
SRF Wissen
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Roboter lernen immer schneller – und wir von ihnen
Roboter sind heute bereits überall. In der Industrie, im Haushalt als Staubsauger und gar Roboterhunde und sogar in der Pflege mittlerweile. Und für Forscher sind sie spannende Tools um mehr darüber zu erfahren, wie denken und lernen funktioniert. Dafür bauen sie zum Beispiel einen Roboter, der wie eine Ratte Schnurrhaare hat, ausserdem Augen und ein rudimentäres Gehirn, das dem einer Ratte nachempfunden ist, ein sogenanntes neuromorphes Netzwerk. Die Roboterratte, wird dann losgeschickt, und soll ihre Umgebung, eine Arena mit verschiedenen Hindernissen erkunden. Dabei lernt sie dazu, und legt Stück für Stück eine innere Karte von ihrer Umgebung an, die so gut ist, dass sie bald gar nicht mehr gegen Hindernisse stösst. – Der Clou: Das simulierte Rattenhirn arbeitet mit Vorhersagen über ihre Umgebung, datiert das innere Bild auf, wenn die Vorhersage nicht stimmt, und verfeinert so, das Bild ihrer Welt.
Was Mikroplastik für unsere Gesundheit bedeutet
Kleinste Plastikteilchen sind in der Umwelt allgegenwärtig und landen auch im menschlichen Körper. Was weiss die Forschung über mögliche Effekte? Immer mehr Studien finden Mikroplastik an immer mehr Orten: Auf dem Mount Everest, in der Tiefsee, aber auch in Honig, in Bier, in Fisch und in der Luft. Das heisst: Wir Menschen essen und trinken Mikroplastik und atmen es ein. Und ein Teil davon scheint im Körper zu bleiben. Was das für unsere Gesundheit bedeutet, ist bisher weitgehend unklar – wird aber weltweit immer intensiver erforscht. Welche Spuren die Forscherinnen und Forscher dabei verfolgen und mit welchen Herausforderungen sie zu kämpfen haben, beleuchten wir in dieser Folge von Kopf Voran.
Tiere stecken Menschen an – und umgekehrt
Bei Corona waren es vermutlich Fledermäuse, beim Denguefieber sind es Mückenarten, welche die Krankheit übertragen. Krankheitserreger wechseln zwischen Tier und Mensch und verändern sich stetig weiter. Deshalb macht es Sinn, Tier- und Menschenkrankheiten gemeinsam zu betrachten. One Health nennt sich dieser Ansatz. Irène Dietschi kommt eben zurück von der Elfenbeinküste, wo sie ein One-Health-Projekt zur Bekämpfung der Tollwut besucht hat. Sie hat mit lokalen und international vernetzten One-Health-Fachleuten gesprochen. Was bringt der Ansatz, wo liegen die Grenzen?
Klimawandel: Schneller als gedacht?
Noch nie hatte es so wenig Meereis in der Antarktis. Noch nie war das Mittelmeer so warm. Ein Rekord jagt den nächsten – auch dieses Jahr wieder. Sind die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu vorsichtig in ihren Aussagen, haben sie die Folgen des Klimawandels unterschätzt? Oder gibt es auch solche die übertreiben? Und welche Rolle spielen dabei die Journalistinnen und Journalisten? «Kopf voran» ist der Podcast der SRF Wissenschaftsredaktion.
Wenn der Sex kommt
Wer tuts mit wem, wie, wo und warum zum ersten Mal? Sind Jugendliche von heute frühreif, oversexed und digital zugemüllt von Pornografie und Sexting? Die Sexualität von Jugendlichen bedient viele Vorurteile. Aber die Realität ist anders. Nämlich gar nicht so anders als früher. Manches ist hinzugekommen, vieles aber gleichgeblieben: der Zeitpunkt, Fragen, die Freude, der Frust und die Lust. Es war gut so, sagen junge Menschen rückblickend. Und es wird besser. Mit der Zeit. «Das erste Mal»: Sommerserie der SRF-Wissenschaftsredaktion, Folge 7/7. (Diese Folge wurde übernommen aus dem Podcast Feed «SRF Wissenschaftsmagazin», welcher ebenfalls von der SRF Wissenschaftsredaktion produziert wird.)
Der erste moderne Stausee
Europas erster moderner Stausee – mit beeindruckender Betonstaumauer - ist in der Schweiz entstanden, 1872 am Fuss der Stadt Fribourg. Heute gehört diese Stauanlage immer noch zu den weit über 1000 aktiven Stauseen der Schweiz. Im Schnitt sind diese Anlagen 70jährig. Wie sicher sind sie noch? Wie naturverträglich? Und: Wie viele weitere braucht bzw. verträgt es noch? «Das erste Mal»: Sommerserie der SRF-Wissenschaftsredaktion, Folge 6/7. (Diese Folge wurde übernommen aus dem Podcast Feed «SRF Wissenschaftsmagazin», welcher ebenfalls von der SRF Wissenschaftsredaktion produziert wird.)
