
Verurteilt! Der Gerichtspodcast
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Verurteilt! (110): Marihuana-Gertrud
2014 beauftragt eine 61-Jährige ihren Geschäftspartner, ihr Haus auszuräumen. Die Frau will nach Afrika auswandern. Doch es gibt Streit mit dem Geschäftspartner wegen nicht bezahlter Rechnungen. Als er in ihren Umzugskisten unter anderem Einzelteile einer Aufzuchtanlage für eine Marihuana-Plantage findet, zeigt er die Frau an. Daraufhin wird durchsucht - bei ihr und bei ihrem Stiefsohn. Die Polizei wird fündig und 2015 stehen Stiefmutter und Stiefsohn in Darmstadt vorm Landgericht - wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln.

Verurteilt! (109): Sexualstrafpeter
Ein Mann wird aus dem Gefängnis entlassen. Zu 3einhalb Jahren war er wegen sexualisierter Gewalt gegen Kinder verurteilt worden. Er hat sie komplett verbüßt. Er bekommt eine elektronische Fußfessel und Auflagen. Er darf sich Kindertagesstätten, Schulen, Spielplätzen und Schwimmbädern nicht nähern. Auch Freizeitparks, Kirmes und Kinderfeste sind für ihn tabu. Wenn Kinder in seiner Nähe sind, muss er sofort gehen. Doch er verstößt mindestens 12mal gegen seine Auflagen. Wieder treibt er sich auf Festen oder in Parks rum. Anfang 2024 steht der 55-Jährige vorm Landgericht Frankfurt. Es geht um seine Verstöße - aber es geht auch um die Frage, muss er in Sicherungsverwahrung?

Verurteilt! (108): Klaus will in den Knast
1998 beschließt Klaus N. eine Bank zu überfallen. Am 20. November betritt er in Bad Homburg bei Frankfurt die Schalterhalle einer Filiale und erbeutet 12 000 D-Mark. Den Angestellten gelingt es auf dem Weg in den Tresor, den Alarm auszulösen. Doch noch bevor die Polizei in der Bank angekommen ist, stellt sich Klaus N. Im Frühsommer 1999 steht er in Frankfurt vor dem Landgericht. Am Ende erkennt das Gericht auf Nötigung. Und findet auch eine kuriose Antwort darauf, warum Klaus N. eine Bank überfallen und sich anschließend sofort gestellt hat.

Verurteilt! (107): Die Rückkehr der IS-Braut
Im Sommer 2014 reist Nadja R. nach Syrien und schließt sich dem Islamischen Staat an. Sie heiratet einen IS-Kämpfer, führt den Haushalt und zieht die Kinder groß. Als ihr Mann bei Kämpfen schwer verletzt wird, pflegt sie ihn. Bei Facebook bietet sie außerdem anderen heiratswilligen Frauen Unterstützung an. Als die Anti-IS-Allianz immer stärker wird, flüchtet Nadja R. Auf dem Weg in die Türkei wird sie festgenommen. 5 Jahre lang sitzt sie mit ihren kleinen Kindern in Lagern, bis sie im Oktober 2022 als Teil der Rückholaktion der Bundesrepublik nach Deutschland zurückkehrt. Als sie in Frankfurt landet, wird sie verhaftet. Vor dem Oberlandesgericht wird ihr der Prozess gemacht. Der Vorwurf: Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Kriegsverbrechen.

Verurteilt! (106): Rabiate Taubenfrau
Eine Taubenfreundin landet immer wieder vor Gericht. Es häufen sich die Bußgeldbescheide, weil die Frau nicht aufhört, die Stadttauben in Darmstadt zu füttern. Auch Geldbußen von bis zu 5000 Euro halten sie nicht auf. Und so steht sie 2019 wieder vor Gericht. Diesmal aber nicht wegen ihrer Fütterei, sondern, weil sie rabiat geworden sein soll. Die 56-Jährige soll einen Mann beleidigt und getreten haben. Der Grund: Er hatte sie angesprochen, weil sie verbotenerweise Tauben gefüttert hat. Das macht sie seit mittlerweile knapp 25 Jahren. Und kein Ende in Sicht.

Verurteilt! (105): Blutbad in der Fabrikantenvilla
Am 15. Juni 1997 stirbt ein Fabrikantenehepaar im nordhessischen Morschen. Ein Verwandter der Opfer, ein Polizist, findet die Leichen in ihrer Villa. Ihre Kehlen sind durchschnitten. Zunächst sieht alles nach einem Raubmord aus. Aber es gibt keine Einbruchsspuren. Die Adoptivtöchter geraten ins Visier der Ermittelnden. Haben sie ihre Eltern getötet? Die 16-Jährige soll eine ähnliche Tat in der Schule angekündigt haben, ihre 20 Jahre alte Schwester und ihr Freund benehmen sich unmittelbar nach der Tat wie die neuen Firmeninhaber. Aber ihr Alibi ist wasserdicht.

Verurteilt! (104): Tod bei Schönheits-OP
2019 lässt sich eine Frau von einem Gynäkologen in einer Frankfurter Arztpraxis Fett absaugen und die Lider straffen. Doch sie überlebt den Eingriff nicht. Die Staatsanwaltschaft sagt in ihrer Anklageschrift, der Arzt habe gegen alle Regeln der ärztlichen Kunst verstoßen. So sei es zu dem Herzstillstand und in dessen Folge zum Hirntod der 35-Jährigen gekommen. Wegen Körperverletzung mit Todesfolge steht der 61 Jahre alte Frauenarzt Anfang 2024 in Frankfurt vor dem Landgericht. 6 Tage lang wird gegen ihn verhandelt.

