
Auf den Punkt
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Ep 761Merkel in USA: Chronik eines besonderen Verhältnisses
Angela Merkel besucht zum letzten Mal die USA als Bundeskanzlerin. Die Höhen und Tiefen eines besonderen Verhältnisses. Ein letztes Mal besucht Angela Merkel als Kanzlerin die USA. In ihren 16 Jahren im Amt hat sie viele Phasen in ihrem Verhältnis mit den Vereinigten Staaten durchgemacht: Angefangen bei Bewunderung, übergehend zum Erkalten bis hin zu Fassungslosigkeit. Das fing nicht erst mit Donald Trump an, sagt der SZ-Politikchef Stefan Kornelius. Und es sind nicht ausschließlich die US-Präsidenten verantwortlich, sondern auch die Kanzlerin selbst. Weiteres Thema: Eindrücke von der Unwetterkatastrophe in NRW. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz und Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Valérie Nowak _Zusätzliches Audiomaterial über The Independent und bundeskanzlerin.de._

Ep 760Warum der Wahlkampf so inhaltsleer ist
Bisher geht es im Wahlkampf um Lebensläufe, Plagiate und verschusselte Klausuren. Ob Inhalte noch eine Rolle spielen werden, erklärt der Politologe Karl-Rudolf Korte. Braucht ein Wahlkampf eigentlich Inhalte? Natürlich, scheint die einzig sinnvolle Antwort. Aber bisher ist von Inhalten in diesem Bundestagswahlkampf nicht viel zu merken. Es geht eher um verschusselte Klausuren, Plagiatsvorwürfe und Lebensläufe. Trotzdem ist der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte sicher, dass der Wahlkampf jetzt so richtig losgehen wird. Unterschiede und Ideen, über die gestritten werden kann, gibt es genug. Weitere Themen: EU stellt Klimapaket bis 2030 vor, Söder bekräftigt Widerspruch zu Laschet. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Victoria Marciniak, Antonia Franz und Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Justin Patchett _Zusätzliches Audiomaterial über Élysée, ZDF und bundeskanzlerin.de._

Ep 759Die rechtlichen Hürden für eine Impfpflicht
Frankreich führt eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal ein. Deutschland setzt auf Freiwilligkeit. Auch rechtlich ist die Sache knifflig. Frankreich führt eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal ein. Die Bundesregierung wiegelt gleich ab: Es wird hier keine Impfpflicht geben, sagt die Kanzlerin. Aber auch in Deutschland ist in manchen Einrichtungen die Impfrate bei Pflegekräften ausbaufähig. Doch wäre eine Impfpflicht gesetzlich überhaupt möglich? Eine indirekte, weiche Impfpflicht gibt es eigentlich schon, erklärt Wolfgang Janisch. Der SZ-Gerichtskorrespondent in Karlsruhe erläutert in dieser Folge, wie die rechtliche Lage beim Thema Impfpflicht in Deutschland aussieht. Weitere Themen: Weltraumkommando für die Bundeswehr, Altmaier rechnet mit mehr Stromverbrauch und E-Autos. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Victoria Marciniak und Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Justin Patchett _Zusätzliches Audiomaterial über Élysée, ZDF und bundeskanzlerin.de._

Ep 758Die schleichende Annexion der Ostukraine
Mit großen Erwartungen wurde der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij vor zwei Jahren begrüßt. Was daraus geworden ist. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij besucht Berlin. Er trifft Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Kanzlerin Angela Merkel. Sie sprechen über den Krieg in der Ostukraine und über die Gaspipeline Nord Stream 2, die bereits Ende August fertiggestellt werden soll. Potentiell wäre die Ukraine damit raus als Transitland für russisches Erdgas. Kiew fürchtet Verluste in Milliardenhöhe. Doch statt wirklich konkreter Gespräche über die umstrittene Pipeline ist das eher ein höflicher Abschiedsbesuch, sagt der SZ-Korrespondent für Zentral- und Osteuropa, Florian Hassel. Der unkonventionelle, 43 Jahre junge Ex-Komiker Selenskij habe kaum ein Reformversprechen halten können. Viele Ukrainer seien von ihm enttäuscht. Weder habe er den Krieg im Osten der Ukraine befrieden können, noch gebe es wenigstens marginal verbesserte Beziehungen zum Kreml und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Jeden Tag gebe es dort "hunderte Verletzungen des Waffenstillstandes". Es sei ein "Krieg auf kleiner Flamme". Nach dem Anschluss der Krim an Russland gebe es jetzt auch eine "schleichende Annexion der Ostukraine". Weitere Nachrichten: Proteste auf Kuba, Verbot der Rockerbande “Bandidos MC Federation West Central”. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz, Victoria Marciniak Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix.

Ep 757Sollen Maßnahmen für Geimpfte wegfallen?
In Großbritannien fallen bald alle Corona-Maßnahmen weg. Wie sollte Deutschland vorgehen? Zwei SZ-Redakteure sind sich uneins. Wie lange wird es die Corona-Beschränkungen noch geben? In England nimmt Premier Boris Johnson nahezu jegliche Maßnahmen zurück. Und auch in Deutschland macht sich zum Beispiel Außenminister Heiko Maas für eine völlige Normalisierung des Lebens stark. In der SZ-Redaktion gibt es dazu unterschiedliche Meinungen: Volontär Felix Haselsteiner findet, dass wir jetzt gute Voraussetzungen haben, um ein normales Leben Schritt für Schritt wieder zu ermöglichen. SZ-Wissensredakteurin Christina Berndt dagegen warnt vor der Delta-Variante. Weitere Themen: NRW öffnet Diskotheken, Bundesregierung erklärt Spanien zum Risikogebiet. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Victoria Marciniak, Antonina Franz und Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Benjamin Markthaler _Zusätzliches Audiomaterial über NRW-Gesundheitsministerium und NBC._

Ep 756Was Kanzlerkandidaten aushalten müssen
Der Wahlforscher Thorsten Faas zur Frage, wie viel Kandidatinnen und Kandidaten im Kampf ums Kanzleramt einstecken müssen. Der Wahlkampf von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kommt seit einigen Wochen nicht mehr so richtig in Schwung. Fast alle Vorwürfe betreffen sie als Person und nicht die Inhalte, für die sie und ihre Partei, die Grünen, stehen. Muss sich eine Kandidatin oder ein Kandidat das bieten lassen? Wie viel muss man während eines Wahlkampfs aushalten? Ziemlich viel, sagt der Politikwissenschaftler der Freien Universität Berlin, Thorsten Faas. Der Wahlforscher spricht darüber, wie schwierig es ist, in so einer Situation eine Trendumkehr herbeizuführen. Weitere Themen: Trump verklagt Social-Media-Plattformen, Strafe für BMW und VW wegen Kartellbildung. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Victoria Marciniak, Antonina Franz und Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Benjamin Markthaler _Zusätzliches Audiomaterial über Brigitte und Zentralrat der Juden._

