
Das Kalenderblatt
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Niccolò Longobardi geboren
10.09.1565: Der Jesuitenpater Niccolo Longobardi kam Ende des 16. Jahrhunderts nach China und wurde Leiter der christlichen Mission. Gleich in mehreren Traktaten brandmarkte Longobardi scharf die Riten der Chinesen als bar jeglicher spiritueller Substanz, die chinesischen Gelehrten galten ihm allesamt als Atheisten. Öffentlich hielt er still, doch in ihm, da kochte es ...
Bettine bei Goethe
09.09.1811: Bettine von Arnim drängte sich ihrem Idol Goethe auf und gab den stark geschönten "Briefwechsel Goethes mit einem Kinde" heraus. 1811 kam es zu einer Rauferei zwischen Bettine und Goethes Frau Christiane. Die Umstehenden trennten die aufeinander einschlagenden Frauen. Goethe war über Bettines Frechheit empört und sprach den Arnims ein Hausverbot aus. In einem Brief an Herzog Carl August nannte er die Frankfurterin gar eine "leidige Bremse" ...
Annette Kolb von Charles de Gaulle empfangen
08.09.1962: Am 8. September 1962 kam Charles de Gaulle in München an. Beim abendlichen Empfang begrüßte er eine damals 92-jährige Dame, die er bereits von einer früheren Begegnung in New York flüchtig kannte: die bayrische Schriftstellerin Annette Kolb, Tochter eines Bayern und einer Französin. Ihr Lebensweg ist eng mit dem deutsch-französischen Schicksal verbunden ...
Salvador Allende Wahlsieger
04.09.1970: Das kurze sozialistische Experiment des Salvador Allende in Chile begann am 4. September 1970 - nur drei Jahre lang war er Präsident. Sein Versuch, den Kommunismus mit demokratischen Mitteln durchzusetzen, scheiterte. Und dann, im September 1973: Allendes letzte Rundfunkrede, der Putsch der Militärs mit General Pinochet. Allende wurde erschossen im Präsidentenpalast aufgefunden ...
Turgenev gestorben
03.09.1883: Iwan Turgenev gehört zu den großen Schriftstellern Russlands. Neben dem Roman "Väter und Söhne" machten ihn vor allem seine Novellen berühmt. Turgenev plädierte für Reform und Fortschritt, hatte aber kein Interesse an ideologischen Grabenkämpfen und einseitigen Verurteilungen, die seiner tragischen Weltsicht und seiner Einsicht in die Natur des Menschen nicht gerecht wurden ...
Todestag J. R. R. Tolkien
02.09.1973: Der englische Schriftsteller John Ronald Reuel Tolkien war im Hauptberuf Professor für Anglistik in Oxford. Seine Roman-Trilogie "Der Herr der Ringe" gilt als Standardwerk der Fantasy-Literatur. Am 2. September 1973 hat Professor Tolkien seine Pfeife ausgehen lassen, den gewaltigen 19. Band des Oxford English Dictionary beiseite gelegt, in dem er den Buchstaben W bearbeitet hat, und sich auf den Weg gemacht in jenes ferne grüne Land mit seinen schnellen Sonnenaufgängen, wo schon Frodo Baggins auf ihn wartet ...
Somozas Wahl zum Präsidenten von Nicaragua
01.09.1974: Nicaragua wurde von 1931 bis 1979 von der Familie Somoza diktatorisch regiert - dann musste Anastacio Somoza aufgeben und ins Exil flüchten. Wie viel Geld der Clan beiseite geschafft hatte, ist umstritten; 500 Millionen Dollar aber gelten als solide Schätzung ...
Schilller feiert Goethes Geburtstag
28.08.1787: Während Goethe 1787 in Italien weilte, feierten seine Freunde seinen Geburtstag in Abwesenheit in seinem Garten. - Auch heute wird der Hausherr in seinem Garten wieder gefeiert werden. Gefallen würden sie ihm schon, all die festlich gekleideten Leute, die zwischen den Rabatten herumspazieren, den Versen des Meisters und der Musik Mozarts lauschend ...
Der "Zauberer von Oz"
25.08.1939: Das Kinderbuch "Der Zauberer von Oz" des Autors Lyman Frank Baum erschien 1900 und wurde 1939 mit Judy Garland in der Hauptrolle verfilmt. Das Hollywood-Studio Metro Goldwyn Mayer hat den Film am 25. August 1939 in die Kinos gebracht - Millionen haben ihn gesehen ...