Verurteilt! (103): Eier für die Querdenker
Am 13. Januar 2022 zieht wie jeden Montag ein Demonstrationszug von Querdenkern und Coronamaßnahmen-Kritikern durchs Frankfurter Nordend. Und auch vorbei am Haus eines 43-Jährigen und seiner Familie. Der Mann soll sich so sehr über den Protestmarsch aufgeregt haben, dass er zum rohen Ei gegriffen und es aus dem Fenster geschmissen haben soll. Es verfehlte nur knapp Demonstrationsteilnehmende, steht später im Polizeibericht. Was folgte, war eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung und im Januar 2024 dann ein Prozess gegen den 43-Jährigen vor dem Frankfurter Amtsgericht.

Podcast Verurteilt! (102): Kindsmord in Sekte (Teil 2)
1988 stirbt der 4einhalbjährige Jan in einem Leinensack. 35 Jahre später verurteilt das Frankfurter Landgericht die Chefin einer Sekte in Hanau deshalb wegen Mordes. Schon das Landgericht Hanau hatte sie für den Tod des Kindes verantwortlich gemacht, aber im Urteil steckten Rechtsfehler. Deshalb musste erneut verhandelt werden. Die mittlerweile 76-Jährige hat das Kind nach Überzeugung der Gerichte zum Machtsadisten erklärt, es gequält und schließlich im Sommer 1988 stundenlang in dem Sack schreien gelassen. Der Junge starb, vermutlich an einer CO2-Vergiftung. Auch die Mutter des Kindes stand vor Gericht. Sie ist aber freigesprochen worden. Ihr war die Beteiligung an einem Mord nicht nachzuweisen.

Verurteilt! (101): Kindsmord in Sekte (Teil 1)
1988 stirbt der 4einhalbjährige Jan in einem Leinensack. 35 Jahre später verurteilt das Frankfurter Landgericht die Chefin einer Sekte in Hanau deshalb wegen Mordes. Schon das Landgericht Hanau hatte sie für den Tod des Kindes verantwortlich gemacht, aber im Urteil steckten Rechtsfehler. Deshalb musste erneut verhandelt werden. Die mittlerweile 76-Jährige hat das Kind nach Überzeugung der Gerichte zum Machtsadisten erklärt, es gequält und schließlich im Sommer 1988 stundenlang in dem Sack schreien gelassen. Der Junge starb, vermutlich an einer CO2-Vergiftung. Auch die Mutter des Kindes stand vor Gericht. Sie ist aber freigesprochen worden. Ihr war die Beteiligung an einem Mord nicht nachzuweisen.

Verurteilt! (100): Ayleen - Der Feind in meinem Chat
Am 21. Juli 2022 verschwindet die 14-jährige Ayleen in ihrem Heimatsort Gottenheim bei Freiburg. Wenige Monate zuvor hat sie über soziale Netzwerke den fast doppelt so alten Jan P. kennengelernt. Er gibt sich als ihr Sugardaddy aus. Tausende hochsexualisierte Nachrichten tauschen die Beiden aus. Jan P. setzt Ayleen unter Druck, zwingt sie schließlich in sein Auto und verschleppt sie nach Hessen. Gut eine Woche später findet die Polizei ihre Leiche im Teufelsee in der Wetterau. Die Staatsanwaltschaft klagt den vorbestraften Sexualstraftäter wegen Mordes an. Das Landgericht Gießen verurteilt ihn schließlich zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe, stellt die besondere Schwere der Schuld fest und ordnet die anschließende Sicherungsverwahrung an.

Verurteilt! (99): Bärbel, lass das!
Eine 74-Jährige schlägt ihrem schlafenden Ehemann 10mal mit dem Hammer auf den Kopf. Er wacht auf, sie lässt von ihm ab, geht in die Küche, nimmt ein Messer und verletzt damit die blinde und geistig behinderte Tochter. Auch von ihr lässt sie ab, entschuldigt sich und ruft dann für ihren blutenden Ehemann die Rettung. Sie zieht ihre Tochter an und lässt sie zu ihrer Arbeitsstelle bringen. Im Herbst 2023 steht die Seniorin vor dem Frankfurter Landgericht. Aber sie ist keine Angeklagte. Die Frau ist nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft psychisch so krank, dass sie schuldunfähig ist - allerdings gefährlich.

Verurteilt! (98): Der Blickanstifter
Michael S. wird im Herbst 2003 zu 7 Jahren Haft wegen Anstiftung zur räuberischen Erpressung und Hehlerei verurteilt. Der damals 44-Jährige hatte seine Freundin Anastasia nur durch einen Blick zu Banküberfällen angestiftet. So hat es zumindest das Darmstädter Landgericht entschieden und ihn zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Er habe ihr beim Vorlesen aus der Zeitung einen so klaren Blick zugeworfen, dass sie wusste: Ich muss jetzt eine Bank überfallen. Tatsächlich hat Anastasia dann auch zwei Überfälle begangen - und wurde kurzfristig als die Schalldämpfer-Lady bekannt. Michael S. sagt bis heute: ich habe damit nichts zu tun.