Die ersten Mikroskope
Ende des 17. Jahrhunderts haben die ersten Forscher Mikroskope gebaut - und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus: Alles, was ihnen vor die Linse kam, war neu und aufregend. «Es war eine gute Zeit, um Wissenschaftler zu sein», sagt Keith Moore, Archivar der Royal Society in London. Er meint die Zeit um 1660, als 12 Wissenschaftler in London sich zusammentaten und die Royal Society gründeten, die englische Wissenschaftsgesellschaft, die lange die wichtigste in ganz Europa bleiben sollte. Alles, was Forscher sich damals genauer anschauten war neu. Sie waren die ersten, die konsequent darauf achteten, ihr Wissen nur aus Experimenten zu ziehen, und sie misstrauten überkommenen Autoritäten. Und: Sie boten einer neuen Technik den Raum, den sie brauchte, um sich voll zu entfalten: Der Mikroskopie. Robert Hooke, erster Kurator der Royal Society, liess sich von Londoner Handwerkern ein Mikroskop bauen und füllte ein ganzes Buch mit detaillierten Zeichnungen von Läusen, Mohnsamen und Nähnadelspitzen. «Micrographia» war das erste populärwissenschaftliche Buch überhaupt und für seine Zeit extrem erfolgreich. Wenige Jahre später las das Buch Antoni von Leeuwenhoek im niederländischen Delft, war fasziniert, baute seine eigenen Mikroskope und wurde zum zweiten Pionier der Mikroskopie: Er war der erste der Bakterien sah, beschrieb wie Spermien schwimmen und untersuchte das Leben in Pfützen vor seiner Haustür. – Ein Ausflug in die Wissenschaftswelt vor fast 400 Jahren, und die Frage, warum das Forschen und Aufklären eigentlich genau damals derart Fahrt aufnahm. «Das erste Mal»: Sommerserie der SRF-Wissenschaftsredaktion, Folge 5/7. (Diese Folge wurde übernommen aus dem Podcast Feed «SRF Wissenschaftsmagazin», welcher ebenfalls von der SRF Wissenschaftsredaktion produziert wird.)
Die erste Atomspaltung in der Schweiz
- oder: «Das blaue Leuchten». Nach Versuchen auf dem Labortisch in den 1930-er Jahren wollte es nicht gelingen, die neue Technik in der Schweiz nutzbar zu machen. Es brauchte die US-amerikanischen Reaktoren, um im grösseren Stil die Kernenergie zu studieren und zu nutzen. Nach langem Warten war es im Jahr 1955 endlich so weit: An der Konferenz «Atoms for Peace» der Vereinten Nationen in Genf wurde ein funktionierender Atomreaktor ausgestellt, eingeflogen aus den USA. Sein blaues Leuchten faszinierte zahlreiche Besucher - die Atomtechnik war auf Schweizer Boden angekommen. Auch eigene Reaktoren sollten entwickelt werden in der Schweiz. Doch geschmolzene Brennstäbe und Reaktorkerne setzten dem ein jähes Ende. Die Kernkraftwerke, die heute in Betrieb sind, stammen alle aus ausländischer Produktion. Auch wenn die Zukunft der Kernkraft in der Schweiz noch nicht geklärt ist: Geblieben ist ein Bedarf an Nuklear-Ingenieuren, die in einem Studiengang an der ETH ausgebildet werden. Ein Studium, das heute mehr Zulauf findet als auch schon. Ein Schulungsreaktor an der ETH Lausanne gibt dazu «hands on» Erfahrung, wir lassen uns die Anlage vom Instruktor zeigen – und fragen, wie es sich anfühlt, wenn man selber das erste Mal einen Atomreaktor steuert. «Das erste Mal»: Sommerserie der SRF-Wissenschaftsredaktion, Folge 4/7. (Diese Folge wurde übernommen aus dem Podcast Feed «SRF Wissenschaftsmagazin», welcher ebenfalls von der SRF Wissenschaftsredaktion produziert wird.)
