
Auf den Punkt
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Ep 707Pressefreiheit: Journalismus zwischen den Stühlen
Am “Tag der Pressefreiheit” lenken wir den Blick auf Willkür und Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten. Was auch wir erleben müssen. Die Pressefreiheit ist weltweit bedroht. Die Organisation “Reporter ohne Grenzen” führt auf, dass sie in fast drei Viertel der Länder der Welt zumindest bedeutend eingeschränkt ist. Nicht nur in totalitären, repressive Staaten wie Nordkorea oder Eritrea, sondern auch in den USA, Großbritannien - und Deutschland. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von „Reporter ohne Grenzen“ ist die Bundesrepublik von Platz 11 auf Platz 13 abgerutscht. Besonders in Zeiten der Pandemie sei es nicht leicht, aus den Gerichtssälen zu berichten, sagt SZ-Gerichtsreporterin Annette Ramelsberger. Auch würde vor allem Rechtsextremisten die Verfahren oft genug als Bühne nutzen - und wie auch auf Pegida- oder Corona-Demonstrationen offen drohen. Auf Bedrohungen per Mail reagiere sie inzwischen immer öfter mit Anzeigen. Problematisch sei inzwischen aber auch der Druck, den Anwälte gegen Journalisten ausüben würden. Doch wenn sie sich einschüchtern lasse, dann habe sie ihren Beruf verfehlt, meint Ramelsberger. Journalisten sollten “nicht auf einem Stuhl oder schon gar nicht auf einem Schoß sitzen, sondern zwischen den Stühlen”. Hier der Link zum Schul-Projekt “Journalismus macht Schule”. Antworten auf häufig gestellte Fragen der Leserinnen und Leser und Positionen der SZ finden Sie hier und in der Zeitung auf der Seite des Leserforums. Weitere Nachrichten: Lockerungen für Geimpfte, Oktoberfest-Absage, BKA zerschlägt Kinderpornografie-Plattform, DFB-Krise. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk

Ep 706"Angespannte Lage": Blick in Deutschlands Intensivstationen
Die Zahl der Covid-Intensivpatienten nimmt sehr leicht ab. Trotzdem bleibt die Situation ernst. Ein Gespräch mit einer Intensivpflegerin und einem Chefarzt. Wochenlang ist die Zahl der Covid-Intensivpatienten immer weiter gestiegen. Die Notfallmediziner haben wieder und wieder gewarnt: Es brauche strengere Maßnahmen, sonst drohe das Gesundheitssystem zusammenzubrechen. Erst jetzt geht die Zahl leicht zurück. Für Entspannung sorgt das aber nicht, erklären die Intensivkrankenpflegerin Katrin Rutten und der Ärztliche Direktor des Rotkreuzklinikums in München Marcus Hentrich. Weitere Themen: Biontech beantragt Impfstoff-Zulassung für Kinder ab 12, Ampelkoalition in Rheinland-Pfalz, Massenpanik in Israel. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Lars Langenau und Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Justin Patchett _Zusätzliches Audiomaterial über Bundespressekonferenz._

Ep 705100 Tage Biden: Sind die USA zurück?
In den USA krempelt Joe Biden viel um, außenpolitisch ist er um Zusammenarbeit bemüht. Beim Impfen gilt aber ein altes Trump-Prinzip: America First. 100 Tage ist Joe Biden nun im Amt. Innenpolitisch, das sagen viele Beobachter, legt er ein rasantes Tempo vor: Die USA impfen in großer Geschwindigkeit, die Wirtschaft zieht kräftig an und die Regierung schenkt jedem US-Bürger 1400 Dollar. Aber wie sieht es denn außenpolitisch aus? Sind die USA wirklich zurück? Auch hier hat Biden für viel Aufsehen gesorgt: Rückkehr ins Pariser Klimaabkommen, klare Abgrenzung gegenüber Russland und China. US-Korrespondent Hubert Wetzel spricht über die Unterschiede zwischen Bidens und Trumps Außenpolitik - und deren Gemeinsamkeiten. **Weitere Themen:** Karlsruhe erklärt Klimaschutzgesetz für in Teilen verfassungswidrig, Neuinfektionen in Deutschland nehmen ab. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Carolin Lenk _Zusätzliches Audiomaterial über US Congress._

Ep 704Corona in Indien: Religiöse Feste werden zu Superspreader-Events
In Indien wütet das Coronavirus. Hunderttausende sind infiziert und das Gesundheitssystem ist kollabiert. Was hat diese Welle verursacht? Die offiziellen Zahlen machen demütig: Am Mittwoch wurden in Indien 360.960 Corona-Infektionen neu gemeldet. Inzwischen sind es fast 18 Millionen nachgewiesene Fälle, die weltweit zweitmeisten Infektionen nach den USA. Mit offiziell annähernd 3300 neuen Toten an einem Tag wurde die Schwelle von 200 000 Todesfällen in Verbindung mit dem Virus überschritten. Traurige Rekorde. Die Zahlen sind nicht besonders valide, sagt SZ-Asienkorrespondent David Peifer. Sowohl die Infektionen als auch die Anzahl der Toten seien eher geschönt oder “milde interpretiert”. Es werde in Indien nicht flächendeckend oder auch gar nicht getestet. Und wo getestet werde, da komme etwa einer von drei Covid-Tests positiv zurück. Das Gesundheitssystem sei in vielen Teilen des Landes bereits kollabiert. Der erneute Ausbruch vor allem in Städten wie Neu-Delhi hat laut Pfeifer mit den weitgehenden Lockerungen der Schutzmaßnahmen zu tun. Die Regierung habe fälschlich angenommen, das Virus schon fast besiegt zu haben. Doch dann hätten sich religiöse Massenfeste zu Superspreader-Events entwickelt. Weitere Nachrichten:Streit über Rechte für Geimpfte, Verfassungsschutz beobachtet "Querdenker", EU-Parlament bestätigt Brexit-Handelspakt. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Carina Seeburg, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk

Ep 703“Geimpft werden macht glücklich”
Die Impfpriorisierung wird bald aufgehoben und dann gibt es auch mehr Freiheiten für Geimpfte und Genesene. Die Zuversicht, das Coronavirus in Deutschland zu besiegen, steigt. Nach der Blamage um die schnell wieder einkassierte “Osterruhe” hatten sich am Montagnachmittag Bund und Länder zu einem Impfgipfel verabredet. Das Ergebnis: Die Impfpriorisierung wird bald aufgehoben und dann gibt es auch mehr Freiheiten für Geimpfte und Genesene vom Coronavirus. Auch nimmt die Impfkampagne in Deutschland endlich Fahrt auf - und manche Hausärzte sind inzwischen "am Oberrand unserer Belastungsgrenze", wie die Virologin Nasim Motamedi aus einer Allgemeinarztpraxis bei München sagt. Geimpfte sollten schnell ihre Freiheiten zurück bekommen, meint Werner Bartens aus der SZ-Wissenredaktion. Auch sei es jetzt "höchste Zeit", in den Altersheimen mit Lockerungen zu beginnen. Grundsätzlich seien die Hausärzte zu spät in die Impfkampagne eingebunden worden, kritisiert Bartens. Aber jetzt seien "erstaunliche Fortschritte" zu verzeichnen. Ein befreundeter Impfarzt habe ihm gesagt: “Impfen macht glücklich, geimpft werden macht glücklich.” Täglich würden gerade ein Prozent der Bevölkerung geimpft. Bereits 24 Prozent seien es bis dato. Bis spätestens Pfingsten müssten also dringend mehr Freiheiten für Geimpfte und Genese gewährt werden. Ab spätestens Juli könne man wieder zuversichtlich sein. Registrierungen und Infos kostenfrei unter der Bundeshotline 116117 oder unter www.impfterminservice.de. Weitere Nachrichten: Bayern hebt Impfpriorisierung früher auf, Lockdown in der Türkei, Nagelsmann wird neuer Bayern-Trainer. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen, Antonia Franz Produktion: Carolin Lenk

