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Töne & Temperamente - das wohltherapierte Klavier

Töne & Temperamente - das wohltherapierte Klavier

64 episodes — Page 2 of 2

#12 "T&T für Eilige": zum 200. Geburtstag der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven

Bei der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven handelt es sich zum Teil um die Vertonung eines Gedichtes von Friedrich Schiller, das dieser 1785 schrieb. LvB liebte dieses Gedicht Zeit seines Lebens und plante dieses schon in seiner Bonner Zeit zu vertonen, wie Korrespondenzen aus dem Jahr 1793 zeigen. Am 7. Mai 1824 wurde die "Neunte" zum ersten Mal in Wien aufgeführt. Eine offizielle Adeligung erfolgte im Jahr 2001 als die Neunte in die von der UNESCO geführten Liste „Memory of the World“ aufgenommen wurde als erste musikali-sche Komposition. Im Jahre 1989 - an Weihnachten dieses geschichtsträchtigen Jahres - dirigierte Leonard Bernstein das Werk in 2 Konzerten nacheinander. In der Philharmonie im Westteil Berlins und im Ost-Berliner Schauspielhaus am Gen-darmenmarkt. Das Orchester war symbolhaft zusammengesetzt mit Mitgliedern des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und mit Musikern und Musikerinnen der 4 alliierten Kriegsmächte, die gegen Hitler-Deutschland gekämpft hatten - sie kamen aus Paris, London, New York und Leningrad. Neben einer solchen Symbolik - und die Neunte war immer mit Symbolik verknüpft - erlaubte sich Bernstein aus der „Ode an die Freude“ eine „Ode an die Freiheit“ zu machen. Und zu erwähnen ist auch noch, dass bereits 1972 Beethovens Melodie offiziell zur Hymne Europas erklärt wurde - wegen ihrer ins Politische übertragbaren Botschaft und wegen ihres Charakters einer klingenden Utopie. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten, denn nicht immer strahlte die Neunte im Licht einer Frieden stiftenden Welthymne. Das Werk gerät auch ins Sogwasser nationalistischer Vereinnahmungen, vor allem als die Nazis mit Beethoven als kulturellem Aushängeschild aufrüsteten. 1936 jedenfalls ließ Hitler am Abend der Eröffnung der Olympischen Spiele in Berlin das Chor-Finale von fast 6000 städtischen Teenager schmettern, Glockengeläut und Lichtshow inklusiv. Im Jahr darauf wurde die Neunte auf Initiative von Joseph Goebbels exklusiv anlässlich von Hitlers Geburtstag aufgeführt. Muss Musik sich eigentlich alles gefallen lassen? Mit wohltemperierten Grüßen Andreas Lucewicz & Claudia Lutschewitz

May 7, 20246 min

#11 1/4 „T&T für Eilige“: Wieviel Boogie-Woogie steckt in Beethoven?

