
ÄrzteTag
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Wenn Arzttermine zur Demokratiefrage werden
Die Impfsaison startet: Wie gehen Sie vor, Dr. Fleischhauer?
Wie viel Politik verträgt die Sprechstunde, Herr Blumenthal-Beier?
Neue Pflichten aus dem AI Act: Was müssen Praxen jetzt tun, Professorin Gokel?
Was darf bei der Einführung eines Primärversorgungssystems auf keinen Fall schief gehen, Frau Hummers?
Wie können Ärztinnen und Ärzte das neue Altersvorsorgedepot für den Ruhestand nutzen, Herr Pfingsten?
Was sollten Ärztinnen und Ärzte über Medizinstrafrecht wissen, Dr. Warntjen?
GeDIG im Check: Bringt das neue Gesetz den Digitalisierungsturbo?
Kompressionstherapie: Was ist der neueste Stand, Professorin Reich-Schupke?
Cannabis-Blüten auf Kassenrezept sind raus – was sind die Alternativen?
Wie gehe ich in der Hausarztpraxis bei einem psychischen Trauma vor, Dr. Aden?
Was brauchen Menschen mit Behinderung, damit ihre Behandlung gelingt, Dr. Schwabl?
Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt
Bruxismus für Humanmediziner: Wann wird Zähneknirschen zum Problem, Dr. Lange?
Nach dem GKV-Spargesetz ist vor den Strukturreformen
Wie gesund sind Kinder in Deutschland, Prof. Kobel und Dr. Wartha?
Was bringt eine Mitarbeiterbeteiligung für die Praxis, Dr. Lindenau?
Wie erkenne ich, wie sicher mein Praxisverwaltungssystem ist, Herr Nelles?
Wie vermeiden Sie die Probleme mit der neuen Versorgungspauschale, Herr Sommerbrodt?
Rückblick auf 14 Jahre G-BA: Prof. Josef Hecken im Interview
Werden Praxen durch neue Rechte für Apotheken entlastet, oder befeuert das Konkurrenz, Dr. Schulze?
Die Berliner Stunde – Auftakt zwischen Bundestagsdebatte und Versorgung
Welches Training ist das richtige für meine pAVK-Patienten, Dr. Dörr?
Wie kommuniziert man Zahlen und Risiken verständlich, Dr. Lühnen?
Wie ernst ist die Lage bei den Gewinnen aus vertragsärztlicher Tätigkeit, Dr. Afzali?
Bürokratie-Overkill: Wie gehen Sie in Ihrer Praxis mit Einzelregressen um, Dr. Bürger?
Stiller Reflux in der HNO-Praxis
Ein Jahr neuer Labor-EBM: Was hat sich für Zuweiser und für Labore geändert?
Wo liegt die Herausforderung „Mutterschutz“ für niedergelassene Ärztinnen, Frau Dr. Jesswein?
Frisch niedergelassen: Was ist am Anfang das Schwierigste, Dr. Luther und Dr. Scherer?
Welche Nebentätigkeiten dürfen Vertragsärzte ausüben – und welche nicht, Frau Vogtmeier?

Ep 768Wie werden Sie mit der neuen Versorgungspauschale umgehen, Dr. Dalhaus?
Endlich weg vom Quartalsdenken? Wie die neue Versorgungspauschale ab Juli im Praxisalltag funktionieren könnte – oder auch nicht –, erläutert Allgemeinmedizinerin Laura Dalhaus im „ÄrzteTag“-Podcast.

Ep 767Was wird aus den Gesprächs- und Untersuchungsleistungen in der neuen GOÄ, Dr. Singe?
Die neue GOÄ steht auf der To-do-Liste der Politik; der Entwurf von BÄK, PKV und Beihilfe steht. Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert GOÄ-Spezialist Conrad C. Singe, was bei Gesprächs- und Untersuchungsleistungen zu erwarten ist.