Ep 702Drei Oscars für “Nomadland”: Ein Glücksfall!
Der dreifach oscarprämierte Film von Chloé Zhao ist der Film zur richtigen Zeit. Einer der Resilienz entwickelt - und einer, der zurecht gegen Netflixs “Mank” gewonnen hat. Zum 93. Mal sind die bedeutendsten Filmpreise der Welt verliehen worden. Drei der vier Haupt-Oscars gingen an das Roadmovie "Nomadland" der aus China stammenden Filmemacherin Chloé Zhao. Einer davon an ihre Hauptdarstellerin Frances McDormand. Und die sich wünscht sich statt einer Dankesrede, dass man sich den Film auf der größten Leinwand anschauen sollte, die man finden kann. Die Preise seien absolut gerechtfertigt, sagt die SZ-Filmkritikerin Susan Vahabzadeh. “Nomandland” sei “ein Glücksfall von einem Film.” Er zeige großartige Bilder und entwickle eine unglaubliche Resilienz. Zudem sei die gesamte Verleihung viel diverser, als die beiden Oscars für McDormand und Anthony Hopkins vermuten lassen würden. Auch “Mank” von David Fincher sei ein “wahnsinnig schöner Film”, sagt Vahabzadeh. Aber im Vergleich wirke er trotz seiner Perfektion “unemotional und erstarrt”. Weitere Nachrichten: Corona wütet in Indien, Arbeitsverbot für Nawalnys Organisationen, globaler Rüstungsboom. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Carina Seeburg, Antonia Franz, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über ABC, SearchlightPictures und Movie Trailers Source.

Ep 701Fußball-EM: Es bleibt bei München
Nach langen Diskussionen bleibt es im Sommer bei vier Fußball-EM-Spielen in München. Mindestens 14.500 Fans sollen dabei Platz in der Arena finden. Drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft sowie ein Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft sollten in München stattfinden. Doch weil sich auch Deutschland in der Pandemiebekämpfung schwertut, war nicht mehr sicher, ob München Austragungsort bleibt. Denn der europäische Fußballverband Uefa hat die Bedingung, dass Zuschauer ins Stadion müssen. Nun bleibt München Spielort und mindestens 14.500 Fans sollen bei den Partien zuschauen. Eine überraschende Entscheidung, meint SZ-München-Chef René Hofmann. Weitere Themen: Spahn über Coronalage, Merkel im Wirecard-Untersuchungsausschuss, Nawalny beendet Hungerstreik. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Lars Langenau **Produktion:** Valérie Nowak

Ep 700Wie Kinder und Jugendliche unter dem Lockdown leiden
Fast alle Kinder und Jugendlichen belastet der Lockdown. Psychotherapeuten warnen vor langfristigen gesundheitlichen Folgen. Seit Monaten hangelt sich Deutschland von einer Lockdownverlängerung zur nächsten. Vor allem Kinder und Jugendliche leiden besonders unter den Einschränkungen, warnt der Psychotherapeut Michael Schroiff. Im Gespräch erzählt der Vorsitzende des Berufsverbands der Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, dass nicht wenige Ticks entwickeln und soziale Kompetenzen verlieren. Es brauche vor allem soziale Kontakte, sonst drohen langwierige gesundheitliche Schäden. Weitere Themen: Biden will ehrgeizigere Klimaziele, Scholz weist Mitschuld in Wirecard-Skandal zurück, 30 Millionen Sputnik-V-Dosen für Deutschland. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz und Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Carolin Lenk

Ep 699Der große Spagat des Markus Söder
Wer soll glauben, dass die CSU im Wahlkampf hinter Armin Laschet stehen wird? Wettstreit sei nicht gleich Beschädigung, heißt es in München. Die Union hat ihren Kanzlerkandidaten. Aber wer soll nach den vergangenen neun Tagen ernsthaft noch glauben, dass die CSU hinter Armin Laschet steht? Generalsekretär Markus Blume sagt, innerparteilicher Wettstreit habe nichts damit zu tun, andere zu beschädigen. Der langjährige CSU-Reporter Roman Deininger meint jedoch, die Risse vor allem in der CDU werden im Wahlkampf sichtbar sein. **Weitere Themen:** Bundestag stimmt für Notbremse, Idee der Super League so gut wie verworfen. Alle Informationen, wie Sie bei der Datenrecherche von SZ und Algorithm Watch mitmachen können, finden Sie unter [sz.de/wahlfilter](http://sz.de/wahlfilter). **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz **Produktion:** Carolin Lenk

Ep 698"Die CSU wird weiter nur die CSU plakatieren”
Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union. Markus Söder zieht zurück. Doch wie stehen die beiden nun da? Eigentlich war ja Schalke Meister. Ganze vier Minuten und 38 Sekunden, anno 2001. War dann doch nichts, weil es Bayern München doch noch schaffte. Schalke wurde nur Meister der Herzen. “Söder war der Kandidat der Herzen”, meint jetzt der Generalsekretär der CSU, Markus Blume. Dass Söder der “Kandidat der Herzen” war, sei eine kleine Spitze des CSU-Generalsekretärs Markus Blume gegen Laschet gewesen, sagt der Berliner SZ-Parlamentskorrespondent Stefan Braun. Viele aus der CDU müsse Laschet jetzt noch für sich gewinnen. Aber immerhin hätten die Mitglieder des CDU-Vorstandes jetzt mit offenem Visier agieren müssen - und sich dann doch noch mehrheitlich hinter ihren Vorsitzenden gestellt. Er schließe es aus, dass Söder in ein potenzielles Kabinett Laschet eintreten werde, sagt Braun. Der CSU-Chef habe in dem Streit mit der Union keinen Schaden genommen. Schließlich kenne er solche Auseinandersetzungen. Auch sei seine "Ausgangsposition jetzt ziemlich genialisch”, meit Braun. Da er sich zurücklehnen könne, wenn der Wahlkampf schief gehen sollte. Sowieso werde in Bayern, meint Braun, die CSU weiterhin nur die CSU plakatieren. Weitere Nachrichten: In Sachsen kann jeder Astra Zeneca bekommen, Bremer Bamf-Verfahren eingestellt, Super Liga. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix Livestream.

Ep 697Göring-Eckardt zu Baerbock: "Eine geht jetzt voran"
Annalena Baerbock ist Kanzlerkandidatin. Das Team mit Robert Habeck bleibt bestehen, sagt die grüne Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Das Gehabe in der Union empfindet sie als "schlechten Stil". Die K-Frage ist entschieden. Zumindest bei Bündnis 90/Die Grünen. „Wir beide wollten es, aber am Ende kann es nur eine machen“, sagte Robert Habeck am Montagvormittag. Annalena Baerbock wird im Alter von 40 Jahren Deutschlands jüngste Kanzlerkandidatin aller Zeiten. Doch Baerbock hat keinerlei Regierungserfahrung. Das Team mit Robert Habeck bleibe ja, sagte die grüne Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt im Podcast. “Es wird ein starkes Team bleiben: Eine geht jetzt voran.” Es gehe neben den Inhalten um eine andere Art von Politik und einen neuen Politikstil. Es gebe “keine Lieblingskoalition mehr”, sagte Göring-Eckardt weiter. Auch kritisierte sie die Suche nach einem Kanzlerkandidaten der Union. Seit zwei Jahren sei klar, dass Angela Merkel nicht mehr antrete und sie sei verwundert darüber, wie unprofessionell das gerade vonstatten gehe. Weder für Armin Laschet noch für Markus Söder habe sie eine Präferenz: "Da bekleckert sich gerade keiner mit Ruhm.” Der Machtkampf sei von Egozentrismus und “schlechtem Stil” geprägt. Weitere Nachrichten: K-Frage der Union, Infektionsschutzgesetz wird abgeschwächt, Jungfernflug des Mars-Helikopters "Ingenuity", Fußball-Superliga. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Antonia Franz Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix Livestream.