Verurteilt! (97): Iron Maiden, Pizza und Prügelei
Ein Vater und seine erwachsenen Söhne, alle aus dem Spessart, fahren gemeinsam nach Frankfurt, um ein Heavy-Metal-Konzert zu besuchen. Nach dem Konzert im Stadion haben die Männer Hunger, wollen Pizza, doch die Stände schließen bereits. Dennoch sollen sie noch etwas bekommen. Aber das dauert ihnen offenbar zu lange. Es kommt jedenfalls zum Streit, es wird handgreiflich und am Ende ist eine Nase gebrochen und eine Wange geschwollen. Vor dem Frankfurter Amtsgericht müssen sich die beiden Söhne am 2. Oktober 2023 dafür verantworten. Der Vorwurf: gefährliche Körperverletzung.

Verurteilt! (96): Der Mörder und sein Sohn
Am 1. Oktober 1996 verschwindet der Frankfurter Unternehmer Jakub Fiszman. Kurz danach meldet er sich telefonisch. Er sei entführt. Seine Entführer fordern 3,5 Millionen Mark Lösegeld. Als die Übergabe scheitert, erhöhen sie auf 4 Millionen Mark. Doch obwohl das Geld 9 Tage nach seiner Verschleppung übergeben wird, taucht Jakob Fiszman nicht wieder auf. Die Polizei geht an die Öffentlichkeit, sucht mit Hundertschaften nach dem Unternehmer. Sie ermittelt die mutmaßlichen Täter, nimmt einen Vater und seinen Sohn fest, findet auch das Lösegeld, das im Garten vergraben ist. Nur von Jakub Fiszman fehlt weiter jede Spur - bis der Sohn gesteht und die Polizei ihn findet: erschlagen im Taunus in Rheinland-Pfalz. Es stellt sich heraus, das war nicht die einzige Tat von Vater und Sohn. 1997 beginnt der einjährige Prozess gegen sie vorm Landgericht Frankfurt.

Verurteilt! (95): Randale bei der Rammlerschau
Wer hat den schönsten Rammler? Über diese Frage gerieten 2019 Kaninchenzüchter in Halle in einen handfesten Streit. Am Ende musste sogar die Polizei zur Bundesrammlershow anrücken, um die streitenden Züchter zu trennen. Ein Mann kam mit Rippenbrüchen ins Krankenhaus. Zur 27. Bundesrammlerschau waren mehr als 2300 Kaninchenzüchter aus aller Welt angereist. Zusammen mit der integrierten Verbandsschau des gastgebenden Landesverbands der Kaninchenzüchter Sachsen-Anhalt präsentierten sie ihre etwa 11 000 Tiere.

Verurteilt! (94): Der Giftmischer - Teil 2
Am 27. Februar 2019 bricht Enrico R., der frühere Platzwart eines Tennisclubs in Rüdesheim am Rhein, in das Haus eines Vereinsmitglieds ein. Enrico R. geht zum Herd. Dort steht eine Nudelsuppe. Er mischt ein Extrakt der giftigen Pflanze Blauer Eisenhut rein und verschwindet wieder. Als der Tennispartner nach Hause kommt, wundert er sich über den merkwürdigen Farbton der Suppe, gibt sie lieber seinen belgischen Schäferhunden Lux und Carl. Die Tiere entwickeln daraufhin schwere Vergiftungssymptome, überleben nur, weil sie sofort in eine Klinik kommen. In ihrem Erbrochenen und im Rest der Suppe entdeckt die Polizei das Gift, nimmt im April 2019 Enrico R. als Tatverdächtigen festgenommen. Doch was steckt hinter der Tat in Rüdesheim?

Verurteilt! (93) Der Giftmischer
Enrico R. ist Mitte 20, als er in Neu-Ulm bei der Arbeit Hans J. kennenlernt. Sie freunden sich an. So eng, dass Enrico bei ihm und seiner Familie einzieht. Er übernimmt Arbeiten am Haus, ist hilfsbereit, wird der Liebhaber der Tochter. Doch dann gibt’s immer öfter Ärger. Plötzlich leiden Hans J. und seine Frau unter gesundheitlichen Problemen, leiden an Übelkeit, Durchfall, Müdigkeit und die Fingerspitzen werden taub. Sie gehen zu diversen Ärzten, bis ein Toxikologe feststellt: Sie haben Vergiftungen. Enrico R. gerät in Verdacht und schließlich vors Landgericht Memmingen, wo er sich wegen versuchten Mordes verantworten muss. Aber was hat der hilfsbereite Mitbewohner gemacht und was hat ihn veranlasst?

Verurteilt! Spezial (3) Der Weg des Opfers - Der Prozess
Petra Emmerich kann nur noch zwei Stunden am Tag arbeiten, seitdem sie im Mai 2021 von einem psychisch kranken Nachbarn unvermittelt zusammengeschlagen worden ist. Er hat auf ihren Kopf eingedroschen und sie lebensgefährlich verletzt. Die einst so reiselustige, freiberufliche Texterin ist mittlerweile am liebsten zu Hause. Ihre Altersversorgung ist weg. Seit nunmehr 2 Jahren kämpft sie um Entschädigung. Der Täter ist verurteilt, aber das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Verurteilt! Spezial (2) Der Weg des Opfers - Die Folgen
Seit Petra Emmerich im Mai 2021 unvermittelt von einem Nachbarn angegriffen worden ist, ist nichts mehr in ihrem Leben so, wie es einmal war. Petra Emmerich wollte eigentlich nur die Klingel wechseln, als sie brutal zusammengeschlagen wird. Die resolute Frau hat keine Chance, sich zu wehren. Sie leidet seitdem an Konzentrationsstörungen. Und das ist nicht die einzige Folge für die freie Texterin.