Das erste Mal atmen
Durchschnittlich mehr als eine halbe Milliarde Mal atmen ein Mensch in seinem Leben ein und aus. Meistens, ohne darüber nachdenken zu müssen. Was braucht es, damit das Atmen funktionieren kann? Und wie können moderne Beatmungsgeräte uns aushelfen, wenn wir schwer erkranken? Die Ingenieure und Medizintechnikerinnen der Firma Hamilton Medical rückten während der Corona-Pandemie mit einem Schlag in den Fokus der Öffentlichkeit. Denn das Unternehmen im Bündner Rheintal zählt zu den drei wichtigsten Herstellern von Beatmungsgeräten weltweit. Um ein solches High-End-Gerät herzustellen, müssen die Fachleute dort viel darüber wissen, wie unsere Lungen funktionieren und was sie brauchen, um atmen zu können. Nicht allein Menschen, die schwer an COVID-19 erkrankten, müssen beatmet werden - sondern auch Babies, die zu früh zur Welt kommen. Ihnen fällt das eigenständige Atmen zu schwer, weil in ihren Lungen eine ganz besondere Flüssigkeit fehlt: das Lungensurfactant. Dieses seifenartige Sekret untersucht die Materialforscherin Maria Novaes an der ETH Zürich. Sie versucht, dem physikalisches Rätsel auf die Spur zu kommen, warum die feinsten Strukturen in unseren Lungen überhaupt stabil sind. «Das erste Mal»: Sommerserie der SRF-Wissenschaftsredaktion, Folge 3/7. (Diese Folge wurde übernommen aus dem Podcast Feed «SRF Wissenschaftsmagazin», welcher ebenfalls von der SRF Wissenschaftsredaktion produziert wird.)
Bremsen für die Wale im Mittelmeer
Jedes Jahr werden Dutzende bis Hunderte Wale im Mittelmeer von Schiffen gerammt. Der grössere Teil stirbt, ein kleinerer Teil überlebt - mit sichtbaren Verletzungen. Forschende und Meeresschutzorganisationen fordern deshalb Geschwindigkeitsbegrenzungen für Schiffe. Etwa 1700 erwachsene Finnwale und etwas weniger Pottwale leben im Mittelmeer. Die meisten konzentrieren sich vor der Küste Italiens, Frankreichs und Spaniens im nordwestlichen Mittelmeer. Jetzt hat die internationale Seeschifffahrts-Organisation dieses Gebiet zu einer besonders sensiblen Zone erklärt und zum ersten Mal haben einige Reedereien angekündigt, ihre Schiffe zum Schutz der Wale langsamer fahren zu lassen. «Das erste Mal»: Sommerserie der SRF-Wissenschaftsredaktion, Folge 2/7. (Diese Folge wurde übernommen aus dem Podcast Feed «SRF Wissenschaftsmagazin», welcher ebenfalls von der SRF Wissenschaftsredaktion produziert wird.)
Das erste Mal eine Leiche sezieren
Medizinstudierende müssen im 2. Studienjahr im Anatomiekurs eine Leiche zergliedern. Viele fürchten sich vor dem ersten Schnitt. Ist diese Hürde jedoch überwunden, erschliesst sich ihnen die wunderbare Innenwelt des menschlichen Körpers. Sezieren bedeutet, mit dem Skalpell die Körperstrukturen schichtweise freizulegen: Haut und Muskeln, Bänder und Sehnen, Blutgefässe, Nerven, immer weiter in die Tiefe bis zu Knorpel und Knochen. «So lernen Studierende, die komplexe Anatomie des menschlichen Körpers mit allen Sinnen zu begreifen», sagt Magdalena-Müller Gerbl von der Universität Basel. Begründer dieser naturwissenschaftlichen Anatomie war Andreas Vesalius (1514-1564). Auf seinen Schriften beruhen heutige Lehrbücher, und er führte ein Denken ein, das für Mediziner immer noch gilt: nichts glauben, überprüfen, selber schauen. Moderne Bildgebungen wie Computertomographie oder MRI vermitteln neue und spannende Einsichten ins Körperinnere, auch in der Anatomie. Doch die beste Bildgebung ersetzt nicht, was angehende Ärztinnen und Ärzte direkt an einem Leichnam lernen. «Das erste Mal»: Sommerserie der SRF-Wissenschaftsredaktion, Folge 1/7. (Diese Folge wurde übernommen aus dem Podcast Feed «SRF Wissenschaftsmagazin», welcher ebenfalls von der SRF Wissenschaftsredaktion produziert wird.)
Mit dem Solar-Auto quer durch Australien
Studierende der ETH Zürich wollen in fünf Tagen 3000 Kilometer quer durch Australien fahren. Und das ausschliesslich mit Strom vom eigenen Autodach. Auf dem Flugplatz Dübendorf bereiten sie sich derzeit vor für das härteste Solar-Auto-Rennen der Welt, die World Solar Challenge. Noch sieht ihr Fahrzeug aus wie eine Seifenkiste. Aber die ersten Tests hat es mit Bravour bestanden. Was kann die Autoindustrie von den 21-jährigen Ingenieuren lernen? Eine live-on-tape-Reportage aus dem Solar-Autowerkstatt von Christian von Burg.