Ep 696Aerosolforscher: Die Gefahr lauert drinnen
Der Bundestag berät über nächtliche Ausgangssperren. Dabei würde sich an der frischen Luft kaum jemand infizieren, sagt Aersolforscher Christof Asbach. Wir sind mittendrin in der dritten Corona-Welle. Die Zahl der Neuinfektionen steigt und die Intensivmediziner rufen um Hilfe. Im Bundestag diskutieren die Abgeordneten deshalb über die bundeseinheitliche Notbremse. Nächtliche Ausgangssperren eingeschlossen. Doch dieses Instrument ist nicht nur verfassungsrechtlich äußerst umstritten, auch infektiologisch schieße diese Maßnahme am Ziel vorbei, sagt Christof Asbach. Der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung erklärt, draußen würden kaum Infektionen passieren. Wichtig sei es, in Innenräumen Kontakte zu vermeiden. Weitere Themen: Vereinigtes Königreich kein Risikogebiet mehr, Söder in Politbarometer weit vor Laschet. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Lars Langenau **Produktion:** Valérie Nowak _Zusätzliches Audiomaterial über Deutscher Bundestag._

Ep 695Laschet gegen Söder: Duell der Schikanen
Markus Söder steckt nicht gegen Armin Laschet zurück. Der Grund: Die CSU hält Laschet für einen schlechten Kanzlerkandidaten. Laschet gegen Söder: Seit Sonntag ist das Duell um die Kanzlerkandidatur bei der Union richtig entbrannt. Söder steht in den Umfragen besser da. Aber viele in der CDU wollen den gerade erst zum Parteivorsitzenden gewählten Laschet nicht beschädigen. Über die Stimmung in der Union sprechen in dieser Folge Söder-Biograf Roman Deininger und SZ-NRW-Korrespondent Christian Wernicke. Weitere Themen: Bundesverfassungsgericht erklärt Mietendeckel für ungültig, Merkel soll sich mit Astra-Zeneca impfen lassen. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Carolin Lenk _Zusätzliches Audiomaterial über dpa und Reuters._

Ep 694Afghanistan-Abzug: Die Taliban drängen zurück an die Macht
Am 11. September sollen die letzten US-Soldaten aus Afghanistan abziehen. Der Westen ist gescheitert. Die Militäroffensive ”Operation Enduring Freedom” war eine direkte Folge der Terroranschläge von 9/11. Zwischenzeitlich sind in Afghanistan 100 000 US-Soldaten dort stationiert gewesen. Der 20. Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center in New York soll der Tag sein, an dem sich die letzten ausländischen Soldaten aus Afghanistan zurückziehen. So wird es US-Präsident Joe Biden am Mittwochabend verkünden. Auch die britischen und deutschen Soldaten werden folgen. Dabei bestimmt die Gewalt nach wie vor den Alltag der Afghanen. "Der Abzug orientiert sich nicht an der afghanischen Realität", sagt SZ-Auslandsredakteur Tobias Matern, der einst Korrespondent in Afghanistan zur Hochphase des Kriegs war. Das Land könne abermals im Chaos versinken, denn die Taliban drängen zurück an die Macht. Biden habe viele Fehler seiner Vorgänger von Bush über Obama bis Donald Trump geerbt. Trump habe sich von den Taliban über den Verhandlungstisch ziehen lassen. Die afghanische Regierung stehe jetzt mit dem Rücken zur Wand. Viele wollen das Land nur noch schnell verlassen. "Der Westen ist in Afghanistan gescheitert", meint Matern. Weitere Nachrichten: 50 Millionen weitere Impfdosen von Biontech für die EU, Kanzlerkandidatur der Union. Unsere Podcast-Serie “Die Mafiaprinzessin” finden Sie unter sz.de/mafiaprinzessin. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über ARD Morgenmagazin, Sky News, CNN, ABC7NY, VOA News, AP Archive.

Ep 693Notbremse per Gesetz: Was die Bundesregierung vorschlägt
Bald kommt eine bundesweit einheitliche Notbremse zur Abwehr der Pandemie. Welche der Maßnahmen sinnvoll sind - und was eher nicht. 17 Tage hat Kanzlerin Angela Merkel dann doch noch zugeschaut, wie sich die dritte Corona-Welle entwickelt. Am Dienstag dann hat das Bundeskabinett eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Demnach müssen sich die Bürger in weiten Teilen Deutschlands auf Ausgangsbeschränkungen und geschlossene Läden nach bundesweit verbindlichen Vorgaben einstellen. Private Treffen sollen nur noch mit einer weiteren Person möglich sein. Das sei kein großer Wurf, dafür gehen die Maßnahmen nicht weit genug, kritisiert SZ-Wissen-Redakteurin Christina Kunkel. Dabei würden laut neusten Prognosen bereits Ende April auf den Intensivstationen mehr Menschen liegen als auf dem Höhepunkt der zweiten Welle. „Das ist das größte Versagen“, meint Kunkel, „dass man da nicht frühzeitig gegengesteuert hat“. Immerhin gebe es nach dem Flickenteppich jetzt aber endlich bundeseinheitliche Regeln. Epidemiologisch würden auch die nun beschlossenen Ausgangssperren nur Sinn machen, damit man sich eine Zeitlang gar nicht mehr treffe. Allerdings sei inzwischen klar, dass die Gefahr einer Ansteckung vor allem in Innenräumen besteht. Weitere Nachrichten: Nato fordert den Abzug russischer Truppen an Grenze zur Ukraine, Prozess gegen rechte Terrorzelle, Söder versus Laschet. Weitere Nachrichten: Infektionsschutzgesetz, Iran bezichtigt Israel der Sabotage. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Antonia Franz Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über ARD Anne Will, Phoenix und Tiktok.

Ep 692Ruprecht Polenz: "Laschet kann auch Kanzler"
Armin Laschet oder Markus Söder? Wer wird Kanzlerkandidat der Union? Die Spitze der Christdemokraten steht hinter Laschet. Söder müsse zurückstecken, meint der CDU-Politiker Ruprecht Polenz. Montagmittag bekam der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen die Rückdeckung vom Präsidium und dem Bundesvorstand der CDU. Für Laschet nur "ein Meinungsbild der CDU", aber das ist Understatement. Der Aufschlag liegt bei Laschet. Denn Söder hat seine Kandidatur am Sonntag von “einer breiten Unterstützung durch die CDU” abhängig gemacht. Söder wird seine Schlussforderungen daraus ziehen, sagt der Ex-CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz. Laschet sei der richtige Kanzlerkandidat. Er stehe für in seinen Grundüberzeugungen für Europa und einen humanitären Umgang mit Geflüchteten. Er habe in NRW bewiesen, dass er verlässlich regieren kann. Und diese Verlässlichkeit brauche es auch, wenn man Deutschland regiert. "Er ist der richtige Kanzlerkandidat und kann auch Kanzler", meint Polenz. Jüngst habe es Schwächen in der Kommunikation der Corona-Regeln gegeben, aber bei den Maßnahmen und den Ergebnissen bei der Bekämpfung der Pandemie stehe NRW im Mittelfeld. Der Union drohe kein Bruch, sagt Polenz. Weitere Nachrichten: Infektionsschutzgesetz, Iran bezichtigt Israel der Sabotage. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Antonia Franz Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über ZDF heute Journal und Livestream CDU Pressekonferenz.

Ep 691Joe Biden macht sein Ding
Das Impftempo in den USA ist rasant, ein teures Corona-Hilfspaket läuft. Als nächstes will Joe Biden die Infrastruktur und Waffenrechte anpacken. Hat der US-Präsident also alles im Griff?

Ep 690Chinas Angst vor einem Olympia-Boykott 2022
Seit Monaten wird darüber spekuliert, nun bringen die USA öffentlich einen Boykott der Winterspiele 2022 in Peking ins Spiel. Chinas Führung ist erzürnt. Zugegeben, sie wirken noch etwas weit weg: die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking. Aber gerade in diesen Tagen sorgen sie für große Spannungen zwischen USA Und China. Es geht um einen möglichen Boykott der Spiele. Zuerst sagte ein Sprecher des amerikanischen Außenministeriums, dass sich die USA mit ihren Partnern über ein gemeinsames Wegbleiben verständigen würden. Und zwar wegen der Menschenrechtslage im Land, speziell den Umgang mit den Uiguren. Wenig später dementiert das eine Sprecherin des Weißen Hauses. Doch der Geist ist aus der Flasche. Die kommunistische Parteiführung in China ist erzürnt. Ein weiterer amerikanischer Versuch, China kleinzuhalten, behauptet sie. Aber die Gründe für einen Boykott sind ernste Anliegen, erklärt SZ-China-Korrespondentin Lea Deuber. Weitere Themen: 650.000 Impfungen an einem Tag, Spahn möchte über Sputnik V verhandeln, Russland verlegt offenbar Kriegsschiffe ins Schwarze Meer. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz und Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Carolin Lenk _Zusätzliches Audiomaterial über White House und State Department._