„Töne & Temperamente für Eilige“ Im Podcast Nr. 11 sprach ich ausführlich zu den ersten 17 Diabelli-Variationen von Ludwig van Beethoven … Und hier nun unser Surrogat-Extrakt der Episode Nr. 11 … eben für EILIGE Also … wieviel Boogie-Woogie steckt in Beethoven? Es war eine gewitzte Geschäftsidee, die der Wiener Musik-Verleger Anton Diabelli hatte. Er komponierte nämlich einen Walzer, verschickte diesen an verschiedene Komponisten in ganz Österreich und bat diese, ihm dazu je eine Klaviervariation zu schreiben. Ludwig van Beethoven komponierte sage und schreibe 33 Variationen dazu und das, obwohl er vom Walzer Diabellis zu Anfang gar nicht angetan war, ihm waren Walzer wohl zu profan. Und in diesen 33 Variationen lässt Beethoven seine Größe grandios wirken - humorvoll, wütend, melancholisch und eben auch swingend … Ja, swingend ... denn in 2 Variationen, nämlich der 16. und 17. – die Beethoven miteinander verwob, denn es gibt kein Ende der 16. und keinen Anfang der 17., swingt der Boogie-Woogie, so könnte man meinen. Obwohl es diesen zu Beethovens Zeiten noch gar nicht gab, also Beethoven vom Boogie-Woogie noch nichts wissen konnte. Beethoven war komplex, seine Musik ist es und die Zeiten, in denen er lebte, waren es sowieso. Zu Beethovens Zeiten wurde seine oder anders gesagt, DIE Welt aus den Angeln gehoben und heftig infrage gestellt. Der Adel wurde in Europa schwer geprüft und zum Teil auch brutal beseitigt und ersetzt. Beethoven erlebte das Aufstreben Napoleons, der durch Europa tobte, als Hoffnungsträger des Humanismus galt und für die französische Idee: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" einstand. Ja, bis er sich schließlich selbst zum Kaiser krönte … Beethoven war entsetzt und von Napoleon tief enttäuscht. Und all diese politischen, gesellschaftlichen und auch existentiellen Umbrüche, die Beethoven erlebte, beeinflussten natürlich auch seine Musik. Aber in den 33 Variationen folgt er keinem Zeitgeist, in ihnen befriedigt er keinen Repräsentationsanspruch eines adeligen Gönners oder eines politischen Herrschers und Beethoven zielt auch nicht darauf ab, möglichst oft in den Wiener Salons gespielt zu werden… Nein, in diesen 33 Variationen komponiert Beethoven frei von allen Zwängen. Beethoven läßt sich allein von den Möglichkeiten, die ihm die Noten des Walzers und seine Fantasie boten, inspirieren. Sie wollen mehr wissen? Unser ausführlicher Podcast zu Beethovens Boogie-Woogie (?!) enthält den Walzer Diabellis und die ersten 17 Variationen Beethovens. Inhaltlich berichte ich dort • vom Marketing-Genie Anton Diabelli, • der Begegnungen Beethovens mit Mozart & Haydn, • ich erzähle ein paar Beethoven-Anekdoten - aus LvB`s Schulzeit und zu seinen doch etwas (zum Teil) schrulligen Gebräuchen und • berichte von der Herkunft seines Namens … Also für mehr Detailwissen bitte die Nr. 11 unserer Podcasts anklicken … Und dann lauschen und genießen … Mit wohltemperierten Grüßen … 🎧 🎶 🎙 Herzlichst Andreas Lucewicz & 🎶 Claudia Lutschewitz

May 2, 202410 min

#11 Beethoven & 33 Diabelli Variationen - Beethoven`s Boogie-Woogie? (Teil 1 / #14 ist Teil 2 😉)

Etwas Rohkost für`s Hirn gefällig? Dann hab` ich etwas für Sie! Nämlich hier unseren Podcast Nr. 11! Um was es in diesem Podcast geht? Um Beethoven, seine Schrullen und folgende Frage … Wieviel Boogie-Woogie steckt in Beethoven? Eine inspirierende und auch verwirrende Frage, oder? Ich beame uns im Podcast ins Jahr 1819…. Denn im Jahr 1819 war es eine gewitzte Geschäftsidee, die sich der Wiener Musik-Verleger Anton Diabelli erdachte. Er verschickte nämlich einen kleinen selbstkomponierten Walzer an verschiedene Komponisten in ganz Österreich und bat sie, ihm dazu je eine Klaviervariation zu schreiben. 51 Komponisten unter ihnen auch Ludwig van Beethoven variierten … Und Beethoven komponierte nicht so wie allen anderen Komponisten nur 1 Variation, NEIN, Beethoven komponierte gleich 33 Variationen - ein wahrer Variationen-Zyklus. Das nenne ich `mal MUT zur Veränderung! So machte Beethoven wortlos klar, dass er nicht im Traum daran dachte sich unter die 50 bekanntesten Komponisten Österreichs rechnen zu lassen, sondern eine Kategorie für sich bildet. Und ich verspreche Ihnen nicht zu viel, wenn ich Ihnen sage, dass Beethoven in diesen 33 Variationen seine Größe grandios wirken lässt - humorvoll, wütend, melancholisch und eben auch swingend … Ja, swingend ... Denn in 2 Variationen, nämlich der 16. und 17. - die Beethoven miteinander verwob, denn es gibt kein Ende der 16. und keinen Anfang der 17. - swingt der Boogie-Woogie, so könnte man meinen. Sie glauben mir nicht? Na, dann `ran an den Podcast und lassen Sie sich überraschen. Mit wohltemperierten Grüßen … 🎧 🎶 🎙 Herzlichst Andreas Lucewicz & 🎶 Claudia Lutschewitz