Randolph Hearst stirbt
14.08.1951: Der Verleger Randolph Hearst machte die typisch amerikanische Karriere: von ganz unten nach ganz oben. Er gilt als Erfinder der Boulevardzeitung. Sein Erfolg brachte Hearst ein riesiges Vermögen, das es ihm erlaubte, ein gigantisches Zeitungsimperium aufzubauen. Er regierte über 25 Tageszeitungen, Illustrierte und Magazine, darunter auch heute noch so bekannte Titel wie "Cosmopolitan" oder "Harper's Bazaar". Sein wild bewegtes Leben wurde schließlich filmreif ...
Florence Nightingale gestorben
13.08.1910: Die adlige englische Lady Florence Nightingale gilt als Gründerin der qualifizierten Krankenpflege. Sie wurde durch ihren Einsatz im Krimkrieg berühmt, reformierte das Heeressanitätswesen und gründete Schulen für Krankenpflege. Als sie am 13. August 1910 mit 90 Jahren stirbt, werden nach ihrem Vorbild bereits an über 1000 Schulen Krankenpflegerinnen ausgebildet ...
Turnvater Jahn geboren
11.08.1778: Der am 11. August 1778 geborene Friedrich Ludwig Jahn, der "Turnvater Jahn", kämpfte in den Befreiungskriegen gegen Napoleon und war Abgeordneter der berühmten Paulskirchenversammlung von 1848. Dort saß er in jeder Hinsicht am äußersten rechten Rand, sagte so gut wie nichts, und wenn, dann wollte er das deutsche Erbkaisertum für den Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. ...
Ku-Klux-Klan veranstaltet seine erste nationale Tagung
08.08.1925: Der Ku-Klux-Klan ist immer noch nicht tot. Nur verwischt er die Spuren seiner Existenz heute in vielfach miteinander verbundenen Grüppchen und Vereinigungen von Rassisten, Rechtsextremisten und Neofaschisten. Gegründet wurde der rassistische Geheimbund 1914 in den USA. Noch 1964 wurden Demonstranten gegen den Ku-Klux-Klan hinterrücks ermordet ...
Untergang der SS Jeddah
07.08.1880: Im August des Jahres 1880 wühlte ein Schiffsunglück im Roten Meer die Londoner Öffentlichkeit auf. Empört und fassungslos berichteten die "Times" und der "Daily Chronicle" vom Untergang der SS Jeddah nach einem heftigen Sturm, und dass ihr Kapitän und zwei Ingenieure sich in der Nacht vom 7. auf den 8. des Monats in einem Rettungsboot von Bord gestohlen hatten. An die 1 000 Passagiere blieben ihrem Schicksal überlassen - Joseph Conrad nahm diese wahre Begebenheit als Vorbild für seinen Roman "Lord Jim" ...
Ludwig der Bayer beendet Feindschaft mit Habsburgern
06.08.1330: Der bayerische Herzog Ludwig der Bayer besiegte seinen Rivalen um die Kaiserkrone, den Habsburger Friedrich den Schönen, in der Schlacht von Gammelsdorf und setzte ihn anschließend gefangen. Dort kam Friedrich zu dem Entschluss, dass es wohl doch besser sei, auf die verdammte Königskrone zu verzichten. Ludwig entließ ihn großmütig aus der Haft - und söhnte sich nach Friedrichs Tod mit den Habsburgern aus ...
Percy B. Shelley geboren
04.08.1792: Der englische Dichter Percy Bysshe Shelley wohnte mit seiner zweiten Frau Mary in Rom. Dort hörte man ihn in einer Juninacht des Jahres 1822 laut aufschreien. Als man ihm zu Hilfe eilte, fand man ihn schreckensbleich in seinem Wohnzimmer auf dem Boden sitzend und ins Leere starrend. Nur stockend konnte Shelley von einer Erscheinung berichten, die er gerade gehabt hatte...
Elefantenpanik in München
31.07.1888: Der Festumzug am 31. Juli 1888 zum 100. Geburtstag von König Ludwig I. endete in einer Panik. "Gemessenen Schritts", wie es in der Ankündigung hieß, wollte man quer durch die Münchner Innenstadt ziehen. Mit dem gemessenen Schritt war es aber bald vorbei. Das pompöse Fest schlug um in Katastrophenstimmung durch den Ruf: "Rettet Euch, die Elefanten kommen!" ...