Ep 766Wo drückt Ärzten bei der Digitalisierung am meisten der Schuh, Herr Eckert?
Unter Hausärzten ist Moritz Eckert aus Herzberg im Harz digitaler Vorreiter. Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert er, was Kollegen tun können, um möglichst wenig Ärger mit ePA und Praxisverwaltungssystemen zu haben. „Vorteile, die Freude machen“: Wenn Digitalisierung sich positiv auf den Praxisalltag auswirkt, dann steigen Hausärztinnen und Hausärzte gerne bei neuen Anwendungen ein und sind keineswegs die Bremser der Digitalisierung. Das postuliert Moritz Eckert, Hausarzt in Herzberg am Harz, im „ÄrzteTag“-Podcast. Solche Vorteile gebe es durchaus, so Eckert. Zum Beispiel habe das E-Rezept dafür gesorgt, dass die „Horden an Rezeptabholern, die sonst mittags die Flure füllten“, nicht mehr in den Praxen auftauchen müssten. Denn nun lasse sich jedes Rezept über die elektronische Gesundheitskarte vom Server abrufen, ein Praxisbesuch, zum Beispiel für Folgerezepte, erübrigt sich. Nicht immer, so Eckert, bringen neue IT-Anwendungen echte Vorteile für die Praxen, zum Beispiel, wenn ein Prozess einfach nur von analog auf digital umgestellt werde, was häufig eher frustrierend für Praxen ende. Eckert hatte das E-Rezept bereits sehr früh implementiert und arbeitete so auch mit seinem Softwarehaus daran, die Abläufe möglichst reibungslos für die Praxis zu gestalten – so wie auch bei der elektronischen Patientenakte (ePA). Es gebe genug „Nervfaktoren“ bei der Digitalisierung: Die Instabilität der Telematikinfrastruktur bringe zum Beispiel immer wieder Sand ins Getriebe der Praxen und mache häufig teure Techniker-Einsätze erforderlich, obwohl es gar nicht am Praxisverwaltungssystem liegt. Eckert ist einer der beiden wissenschaftlichen Leiter des HIT-Kongresses in Köln, bei dem sich am 13./14.03.2026 Hausärzte zum Thema Digitalisierung treffen. Ein Thema dort ist auch der Vergleich der PVS-Systeme, die sich allesamt dort präsentieren. Die jüngste Umfrage des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung hat bestätigt, dass nach wie vor die Unzufriedenheit der Ärztinnen und Ärzte mit den Systemen groß ist. Im Podcast erläutert Eckert, worauf beim angepeilten Wechsel besonders zu achten ist, er beschreibt, wie gut die Datenübernahme von einem aufs andere System klappt und warum er eine Konsolidierung bei der PVS-Anbietern erwartet. Nicht zuletzt gibt er auch eine Einschätzung dazu ab, welche Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) bereits in Hausarztpraxen sinnvoll eingesetzt werden können und wie er gerade versucht, eine Praxis-App für Patienten an sein System anzubinden.

Ep 765Gehen die Hausärzte nach der Entbudgetierung jetzt in die Menge?
In Q4/2025 ist die Budgetierung für Hausärzte weggefallen. Im „ÄrzteTag“-Podcast berichtet Arzt und Praxisberater Georg Lübben, wie sich das auf die Quartalsabrechnung ausgewirkt hat und worauf Praxisinhaber nun achten sollten.

Ep 764Für wen lohnt sich die Bewerbung beim Charity Award, Professorin Kellerer?
Seit vielen Jahren schreibt Springer Medizin den Charity Award aus, um Personen oder Initiativen zu würdigen, die sich ehrenamtlich für die Gesundheitsversorgung einsetzen. Was den Award ausmacht, beschreibt die Jury-Vorsitzende Monika Kellerer im „ÄrzteTag“-Podcast.