Ep 755Warum Äthiopien eine große Hungersnot droht
In Äthiopien ist der Konflikt um die Region Tigray eskaliert. Droht der Zerfall des Vielvölkerstaates? Einschätzungen des Leiters der Friedrich-Ebert-Stiftung in Addis Abeba. Äthiopien ist ein Vielvölkerstaat. Ein Land, das sich zur jüngsten afrikanischen Erfolgsgeschichte entwickelt hat. Verantwortlich dafür ist auch der reformfreudige Ministerpräsident Abiy Ahmed. Jetzt aber wird gerade Abiy (mit)verantwortlich gemacht für eine Spirale der Gewalt. Denn Regierungstruppen hatten im vergangenen November eine Offensive gegen die Volksbefreiungsfront TPLF in der Region Tigray begonnen. Seither berichten Menschenrechts- und Hilfsorganisationen immer wieder von Gräueltaten in der nordäthiopischen Provinz. Die Volksgruppe der Tigray hat das Land 28 Jahre mit harter Hand autoritär regiert. In den vergangenen Jahren unter Abiy seien sie aber in der Politik Äthiopiens marginalisiert worden, sagt Michael Tröster, Leiter des Regionalbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba. Die politische Vertretung der TPLF habe einen "ethnischen Föderalismus" begründet, der anhand ethnischer Zugehörigkeiten Grenzen "zurechtgeschnitten" habe. Neben all seinem Reformeifer habe Abiy auch mit diesem System brechen wollen. Dieser Konflikt sei dann aber militärisch eskaliert. Der Zusammenhalt des Landes sei deshalb heute ernsthaft bedroht. Doch humanitäre Helfer hätten kaum Zugang in die Region Tigray. Hunger werde dort auch als Waffe eingesetzt, beklagen die Vereinten Nationen. "Wir laufen in eine der größten Hungerkatastrophen in der Region in den vergangenen zehn Jahren hinein", sagt auch Tröster. Weitere Nachrichten: Haitis Präsident Moïse ermordet, Anschlag auf niederländischen Reporter, Schwarz-rot-gelbes Bündnis in Sachsen-Anhalt. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Antonia Franz Produktion: Justin Patchett, Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Nobelpreiskomitee.

Ep 754Missbrauch in Münster: Lebenslang für die Kinder
Zwischen fünf und 14 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Das sind die Urteile im Missbrauchskomplex Münster. Für das Schlimmste, was man Kindern antuen kann. Vor einem Jahr wurde der Missbrauchskomplex von Münster aufgedeckt. Jetzt sind die Urteile wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 29 Fällen gefallen: 14 Jahre Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung für den Hauptangeklagten Adrian V. Die Strafen für drei weitere Angeklagte aus Niedersachsen, Brandenburg und Hessen liegen zwischen zehn und zwölf Jahren Gefängnis. Wegen Beihilfe muss außerdem die Mutter von Adrian V. für fünf Jahre ins Gefängnis. Das ist ein Mindesturteil, sagt SZ-NRW-Korrespondentin Jana Stegemann. Der von Adrian V. missbrauchte Stiefsohn habe dagegen "lebenslänglich bekommen", das sei das Schlimmste, was man Kindern antuen könne. Vorwürfe könne man jedoch dem Familiengericht Münster machen. Der Pädokriminelle sei vor dem Missbrauch bereits einschlägig verurteilt worden, trotzdem hatte er Zugang zu dem Jungen gehabt. Auch sei Prävention möglich: Wir müssten alle besser hinschauen und Kindern offene Ohren schenken. Weitere Nachrichten:Deutschland lockert strenge Einreisebeschränkungen, Korruptionsprozess gegen Strache. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über dpa und WDR 5.

Ep 753Hans-Georg Maaßen: Aufmerksamkeit um jeden Preis
Ein Mann wie der Ex-Verfassungsschutz-Chef ist eine Reizfigur - und Albtraum im Wahlkampf der CDU. Jetzt buhlt er erneut mit Provokationen um Aufmerksamkeit. Seit Jahren hart rechtsaußen. Als Verfassungsschutzpräsident geschasst. Und jetzt CDU-Bundestagskandidat in Südthüringen. Hans Georg Maaßen ist das Enfant terrible seiner Partei - und für viele eine Reizfigur. Einer, der nach Ansicht von rot-rot-grünen Politikern und Politikerinnen am rechten Rand fischt. Gerade ist der ehemalige Chef der Verfassungsschützer mit Angriffen auf die Medien und den Öffentlich Rechtlichen Rundfunk im Speziellen aufgefallen. Maaßen treibt die Suche nach Aufmerksamkeit und Zuspruch, sagt Innenpolitik-Redakteur Ronen Steinke. Er halte sich für einen "Unvollendeten, der noch viel in der Bundesregierung hätte erreichen können". Doch mit seiner Terminologie bediene er seit langem klassische Verschwörungstheorien. Er fische am rechten Rand und gieße Wasser auf die Mühlen der AfD, aber oft würden die Menschen das Original wählen. Seine Kandidatur schade dem Kurs der Mitte, den CDU-Chef Armin Laschet in der Tradition von Angela Merkel fortsetzen will. Maaßen sei somit ein Geschenk im Wahlkampf seiner politischen Gegner. Weitere Nachrichten: Debatte um Impfschwänzer, weltweiter Hackerangriff. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Victoria Marciniak Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über Welt und tv Berlin.

Ep 752Globale Mindeststeuer: Größter Wurf in hundert Jahren?
130 Länder haben sich auf einen globalen Mindeststeuersatz von 15 Prozent geeinigt. Der "Wettbewerb nach unten" sei nun vorbei, sagt Olaf Scholz. Schluss mit dem rücksichtslosen Steuerwettbewerb: 130 Länder haben sich auf einen globalen Mindeststeuersatz von 15 Prozent geeinigt. Endlich sollen große Konzerne wie Amazon, Google und Facebook mehr abgeben und sich nicht mehr in Steueroasen verkriechen. Die internationale Steuerreform ist allerdings nicht unumstritten. Irland beteiligt sich vorerst nicht, die Schweiz hat Bedenken und das Vereinigte Königreich will Banken ausklammern. Dennoch, sagt Bastian Brinkmann, sei die Vereinbarung ein historischer Schritt. Alle Ungerechtigkeiten werde sie aber nicht beseitigen, sagt der stellvertretende Leiter der SZ-Wirtschaftsredaktion. Weitere Themen: Toni Kroos beendet DFB-Karriere, Länder wollen Stiko-Empfehlung zur Kreuzimpfung sofort umsetzen. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Victoria Marciniak und Lars Langenau **Produktion:** Benjamin Markthaler und Carlo Sarsky _Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix und französisches Finanzministerium._

Ep 751Unwetter: Warum kracht und regnet es gerade so oft?
Überschwemmungen in Deutschland, 49,5 Grad Celsius in Kanada: Zufall oder nehmen solche Extremwetter durch die Klimakrise zu? Es ist sehr heiß, dann blitzt, donnert und schüttet es. Teils richtig heftig, mit Überschwemmungen. So sah es die vergangenen Tage immer wieder in Deutschland aus. Eigentlich typisch, dass sowas mal im Sommer vorkommt. Aber in der Häufung? Steckt dahinter vielleicht mehr? Werden wegen der Klimakrise in den kommenden Sommern Unwetter immer mehr zunehmen? Der Meteorologe Prof. Felix Ament gibt Auskunft und spricht auch darüber, warum die Vorhersage eines Gewitters so kompliziert ist. Weitere Themen: Seehofer attackiert Uefa, Steinmeier besucht Yad Vashem. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Valérie Nowak _Zusätzliches Audiomaterial über BR24._

Ep 750Afghanistan: Die Bundeswehr zieht ab, die Furcht bleibt
Die Bundeswehr hat ihren Einsatz in Afghanistan beendet. Aber was wird aus den afghanischen Ortskräften, den Informanten und Übersetzern zum Beispiel? Die Bundeswehr hat ihren Einsatz in Afghanistan beendet und ihre letzten Soldaten ausgeflogen. 20 Jahre waren deutsche Soldatinnen und Soldaten am Hindukusch stationiert. Aber was wird aus den afghanischen Ortskräften? Den Informanten und Übersetzern zum Beispiel, die der Bundeswehr jahrelang geholfen haben? Sie müssen jetzt um ihr Leben fürchten, sagt Außenpolitikredakteur Tobias Matern. Weitere Themen: Löw übernimmt Verantwortung, Corona-Neuinfektionen nehmen weltweit zu. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Lars Langenau **Produktion:** Justin Patchett _Zusätzliches Audiomaterial über DFB._

