
Das Kalenderblatt
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Ned Kelly verschanzt sich im Glenrowan Inn
12.06.1880: "Such is life" - So ist das Leben. Das waren Ned Kellys letzte Worte, als er zum Schafott hinaufstieg. So will es zumindest die Legende, eine von vielen zwischen Dichtung und Wahrheit, die sich um ihn ranken - um einen Straßenräuber, der den Aufstieg zum australischen Nationalhelden schaffte. 60 000 Bürger unterschrieben die Petition zur Begnadigung des irischstämmigen outlaws, aber er wurde trotzdem hingerichtet ...
Bonifatius heilig gesprochen
11.06.1874: Der um das Jahr 672 in der Grafschaft Devon geborene und wahrscheinlich aus dem englischen Hochadel stammende Benediktinermönch Bonifatius hat für die Ausbreitung des Christentums unter den deutschen Stämmen gesorgt und 744 das Kloster Fulda gegründet - 747 wurde er sogar Erzbischof von Mainz. Bei der Missionierung der Friesen wurde er erschlagen. Am 11. Juni 1874 sprach Papst Pius IX. den Briten heilig ...
Fassbinder gestorben
10.06.1982: Der Filmregisseur Rainer Werner Fassbinder gilt als bedeutendster Vertreter des "Neuen Deutschen Films". Den ersten drehte er mit 23, es wurden insgesamt 44 Filme in 14 Jahren. Er starb früh, im Alter von nur 37 Jahren - die Todesursache: Herzversagen durch Kokain, Schlafmittel und Alkohol. Notizen für einen neuen Film über Rosa Luxemburg lagen auf dem Boden ...
Fememord an Karl Gareis
09.06.1921: In den ersten Jahren der Weimarer Republik gab es zahlreiche Femeverbrechen rechtsgerichteter Milizen. Der Fraktionsführer der USPD im bayerischen Landtag Karl Gareis wurde Opfer eines solchen Fememords. Die Fahndung nach dem Täter blieb erfolglos - und als der bayerische Landtag zwei Wochen später über Konsequenzen aus der Tat diskutierte, verbrachten viele Abgeordnete der Regierungsfraktion die Zeit lieber beim Tarocken in der Landtagsgaststätte ...
Humboldt bricht nach Amerika auf
05.06.1799: Der Naturforscher Alexander von Humboldt erkundete unter großen Strapazen Geographie und Flora Südamerikas und Sibiriens. Kenntnisse in allen wissenschaftlichen Disziplinen wollte er sammeln, vor allem aber wollte er die Erde als lebendiges System begreifen lernen. Jedoch musste er viele Hindernisse überwinden, bis sich endlich die ersehnte Gelegenheit ergab ...
Casanova stirbt
04.06.1798: Der große Frauenheld Giacomo Casanova war nicht nur ein begnadeter Verführer, sondern auch ein hochgebildeter Mann. Er korrespondierte mit Voltaire, Friedrich dem Großen und der Zarin Katharina. Casanova endete am 4. Juni 1798 als alter, griesgrämiger Bibliothekar auf dem Schloss eines böhmischen Grafen: Der Erfolg bei den Frauen hatte ihn verlassen, die flinken Verführer-Finger waren von Gicht entstellt ...
Kafka stirbt
03.06.1924: Der Schriftsteller Franz Kafka zählt mit seinen Romanen und Erzählungen über die labyrinthische Rätselhaftigkeit des Daseins zu den großen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Er starb am 3. Juni 1924. Seine ehemalige Geliebte, die Journalistin Milena Jesenska, widmete ihm einen Nachruf: "Er schrieb die bedeutendsten Bücher der jungen deutschen Literatur. Sie sind wahr, nackt und schmerzhaft, voll trockenen Hohns und sensibler Sicht eines Menschen, der die Welt so klar erblickt hat, dass er es nicht ertragen konnte und sterben musste."