Ep 689Boris Palmer: Harte Lockdowns führen in die Sackgasse
Viele sehen Modellprojekte wie in Tübingen kritisch und wollen sie vorerst aussetzen. Oberbürgermeister Palmer ist überzeugt: Ganz Deutschland kann davon profitieren. Virologinnen und Virologen, Armin Laschet und die Kanzlerin wollen einen kurzen harten Lockdown, um die Infektionsketten zu brechen. Auf der anderen Seite gibt es in Deutschland verschiedene Modellregionen, in denen man mit einem negativen Test ins Café oder Theater gehen kann. Einige, unter anderem der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, fordern, dass diese Modellprojekte vorerst ausgesetzt werden. Sie würden die falschen Signale in Zeiten steigender Infektionszahlen setzen. Es brauche Alternativen zum Lockdown, sagt hingegen Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. In seiner Stadt findet seit Wochen ein Modellprojekt mit Öffnungen und vielen Corona-Tests statt. Davon profitiere auch der Rest der Republik. Weitere Themen: Weitere Erkrankungen bei Covid-19-Genesenen, Merkel für Brückenlockdown, Grüne wollen am 19. April Kanzlerkandidatur bekanntgeben. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz **Produktion:** Justin Patchett _Zusätzliches Audiomaterial über Youtube-Channel Saarland und dpa._

Ep 688Corona: Vom Brückenlockdown bis zum Holzhammer
Armin Laschet denkt über Ostern nach und fordert einen Brückenlockdown. Doch die Maßstäbe, die er anlegt, reichen nicht aus, mahnen Wissenschaftler. Solange noch nicht richtig umfassend geimpft werden kann, sollen scharfe Einschränkungen im ganzen Land verhängt werden, fordert Armin Laschet. Der NRW-Ministerpräsident und möglicher Kanzlerkandidat in spe hat die Idee eines "Brückenlockdowns" vorgestellt. Das ist nichts Neues, was Laschet da fordert, sagt die SZ-Wissenschaftsredakteurin Christina Kunkel. Und weit genug gehe der Vorschlag sowieso nicht. Weitere Themen: Spannungen in der Ostukraine, von der Leyen besucht Ankara. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Alice Pesavento und Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Carolin Lenk _Zusätzliches Audiomaterial über dpa und ZDF._

Ep 687Wie die Pandemie Studierende belastet
Einsamkeit, Zukunftsängste und fehlende Rückzugsorte: Über Studierende wird in der Pandemie wenig gesprochen. Dabei leiden sie besonders. Während dieser Pandemie wurde viel über die Wirtschaft, Pflege, Schulen und Kitas gesprochen und geschrieben. Aber nur sehr selten über Studierende, obwohl die sich in einer entscheidenden Phase ihres Lebens befinden. Was treibt junge Leute in dieser Zeit um? Zwei unserer Hörerinnen haben uns Sprachnachrichten in der Pandemie geschickt, in denen sie über ihr Studierendenleben während Corona sprechen. Und die jetzt-Autorin Franziska Koohestani, selbst nonch Studentin, berichtet über ihre Erfahrungen. Wenn Sie uns auch eine Sprachnachricht schicken wollen, dann geht das ganz einfach über die 0176-96501041. Weitere Themen: Hausärzte fangen mit Impfungen an, Grüne in Baden-Württemberg vertagen Koalitionsverhandlungen. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz **Produktion:** Justin Patchett

Ep 686Streit um die Impfdosen der EU
Hier streitet man über Astra Zeneca. Und in der EU über die Verteilung der knappen Corona-Impfstoffe. Welche Rolle Österreich dabei spielt. Immerhin soll der Impfstoff von Biontech/Pfizer auch Jugendliche zuverlässig vor einer Erkrankung mit Covid 19 schützen. Aber es gibt weiterhin zu wenig Impfstoff. In Deutschland und in der Europäischen Union. In der EU wird gerade darüber gestritten, wer wieviel der zehn Millionen zusätzlichen Impfdosen von Biontech/Pfizer bekommt, die schneller liefern konnten als vorgesehen, sagt SZ-Brüssel-Korrespondent Matthias Kolb. Besonders die Wortwahl des österreichischen Kanzlers Sebastian Kurz (ÖVP) eines “Basars” habe Unmut erregt. Das sei Stimmungsmache und kein Fakt, sagt Kolb. Jetzt liege aber ein Kompromissvorschlag auf dem Tisch. Wien ist damit aber noch nicht einverstanden und werde sich mit seiner Position kaum durchsetzen, meint Kolb. Weitere Nachrichten: EU-Kommission verklagt Polen, HDP-Verbotsklage wegen Formfehlern zurückgewiesen. Unseren neuen Podcast “Die Mafiaprinzessin” finden Sie unter sz.de/mafiaprinzessin. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.

Ep 685Baerbock oder Habeck: Es kann nur eine/n geben
Die Grünen sind im Aufwind. Und müssen jetzt dringend die Frage beantworten: Wer wird K-Kandidat/in? “Es kann nur einen oder eine geben”. Es geht hier nicht um einen Trashfilm, sondern um Robert Habeck, 51, oder Annalena Baerbock, 40. Einer oder eine wird KanzlerkandidatIn der Grünen für die kommende Bundestagswahl. Verwegen? In aktuellen Umfragen liegen die Grünen im Bund bei mehr als 20 Prozent. Die beiden werden das zu zweit recht bald nach Ostern beschließen, sagt SZ-Parlamentskorrespondentin Constanze von Bullion. Einzig und allein die Frage, wer eher ins Kanzleramt kommen kann, sei entscheidend. Wetten würde sie gerade jedoch auf keinen von beiden. Baerbock habe aber sehr stark an Profil gewonnen und der Hype um Habeck sei etwas verpufft. Allerdings habe sie im Gegensatz zu ihm keine exekutive Erfahrung als Ministerin. Aber sicher werde bei der Entscheidung auch geschaut, wer in anderen, konservativen Millieus besser ankomme. Weitere Nachrichten: Berlin, München und Brandenburg Impfungen mit Astra Zeneca für unter 60-Jährige aus, weiter Grenzkontrollen nach Tschechien, Tarifabschluss für Metallbranche. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über NDR und The Cannon Group.

Ep 684Kampf gegen Corona: Fehdehandschuh der Kanzlerin
Die dritte Corona-Welle ist da. Doch die Politik wirkt handlungsunfähig. Wie Angela Merkel wieder Vertrauen aufbauen will. Sonntagabend saß die Kanzlerin in der Talkshow von Anne Will und sagte, dass sie nicht zuschauen werde, "bis wir 100 000 Infizierte haben”. Der Baukasten zur Brechung der dritten Welle sei längst vorhanden. Nur müssten die Werkzeuge auch konsequent angewendet werden. Einige Ministerpräsidenten würden jedoch immer wieder neue Lockerungen und Modellversuche ankündigen. Angesichts der dramatische Lage sei das mehr als gewagt. Die Botschaft der Kanzlerin sei eine letzte Mahnung an die Ministerpräsidenten, meint der Leiter des SZ-Parlamentsbüros, Nico Fried. Merkel habe den Regierungschefs der Länder einen Fehdehandschuh hingeworfen, vor allem denen, die sich nicht an die Vereinbarungen vom 3. März halten würden. Dabei sind auch das CDU-geführte Saarland und Nordrhein-Westfalen. Für Merkel würden Umfragen sprechen, dass die Mehrheit der Deutschen für einen kurzen, harten Lockdown sei. Trotzdem müsse sie jetzt liefern, was sie denn nun anstatt der wieder verworfenen Ruhetage über Ostern wolle. Höchstwahrscheinlich würden ihr traurigerweise die weiterhin steigenden Infektions- und Todeszahlen bei ihrem Kurs helfen. Allen in der Union sei aber klar, dass CDU und CSU die Bundestagswahl im September nicht gewinnen werden, wenn die Pandemie zuvor nicht besiegt sei. Weitere Nachrichten: "Ever Given" im Suezkanal wieder frei, Papst gewährt Hamburger Erzbischof Heße Auszeit. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über ARD.