Verurteilt! Spezial (1) Der Weg des Opfers - Die Tat
Im Mai 2021 ändert sich das Leben von Petra Emmerich schlagartig. Sie wird unvermittelt Opfer einer schweren Körperverletzung. Eigentlich will sie nur kurz bei ihrem Mieter etwas erledigen, als sie plötzlich brutal angegriffen wird. Ein Nachbar drischt auf sie ein, verletzt sie schwer im Gesicht und am Kopf. Die Freiberuflerin verliert viele Zähne, hat ein Hämatom im Gehirn, das zeitweise lebensbedrohlich ist.

Verurteilt! (92): Im Drogenrausch
Ein 28-Jähriger kommt im Februar 2022 mit zwei Freunden aus Tel Aviv zum Shoppen und Feiern nach Frankfurt. Sie trinken und sie koksen. Erst an der Bar in einem gehobenen Hotel im Bahnhofsviertel, dann bis zum frühen Morgen in einem Club. Viele Stunden später folgt der 28-Jährige plötzlich einer wildfremden Frau, die gerade von einer Freundin heimkommt. Er drängt sie in ihre Wohnung. Er bedroht sie mit Messern aus ihrer Küche und sticht schließlich wie ein Besessener auf ihren Kopf und ihr Gesicht ein. Eine Messerspitze bleibt im Nasenrücken stecken. Der Frau gelingt die Flucht, die Polizei überwältigt den 28-Jährigen schließlich. Eine Gutachterin stellt fest, er war in einem psychischen Ausnahmezustand. Die Staatsanwaltschaft klagt ihn wegen versuchten Totschlags an, nimmt aber an: Die Schuldfähigkeit des Mannes war erheblich vermindert.

Verurteilt! (91): Blutzucker Dilemma
Eine 13-Jährige ist in Frankfurt bei ihrer Tante zu Besuch. Plötzlich geht es dem Mädchen schlecht. Es übergibt sich, klagt über Bauchschmerzen, ist kurzatmig. Die Tante ruft den Rettungsdienst. Zwei Sanitäter kommen. Später wird die Tante sagen, sie hätten ihr empfohlen, mit dem Mädchen zu einer Kinderärztin zu gehen. Und die Staatsanwaltschaft Frankfurt wird sagen, die Sanitäter hätten sich der fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassung schuldig gemacht. Denn die 13-Jährige hatte einen Zuckerschock, war in akuter Gefahr. Die Kinderärztin hat sie in ein Krankenhaus eingewiesen, wo sie auf der Intensivstation versorgt werden musste. Die 13-Jährige hat überlebt, die Tante hat die beiden Rettungssanitäter angezeigt. Im Frühjahr 2023 treffen sich alle vor dem Amtsgericht in Frankfurt wieder.

Verurteilt! (90): Mord in bester Gesellschaft
Im Februar 2014 verschwindet Britta B. aus Schlangenbad-Wambach spurlos. Ihr Ehemann Emmanuel meldet sie als vermisst. Tagelang wird nach der 37-Jährigen gesucht - vergeblich. Dann gerät Emmanuel B. selbst ins Visier der Ermittelnden - unter anderem wegen verdächtiger Aufnahmen aus den Überwachungskameras rund um die Villa des Ehepaares. Emmanuel B. erzählt nun von einem Unfall. Seine Frau sei in den Rhein gefallen. Die Staatsanwaltschaft glaubt ihm nicht, klagt ihn wegen Totschlags an, doch dem Landgericht Wiesbaden reichen die Beweise nicht. Emmanuel B. kommt frei, verkauft die Villa im Rheingau-Taunus-Kreis, zieht nach Brüssel. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln weiter, finden noch mehr Indizien: darunter eine Blutspur von Britta B. im Kofferraum. Emmanuel B. wird erneut festgenommen und steht Mitte 2016 dann doch vor Gericht. Fast ein Jahr lang dauert der Prozess.

Verurteilt! (89): Hausnomaden - Krieg im Wohnzimmer
Ein Hausverkauf wird für Frau M. und ihren Lebensgefährten zum Alptraum. Die Beiden wollen sich ihren Traum erfüllen und in die Südsee auswandern. Dafür wollen sie ihren Bungalow in der Nähe von Frankfurt verkaufen. Sie bieten ihn über eine Kleinanzeige an, es melden sich 50 Interessenten. Eine Frau ist dem Paar ganz besonders sympathisch. Sie schließen einen Kaufvertrag ab, verabreden den Kaufpreis und Frau M. erlaubt der Käuferin und ihrer Familie schon mal, in den Bungalow einzuziehen. Doch dann beginnt der Alptraum. Es fließt kein Geld, es beginnt ein Kleinkrieg. Unten im Keller lebt die Käuferin, die nicht bezahlt, zusammen mit ihren Kindern und Tieren, oben Frau M. mit ihrer Familie. Die Polizei wird Dauergast, Frau M. schaltet vergeblich Behörden ein. Erst, als die Presse berichtet, tut sich was.

Verurteilt! (88): Sie wollte Ruhe - Mutter vergiftet Kind
Eine 29 Jahre alte Frau gibt ihrem knapp 2 Jahre altem Kind jeden Abend heimlich ein Schlafmittel und ein müde machendes Medikament gegen Übelkeit ins Fläschchen. Sie steigert die Dosis, weil das Mädchen unruhig ist und die Mutter auf ruhige Nächte hofft. Eines Morgens findet sie ihr Kind tot im Bett. Sie nimmt das tote Mädchen, klemmt es in die Schublade einer Kommode und wirft die Kommode um. Es soll wie ein Unfall aussehen, wird die Staatsanwaltschaft später sagen, die sie schließlich wegen Mordes anklagt. Anfang 2023 beginnt vor der Schwurgerichtskammer des Frankfurter Landgerichts der Prozess gegen die 29-Jährige.