May 2, 202446 min

#10 Die Kraft der Musik: Zu- & Hin- HÖREN

Viele Philosophen, Dichter, Denker und Musiker haben sich seit Jahrhunderten mit der Wirkung von Musik auf den Menschen beschäftigt. Und auch Literaten, Neurologen und Psychologen forschen bis heute unermüdlich daran, diese ganz eigene Qualität der Musik zu erklären. Ihr Geheimnis ist jedenfalls bis heute (noch) nicht entschlüsselt. Die Naturwissenschaften erklären uns die Welt, die den Menschen unmittelbar umgibt. Mit der Welt in unseren Vorstellungen aber haben sie nicht unmittelbar etwas zu tun. Auf dieser Ebene kommen dann also die Künste ins Spiel, also die Literatur, die Malerei und die Musik. Kunst beginnt an der Grenze der Welt, die wir uns vorstellen, die wir in Gedanken konstruieren, nicht der, die wir unmittelbar sehen (leben). Die Künste also prägen unsere Vorstellung davon, wie wir leben wollen. Sie wirken mehr oder weniger direkt auf uns ein und genau deswegen sind die Künste so wichtig - gerade jetzt in dieser tiefen gesellschaftlichen Zäsur, dieser gesellschaftlichen Sinnkrise, in der es darum geht, Vorstellungen von der Welt zu entwickeln in der wir zukünftig leben wollen und können. Musik hilf uns beim Gestalten unseres Vorstellungsvermögens. Und daher hat sie, haben alle Künste eine ungemein mobilisierende Kraft, deren Geheimnis sich den Menschen nie ganz erschlossen hat. Das mag der Grund dafür sein, dass Menschen seit mehr als zwei Jahrtausenden Kunst nicht nur erschaffen oder erleben, sondern unablässig über ihr Wirken philosophieren. Musikalische Erfahrung schafft eine ganz eigenwillige erkenntnisfördernde Emotionalität, die uns letztlich auf uns Menschen zurückwirft und uns zu uns selbst führt. Ist erst eine gesellschaftliche Sinnkrise nötig, um zu erkennen, dass die Künste und dabei gerade auch die klassische Musik in diesen krisenreichen Zeiten viel zu bieten haben? Denn Musik kann soziale und ethnische Grenzen überwinden und die Welt zum Klingen bringen. Und gerne schließe ich mich Kent Nagana an, der einmal sagte: „Ich träume von einer Welt, in der jeder Mensch die Chance hat Zugang zur klassischen Musik zu finden.“ Hören Sie weiter & mehr im Podcast 😉 Mit wohltemperierten Grüßen Andreas Lucewicz & Claudia Lutschewitz

Apr 3, 202441 min

#9 "Wir setzen uns mit Tränen nieder" - Bach`s Matthäus-Passion

Die Matthäus-Passion ist eine oratorische Passion, die die Leidensgeschichte und das Sterben von Jesu Christi erzählt und das Matthäusevangelium bildet das Rückgrat. Ergänzt wird die Erzählung mit freien Chören und Arien. Erzählt wird darin die Leidensgeschichte des Sohnes Gottes: die Verfolgung Christi, das Letzte Abendmahl mit den Jüngern und die Stunden der Angst im Garten von Gethsemane. Schließlich wird Jesus verurteilt und in Golgata gekreuzigt, dann vom Kreuz abgenommen und zu Grabe gelegt. Die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach gehört nicht nur zu den großen Pfeilern der deutschsprachigen Chortradition, sondern zu den großen Monumenten der klassischen Musik schlechthin. Wie etwa Mozarts Zauberflöte, die Neunte Sinfonie von Beethoven oder Wagners Ring-Zyklus, gehört sie zu jenen außerordentlichen Werken, die uns als Hörer aus dem Alltag herausreißen und innere Kräfte erstarken lassen. Die Matthäuspassion ist ein Werk, das uns eine Welt außerhalb von Raum und Zeit offenbart. Können wir heute aus der Musik der Matthäuspassion lernen, ins Verstehen kommen? Oder anders gefragt, was hat die Geschichte der Kreuzigung in einem Zeitalter der Säkularisierung und des gnadenlosen Materialismus überhaupt noch für eine Bedeu-tung - HEUTE? Die Faszination um die Matthäus-Passion nimmt nicht ab. Jährlich strömen die Menschen in die Kirchen und Konzerthäuser, um das Leid Jesu auf künstlerische Weise vermittelt zu bekommen. Für viele Menschen ist gerade in den heutigen Zeiten die Musik noch eine der wenigen Verbindungen zu einer spirituellen Ebene. Eine Ebene, die den Menschen zu sich selbst und seiner Rolle in der sichtbaren und unsichtbaren Welt zurückwirft. Die Matthäus-Passion lässt die Hörer ihrer eigenen Rolle im Großen und Ganzen gewahr werden. Die Hörer werden durch den Chor mit zur Verantwortung gezogen. Jeder zuhörende Mensch weiß um das Ende der Passionsgeschichte und wie zur Zeit der Kreuzigung ist es auch heute die Masse, die den Hergang der Dinge lenken kann, die also Geschichte schreibt. Nach meiner Wahrnehmung ist es gerade die Musik der Matthäuspassion, die uns offenbart, welche möglichen Konsequenzen unsere Entscheidungen hatten, haben und haben werden. Mit Wohltemperierten Grüßen Andreas & Claudia Lutschewitz Ostern 2024