Ep 683Affäre Gauweiler: Die Millionen des Barons
Für die CSU kommen die publik gewordenen Nebeneinkünfte von Peter Gauweiler zur Unzeit. Die Partei fällt in den Umfragen immer tiefer. Jahrelang hat sich der CSU-Politiker Peter Gauweiler vom schwerreichen Baron August von Finck bezahlen lassen. Über elf Millionen Euro soll Gauweiler während seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter vom öffentlichkeitsscheuen Europaskeptiker von Finck erhalten haben. Eine solche Summe kann korrumpieren, sagt SZ-Reporter Roman Deininger. Unter anderem haben er und sein Kollege Andreas Glas, beide in dieser Folge zu Gast, die "Affäre Gauweiler" aufgedeckt. Für die CSU kommt diese so kurz nach der Maskenaffäre zur Unzeit. Weitere Themen: Große Koalition einigt sich auf schärfere Transparenzregeln, Spahn warnt vor Überlastung des Gesundheitssystems. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz **Produktion:** Carolin Lenk _Zusätzliches Audiomaterial über YouTube-Channel der CSU._

Ep 682Corona: Dritte Welle und kein Plan?
Über 22.000 Neuinfektionen an nur einem Tag. Die dritte Welle rollt und vielversprechende Gegenmaßnahmen sind auf dem ersten Blick nicht ersichtlich. Die "Osterruhe" ist vom Tisch, die Kanzlerin bittet um Verzeihung und gleichzeitig steigt die Zahl der Neuinfektionen immer weiter. Haben Bund und Länder überhaupt noch einen Plan, wie sie gegen die dritte Corona-Welle ankämpfen wollen? Die SZ-Hauptstadtkorrespondentin Henrike Roßbach sagt, auch wenn Kanzlerin, Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten sich mit Entscheidungen schwertun, sind sie noch lange nicht ohnmächtig. Weitere Themen: Containerschiff versperrt weiter Suezkanal, Festnahme in Maskenaffäre. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz **Produktion:** Justin Patchett _Zusätzliches Audiomaterial über Deutscher Bundestag._

Ep 681Wie die "Maskenaffäre" die CSU gefährdet
Die sogenannte "Maskenaffäre" soll noch größere Ausmaße haben als bisher bekannt. Das könnte der CSU bei der Bundestagswahl teuer zu stehen kommen. Zwei CSU-Politiker, der ehemalige Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein und der frühere bayerische Justizminister Alfred Sauter, sowie drei weitere Beteiligte sollen insgesamt fünf bis sechs Millionen Euro an Provision erhalten haben. Dafür, dass sie Schutzmasken an Ministerien vermittelt haben. Peter Fahrenholz beobachtet die CSU schon seit Jahrzehnten. Er berichtete über Amigo-, Modellauto- und Verwandtenaffäre. Diese Affäre könnte der CSU und Markus Söder aber gerade bei der Bundestagswahl gefährlich werden. Weitere Themen: Merkel entschuldigt sich für "Osterruhe", Astra Zeneca hortet offenbar 29 Millionen Impfdosen in Italien. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz **Produktion:** Valérie Nowak _Zusätzliches Audiomaterial über CSU._

Ep 680Corona-Beschlüsse über Ostern: Eine Verzweiflungstat?
Ist der Lockdown über Ostern hart, härter oder am härtesten? Und um was wurde bei der Marathonsitzung letztendlich gerungen? Vorschau "Das war eine schwere Geburt", meint Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Viele Stunden hat die Ministerpräsidentenkonferenz mit dem Kanzleramt um neuen Corona-Beschlüsse gerungen. Demnach wird der Lockdown verlängert, an Ostern gelten besonders strenge Regeln und es wird dringend von Reisen abgeraten. Jetzt hagelt es Kritik. Besonders gehakt habe es in der Nacht bei den von der Kanzlerin favorisierten Ausgangssperren und beim Thema Reisen, Mallorca versus Inlandsurlaub, sagt SZ-Parlamentskorrespondentin Henrike Roßbach. Da laufen die Interessen oft quer der Parteigrenzen von Union und SPD. So hätten für einen “kontaktarmen Osterurlaub” das SPD-regierte Mecklenburg-Vorpommern und das CDU-regierte Schleswig-Holstein verbündet. Allerdings hätten sich beide nicht durchsetzen können. Die Beschlüsse würden deutschlandweit gelten. Im Grunde aber seien die Beschlüsse eine “Verzweiflungstat”. Alle anderen Hebel zur Eindämmung der Pandemie hätten eben nicht flächendeckend gewirkt. Weitere Themen: Kölner Kardinal Woelki verlangt Konsequenzen, neue US-Regierung gegen Nord Stream 2, Raser-Prozess in München.

Ep 679Lehrerverband fordert priorisierte Impfungen für Lehrkräfte
Die Schulen sollen offen bleiben. Das ist der erklärte Wille der Politik. Doch Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, ist skeptisch. Seit März vergangenen Jahres ist es ein ewiges Hin und Her: Zwischen Schließung und Öffnung der Schulen, zwischen Regel- und Wechselunterricht, zwischen Klassenzimmer und digitalem Stream. Und durch die Corona-Mutanten, infizieren sich gerade auch immer mehr Kinder und Jugendliche. Auch deshalb bahnt sich eine Verlängerung des Lockdowns an. Trotzdem sei es kein völlig verlorenes Schuljahr, meint der Präsident der Deutschen Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger. Natürlich gebe es Defizite bei vielen Schülerinnen und Schülern. Doch um das aufzufangen benötige es “begleitende Zusatzförderungen” und die Möglichkeit eines freiwilligen Zusatzjahres. Vorschläge wie Unterricht am Samstag und verkürzte Ferien aber hält er für den “völlig falschen Weg”. Da weder Impfungen noch Schnelltests derzeit genügend zur Verfügung stehen, erwartet Meidinger, dass man erst zum neuen Schuljahr zum normalen Schulbetrieb zurückkehren kann. Auch müssten Lehrer und Lehrerinnen prioritär geimpft werden, fordert er. Nur so könne der Wunsch nach offenen Schulen auch wirklich erfüllt werden. Weitere Nachrichten: Peking wehrt sich gegen Sanktionen, Schweizer wird neuer Bafin-Chef.

Ep 678Wer hat Angst vor Astra Zeneca?
Die EMA hält den Astra-Zeneca-Impfstoff für sicher und in Deutschland wird er schon wieder verimpft. Bei einigen bleibt aber ein mulmiges Gefühl. Der Impfstoff von Astra Zeneca sei sicher und wirksam, urteilt die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA). Die Verunsicherung bleibt aber: In den vergangenen Tagen sind in Deutschland mehr als ein Dutzend Fälle von sogenannten Sinusvenenthrombosen nach der Impfung mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff bekannt geworden. Die meisten waren junge Frauen. SZ-Wissenschaftsredakteurin Christina Kunkel sagt, dass sie sich trotz aller Vorbehalte mit dem Präparat impfen lassen würde. Und sie erklärt, von welchen Symptomen man auf einen Verdacht einer Sinusvenenthrombose schließen kann. Dazu noch ein Gespräch mit der Fridays-for-Future-Aktivistin Carla Reemtsma. Die Bewegung hat an diesem Freitag zum siebten globalen Klimastreik aufgerufen. Weitere Themen: Spahn fordert Rücknahme von Öffnungen, Hausärzte sollen ab Ostern impfen. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Lars Langenau **Produktion:** Carolin Lenk _Zusätzliches Audiomaterial über dpa._

Ep 677Kontrolle ist besser: Fünf Jahre EU-Türkei-Deal
Das EU-Türkei-Abkommen wird seit seinem Abschluss vor fünf Jahren stark kritisiert. Es gab der EU jedoch eine Sache zurück: Kontrolle. Es ist Anfang März 2016. In Griechenland sitzen 44.000 Menschen fest, die meisten von ihnen sind Geflüchtete. Dazu machen sich laut dem Migrationsforscher Gerald Knaus jeden Monat 60.000 Menschen in Booten über das Mittelmeer auf den Weg nach Europa, viele von der Türkei aus. Die Stimmung in Deutschland droht zu kippen, die AfD legt in den Umfragen zu. Zu dieser Zeit wird eine Idee geboren, die einen Wendepunkt in der sogenannten Flüchtlingskrise markieren sollte: Die Europäische Union einigt sich mit der Türkei auf ein Abkommen. Flüchtlinge auf den griechischen Inseln, die in der EU kein Asyl erhalten haben, nimmt die Türkei zurück. Für jeden Syrer, der in die Türkei zurückgebracht wird, sollen die EU-Länder dann aber einen anderen Syrer aufnehmen. Für die Unterbringung der Geflüchteten und Zuwanderer bekommt die Türkei sechs Milliarden Euro. Es ist ein Deal, an dem man vieles aussetzen kann, sagt SZ-Politikredakteur Thomas Kirchner. Jedoch gab er der Europäischen Union eine wichtige Sache zurück: Kontrolle. Weitere Themen: Neue Thrombose-Fälle nach Impfung mit Astra Zeneca, Gutachten zu Missbrauchsfällen im Kölner Erzbistum. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz und Vinzent-Vitus Leitgeba **Produktion:** Valérie Nowak _Zusätzliches Audiomaterial über bundeskanzlerin.de._

Ep 676Missbrauch in Kölner Erzbistum: Blick in den tiefsten Abgrund der Kirche
Endlich wird das Gutachten über sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche in Köln veröffentlicht. Über eine lang verschleppte Aufklärung - und chaotische Krisenkommunikation.