Verurteilt! (87): Tot unterm Tomatenstrauch
Ostern 2005 stirbt Elise W. in Grebenhain in Mittelhessen. Jahrelang hatte sie bei ihrer Freundin Marie-Luise S. gewohnt. Als sie die pflegebedürftige 81-Jährige tot auffindet, begräbt Marie-Luise S. sie einfach in ihrem Garten und legt auf dem Grab ein Gemüsebeet an. Mehr als acht Jahre lang fällt den Behörden nicht auf, dass niemand mehr Elise W. gesehen hat und sie bezahlen weiter Pflegegeld und ihre Rente an Marie-Luise S.. Im Sommer 2014 wird die Leiche der alten Frau schließlich im Garten von Marie-Luise S. gefunden. Im April 2016 steht die Rentnerin in Alsfeld wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs vorm Schöffengericht. Das verurteilt sie zu dreieinhalb Jahren Gefängnis. Doch Marie-Luise S. akzeptiert das Urteil nicht, geht in Berufung.

Verurteilt! (86): Jung und (un)schuldig
Ein junger Mann verbreitet in einer Kleinstadt im Vordertaunus Angst und Schrecken. Anfang November 2020 stiftet er seine Freundin dazu an, einen Klassenkameraden zu überfallen. Sie klingelt an der Tür des 16-Jährigen, behauptet, sie habe Liebeskummer und brauche jemanden zum Zuhören. Dann lässt sie ihren Freund und die gemeinsamen Komplizen ins Haus. Mit einem Messer bedrohen sie den 16-Jährigen, der soll den Safe im Keller öffnen, in dem sie viel Bargeld vermuten. Doch er kennt den Code nicht. Die Täter lassen den Jungen gefesselt zurück, flüchten mit teuren Sonnenbrillen, Parfums, einem Marken-Etui und einem USB-Stick. Anfang 2022 stehen drei von ihnen in Frankfurt vor der Jugendschwurgerichtskammer. Der Vorwurf: Raub und räuberische Erpressung.

Verurteilt! (85): Die Serienmörderin
Tuba S. ist eine Serienmörderin. Wegen dreifachen Mordes verurteilt sie das Landgericht Gießen Anfang 2018 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und stellt die besondere Schwere der Schuld fest. Außerdem ordnet das Gericht die anschließende Sicherungsverwahrung an. Die Frau sei besonders gefährlich und habe ein hohes Rückfallrisiko. In einem Indizienprozess stellt das Gericht fest, dass die 37-Jährige Anfang April 2016 ihren Nachbarn aus Habgier getötet hat, den 79 Jahre alten Erich N., in Gießen bekannt als Zauberer Riconelly. Bei den Ermittlungen findet die Polizei in ihrer Wohnung die EC-Karten zweier Frauen und stellt fest: Tuba S. hat kurz nach der Tat in Gießen auch in Düsseldorf gemordet. Den Tod einer 86-Jährigen und ihrer Tochter hatten die Ermittler zunächst für einen erweiterten Suizid gehalten.

Verurteilt! (84): Bentley, Crash und Kokain
Er ist 26, hat keinen Führerschein und nimmt den Firmenwagen seines Vaters, einen Bentley, Wert: 323 000 Euro. Das Auto hat nur Sommerreifen drauf und so landet der 26-Jährige damit im winterlichen Taunus im Graben. Ein Mann bietet Hilfe an, sie holen das Luxusauto aus dem Graben und der 26-Jährige bittet ihn, niemanden zu verständigen, er habe getrunken. Der Mann ruft dennoch heimlich die Polizei. Als die da ist, flüchtet der 26-Jährige vor ihr. Er rast zum Teil mit Tempo 230 und hängt die Beamten ab. In Königstein soll er Anfang 2023 wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens vor Gericht erscheinen.

Verurteilt! (83): Vom eigenen Sohn hingerichtet
Am 13. Januar 2020 wird ein 71-Jähriger von seinem Adoptivsohn geschlagen, gewürgt und schließlich erstochen. Aus unbändiger Wut und Hass wird das Landgericht Hanau später sagen. Es verurteilt den 36-Jährigen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen und stellt die besondere Schwere der Schuld fest. Bis ins kleinste Detail hatte das Gericht die Bluttat rekonstruiert. Eine Tat in mehreren Akten, angetrieben laut Urteil vom unbedingten Vernichtungswillen des Sohns. Der Grund: Der Vater hatte dem 36-Jährigen gesagt, er müsse nun mal endlich auf eigenen Beinen stehen und selbst für sich sorgen.

Verurteilt! (82): Der Tod aus der Therme
An Heiligabend 2009 findet die Polizei in einem Mehrfamilienhaus im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim eine Mutter und ihre beiden Söhne, 10 und 13, tot auf. Sie sind an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben. Der Familienvater überlebt. Knapp drei Jahre später befasst sich das Frankfurter Amtsgericht mit dem Fall. Angeklagt sind ein Dachdeckermeister und ein Servicetechniker. In ihrem Fehlverhalten sieht die Staatsanwaltschaft fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung. Sie sagt, dass wegen einer beschädigten Schornsteinabdeckung und defekter Abgas-Sensoren giftiges Kohlenmonoxid in die Wohnung der Familie dringen konnte.