Ep 749Wie die Delta-Variante England und die EM trifft
Trotz hoher Impfquote schlägt Corona in Großbritannien wieder zu. Mitten zu den EM-Finalrunden. Wird die Virus-Mutante die Freiheiten wieder zunichte machen? Angesichts wieder rasant steigender Corona-Infektionszahlen im Vereinigten Königreich ist die Freude über ein spannendes Match zwischen England und Deutschland getrübt. Dabei verzeichnet Großbritannien mit einer Quote von fast 50 Prozent bei den Zweitimpfungen einen Spitzenwert. Für 99 Prozent aller Neuinfektionen ist dort die Delta-Variante verantwortlich. Die Spiele in London mit mehr als 40 000 Zuschauern gelten der britischen Regierung als Forschungsprojekt, sagt Michael Neudecker, SZ-Korrespondent für das Vereinigte Königreich und Irland. Doch trotz der hohen Neuinfektionen kommt es zu weniger schweren Verläufen. Allerdings sei durch die hohe Impfquote und die Rücknahme vieler Einschränkungen auch die Leichtsinnigkeit gestiegen. Treiber der Pandemie seien jetzt vor allem Jugendliche. Trotzdem werde die Regierung aber wohl an dem "Freedom Day" am 19. Juli festhalten, dem Tag, an dem fast alle Einschränkungen fallen sollen, meint Neudecker. Weitere Nachrichten: Weitere Lockerung von Corona-Regeln, Waffenstillstand in Äthiopien. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Antonia Franz Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Guardian News und Sportschau.

Ep 748Messerattacke in Würzburg: "Der Täter war stadtbekannt"
Drei Tote, sieben Verletzte. Das ist die grausame Bilanz des Messerattentats von Würzburg. War der Täter ein Extremist oder psychisch gestört? Was wir wissen - und was nicht. Freitag gegen 17 Uhr sticht ein Somalier in einem Kaufhaus mit einem langen Messer aus der Auslage auf die Verkäuferin und weitere Frauen ein. Er tötet dort drei Frauen und verletzt eine Elfjährige schwer. Dann greift er in der belebten Würzburger Innenstadt weitere, ihm offensichtlich völlig unbekannte Passanten an, verletzt sie zum Teil lebensgefährlich. Gestoppt wird er von mehreren Männern, die sich ihm mit Besen und Stühlen in den Weg stellen. Einer von ihnen ist selbst Asylbewerber. Dann streckt ein Polizist den Angreifer mit einem Schuss ins Bein nieder. Der Attentäter wird festgenommen. Der Täter ist 24 Jahre alt, kam 2015 aus Somalia, war nach der Ablehnung seines Asylantrags geduldet und lebte in einer Asylunterkunft vor Ort, sagt die SZ-Franken-Korrespondentin Clara Lipkowski. Er selbst habe islamistische Motive für seine Tat angegeben, doch womöglich ist er psychisch krank. So sei er erst kürzlich deshalb zwangsweise behandelt worden. Polizei und Dolmetscher würden derzeit aber noch sein Handy überprüft und angebliches Propagandamaterial sichten. Allerdings sei er oft auch barfuß durch die Stadt geirrt, sei stadtbekannt gewesen und durch sonderbares Verhalten aufgefallen. Die Stadt trauert, sagt Lipkowski. Aber besonders Oberbürgermeister Christian Schuchardt habe sehr besonnen reagiert, als er davor warnte, Geflüchtete nicht pauschal zu verurteilen und die schreckliche Tat eines Einzelnen nicht zu generalisieren. Weitere Nachrichten: Ausbreitung der Delta-Variante, Schwedens Regierungschef tritt zurück. Verabschiedungen aus Ihrer Heimat oder Wohnort bitte an [email protected] Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb und Julia Stanton Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über dpa.

Ep 747VdK-Präsidentin Bentele zur Pflege: "Jetzt muss gehandelt werden"
Ausländischen Pflegekräften steht auch in Ruhezeiten der Mindestlohn zu. Gespräch mit Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, über die massiven Folgen des Urteils des Bundesarbeitsgerichts. 3,3 Millionen Pflegebedürftige werden in Deutschland zu Hause betreut. Der überwiegende Teil von Angehörigen, andere von Hunderttausenden Pflegekräften. Die stammen meist aus Osteuropa mit Verträgen oft von ausländischen Dienstleistern. Oft werden ihre Arbeitszeiten nicht eingehalten, viele sind ohne Urlaubsanspruch, geschweige denn haben sie eine Privatsphäre. Dabei sind sie systemrelevant in einem System, dass nicht nur die Gewerkschaft Verdi als rechtlich unhaltbar und als ausbeuterisch anprangert. Für diese häuslichen Pflegekräfte hat das Bundesarbeitsgericht am Donnerstag ein Grundsatzurteil gefällt. Demnach haben sie einen Anspruch auf den vollen Mindestlohn, auch in Bereitschaftszeiten. "Die Pflege zu Hause ist mit dem Urteil noch einmal ein Stück schwieriger geworden", sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele im Gespräch mit der SZ. Es brauche dringend Standards auch für ausländische Pflegekräfte, die in Deutschland tätig seien. Es könne nicht angehen, dass manche Menschen dabei 24 Stunden und sieben Tage in der Woche arbeiten würden. In dem Zusammenhang übte sie scharfe Kritik an der Pflegereform von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Es warte auf die neue Bundesregierung deshalb eine riesige Aufgabe, die Interessen der Pflegebedürftigen und die der Pflegekräfte unter ein Dach zu bekommen. Auch wegen der explodierenden Kosten fordert Bentele für den größten deutschen Sozialverband eine "Pflege-Vollversicherung". Finanziert werden müsse die auch durch eine Zusammenlegung der privaten- und gesetzlichen Krankenkassen. Unterstützt werden könnte häusliche Pflege aber auch durch ambulante Pflegedienste und andere flexible Kurzzeitpflege. Weitere Nachrichten: Verletzte bei Anschlag auf deutsche Soldaten in Mali, EU-Gipfle kritisiert Ungarn. Post grundsätzlich und gern auch mit Verabschiedungen aus ihrer Heimat oder Wohnort bitte an [email protected] Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über RTL/NTV und Tagesschau.

Ep 746EU-Gipfel: Zurück zum Dialog mit Russland?
Kurz vor dem Treffen in Brüssel schlagen Deutschland und Frankreich eine Annäherung an Russland vor. Und der gefällt nicht allen Mitgliedstaaten.

Ep 745Die Angst vor der Delta-Variante
Die Delta-Variante breitet sich auch in Deutschland weiter aus. Wie gefährlich ist sie für uns?