Mar 24, 202421 min

#8 Der "weibliche" Beethoven - Wer war Emilie Mayer?

„Emilie Mayer, Componistin“ schrieb die 39-jährige Apothekertochter aus Friedland 1850 an das Klingelschild ihrer Berliner Wohnung, nachdem ihre dritte Sinfonie im Königlichen Schauspielhaus in Berlin aufgeführt worden war. Von den einen wurde die Künstlerin dafür als Ausnahmeerscheinung gerühmt, von anderen musste sie Herablassung ertragen. Emilie Mayer ließ sich vom Gegenwind Zeit ihres Lebens nicht entmutigen. Man weiß nicht, wie sie dachte, und kaum, wie sie aussah. Aber man weiß, wie sie komponierte, wie sie unbekümmert Harmonien und Stimmungen wechselte und gegeneinander schnitt. Emilie Luise Friederika Mayer wurde zu Lebzeiten „weiblicher Beethoven“ genannt. Ein ambivalentes Kompliment: Einerseits war es schmeichelhaft für die Komponistin, in einem Atemzug mit dem eine Generation älteren Kollegen genannt zu werden. Andererseits unterstellt es ihr ein Klingen-Wie vielleicht sogar ein Nachahmen, das es so aber gar nicht war. Zwar erinnern Mayers Sinfonien an die Beethovens, beim zweiten Hören merkt man aber: Das ist nicht der formstrenge Beethoven! Mayers Klang ist feiner, ihre lyrischen Stellen sind weniger kristallin kühl, vielmehr sensibler, verspielter, teils auch humorvoller. Hören Sie weiter & mehr im Podcast 😉 Mit wohltemperierten Grüßen Claudia Lutschewitz & Andreas Lucewicz

Mar 17, 202430 min

#7 Vom Sehnen & Sprechen über die Liebe

Herzrasen. Dauergrinsen. Die Minuten des Getrenntseins zählend. Stunden-lange Telefonate. Schlaflose Nächte, voller Zärtlichkeit und Küssen. Am nächsten Tag trotz Schlafmangel mit Elan durch den Tag flattern. Romantische Wochenenden. Lange Briefe, vielleicht sogar Gedichte. Vor lauter Liebe nicht essen können. Sich endlos zurechtmachen, um für den anderen begehrenswert zu sein und in Komplimenten der Mitmenschen ba-den, weil man NIE besser ausgesehen hat … Ja, frisch verliebt sein - das schwingt in der Luft und beschwingt damit auch uns! Das Herz läuft einem über. Die Brille ist nur noch rosa. Man könnte das Leben ständig umarmen … Ach, wie ist die Liebe schön … Hören Sie weiter & mehr im Podcast 😉 Mit wohltemperierten Grüßen Andreas & Claudia Lutschewitz