Ep 763Wie ticken Menschen mit Autismus, Prof. Freitag?
Die Behandlung von Patienten mit ASD kann für Ärzte und MFA eine Herausforderung sein. Worauf sollten sie achten, um für beide Seiten eine optimale Versorgung zu schaffen? Forscherin und Ärztin Prof. Christine Freitag gibt Tipps im „ÄrzteTag“-Podcast.

Ep 762Lassen sich mit einer Arztpraxis als GmbH wirklich viele Steuern sparen, Dr. Lindenau?
Kann der Wechsel der Gesellschaftsform einer Praxis als Steuersparmodell funktionieren? Rechtsanwalt Dr. Lars Lindenau räumt im „ÄrzteTag“-Podcast mit Vorurteilen auf und erläutert, welche Gestaltungsmöglichkeiten niedergelassene Ärztinnen und Ärzte heute haben. Ist eine ärztliche Praxis in Form einer GmbH eine Steuerspardose, auf die der Fiskus keinen Zugriff hat – oder zumindest viel weniger Zugriff als auf die persönlichen Einnahmen? Ganz so einfach ist die Sache nicht, erläutert Dr. Lars Lindenau, auf Medizin- und Gesellschaftsrecht spezialisierter Rechtsanwalt mit Kanzlei in Erlangen, im „ÄrzteTag“-Podcast. Denn sobald sich die Eigentümer die Gewinne der Gesellschaft auszahlen lassen, halte das Finanzamt nochmals die Hand auf, so Lindenau, dessen Kanzlei Teil der Steuer- und Rechtsberatungsgruppe ETL ist. Die Gesamtsteuerlast könne dann sogar höher ausfallen als in einer Personengesellschaft. Wie das Modell dennoch funktionieren kann, erläutert Lindenau im weiteren Gespräch. Thema im Podcast sind auch die vielfältigen Möglichkeiten, die Praxisform zu gestalten, sei es im Vertragsarztrecht – Einzelpraxis (mit und ohne angestellte Ärzte), BAG, ÜBAG, Praxisfilialen, MVZ etc. –, aber ebenso im Gesellschaftsrecht mit der Personengesellschaft, der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), der Partnerschaftsgesellschaft, der GmbH und mit den Veränderungen durch das Gesetz zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts (MoPeG) etc. Vor allem geht es darum, aus welchen Gründen welche Gesellschaftsform interessant sein könnte, zum Beispiel bei einer reibungslosen Übergabe einer gewachsenen Praxisstruktur oder einer Übergabe vom Praxisinhaber an angestellte Ärztinnen und Ärzte.

Ep 761Wie schlimm steht es um die Sicherheit der Telematikinfrastruktur, Herr Saatjohann?
Sind E-Mails über die Telematikinfrastruktur sicher? Nicht ganz, hat der ethisch arbeitende Hacker Christoph Saatjohann festgestellt. Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert er, welche Konsequenzen Praxen daraus ziehen sollten.

Ep 760Wie erkenne ich Schmerzen bei Menschen mit Demenz, Professorin Miriam Kunz?
Zusammengekniffene Augen, offener Mund, Zittern – hat meine Patientin Schmerzen? Eine genaue Beobachtung ist insbesondere bei Demenz wichtig, denn Betroffene können ihr Leiden häufig nicht mehr in Worten mitteilen. Miriam Kunz, Psychologin und Schmerzforscherin, gibt Tipps für die Schmerzdiagnostik bei kognitiven Einschränkungen.

Ep 759Wie schaffen es Praxen, die Kriterien für die neue Vorhaltepauschale zu erfüllen, Dr. Lübben?
In wenigen Wochen treten die neuen Regelungen zur Vorhaltepauschale in Kraft. Doch was müssen Praxen tun, um beim Honorar zu profitieren? Arzt und Praxisberater Georg Lübben gibt im „ÄrzteTag“-Podcast Auskunft.