Adolf Damaschke stirbt
30.07.1935: Der Pädagoge Alfred Damaschke gründete den Verein Deutscher Bodenreformer und eine Wohnungsbaugenossenschaft, um armen Familien aus dem Elend zu helfen. Von Anfang an hatte er sich mit dem rassistischen Gedankengut der Nazis nicht anfreunden können: 1934 wurde er als "Feind des Volkes" abgestempelt, am 30. Juli 1935 ist er gestorben ...
Erich Kästner gestorben
29.07.1974: Der Schriftsteller Erich Kästner wurde berühmt als humorvoller Lyriker und Kinderbuchautor - im Dritten Reich aber hatte er Schreibverbot. Seine letzten Jahre waren überschattet von Depressionen und Alkohol, in den letzten Tagen seines Lebens war er nur von zwei Leuten im Krankenhaus besucht worden: von seiner Putzfrau und vom Steuerberater. Kästner war des Lebens müde gewesen; er war geradezu, wie es eine Freundin nannte, versteinert ...
Milan Uhde geboren
28.07.1936: Der tschechische Schriftsteller Milan Uhde litt wie viele seiner Kollegen unter Zwang und Zensur des tschechoslowakischen Sozialismus, arbeitete nach der Wende zehn Jahre als Politiker und wandte sich dann wieder der Schriftstellerei zu. Seither versucht er, mit seinen Stücken nicht nur Wirklichkeit zu zeigen, sondern auch zum Nachdenken über die eigene Vergangenheit anzuregen ...
Joseph Rovan geboren
25.07.1918: Der Journalist Joseph Rovan wurde am 25. Juli 1918 in München geboren, ist 1934 nach Frankreich emigriert und dort als Mitglied der Résistance und später als Professor für Geschichte bekannt geworden. Er warb unermüdlich für die deutsch-französische Freundschaft und war auch viele Jahre Korrespondent des Bayerischen Rundfunks ...
Der Geologe und Freimaurer Ignaz von Born stirbt
24.07.1791: Der Naturforscher Ignaz von Born arbeitete im kaiserlichen Naturalienkabinett in Wien als Malakologe. Das ist die feine und kleine Truppe der Spezialisten für Schnecken und andere knochenlose Weichtiere. Wolfgang Amadeus Mozart legte in der Oper "Die Zauberflöte" die Figur des weisen Sarastro nach dem Vorbild des Schneckensammlers an ...
Lampedusa gestorben
23.07.1957: Der Schriftsteller Giuseppe Tomasi di Lampedusa beschrieb in seinem Roman "Der Leopard" den Niedergang einer feudalen Familie. Den Welterfolg des Buches hat er nicht mehr erlebt. 1963 erhielt die Verfilmung des Romans bei den Filmfestspielen von Cannes die "Goldene Palme": Unter der Regie von Luchino Visconti spielten in den Hauptrollen Burt Lancaster, Claudia Cardinale und Alain Delon ...
Oskar Maria Graf geboren
22.07.1894: Der Schriftsteller Oskar Maria Graf wurde am 22. Juli 1894 in Berg am Starnberger See geboren. Er war gerade einmal zwölf Jahre alt, als sein Vater starb. Der Bub machte eine Bäckerlehre und litt tagtäglich - unter dem rauen Ton und den Schlägen des Bruders. So verließ er früh die Familie und blieb zeitlebens ein bayerisches Künstleroriginal: in der Räterevolution, in der Münchner Bohème und als Emigrant in den USA ...
Die ersten Bayreuther Festspiele unter dem NS-Regime
21.07.1933: Winifred Williams, die Tochter eines britischen Journalisten, hatte 1915 Richard Wagners einzigen Sohn Siegfried geheiratet. Die Schwiegertochter Wagners kannte Adolf Hitler seit 1919 und war seine treue Anhängerin. In der NS-Zeit beherrschte der Führerkult die Bayreuther Festspiele - Bayreuth taumelte im nationalen Stolz. Überall wehten Hakenkreuzfahnen, die Menge raste vor Begeisterung ...