Ep 744Zwischen Delta und Regenbogen: Uefa im Zwielicht
Die Uefa wird kritisiert: wegen voller Stadien, Zuschauern, die keine Maske tragen und ihrer Absage an eine in Regenbogenfarben leuchtende Arena. Während der Europameisterschaft wird nicht allein über Fußball gesprochen. Der Europäische Fußballverband Uefa steht seit Beginn des Turniers in der Schusslinie. Zum Beispiel, weil einige Spiele in London stattfinden, wo die Delta-Variante des Virus um sich greift. Jetzt hat der Verband verboten, dass das Münchner Stadion als Symbol für Solidarität mit Lesben und Schwulen beim Spiel Deutschland gegen Ungarn in Regenbogenfarben leuchtet. Die Uefa macht gerade keine glückliche Figur, kommentiert Claudio Catuogno. Der SZ-Sport-Chef sagt, privat hätte er sich sehr über dieses Symbol gefreut. Der Uefa blieb aber kaum eine andere Wahl als ihr Veto. Weitere Themen: Wirecard-Untersuchungsausschuss legt Bericht vor, Verschwörungsmythen in Deutschland verbreitet. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz **Produktion:** Justin Patchett _Zusätzliches Audiomaterial über dpa._

Ep 743Wechselunterricht bis Weihnachten?
Die Corona-Lage scheint im Griff zu sein. Dennoch spricht Jens Spahn von Wechselunterricht bis Winter in den Schulen. Wieso gerade jetzt? Gesundheitsminister Jens Spahn sagt, dass er im Herbst weiterhin mit Maskenpflicht und Wechselunterricht für Schülerinnen und Schüler rechne. Viele Eltern können aber schon jetzt nicht mehr. Dazu kommen Studien, die dem Distanzunterricht ein verheerendes Zeugnis ausstellen. Die SZ-Hauptstadtkorrespondentin Henrike Roßbach verzweifelt fast, wenn sie über die Schulpolitik der vergangenen Monate spricht. Noch immer sind nicht genügend Luftfilter da. In Wahrheit haben Schulen und Kinder nie höchste Priorität in der Krisenbewältigung gehabt, sagt sie. Weitere Themen: Union stellt Wahlprogramm vor, Raisi erteilt USA eine Absage. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Laura Terberl **Produktion:** Benjamin Markthaler _Zusätzliches Audiomaterial über Evangelische Akademie Tutzing._

Ep 742Jetzt noch mehr öffnen? Ein Pro & Contra der SZ
Die Inzidenz sinkt, die Hälfte der Deutschen ist mindestens einmal geimpft, Gefahr lauert dennoch. Wie viel Freiheit ist nun drin? Die Hälfte der Deutschen hat jetzt mindestens eine Impfung erhalten, die Zahl der Neuinfektionen nimmt stetig ab, gleichzeitig aber lauert eine Gefahr: die Delta-Variante des Virus. Die hat schon in Großbritannien die Inzidenz wieder steigen lassen. Sind da weitere Öffnungen möglich? Zwei SZ-Redakteurinnen sind sich da uneins: Angelika Slavik aus dem Berliner Hauptstadtbüro meint ja, sonst würde die Akzeptanz für die Maßnahmen, vor allem bei den Jüngeren, abnehmen. Wissenschaftsredakteurin Christina Berndt ist da vorsichtiger. Sie befürchtet, dass jetzt viele Erfolge verspielt werden könnten. Weitere Themen: RKI nimmt Risikogebiete von der Liste, Audi verabschiedet sich vom Verbrenner. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Lars Langenau **Produktion:** Benjamin Markthaler _Zusätzliches Audiomaterial über Bundespressekonferenz._

Ep 741Biden und Putin: Was das Treffen gebracht hat
Biden und Putin sprechen in Genf. Auch wenn nicht viel Substantielles herauskam, macht das Treffen Mut auf eine Normalisierung der Beziehungen. Was haben sich Joe Biden und Wladimir Putin in den vergangenen Wochen nicht alles an den Kopf geworfen: Biden bezeichnete Putin als "Killer". Putin wiederum sagte, Bidens Aussage sei Teil des in Hollywood üblichen "Machogehabes". Der russische Präsident sah die Beziehungen der beiden Länder an einem Tiefpunkt angekommen. Am Mittwoch treffen sich die beiden Staatschefs dann zum ersten Mal während der Amtszeit Joe Bidens. Und das in einer Villa in Genf, der selbsternannten "Stadt des Friedens". Viel Substanzielles kommt bei dem Treffen nicht heraus, aber sowohl Biden als auch Putin loben die konstruktiven Gespräche. Und auch SZ-Außenpolitikredakteur Paul-Anton Krüger findet, dass das Treffen ein Schritt Richtung einer Normalisierung der Beziehungen war. Weitere Themen: Spahn verteidigt Vorgehen bei Masken-Beschaffung, Bundesregierung gelassen in Bezug auf Delta-Variante. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Carolin Lenk _Zusätzliches Audiomaterial über AP und Reuters._

Ep 740Wie steht es ums deutsch-polnische Verhältnis?
Bundespräsident Steinmeier besucht Polen zum 30-jährigen Jubiläum des Nachbarschaftsvertrags. Wie wird Deutschland dort wahrgenommen? Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht einen der wichtigsten Freunde Deutschlands: Er fliegt nach Polen. Anlass ist das 30-jährige Jubiläum des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags. Aber wie steht es eigentlich um die Beziehungen der beiden Länder? SZ-Warschau-Korrespondent Florian Hassel beschreibt in dieser Folge, wie die regierende PiS-Partei Deutschland als Feindbild für innenpolitische Zwecke benutzt. Eine Sache kann sich die Bundesrepublik allerdings vorwerfen. Diese hat mit einer Pipeline in der Ostsee zu tun. Weitere Themen: Weniger Geld für digitalen Impfnachweis an Apotheken, Söder kündigt Konsequenzen nach Greenpeace-Aktion an. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz **Produktion:** Justin Patchett

Ep 739"Das Kino kommt zurück!"
Wie plant man Großveranstaltungen in diesen Zeiten? Ein Gespräch mit Christoph Gröner, dem künstlerischen Leiter des Münchner Filmfestes. Die Absageflut von Konzerten und Festivals des vergangenen Jahres setzt sich dieses Jahr fort. Aber Dienstagabend spielt in München die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich. Und das vor etwa 14.000 Fans. "Wir freuen uns, dass langsam die Normalität zurück kehrt", sagt auch der künstlerischer Leiter des Münchner Filmfestes, Christoph Gröner. Die Planungen für sein Filmfest hätten sehr viele Wendungen und Drehungen genommen. Planungssicherheit habe dabei nie bestanden. Deshalb habe er zunächst auf eine reine Open-Air-Kinos gesetzt. Jetzt sei die Spiegelung der Filme aber auch in Kinosälen möglich. Schließlich sei aus Kinosälen keine einzige Corona-Infektion bekannt. Jetzt müsse auch die Kinokultur endlich wieder ins Rollen kommen, meint Gröner. Schließlich sei Kino eine soziale Erfahrung, die man auf der Couch nicht habe. "Das Kino kommt zurück", sagt er. Beim Münchner Filmfest startet das allerdings mit höchstens 500 Zuschauern bei einem Open-Air-Kino-Abend. Deshalb werde man auch bei weitem auch nicht die Zuschauer erreichen, die das Festival etwa 2019 hatte. Damals besuchten etwa 80.000 Menschen das Filmfest in München. Das Filmfest München beginnt am 1. Juli und läuft bis zum 10.7. Weitere Informationen und Programm unter https://www.filmfest-muenchen.de/ Weitere Nachrichten: Hamburg und Berlin lockern Maskenpflicht, Biden betonte Partnerschaft der USA mit Europa, Rechtsextremismus steigt. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über die Welt.

