FACTS UND GENDER GAPS"
Michaela Leitner ist freiberufliche Designerin und Lettering Artist in Augsburg. Sie studierte Graphic Design an der Falmouth University in Cornwall, Kommunikationsdesign (B.A.) und Transformation Design (M.A.) an der Hochschule Augsburg. Heute gestaltet sie Kommunikation und – im besten Fall – Veränderung. Schon seit Jahren beschäftigt sie sich mit dem Thema Gleichberechtigung und der Frage, wie sie als Designerin dieser Thematik im Alltag zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen kann. Ob durch Text, Illustration, Grafik, Lettering oder auch mal (schlechten) Humor und Sarkasmus – um dieses Ziel zu erreichen sind ihr fast alle Mittel recht. Für ihre Bachelorarbeit schrieb sie 2018 Auszüge aus dem Grundgesetz händisch: Unperfekt und gegensätzlich und dennoch am Ende eine visuelle Einheit. Am Ende des Experiments entstand eine neonfarbene Siebdruckserie. Ihre Masterarbeit 2021 in Transformation Design endete in einem knapp 200 seitigem, illustrierten Sachbuch: »FemFacts – Von Sexismen, Gender Gaps und anderen Absurditäten«, welches 2022 bei &Töchter in München erschien. Das Buch ist eine feministische Bestandsaufnahme – manchmal amüsant, meistens haarsträubend.

Ep 130DDCAST 130 - URSULA TISCHNER "Eco- statt Ego Design"
Ursula Tischner ist eine deutsche Designerin, Design-Forscherin, Design-Beraterin und Design-Lehrende mit Schwerpunkt Design für Nachhaltigkeit, Circular Design, Social Design und Ecodesign. Sie studierte Architektur and der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, Objekt Design/Kunst im öffentlichen Raum an der Fachhochschule Aachen und Produkt-Design/Industrial Design an der Universität Wuppertal. Bereits währen des Studiums in den frühen 1990er Jahren fokussierte sie auf ökologisch und sozial sinnvolles Design von Produkten, Dienstleistungen und Systemen. Nach ihren Bachelor und Masterabschlüssen war sie über 4 Jahre im Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie tätig, wo sie forschte und ihre ersten Publikationen verfasste. Im Jahr 1996 gründete sie econcept, Agentur für nachhaltiges Design in Köln und leistete damit Pionierarbeit im Bereich des Eco- und nachhaltigen Designs. Seitdem berät sie mit econcept Unternehmen im Bereich des nachhaltigen Designs, führt Forschungsprojekte durch, entwickelt und gestaltet Lösungen, publiziert und ist in Aus- und Weiterbildung im In- und Ausland tätig. Wichtige Stationen in ihrer Lehrtätigkeit seit 1995 waren zum Beispiel: Professur für Ecodesign an der Design Academy Eindhoven, und Leitung // Langjährige Lehre zum Thema Öko-Design an der Züricher Hochschule der Künste im Fachbereich Design, CH // Leitung des Masterprogramms Sustainability Design am Savannah College of Art and Design, USA // Leitung des Masterprogramms Eco-innovative Design an der Fachhochschule Joanneum in Graz, AT // An der Wilhelm Büchner Hochschule, Darmstadt verantwortet Ursula Tischner als Professorin für nachhaltiges Design den Bachelor Studiengang „Nachhaltiges Design“. Ursula Tischner konzipierte, leitete und beteiligte sich an diversen Forschungsprojekten im Bereich des nachhaltigen Designs und der Innovation für Nachhaltigkeit. Beispielhafte Forschungsvorhaben sind: BB Clean Interreg Projekt zur „sauberen“ Verbrennung/ Nutzung von Biomasse im Alpenraum // Sustainability Maker, open innovation, crowd sourcing and crowd funding for Sustainable Solutions, europäisches LIFE Projekt // SCORE - Sustainable Consumption Research Exchange, europäisches Forschungsnetzwerk zum Thema Nachhaltige Produktions- und Konsumsysteme // SusProNet – Sustainable Product Service Network, europäisches Forschungsnetzwerk zum Thema Nachhaltige Produkt-Dienstleistungssysteme // MEPSS – Product Service Systems Methodology, europäisches Forschungsprojekt zum Thema Methoden zur Gestaltung und Evaluierung von Produkt-Dienstleistungssystemen. Entwicklung eines Toolkits für Industrie. // NIOS – Nachhaltige Innovationen im Outdoor-Sport-Sektor (Deutsche Bundesstiftung Umwelt, DBU) // ecobiente – Nachhaltige Güter erfolgreicher gestalten und vermarkten, emotionale und ästhetische Aspekte des nachhaltigen Designs (Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF) // Das Nachhaltige Büro, Systeminnovationen für Nachhaltigkeit (Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF) // Ecodesign im gestaltenden Handwerk, Integration von ökologischen Kriterien in die tägliche Entwicklungspraxis, in Zusammenarbeit mit der Akademie für Gestaltung im Handwerk der Handwerkskammer Aachen (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen) // Green Fashion Niederlande, nachhaltige Gestaltungsstrategien und Supply Chains für die Bekleidungsindustrie (gefördert von senter novem) // Erfolgsstrategien für Produkt-Dienstleistungssysteme, Entwicklung einer erfolgversprechenden Planungsstrategie für Anbieter von Produkt-Dienstleistungssystemen (PSS) in Österreich (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Österreich) // Zahlreiche Publikationen, Vorträge auf Konferenzen, Beteiligung an Netzwerken und Design Jurys oder Standardisierungsorganisa¬tionen, sowie Gutachtertätigkeiten begleiten die Arbeit der Design-Forscherin.

Ep 129DDCAST 129 - FRITZI KÖHLER-GEIB & HANNAH HELMKE "Wege zur ökonomischen Transformation"
Dr. Fritzi Köhler-Geib ist Chefvolkswirtin und Direktorin Volkswirtschaft der KfW Bankengruppe in Frankfurt am Main. Sie hat über 17 Jahre Erfahrung bei der Weltbank, dem internationalen Währungsfonds und im Finanzsektor, davon zuletzt seit 2017 als Chefvolkswirtin für Zentralamerika bei der Weltbank. Regionale Schwerpunkte ihrer wirtschaftspolitischen Beratungstätigkeit und volkswirtschaftlichen Forschung liegen in Deutschland, Europa, Lateinamerika, Asien und Afrika. Nach der Promotion in Volkswirtschaftslehre an der Ludwig Maximilian Universität München und der Pompeu Fabra University, Spanien, wurde ihr das Lizentiat der Wirtschaftswissenschaften an der Universität St. Gallen erteilt. Daran schloss sich der CEMS Master in International Management: HEC Paris/University of Michigan/Universität St. Gallen an. Bevor sie in 2019 zur Chefvolkswirtin Direktorin Volkswirtschaft KfW Bankengruppe in Frankfurt am Main ernannt wurde, war sie Chefvolkswirtin Zentralamerika bei der Weltbank, Washington D.C., USA, Senior Economist Macro Fiscal Management Global Practice Lateinamerika bei der Weltbank und Economist Poverty Reduction and Economic Management Network Economic Policy Department und Lateinamerika Weltbank, Washington D.C., USA. Sie kennt sich also mit Entwicklungsländern, Armutsbekämpfung, Makroökonomie und Prognostik bestens aus. Hannah Helmke ist Gründerin und CEO des Climate-Tech-Unternehmens right°. Ihr Fokus auf wirtschaftliches Handeln in unserer vom Klimawandel betroffenen Welt ist das Ergebnis der Kombination ihrer beiden akademischen Disziplinen: Psychologie und International Business. Hannah folgt ihrer festen Überzeugung, dass ein wissenschaftlich fundierter Ansatz der beste Weg ist, um das emotional aufgeladene Feld der Klimastrategie von Unternehmen zu bewältigen. Bevor sie right° gründete, arbeitete sie für den IT-Dienstleister BridgingIT und die Deutsche Post DHL Group. Dort erforschte sie die Potenziale der Digitalisierung zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen und arbeitete an der Einführung von wissenschaftsbasierten Zielen als Berichtsinstrument. Unter ihrer Leitung wurde right° mit dem renommierten Next Economy Award 2020 ausgezeichnet. Sie selbst wurde mit dem Digital Female Leader Award 2020 in der Kategorie "Nachhaltigkeit" sowie mit dem "Female Founders Award" der AmCham Germany 2021 ausgezeichnet.