Ep 758Was bringen die neuen Hybrid-DRG für die Praxis, Herr Henniger?
Der Beschluss zur Ausweitung der Hybrid-DRG könnte für die Ambulantisierung einen Schub bringen. Wie wichtig Hybrid-DRG bereits heute für die chirurgische Praxis sind und wo es noch hakt, berichtet BNC-Vorsitzender Jan Henniger im „ÄrzteTag“-Podcast.

Ep 757Was hilft gegen den Nachwuchs- und Fachkräftemangel in der Labormedizin, Frau Jaster und Herr Raddatz?
In Praxen, Kliniken, Laboren und der Pflege – überall gibt es Klagen über drohenden Fachkräftemangel. Woran es hängt und was dagegen zu tun wäre, erläutern Carola Jaster und Fabian Raddaz im „ÄrzteTag“-Podcast am Beispiel der medizinischen Fachlabore. In vielen Praxen und Kliniken tun sich zunehmend Lücken in der Personaldecke auf, der Wettbewerb um das Personal wird härter. Nachwuchs ist knapp, und viele Berufsangehörige gehen auf die Rente zu. Das trifft besonders die medizinischen Fachlabore, hat jetzt eine Arbeitsgruppe der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM e.V.) festgestellt. In einem vor kurzem vorgelegten Positionspapier „MT-Berufegesetz praxisnah weiterentwickeln – Qualität sichern, Fachkräfte gewinnen“ werden unter anderem fehlende bundeseinheitliche Standards in der Ausbildung, die ungleiche Finanzierung der Ausbildung, problematische Wege der Anerkennungsverfahren für internationale Fachkräfte, schwierige Bedingungen für die Berufsschulen und ein viel zu komplizierter Quereinstieg aus benachbarten Berufen beklagt. Im „ÄrzteTag“-Podcast berichten die beiden Sprecher der Arbeitsgruppe Carola Jaster, Prokuristin im Labor 28 in Berlin, und Fabian Raddatz, Geschäftsführer des Labors Berlin Charité Vivantes, über die spezielle Problematik für die Labore, die sich aus dem MT-Berufegesetz (MTBG) ergeben. Zum Beispiel die ungeklärte Finanzierung vieler Schulen oder die Regulatorik, die die Kosten der Berufsausbildung für die Labore nach oben treibt. So führten viele Faktoren dazu, dass für ein so vielfältiges Berufsbild, wie die Medizinische Technologie (MT) es bietet, Ausbildungsplätze verloren gingen, anstatt zusätzliche zu schaffen. Dabei brächten gerade die technische Entwicklung, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und auch neue Biomarker, die erforscht werden, immer neue Arbeitsfelder für MTL, so Jaster und Raddatz.

Ep 756Wie sieht Versorgungssteuerung in Ihrem Praxisalltag aus, Dr. Blumenthal?
Schon heute gibt es viele Stellschrauben, mit deren Hilfe Hausärzte ihre Lotsenfunktion mit Leben füllen. Im ÄrzteTag-Podcast erzählt Sandra Blumenthal, was ihr dabei im Alltag besonders hilft.

Ep 1012Warum braucht es Hausärzte, um die Abruptio-Versorgung sicherzustellen, Alicia Baier und Margit Kollmer?
Die Versorgung mit Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland ist denkbar schlecht. Und das, obwohl Schwangerschaftsabbrüche zu den häufigsten benötigten Eingriffen in der Gynäkologie gehören. Viele Frauen müssen dafür lange Wege in Kauf nehmen oder sich sogar Hilfe im Ausland holen. Die Unterversorgung lindern können jedoch Hausärztinnen und Hausärzte, denn medikamentöse Abbrüche können theoretisch auch von Allgemeinmedizinern durchgeführt werden. Studien zeigen, dass viele Ärztinnen und Ärzte bereit wären, Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen, sie schrecken aber häufig davor zurück. Und das liegt nicht nur am §218 StGb. Zusätzlich spielen Mythen und Falschinformationen sowie länderspezifische Gesetzgebung, berufspolitische Vorgaben, Kompetenzgerangel unter Fach- und Berufsverbänden und die teils schlechte ärztliche Versorgung in ländlichen Gebieten eine große Rolle. Ärztinnen Alicia Baier und Margit Kollmer von Doctors for Choice klären im ÄrzteTag-Podcast u.a. auf, - wie ein medikamentöser Abbruch abläuft, - über häufige Vorbehalte, und wie diese sich einordnen lassen, - was sich poltisch ändern muss und - über hartnäckige Mythen.