Ruhe im Kopf
Antischalltechnologie: Wie Noise-Cancelling funktioniert und wo es heute für Ruhe sorgt. Mit Antischallwellen störenden Umgebungslärm ausblenden: Im Cockpit von Flugzeugen schon lange üblich, prägen Kopfhörer mit aktivem Noise-Cancelling heute auch am Boden zunehmend unseren Alltag. Man trägt sie «over ear» wie «in ear», um unterwegs mehr von der Musik zu haben oder um sich einfach besser zu konzentrieren. Nicht jede Lärmquelle aus der Umgebung allerdings lässt sich beliebig auslöschen. Was geht, was nicht? Wie kann man Lärm überhaupt mit Gegenlärm abstellen? Und wie schafft es ein Zürcher Team von Sound-Spezialisten, ein ganzes Techno-Festival zu entschallen, so dass das Publikum die wummernden Bässe noch hört, die Anwohner und Anwohnerinnen jedoch nicht mehr?
KI lernt Keilschrift
Wie künstliche Intelligenz uralten Tontafeln Leben einhaucht. Handygrösse ist Standard. Passt gut in die Hand. Lässt sich prima lesen und ist erst noch aus recyclingfähigem Material. Sumerer und Babylonier schrieben einander schon vor zehntausenden von Jahren Messages im handlichen Format. Mit einem Pen aus Schilfrohr oder Holz drückten sie ihre Gedanken, Inventarlisten und ganze Epen in Keilschrift auf Tontafeln. Unmengen solcher Tafeln sind bis heute erhalten. Meist zerbrochen. Doch Künstliche Intelligenz hilft kleben. Im übertragenen Sinn. Wissenschaftler:innen trainieren Algorithmen, damit diese Texte und Scherben zusammenfügen.
Die Seeschwalben und der Virustod
Auf der Wattenseeinsel Norderoog sind letzten Sommer fast alle Brandseeschwalben an der Vogelgrippe verendet. Inzwischen infiziert das Virus H5N1 nicht nur Wild- und Nutzvögel, sondern auch Säugetiere. Und demnächst den Menschen? Seit über einem Jahr wütet die Vogelgrippe H5N1. Millionen von Wild- und Hausvögeln in allen Weltregionen wurden angesteckt, ganze Bestände seltener Vogelarten sind bedroht. Zu ihnen zählen die Brandseeschwalben: An der gesamten Nordseeküste ist es im Sommer 2022 in den Brutkolonien dieser Wasservögel zu einem Massensterben gekommen. Der junge Biologe Jannis Dimmlich hat es auf Norderoog hautnah miterlebt. Derweil versucht die Wissenschaft nach Kräften, dem Vogelgrippevirus Herr zu werden - mit besserer, schnellerer Diagnostik etwa oder mit modernen Impfstoffen. Diese sollen verhindern, dass das Virus weiter mutiert und noch tödlicher werden könnte. Im Podcast zu hören sind: Jannis Dimmlich, Agragökologe in Schleswig-Holstein. Gert Zimmer, Vogelgrippe-Spezialist am Institut für Immunologie und Virologie IVI in Mittelhäusern BE. Tobias Schindler, Epidemiologe und Spezialist für PCR-Diagnostik.
Leben unterm Eispanzer – die Sonde JUICE startet zum Jupiterflug
Die ESA wagt sich so weit hinaus wie noch nie. Die Sonde Juice wird acht Jahre reisen, bis sie ihr Ziel erreicht hat: Das Jupiter-System. 700 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, in einer Welt der Extreme. Extrem kalt, extrem dunkel und extrem verstrahlt. «Jupiter ist ein riesiger Teilchenbeschleuniger», sagt Audrey Vorburger, und trotzdem könnte es unter den Eisdeckeln der grossen Jupitermonde Leben geben. Audrey Vorburger ist Astrophysikerin an der Universität Bern und Chefin eines der Geräte an Bord von Juice. Im Gespräch mit Katharina Bochsler erzählt sie bei «Kopfvoran Talk» von dieser fernen und widersprüchlichen Welt.