Die Kneißl-Brüder stehen das erste Mal vor Gericht
02.06.1887: Am 2. Juni 1887 - Mathias Kneißl ist gerade 12 Jahre alt - stehen er und sein Bruder zum ersten Mal vor Gericht. Sie sollen ihrem Vater geholfen haben, die kleinen Brücken über den Steindlbach, der über das Kneißl-Grundstück fließt, abzubrechen, damit der Schlossbesitzer nicht mehr drüber kann. 1902 wurde Mathias Kneißl in Augsburg hingerichtet, weil er auf zwei Polizisten geschossen hatte, die später an ihren Verletzungen starben. Als Volksheld wurde "Räuber Kneißl" zur Legende ...
Voltaire stirbt
30.05.1778: Der französische Philosoph Voltaire übte Kritik am Absolutismus und an der Kirche. Er war einer der führenden Denker der Aufklärung im 18. Jahrhundert. Am 30. Mai 1778 erlag er einem Schwächeanfall - 1791 betteten die Revolutionäre Voltaires Sarg in das Pariser Panthéon um. Seine Inschrift: "Er machte den menschlichen Geist größer und lehrte ihn, dass er frei sein soll".
Joséphine de Beauharnais, Kaiserin Frankreichs und Gattin Napoléons, gestorben
29.05.1814: Joséphine de Beauharnais war Napoléons erste Ehefrau. Die arrangierte Ehe verlief leidenschaftlich, doch eine Scheidung war unausweichlich, weil sie keinen männlichen Thronfolger zur Welt brachte. 1814 starb Joséphine im Alter von nur 50 Jahren am 29. Mai an den Folgen einer Diphtherie. Die Nachricht von ihrem Tode erschütterte Frankreich - und Napoléon: Er liebte seine Joséphine über ihren Tod hinaus ...
Guillotin geboren
28.05.1738: Der Arzt Dr. Joseph-Ignace Guillotin erfand die Guillotine, um den Delinquenten die oft ungeschickten Beilhiebe des Henkers zu ersparen. Das im Ansatz gut gemeinte Instrument, mit dem Guillotin die Strafpraxis für die Verurteilten aller Stände hatte vereinheitlichen, also demokratisieren wollen, wurde unter seinem Namen zum Symbol für Terror und Gewaltherrschaft. Als die Revoluzzer schließlich damit begannen, sich gegenseitig auszurotten, hätte Joseph-Ignace Guillotin nur zu gern seinen Namen aus der Angelegenheit zurückgezogen ...
A. Skarmeta wird Botschafter
27.05.2000: In seinem Roman "Mit brennender Geduld" beschreibt Antonio Skarmeta, wie der Dichter Pablo Neruda für den Briefträger Mario Liebesbriefe an dessen Angebetete Beatriz verfasst. Beatriz willigt daraufhin in die Heirat mit Mario ein. Nur zwei Leute wissen, dass Beatriz mit den Versen des großen Dichters betört wurde: Don Pablo und der Ehemann Mario. Naja - und auch Antonio Skarmeta, der die Geschichte ja niederschrieb ...
Ferdinand Maria stirbt
26.05.1679: Als der bayerische Kurfürst Ferdinand Maria am 26. Mai 1679 starb, hatten die Bayern unter ihm 30 Jahre in Frieden gelebt. Eine lange Friedensepoche für das 17. Jahrhundert. Sogar die Bewerbung um die Kaiserkrone lehnte Ferdinand Maria ab. Dieser Charakterzug machte einen Mann in früheren Jahrhunderten zum Langweiler - zumindest bei den Chronisten. Seine Untertanen tauften ihn "den Friedliebenden" - wir würden ihn heute vermutlich einen "besonnenen Herrscher" nennen ...