Makebas letztes Konzert in München
18.07.2003: Die Sängerin Miriam Makeba, die wegen ihres Kampfes gegen die Apartheid 30 Jahre im Exil leben musste, kehrte auf Nelson Mandelas Bitte hin im Jahr 1990 in ihre Heimat Südafrika zurück. Ihre Tourneen führten sie allerdings weiter um die Welt, bis sie 2006 ihren Abschied von der Bühne nahm. Ihr letztes Konzert in München gab sie im Jahr 2003, am 18. Juli. Dass sie am Ende Nelson Mandela zum Geburtstag gratulierte, versteht sich von selbst ...
Erste binationale Raumbegegnung
17.07.1975: Nachdem 1969 der erste Mensch auf dem Mond landete, trafen bereits 1975 erstmals amerikanische und russische Astronauten im Weltall zusammen: als die Raumkapseln Apollo und Sojus aneinander gekoppelt wurden. Die beiden amerikanischen Astronauten ruderten aus ihrem Raumschiff schwerelos hinüber in die sowjetische Kapsel und schütteln den russischen Kollegen die Hand. Man tauschte artig Geschenke aus und ein paar Dokumente ...
Emil Krebs wird Übersetzer an der deutschen Botschaft in Peking
16.07.1901: Der Dolmetscher Emil Krebs lernte dank seiner speziellen Sprachbegabung 63 Sprachen. Im diplomatischen Dienst war das nützlich: In Peking vor dem Ersten Weltkrieg war er der einzige Ausländer, der Mandschurisch sprach. Die Chinesen schätzten ihn sehr, den Mann, der sich in ihrer Sprache so gut auskannte und die Schriftzeichen in den Akten so sorgfältig hinpinselte, dass selbst die Chinesen staunten ...
Anton Tschechow gestorben
15.07.1904: Der russische Dichter Anton Tschechow war Arzt und Schriftsteller zugleich. Während bei vielen Autoren die Literatur mit einem mehr oder weniger geliebten Brotberuf finanziert wird, verhielt es sich bei Tschechow umgekehrt: Als Arzt verdiente er kaum etwas. Er hasste es, seinen Patienten Geld abzunehmen. Seine eigene Tuberkulose-Erkrankung wollte er lange nicht wahrhaben ...
Emmeline Pankhurst geboren
14.07.1858: Die Engländerin Emmeline Pankhurst gehörte zu den Vorkämpferinnen für das Frauenwahlrecht. Da das Wahlrecht in Großbritannien "suffrage" heißt, nannte man die Pionierinnen "Suffragetten". 1903 gründete Emmeline Pankhurst in Manchester zusammen mit ihrer Tochter die "Woman's Social and Political Union". Ziele dieser schnell wachsenden Vereinigung: Recht der Frauen auf Bildung, Erwerbstätigkeit, eigenen Besitz und Mitbestimmung ...
Römisches Bürgerrecht für alle Freien
11.07.212: Rom zur Zeit des Kaisers Caracalla war eine Mega-City der Antike mit einer Million Einwohnern. Die "Constitutio Antoniana" sicherte sämtlichen Freien des römischen Imperiums, also allen Männern, die keine Sklaven waren, das römische Bürgerrecht und damit auch das aktive und passive Wahlrecht ...
Henryk Wieniawski geboren
10.07.1835: Der polnische Geiger und Komponist Henryk Wieniawski war ein Wunderkind. Er kam am 10. Juli 1835 im polnischen Lublin zur Welt. Ganze acht Jahre zählte Wieniawski, als er sich zur Aufnahmeprüfung am Pariser Konservatorium meldete, der jüngste Kandidat, der jemals die Prüfung bestand. Mit elf hatte er das Abschlussdiplom als Geiger in der Tasche und bekam obendrein die Goldmedaille als bester Absolvent ...
Heines Brief an Campe
09.07.1848: Der Dichter Heinrich Heine ist berühmt für seine Ironie. - Nachdem all seine Versuche, in Deutschland eine gesicherte berufliche Stellung zu erlangen, gescheitert sind, geht er 1831 nach Paris. In diesem Jahr, er ist gerade 33, treten die ersten Symptome einer Krankheit auf, die den Ärzten ein Rätsel bleibt - Sehstörungen, vorübergehende Lähmungen. Sie kehren wieder, bleiben länger, werden massiver. 1848 kommt der Zusammenbruch ...