Der Schnitt, der heilt
Die Genschere CRISPR hat Mediziner träumen lassen, wie kaum je zuvor. Schwerste Krankheiten heilen, Erbkrankheiten schon im Embryo korrigieren - unendlich viel schien möglich. In den 12 Jahren seit ihrer Entdeckung hat die Genschere nun Begegnung mit der Realität gemacht: 2018 zeigte sich, dass sich kaum verhindern lässt, dass einzelne Forscher, wie der Chinese He Jiankui, die Schere missbrauchen, um genmanipulierte Babies zur Welt kommen zu lassen. Und weitere fünf Jahre später ist klar: die ersten CRISPR-Therapien stehen kurz vor der Zulassung, und machen bislang unheilbarer Krankheiten wie die Sichelzellanämie plötzlich heilbar.
Schneeforschung am SLF
Am Schnee- und Lawinenforschungsinstitut in Davos wird im Winter täglich das Lawinenbulletin erstellt. Es ist aber auch ein grosses Forschungsinstitut mit 180 Leuten, die täglich mehr über Schnee herausfinden möchten. Es geht um die stetige Verbesserung von Lawinenprognosen aber auch um Grundlagenforschung für ein noch besseres Verständnis vom Schnee - wie er aufgebaut ist, wie er sich umwandelt, was ihn allenfalls gefährlich macht. Für dieses Ziel werden auch immer wieder eigene Geräte entwickelt und Computerprogramme geschrieben. Und, es gibt auch immer wieder mal einen Satz kalte Finger und Ohren, ob draussen im Schnee oder drinnen im Kältelabor bei Minus 20 Grad Celsius. Ein Besuch am Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos.
Trailer: Schneeforschung am SLF
In Davos wird seit über 80 Jahren Schneeforschung betrieben. Es geht um die stetige Verbesserung von Lawinenprognosen aber auch um Grundlagenforschung für ein noch besseres Verständnis vom Schnee - wie er aufgebaut ist, wie er sich umwandelt, was ihn allenfalls gefährlich macht. Ein Besuch am Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos, wo der Autor schnell merkt: Schneeforschung hat viel mit schaufeln zu tun - und durchaus auch mit frieren.
Flucht in die Wissenschaft –
Wie drei ukrainische Forscherinnen in der Schweiz überleben. Forscherinnen und Studierende, die aus der Ukraine geflüchtet sind, werden in der Schweiz unterstützt: Finanziert vom Nationalfonds, können mehr als 100 ukrainische Wissenschaftlerinnen an einer Schweizer Hochschule weiterarbeiten. Auch für fast 1000 ukrainische Studierende haben die Universitäten unbürokratisch ihre Türen geöffnet. Wie geht es ihnen fast ein Jahr nach Kriegsausbruch? Wie gut sind sie integriert? Durften nur die «Besten» kommen? Und wie lange können sie bleiben? Wir treffen drei geflüchtete Forscherinnen und zeichnen nach, wie ihnen die wissenschaftliche Arbeit auch hilft, sich vom Kriegsgeschehen in der Ukraine abzulenken. Im Podcast zu Wort kommen: - Svitlana Drozdovska (50), Professorin für Sportwissenschaft, Universität Lausanne - Oksana Ruchynska (53), Professorin für Altertumswissenschaften, Universität Freiburg - Oksana Shliakhtun (23), Masterstudentin Physik, Universität Zürich und PSI - Matt Kimmich, wissenschaftlicher Mitarbeiter schweizerischer Nationalfonds - Grégoire Millet, Professor für Sportphysiologie, Universität Lausanne
TRAILER: Flucht in die Wissenschaft –
Wie drei ukrainische Forscherinnen in der Schweiz überleben. Forscherinnen und Studierende, die aus der Ukraine geflüchtet sind, werden in der Schweiz unterstützt – vom Nationalfonds und von den Hochschulen. Wie geht es ihnen ein knappes Jahr nach Kriegsausbruch? Svitlana Drozdovska (50) ist Sportwissenschaftlerin und Teil einer Forschungsgruppe an der Universität Lausanne. Die Altertumswissenschaftlerin Oksana Ruchynska (52) arbeitet an der Universität Freiburg an ihren Studien zu den altgriechischen Städten der Schwarzmeerküste. Oksana Shliakhtun (23) studiert Physik an der Universität Zürich und macht ihre Masterarbeit am Paul Scherrer Institut in Villigen. Dort hat sie auch einen Teilzeitjob. Die wissenschaftliche Arbeit hilft allen dreien, sich vom Kriegsgeschehen in der Ukraine abzulenken. Euer Feedback, eure Fragen und Anmerkungen erreichen uns via Signal, WhatsApp, Threema oder Telegram unter der Nummer 079 878 65 04 oder via [email protected]