Indianerkind Miranha-Isabella stirbt
22.05.1822: Die bayerischen Gelehrten von Martius und Spix brachten 1820 von einer Expedition nach Brasilien zwei Indianerkinder nach München mit. Die Königsfamilie kümmerte sich um sie, sie wurden in Pflegefamilien gegeben, doch beide starben schon früh an Erkältungen. In unschuldiger Nacktheit, nur mit Lendenschurz und Federschmuck bekleidet, ließ die Bayernkönigin Karoline die zwei jungen Indianer abbilden - auf einem Grabrelief: Miranha-Isabella und Juri-Johannes ...
Älteste Japanerin geboren
21.05.1894: Die Zahl der Hundertjährigen steigt. Die älteste Frau Japans, Tsuneyo Toyonaga, geboren am 21. Mai 1894, starb im Februar 2008. Am Tag ihrer Geburt hätte die Hebamme wohl auch keine Wette darauf abgeschlossen, dass das Baby eines Tages in die Geschichtsbücher eingehen würde - als älteste Frau Japans. Aber Frau Toyonaga hat es geschafft ...
Clara Schumann gestorben
20.05.1896: Acht Kinder und ein genialer Komponist als Ehemann - keine leichte Voraussetzung für die Konzertpianistin Clara Schumann, ihr tägliches Pensum zu üben. Irgendwie muss sie aber dazu gekommen sein, denn sie gab weiterhin Konzerte. Den Grund dafür vermerkt ihr Ehemann Robert Schumann in seinem Tagebuch: "Wir verbrauchen mehr, als wir verdienen!", und bei ihr heißt es: "Warum sollte ich meinem Robert nicht auch mit meinem Talente ein kleines Scherflein spenden?" ...
Rahel Varnhagen von Ense geboren
19.05.1771: Die Schriftstellerin Rahel von Varnhagen, Tochter eines reichen jüdischen Kaufmanns, führte einen berühmten literarischen Salon in Berlin. Bei ihr verkehrten Adelige, Künstler, Schauspieler und Philosophen: Prinz Louis Ferdinand von Preußen mit seiner Geliebten ebenso wie Friedrich und August Schlegel, Wilhelm und Alexander von Humboldt, Schleiermacher, Fichte oder Clemens Brentano. Sie war Vorbild für die frühe Phase der Frauenemanzipation im 19. Jahrhundert ...
Richard Tauber geboren
16.05.1891: Der am 16. Mai 1891 in Linz geborene Tenor Richard Tauber war berühmt sowohl für das warme Timbre seiner Stimme als auch für seine Vielseitigkeit - er sang Operetten mit der gleichen Disziplin, die er bei Opern gewohnt war. Er sang Mozart, Schubert, Puccini, Verdi, aber auch Johann Strauß oder Robert Stolz. Richard Tauber machte Karriere gegen alle Regeln der Puristen, die einem Operetten-Sänger keine Opern zutrauten. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 emigrierte er nach London...
Sonia Gandhi zur Parteichefin gewählt
15.05.2004: Indira Gandhi, die Tochter des ersten indischen Ministerpräsidenten Nehru, wurde ebenfalls Regierungschefin. 1984 starb sie bei einem Attentat. Ihre Schwiegertochter Sonia wurde zwar als Ministerpräsidentin nominiert, verzichtete aber auf das Amt. Zu schwer lasteten auf ihr die Vorwürfe ihrer Gegner, sie als gebürtige Italienerin könne den Interessen der Inder nicht gerecht werden ...
Massenverhaftungen von Juden in Paris
14.05.1941: Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Frankreich wurde die Vichy-Regierung gegründet, die zu einer Kollaboration mit dem Dritten Reich bereit war. Während der deutschen Besatzung in Frankreich wurden rund 75000 Juden deportiert, von denen nur 2000 zurückkamen. Eine andere Zahl beschämt Frankreich jedoch heute fast noch mehr: vier Fünftel der Opfer wurden von französischen Beamten ihrem Schicksal ausgeliefert. Daher der Begriff "années noires", schwarze Jahre, für die Besatzungszeit...