Ep 738Biden auf Europareise: America is back
G7, Nato-Gipfel, EU-Spitzentreffen und das Gespräch mit Putin. Joe Biden ist auf Europa-Tour. Wie groß die Erleichterung über den neuen US-Präsidenten ist. Bei Kanzlerin Angela Merkel und den anderen Staats- und Regierungschefs des G7-Treffen in Cornwall ist spürbar wie sich mit Joe Biden das Verhältnis zu den USA entkrampft. Einer, der gemeinsam mit ihnen für die Interessen und die Werte des Westens kämpfen will. Und einer, der versteht, dass die Erderwärmung DAS größte Problem der Menschheit ist. “Das Treffen der G7 war zumindest das Ende der Demontage des Westens. Die Blutung ist gestoppt”, meint Washington-Korrespondent Hubert Wetzel. Biden habe in Cornwall und in Brüssel bei der Nato gezeigt, dass die Trump-Ära vorbei ist und es wieder eine verlässliche USA gebe. Er habe vorrangig Vertrauen schaffen wollen, das unter Donald Trump so sehr gelitten habe. Unter Biden seien die USA wieder ein Land, das Verbündete sucht. Der US-Präsident habe das Signal gesendet: "America is back." Als technologischer und wirtschaftlicher Hauptkonkurrent und als Bedrohung sehe Washington China. Russland hingehen wird in den USA nur als Störenfried gesehen. Es werde spannend, ob Biden und Wladimir Putin bei ihrem persönlichen Treffen ihre Rhetorik wieder entschärfen können. Weitere Nachrichten: Naftali Bennett neue israelische Ministerpräsident, Debatte um Maskenpflicht, digitaler Impfausweis. Unsere neuen Folge von “Und nun zum Sport” finden Sie unter sz.de/sportpodcast. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über dpa.

Ep 737Grünen-Parteitag: Gelingt Baerbock das Comeback?
Aufgehübschter Lebenslauf, nicht angemeldete Nebeneinkünfte, sinkende Umfragewerte: Baerbock braucht die Trendumkehr auf dem Parteitag. Annalena Baerbock hat gerade keinen Lauf. Eher das Gegenteil. Von dem Höhenflug nach ihrer Kandidatur ist nach persönlichen Fehlern rund um ihren Lebenslauf und nicht versteuerten Sonderzahlungen nicht mehr viel zu spüren. An diesem Wochenende halten die Grünen ihren Parteitag ab und wollen wieder für positive Schlagzeilen sorgen. Aber auch hier gibt es Konflikte, sagt Constanze von Bullion. Und bei einer Frage kann sich die Parteispitze keine Schlappe leisten, so die Hauptstadtkorrespondentin der SZ. Weitere Themen: G7-Gipfel in Cornwall, Generelle Reisewarnung für Risikogebiete wird aufgehoben, Lieferkettengesetz beschlossen. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Jacqueline Dinser und Laura Terberl **Produktion:** Benjamin Markthaler _Zusätzliches Audiomaterial über ARD-Sendung "Farbe bekennen"._

Ep 736Ist Jens Spahn so schlecht wie sein Ruf?
Noch im Herbst des vergangenen Jahres war Jens Spahn der beliebteste Politiker Deutschlands. Davon ist keine Spur mehr: Die Liste von Krisen und Vorwürfen ist einfach zu lang. Ein langsamer Impfstart, überteuerte Masken, lange wies er keine Teststrategie vor... Gerade erst in der vergangenen Woche ist ein neuer Vorwurf aufgekommen: Spahn soll Masken, die nicht ausreichend zertifiziert waren, an Hilfsbedürftige und Menschen mit Behinderung verteilt haben wollen. Gehindert daran habe ihn das vom Sozialdemokraten Hubertus Heil geführte Arbeitsministerium. Die SPD-Co-Vorsitzende Saskia Esken legte Spahn den Rücktritt nahe. Die Rücktrittsforderung sei "over the top", sagt Henrike Roßbach. Aber klar sei, so die SZ-Hauptstadtkorrespondentin, dass Spahn in den vergangenen Wochen eine wirkliche Fehlerhäufung unterlief und er sich wohl auf das baldige Ende der Legislaturperiode freuen dürfte. Weitere Themen: Papst lehnt Rücktritt von Marx ab, FU Berlin entzieht Giffey den Doktortitel. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Lars Langenau und Laura Terberl **Produktion:** Carolin Lenk _Zusätzliches Audiomaterial über Bundespressekonferenz und ARD Moma._

Ep 735Wie Kriegsverbrechen Bosnien und Serbien bis heute prägen
Lebenslang für Ratko Mladić. Aber der Völkermord von Srebrenica wirkt auch ein Vierteljahrhundert nach dem Bürgerkrieg in Ex-Jugoslawien weiter. Grausames Finale des bosnischen Bürgerkrieges war im Juli 1995 das Massaker von Srebrenica, bei dem serbische Soldaten mindestens 8372 Jungen und Männer exekutiert haben. Ratko Mladić hatte den Auftrag alle Bosniaken, bosnischen Muslime aus der Region zu vertreiben. Am Montag hat ein Berufungsgericht der Vereinten Nationen in Den Haag die Verurteilung von Mladić zu lebenslanger Haft bestätigt. Wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Beweise gegen Mladić waren überwältigend. "Ein anderes Urteil als lebenslänglich war nicht möglich", sagt SZ-Osteuropa-Korrespondent Florian Hassel. Doch mehr als 40 Kriegsverbrecher würden noch in Serbien offen leben. Selbst in den höchsten Kreisen der serbischen Politik seien sie noch heute vertreten. Nie kam es dort zu einer Aufarbeitung der Vergangenheit - und so reiche auch die Leugnung von Kriegsverbrechen bis in die Spitzen der Politik auch der bosnischen Serben. Dabei seien sowohl Serbien als auch Bosnien-Herzegowina EU-Beitrittskandidaten. Bosnien-Herzegowina aber sei ein völlig dysfunktionaler Staat ohne Zentralregierung, sagt Hassel. Ein Staat, in dem nicht nur die Nachbarn Kroatien und Serbien mitmischen, sondern der auch durch Russland kaum regierbar gehalten werde. Auch die Aussöhnung der Volksgruppen habe keine Fortschritte gemacht, zieht Hassel eine ernüchterte Bilanz. Weitere Nachrichten: Neue Vorwürfe gegen Jens Spahn, Anklage gegen Ex-VW-Chef Winterkorn, US-Milliardäre zahlen kaum Steuern. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über BBC.

Ep 734Wie man jetzt an seine Impfung kommt
Jeder kann sich nun impfen lassen. Doch viele warten noch auf einen Termin. Wurde die Priorisierung zu früh aufgehoben? Seit Montag ist die Impfpriorisierung bundesweit aufgehoben. Jetzt kann jede und jeder neben den Impfzentren auch beim Hausarzt und bei den Betriebsärzten versuchen, eine Corona-Schutzimpfung zu bekommen. Nur: Impfstoff fehlt noch immer in ausreichender Menge. Inzwischen sind 38 Millionen Menschen mindestens einmal geimpft, etwa 15 Millionen Impfwillige würden noch auf ihren ersten Schuss warten, sagte Jens Spahn im ARD-Morgenmagazin. Bis Mitte Juli werde es für jeden, der will, ein Impfangebot geben, verspricht der Gesundheitsminister. Gerade aber führt die Aufhebung der Impfpriorisierung zu einem Ansturm auf die Arztpraxen. Entgegen der Beteuerungen von Spahn warten noch viele Personen der Priorisierung 3 auf Termine, sagt SZ-Wissenredakteurin Christina Berndt. "Der Mangel ist noch nicht behoben. Die "Starken und Schnellen mit guten Kontakten" hätten tatsächlich bereits vielfach ihre Impfungen. Jeder solle sich jetzt selbst auf verschiedenen Wegen darum bemühen, empfiehlt sie. Es gebe immer wieder freie Termine. Eine einzelne Impfdosis biete angesichts der Virusmutationen jedoch noch keinen ausrechende Schutz vor Covid 19. Derzeit rät Berndt zudem noch nicht zu Impfungen für Kinder. Andere bräuchten den Impfstoff gerade nötiger. Auch seien die Krankheitsverläufe bei Kindern meist nicht schwer. Weitere Nachrichten: Lokführer planen Bahn-Streiks, keine Kinderrechte im Grundgesetz. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über ARD-Morgenmagazin.