Kreuzbandriss ojeh - Update! (2/2)
Operieren oder nicht operieren? Diese Frage stellen sich viele, die sich das Kreuzband gerissen haben. Was wirklich zu besseren Resultaten führt, ist bis heute umstritten - ein Problem bei vielen operativen Eingriffen. Dahinter stecken die grundlegenden Fragen: Welcher Eingriff nützt wie viel - und zu welchem Preis? Antworten darauf - zumindest für einige ausgewählte Eingriffe - lieferte bis vor wenigen Monaten das "Swiss Medical Board". Dieses unabhängige wissenschaftliche Gremium sorgte mit seinen Berichten und Empfehlungen immer wieder für viel Aufsehen. Zum Beispiel kam es zum Schluss, dass eine Operation eines gerissenen Kreuzbandes selten zu besseren Resultaten führt als eine Therapie ausschliesslich mit Physiotherapie. Nun hat das "Swiss Medical Board" seine Arbeit eingestellt. Eine Abteilung des Bundesamtes für Gesundheit macht nun solche Kosten-Nutzen-Überprüfungen - stösst dabei aber auf einiges an Widerstand. Ein Update der Doppelfolge vom Frühjahr 2021 Links: Bericht des "Swiss Medical Board" zur Kreuzband-Operation Alle abgeschlossenen Berichte des "Swiss Medical Board" Berichte des HTA-Programmes des BAG Euer Feedback, eure Fragen und Anmerkungen errichen uns via Signal, Whatsapp, Threema oder Telegram unter der Nummer 079 878 65 04 oder via [email protected]
Kreuzbandriss ojeh - Update! (1/2)
Das vordere Kreuzband reissen sich viele Menschen in der Schweiz, die gern Fussball spielen oder Skifahren. Doch was am Besten zu tun ist bei dieser häufigen Sportverletzung, ist seit Jahrzehnten umstritten: operieren oder nicht operieren? Nicht gerade einfacher ist diese Entscheidung, seit es verschiedene Möglichkeiten gibt, wie ein gerissenes Kreuzband operiert werden kann. Und trotzdem ist bis heute nicht geklärt: welche Behandlungsmethode bringt überhaupt am meisten? Eine Odysse durch das Schweizer Gesundheitssystem – als Erlebnisbericht. Update der Doppelfolge vom Frühjahr 2021 Euer Feedback, eure Fragen und Anmerkungen errichen uns via Signal, Whatsapp, Threema oder Telegram unter der Nummer 079 878 65 04 oder via [email protected]
Trailer: Kreuzbandriss ojeh - Update!
Jedes Jahr reissen sich mehrere Tausend Menschen in der Schweiz das Kreuzband - zum Beispiel beim Skifahren oder beim Fussballspielen. Was dann? Ein Kreuzbandriss kann man operieren oder konservativ behandeln, also ausschliesslich mit Physiotherapie. Was für wen die passende Option ist, hängt vom einzelnen Patienten oder der Patientin ab. Doch eine Operation kostet ein Vielfaches von der konservativen Behandlung. Ob eine Operation auch deutlich mehr nützt als "Physio only", ist jedoch umstritten. Bei "Kopf voran" gibt es ein Update zu dieser Diskussion, die wir vor knapp zwei Jahren erstmals beleuchtet haben. Euer Feedback, eure Fragen und Anmerkungen errichen uns via Signal, Whatsapp, Threema oder Telegram unter der Nummer 079 878 65 04 oder via [email protected]
Klimakonferenz – wie geht das?
Christian von Burg ist unser Mann vor Ort – und erzählt uns direkt aus Sharm el-Sheik in Ägypten, wie es dort konkret aussieht, wer was macht – und warum auch die Erdöllobby vor Ort ist. // 40'000 Menschen sind dieser Tage nach Sharm el-Sheik in Ägypten gereist, an die 27. Ausgabe der Weltklimakonferenz. Nur ein Bruchteil von ihnen nimmt effektiv an den Verhandlungen teil. Der grosse Rest sind Lobbyisten, Vertreterinnen und Vertreter von NGOs oder Journalisten.
Klimakonferenz - wie geht das?
Was wollt ihr alles wissen? Meldet euch mit einer Sprachnachricht unter 079 878 65 04 (WhatsApp, Telegram, Signal oder unter der Threema-ID 8V5RNVBF) - oder via Email auf [email protected]
Unser Schlaf (2/2): Wie schläfts und träumts in uns?