Chet Baker gestorben
13.05.1988: Chet Baker, der berühmte amerikanische Jazztrompeter, hat mit seiner unnachahmlichen Spielweise definiert, wie moderne Jazztrompete seit den Fünfzigerjahren zu klingen hatte. Er war zudem ein kompetenter und eigenständiger Sänger: Chesney Henry Baker Jr. aus Yale in Oklahoma, genannt Chet. Er fiel 1988 im Drogenrausch aus einem Hotelfenster in Amsterdam. Es entstand die Legende, ein Dealer habe ihn gestoßen, doch den polizeilichen Ermittlungen nach war es ein Unfall...
Schalom Ben-Chorin beigesetzt
09.05.1999: Fritz Rosenthal, 1913 geboren, liebte seine Heimatstadt München. Er wuchs in einer gutbürgerlichen jüdischen Familie auf und studierte Germanistik und Theaterwissenschaften an der Münchner Universität. 1935 emigrierte er nach Jerusalem, nannte sich Schalom Ben-Chorin und wurde ein berühmter Religionsphilosoph...
In Düsseldorf eröffnet die GeSoLei
08.05.1926: Der menschliche Körper stand im Mittelpunkt der großen Ausstellung, die am 8. Mai 1926 in Düsseldorf eröffnet wurde. Die GeSoLei, die Ausstellung für Gesundheit, Soziale Fürsorge und Leibesübungen, präsentierte ein umfassendes Körperbild. Für die GeSoLei wurden monumentale Gebäude entworfen - Bauten, die noch heute das Düsseldorfer Stadtbild prägen und mit denen die führenden Architekten der Weimarer Republik bahnbrechende Neuheiten vorstellten...
Wilhelm Filchner gestorben
07.05.1957: Wilhelm Filchner, gestorben am 7. Mai 1957, war ein deutscher Forschungsreisender, der im tibetischen Hochland kartographierte und Filme von großem kulturhistorischen Wert drehte. Ethnologisch hoch interessant sind vor allem die Passagen über das buddhistische Riesenkloster Kumbum im äußersten Nordosten Tibets...
Marlene Dietrich gestorben
06.05.1992: Marlene Dietrich wurde durch den Film "Der blaue Engel" berühmt, emigrierte aber in die USA und ließ sich auch von Propagandaminister Goebbels nicht zurücklocken. Stattdessen trat sie für die US-Soldaten auf und half verarmten Emigranten. Bei ihrem ersten Auftritt in Deutschland nach dem Krieg wurde sie als Vaterlandsverräterin beschimpft, doch in ihrem Testament wünschte sie, in Berlin begraben zu werden...
Reparationen festgelegt
05.05.1921: Im Versailler Friedensvertrag wurde festgelegt, dass das Deutsche Reich die Alleinschuld am ersten Weltkrieg trüge. Die Folge waren Reparationsforderungen in Höhe von 132 Milliarden Goldmark, zahlbar bis ins Jahr 1988. Schon seit Beginn der 30er Jahre waren die Reparationsansprüche immer weiter gesenkt worden; von Zahlungen bis 1988 sprach schon längst keiner mehr. Und doch ragt das alte Vertragswerk mit einem kleinen Rest noch bis in die Jetztzeit...
Elisabeth Rotten gestorben
02.05.1964: Der Schweizer Pädagoge Pestalozzi war das Vorbild der Pädagogin Elisabeth Rotten, die 1945 in Appenzell das erste Pestalozzi-Kinderdorf gründete. Bis ins hohe Alter betreute sie Jugendprojekte in ganz Europa und setzte sich für den internationalen Austausch ein. Am 2. Mai 1964 ist sie gestorben. Ihr Grabspruch trifft auf sie ebenso zu wie auf ihr Vorbild Pestalozzi: "Sie war unterwegs für die, die noch unterwegs sind."
Ludwig Büchner gestorben
01.05.1899: Ludwig Büchner war das fünfte von sechs Kindern und der Liebling seiner Mutter. Sein Vater, ein Medizinalrat, konnte seiner Familie im hessischen Darmstadt ein sorgenfreies Dasein ermöglichen - jedenfalls was die finanzielle Situation betraf. Ludwig, der jüngere Bruder von Georg Büchner, wurde Mediziner und Philosoph. Sein Buch "Kraft und Stoff" erschien 1855 und erlebte bis 1900 21 Auflagen - ein Bestseller...