Ep 754Warum sind auch Hausärzte für das Lungenkrebs-Screening wichtig, Professor Vogel-Claussen?
Das Lungenkrebs-Screening für starke Raucher ist beschlossen. Radiologe Jens Vogel-Claussen von der Charité gibt im „ÄrzteTag“-Podcast einen Überblick über die geplanten Abläufe – und wie Betroffene motiviert werden können teilzunehmen.

Ep 753Was hat Sie an der Kassenzulassung so schnell frustriert, Dr. Schmidt?
Thorsten Schmidt führt seit 2023 eine eigene Praxis. Aus Frust hat er schnell auf eine halbe Zulassung reduziert, jetzt will er sein privatmedizinisches Standbein ausbauen. Im „ÄrzteTag“-Podcast spricht der Hausarzt über die Gründe.

Ep 1011Wie relativiere ich falsche Glaubenssätze bei Nackenschmerz, Professor Kötter?
Bei nicht-spezifischen Nackenschmerzen wird in der aktualisierten S3-Leitlinie vor allem Aktivität empfohlen. Viele Schmerz-Patientinnen und -Patienten scheuen sich aber davor, das schmerzende Körperteil zu bewegen und nehmen eine Schonhaltung ein. Zu groß ist die Angst, etwas „kaputt“ zu machen. Diesem Problem sollten Ärztinnen und Ärzte mit Aufklärung begegnen, schreibt das Autorenteam der Leitlinie „Nicht-spezifischer Nackenschmerz“. Patientenedukation wird mit einer „sollte“-Empfehlung bei akuten und chronischen Nackenschmerzen empfohlen. Es geht darum, die Denkweise und Schmerzwahrnehmung der Patienten neu zu gestalten. Durch Patientenedukation sollen Betroffenen ein besseres Verständnis ihrer Erkrankung erhalten und sie sollen motiviert werden, sich aktiv an ihren Behandlungsprogrammen zu beteiligen, so die Theorie. Wie sich die Empfehlungen in der hausärztlichen Praxis umsetzen lassen, erklärt Dr. Thomas Kötter, Allgemeinmediziner und Koordination der Leitlinie, im „ÄrzteTag“-Podcast. Zudem erklärt er, welche drei Übungen er seinen Patientinnen und Patienten bei nicht-spezifischen Nackenschmerzen empfiehlt und welche „Red Flags“ bei Nackenschmerzen auf strukturelle Ursachen hinweisen.