Beim Aufwachen erinnert man sich vielleicht noch vage an einen Traum. Doch die langen Stunden, in denen man zuvor im Bett lag, sind wie getilgt. Wir haben keine Ahnung, was mit uns geschieht, während wir schlafen. Geschieht überhaupt etwas? - Und ob! Nacht für Nacht befinden wir uns auf einer langen Berg- und Tal-Wanderung, steigen nach dem Einschlafen immer tiefer ab, bis in den Tiefschlaf, kommen wieder hoch, durch den unruhigen REM-Schlaf bis zum oberflächlichen Leichtschlaf, um danach erneut ab- und aufzusteigen, alle 90 bis 110 Minuten wieder. Das Gehirn gibt auf dieser Wanderung den Takt an und ist aktiv, anders als am Tag, aber nonstop. Es stutzt zum Beispiel Nervenzellen zurück, die tagsüber beim Denken entstanden sind, wie ein Gärtner beim Baumschneiden. Oder es verarbeitet Denkprozesse und Emotionen weiter. Auch sonst erleben die Schläfer und Schläferinnen einiges. Sie sehen sich träumend ihre eigenen Spielfilme an oder haben Erektionen, und dies nicht zu knapp: vier bis sechs Mal pro Nacht.
Unser Schlaf (1/2): Besser schlafen – geht doch!
Abends müde ins Bett und am Morgen frisch erholt wieder raus: Schön wärs! Laut Umfragen schläft nicht einmal die Hälfte der Schweizer Bevölkerung gut. Jede zehnte, jeder zehnte schläft sogar chronisch schlecht. Was also tun, um besser zu schlafen? Die Antwort wäre eigentlich klar: Die «Kognitive Therapie für Insomnie» (KVTI) hilft den allermeisten, die dieses Verhaltenstraining machen und an Insomnie leiden, d.h. an einer der sehr verbreiteten, psychisch bedingten Ein- und Durchschlafstörungen. Das zeigen breit abgestützte Studien. Die Schlafforschung empfiehlt dieses Training daher als Therapie der ersten Wahl bei Insomnien. Dumm nur, dass es viel zu wenige Behandlungs-Plätze gibt. Warum ist das so? Können manche Apps mit virtuellen Schlafexperten die Therapie-Lücke füllen? Was wirkt sonst noch bei Schlafproblemen? Was weniger? Und was ist problematisch?
Besser schlafen? Geht doch!
Neuer Podcast der Wissenschaftsredaktion Kopf voran zum Thema Schlafen. Ab 16.9.2022 erhältlich. Sendet eure Geschichten per Sprachnachricht bitte auf 079 878 65 04 oder per Mail auf [email protected]
Mitten ins Gehirn (2/2): das LSD-Revival
Der Psychiater Peter Gasser aus Solothurn führte 2008 die weltweit erste Studie mit LSD durch – nach 40 Jahren Forschungsverbot. Inzwischen sind LSD und andere psychedelische Substanzen wie Psilocybin und MDMA vor der medizinischen Zulassung. Und bei den Firmen herrscht Goldgräberstimmung. Wegen seiner wilden Vergangenheit in den 1960-er und 1970-er Jahren war LSD jahrzehntelang verboten – für den Konsum wie auch als Medikament. Jetzt werden LSD und andere psychedelische Substanzen wiederentdeckt und -erforscht, als Heilmittel gegen Angst, Depressionen und andere psychische Leiden. Psychedelika seien nach jahrzehntelanger Ebbe DIE Innovation bei den Psychopharmaka, sagt der der Basler Pharmakologe und LSD-Forscher Matthias Liechti. In den USA könnte MDMA («Ecstasy») bereits 2023 auf den Markt kommen, als Medikament gegen posttraumatische Belastungsstörung.
Mitten ins Gehirn (1/2): Der hirnstimulierte Patient
Francis Jacquaz aus Delémont hat sich für eine Operation entschieden, die ihn von seinem Zittern befreien soll. In einem fünfstündigen Eingriff implantieren ihm Hirnchirurgen des Inselspitals Bern zwei Elektroden ins Hirn. Im Thalamus, einer Region des Zwischenhirns zehn Zentimeter unter der Schädeldecke, befindet sich ein spezieller Ort: der Knotenpunkt eines neuronalen Netzwerkes, das die Motorik steuert. Wird dieser Knotenpunkt mit Strom stimuliert, lassen sich Bewegungsstörungen wie Francis Jacquaz Zittern lindern. Das Verfahren heisst Tiefe Hirnstimulation. Auch bei anderen Erkrankungen wird die Tiefe Hirnstimulation angewandt, etwa bei chronischen Schmerzen, Zwangsstörungen oder schweren Depressionen.
Mitten ins Gehirn – Trailer und Aufruf
Könnt ihr euch vorstellen, Depressionen mit Psychedelika wie LSD zu behandeln? Funktioniert das in unserer Gesellschaft?Eure Meinung ist gefragt, als Sprachnachricht auf die WhatsApp-Nummer 079 878 65 04, oder per Mail an [email protected].