Franz Xaver Winterhalter stirbt
08.07.1873: Der Maler Franz Xaver Winterhalter, Kind armer Leibeigener aus dem Schwarzwald, erlebte den Aufstieg zum gesuchtesten Porträtmaler Europas: Seine berühmtesten Werke zeigen die Kaiserin Elisabeth. Dank seiner schmeichelnden Pinselstriche musste sich Winterhalter Zeit seines Lebens um Aufträge keine Sorgen machen - die Damenwelt riss sich darum, ihm Modell sitzen zu dürfen ...
Friede von Tilsit
07.07.1807: Knapp fünf Jahre nach Unterzeichnung des "Frieden von Tilsit" am 7. Juli 1807 hatte Napoléon ein gewaltiges Heer zusammengezogen - genannt "La Grande Armée". 600.000 Mann umfasste sie; nur ein Drittel davon waren Franzosen. Alle anderen Soldaten kamen aus verbündeten Ländern: Polen, Italien, Kroatien, Portugal, Spanien, Dänemark, der Schweiz, Österreich, Preußen - und Bayern ...
Meuterei im Kongo
04.07.1960: Der rohstoffreiche Kongo war seit der Kolonisierung durch Leopold II. immer wieder Schauplatz grausamer Machtkämpfe. Auch nach der Unabhängigkeit im Jahr 1960 setzten sich die Kämpfe fort. Am 4. Juli 1960 meuterten in mehreren Kasernen einheimische Soldaten gegen ihre belgischen Vorgesetzten, die Unruhen breiteten sich über das ganze Land aus, auch Zivillisten fielen ihnen zum Opfer. Innerhalb weniger Tage zerbrach die Allianz, die die Unabhängigkeit vorangetrieben hatte ...
Qualtinger foppt seine Wiener und tritt als Eskimodichter in Erscheinung
03.07.1951: Der österreichische Kabarettist Helmut Qualtinger hat nicht nur als Autor der Satire vom "Herrn Karl", sondern auch als Schauspieler in vielen Filmen die Schattenseiten der österreichischen Kleinbürgerseele beleuchtet. Das Bloßstellen mit den Mitteln der Satire - eine Wiener Tradition: Parodieren und Imitieren und damit lächerlich machen, niemand beherrschte es so wie Helmut Qualtinger ...
Gründung des Karl-May-Verlags
01.07.1913: Der Karl-May-Verlag, am 1. Juli 1913 gegründet, zählt heute noch zu den ganz wenigen Verlagen auf der Welt, die von einem einzigen Autor leben können. Der Schriftsteller Karl May war nie im Ausland, doch seine Wildwest- und Orient-Romane sind bis heute Bestseller ...
Gründung der Wiener Sängerknaben
30.06.1498: Als "singende Botschafter Österreichs" ziehen sie durch die Welt - die Wiener Sängerknaben. Sie bestreiten etwa 300 Konzerte pro Jahr; ein Mammutprogramm für die zehn- bis vierzehnjährigen Buben! Und ein Grund dafür, dass man die Wiener Sängerknaben auf vier Einzelchöre aufteilte, dem Mozart-, Haydn-, Schubert- und Bruckner-Chor. Somit hatte man die perfekte Arbeitsteilung: Zwei Chöre gehen Geld verdienen, die anderen bleiben im Wiener Augartenpalais und studieren ...
Apartheid aufgehoben
27.06.1991: Die von 1948 bis 1991 geltenden Apartheids-Gesetze in Südafrika sahen strikte Rassentrennung vor. Nelson Mandela war der Chef des African National Congress - der wichtigsten Interessenvertretung der Schwarzen, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, allen Einwohnern Südafrikas das Recht auf volle Staatsbürgerschaft, auf direkte parlamentarische und gewerkschaftliche Vertretung, auf Bildung und auf Landbesitz zu erstreiten. Mandela saß 27 Jahre im Gefängnis, weil er für die Aufhebung der Apartheid kämpfte ...
Alfred Döblin gestorben
26.06.1957: Der Arzt Alfred Döblin kannte das Berlin der kleinen Leute sehr gut - er hatte seine Praxis nahe dem Alexanderplatz. Sein Roman "Berlin Alexanderplatz" machte ihn berühmt - 45 Auflagen erlebte das Werk allein in den ersten zwei Jahren. 1933 musste Alfred Döblin emigrieren; nach dem Krieg wurde er in Deutschland nicht mehr heimisch ...