Ep 751Dürfen Vertragsärzte Kassenpatienten Privattermine anbieten, Frau Vogtmeier?
Die Terminvergabe in Vertragsarztpraxen ist immer wieder Streitpunkt zwischen Krankenkassen und Ärztinnen und Ärzten. Da geht es um Vorwürfe der Bevorzugung von Privatpatienten vor Kassenpatienten, da geht es um Honorare, die angeblich nur für die Terminvergabe verlangt werden – oder darum, dass Kassenpatienten, um Wartezeiten zu verkürzen, Termine in einer Privatsprechstunde angeboten werden. Was Ärzten erlaubt und was klar verboten ist – und wo vielleicht Grauzonen liegen: Darüber klärt Rechtsanwältin Katharina Vogtmeier im neuen „ÄrzteTag“-Podcast zum Thema Recht in der Praxis auf. Beispiel Termin gegen Honorarzahlung: Hier zieht die Fachanwältin für Medizinrecht aus der Kanzlei D+B Rechtsanwälte in Berlin eine klare Grenze. Da die Terminvergabe selbst weder in der GOÄ noch im EBM als Leistung verzeichnet sei, dürften dies weder Kassenärzte noch Privatärzte tun. Im Gespräch erläutert sie, warum das nicht nur nach den Abrechnungsregeln nicht lege artis wäre, sondern auch nach Berufsrecht und sogar nach Vertragsarztrecht – mit allen möglichen Konsequenzen für Vertragsärzte. Nicht ganz so einfach ist laut Vogtmeier die Antwort auf die Frage, ob Vertragsärzte Termine für Kassenpatienten ablehnen dürfen, wenn gleichzeitig noch Termine für Privatpatienten und Selbstzahler vergeben werden. „Im Prinzip spitzt sich das auf die Frage zu, wann bin ich als Vertragsarzt an einem Punkt, wo ich legitimerweise sagen kann, ich darf Termine für Kassenpatienten ablehnen.“ Das Erreichen der Budgetgrenze beispielsweise sei kein solcher Punkt. Ein anderer Punkt sind die Kapazitätsgrenzen einer Vertragsärztin oder eines Vertragsarztes. Die bisherige Rechtsprechung sei zwar eher ärzte-unfreundlich, aber die Rechtslage habe sich inzwischen auch geändert an einigen Punkten. Im Gespräch führt Vogtmeier im einzelnen aus, unter welchen Bedingungen es möglich sein könnte, nur noch Privatpatienten Termine anzubieten, Kassenpatienten aber abzulehnen – und welche Rolle die Mindestsprechzeiten für Vertragsärzte oder auch die verpflichtend angebotenen „offenen Sprechstunden“ dabei spielen.

Ep 750Ist „Longevity-Medizin“ eigentlich nur etwas für Privatpatienten, Professor Kleine-Gunk?
Ist Altern wirklich „die Mutter aller Krankheiten“? Oder ist es ein natürlicher Prozess, der dann aber typische Krankheiten mit sich bringt? Für den Gynäkologie Professor Bernd Kleine-Gunk aus Nürnberg gilt auf jeden Fall ersteres. „Krebs, Osteoporose, Demenz und viele weitere Krankheiten sind doch altersassoziiert“, sagt der Präsident der German Society of Anti-Aging Medicine (GSAAM) im „ÄrzteTag“-Podcast. Und: Der Wunsch vieler Menschen, gesund alt zu werden, sei doch nachvollziehbar. Im Gespräch wehrt sich der Mediziner, der die Anti-Aging-Medizin bereits seit 25 Jahren betreibt, auch gegen Vorwürfe, diese Medizinrichtung sei vor allem Industrie-getrieben und vor allem etwas für reiche Patienten. Das, was wirklich etabliert sei in der Longevity-Medizin, „kostet alles kein Geld“, so Kleine-Gunk: Rauchstopp, mehr Bewegung, die richtige Ernährung. Im Podcast erläutert er weiter, was darüber hinaus geht: Epigenetische Tests, die Forschungen, was Menschen altern lässt – und wie dies messbar gemacht werden kann, und im nächsten Schritt dann auch therapierbar. Diskutiert wird im Podcast auch, welche Evidenz die Longevity-Medizin bereits zu bieten habe, warum RCT-Studien, wenn es um Langlebigkeit geht, ihre Grenzen haben und welche Studien die Richtung besonders voranbringen könnten. Kleine-Gunk gibt zudem einen Überblick, wie niedergelassene Ärztinnen und Ärzte vorgehen können, die sich mit Longevity ein zusätzliches Standbein aufbauen wollen. Nicht zuletzt spricht er über Nahziele von Longevity – gesund 100 Jahre alt werden – sowie über langfristige Perspektiven und darüber, in welchem Alter Menschen in Zukunft vielleicht in Rente gehen werden.