Podcast Verurteilt! (81): WLAN aus - Krankenhaus
Weil er sein eigenes WLAN-Passwort nicht mehr finden konnte, ist ein 57-Jähriger am 16. Juli 2021 durchgedreht. Er hat einen Freund, der ihm helfen wollte, hinterrücks mit einem Fleischklopfer und einem Messer attackiert. Der 44-Jährige hat die schwere Attacke nur knapp überlebt. Die Staatsanwaltschaft Fulda hat darin einen versuchten Mord gesehen. Das Landgericht verurteilte den geständigen Täter im Februar 2022 aber nur zu vier Jahren - und zwar nicht wegen Mordes, sondern wegen gefährlicher Körperverletzung. Es war laut Urteil ein einmaliger Ausraster, eine Spontantat.

Verurteilt! (80): Die Horror-Nachbarn
Ein altes Ehepaar tyrannisiert jahrzehntelang seine Nachbarn und die eigene Tochter. Es verschickt Drohschreiben, Beleidigungen, dringt in fremde Wohnungen ein. Dann überziehen Hannelore und Dieter L. ihre Nachbarn mit einer Armada von Strafanzeigen. Darunter Bedrohung, Beleidigung, Nachstellung, Hausfriedensbruch und Betrug. Alles frei erfunden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen falsche Verdächtigung und Vortäuschen einer Straftat, aber auch Körperverletzung von April 2016 bis April 2018 vor. Ein Jahr lang verhandelt das Frankfurter Landgericht schließlich gegen die beiden 70-Jährige. Im Sommer 2022 wird das Paar zu je drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und die alten Leute werden noch im Gerichtssaal verhaftet.

Verurteilt! (79): Die schöne Hilda
Am 9. Juli 2014 stirbt die Make-Up-Artistin Hilda L. in ihrer Wohnung in Frankfurt. Erst Tage später wird die 29-Jährige gefunden. Ihr Freund Domenico D. soll sie getötet haben, weil sie herausgefunden hat, dass er gar kein erfolgreicher Vermögensberater ist. Die Staatsanwaltschaft klagt ihn wegen Mordes an. Ein hochemotionaler Prozess beginnt vor dem Landgericht Frankfurt, in dem zum Teil unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen verhandelt werden muss, weil die Angehörigen des Opfers für Tumulte sorgen. Domenico D. wird 2015 wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Doch das Urteil hält nicht, der Bundesgerichtshof hebt es auf. Auch der zweite Prozess wird 2018 unter strengen Sicherheitsvorkehrungen geführt. Es offenbaren sich schwere Fehler der Polizei. Sie führen dazu, dass Domenico D. am Ende nur noch wegen Totschlags zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt wird.

Verurteilt! (78): Der Sklavenvertrag
Sie waren offenbar auf Bomberjacken aus. Aber nicht auf irgendwelche, sondern auf das Original. Und deshalb haben zwei junge Männer einen Mitvierziger angeblich dazu gebracht, zwei dieser Jacken für fast 600 Euro für sie zu bestellen - und sie auch zu bezahlen. Er zeigt sie an, spricht von Schlägen, Quälereien, Bedrohungen, Fesseln und Erpressung. Ihm sei angedroht worden, es werde ihm das Geschlechtsteil abgeschnitten. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft sieht einen Anfangsverdacht und ermittelt wegen räuberischer Erpressung. Aber war es wirklich so? Wurde Doninik E. tatsächlich genötigt? Die Staatsanwältin stößt auf einen Vertrag, in dem das Opfer seinen mutmaßlichen Peinigern ein derartig ruppiges Verhalten erlaubt.

Verurteilt! (77): Doktor Mord
Der Orthopäden Dr. R. betreibt eine gutgehende Praxis im kleinen Städtchen Höchst im Odenwald. Kurz vor Silvester 1984 brennt die Praxis. Die Feuerwehr findet in den Trümmern die Leiche des Vermieters. Der Arzt gerät in Verdacht. Die Ermittler fragen sich: Musste der Vermieter sterben, weil der Orthopäde mit dem Brand die Versicherung betrügen wollte? Dr. R. hatte Pläne, in eine größere Praxis nach München zu ziehen. Der Orthopäde leugnet hartnäckig. In einem Indizienprozess spricht ihn das Landgericht Darmstadt schuldig. 17 Jahre lang sitzt er im Gefängnis - und beteuert immer seine Unschuld. Nach der Haftentlassung zieht er nach Bayern. Der vorbestrafte Mörder arbeitet dort wieder als Arzt. In der Nähe seines Wohnortes kommt es 2008 zu einem weiteren Mord. Und wieder hat ihn offenbar seine Geldgier zum Mörder gemacht.

Verurteilt! (76): Der Fall Alexander Falk
Anfang 2010 wird auf einen Frankfurter Anwalt geschossen. Lange suchen Polizei und Staatsanwaltschaft nach Täter und Motiv. Im September 2018 dann die sensationelle Nachricht: Alexander Falk, bekannter Erbe des Stadtplanverlags und Unternehmer, ist an seinem Firmensitz in Hamburg festgenommen worden. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft klagt ihn wegen versuchter Anstiftung zum Mord an. Motiv: Der Rechtsanwalt hatte eine Millionenklage gegen ihn vorbereitet. Im Juli 2020 nach langer und konfliktreicher Verhandlung verurteilt das Landgericht Falk zu einer 4einhalb-jährigen Freiheitsstrafe wegen Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung. Aber damit ist der Fall noch lange nicht vorbei...

Verurteilt! (75): Kunststudent im Blutrausch
Am 10. Oktober 2010 dreht ein 30 Jahre alter Kunststudent durch. Er fühlt sich bedroht, hört Stimmen, leidet unter Wahnvorstellungen - und er hasst seinen Stiefvater. Der Stiefvater ist ein erfolgreicher Promi-Tierarzt in Frankfurt. In jener Nacht schlägt und sticht der Stiefsohn auf ihn ein. Der schlafende Mann hat keine Chance. Seine Ehefrau findet den sterbenden Mann, ruft noch Rettung und Polizei. Doch der Notarzt kann nur noch den Tod feststellen. Der Stiefsohn lässt sich widerstandslos festnehmen. Er ist psychisch schwer krank. Ein halbes Jahr nach der Bluttat weist ihn das Landgericht dauerhaft in die Psychiatrie ein. Er ist für die Allgemeinheit gefährlich.

Verurteilt! (74): Fridge of Death
Im Café Leidenschaft in Frankfurt gibt der Betreiber seiner Mitarbeiterin eine weiße Spraydose. Sie soll die verstaubte Lüftung des Kühlschranks damit reinigen. Aber in der Dose ist kein Reinigungsmittel, sondern ein Duftspray, das extrem entzündlich ist. Die junge Frau sprüht damit in den Kühlschrank, es entsteht ein Gasgemisch. Der Startfunken reicht, um eine schwere Explosion auszulösen. Die Mitarbeiterin erleidet schwere Verbrennungen, ein Gast wird von Scherben eines zerborstenen Fensters getroffen und der benachbarte Friseursalon wird ebenfalls durch die heftige Druckwelle beschädigt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Betreiber fahrlässiges Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und fahrlässige Körperverletzung vor. Im August 2022 sehen sich alle vor dem Frankfurter Amtsgericht wieder.

Verurteilt! (73) - Der Todes-Drift
Im November 2020 rast ein 40-Jähriger mit seinem 625 PS starken SUV in eine Kurve in der Nähe der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Das Heck bricht bei einer Geschwindigkeit von fast 80 Kilometern in der Stunde aus. Der schwere Wagen erfasst einen 27 Jahre alten Fahrradkurier. Er stirbt. Auch ein 62 Jahre alter Mann wird getötet, der gerade mit seiner stark sehbehinderten Tochter einen Schrank ins Auto lädt. Die 31 Jahre alte Frau wird schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft klagt den Mann, der bereits mehrfach wegen seiner rücksichtslosen Fahrweise aufgefallen ist, wegen Mordes an. Das Frankfurter Landgericht verurteilt ihn nach dreimonatiger Hauptverhandlung zu 8einhalb Jahren wegen eines illegalen Fahrzeugrennens. Und nicht wegen Mordes.

Verurteilt! (72): Die eigenen Kinder im Main ertränkt
Aus Rache an seiner getrennt lebenden Ehefrau ermordet ein 44-Jähriger seine beiden Kinder. Der Mann fesselt die 4 und 5 Jahre alten Söhne mit einem Gürtel aneinander und bindet sie auf sein Fahrrad. Nachts stößt er das Rad dann in Frankfurt in den Main. Die Kinder ertrinken qualvoll. Laut Gericht wollte er sich damit an seiner Ehefrau rächen, mit der er um das Sorgerecht gekämpft hat - und die sich gegen seinen Herrschaftsanspruch zur Wehr gesetzt hatte. Deshalb habe er die gemeinsamen Kinder heimtückischen und aus niedrigen Beweggründen getötet. Das Frankfurter Landgericht verurteilt ihn zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und stellt die besondere Schwere der Schuld fest.

Verurteilt! (70): Aggressiver Waffen-Opa
Auf einer Rasenfläche in einer Wohnanlage in Frankfurt-Praunheim spielen Jugendliche Fußball. Der Ball fliegt auf einen Balkon im ersten Stock. Einer der Jungs klettert über den Balkon eines 70-Jährigen nach oben. Das ärgert den Mann so sehr, dass er zur Eisenstange greift und dem Jungen beim Runterklettern auf den Rücken haut. Dessen drei Kumpels geraten derweil mit der Ehefrau des Mannes in Streit. Daraufhin holt der Mann eine Schreckschusspistole, zielt in die Gesichter der Jungs und schlägt schließlich mit dem Griff zu. Einer wird am Kinn getroffen, die anderen können ausweichen. Die Staatsanwaltschaft klagt den 70-Jährigen deshalb beim Jugendrichter an: wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Verurteilt! (69): Maxi Abel - Spiel, Satz und Knast
Maximilian Abel war ein Ausnahmetalent. Er hatte es weit gebracht im internationalen Tenniszirkus. Der gebürtige Frankfurter erreichte 1999 das prestigeträchtige Orange-Bowl-Finale, nachdem er Größen wie Mardy Fish bezwungen hatte. Sein Gegner: die Nummer 1 der Weltrangliste, Andy Roddick. Doch Maximilian Abel hat seine vielversprechende Karriere ruiniert, indem er seine Freunde, Trainingskollegen und Nachbarn bestahl. Er fischte aus ihren Briefkästen Bankunterlagen, EC- und Kreditkarten. Er durchwühlte fremde Trainingstaschen und Spinde. Er prellte Rechnungen in Hotels und betrog Prostituierte. Und immer wieder gelobte er vor Gericht Besserung. Doch er tat es wieder und wieder. Und aus Bewährungsstrafen wurden Gefängnisstrafen. Zuletzt verurteilte ihn das Frankfurter Landgericht in einem Urteil gleich zu zwei Strafen: 4 Jahren und 10 Monaten sowie 1 Jahr und 11 Monate. Jedes Mal wegen gewerbsmäßigem Betrug mit gestohlenen EC- und Kreditkarten.