Ep 128DDCAST 128 - Carsten Brosda "Kulturpolitische Positionen"
Zu Dr. Carsten Brosda: • Geboren 1974 in Gelsenkirchen, verheiratet, zwei Kinder • Studium der Journalistik und Politikwissenschaft an der Universität Dortmund; in diesem Rahmen Volontariat bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung in Essen. Promotion über „Diskursiven Journalismus“ an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Dortmund • 2000 bis 2005 Pressereferent und Redakteur, später Redenschreiber und Referent für Grundsatzfragen im SPD-Parteivorstand • 2005 bis 2009 Leiter des Referates Reden, Texte und Analysen im Bundesministerium für Arbeit und Soziales • 2008 bis 2009 stellvertretender Leiter des Leitungs- und Planungsstabes im Bundesministerium für Arbeit und Soziales • 2010 bis 2011 Abteilungsleiter Kommunikation beim SPD-Parteivorstand • Juni 2011 bis Februar 2016 Leitung des Amtes Medien in der Hamburger Senatskanzlei, ab 2013 außerdem Bevollmächtigter des Senats für Medien • März 2016 bis Januar 2017 Staatsrat der Kulturbehörde, Staatsrat in der Senatskanzlei für die Bereiche Medien und Digitalisierung • Seit 1. Februar 2017 Senator der Kulturbehörde, seit April 2017 Behörde für Kultur und Medien • Seit Juli 2018 Co-Vorsitzender der Medien- und Netzpolitischen Kommission des SPD-Parteivorstandes • Seit November 2019 Vorsitzender des Kulturforums der Sozialdemokratie • Seit November 2020 Präsident des Deutschen Bühnenvereins Die Behörde für Kultur und Medien Hamburg https://www.hamburg.de/bkm/ Die Kunst der Demokratie Die Bedeutung der Kultur für eine offene Gesellschaft von Dr. Carsten Brosda https://hoffmann-und-campe.de/products/51776-die-kunst-der-demokratie Hamburg Kreativ Gesellschaft https://kreativgesellschaft.org/

Ep 127DDCAST 127 - JULI GUDEHUS "Icon Spell: Visuelle Weltsprache"
Die Spezialität von Juli Gudehus ist das Besondere. Äpfel und Birnen zu vergleichen ist ihr tägliches Brot. Sie gestaltet, berät, begleitet, recherchiert, regt sich auf, regt an, schreibt und sammelt. Sie lernt und lehrt, zählt Erbsen, zagt, fragt, wagt und wundert sich. Sie liebt es, Verbindungen herzustellen zwischen Phänomenen, Menschen und Dingen. Sprache und Alltagskultur sind ergiebige Quellen für ihre experimentelle, poetische und kluge Arbeit. Sie strahlt, wenn davon Funken überspringen und Menschen zum Lächeln bringen. Bekannt wurde Juli durch ihre »Genesis«, eine Übersetzung der biblischen Schöpfungsgeschichte in zeitgenössische Hieroglyphen. Sowohl diese als auch ihr 3.000seitiges »Lesikon der visuellen Kommunikation« wurden schon verschiedentlich als Designerbibel bezeichnet. An beide Werke knüpft sie in ihrer aktuellen Arbeit an: in ihrem Icon spell Projekt geht es um die Erschaffung einer visuellen Weltsprache aus aneinandergereihten Bildzeichen mit Hilfe von Schwarmintelligenz. Während die einen finden, dass Juli immer wieder ganz was anderes macht, sehen andere den roten Faden: die gelungene Balance zwischen spielerisch und pur. Manche Arbeiten, wie ihr Abreißkalender »mindestens haltbar bis« – sind so verblüffend einfach, dass man eigentlich selbst hätte drauf kommen können. Julis Credo lautet: »Es ist eine Kunst, am richtigen Ort falsch zu sein«. Für Stefan Sagmeister ist sie »probably the purest conceptual designer I know«.

Ep 126DDCAST 126 - MONA MIJTHAB "Sozialunternehmerin in Guatemala"
Mona Mijthab ist Sozialunternehmerin, Dozentin und Designerin mit Fokus auf zirkuläres Produkt- und Servicedesign und soziale Innovation. Ihre Leidenschaft ist es, komplexe Herausforderungen zu lösen und große Projekte zu managen, wobei sie andere Menschen inspiriert und Teams mit hoher Diversität leitet. In ihrer Arbeit wendet sie partizipative Methoden an, um diverse Akteure in den Designprozess einzubeziehen. 2016 gründet sie MOSAN, ein Sozialunternehmen, das die Lebensbedingungen in einkommensschwachen Gemeinden mit Zugang zu sicheren sanitären Einrichtungen verbessert. Aus den menschlichen Fäkalien werden biologische Pflanzenkohle Dünger für die Landwirtschaft produziert. Die Pflanzenkohle sorgt für ein dauerhaftes Speichern von Kohlenstoff im Boden, was MOSAN zu einer klima-positiven Lösung macht. Aktuell bietet Mosan seine Sanitär Services in Maya-Gemeinden in Guatemala an. Sie ist seit mehr als 6 Jahren Dozentin und Forscherin an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und ist Teil des Kernteams im Weiterbildungsprogramm «MAS Strategic Design», wo sie Kurse entwickelt und leitet, so z.B. "Design Thinking for Social Innovation", "Design Methods – User Research", "Design Cultures" und "Intercultural Competencies“. Seit 2014 ist Mona Mitglied des IDIN-Netzwerks am MIT D-Lab, ein Kompetenzbereich des MIT, welcher sich mit der Lösung komplexer Fragestellungen in Krisengebieten befasst. Sie arbeitet dabei an Forschungsprojekten, und leitet Workshops und Innovationsprozesse (z. B. in Kenia, Tansania, Marokko, Kolumbien, Guatemala) Mona hat ihren Bachelor in Industrie Design an der Hochschule Magdeburg-Stendal und einen Master in Produkt Design an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) erworben. Neben ihrer professionellen Tätigkeit begeistert sie sich für Permakultur, Gärtnern und Fermentation.