Ep 733Sachsen-Anhalt: Die Zeichen stehen auf Deutschland-Koalition
Wahlsieger in Sachsen-Anhalt ist die CDU. Und die könnte womöglich bald mit SPD und FDP die Regierung stellen.

Ep 732Wahlen in Sachsen-Anhalt: Der Kampf des Reiner Haseloff
Am Sonntag wählt Sachsen-Anhalt und CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff versucht, stärker als die AfD zu werden - auf Kosten der Koalitionspartner. Am Sonntag ist in Sachsen-Anhalt Landtagswahl und über allem steht die Frage: Wer wird stärkste Kraft: Die CDU oder die AfD? In den Umfragen geht es sehr eng zur Sache. Und auch das Schicksal des Ministerpräsidenten Reiner Haseloff hängt an dieser Frage. Der Landesvater wollte ursprünglich gar keine dritte Amtszeit, aber nach personellen Querelen im CDU-Landesverband muss er noch einmal ran. Ulrike Nimz traut Haseloff den Sieg zu. Und das aufgrund eines Musters, das sich schon bei den Wahlen in Sachsen und Thüringen zeigte, sagt die SZ-Korrespondentin. **Weitere Themen:** Kardinal Marx bietet Papst Rücktritt an, Bayern hebt Katastrophenfall auf. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Vinzent-Vitus Leitgeb und Jacqueline Dinser **Produktion:** Benjamin Markthaler _Zusätzliches Audiomaterial über ZDF._

Ep 731Sind die Grünen der neue Liebling der Wirtschaft?
Ex-Siemens-Chef Joe Kaeser macht sich für die Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock stark. Wie repräsentativ ist er für die deutsche Wirtschaft? In den Umfragen liegen die Grünen schon länger gleichauf oder sogar vor der Union. Jetzt scheint sogar die deutsche Wirtschaft Gefallen an der Idee einer grünen Kanzlerin zu finden: Der Ex-Siemens-Boss Joe Kaeser unterstützt Annalena Baerbock. Heißt das, dass sich die Grünen von einer vermeintlichen Verbots- zu einer Wirtschaftspartei gewandelt haben? Tut es nicht, sagt Cerstin Gammelin. Die SZ-Hauptstadtkorrespondentin berichtet, dass im deutschen Mittelstand weiterhin Skepsis gegenüber der Partei besteht. **Weitere Themen:** Regierung beschließt Entwurf für Pflegereform, Ende der Priorisierung bei Corona-Impfungen, Herzog neuer israelischer Staatspräsident. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Vinzent-Vitus Leitgeb und Jacqueline Dinser **Produktion:** Justin Patchett

Ep 722Betrug in Corona-Testzentren: "Ein Schaden an uns allen"
Jens Spahn reagiert auf Betrugsvorwürfe und will die Verordnung anpassen. Kontrollen sollen verschärft werden. Aber wer kann die überhaupt durchführen?

Ep 730Long Covid: Fünf Millionen für die Erforschung
350 000 ehemals Corona-Infizierte kämpfen in Deutschland wohl mit Spätfolgen der Krankheit. Die sollen jetzt besser erforscht werden.

Ep 726Bekommt Steinmeier eine zweite Amtszeit?
Bundespräsident Steinmeier will sich für eine zweite Amtszeit zur Wahl stellen. Ob er diese bekommt, hängt vor allem vom Abschneiden einer Partei im September ab. Frank-Walter Steinmeier stellt sich für eine zweite Amtszeit zur Verfügung. Der amtierende Bundespräsident will dabei helfen, die Wunden zu heilen, die die Coronakrise verursacht hat. Zwar hat Steinmeier noch keine Mehrheit in der Bundesversammlung hinter sich, doch trete er nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Überzeugung an. Kurt Kister meint, Steinmeier habe seine Sache bisher gut gemacht. Der ehemalige SZ-Chefredakteur denkt, die Chancen für eine zweite Amtszeit stehen so schlecht nicht. Weitere Themen: EMA lässt Biontech-Impfstoff für Kinder ab 12 Jahren zu, Namibia begrüßt deutsche Anerkennung von Völkermord durch Deutschland, Papst schickt Kontrolleure nach Köln. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Vinzent-Vitus Leitgeb und Felix Ogriseck **Produktion:** Benjamin Markthaler _Zusätzliches Audiomaterial über Bundespräsidialamt._

Ep 725Warum der Verfassungsschutz KenFM zum Verdachtsfall erklärt
Das Landesamt für Verfassungsschutz in Berlin stuft das Medium KenFM als Verdachtsfall ein. Ob es darunter leiden wird, steht noch aus. Immer wieder demonstrieren Tausende sogenannte "Querdenker" gegen die Maßnahmen der Regierung. Angestachelt unter anderem von Medien, die Verschwörungstheorien verbreiten. Ganz vorne mit dabei ist das Portal KenFM des ehemaligen Fernseh- und Hörfunkmoderators Ken Jebsen. Jebsen hat eine große Anhängerschaft und nährt mit seinen Videos das Unbehagen gegenüber der Politik. Der Verfassungsschutz beobachtet schon länger das Vorgehen derlei Medien. Nun hat das Landesamt für Verfassungsschutz Berlin laut Recherchen von WDR, NDR und SZ das Portal KenFM als Verdachtsfall eingestuft. SZ-Hauptstadtkorrespondent Ronen Steinke ist sich noch unsicher, ob dieser Schritt dem Medium schaden oder sogar einen Aufwind bedeuten könnte. Weitere Themen: Mehr Impfungen als in Vorwoche, AfD-Spendenaffäre kommt vor Gericht. **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Valérie Nowak _Zusätzliches Audiomaterial über Bundespressekonferenz._

Ep 724Mit und ohne Assad wird Syrien keinen Frieden finden
Syrien wählt. Aber es gibt gar keinen Zweifel daran, dass wieder Baschar al-Assad gewinnen wird. Wie ist die Lage nach zehn Jahren Bürgerkrieg?

Ep 723Belarus: Wie ein Blogger zum Staatsfeind wurde
Belarus' Präsident Lukaschenko hat jegliche Hemmungen verloren. Die Entführung einer Passagiermaschine ist sein Signal an die Opposition, dass sie nirgends sicher ist.