George Orwell wird geboren
25.06.1903: Der Schriftsteller George Orwell schildert in dem Roman "1984" den totalen Überwachungsstaat. "1984" gehört zu den Klassikern der modernen Weltliteratur. Dreimal ist der deprimierende Roman verfilmt worden, ein Mal 1956, also wenige Jahre nach der Neuerscheinung, und zwei Mal im Jahr 1984 selbst. Als Propagandist bei der BBC war George Orwell auf die Techniken der Manipulation aufmerksam geworden ...
Picassos erste Ausstellung in Paris
24.06.1901: Im Jahr 1900 war Paris die Welthauptstadt der Kunst. Doch der 19jährige Pablo Picasso, der zunächst nur für einen Besuch gekommen war, ließ sich von den großen Namen nicht einschüchtern: Als Zwanzigjähriger hatte er seine erste Ausstellung in Paris, die der bekannte Kunsthändler Ambroise Vollard eröffnet hatte ...
Boris Vian gestorben
23.06.1959: Der französische Künstler Boris Vian gehörte zu den Intellektuellen des Existentialismus - er war ein Multitalent mit vielen Berufen: Ingenieur, Chansonnier, Schauspieler, Schriftsteller. Weil seine anspruchsvollen Romane zwar gelobt, aber nur von einem kleinen elitären Zirkel gelesen wurden, schrieb er unter dem Pseudonym Vernon Sullivan einen Sex-and-Crime-Thriller mit dem Titel "Auf Eure Gräber werd ich spucken" ...
Währungsreform
20.06.1948: In den ersten Juniwochen des Jahres 1948 transportieren Lastwagen unter strengster Bewachung eine wertvolle Fracht quer durch Deutschland: 500 Tonnen Banknoten, verpackt in 23 000 Kisten. Unter dem Decknamen "Operation Bird Dog" war in den USA neues Geld für Deutschland gedruckt und per Schiff nach Bremerhaven gebracht worden. Nun wurde es in aller Heimlichkeit auf die verschiedenen Landesbanken verteilt. Am 20. Juni dann war es so weit: Jeder Deutsche erhielt vierzig neue Deutsche Mark ...
Todestag William Golding
19.06.1993: Der englische Schriftsteller William Golding beschrieb in seinem Roman "Der Herr der Fliegen", wie eine Gruppe Jugendlicher dem Bösen anheimfällt. Der Roman wurde ein Welterfolg. Und obwohl William Golding noch elf weitere Romane schrieb, wurde er immer nur reduziert auf das eine Buch. Sogar an einem seiner größten Tage: Im Jahr 1983 erhielt er den Literatur-Nobelpreis ...
Jürgen Habermas geboren
18.06.1929: Der am 18. Juni 1929 in Düsseldorf geborene Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas hat die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland mit seinen philosophischen Stellungnahmen begleitet, er war nie der "Philosoph im Elfenbeinturm". Die Wichtigkeit der öffentlichen Diskussion betont er auch in seinem Hauptwerk "Die Theorie des kommunikativen Handelns" ...
Strawinsky geboren
17.06.1882: Der Russe Igor Strawinsky, geboren am 17. Juni 1882 in einem kleinen Städtchen bei Sankt Petersburg, Vertreter der sogenannten "Neuen Musik", gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Seine ersten drei Ballette mit dem "Le Sacre du Printemps - Das Frühlingsopfer" als Schlusspunkt machten den jungen Komponisten weltberühmt. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er als Emigrant in Frankreich und den USA ...
Herminie Cadolle erhält Patent auf ihren BH
16.06.1889: Am 16. Juni 1889 bekam die Französin Herminie Cadolle in Paris ein Patent auf eine, wie es hieß, den "Busen haltende Konstruktion". Das war neu. Bis dahin wurden die Brüste immer von unten gestützt. Ob mit den aufwändigen panzerartigen Korsagen aus Fischbein und Schnürwerk, die den gesamten Leib umfassten, wie noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts, oder mit den wesentlich zarteren Bändern, wie vor mehr als 2.500 Jahren ...
Dorothea Erxleben gestorben
13.06.1762: Die Ärztin Dorothea Erxleben war die erste Frau in Deutschland, die an einer Universität promovierte. Ihre Doktorprüfung wurde in lateinischer Sprache abgehalten. Auf sämtliche Fragen muss die Kandidatin so fundiert geantwortet haben, dass - so das Protokoll - "alle Anwesenden damit vollkommen vergnügt waren". Sie starb am 13. Juni 1762 - im Alter von 47 Jahren - an Brustkrebs ...