Ep 125DDCAST 125 - CHRISTIAN DAUL "Der Wortarbeiter"
Christian Daul ist Geschäftsführer der Markenberatung REINSCLASSEN, die als GWA-Mitglied mit Büros in Hamburg, Frankfurt am Main und Baden-Baden vertreten ist. Der gelernte Bankkaufmann und Diplom-Betriebswirt hat früh seine Leidenschaft fürs Schreiben entdeckt und in Schülerzeitung, eigenen Blättern und lokalem Journalismus ausgelebt. Bücher und Magazine zogen ihn immer schon magisch an und er liest bis heute querbeet fast alles, was ihm in die Hände fällt. Nach dem Studium an der FH für Wirtschaft in Pforzheim startete er folgerichtig 1993 als Texter bei Michael Conrad & Leo Burnett in Frankfurt. Bereits in seiner zweiten Station bei Lowe & Partners wurde er Ende der 90er jüngster Kreativchef einer Network-Agentur in Deutschland und textete dort u.a. für Braun und Opel. Seine Arbeiten in Text und Konzeption gewannen schon zu dieser Zeit zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. Weitere Stationen als Creative Director oder Geschäftsführer führten ihn über Jung von Matt in Hamburg und McCann-Erickson Hamburg und Frankfurt als CCO zu Young & Rubicam, wo er auch im European Board und in der Jury der Cannes Lions saß und einen Grand Prix bei den New York Festivals gewann. Danach zog es ihn 2009 in die digitale Welt, wo er bei Scholz & Volkmer als Geschäftsführer in Wiesbaden und Berlin maßgeblich für die Bereiche Text/Konzeption und Presse verantwortlich war. Hier betreute er u.a. Mercedes-Benz, Deutsche Bahn, Lufthansa und Coca-Cola. In Frankfurt und Salzburg war er danach bei Kastner & Partner für Red Bull und das Media House im Bereich Digital und Content aktiv. Als Geschäftsführer Europa lernte er bei Spark44 auch die internationale Kundenseite kennen und war für die Koordination der gesamten Kommunikation von Jaguar und Land Rover in allen Märkten Europas verantwortlich. Armin Reins und Veronika Classen als Gründer holten ihn 2019 an die Spitze der 2005 gegründeten Markenberatung REINSCLASSEN, die das Thema Corporate Language im deutschsprachigen Raum entwickelt und bekannt gemacht hat. In mittlerweile 3 Büchern zu diesem Thema hat REINSCLASSEN immer neue Aspekte zum Thema Markensprache aufgezeigt und weiterentwickelt. Im letzten Praxisbuch, das 2020 im Hermann Schmidt Verlag erschienen ist, war Christian Daul bereits als Autor dabei. Er kümmert sich insbesondere um digitale Aspekte des Themas, die sich in Chatbots, Sprachassistenten, Voice Design und Micro-Copy (UX-Writing) zeigen. Außerdem interessiert er sich sehr für Sprach-Entwicklungstrends wie Gendern, Jugend- und Einfache Sprache. Neben digitalen Kanälen hat er als Texter ein großes Faible für Plakat und Radio, weil hier jedes Wort besonderes Gewicht hat. Im DDC ist er Mitglied seit 2006 (?) und war 5 Jahre im Vorstand. Er ist Mitglied im Art Director´s Club für Deutschland (ADC) und Autor in Fachbüchern und Branchendiensten und immer wieder auch als Sprecher bei Kongressen und Fachmessen. Wenn nicht mit Buchstaben, dann arbeitet er gerne an seiner Sitzmöbel-Sammlung oder sucht statt nach Worten nach Fossilien. Außerdem hat er schon immer ein scharfes Design-Auge auf alles, was zwei Räder hat.

Ep 124DDCAST 124 - MATTHIAS WAGNER K "gestalten wir, wie wir leben wollen!"
Prof. Matthias Wagner K leitet die Bewerbung Frankfurt RheinMain World Design Capital 2026. Hierfür entwickelte er den Claim "Design for Democracy. Atmospheres for a better life". Die für den DDCAST 124 im Studio unverändert neu eingesprochen Rede hielt er anlässlich des Tages der Deutschen Einheit am 3.10.2022 in der Frankfurter Paulskirche. Matthias Wagner K ist Ausstellungsmacher, BiennaleLeiter, Kurator, Autor und seit 2012 Direktor des Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main. Binnen nur eines Jahres positionierte er das Museum mit einem gänzlich überarbeiteten Ausstellungs- und Partizipationskonzept neu. Mit seinen wechselnden thematischen Ausstellungen richtet es seither den Fokus auf die Wahrnehmung gesellschaftlicher Strömungen und Entwicklungen. Das Museum versteht es sich als ein Ort für sinnliche Denk- und Erfahrungsräume, für Gespräche und kritische Diskurse. Es zählt mittlerweile zu den international angesehensten und profiliertesten Museen seiner Art. Matthias Wagner K bekleidet zudem seit 2018 eine ehrenamtliche Honorarprofessor für Design Curating and Criticism an der HfG Offenbach, ist einer der drei Intendant:innen für Theater der Welt 2023 Frankfurt / Offenbach Er ist Mitglied im Kuratorium der Peter und Irene Ludwig Stiftung und der Stiftung Urban Future Forum e.V.

Ep 123DDCAST 123 - THOMAS REMPEN "Kurt Weidemann zum 100."
Kurt Weidemann (1922-2011) war einer der prägenden Gestalter und Typografen des 20. Jahrhunderts. Von ihm stammen Corporate Designs zahlreicher Konzerne, neben Mercedes Benz, der Deutsche Bahn, Porsche und Zeiss gehört auch co op dazu. Die von ihm gezeichnete Schriftfamilie Corporate A.S.E. für Mercedes Benz gehören zu den weltweit besten Corporate Schriften. Die Biblica (1979), die ITC Weidemann und die Klett Domus sind herausragende Beispiele für perfekt durchgearbeitete Schriften. Er studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, wo er später auch lehrte. Von 1965 bis 1985 hatte er den Lehrstuhl für „Information und Grafische Praxis“ inne. Neben seiner typografischen Tätigkeit und seinen Corporate Designs ist seine schriftstellerische Tätigkeit bemerkenswert. Er pflegte, nicht zuletzt durch ein regelmäßiges Culturfrühstück bei ihm zu Hause, einen großen Freundeskreis und war mit zahlreichen Künstlern aller Genres, sowie mit Politikern und Wirtschaftsführern von Weltrang eng befreundet. Thomas Rempen (*1945) studierte an der Kunstakademie Stuttgart u.a. bei Kurt Weidemann. Später arbeitete er mit Kurt Weidemann u.a. für den Kunden Daimler Benz und war ihm lebenslang als Freund verbunden. Nach dem Diplom an der Werkkunstschule Wuppertal gründete er 1972 mit Partnern seine erste Werbeagentur. Rempen & Partner, seine 1994 gegründete zweite Agentur, zählte zu den kreativsten des Landes. Die Agentur-Tochter wysiwyg software design konzipiert mit „Spiegel Online“ das erste Online-Magazin der Welt. Im Anschluss an die erfolglosen Suche nach geeigneten Büroräumen, entwickelte er 1989 mit der Stadt Düsseldorf für den alten Hafen einen Architekturpark. Dort baute er mit Frank Gehry von 1994 -98 den Neuen Zollhof. Thomas Rempen lebt heute im Münsterland, wo er auf dem eigenen Biolandbau-Betrieb als Projektentwickler arbeitet. 2011 bekam er das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland zuerkannt.

Ep 122DDCAST 122 - Hans Ulrich Reck "DESIGN / THEORIE"
Hans Ulrich Reck, geb. 1953, Prof. Dr. phil. habil., Philosoph, Kunstwissenschaftler, Publizist, Kurator. M.A. 1976, Dr. phil. 1989, Habilitation/venia legendi für „Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaften“ 1991. Von 1995 bis 2019 Professor für „Kunstgeschichte im medialen Kontext“ an der Kunsthochschule für Medien in Köln, davor Professor und Vorsteher der Lehrkanzel für Kommunikationstheorie an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien (1992–1995), Dozenturen in Basel und Zürich (1982–1995). Von April 2014 bis zur Pensionierung Ende März 2020 Rektor der Kunsthochschule für Medien Köln, von April 2016 bis 2019 Sprecher der Rektorenkonferenz der deutschen Kunsthochschulen (RKK). Seit 2016 Gründungsherausgeber der Reihe edition KHM im Herbert von Halem Verlag.