Radioaktiver Abfall (2/2): Die Angst vor einem Atommüll-Lager
Vehementer Widerstand aus der Bevölkerung führte dazu, dass die Suche nach einem Endlager in der Schweiz immer wieder scheiterte. Seit knapp 15 Jahren verläuft diese schwierige Suche nach einer neuen Strategie - einer Strategie, welche die Ängste und Befürchtungen der Menschen mit einbeziehen soll. Im kommenden September wird die Nagra – die nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle – jenen Standort für ein geologisches Tiefenlager empfehlen, den sie für den am besten geeigneten hält. An den Reaktionen darauf wird sich zeigen, ob die Endlagersuche heute mit grösserer Akzeptanz verläuft als noch bis in die 1990er-Jahre. Ganz anders läuft die Endlagerfrage in Finnland ab: Dort befindet sich das erste Lager für radioaktive Abfälle aus AKW bereits im Bau und soll innert weniger Jahre den Test-Betrieb starten. Die Suche nach einem Standort und die Bewilligung für den Bau gingen über die Bühne, ohne dass die betroffene Gemeinde ein Veto eingelegt hat. Was läuft anders in Finnland als in der Schweiz? Was kann die Schweiz vom skandinavischen Land kopieren? Und welche Probleme muss sie auf eigene Art und Weise lösen? Studien und Berichte: - Rolle der Gemeinden bei der finnischen Endlagersuche: https://doi.org/10.1016/j.pnucene.2021.103632 - Empfehlungen der OECD zur partizipativen Endlagersuche: https://www.oecd-nea.org/jcms/pl_14486/partnering-for-long-term-management-of-radioactive-waste?details=true - Vorstudie zur partizipativen Entsorgung in der Schweiz: https://pubdb.bfe.admin.ch/de/publication/download/1404.pdf Buch: - "Deep Time Reckoning" (2020, engl.), Vincent Ialenti, MIT Press
Radioaktiver Abfall (1/2): Wo entsorgen wir unseren Atommüll?
50 Jahre schon dauert die Suche in der Schweiz nach einem Endlager für radioaktive Abfälle. Im September nun soll bekannt werden, welcher Ort der sicherste sein soll, um den strahlenden Müll in der Tiefe zu vergraben. Das Endlager soll in mehreren 100 Metern Tiefe gebaut werden, in der Gesteinsschicht Opalinus-Ton. Diesen Ton haben Forscher und Forscherinnen während gut 25 Jahren abgeklopft auf seine Tauglichkeit für ein Endlager. Kaum eine andere Gesteinsschicht in der Schweiz dürfte heute so gut erforscht sein. Und dennoch bleiben Unsicherheiten, denn so ein Lager soll die radioaktiven Abfälle für eine Million Jahre sicher wegschliessen. Was weiss die Forschung heute darüber, wie sicher so ein Atommüllager im Opalinus-Ton sein wird? Was ist mit «sicher» überhaupt gemeint? Und was geschah eigentlich während der 50 Jahre, in denen schon nach einem Endlager gesucht wurde? Studien: - Stand der Forschung im Felslabor Mont Terri: https://link.springer.com/journal/15/volumes-and-issues/110-1 - aktuelles Konzept der NAGRA: https://www.nagra.ch/de/arbeitsbericht-21-10 Bücher: - "Atomfieber" (2019), Michael Fischer, Hier und Jetzt-Verlag - "Wohin mit dem Atommüll" (2019),Marcos Buser, Rotpunktverlag - "Strahlende Schweiz" (1999), Susan Boos, Rotpunktverlag
Radioaktiver Abfall - Trailer und Aufruf
Was würdet ihr machen, wenn bei euch in der Gemeinde das definitive Endlager für radioaktive Abfälle gebaut würde?Meldet euch, gern mit einer Sprachnachricht auf die Whatsapp-Nummer 079 878 65 04 oder per E-Mail an [email protected]
Ausserirdisches Leben (2/2)
Schon in 10, 20 Jahren könnten wir ausserirdisches Leben entdecken, sagen Astrobiologen. Daniel Angerhausen und sein Team an der ETH Zürich entwickeln ein grosses neues Weltraumteleskop mit dem sie auf fernen Exoplaneten noch gezielter als bisher nach Spuren von Leben suchen wollen. Gibt es da vielleicht sogar höheres, intelligentes leben? Durchaus möglich, sagen die Forscher und nehmen auch sogenannte Techno-Signaturen unter die Lupe – Spuren, die ferne Zivilisationen auf ihren Planeten hinterlassen haben könnten. Feedback oder Input gerne per Sprachnachricht auf 079 878 65 04 oder per Mail an [email protected].