Ep 675Astra Zeneca: Ist der Stopp gerechtfertigt?
Die Corona-Schutzimpfungen mit dem Präparat von Astra Zeneca sind ausgesetzt. Was für die Entscheidung spricht - und was nicht. Montag ist Deutschland anderen Ländern gefolgt, in denen die Impfungen mit dem Impfstoff von Astra Zeneca bereits pausierte. Der Verdacht: Das Mittel des britisch-schwedischen Pharamakonzerns könnte Thrombosen in den Hirnvenen verursachen. Deshalb hält das Paul-Ehrlich-Institut weitere Untersuchungen für notwendig, obwohl es bei mehr als 1,6 Mio Impfungen in Deutschland nur sieben berichtete Fälle gibt. Die Aussetzung der Impfung sei jedenfalls eine "erstaunliche Entscheidung", sagt SZ-Wissenschaftsredakteur Werner Bartens. Medizinisch sei diese Entscheidung jedenfalls nicht verständlich. Natürlich gehe es um Vertrauen, doch die Menschen seien in weiten Teilen bereits durch das vorherige Impfchaos verunsichert. Immerhin sei der Impfschutz auch bei einer Erstimpfung (auch bei dem Stoff von Astra Zeneca) bereits sehr hoch und das Mittel sei mit der Zweitimpfung eines anderen Herstellers kompatibel. Weitere Nachrichten: Deutschland erreicht knapp Klimaschutzziel, Nato steigert Rüstungsausgaben, VW-Zahlen. 8,8 Milliarden Euro Gewinn hat VW gemacht. Trotz der Pandemie. Doch ist alles super bei Europas größten Autokonzern? Von wegen. Eine umfassende Analyse finden Sie hier. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Alice Pesavento Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über dpa und WDR.

Ep 674Cem Özdemir: "Es gibt keine Lieblingsbündnisse mehr"
Gewinner der Wahl in Baden-Württemberg sind die Grünen. Ein Gespräch mit deren Ex-Chef, Cem Özdemir, über Kretschmanns Erfolg - und die Bedeutung für Berlin. Der Start in das Superwahljahr sieht wie folgt aus: Herbe Verluste für die CDU, SPD zwei geteilt, kleinere Gewinne für die FDP, AfD zweimal wieder unter zehn Prozent - und eine im Südwesten völlig unbedeutende Linke. Klarer Gewinner der Landtagswahlen aber sind die Grünen, die plötzlich viele Optionen zum Regieren haben. Es gebe keine Lieblingsbündnisse mehr, das gehöre der Vergangenheit an, sagt der ehemalige Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir. "Das ist ein persönlicher Erfolg von Kretschmann. Die Leute wollten seine Art und wussten, wen sie wählen: Klarer Kompass Richtung Klimaschutz und gleichzeitig Zusammenhalt der Gesellschaft." Mit wenigen Stimmen mehr hätte man ein grün-rotes in Baden-Württemberg und ein rot-grünes Bündnis in Rheinland-Pfalz machen können, damit hätte es mehr Klimaschutz gegeben, als es jetzt möglicherweise geben werde. In Richtung der neu gegründeten Klimaliste Baden-Württemberg sagt Özdemir: "Eine Stimme für die so genannte Klimapartei ist eine Stimme gegen den Klimaschutz." Weitere Themen: Deutschland setzt Corona-Impfung mit Astrazeneca aus, Proteste in Myanmar, Oscar-Nominierungen. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.

Ep 673Landtagswahl: Die grüne Merkel heißt Kretschmann
Wenn kein Wunder geschieht, heißt der neue Ministerpräsident in Baden-Württemberg genauso wie der alte. Warum führt kein Weg an Kretschmann vorbei? Winfried Kretschmann sitzt fest im Sattel. Seine Beliebtheitswerte sind gut und seine Gegenkandidatin Susanne Eisenmann von der CDU unbekannter und lange nicht so populär. Die Grünen haben sich in den vergangenen Jahren fest etabliert und dass sie die Landtagswahl am Sonntag gewinnen, scheint ausgemacht. Die Grünen machen der CDU vor, wie es geht. Kretschmann erinnert an die Bundeskanzlerin Angela Merkel, sagt die Stuttgarter Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung Claudia Henzler. Und das nicht nur, weil er den Satz "Sie kennen mich" plakatiert. Weitere Themen: Lieferschwierigkeiten bei Astra-Zeneca, Urlaub auf Mallorca wieder möglich. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Carolin Lenk _Zusätzliches Audiomaterial über SWR._

Ep 672Niedersachsens MP Weil: Derzeitige Regeln reichen aus
Das RKI meldet über 14.000 Corona-Neuinfektionen. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil meint trotzdem, dass die Öffnungen vertretbar bleiben. Über 14.000 Corona-Neuinfektionen haben die Gesundheitsämter diesen Donnerstag an das Robert-Koch-Institut gemeldet. 2400 mehr als am Donnerstag vergangener Woche. RKI-Präsident Lothar Wieler sagt, die dritte Welle habe begonnen. Und das, obwohl die neuen Öffnungen erst Anfang der Woche in Kraft traten. Steuert Deutschland also auf neue Beschränkungen zu? Nein, sagt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Bei den derzeit geltenden Regeln werde es erstmal bleiben. Weitere Themen: Erneuter Rücktritt aus Unionsfraktion, Ema empfiehlt Johnson&Johnson-Impfstoff. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz **Produktion:** Valérie Nowak _Zusätzliches Audiomaterial über dpa und ZDF._

Ep 671IOC-Wahl: Eine neue Chance für Thomas Bach
Die Wiederwahl des IOC-Präsidenten Thomas Bach war reine Formsache. Doch während seiner ersten Amtszeit ist im Sport nicht vieles besser geworden. Thomas Bach ist wiedergewählt worden. In den nächsten vier Jahren bleibt er Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Und das trotz zweifelhafter Vergaben der Olympischen Spiele, Doping- und Korruptionsaffären. Für Sylvia Schenk von Transparency International Deutschland hat Bach jetzt eine neue Chance, vieles zum Besseren zu bewegen. Er könne nun unabhängiger agieren als noch während seiner ersten Amtszeit und hätte die Chance, ein bedeutendes Erbe zu hinterlassen. Weitere Themen: Ultimatum für Unions-Abgeordnete, Equal-Pay-Day. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Carolin Lenk _Zusätzliches Audiomaterial über Youtube-Kanal des IOC._

Ep 670Masken-Affäre: "Das ist Politikverdrossenheit pur"
Raffgier, moralisches Totalversagen: Abgeordnete der Union haben mitten in der Coronakrise Provisionen für die Vermittlung von Schutzmasken kassiert. Die Abscheu in der Union über das Verhalten der Abgeordneten Nikolas Löbel (CDU) aus Mannheim und Georg Nüßlein (CSU) aus Neu-Ulm ist groß. Beide haben eine sechsstellige Euro-Summe für die Vermittlung von Corona-Schutzmasken erhalten und sich so persönlich bereichert haben. "Es geht hier um Raffgier, in einer Situation in der die ganze Nation in Not ist," sagt Stefan Braun, SZ-Korrespondenten im Hauptstadtbüro. Wenig würde mehr zur Politikverdrossenheit führe als so ein Verhalten. Die Affäre könne sich noch ausweiten. Das werde der CDU bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und Prozentpunkte kosten. Weitere Nachrichten: Fußball-Nationaltrainer Löw tritt zurück, Europaparlament hebt Immunität von Puigdemont auf, 27-Jähriger im Missbrauchskomplex Münster verurteilt. Einen Text über die Spekulationen der Nachfolge von Joachim Löw finden Sie hier. Haben Sie trotz aller Corona-Schutzmaßnahmen den Kontakt zu Freunden, Familie und Kollegen und Kolleginnen halten können? Oder gab es Momente, in denen es sogar besser als vor der Pandemie funktioniert hat? Wir freuen uns über ihre Sprachnachricht unter 0176-96501041. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über ZDF Heute Journal und Reuters.