Ep 121DDCAST 121 - UTA BRANDES "Non Intentional Design"
Uta Brandes ist Autorin, hält viele Vorträge und leitet Workshops. Dies alles überwiegend mit dem Fokus auf Gender im Design. Gemeinsam mit Michael Erlhoff gründete sie 2003 die Deutsche Gesellschaft für Designtheorie und-forschung (DGTF), deren Gründungsvorsitzende sie war, und 2013 das international Gender Design Network (iGDN), dessen Vorsitzende sie bis heute ist. Das gemeinnützigen iGDN vergibt seit 2017 den weltweit ersten und bisher einzigen Preis für gendersensibles Design, den iphiGenia Gender Design Award ( https://iphi-award.org ). Von 1995-2015 war Uta Brandes Professorin an der Köln International School of Design (KISD) der Technischen Hochschule Köln. Ausführliches Nachforschen führte zu dem Ergebnis, dass sie (wahrscheinlich weltweit) die erste ordentliche Professur im Design innehatte, die ausdrücklich Gender im Design gewidmet war. Im Kontext ihrer Lehre und Forschung an der KISD führte sie zahlreiche Projekte mit Unternehmen durch (u.a. in Kooperation mit Wilkhahn, Volkswagen AG, Dornbracht, Fortuna Köln). Beispiele für Designforschungsprojekte, die sie initiierte und leitete, waren zum Beispiel: „my desk is my castle”, eine vergleichende Studie in Wort und Foto auf allen fünf Kontinenten und in unterschiedlichen Branchen über Objekte, die sich auf Büroschreibtischen befinden, die nicht zur Erledigung der Arbeit gehören. Vergleichende qualitative Beobachtungsstudie „The Joy of Waiting“ über das Warteverhalten von Menschen im öffentlichen Raum in Hangzhou (VR China) und Deutschland (Köln). Non Intentional Design. Zur alltäglichen Umnutzung der Dinge. Uta Brandes nahm Dozenturen und Gastprofessuren an Hochschulen in Deutschland (UdK), Hong Kong (Hong Kong Polytechnic University), VR China (Art and Design Academy Hangzhou), Taiwan (Shieh Chien University), Australien (Western Sydney University), USA (Parsons School of Design) und Ägypten (German University Cairo) wahr. Uta Brandes ist keine Designerin, sondern sie studierte Sport (!), was sie aber nach 2 Semestern klugerweise zugunsten von Anglistik und Politischen Wissenschaften aufgab; später wechselte sie zu Soziologie und Psychologie. Neben einem kurzen ersten Ausflug an die Pädagogische Hochschule Bremen wechselte sie – ebenso klugerweise – an die Leibniz Universität Hannover, wo sie besonders von der Frankfurter Schule und der Psychoanalyse durch Professor:innen wie Oskar Negt, Peter Brückner und Regina Becker-Schmidt geprägt wurde. Nach ihrem MA arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Psychologischen Seminar der Uni Hannover; nach ihrer Promotion bei Oskar Negt und Regina Becker-Schmidt wurde sie Bereichsleiterin am Institut Frau & Gesellschaft in Hannover. Für einige Monate hielt sie sich in den 1980er Jahren aufgrund eines Stipendiums des German Marschall Fund in den USA auf, um Frauenförder-Projekte in New York, Chicago, Washington und St. Paul/Minneapolis zu untersuchen. Mitte der 1970er Jahre gründete sie nebenbei gemeinsam mit Michael Erlhoff einen kleinen (niemals profitablen) Verlag namens zweitschrift, in dem die gleichnamige Zeitschrift für Kunst, Design, Architektur, Literatur und Musik erschien. Publiziert wurden u.a. Beiträge von John Cage, Valie Export, Lawrence Weiner, George Brecht, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, Haus Rucker Co, Cesar Pelli, Alessandro Mendini... Zusätzlich wurden kleine Bücher veröffentlicht. Es war das Ziel der Beiden, 10 Ausgaben der zweitschift herauszugeben, was ihnen auch gelang. Danach wurde die Verlagstätigkeit beendet.

Ep 120DDCAST 120 - matali crasset "Design, um den Menschen zu dienen"
matali crasset ist eine seit den 90er Jahre weltweit aktive französische Designerin, deren Moto ist: "Den Menschen etwas geben, statt zu gestalten". Seit ihrem Abschluss an der ENSCI-Les Ateliers verteidigt sie das Design als künstlerische, anthropologische und soziale Praxis. Sie versucht, sich möglichst umfassend der Kreativität, den Menschen und dem täglichen Leben zu widmen. Ihre Frage ist: "Wie kann das Design zu unserer Gemeinschaft beitragen und uns helfen, uns in der heutigen Welt zurechtzufinden?" Seit 30 Jahren geht sie ihren eigenen Weg und hat Hunderte von Projekten in den Bereichen Architektur, Bühnen- und Möbeldesign, öffentliche Räume und Stadtplanung realisiert. Ihre Werke wurden in Frankreich und im Ausland ausgestellt. Sie sind Teil bedeutender Museumssammlungen darunter jene des MoMA in New York und des Centre Pompidou in Paris. Ihr "Design ohne Grenzen" ist Ausdruck ihrer tiefen Überzeugung, dass jeder kreative Prozess in erster Linie menschlich, sozial und ökologisch ist. Der Zweck eines jeden Projekts hängt dabei nicht von seiner alleinigen Realisierung ab, sondern von dem Prozess, den es umsetzt, und von seiner Fähigkeit, Verbindungen zu knüpfen und ein System des Austauschs und der Gegenseitigkeit zwischen Individuen innerhalb eines bestimmten Umfelds zu schaffen. Aus dieser Perspektive werden alle Projekte letztlich zu einer kollaborativen Anstrengung. Sie nennt als "Felder in meinem Kopf, die ich nicht aufhöre zu kultivieren": Lesen und Entdecken // Dem Menschen stets zugewandt sein // Jedes Werk im menschlichen Maßstab erschaffen // matali crasset ist bei jedem Schritt ihrer Projekte anwesend und arbeitet von der Konzeption bis zur Realisierung auf künstlerische und geschickte Weise. Sie vertritt eine menschliche Sichtweise des Designs, die sich von derjenigen der großen Firmen unterscheidet, die ihre Ansätze modellieren und dieselbe Methode auf jedes ihrer Projekte anwenden. Das Studio - bestehend aus matali crasset, die von einem 3D-Modellierer und einem Regisseur unterstützt wird - bildet die Grundlage ihres Schaffens und fördert sehr individuelle Lösungen. matali crasset sagt "Das, was wir tun, hat immer eine künstlerische Seite". Auf dieser Grundlage gestaltet sie Objekte, öffentlichen Räume, Stadraum, lebendige kulturelle Orte, die Welt der Kindheit, Zwischen-Räume, komplette Bühnenbilder für internationale Messen wie Première Vision oder, in jüngerer Zeit, Séries Mania und Aware sowie für die Musical-Show von Pierre Lapointe entworfen; Ausstellungen und kuratierte Shows, Vermittlungsformate (sie versteht die Vermittlung als Teil ihrer Arbeit als Designerin. Sie hat mehr als zweihundert Vorträge in der ganzen Welt gehalten. Seit 2010 unterrichtet sie an der Genfer Hochschule für Kunst und Design (HEAD) und nimmt darüber hinaus an zahlreichen Symposien und Jurys teil.)Darüber hinaus hat sie von 2017 bis 2019 eine Professur an der ENS Paris-Saclay im Rahmen des Projekts L'Atelier des communs sowie einen Workshop am National Institute of Design (NID) in Ahmedabad, Indien. http://www.matalicrasset.com.

Ep 119DDCAST 119 - TANITA KLEIN "Die verformbare Küche"
Tanita Klein ist eine Designerin, die in Kopenhagen, Dänemark, lebt und arbeitet. Sie ist in Frankfurt am Main geboren und aufgewachsen und studierte Design an der Design Academy in Eindhoven. Für ein Residenzprogramm mit SPACE10 kam sie Anfang 2020 nach Kopenhagen. Das POSSI-System ist ein Konzept, das in den letzten vier Jahren zu einem marktfähigen Produkt entwickelt wurde. Es basiert auf Kleins Vision für Design. Tanita sagt: "Als Designerin betrachte ich die materielle Kultur als etwas, das großen Einfluss auf das menschliche Verhalten und Wohlbefinden hat. Ich betrachte Design als ein Werkzeug zur Verbesserung. Meine Werkzeuge sind radikal, aber realistisch. Meine Werkzeuge sind demokratischer Luxus. Meine Argumentation ist sowohl unter Nachhaltigkeit als auch unter Wohlbefinden einzuordnen. POSSI ist wie ein Sitzsack für Kinder. Er ist verformbar und passt sich Ihren Kurven und Bedürfnissen an. Bitte spielen Sie." POSSI ist inspiriert von der ersten Architektin, die in den 1920er Jahren eine Küche für ein großes soziales Wohnprojekt in Frankfurt am Main entwarf. In den 1920er Jahren entwarf Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000) eine Küche für die moderne Hausfrau, basierend auf einer Analyse der Bewegungen in der Küche. Sie spiegelte den Wandel in der Gesellschaft wider: Die Frau wurde emanzipierter und die Küche passte sich ihrem neuen Lebensstil an. Das Konzept von POSSI war eine Antwort auf die Frage, wie die moderne, emanzipierte Küche hundert Jahre später aussieht: Eine Küche, die sich an unsere sich schnell verändernden und umweltfreundlichen Bedürfnisse anpasst und nicht umgekehrt.

Ep 118DDCAST 118 - PHILIPP THESEN "humanizing technology"
Philipp Thesen ist Designer und Stratege und zählt zu den profilierten Vordenkern für strategisches Design und die digitale Transformation von Produkten, Prozessen und Geschäftsmodellen. Er ist Professor für Mensch-System-Interaktion an der Hochschule Darmstadt und Leiter des Human Factor Labs. Das von ihm 2020 gegründete Lab erforscht digitale Technologien und deren Anwendung in menschlichen Bedarfssituationen mit dem Ziel der Verbesserung von Mensch-Technik-Interaktion. Thesen ist weiterhin Unternehmensberater und Gründer von Prenew, einer Strategieberatung für den digitalen Wandel. Er hilft Unternehmen dabei, Design in ihren Organisationen effektiv zu führen und auf den Ebenen Formgebung, Prozess und Strategie nachhaltig zu verankern. Zu seinen Kunden gehören internationale Beratungsfirmen sowie Unternehmen wie SAP, Porsche, Merck, EnBW, Siemens oder Viessmann. Zuvor war er Designchef von Europas größtem Telekommunikationskonzern Deutsche Telekom. Hier verantwortete er das Produktdesign, die Designstrategie und die weltweite Implementierung von Design-Prinzipien. Er transformierte die Designfunktion im Konzern in eine strategische Rolle, gründete die Telekom Design Academy und führte eine konzernweite Ausbildung in Design Thinking ein. Unter seiner Leitung entstanden international eingeführte Hardware-Software-Service Innovationen, die mit mehr als 200 Designpreisen ausgezeichnet wurden. Philipp Thesen ist Autor zahlreicher Publikationen zu Design, Innovation und digitaler Zukunft. 2019 erschien sein Buch “the digital shift” im Steidl Verlag. Er ist als Sprecher auf Konferenzen und Mitglied zahlreicher Internationaler Designjuries tätig, u.a. beim ADC, ADC of Europe, Annual Multimedia, DDC, German Design Award, iF und Design Effectiveness Award der British Design Business Association. Er ist Mitglied des Art Directors Club, war 2020 bis 2022 Präsidiumsmitglied und zuvor Advisory Board Member des Design Management Institutes Boston. Seit 2022 ist er im Beirat des Bundespreis Ecodesign des Bundesumweltministeriums.

Ep 117DDCAST 117 - Andreas Muxel & Daniel Rothaug "Creative Engineering"
Andreas Muxel studierte Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Vorarlberg und Mediale Künste an der Kunsthochschule für Medien Köln. Er arbeitete als Interaction Designer am MARS-Exploratory Media Lab des Fraunhofer-Instituts für Medienkommunikation Sankt Augustin und war als Freelancer für verschiedene Büros (u.a. Meiré und Meiré, Stylepark AG, ma ma Interactive System Design) und Kunden (u.a. BMW, Siedle, Bulthaup, Vorwerk) tätig. 2015 gründete er zusammen mit Michael Schmitz das Studio NEOANALOG mit Schwerpunkt Entwicklung und Gestaltung hybrider Artefakte und Räume. Seine Arbeiten an der Schnittstelle von Design, Kunst und Forschung wurden vielfach international publiziert, ausgestellt und ausgezeichnet (u.a. FILE Festival São Paulo, TodaysArt Festival Brüssel, ACM DIS Eindhoven, Prix Ars Electronica Linz, VIDA Award Madrid, Share Price Turin). Von 2013 bis 2017 war Andreas Muxel Professor für Interface Design an der Köln International School of Design der TH Köln. Seit dem Wintersemester 2017/2018 ist er Forschungsprofessor für Physical Human-Machine Interfaces an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Augsburg und leitet dort das Hybrid Things Lab. Das Labor exploriert alternative Perspektiven unserer Beziehung zu proaktiver Technologie hinsichtlich Akzeptanz und Vertrauen. Daniel Rothaug studierte Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Interaktive Medien an der Fakultät Gestaltung der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Zuvor arbeite er als Interfacedesigner bei Apple und als Art-Director an multimedialen Projekten für TUI, Opel, Renault und Volkswagen. Während seines Studiums gründete er 2002 gemeinsam mit drei Partnern die Digitalagentur ›Zum Kuckuck‹ in Würzburg. Bis 2015 war er dort als Kreativdirektor für digitale Projekte für Audi, Daimler, Deutsche Telekom, Drykorn, Joop, Reisenthel, SAP, Städel Museum, Volkswagen oder Walter Knoll verantwortlich. Seine Arbeiten erhielten über 150 nationale und internationale Auszeichnungen wie ADC Deutschland, ADC New York, Annual Multimedia Gold, DDC Gute Gestaltung, Designpreis der Bundesrepublik Deutschland, German Design Award, iF Design Award Gold, New York Festivals, Red Dot Best of the Best und wurden u. A. vom Museum of Modern Art San Francisco veröffentlicht. Seit 2013 ist Daniel Rothaug Professor für Interfacegestaltung an der Hochschule Augsburg, seit 2017 Dekan der Fakultät für Gestaltung. Als Designer und Berater ist er für Unternehmen an der Schnittstelle von Design und Technologie tätig. Er ist Mitglied im DDC (Deutscher Designer Club e. V.) und regelmäßiges Jurymitglied.

Ep 116DDCAST 116 - Sebastian Klöß "Wegweiser ins Metaverse"
Dr. Sebastian Klöß ist Bereichsleiter für Consumer Technology, AR/VR & Metaverse beim Digitalverband Bitkom. Seit Anfang 2022 befasst er sich intensiv mit dem Tech-Trend Metaverse. Ihn fasziniert, wie hier einerseits verschiedene Schlüsseltechnologien wie Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR) und die Blockchain kulminieren, und wie das Metaverse andererseits als nächste Stufe des Internets das Potenzial birgt, unseren Alltag zu revolutionieren. Beim Bitkom betreut er das metaverse forum by bitkom, in dem ausgewiesene Metaverse-Expertinnen und -Experten zu diesem Thema zusammenkommen, und organisiert die sehr erfolgreichen Metaverse-Roundtables, bei denen unter anderem schon die Themen „Metaverse und Web3“, „Recht und Steuern im Metaverse“, „Industrie und Metaverse“, „Arbeiten im Metaverse“ sowie „Standards für das Metaverse“ thematisiert wurden. Gemeinsam mit kompetenten Autorinnen und Autoren aus dem Bitkom-Netzwerk hat er den Leitfaden „Wegweiser in das Metaverse“ verfasst. Außerdem hat er in der Studie „Die Zukunft der Consumer Technology 2022“ gezeigt, wie bekannt das Metaverse in Deutschland schon ist und wie offen die Deutschen dem Metaverse gegenüber eingestellt sind. Neben dem Metaverse beschäftigt sich Dr. Sebastian Klöß beim Bitkom mit den Themen Augmented & Virtual Reality sowie NewTV. Bei AR und VR interessieren ihn sowohl die technischen Entwicklungen auf diesem Gebiet als auch konkret die Einsatzmöglichkeiten sowohl im Consumer-Bereich als auch in der Industrie. Unter dem Stichwort NewTV beobachtet er alle Trends rund um Streaming und Connected TV. Vor seiner Zeit beim Digitalverband Bitkom war Dr. Sebastian Klöß Redakteur für Office-Themen im Prima Vier Nehring Verlag. Dort hat er genauso zur Büro-IT recherchiert und geschrieben wie zum Themenfeld Büroeinrichtung. Hier ging es regelmäßig auch um das Thema gutes Design im Büro. Von Haus aus ist Dr. Sebastian Klöß Germanist und Historiker. Er hat in Tübingen Neuere Deutsche Literaturwissenschaft sowie Neuere und Neueste Geschichte studiert und anschließend an der HU Berlin seine Doktorarbeit in Geschichte verfasst. In ihr hat er den Notting Hill Carnival in London untersucht und dabei insbesondere herausgearbeitet, welche Bedeutung dieses Fest ab der Mitte des 20. Jahrhunderts für die Aushandlung des Eigenen und des Anderen innerhalb der afrokaribischen Community in London sowie zwischen afrokaribischer Community und weißer britischer Mehrheitsbevölkerung hatte. Dabei ging es um Einflüsse des trinidadischen Carnivals, um Reggae und Rasta und das Entstehen eines multikulturellen Großbritanniens.

Ep 115DDCAST 115 - MATTEO THUN "Der Grossmeister"
Matteo Thun startete seine Kunst- und Designkarriere als Student an der Salzburger Sommerakademie unter Oskar Kokoschka und Emilio Vedova. Nach dem Architekturstudium an der Universität Florenz gründete er zusammen mit Ettore Sottsass und anderen Mailänder Designern das Büro Sottsass Associati und die Memphis Gruppe. 1983 wurde Matteo Thun als Professor für Produktedesign und Keramik an die Wiener Universität für angewandte Kunst berufen. 1983 gründete er sein eigenes Studio in Mailand und 2001 Matteo Thun & Partners. Das Architektur- und Designbüro Matteo Thun & Partners (ca 70 Mitarbeitende) hat seinen Hauptsitz in Mailand und betreibt ein Büro in München. Die Entwürfe von Matteo Thun sind von zeitloser Einfachheit inspiriert und orientieren sich am menschlichen Maßstab. Ästhetische Dauerhaftigkeit, technologische Langlebigkeit und die zukünftige Lebensdauer von Gebäuden und Produkten prägen die Arbeit von Matteo Thun& Partners. Das Unternehmen agiert auf internationaler Ebene und entwickelt Projekte in den Bereichen Hospitality und Healthcare, Residential und Office-Design, Retail und Produkt-Design. Gründer und Art Direktor Matteo Thun leitet eine neue Generation von Architekten und Designern an, die die gemeinsame kreative Sprache von Matteo Thun autonom verwirklichen. Von seinen Firmensitzen in Mailand und München aus pflegt Matteo Thun weiterhin ein Architektur- und Designbüro, das durch eine zukunftsorientierte Perspektive nach respektvollen Lösungen sucht und sich auf zeitloses, langlebiges und reduziertes Design fokussiert. Für seine Architektur Projekte und die Entwürfe im Produktdesign wurde Matteo Thun mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet.

Ep 114DDCAST 114 - UTE CLEMENT "Frauen führen besser"
Ute Clement ist Diplom-Psychologin und systemische Beraterin. Bei der Daimler AG war sie mehrere Jahre in leitender Position in der Führungskräfteentwicklung und im interkulturellen Management tätig. Seit 1995 ist sie selbständige Beraterin. 2007 hat sie ihr Unternehmen Ute Clement Consulting GmbH gegründet, das heute mit zwei Niederlassungen in Heidelberg und Berlin vertreten ist. Sie berät internationale Großkonzerne und mittelständige Unternehmen aller Branchen. Neben ihrer Vortrags- und Publikationstätigkeit zu systemischer Beratung und Gelingensfaktoren von Veränderungsprojekten, arbeitete sie auch als persönlicher Coach. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Deutschen Bank AG in Mannheim, woran sich – nach Auslandsaufenthalten in Frankreich, England und Indien – ein Studium der Wirtschaftspädagogik und Theaterwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg sowie ein Studium der Psychologie an der Ruprechts- Karl- Universität Heidelberg, anschlossen. Der Schwerpunkt dabei war die klinische und pädagogische Psychologie. Darauf aufbauend folgten fortlaufende Kurse u.a. in Familientherapie am Institut für psychoanalytische Grundlagenforschung und Familientherapie in Heidelberg bei Prof. Dr. Helm Stierlin, Dr. Gunthard Weber, Prof. Dr. Fritz Simon, Dr. Gunther Schmidt u.a. Sie absolvierte Trainings in NLP bei Dr. Brigitte Gross in Salzburg und systemischer Transaktionsanalyse am Institut für systemische Therapie und Transaktionsanalyse in Wiesloch bei Dr. Bernd Schmid. Ausbildung in systemischer Organisationsberatung bei der Internationalen Gesellschaft für systemische Therapie e.V. Heidelberg (IGST) Ausbildung in systemischer Familientherapie bei Prof. Dr. Fritz Simon mit dem Abschluss Systemische Familientherapeutin. Sie ist Lehrberaterin, Lehrsupervisorin, Lehrcoach mit Zertifizierung der Systemischen Gesellschaft. Sie ist Mitglied des European Network of Female Entrepreneurship Ambassadors und Vorbildunternehmerin der Initiative FRAUEN unternehmen - des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Ep 113DDCAST 113 - Nina Sieverding und Anton Rahlwes "FORM FRAGEN 02 - Boisbuchet / Vienna Design Week"
Nina Sieverding und Anton Rahlwes, die Chefredakteur*innen der form, im Gespräch mit Georg-Christof Bertsch. Im der zweiten Folge von „form fragen“ reden wir mit der Chefredaktion der Zeitschrift form über den internationalen Design-Workshop in Boisbuchet, über die Vienna Design Week und neue form-Heft zum Thema Luxus. Der Indien-Deutschland-Artikel von Poonam Choudhry hat Georg sehr bewegt. Nina und Anton haben das Interview mit der ukrainischen Modemacherin Julie Pelipas als intensive Sache wahrgenommen. Es geht also, wie immer beim "form fragen", um den Blick auf aktuelle Designereignisse. Die form ist eines der traditionsreichsten Designmedien der Welt. Das „Zentralorgan der deutschen Designszene“ kommt aus dem Print. Wir alle sind mit ihr aufgewachsen. Sie erscheint seit 65 Jahren! Der DDCAST ist eines der jüngsten Designmedien der Welt. Unser kleiner Podcast ist ein digital native. Domaine de Boisbuchet https://www.boisbuchet.org/ form https://form.de/ Vienna Design Week https://www.viennadesignweek.at/

Ep 112DDCAST 112 - HELGE ASZMONEIT "Die Design-Bibliothekarin"
Helge Aszmoneit hat Bibliothekswesen studiert und leitet seit 1987 die Bibliothek und den Bereich Information Services beim Rat für Formgebung/German Design Council. Dort verantwortet sie alle bibliothekarischen Aufgaben wie Bestandsaufbau, die formale und inhaltliche Erschließung sowie die Vermittlung dieser Inhalte an alle am Design Interessierten. Das im Laufe der Jahrzehnte aufgebaute Wissen über Design und dessen Quellen sowie das eigene Netzwerk fließen in die Informationsvermittlung bei Beratungen und umfangreichen Recherchen für interne und externe Anfragen ein. Sie war und ist Dozentin für Seminare, Vorträge und Lehraufträge an Design-Hochschulen zu den Themen „Designgeschichte“ und „Recherche im Design“. Beim Rat für Formgebung betreute sie über viele Jahre auch andere Projekte, zum Beispiel die Konzeption und Durchführung von Design-Wettbewerben, insbesondere im Nachwuchsbereich. In einem privaten Forschungsprojekt untersucht sie derzeit die Entstehungs-und Entwicklungshistorie internationaler Design-Auszeichnungen.

Ep 111DDCAST 111 - KOLLEKTIV PLUS X "Mobiles Forum für direkte Demokratie"
Ezra Dilger (*1986) ist gelernter Tischler und Erlebnispädagoge, Vater zweier Kindern und seit 2021 MA Industriedesign. Er studierte seit 2014 an der Burg Giebichenstein in Halle (Saale) und machte neben Projekten in Südafrika und auf La Palma ein Auslandssemester am Hyperwerk an der FHNW in Basel. Momentan macht er seinen zweiten Master an der HBK Saar im Studiengang Public Art/ Public Design. 2016 gründete er mit Benno Brucksch das Keramik 3D Drucklabor "druckwerk". Seit 2017 ist er Mitglied des "Kollektiv Plus X", in dem er die meisten seiner Projekte realisiert. Seine Projekte wurden unter anderem an der DDW in Eindhoven und dem GRASSI Museum Leipzig ausgestellt und in Fachzeitschriften wie der Monopol und der Page abgedruckt. Er erhielt verschiedene Preise, darunter den GRASSI Nachwuchs Design Preis, Social Design Award und Hessischer Staatspreis Universelles Design, Social Design Award der German Design Graduates 2022. Marvin Schwark (*1989) studierte Raumplanung an der TU Dortmund. Schon im Studium lag der Fokus auf Bottom-Up Bewegungen und Formen des DIY-Urbanismus. 2015 wechselte er seinen Wohnsitz nach Leipzig wo er Geschäftsführer des Raumplanungsbüros tri:polis wurde. In diesem werden partizipative Projekte im Bereich der Stadtentwicklung umgesetzt. 2016 ist Marvin Schwark Mitbegründer des Kollektiv Plus X e.V. Kollektiv Plus X (gegründet 2016) Unsere Projekte bewegen sich an der Schnittstelle von Kunst, Raumplanung, Design und Sozialer Arbeit. Urbane Interventionen, die den öffentlichen Raum als Bühne begreifen und für eine lebendige Stadtkultur einstehen. Wir finden uns für jedes Projekt neu zusammen, forcieren Kooperationen und setzen auf eine größtmögliche Teilhabe in der Projektumsetzung.

Ep 110DDCAST 110 - HERMANN AUGUST WEIZENEGGER "Der philharmonische Designer"
Hermann August Weizenegger ist ein bedeutender deutscher Designer. Er hat ein umfangreiches Werk geschaffen und als Design-Aktivist, Mitgründer von Institutionen wie dem Designmai Berlin oder den German Design Graduates sowie als Professor ganze Generationen von Designer:innen mit geprägt. Nach Abschluss einer Ausbildung zum Textil-Einzelhandelskaufmann studierte Weizenegger von 1987 bis 1992 Industriedesign bei Hans Roericht an der Hochschule der Künste Berlin. Anschließend war er ein Jahr freier Mitarbeiter bei der Produktentwicklung Roericht in Ulm. 1993 gründete er mit Oliver Vogt das Büro Vogt und Weizenegger in Berlin. Hier entstand unter anderem das do-it-yourself-Möbelprojekt Blaupause oder der Sinterchair, der in mehreren Sammlungen vertreten ist, wie dem Vitra Design Museum in Weil am Rhein, der Neuen Sammlung in München, dem Marta Herford und dem Palais Schönborn in Wien. 2018 wurde der Stuhl auch als Miniatur in die Sammlung des Vitra Design Museums aufgenommen. Ein bekanntes Projekt ist außerdem das von ihnen kuratierte DIM–Die imaginäre Manufaktur in Zusammenarbeit mit der Blindenanstalt Berlin. Hier entstanden neue Produkte mit zahlreichen Designern wie u. a. Konstantin Grcic, Matali Crasset, Marti Guixé und Stephen Burks. Das Designerduo arbeitete für Marken, wie Möve, Authentics, Rosenthal, Häberlein & Mauerer, Intel, WMF/Auerhahn, Sony Music, Viag Interkom, Mandarina Duck, Sigg und der Blindenanstalt von Berlin. Die Hotellobby und Bar vom Ku´Damm 101 aus dem Jahre 2001 gilt als eine der Gestaltungsikonen der Nullerjahre. Das Büro löste sich nach 16 Jahren auf. Weizenegger ist eines der Gründungsmitglieder des Designmai (2003–2007), der Plattform für Berliner Design, an dessen inhaltlicher Ausrichtung und Organisation er fünf Jahre maßgeblich beteiligt war. Er ist zudem Mitbegründer der German Design Graduates Initiative mit Ineke Hans (UDK Berlin), Mark Braun (HBKsaar) und Katrin Krupka im Jahr 2019.