US-Truppen nehmen München ein
30.04.1945: 5 Millionen Kubikmeter Schutt lagen bei Kriegsende in Münchens Straßen - doch die Erleichterung der Münchner über die Ankunft der Amerikaner war trotzdem groß. In den frühen Morgenstunden des 30. April 1945 fuhr ein erster amerikanischer Stoßtrupp zu Hitlers Privatwohnung am Prinzregentenplatz und richtete dort einen Gefechtsstand ein...
Karl Drais geboren
29.04.1785: Im badischen Mannheim berichtete das "Badwochenblatt" im Sommer 1817, dass der "Freiherr Karl Drais von Sauerbronn mit der von ihm erfundenen Fahrmaschine 4 Poststunden Wegs in einer Stunde gefahren" sei. Die Idee, so das Blatt, bestehe "in dem einfachen Gedanken, einen Sitz auf Rädern mit den Füßen fortzustoßen". Drais - am 29. April 1785 im markgräflichen Karlsruhe geboren - bekam aber für seine bahnbrechende Erfindung zeitlebens keine Anerkennung und starb verarmt...
Oskar Schindler geboren
28.04.1908: Oskar Schindler wird angesichts der Judenvernichtung zum kühnen Lebensretter vieler Zwangsarbeiter. Als die Nazis sich aus Krakau zurückziehen mussten, entstand schließlich mit Hilfe des jüdischen Buchhalters Itzhak Stern jene berühmte 'Liste' mit den Namen von 1200 Männern, Frauen und Kindern, mehr oder weniger Schindlers gesamte Fabrik-Belegschaft, die - weil angeblich Kriegswichtiges herstellend - gen Westen fahren durfte und so dem Holocaust entkam...
Humboldt immatrikuliert sich in Göttingen
25.04.1789: Alexander von Humboldt war ein Universalgelehrter, der die Pflanzengeographie begründete und die Klimazonen der Erde entdeckte. Sein großes Werk "Reise in die Äquinoktial-Gebiete des Neuen Kontinents, unternommen in den Jahren 1799 bis 1804 von Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland", hat Generationen von Südamerika-Forschern nach ihm Weg und Methode aufgezeigt...
Elisabeth Mann-Borgese geboren
24.04.1918: Elisabeth Mann-Borgese, Thomas Manns jüngstes Kind, war Mitbegründerin des International Ocean Institute und Vorkämpferin für die Ökologie der Meere. Von ihrem Alterssitz bei Halifax in Kanada, an dessen Universität sie bis zuletzt lehrte, blickte sie direkt auf den Atlantik. Der "Familienfluch", wie Bruder Klaus es genannt hatte, ereilte auch sie: Das Schreiben...
Max Planck geboren
23.04.1858: Am 23. April 1858 ist Max Planck geboren worden. Im Dezember 1900 trat der Physiker vor die renommierte Physikalische Gesellschaft in Berlin und konfrontierte sie mit der Formel: "Epsilon ist h mal ny". Das verstand zunächst keiner... Ein ganzes Vierteljahrhundert dauerte es, bis es den Physikern langsam dämmerte: Planck hat die Tür zu einer ganz neuen Physik aufgestoßen, zu einer Physik der Quanten, und die funktioniert ganz anders als die der fassbaren Welt...
Yehudi Menuhin geboren
22.04.1916: In New York kommt am 22. April 1916 Yehudi Menuhin zur Welt. Der vierjährige Yehudi entdeckte seine Berufung, als er zum ersten Mal den Klang einer Geige hörte. Mit neun Jahren begeisterte er seine New Yorker Zuhörer, dann eroberte er Europa - ein Gipfelstürmer, vielleicht der größte Geiger seiner Zeit... Doch er kümmerte sich nicht nur um seine Karriere, sondern sorgte mit einer Stiftung dafür, dass auch sozial Benachteiligte freien Zugang zu Konzerten haben...
Wartburg wiedereröffnet
21.04.1983: Auf der 1080 erbauten Wartburg versteckte sich Martin Luther im Jahr 1521 vor den katholischen Häschern des Kaisers und übersetzte dort das Neue Testament ins Deutsche. Schon zu DDR-Zeiten wurde die historische Wartburg umfassend renoviert und am 21. April 1983 wiedereröffnet. Nach der Wende kam noch ein Fünfsterne-Hotel dazu...
Albert Einstein stirbt
18.04.1955: Für Albert Einstein war 1905 die Frage: Wie fasse ich die Beziehungen zwischen Materie und Energie in eine Formel, die präzise ausdrückt, welche Wechselwirkungen da auftauchen? Die berühmte Energieformel aus der "Speziellen Relativitätstheorie" kann man sich merken, aber was Einstein in der "Allgemeinen Relativitätstheorie" aufstellt, ist selbst für theoretische Physiker eine harte Nuss...
Morgenstern über den 17. April
17.04.1905: Christian Morgenstern wurde berühmt durch seine heiteren Gedichtsammlungen wie "Galgenlieder", "Palma Kunkel", "Palmström" und "Gingganz". Der Humor war jedoch für manche zu fein: Die Literaturkritiker meckerten daran herum. Einige Schriftsteller merkten jedoch gleich, welchen Rang Morgensterns Gedichte hatten. Hermann Hesse, Joseph Roth und Kurt Tucholsky waren begeistert...
Goya stirbt
16.04.1828: Der Maler Francisco de Goya wurde 1746 in Aragón geboren. Er begann mit Vorlagen für Teppichweberei, wurde Mitglied der Madrider Akademie, Professor und Porträtist der Königsfamilie. Sein größter Ruhm jedoch basiert auf den "Desastres de la guerra", den Kriegsbildern, und den "Caprichos", Bildern über Aberglaube und Armut. Am 16. April 1828 ist Francisco de Goya in Bordeaux gestorben...
Jean-Paul Sartre gestorben
15.04.1980: Als Jean-Paul Sartre am 15. April 1980 starb, trauerte die Nation. Freiheit - das war sein Lebensthema. Auch in der Liebe. Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir waren nicht miteinander verheiratet, sie lebten auch nicht zusammen. Sie schlossen einen Pakt der "freien Liebe". Vor allem Sartre nutzte ihn aus und hatte zeitweilig neun Geliebte gleichzeitig...
Tod Carl Hagenbeck jun.
14.04.1913: Von 1870 bis 1930 gab es die "Völkerschauen" im Tierpark Hagenbeck in Hamburg. Die Besucher begafften so genannte "Exotenvölker" aus fernen Ländern. In einer Epoche, in der die Europäer die halbe Welt eroberten, hielt man es für legitim, eine fremde Kultur zum Ausstellungsstück zu degradieren...
Bob Dylans Durchbruch
11.04.1961: Der 1941 in Minnesota geborene Bob Dylan kommt im Januar 1961 nach New York. Der Hauptgrund für seinen Ortswechsel war vermutlich seine im Sommer 1960 entwickelte Begeisterung für Woody Guthrie, der sterbenskrank in einer Klinik in New Jersey lag. Am 11. April schließlich kam der große Durchbruch: Er begann ein zweiwöchiges Engagement in Gerde's Folk City, als Vorprogramm für den großen Bluesmann John Lee Hooker aus Detroit ...
Leonard Cohen live in Washington
10.04.1970: Der Kanadier Leonard Cohen hat sich mit seinen dunklen und rätselhaften Liedern seit vierzig Jahren gegen die Konkurrenz von Rock und Pop behauptet. Außerdem Verfasser mehrerer hoch gelobter Lyrikbände und des Romans "Schöne Verlierer"; Faible für Zweireiheranzüge, die er so elegant zu tragen weiß wie außer ihm heute nur noch Keith Richards von den Rolling Stones ...
Jumbo kommt nach Amerika
09.04.1882: Der Zirkusdirektor Barnum verdiente sich eine goldene Nase mit dem Elefanten Jumbo, bis das Tier durch einen Unfall ums Leben kam. Jumbos Skelett schenkte Barnum dem Naturkundemuseum in New York; die bei der Übergabe anwesenden Ehrengäste erhielten je ein von den Stoßzähnen abgesägtes Plättchen Elfenbein. Den Rest des Dickhäuters ließ Barnum ausstopfen und übergab ihn einem College in Massachusetts ...
Eugen Ott geboren
08.04.1899: Der deutsche Botschafter in Tokio, Eugen Ott, wurde entlassen, weil er enge Freundschaft zu Richard Sorge unterhalten hatte, der für die Sowjetunion spionierte.Ott ging mit seiner Familie nach Peking und blieb dort bis Kriegsende, bevor er sich in Tutzing am Starnberger See niederließ. Dass er sich so hatte täuschen lassen, war jedoch verständlich. Sorge hatte sich perfekt getarnt...
Cavelier erreicht Mississippi-Mündung
07.04.1682: Der Franzose Cavelier entdeckte die Mississippi-Mündung. Mark Twain, der Verfasser der Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn, hat den großen Fluss geliebt. Der Schriftsteller wuchs in Hannibal im US-Bundesstaat Missouri am Ufer des Mississippi auf. Der Fluss gab den Menschen Arbeit und Brot, er bestimmte ihren Lebensrhythmus, und er war der Gegenstand ihrer Träume. Dort legten in seiner Kindheit jeden Tag zwei Schiffe an ...
Muddy Waters geboren
04.04.1913: Der Gitarrist Muddy Waters kam aus dem tiefen Süden und spielte den schwärzesten Blues. Entdeckt wurde er vom Folkloreforscher Alan Lomax, berühmt wurde er in Chicago. Das erste Stück, das Muddy einspielte, stammte von Son House, seinem großen Vorbild. Auch Robert Johnson hatte es unter dem Titel "Walking Blues" eingespielt. Muddy nannte seine Version "Country Blues". Schon der zweite Titel war eine Eigenkomposition, die erste von vielen ...
Erster Auftritt von Donovan
03.04.1964: Der Gitarrist und Sänger Donovan ist der Softie unter den Folk-Rock-Musikern. Sein Spektrum reicht vom Pazifisten-Song "Universal Soldier" bis zur Meditationsmusik "Sutras". Donovans Lieder haben Ohrwurmqualitäten und streifen die Grenze zum Kitsch. Trotzdem sind sie poetisch und zeitlos, auch dadurch nicht totzukriegen, dass sie jahrelang zum Standardrepertoire bekiffter Freizeitbarden in Jugendzentren und Open-Air-Festivals gehörten ...
Hans Christian Andersen geboren
02.04.1805: Der Beginn Christian Andersens Aufstiegs klingt wie gut erfunden: als 14jähriger schmuggelte er sich als blinder Passagier auf ein Schiff und floh nach Kopenhagen. Obwohl er niemanden dort kannte, fand er einen Mentor, mit dessen Unterstützung er eine höhere Schule besuchen und das Abitur machen konnte. Danach fasste er den Entschluss, als freier Schriftsteller zu leben ...
Testfahrt der Titanic
01.04.1912: Die berühmte "Titanic" hatte zwei Schwestern, die "Olympic" und die "Britannic". Alle drei waren von bestechender Schönheit. Königinnen sollten sie sein - Majestäten der Meere. Denn die drei waren Schiffe. Die Testfahrt der "Titanic" war zu kurz und ungenügend, nicht einmal die Rettungsboote wurden zu Wasser gelassen. Die Konstruktion der "Titanic" galt als unsinkbar ...