Ep 669George-Floyd-Prozess: Wie die USA über Polizeigewalt spricht
An diesem Montag startet der Prozess gegen den Ex-Polizisten Derek Chauvin. Ob er verurteilt wird, ist fraglich, doch auf seine Tat folgten Polizeireformen in den USA. Sind die genug? "I can't breathe", also "Ich kann nicht atmen", das hat George Floyd mehr als zwanzigmal gesagt, als der Ex-Polizist Derek Chauvin acht Minuten und 46 Sekunden lang auf seinem Hals kniete und ihm so die Luft abschnürte. So lange, dass Floyd kurz darauf stirbt. Die Handy-Aufnahmen der Szene aus Minneapolis sind kaum zu ertragen. An diesem Montag geht jetzt der Prozess gegen Chauvin los. Er ist angeklagt wegen Mordes an George Floyd. Floyds Tod hat in den USA und weltweit zu großen Protesten geführt. US-Präsident Joe Biden hat versprochen die Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA zu bekämpfen. "Es ist nicht so, dass nichts passiert wäre", sagt US-Korrespondent Alan Cassidy im Podcast. Seit dem vergangenen Sommer haben 25 US-Bundesstaaten Polizeireformen erlassen. Trotzdem hält Cassidy es für "sehr wahrscheinlich", dass es erneut zu großen Protesten kommen wird. Besonders wenn Derek Chauvin im Prozess nicht verurteilt wird, was in der Vergangenheit bei Fällen von Polizeibrutalität in den USA häufig passiert ist. Weitere Themen: Maskenskandal in der Union; Corona-Zahlen und -Öffnungen; Weltfrauentag. Hier können Sie noch mehr über die Corona-Schnelltests erfahren: https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/corona-schnelltest-selbsttest-1.5227777 Hier finden Sie das Interview mit der Soziologin Lena Hipp über die Situation von Frauen in der Corona-Krise: https://www.sueddeutsche.de/panorama/corona-krise-chancengleichheit-arbeit-frauentag-1.5226885

Ep 667Landtagswahl: Kopf-an-Kopf-Rennen in Rheinland-Pfalz
Am 14. März wird in Rheinland-Pfalz gewählt. Das Bundesland ist eine der letzten Hochburgen der SPD. Aber vier Jahre lang lag die CDU in Umfragen vorne. Noch regiert in Rheinland-Pfalz eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP. Doch jahrelang lag die CDU in den Umfragen vorne. Amtsinhaberin Malu Dreyer (SPD) und ihr Herausforderer Christian Baldauf (CDU) liefern sich ein enges Rennen. Sollte die CDU tatsächlich gewinnen, wäre das auch auf Bundesebene ein starker Rückschlag für die Sozialdemokraten und deren Kanzlerkandidaten Olaf Scholz. Es hängt also viel von der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz ab. Und auch sonst bietet die Wahl viel Aufregendes: Warum stagnieren die Grünen? Und schafft die FDP die Fünf-Prozent-Hürde? Und wie geht Wahlkampf in einer Pandemie? Eine Reportage aus dem Mainz. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Carolin Lenk

Ep 668Der Mietendeckel in Berlin wirkt, aber …
Ein Jahr Mietendeckel: Zeit um Bilanz ziehen. Auch in Berlin gibt es seit einigen Jahren saftige Mieten. Vor einem Jahr hat der rot-rot-grüne Berliner Senat deshalb einen Mietendeckel beschlossen. Für rund 1,5 Millionen Wohnungen sind die Mieten eingefroren. Jetzt hat auch die Bundes-SPD einen ähnlichen Vorschlag in ihr Wahlprogramm aufgenommen. Der Mietendeckel wirkt, sagt Berlin-Korrespondent Jan Heidtmann. Die betroffenen Wohnungen würden um etwa elf Prozent sinken. Doch dies sei nur der unmittelbare Effekt. Denn das Wohnungsangebot habe sich verringert, Suchende würden ins Umland ausweichen. Dort wiederum seien die Mietpreise gestiegen. Auch seien Investoren verunsichert. Weitere Nachrichten: Verfassungsschutz darf AfD vorerst noch nicht beobachten, "Rasse" soll aus dem Grundgesetz, Lebenslang für getötetes Kita-Kind Greta. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Alice Pesavento, Antonia Franz, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Berliner Abgeordnetenhaus.

Ep 666FDP-Chef Lindner: "Bürger haben mehr Vertrauen verdient"
Bund und Länder einigen sich auf Öffnungen. Christian Lindner gehen sie nicht weit genug. Den Menschen dürfe man mehr Eigenverantwortung zutrauen, sagt der FDP-Chef. Mehr als nur der Termin im Friseursalon: Bund und Länder haben sich nach einer sehr langen Konferenz auf eine Öffnungsstrategie mit verschiedenen Stufen geeinigt. Handel, Kultur und Sport: Ab einer gewissen Inzidenz soll alles wieder unter Bedingungen wie negativen Schnelltests und genügend Platz öffnen dürfen. Wenn es zu viele Neuinfektionen in einem Landkreis geben sollte, wird dort die Notbremse gezogen. Die Öffnungen gehen Christian Lindner nicht weit genug. Der FDP-Vorsitzende fordert, man müsse wegkommen von der Sieben-Tage-Inzidenz als wichtigstem Maßstab. Weitere Themen: Stiko gibt Astra-Zeneca-Impfstoff für Ü-65-Jährige frei, Lufthansa mit großen Verlusten. [Die Öffnungsschritte können Sie hier nachlesen.](https://www.sueddeutsche.de/politik/lockdown-lockerung-beschluss-neue-regeln-1.5224192) **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz **Produktion:** Valérie Nowak _Zusätzliches Audiomaterial über MPK._

Ep 665Rechtsextremer Verdachtsfall: Ist die AfD am Ende?
Verdächtig rechts: Die AfD steht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Was das für die Partei bedeutet. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat die “Alternative für Deutschland” als rechtsextremistischen Verdachtsfall eingestuft. Damit wird die AfD nun bundesweit mit Methoden des Geheimdienstes beobachtet. Und dies kann auch Konsequenzen für AfD-Mitglieder im öffentlichen Dienst haben. Die AfD sei eine tiefgespaltene Partei, die über die Jahre immer weiter nach rechts gewandert ist, sagt SZ-Hauptstadtkorrespondent Jens Schneider. Die Beobachtung könnte gemäßigte Wähler abschrecken, allerdings habe sich auch bei denen oft eine rechtsextreme Grundeinstellung verfestigt. Eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz sei folgerichtig. Weitere Nachrichten: Orbáns Fidesz verlässt EVP, Lieferkettengesetz im Kabinett beschlossen. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Alice Pesavento Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.

Ep 664Zoo im Lockdown: Gelangweilte Primaten
Bald öffnen auch wieder die Zoos. Ein Gespräch mit dem Direktor des Tierparks Hellabrunn über zu motivierende Tiere und problematische Corona-Schnelltests. Mittwoch werden wir wissen, wie und was in Deutschland wieder geöffnet wird. Doch es zeichnet sich ein konkreter Fahrplan für Lockerungen ab. Bald könnten in Regionen mit einem niedrigen Inzidenzwert Museen, Galerien und Zoos öffnen. Tierparks sind in Brandenburg bereits seit Mitte Februar wieder offen, seit Montag auch in Schleswig-Holstein. Der Tierpark Hellabrunn in München ist nach dem ersten Lockdown im Frühjahr seit dem 2. November abermals geschlossen, sagt Rasem Baban. Als Zoodirektor ist er Herr über 19 0000 Tiere - und die sind gerade ziemlich einsam. Primaten etwa würden sich ohne Besucher langweilen. Der Betrieb des Tierparks würde pro Tag etwa 50 000 Euro am Tag kosten und die Besucher würden auch deshalb stark vermisst. Dabei habe sein Zoo längst ein spezielles Hygiene- und Betriebskonzept und unterscheide zwischen Innen- und Außenbereich. Wenn es denn bald zu der erhofften Öffnung kommt, dann werden aber die Streichelgehege weiter geschlossen bleiben. Die Umsetzung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vorgeschlagenen Schnelltests am Eingang sieht Baban kritisch und stelle viele weitere Fragen. Weitere Nachrichten: Fleisch wird wegen Tierwohl teurer, Entführte in Nigeria wieder frei. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und "Die Welt".

Ep 663Golden Globes: Die Sehnsucht nach dem großen Kino
Die Golden Globes sind vergeben. Viele Preise sind an Streamingdienste gegangen. Wie die Pandemie das Kino verändert. Die Golden Globes, die Trophäen der Auslandspresse in Hollywood, sind verliehen. Zu den Gewinnern gehört der zweite Teil von “Borat” auf Amazon und die Netflix-Serie "The Crown". Immerhin gibt es mehr Diversität bei den Auszeichnungen, sagt SZ-Filmkritiker Tobias Kniebe. Auch gebe es mit dem Filmdrama "Nomadland" von Chloé Zhao einen "komplett unglamourösen Independentfilm unter den Hauptgewinnern, der die innere Stärke des prekären Amerikas feiert". Da habe sich nochmal ein klassischer Film gegen die von Streaminggiganten finanzierten Filme durchgesetzt. Allerdings gehe es Amazon und Netflix in Corona-Zeiten aber auch besonders gut, im Gegensatz zu denen, die nur fürs Kino produzieren. Kniebe beobachtet inzwischen aber eine "Streamingmüdigkeit" - und sieht keinesfalls das Ende des Kinos in Sichtweite. Weitere Nachrichten: Frankreichs Ex-Präsidenten Sarkozy zu Gefängnis verurteilt, Coroanregeln in Bayern und Sachsen, Hilfe für Jemen. Unser neuer SZ-Podcast “An diesem Tag” ist gestartet. Den können Sie exklusiv auf Spotify hören. Eine Folge dauert maximal fünf Minuten und es gibt jeden Tag eine neue. Sie finden ihn hier. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über NBC.

Ep 662Wird der EU-Impfausweis zum neuen Reisepass?
In drei Monaten soll es einen europäischen Impfausweis geben. Was das für den Sommerurlaub bedeuten könnte. Für den griechischen Ministerpräsidenten Mitsotakis ist die Sache klar: "Die Personen, die geimpft sind, müssen frei reisen dürfen." Auch für die EU soll ein einheitlicher Corona-Impfpass bis zur Sommersaison einsatzbereit sein, sagt die SZ-Brüssel-Korrespondentin Karolin Meta Beisel. Doch es stellen sich viele Folgefragen. So könne es zu einer Impfpflicht durch die Hintertür kommen und ungeklärt sei auch, wie mit dem russischen Impfstoff Sputnik verfahren werden soll. Bereits jetzt planen erste private Reiseunternehmen wie Alltours mit Erleichterungen für Geimpfte, sagt Eva Dignös aus der SZ-Reiseredaktion. Das sei allerdings eine Gratwanderung der Reiseunternehmen. Vielmehr würden die Corona-Schnelltests eine wichtige Rolle bei den kommenden Urlauben spielen. Wichtig sei auch, dass man die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes beachtet und auf die Stornierungsbedingungen des Veranstalters achtet. Eigentlich sollte man derzeit gar nicht verreisen, aber wenn dann eher antizyklisch und nicht zu Hotspots - auch nicht in Deutschland. Weitere Nachrichten: "Alarmstufe Rot“ fürs Klima, CSU-MdB Nüßlein lässt Amt ruhen. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Valérie Nowak

Ep 661Bischofskonferenz: "Woelki ist nur die Spitze des Eisbergs"
Wir-sind-Kirche-Sprecherin Grabmeier warnt, die katholische Kirche droht ihre letzte Chance zu verspielen. Sie fordert mehr Transparenz, Frauen und Aufgabenverteilung. Immer mehr Katholikinnen und Katholiken treten aus der Kirche aus. Nachdem Kardinal Woelki aus Köln seit Monaten einen Bericht über Missbrauchsfälle zurückhält, ist sogar ein Server zusammengebrochen, weil so viele Menschen offenbar die Kirche verlassen wollten. Aber Kardinal Woelki ist nur die Spitze des Eisbergs, sagt Sigrid Grabmeier von der Laienorganisation Wir sind Kirche. Eigentlich müssten er und noch viel mehr Bischöfe gehen. Weitere Themen: Kein bundesweiter Tarifvertrag in Altenpflege, Immunität von CSU-Politiker aufgehoben. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz **Produktion:** Justin Patchett _Zusätzliches Audiomaterial über Deutsche Bischofskonferenz._

Ep 660Jens Spahn: Angekratzter Musterschüler
Vor kurzem war Jens Spahn noch der beliebteste Politiker Deutschlands - und ein möglicher Kanzlerkandidat. Nun wird er von allen Seiten kritisiert. Jens Spahn kann gerade gute Nachrichten gebrauchen. Und an diesem Morgen gab es eine davon: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat zumindest schon mal drei Corona-Selbsttests eine Sonderzulassung erteilt. Ansonsten läuft es gerade zäh für den Bundesgesundheitsminister. Eigentlich hatte Spahn angekündigt, dass ab dem 1. März jede und jeder sich mit Schnelltests selbst auf Corona testen lassen kann. Aber das hat die Kanzlerin persönlich inzwischen gestoppt. Erst am 3. März sollen die Länderchefs und sie über das Thema beraten. SZ-Hauptstadtkorrespondent Stefan Braun empfiehlt dem Bundesgesundheitsminister weniger über das Verzeihen zu reden und mehr seinen Job zu machen. Weitere Themen: Haftstrafe gegen syrischen Geheimdienstmitarbeiter, Kabinett stimmt für Verlängerung von Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Valérie Nowak _Zusätzliches Audiomaterial über Deutscher Bundestag._

Ep 659Neuer Wohnraum: "Die Angst vor Enteignung ist Käse"
1,3 Millionen neue Wohnungen sind in dieser Legislaturperiode gebaut worden. Doch das reicht nicht. Was nötig ist. Regierungspolitiker von CDU/CSU und SPD haben eine positive Bilanz in der Wohnungsbaupolitik gezogen. Man komme dem eigenen Ziel, 1,5 Millionen neue Wohnungen bis zum Ende der Legislaturperiode zu schaffen, recht nahe, sagt Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Der Bund habe fünf Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt. Wenig begeistert sind jedoch Verbände und Opposition von der positiven Selbsteinschätzung der Regierung. Die Bilanz der Regierung ist nicht ganz so schlecht, sagt SZ-Wirtschaftsredakteur Thomas Öchsner. Auch bei dem Bau neuer Sozialwohnungen gebe Fortschritte. Nur würde es grundsätzlich weniger Sozialwohnungen im Bestand geben, da sie nach einer bestimmten Zeit aus der Sozialbindung fallen und normal vermietet werden. Da nicht im gleichen Umfang neue Sozialwohnungen gebaut werden, sinke die Gesamtzahl. Die Gesamtbilanz sei also negativ. Den rasant steigenden Boden-, und Immobilienpreisen sowie Mieten sei nur mit noch mehr Wohungen in den Ballungsgebieten, Nachverdichtung und einer Bodenwertsteuer beizukommen. Weitere Nachrichten: Corona-Lockerungen in Bayern, Wehrbericht, Töne vom Mars-Rover "Perseverance". Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Facebook-Livestream und Movieclips Classic Trailers.

Ep 658Wie Frankreich die Schulen seit Sommer offen hält
Seit diesem Montag sind in vielen Bundesländern wieder die Kitas und Grundschulen offen. Was Deutschland dabei vom Nachbarstaat Frankreich lernen kann.