Ep 109DDCAST 109 - ALEXANDRA BAUM "Forschung. Design. Startup. Familie."
Alexandra Baum ist Designerin und Unternehmerin. Nach ihrem Modedesign- Studium mit Schwerpunkt kreislauffähige Textilien und nachhaltige Mode an der HAW Hamburg mit Abschluss als Diplom-Designerin zog es die heute dreifache Mutter als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Fachhochschule Hannover, wo sie das Forschungsprojekt EcoMTex „Von der Öko-Nische zum ökologischen Massenmarkt im Bedürfnisfeld Textilien“ an der Fakultät Design betreute. Ihren Karriereweg setzte die gebürtige Gothaerin ab 2005 in der Entwicklung technischer Textilien fort. Sie machte sich 2003 mit dem Produktentwicklungs- und Designbüro novanex selbständig. Zu Ihren Arbeiten in der textilen Produktentwicklung für Industriekunden zählten smarte Textilien, Medizintextilien und Entwicklungen für Automotive. Zum Kundenkreis zählen neben vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen auch Philips, Westfalia mobil GmbH oder die Daimler AG. Darüber hinaus war Baum als Design- und Innovations-Beraterin aktiv und hielt Gastvorlesungen an Hochschulen. 2013 entstand die Idee eines textilbasierten Fahrradschlosses, das parallel zu ihrer freiberuflichen Tätigkeit entwickelt wurde. 2016 gründete Alexandra Baum gemeinsam mit ihrer Kollegin Suse Brand die Texlock GmbH in Leipzig. Kern der patentierten Lösung des Fahrradschlosses tex—lock ist der Einsatz von funktionalen Hightech- Textilfasern, welche die tex—lock Fahrradschlösser flexibel und weich wie ein Seil machen. Mehrere verflochtene Hochtechnologiefaser-Verbundschichten übernehmen unterschiedliche Funktionen für den Schutz vor Angriffen mit Schneidwerkzeugen und Feuer sowie der Vermeidung von Lackkratzern. Schutz vor Sägeangriffen wird in der aktuellen Produktgeneration durch den Einsatz eines speziell gehärteten und flexiblen Stahlkerns erreicht. Die Nutzung der gesamten Länge und Flexibilität beim Anschließen an feste Gegenstände und Sichern von Anbauteilen wird durch das sogenannte „Loop Through Prinzip“ von tex—lock ermöglicht. 2019 kam die marktreife Entwicklung der multifunktionalen Regenschutzbekleidung „raijn“ hinzu. raijn lässt sich in Sekundenschnelle von einem Parka in einen Overall verwandeln. Die hochwertige Textilie wurde unter dem Motto „whatever the weather“ als täglicher Begleiter für wetterunabhängige Fahrradmobilität entwickelt. Externe Anerkennung fanden die Texlock-Produkte u.a. bei den German Design Award 2018 und 2021, ISPO Award 2019 sowie dem Eurobike Award in Gold im Herbst 2021. Alexandra Baum ist bis heute Mehrheitsgesellschafterin und Geschäftsführerin der Leipziger Fahrrad-Accessoire Manufaktur Texlock GmbH, die Produktion, Vertrieb und Marketing in einer ehemaligen Pianofabrik in Leipzig umsetzt und über 30 Mitarbeiter*innen beschäftigt.

Ep 108DDCAST 108 - Michael Conrad "creativity – off the norm"
Michael Conrad kann man mit dem Begriff "Werbelegende" schlecht fassen. Er ist zwar ein Kreativer, der zahllose Kampagnen geschaffen hat, die über Jahrzehnte wirkten, aber er ist vor allem ein kreativer Denker und Macher. Ihm geht es um Kreation im ganz umfassenden Sinne: kreative Werbung, kreative Gestaltung, kreative Unternehmensführung, kreative Entwicklung von Talenten, kreative Entwicklung neuer Organisationen. Unser Ehrenmitglied des Deutschen Designer Club steht insofern genauso für die Vergangenheit der Kreativbranche wie für deren Zukunft. So beschreibt sich Michael Conrad: "In Leipzig geboren, mit Mutter in den Westen geflüchtet. Damals waren sieben Millionen Flüchtlinge unterwegs. Wir haben im Raum Frankfurt gelebt, später in Berlin, Lübeck oder Düsseldorf. Sobald meine Mutter einen besseren Job fand, sind wir umgezogen. Dadurch sind wir sehr beweglich geworden. Mittelschule und Berufsausbildung zum Industriekaufmannsgehilfen abgeschlossen. Zwei Jahre Verkaufsvertreter für eine Druckerei, Akquisiteur für eine Fremdenverkehrspublikation mit journalistischer Tätigkeit, Reiseorganisator für König Ibn Saud und sein Gefolge, Texter bei Young & Rubicam, Texter und später Kreativ Director bei Ogilvy & Mather, Mitgründer der Werbeagentur TBWA Frankfurt, Lürzer,Conrad Frankfurt, Michael Conrad & Leo Burnett Frankfurt. 1986 hat Leo Burnett mir angeboten, als Präsident und internationaler Creative Director ins Headquarter zu kommen. Ich zog mit meiner Familie nach Chicago. Später wurde ich weltweiter Chief Creative Officer der ganzen Gruppe und gehörte zum engen Führungskreis. Nach der Werbekarriere Mitgründer der Berlin School of Creative Leadership."

Ep 107DDCAST 107 - HANNAH HELMKE "1,5° Celsius und 100% Powerfrau"
Hannah Helmke ist Gründerin und CEO des Climate-Tech-Unternehmens right. based on science, kurz: right°. Ihr Fokus auf wirtschaftliches Handeln in unserer vom Klimawandel betroffenen Welt ist das Ergebnis der Kombination ihrer beiden akademischen Disziplinen: Psychologie und International Business. Hannah folgt ihrer festen Überzeugung, dass ein wissenschaftlich fundierter Ansatz der beste Weg ist, um das emotional aufgeladene Feld der Klimastrategie von Unternehmen zu bewältigen. Bevor sie right° gründete, arbeitete sie für den IT-Dienstleister BridgingIT und die Deutsche Post DHL Group. Dort erforschte sie die Potenziale der Digitalisierung zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen und arbeitete an der Einführung von wissenschaftsbasierten Zielen als Berichtsinstrument. Unter ihrer Leitung erhielt right° den renommierten Next Economy Award 2020 und sie selbst wurde mit dem Digital Female Leader Award 2020 in der Kategorie "Nachhaltigkeit" sowie mit dem "Female Founders Award" der AmCham Germany 2021 ausgezeichnet.

Ep 106DDCAST 106 - STEFAN WEIL "create curate collaborate"
Skorpion. 1963 in Bad Homburg geboren. Meine Laufbahn als Gestalter begann mit der Covergestaltung für die eigene Band »Neue Mode«. Es folgten Fanzines und Magazine wie »Der Fürst« und »Das Herz«. All dies mündete in einem ersten Job bei Meiré und Meiré (»Design ist Orientierung«) als Grafikassistent. In der frühen Selbstständigkeit mit »LAW« (Laarman und Weil, Lust, Arbeit, Wahrheit) wurde ich erstmals mit der digitalen Transformation konfrontiert. Als Untermieter beim ersten Mac-Händler im Rhein-Main-Gebiet tauschte ich rasch den Rapidograph und das Skalpell gegen Mac Paint aus. Meine Rolle als Grafiker bei Tassilo von Grolman prägte mein holistisches Designverständnis. Es folgte die Karriere in globalen Agenturnetzwerken wie Saatchi & Saatchi, TBWA und Leo Burnett. Bei »Leo« leitete ich eine eigene Unit für »Experience Marketing«. Geprägt von der langjährigen Tätigkeit für die Marke Marlboro. Einerseits die content platform »Marlboro Network, The Pulse of America«, in der ich Kreativdirektor und Trendscout/Cool Hunter in Personalunion sein durfte sowie der Forschung an dem »Brand Recognition Code« der Marke. Eine globale Studie mit Designers Republic, Pentagram, Tomato und David Carson bildete deren Basis. Mit dem »Lab01«, einem Zukunftspavillon an der Schnittstelle aus Science und Popkulturen für DaimlerChrysler auf der Expo 2000 fand sich 1999 schließlich meine gestalterisch wirkungsvollste Heimat bei und für Atelier Markgraph. Von 2001 bis 2003 wechselte ich zu J. Walter Thomson, leitete dort Teile der Kreation als CD sowie die Tochterfirmen für Experiences »Thompson Live Communication« und den Designsatelliten »Thompson Brand Design«. Die vielschichte »MultiChannel« Einführung der Marke Becks Gold war ein Highlight. Sowie medienübergreifende Arbeiten für AEG, Rolex und den Onlinebroker der Sparkassengruppe. 2003 kehrte ich schließlich zu »AM« (Atelier Markgraph) zurück. Seit 2005 Geschäftsführer und seit 2016 nun auch Mit Inhaber und somit Gesellschafter. Vielschichtige Projekte in Corporate und Culture sind weiterhin mein Antrieb.