Ep 720Baerbock, Laschet, Scholz: Erstes TV-Triell ums Kanzleramt
Im WDR treffen zum ersten Mal die drei Spitzenkandidaten ums Kanzleramt aufeinander. Einen klaren Sieg kann niemand mit nach Hause nehmen. Am Donnerstag sind im Westdeutschen Rundfunk zum ersten Mal die Bewerberin Annalena Baerbock von den Grünen sowie die Bewerber Armin Laschet von CDU/CSU und der Sozialdemokrat Olaf Scholz aufeinandergetroffen. Vor allem Baerbock und Laschet gifteten sich beim Thema Klimaschutz gegenseitig an. SZ-Hauptstadtbüroleiter Nico Fried konnte nicht erkennen, dass jemand mit einem eindeutigen Sieg nach Hause gegangen wäre. Und auch Olaf Scholz schreibt er noch nicht ab. Weitere Nachrichten: Spahn mahnt zur Vorsicht trotz sinkender Inzidenz, Waffenruhe in Nahost. Helfen Sie uns diesen Podcast noch besser zu machen: Wir würden freuen, [wenn Sie dazu bei dieser Umfrage mitmachen](https://easy-feedback.de/umfrage/1317266/VF6k58-multi-71492). **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz, Felix Ogriseck und Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Benjamin Markthaler _Zusätzliches Audiomaterial über WDR._

Ep 719Wie Kurz und Gefährten Österreich unter sich aufteilen
Sebastian Kurz rechnet damit, dass er bald angeklagt wird. Die Ibiza-Affäre dreht sich immer mehr um die Partei des österreichischen Bundeskanzlers. Sebastian Kurz ist der Hoffnungsschimmer für viele Konservative in ganz Europa. Aber der österreichische Bundeskanzler könnte bald angeklagt werden. Es geht um Postengeschacher und absurde Whatsapp-Chats. Offenbar hatten Kurz und seine Weggefährten das Gefühl, die Republik unter sich aufteilen zu können. Die Opposition tobt, die Staatsanwaltschaft ermittelt und Wien-Korrespondentin Cathrin Kahlweit meint, so ein Skandal wäre in Deutschland unmöglich. Weitere Nachrichten: EU schließt 35-Milliarden-Vertrag mit Biontech/Pfizer, Baerbock meldet Nebeneinkünfte nach. Helfen Sie uns diesen Podcast noch besser zu machen: Wir würden freuen, [wenn Sie dazu bei dieser Umfrage mitmachen](https://easy-feedback.de/umfrage/1317266/VF6k58-multi-71492). **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Antonia Franz und Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Carolin Lenk _Zusätzliches Audiomaterial über Facebook-Seite Österreichisches Bundeskanzleramt, Österreichisches Parlament._

Ep 718EM-Kader: Die Rückkehr der Veteranen
Joachim Löw stellt den EM-Kader vor. Der Bundestrainer stapelt tief: Ein Finale wäre zwar schön, aber die Favoriten, gibt er zu, sind andere. Trotz Corona und Geisterspielen sind noch immer viele Fans von der Nationalmannschaft begeistert. Diesen Eindruck möchte zumindest der Deutsche Fußballbund (DFB) vermitteln. Nach all den Affären der vergangenen Wochen hat der Verband bei der Vorstellung des EM-Kaders ganz unterschiedliche Unterstützer per Videokonferenz zugeschaltet: Schülerinnen und Schüler, Fanbeauftragte und sogar in ein Seniorenheim wurde die Verbindung hergestellt. Der DFB will sich volksnah zeigen. Und auch dem Bundestrainer ist auf seiner Abschiedstournee wichtig, dass er die Fans begeistert. Favoriten sind andere, Auftaktgegner Frankreich zum Beispiel, stapelt Joachim Löw tief. Auch SZ-Sportredakteur Martin Schneider sagt, für die deutsche Nationalmannschaft ist entscheidend, die schwere Vorrunde zu überstehen. Weitere Nachrichten: Familienministerin Giffey tritt zurück, Einreise aus Drittstaaten für Geimpfte in EU möglich. Helfen Sie uns diesen Podcast noch besser zu machen: Wir würden freuen, [wenn Sie dazu bei dieser Umfrage mitmachen](https://easy-feedback.de/umfrage/1317266/VF6k58-multi-71492). **Moderation, Redaktion:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Justin Patchett _Zusätzliches Audiomaterial über DFB._

Ep 717Wenn aus Israelkritik Judenhass wird
Entflammt der Nahostkonflikt, dann spüren das auch Juden und Jüdinnen in Deutschland. Warum manche Demos im offenen Antisemitismus münden. Bei pro-palästinensischen Demonstrationen kam es am Wochenende zu antisemitischen Rufen und Ausschreitungen. Von Mannheim über Frankfurt bis Berlin. Es tue allen ganz gut, mit Bescheidenheit, Neugier und einem differenzierten Blick auf den Nahen Osten ranzugehen, meint Ronen Steinke, SZ-Redakteur für Innere Sicherheit und Experte für Extremismus. Der Konflikt könne nicht von hier gelöst werden. Man müsse zu denen, die antijüdische Parolen skandierten, klare Grenzen ziehen. Auch seien es nicht alles Palästinenser, die da gerade auch vor Synagogen demonstrieren würden. Darunter seien auch viele nationalistische Türken, die sich um das Leid der Kurden wenig kümmern würden. Beteiligte Nordafrikaner machten Israel für alles Übel in ihren Ländern und auf der Welt verantwortlich. Und darunter seien auch solche, die 2015 etwa aus Syrien geflohen seien. Auch unter ihnen würden tradierte Ressentiments gepflegt, bei denen Israelis und Juden ein Synonym für “Feind” seien. Weitere Nachrichten: Impfpriorisierung wird aufgehoben, Ausnahmezustand in Ceuta, Biden legt Steuerklärung vor. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz, Julia Stanton Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über FDP Bundesparteitag, Welt und WDR.

Ep 716Nahostkonflikt: Warum Netanjahu von der Eskalation profitiert
Die Kämpfe zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas gehen weiter. Und mittlerweile kommt es auch in Israel auch immer mehr zu Ausschreitungen.

Ep 715Urlaubsplanung: “Der Sommer wird gut!”
Ferien stehen vor der Tür. Aber wo Urlaub machen? Welche Buchung man wagen kann - und sollte. Pünktlich zu Pfingsten geht es langsam wieder los mit dem Tourismus. In Schleswig-Holstein beispielsweise werden ab Montag wieder viele Einrichtungen aufmachen. Im Ausland muss man aktuell auch noch genau hinschauen. Immerhin muss man nicht mehr generell in Quarantäne, wenn man wieder nach Hause kommt. “Der Sommer wird gut, er wird viel besser als der vergangene”, macht Monika Maier-Albang aus der SZ-Reiseredaktion Hoffnung. In Österreich etwa wird die Einreise zumindest für Geimpfte, Genesene und Getestete einfach. Auch Griechenland setzt stark auf diese Gruppe. “Die Griechen sind wild entschlossen, die Saison mitzunehmen.” Bei Fernreisen gebe es viel mehr Unsicherheiten. Maier-Albang empfiehlt für dieses Jahr lieber einen Europa-Urlaub mit dem Auto: etwa vom Süden Deutschlands aus in Italien, Kroatien oder vom Norden Richtung Dänemark. Weitere Nachrichten: Nahostkonflikt, Rekord-Impfungen in Deutschland. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Julia Stanton Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über dpa.

Ep 714Hamas und die Arabische Welt
Im Nahen Osten stehen die Zeichen auf Krieg. Wie es um die Solidarität der Araber mit den Palästinensern steht. Es ist ein nie dagewesener Raketenhagel, den die Menschen im Großraum von Tel Aviv da gerade erleben mussten. Seit Montagabend sind es weit mehr als 1000 Raketen, die aus dem Gazastreifen auf israelische Zivilisten abgefeuert wurden. Natürlich wehrt sich Israel: die Luftwaffe griff massiv Ziele auf palästinensischer Seite an. Etwa 50 Menschen sind dabei bislang getötet worden. Darunter nach Angaben der Armee auch mehrere ranghohe Mitglieder der islamistischen Hamas. Die palästinensische Sache ist zwar ein Teil der Identität, aber die Hamas habe kaum Sympathie in den arabischen Staaten, sagt Paul-Anton Krüger, Redakteur der SZ-Außenpolitik. Schließlich sei die Hamas ein Ableger der Muslimbruderschaft und damit erklärter innenpolitischer Gegner von Regierungen wie in Riad oder Kairo. Deshalb komme es auch zu abenteuerlichen Bündnissen wie zwischen der Hamas und Iran, obwohl die einen Sunniten und die anderen Schiiten sind. Weitere Nachrichten: Ermittlungen gegen Österreichs Kanzler, Bayern und BaWü geben Astra Zeneca und Johnson & Johnson frei. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Bundespressekonferenz.