Mar 5, 202423 min

#6 Clara & Robert Schumann - Briefe einer Liebe

Als sie einander das erste Mal begegneten, am 31. März 1828, war Clara noch ein Kind. Gerade achteinhalb Jahre alt, bereitete sie sich auf ihren ersten öffentlichen Auftritt als Pianistin vor. Das Mädchen Clara Wieck war nicht nur Pianistin, sie war auch Komponistin, Wunderkind in Leipzig und war Klavier-Schülerin des eigenen Vaters. Es war ein harter weg, den der ehrgeizige Vater Friedrich Wieck seiner Tochter vorschrieb. Ja, von einer europäischen Musikmetropole zu anderen führte er das Kind. Der Erfolg vor der Öffentlichkeit ging ihm über alles. Robert, neun Jahre älter, hatte nach Aufnahme seines Jurastudiums in Leipzig ebenfalls Klavierstunden bei Claras Vater genommen. Ja, und der, also Friedrich Wieck - handelte mit Klavieren und verlieh Musikalien, und obwohl er selbst keine musikalische Ausbildung erhalten hatte, war er als Pädagoge begehrt. Während Clara heranwuchs, in Begleitung ihres Vaters auf Konzertreisen ging und zur europäischen Berühmtheit wurde, machte sich Schumann mit seiner Doppelbegabung einen Namen: komponierend (zunächst ausschließlich für Klavier) und publizierend (als Gründer, Redakteur und Autor der noch heute bestehenden Neuen Zeitschrift für Musik). Die Liebe zwischen Clara und Robert begann 1835 - Clara war 15 Jahre jung - in gesittet zärtlichem Beisammensein und in immer leidenschaftlicheren Briefen. Bald witterte Vater Wieck, was da im Busch war. Er wies dem jungen Mann die Tür, schickte Clara auf Tour und tat alles, um die beiden voneinander fernzuhalten. Über ein Jahr lang konnten sie sich nicht sehen. Aber die Liebe widerstand, und am 14. August 1837 gaben sie einander brieflich das Ja-wort. Die Briefe Robert und Clara Schumanns gehören zu den schönsten, intimsten und bewegendsten Zeugnissen aus dem Leben zweier großer Persönlichkeiten, die der Leidenschaft füreinander ebenso verfallen waren, wie ihrer gemeinsamen Leidenschaft für die Musik. Hören Sie weiter & mehr im Podcast 😉 **Musikbeispiele im Podcast** Robert Schumann (1810 - 1856) Fantasie C-Dur, Op. 17 Satz 1: Durchaus fantastisch und leidenschaftlich vorzutragen Satz 2: Mäßig. Durchaus energisch Satz 3: Langsam getragen. Durchweg leise zu halten_ Andreas Lucewicz, Piano (Aufnahme: Danish Radio/Instrument: Steinway D)

Feb 28, 202446 min

#5 The black BEAST - Steinway & Sons - MACHT und MUSIK

The black Beast! Steinway & Sons - Macht & Musik Spot-on … Allein steht er auf der Bühne. Das Licht spiegelt sich in seinem Lack, sein Korpus-Deckel ist geöffnet … mächtig, präsent, kraftvoll und … eben allein … Er wartet … Er wartet auf den oder die PianistIn … der Konzertflügel. Von vielen Musikern liebevoll „The black BEAST“ genannt. Einige Pianisten bringen ihren Eigenen mit, andere wiederum nur ihren eigenen Klavier-stimmer und wiederum andere bringen ihr eigenes Gebiss mit – Nein, damit ist nicht das Gebiss des Klavierspielers oder der Klavierspielerin gemeint, sondern die Tastatur des Instruments, also die Klaviatur – also 88 Tasten davon 52 weiße und 36 schwarze! Es gibt viele Klavierbauer: Bösendorfer, Yamaha, Schimmel, Kawai, Fazioli, Bechstein, Pfeiffer (klar, mit 3 ff), Young Chang und natürlich Steinway & Sons, um nur einige zu nennen. Dieser Podcast handelt von Steinway & Sons - oft nur Steinway genannt –, einem der bekanntesten, wenn nicht sogar dem bekanntesten Klavierbauer. Und als Musik dachte ich, wähle ich eine weitere Größe aus und dabei kam mir natürlich sofort Beethoven in den Sinn, und dabei dachte ich ganz konkret an seine Diabelli-Variationen. Denn die Diabelli-Variationen sind sein letztes großes Klavierwerk und gleichzeitig sein umfangreichster Variationenzyklus. Passt doch wunderbar … oder? Zu hören sind in diesem Podcast also einige dieser Diabelli-Variationen – gespielt auf einem Steinway – klar! Die Geschichte der Familie Steinway ist faszinierend und bis heute ist die führende Rolle der Steinway Flügel unbestritten: Über 90% der Konzertpianisten weltweit spielen auf Instrumenten der Firma. Und last but not least steht Steinway für die unglaubliche Geschichte des American Dream … Hören Sie mehr im Podcast …😉

Feb 18, 202432 min

#4 Romantik als Weltanschauung & Sprache des Herzens

**„Ohhhh, wie romantisch.” ** Hören wir diese Äußerung, schwirrt uns gleich ein gemütliches Candle Light Dinner, rote Rosen, ein Spaziergang bei Mondschein, Meeresrauschen und Zweisamkeit bei Sonnenuntergängen vor. Doch die Menschen, die während der Epoche der Romantik lebten, verstanden nicht unbedingt dasselbe. _Was war für sie romantisch?_ Die romantische Philosophie ist als Reaktion auf die Aufklärung und deren Überbewertung des Verstandes zu verstehen. Das heißt die Romantik betont das Gefühl. Und die Romantik war eine Reaktion auf politische Umstände jener Zeit. Die Menschen zogen sich in sich selbst zurück, hatten aber zur gleichen Zeit unstillbare Sehnsucht nach der Ferne, auch nach Freiheit. Es war das Zeitalter, in dem Frauen Reifröcke und Männer Fräcke mit engen Beinkleidern in bunten Farben und diese schrecklich steifen hohen Krägen, genannt Vatermörder, trugen. Es war die Zeit des Biedermeier, in der die Leute angeblich beschaulich vor sich hin lebten. Es war aber auch die Zeit, in der der französische Kaiser Napoleon halb Europa beherrschte. Die Romantiker waren gefühlvoll empfindsam, sie stürmten hinaus in die Natur und erwarteten das Abenteuer hinter der nächsten Wegbiegung, aber weil sie meist ganz anders leben mussten, als sie innerlich fühlten, waren sie hin- und hergerissen zwischen diesen beiden Extremen. Man musste vorsichtig sein, WO man WAS äußerte und das Regime engte die Menschen sehr ein, die Bevölkerung litt und Freigeister besonders. Mit wohltemperierten Grüßen Claudia & Andreas Lutschewitz

Jan 31, 202436 min

#3 Showman des Klaviers - Der Synästhetiker Franz Liszt

„Bitte ein bisschen blauer“, soll Franz Liszt einmal von den Musikern der Weimarer Hofkapelle gefordert haben. Der Komponist, Klaviervirtuose & Dirigent Franz Liszt war Synästhetiker und brachte in seinem inneren Auge Klänge mit Farben in Verbindung. Er soll zu den Musikern auch gesagt haben: „Das ist ein tiefes Violett, ich bitte Sie, sich danach zu richten! Nicht so rosa!“ Fraglich ist jedoch, ob die Weimarer Hofmusiker mit Liszt`s Anweisungen etwas anzufangen wussten, denn selbst wenn in seinem Orchester weitere synästhetisch begabte Musiker gesessen haben, ist nicht sicher, dass sie Liszts Schilderungen haben folgen können. Denn es gehört zu den Phänomenen der Synästhesie, dass sich keine festen Tabellen & Muster erstellen lassen, d.h. es variiert von Person zu Person, welcher Klang - oder auch welche Zahl, welcher Buchstabe, welches Wort - welche Farbvorstellungen hervorruft. Es sind folglich sehr persönliche (Farb-) Systeme, dem kaum andere Synästhetiker folgen oder auch folgen können. Liszt war Synästhetiker und der erste große Showman des Klaviers - ein Superstar. Hört man das Wort Superstar denkt man schnell an die Beatles, die Stones oder moderne Pop Stars wie Tina Turner, Madonna oder Michael Jackson. Den Liebhabern klassischer Musik kommen beim Wort Superstar andere Namen in den Sinn - so zum Beispiel Maria Callas, Vladimir Horowitz, Herbert von Karajan, Lang Lang, Anna Netrebko oder Luciano Pavarotti. Sie alle waren und sind Superstars. Doch was macht einen Superstar aus? Hören Sie weiter und mehr im Podcast ;) Mit wohlthemperierten Grüßen ...

Jan 3, 202436 min

#2 Bach mit Pauken & Trompeten - sein Weihnachts-Oratorium

Es hatte geschneit. Seine Schritte verhalten schnell, der Schnee schluckte die Geräusche buchstäblich auf. Und doch stöhnte die weiße Pracht unter seinem Gang – der Schnee knirschte, es war bitterkalt … Den Schal hatte er fest um den Hals geschlungen und die zerschlissene Ledertasche, in der er die Noten für Orchester und Chor transportierte, fest unter den Arm geklemmt. Es war der 25. Dezember 1734 und er befürchtete, dass es ihm nicht möglich war, mit der ihm angebotenen Sänger- und Musikerschar das Werk - SEIN Werk - zur Zufriedenheit aller präsentieren zu können. Er schimpfte vor sich hin: „Stadtpfeifer, Studenten und Knaben – ahhhh, wie soll diese menschliche Mischung der Musik gerecht werden?“ Johann Sebastian Bach hatte schlechte Laune und dabei würde er das Weihnachtsoratorium – oder anders gesagt eine Kantate davon, heute präsentieren … Die schwere Holztür der Leipziger Nikolaikirche ächzte, als er sie aufstemmte, um in das Kirchenschiff einzutreten. Sogleich strömte ihm der Geruch von Kerzenwachs und Kirchenmoder entgegen. … So oder so ähnlich könnte sich der Premieren-Abend des Weihnachtsoratoriums zugetragen haben … Johann Sebastian Bach hatte sein Werk, wie im 18. Jahrhundert üblich, nicht komplett neu komponiert, sondern früher entstandene Stücke recycelt - etwa indem er sie mit einem anderen Text versah. Knapp ein Drittel der Nummern aus dem Weihnachtsoratorium stammt ursprünglich aus anderen Zusammenhängen, z.B. aus einer Glückwunsch-Kantate zum Geburtstag von Maria Josepha, Kurfürstin von Sachsen. Für ihn wie für seine Zeit waren solche Umgestaltungen unter anderem ein Akt der Ar-beitstechnischen Ökonomie. Für Bach haftete die Musik nicht am Gegenständlichen, denn ihrem Wesen nach war sie seelische Bewegung. Mit der Umtextierung und Ausrichtung auf ein anderes - hier geistliches - Ziel änderte sich das musikalische Wesen, die Emotion, der Ausdruck selbst nicht, allenfalls konnte mit anderen Klangfärbungen, besonderen Vortragsnuancen oder hinzu-tretenden Instrumenten, die Komposition dem neuen Anlass angepasst werden. Doch das Geniale daran ist: Bachs Musik wirkt trotzdem keine Sekunde lang wie zweitverwertet. Sie passt perfekt zu den Gefühlen und Bildern der Weihnachtszeit. Sie findet einen Ton, der Tausende Menschen Jahr für Jahr aufs Neue begeistert, ob als darbietende KünsterInnen oder im Publikum. Deshalb ist das Weihnachtsoratorium von Bach das mit großem Abstand meistaufgeführte Klassik-Werk der Advents- und Weihnachtszeit, zumindest in Deutschland. Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium verströmt Jubel und Freude wie kaum eine andere Musik. Für viele ist das Oratorium daher fest mit der Adventszeit und dem Weihnachtsfest verbunden.

Dec 23, 202316 min

#1 Das Lächeln des Johann Sebastian Bach und sein wohltemperiertes Klavier

Das Kaffee-Wasser kocht, das Kaffee-Wasser kocht … (Fuge eines Orgelwerkes von J.S. Bach) Seit dem 17. Jahrhundert war in Europa das Kaffeetrinken so sehr Mode geworden, dass sich überall Kaffeehäuser auftaten - natürlich nur für Männer. Doch was den Herren dort erlaubt war, wollten die Frauen daheim nicht entbehren, auch in Leipzig nicht. Und was lag da näher, als dass Johann Sebastian Bach das Thema ebenfalls aufgriff - er schrieb die Kaffee-Kantate. Nein, das ist kein Witz! Johann Sebastian Bach schrieb so ca. 300 Kantaten, wovon leider ca. 1/3 verloren gegangen sind, doch unter den noch existierenden schrieb er viele geistliche und eben auch einige weltliche - so auch die Kaf-fee-Kantate. Ach ja, ich vergaß zu erwähnen: Eine Kantate ist ein lyrisches Gedicht, das mit Instrumentalbegleitung gesungen wird. Aber der Reihe nach und zurück zu Bach … Lacht er oder lacht er nicht? Das ist eine berechtigte Frage … Er lacht nicht - zumindest auf Bildern ...! Doch Bachs große Kunst und die würdevollen Bilder von ihm machen neugierig, … neugierig auf das, was hinter dem Bild steckt. Man muss sich also nur auf die Suche machen, um hinter all dieser imponie-renden Größe das Menschliche zu finden. Und tatsächlich, zwischen den Zeilen, in Tagebüchern, Brie-fen und scheinbaren Notizen blitzt es immer wieder hervor. Dort kann man ihn deutlich erkennen, den Vater von vielen Kindern, der ihnen nach dem Gottesdienst in der Kirche Geschichten erzählt und kleine Musikstücke für sie erfindet. Den Lehrer, der höchstpersönlich seinen begabten Nachwuchs unterrichtet. Den hochfürstlichen Kapellmeister, der seiner Ehefrau Anna Magdalena zur Hochzeit ein Buch mit leeren Seiten schenkt, um diese später mit Liebesliedern und einem bunten Strauß fröhlicher Tänze zu füllen. Und den Leipziger Thomaskantor, der inmitten von Kindergeschrei ernste Kirchenmusik schreiben muss. Daher vermutlich auch ein weiteres Lied aus der Kaffee-Kantate: „Hat man nicht mit seinen Kindern hunderttausend, hunderttausend Hudelei?“ Hören Sie mehr - auch zum Wohltemperierten Klavier und Bach als Dandy - im Podcast ... Mit wohltemperierten Grüßen … Johann Sebastian Bach Choralvorspiel BWV 599 „Nun komm`, der Heiden Heiland“ Arrangiert von Ferruccio Busoni Gespielt von Andreas Lucewicz, Klavier (Live-Konzert-Aufnahme)

Dec 18, 202329 min

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Hey, schön, dass Ihr reinhört in unseren Podcast "Töne & Temperamente – das wohltherapierte Klavier" Wir sind Claudia & Andreas Lutschewitz und heißen Euch herzlich willkommen. Die Töne im Podcast kommen von Andreas und die besprochenen Temperamente, die kommen von Claudia. Der Titel unseres Podcasts ist relativ selbsterklärend, so finden wir, denn es geht um, Musik, ihre Komponisten, Gefühle, Gedanken und Menschliches. Wir wollen Gewohntes `mal anders betrachten. Deshalb erfahrt Ihr bei uns Illustres und Seriöses, Tiefes und Vielschichtiges über unterschiedliche Komponisten und ihre Musik, ihr erfahrt also Interessantes & Humorvolles zu ihrem Wesen & Wirken. Ein KALEIDOSKOP aus HÖREN & FÜHLEN. Unser Podcast soll der Versuch sein, die klassische Musik aus einer verstaubten Ecke zu holen und Mitten in Euer Leben zu stellen – also in den Alltag. Und da Musik viel mit Resonanz, Stimmung, Ton und Rhythmus zu tun hat, also mit Emotionen, Wahrnehmung, Fühlen, Hören und Spüren, was uns zur Psychologie bringt und die Psychologie wiederum viel mit Fragen, Gedanken und Begegnung zu tun hat, also zur Philosophie führt – ergo landen wir bei den 3 Teilen unseres Podcasts: MUSIK, PSYCHOLOGIE & PHILOSOPHIE Und mehr noch, wir laden auch Gäste ein: Musiker & MusikerInnen, Musik-Liebhaber und Musik-Verliebte und gerne auch Ver-rückte, also Menschen, die ihren ganz besonderen und eigenen Lebensweg mit Musik begehen und verbinden. Daher auch der Name: "Töne & Temperament – das wohltherapierte Klavier" Und das wiederum, also das wohltherapierte Klavier, das führt auf Johann Sebastian Bach`s Wohltemperiertes Klavier zurück, doch dazu mehr in unserer ersten Folge Wir hör`n uns …

Nov 4, 20232 min