Verurteilt! (68): Cold-Case: Mord an Promiwitwe
Die 74 Jahre alte Betsy Buckwitz wird brutal in ihrer Königsteiner Wohnung ermordet. Der Täter hat es auf den wertvollen Schmuck der Witwe des ehemaligen Frankfurter Theaterintendanten Harry Buckwitz abgesehen. 19 Jahre fahndet die Polizei vergeblich - dann führen DNA-Spuren zu einem Busfahrer aus dem Taunus. Er bestreteitet die Tat. Vor dem Frankfurter Landgericht erzählt er die Geschichte einer Liebe. Er habe ein Verhältnis mit der Witwe gehabt. Das Gericht glaubt ihm nicht. Es verurteilt den 57-Jährigen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes aus Habgier.

Verurteilt! (67): Blutiger Klingelstreich
Eine Kleinstadt im Taunus mitten in der dritten Corona-Welle. Die Schulen sind für die höheren Klassen noch geschlossen. Zwei Jungs, 15 Jahre alt, machen in einer gehobenen Wohngegend einen Klingelstreich am Haus eines 64-Jährigen. Das ärgert den Mann so sehr, dass er ausrastet. Einen der Jungs schlägt er so heftig ins Gesicht, dass der 15-Jährige gegen eine Baustellenabsperrung prallt. Doch damit nicht genug: Der 64-Jährige zieht ihn am Bein über den Boden. Als der Freund seinem Kumpel helfen will, wird auch er geschlagen. Die Staatsanwaltschaft klagt den Mann wegen Körperverletzung an. Aber war es wirklich so? Im Frühjahr 2022 treffen alle Beteiligten vorm Amtsgericht der gediegenen Kleinstadt aufeinander.

Verurteilt! (66): Der Nazi-Sniper
Mit einem Gewehr mit Laser-Zielvorrichtung schießt John Ausonius Anfang der 90er Jahre in Schweden auf Migranten. Einen Mann tötet er. Die Medien geben ihm den Namen „Lasermann“. 1994 wird er in Schweden zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Kurz bevor er aus der Haft entlassen werden sollte, wird der Lasermann 2017 erneut wegen Mordes angeklagt. Diesmal in Frankfurt. Er soll 1992 die jüdische KZ-Überlebende Blanka Zmigrod erschossen haben, weil sie ihm angeblich einen Taschencomputer mit wichtigen Daten gestohlen hatte. 2018 verurteilt das Frankfurter Landgericht John Ausonius zu lebenslanger Haft und ordnet die anschließende Sicherungsverwahrung an.

Verurteilt! (65): Massaker im Edel-Puff
Am 15. August 1994 machen Polizisten eine grausige Entdeckung. Sie finden in einer Villa im noblen Frankfurter Westend sechs Leichen. Das Haus ist das Privat-Bordell eines Ehepaares. Die Eheleute und vier Prostituierte starben einen qualvollen Tod. Alle Opfer sind mit Stromkabeln erdrosselt und zum Teil bizarr drapiert worden. Die Kundschaft im Bordell ist handverlesen. Einlass bekommen die Herren aus Geschäftswelt, Politik und Justizkreisen nur auf Empfehlung von Bestandskunden.

Verurteilt! (64): Der verbrannte Kindermörder
Am 29. Juni 2001 kehrt Julia Hose aus Biebertal in Mittelhessen nicht mehr nach Hause zurück. Zuletzt war die 9-Jährige auf einem Spielplatz gesehen worden. Es dauert, bis klar wird: Der 33 Jahre alte Thorsten V., ein Nachbar der Familie, hat das Mädchen in seinen Keller gelockt. Dort versucht er vermutlich, das Kind zu vergewaltigen - und erschlägt es. Erst vier Tage nach Julias Verschwinden wird dank aufmerksamer Menschen 80 Kilometer entfernt in der Wetterau die stark verbrannte Leiche von Julia gefunden. Kurz danach versucht Thorsten V., Beweise zu vernichten. Dabei kommt es zu einer schweren Verpuffung in seinem Haus, er zieht sich lebensgefährliche Brandwunden zu, liegt lange im Koma. Seinen Prozess vor dem Landgericht Gießen verfolgt er halb liegend in einem Spezial-Rollstuhl. Im Mai 2003 wird er zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Verurteilt! (63): Die Ehefrau muss sterben
Am Ostersamstag 2021 macht ein Ehepaar eine Radtour. Plötzlich reißt der 55-Jährige seine Frau vom Rad und schlägt ihr von hinten mit einem großen Stein auf den Kopf - bis sich die 52-Jährige umdreht und ihn anschreit. Dann hört er auf. Vorbeifahrenden Radfahrern sagt sie, es sei ein Unfall. Doch die Rettungssanitätern glauben das nicht, rufen die Polizei. Sie sollte sterben, damit er mit seiner Geliebten zusammen leben kann ohne das Haus zu verlieren, wird später das Landgericht Darmstadt über die Tat sagen. Die Staatsanwaltschaft hat den 55-Jährigen wegen versuchten Mordes angeklagt. Aber war es das auch?