Ep 713Nahostkonflikt: Droht die dritte Intifada?
Der Konflikt zwischen Israel und Palästinensern ist erneut eskaliert. Das hat auch mit einem Machtkampf zwischen Hamas und Fatah zu tun, meint der Leiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Tel Aviv, Steffen Hagemann. Erst flogen Steine und Gummigeschoße in Jerusalem, dann Raketen auf Israel und Bomben auf den Gazastreifen. Im israelischen Aschkelon starben zwei Frauen, Dutzende Menschen in Gaza-Stadt. Es gebe nicht ursächlich nur einen Grund für die erneute Auseinandersetzungen, sagt Steffen Hagemann. Er ist Leiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Tel Aviv. Die Eskalation stehen aber eindeutig im Kontext der seit mehr als 50 Jahren andauernden Besetzung weiter palästinensischer Gebiete durch die israelische Armee. Zudem gehe es nach den abgesagten Wahlen in den Palästinensergebieten auch um einen Machtkampf zwischen der PLO und der Hamas. Die Hamas versuche mit dem Beschuss Einfluss auch im Westjordanland zu gewinnen. Sie wolle sich so an die Spitze des palästinensischen Widerstandes setzt. Beim Beschuss auch von Jerusalem gehe es ihr dabei vor allem um die Demütigung der israelischen Regierung. Weitere Nachrichten: Tote bei Angriff auf Schule in Russland, Hoffnung auf Impfangebot für zwölf bis 18-Jährige. Die Datenrecherche zur Auswertung von fast zwölf Millionen Telegram-Nachrichten zeigt wie sich Verschwörungstheorien, Rassismus und Sexismus zu einer toxischen Mischung verbinden. Sie finden das Projekt finden Sie unter sz.de/hassmessen Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.

Ep 712SPD: "Scholz ist nicht der beste Kandidat, sondern der einzige"
Ein gelungenes Wahlprogramm, aber nur ein dröger Kandidat. Warum die SPD nicht aus den Puschen kommt. Jetzt hat auch die SPD ganz offiziell einen Kanzlerkandidaten: Dass es Olaf Scholz wird, war lange klar, am Sonntag wurde er jetzt auch auf einem digitalen Parteitag mit 96,2 Prozent gewählt. Seine zentralen Wahlkampfthemen: "Mobilität, Klima, Digitalisierung und Gesundheit." Und er will Kanzler werden. Doch danach sieht es zumindest momentan so gar nicht aus. Bringt dieser Parteitag die Wende für die SPD? Die Partei versuche sich neu zu erfinden und habe eine überzeugendes Programm vorgelegt. Aber Hartz IV klebe noch immer bleischwer am Image der SPD - und an der Biografie von Scholz. Mit ihm trete ein Spitzenkandidat an, der damals alles mitgetragen - und der deshalb ein Glaubwürdigkeitsproblem hat. "20 Jahre im Geschäft: Scholz bleibt Scholz", sagt Mike Szymanski aus dem SZ-Hauptstadtbüro. Begeisterungsstürme entfache der Finanzminister nicht. Er sei eher "dröge und sachlich". "Scholz sei nicht der beste Kandidat, sondern der einzige." Tatsächlich aber habe es aber wohl keine personelle Alternative zu ihm als Kanzklerkandidaten gegeben. Möglichweise könne ihm aber die Wärme der Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Wahlkampf helfen. Weitere Nachrichten: Wissler und Bartsch sind Linke-Spitzenkandidaten, Priorisierung für Johnson & Johnson aufgehoben. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über SPD Bundesparteitag.

Ep 711Statt Patent-Freigabe: Ein Marshallplan fürs Impfen
Die Wende der USA bei den Impfstoff-Patenten sorgt für Druck. Warum eine andere Idee sinnvoller ist. Gerade hat die US-Regierung unter Joe Biden eine radikale Wende verkündet: Im Rahmen der Welthandelsorganisation sind die Vereinigten Staaten jetzt für die zeitweise Aussetzung der Patente für Impfstoffe gegen Corona. Ein Vorschlag, den die Weltgesundheitsorganisation “als historischer Meilenstein” feiert. Doch einer, der vor allem von Ländern blockiert wird, in denen die Pharmaindustrie stark ist. Und so ist auch die Bundesregierung skeptisch. Das Wirtschaftssystem basiert eben in weiten Teilen der Welt auf dem Eigentumsrecht, sagt der Leiter der SZ-Wirtschaftsredaktion Marc Beise. Er zweifelt daran, dass dieser Schritt mehr Medikament auf den Markt bringen würde. Denn es sei nicht so einfach, nur die Patente zur Verfügung zu stellen. Dafür sei vielmehr ein großes, kompliziertes “Ökosystem” im Zusammenspiel von vielen Spezialisten nötig. Gebildet und unterstützt von einem Fond, in den die reichen Staaten Milliarden einzahlen könnten. In den USA gebe es eine Initiative für einen “weltweiten Marshallplan fürs Impfen”. Und auch er unterstütze eine kleine schlagkräftige Einheit aus Fachleuten und sehr viel Geld im Rücken, wie die, die Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wieder wirtschaftlich auf die Beine gebracht habe. Weitere Nachrichten: Aktuelle Corona-Lage, NSU 2.0: Vorwürfe gegen Bayerns Justiz. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Bundespressekonferenz.

Ep 710Der deutsche "Wohlfühl-Klimaschutz"
Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral sein. Aber wie will die Politik das schaffen?

Ep 709Corona-Risiko: Wenn die Postleitzahl entscheidet
In sozialen Brennpunkten verbreitet sich das Coronavirus gerade schneller als an anderen Orten. Mobile Impfangebote wie in Köln-Chorweiler sollen das ändern.

Ep 708Rechte für Geimpfte: Droht ein Zwei-Klassen-Sommer?
Für Geimpfte und Genesene kommen Erleichterungen sehr bald. Ist das die Impfpflicht durch die Hintertür? Bereits am Donnerstag diskutiert der Bundestag darüber. Am Freitag der Bundesrat. Und am Wochenende könnte bundesweit für Geimpfte und von Corona Genesene zumindest ein Teil der Normalität zurückkehren. Auch die Ausgangssperre und Kontaktbeschränkungen sollen für vollständig Geimpfte dann nicht mehr gelten. Noch sind diese Lockerungen dann nur Wenigen und vor allem Älteren vorbehalten. Ist das alles sinnvoll? Rechtlich seien diese Lockerungen zwingend, sagt der SZ-Korrespondent am Karlsruher Bundesverfassungsgericht, Wolfgang Janisch. Freiheiten könnten nur beschränkt werden, wenn es dafür eine Rechtfertigung gibt. Wenn aber das Infektionsrisiko zurückgegangen sei, müsse man die Freiheiten selbstverständlich wieder zurückgeben. Den Vorwurf, dass jetzt eine Art Impfpflicht durch die Hintertür komme, deutet der Jurist anders. Man könne Erleichterungen für Geimpfte in einer Übergangszeit durchaus auch als positiven Anreiz für Impfskeptiker sehen. Wenn aber ein Großteil der Menschen geimpft sei, würden die Maßnahmen eh wegfallen. Weitere Nachrichten: Tourismus in Bayern, Festnahme “NSU 2.0”, Zunahme politisch motivierte Kriminalität. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundespressekonferenz.