
radio klassik Stephansdom - kurz & knackig
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UNESCO-Welterbe Schloss Eggenberg – Teil 6
Ein Schloss in seinem Originalzustand bestaunen zu können, ist ein großes Geschenk und ein unermesslicher Schatz. Diesen Zustand zu erhalten, ist aber auch eine enorme Herausforderung, sagt Paul Schuster.

UNESCO-Welterbe Schloss Eggenberg – Teil 9
Die Chefkuratorin der Alten Galerie, Karin Leitner-Ruhe, führt durch die Alte Galerie und zu einigen ganz besonderen Werken.

UNESCO-Welterbe Schloss Eggenberg – Teil 5
Im UNESCO-Welterbe Schloss Eggenberg kann man Barock pur erleben, von der Architektur über die Deckenmalereien bis hin zu den originalen Fensterscheiben. Einmal im Monat präsentiert sich das Schloss in ganz besonderem Glanz. Woher dieser Glanz kommt - und warum er sich im Laufe der Jahrhunderte erhalten hat, verrät uns der Leiter von Schloss Eggenberg, Paul Schuster.

UNESCO-Welterbe Schloss Eggenberg – Teil 11
Die zunehmende Trockenheit und extreme Hitze setzen dem Garten Schloss Eggenbergs stark zu. Aber auch dem historischen Gebäude bekommt dieses Klima nicht. Schloss und Garten unter diesen schwierigen Bedingungen zu erhalten, ist eine der größten aktuellen Herausforderungen, sagt der Leiter des Schlosses, Paul Schuster.

UNESCO-Welterbe Schloss Eggenberg – Teil 8
Schloss Eggenberg mit seinen 24 Prunksälen ist eine Attraktion für sich. Es ist aber auch Museumsstandort und beherbergt das Archäologiemuseum, das Münzkabinett und die Alte Galerie. All diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist eine Gratwanderung, weiß die langjährige Leiterin von Schloss Eggenberg, Barbara Kaiser.

UNESCO-Welterbe Schloss Eggenberg – Teil 2
Mit seinen 24 Prunkräumen stellte Schloss Eggenberg damals sogar königliche Residenzen in den Schatten. Warum Hans Ulrich von Eggenberg sein Schloss derart überdimensioniert errichten ließ, erklärt Paul Schuster.

UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Eggenberg – Teil 1
Über die Bedeutung des UNESCO-Weltkulturerbes und einzigartigen barocken Gesamtkunstwerks Schloss Eggenberg spricht Paul Schuster, der Leiter der Abteilung Schloss Eggenberg und der Alten Galerie.

Weinviertler Sommer Genusstour 2022: Eisenhuthaus
Das Genießen steht am Sonntag, 7. August 2022, im Weinviertel im Mittelpunkt. Von 10 bis 19 Uhr laden dort viele Produzenten zu einem Blick hinter die Kulissen ihrer Betriebe und zum Verkosten ihrer Produkte ein. Der Thementag in Zusammenarbeit mit Weinviertel Tourismus stellt Betriebe dieser Sommer Genusstour vor. Darunter ist auch das Eisenhuthaus Poysdorf.

Weinviertler Sommer Genusstour 2022: Weingut Zuschmann-Schöfmann
Das Genießen gehört wie vieles zum Sommer. Am Sonntag, 7. August 2022, lädt Weinviertel Tourismus zu einer besonderen Genusstour. Denn 25 Betriebe haben von 10 bis 19 Uhr geöffnet und laden zum Verkosten ein. Unser Thementag in Zusammenarbeit mit Weinviertel Tourismus stellt diese Betriebe dieser Sommer Genusstour vor. Darunter ist auch Weingut und Sekterei Zuschmann-Schöfmann in Martinsdorf.

Weinviertler Sommer Genusstour 2022: Hofladen Plöch
Das Genießen hat besonders im Sommer Tradition. Einen vielfältigen Genuss den können Sie am Sonntag, 7. August 2022, im Weinviertel erfahren. Von 10 bis 19 Uhr laden dort viele Produzenten zu einem Blick hinter die Kulissen ihrer Betriebe und zum Verkosten ihrer Produkte ein. Der Thementag in Zusammenarbeit mit Weinviertel Tourismus stellt Betriebe dieser Genusstour vor. Darunter auch den Hofladen Plöch in Enzersdorf im Thale.

Weinviertler Sommer Genusstour 2022: ÖsterReis
Das Genießen gehört zum Sommer. Vielfältigen Genuss den können Sie am Sonntag, 7. August 2022, im Weinviertel erfahren. Von 10 bis 19 Uhr laden dort viele Produzenten zu einem Blick hinter die Kulissen ihrer Betriebe und zum Verkosten ihrer Produkte ein. Der Thementag in Zusammenarbeit mit Weinviertel Tourismus stellt Ihnen viele der Betriebe vor. Darunter jenen von Gregor Neumeyer. Er produziert und verarbeitet Reis in Österreich.

Weinviertler Sommer Genusstour 2022: Genusskoarl
Das Genießen gehört zum Sommer. Vielfältigen Genuss den können Sie am Sonntag, 7. August 2022, im Weinviertel erfahren. Von 10 bis 19 Uhr laden dort viele Produzenten zu einem Blick hinter die Kulissen ihrer Betriebe und zum Verkosten ihrer Produkte ein. Der Thementag in Zusammenarbeit mit Weinviertel Tourismus stellt Ihnen viele der Betriebe vor. Darunter auch den von Karl Severin Traugott, alias Genusskoarl.

Sommer Genusstour: Einführung
Das Genießen gehört zum Sommer. Vielfältigen Genuss können Sie am Sonntag, 7. August 2022, im Weinviertel erfahren. Von 10 bis 19 Uhr laden dort viele Produzenten zu einem Blick hinter die Kulissen ihrer Betriebe und zum Verkosten ihrer Produkte ein. Der Thementag in Zusammenarbeit mit Weinviertel Tourismus stellt Ihnen viele der Betriebe vor. Den Beginn macht eine allgemeine Erklärung zur Genusstour. Dazu kommt Johannes Pleil von Weinviertel Tourismus zu Wort.

Weinviertler Sommer Genusstour 2022: Weinviertler Weinbergschnecke
Das Genießen hat besonders im Sommer Tradition. Einen vielfältigen Genuss den können Sie am Sonntag, 7. August 2022, im Weinviertel erfahren. Von 10 bis 19 Uhr laden dort viele Produzenten zu einem Blick hinter die Kulissen ihrer Betriebe und zum Verkosten ihrer Produkte ein. Der Thementag in Zusammenarbeit mit Weinviertel Tourismus stellt Betriebe dieser Genusstour vor. Ein spezieller Genuss dabei ist auch der Weinviertler Weinbergschnecke gewidmet.

Weinviertler Sommer Genusstour 2022: Obstbau Bucher
Zum Genießen Weinviertler Köstlichkeiten lädt am Sonntag, 7. August 2022, Weinviertel Tourismus. Die Sommer Genusstour bietet Verkostung, Verkauf und einen Blick hinter die Kulissen von 25 Betrieben der Region. Diese haben von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Unser Thementag macht akustischen Gusto darauf. Zum Beispiel auf das Angebot von Obstbau Bucher in Braunsdorf.

Heute vor 3 Jahren: 2. August 2019
2. August 2019: Schließung des Kohlekraftwerks Dürnrohr Nach 33 Jahren brannte in Dürnrohr das letzte Kohlenfeuer. Das Kohlekraftwerk Dürnrohr wurde als Ersatz für das nie in Betrieb genommene Atomkraftwerk Zwentendorf erbaut. Diesen historischen Rückblick präsentiert Ihnen das Haus der Geschichte in St. Pölten.

Schwester Christine Rod
Geben wir einander nicht auf! Schwester Christine Rod ist Theologin und Generalsekretärin der österreichischen Ordenskonferenz. Auf die Idee Influencerin auf Social Media zu werden, ist sie vermutlich noch nicht gekommen. Dabei würden ihre Erfahrungen aus dem Klosterleben unter den Hashtags #selbstfürsorge #geschlechtergerechtigkeit oder #miteinanderstattnebeneinander bestimmt einiges an Beachtung finden. Im Sommergespräch mit Veronika Bonelli erzählt sie über ihre Erfahrungen mit Stille, der rhythmischen Gestaltung des Alltags im Kloster und ihre Urlauspläne. Was ihrer Meinung nach hilft, wenn es zwischen Wohnungskollegen, in Partnerschaften, Freundschaften oder unter Kollegen zu gröberen Meinungsverschiedenheiten kommt? "Auf das Gute schauen, nicht immer Probleme wälzen." Im Blick auf Pandemie, Klimakrise und Krieg hat auch die im Glauben an Gott feststehende Ordensfrau keine schnellen Lösungen und schon gar keine Antworten auf die Warum-Fragen. Aber eine Bitte: „Bleiben wir im Gespräch. Geben wir einander nicht auf!“

Heute vor 75 Jahren: 1. August 1947
1. August 1947: Gründung der Österreichischen Donaukraftwerke AG Die Donaukraftwerke sind dank des gut vorhersagbaren Dauerbetrieb ein Rückgrat der heimischen Stromversorgung. Die Nutzung der Ressourcen erfordert nicht zu unterschätzendes, verantwortungsvolles Handeln. Die Eingriffe in die Donau sollen möglichst gering gehalten werden, um die Artenvielfalt der Donau und der umgebenden Landschaft für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Diesen historischen Rückblick präsentiert Ihnen das Haus der Geschichte in St. Pölten.

Schiffskapitän Markus Haider
Markus Haider ist Käpt´n des historischen Fährschiffs „Carnuntum“ mit beheiztem Salon und Sonnendeck. Stefan Hauser hat ihn von Korneuburg nach Wien begleitet. In der Sendung erfahren Sie viel über das berufliche Wirken am Wasser, Gefahren und die Schönheit des Reisens mit dem Schiff.

Zauberflöte die Zweite
Den Inhalt der „Zauberflöte“ stringent zu erzählen, ist gar nicht so leicht. Emmanuel Schikaneder hat anno 1791 eine Wiener Vorstadtmischkulanz gemischt aus Märchen, exotischer Tierwelt und Freimaurerriten. Dazu die geniale Musik von Wolfgang Amadé Mozart. Die amerikanische Regisseurin Lydia Steier hat ihre Inszenierung aus 2018 kräftig überarbeitet. Am Pult der Wiener Philharmoniker stand nach der erfolgreichen „Così fan tutte“ der letzten beiden Jahre Joana Mallwitz. Die „Zauberflöte“ ist vom Großen Festspielhaus ins Haus für Mozart übersiedelt. Und das hat dieser Produktion mehr als gut getan. Die Erzählperspektive bleibt die gleiche wie vor vier Jahren: In einer wohlhabenden gutbürgerlichen Familie in einem Wiener Innenstadtpalais der Jahrhundertwende am Vorabend des Ersten Weltkrieges erzählt der Großvater seinen drei Enkelsöhnen die Geschichte der Zauberflöte. Burgschauspieler Roland Koch übernimmt diese Rolle in der Dialogfassung von Ina Karr und Lydia Steier und damit auch die meisten originalen Sprechtexte der Partitur. Die Zauberflötenfiguren entschlüpfen der häuslich gewohnten Umgebung und sind doch luzide Träume. Aus der hysterischen Mutter fährt die Königin der Nacht samt kolossalem Tischtuch mit ihrer ersten Arie förmlich in die Höhe und aus der Haut. Eine packende Szene. Tamino ist ein erwachter Zinnsoldat und der Papageno „ist doch der Sohn vom Fleischer“ rufen die Buben. Tenor Stefan Vitu rührt derweilen im Unterstock als dicke Köchin und spätere alte Papagena kräftig im Suppentopf. Eine geschickt ausgedachte Drehbühne von Katharina Schlipf erzählt die Geschichte räumlich weiter bis im zweiten Akt die geschlossene Welt der strengen Tugend Sarastros erreicht wird. Hier gibt es keinen Auf- und Einstieg ohne Prüfungen. Videoprojektionen von Momme Hinrichs werfen am Ende die Schrecken des Ersten Weltkrieges auf diese Männerwelt in Anzug und Melone inmitten von Karriertreppen und ebensolchen Türen. Hingegen dürfen bunte Schmetterlinge erscheinen, wenn es um die Liebe geht und die Kuscheltiere der drei Knaben spazieren ebenso überlebensgroß durch die zweigeteilte Bühne, mit einem Oben der Herrschaft und einem Unten der Dienstboten. Sängerisch weiß vor allem Regula Mühlemann als Pamina zu berühren. Die große Abschiedsarie „Ach ich fühl es“ in Mozart‘schem g-Moll gehört zu den musikalischen Höhepunkten des Abends. Mauro Peter als Tamino wirkt in der Höhe etwas verhalten und unsicher. Der junge Wiener Michael Nagl gab einen launig frischen Papageno, der mit Maria Nazarova schließlich auch seine Papagena findet. Tareq Nazmi als Sarastro und Brenda Rae als Königin der Nacht erfüllen ihre Aufgaben. Hervorzuheben sind unbedingt die luxuriös besetzten drei Damen, gesungen von Ilse Eerens, Sophie Rennert und Noa Beinart. Peter Tantsits als Monostatos sah furchterregender aus als er kaum hörbar sang. Die drei Knaben aus den Reihen der Wiener Sängerknaben sind ständig auf der Bühne und meistern ihre zentrale Rolle in dieser Inszenierung schauspielerisch und gesanglich bravourös und erhalten dafür vom Premieren-Publikum auch tosenden Applaus. Joana Mallwitz leitet die Wiener Philharmoniker absolut Sänger und Sängerinnen freundlich, wobei sich die berührende Schwerelosigkeit der Musik Mozarts gelegentlich etwas vermissen lässt.

Evangelium, 31. Juli 2022
Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn, am 31. Juli 2022 Lukas 12, 13-21 Es gibt kaum Schlimmeres für eine Familie als Erbstreitereien. Sie können die Beziehungen vergiften, den Zusammenhalt zerstören, Neid, Eifersucht, ja Hass untereinander säen. Dabei geht es oft nur um Dinge, die, nüchtern betrachtet, gar nicht notwendig sind. Statt die strittigen Fragen friedlich zu lösen, versuchen die Streitparteien andere, Außenstehende in den Konflikt einzubeziehen. So auch im heutigen Evangelium.

Puccinis Il Trittico in Salzburg
„Il trittico“, das Tryptichon ist die Zusammenfassung von drei einaktigen Opern zu einem Ganzen. Giacomo Puccini hat ein solches Tryptichon geschaffen. Gestern ging die Premiere der Salzburger Festspiele im Großen Festspielhaus über die Bühne. radio klassik Stephansdom Opernliebhaber Richard Schmitz berichtet. „Il trittico“ wird sehr selten an einem Abend gespielt. Es ist das Verdienst der Salzburger Festspiele, alle drei Opern ins Programm genommen zu haben. Mit der Oper „Gianni Schicchi“ ist Giacomo Puccini ähnliches gelungen wie Giuseppe Verdi mit „Falstaff“. Mit der Konzentration der Ausdrucksmittel ist eine Partitur entstanden, die keinen Ton zu viel aber auch keinen zu wenig enthält. Es geht um die Fälschung eines Testamentes im Florenz der Renaissance und um den pfiffigen Bauern Gianni Schicchi. Köstlich wird die geldgierige Familie des Erblassers karikiert. Nach dieser Oper versteht man nicht, dass Gianni Schicchi bei Dante in dessen Divina Commedia in der Hölle schmort. Die zweite Oper führt in die Welt der kleinen Hafenarbeiter an der Seine in Paris. Michele, der Besitzer eines kleinen Frachtkahns erdrosselt seinen Gehilfen Luigi, weil dieser ihn mit seiner Frau Giorgetta betrügt. Die Leiche wird unter einem Mantel versteckt. Deshalb „Il tabarro“, der Mantel. Giacomo Puccini und sein Librettist Giuseppe Adami haben da eine Vertiefung eines banalen Eifersuchtsmordes zu einer psychologischen Tragödie geschrieben. Mit Giovacchino Forzano, der schon für „Gianni Schicchi“ das Textbuch geschrieben hatte, entstand „Suor Angelica“, die Geschichte eines adligen Mädchens, das nach der Geburt eines unehelichen Sohnes ins Kloster gesteckt wurde und dort Selbstmord begeht, als sie erfährt, dass ihr Sohn schon vor zwei Jahren gestorben ist. Alle drei Opern sind vollwertige Werke; ob man sie wirklich in dieser Reihenfolge spielen muss, bleibe dahingestellt. Christof Loy verlegt die Handlungen in die Gegenwart und erzählt die Geschichten schnörkellos in praktikablen Bühnenbildern von Etienne Pluss. Das geht sich bei den beiden ersten Opern gut aus. Erbschaftsstreitigkeiten und Frauenmord im Transportgewerbe gibt es auch heute. Bei Schwester Angelica spießt es sich. Schon im 19. Jahrhundert hat man keine Mädchen mehr ins Kloster gesperrt, weil sie ein uneheliches Kind zur Welt gebracht haben; heute schon gar nicht. Selbstverständlich liegt es nahe die drei Stücke aufzuführen, wenn man eine Singschauspielerin wie Asmik Grigorian zur Verfügung hat. Und tatsächlich ist sie das Ereignis des Abends. Als Lauretta kann sie ihren Vater überreden, ein Verbrechen zu begehen, als Giorgetta erleidet sie die Zerrüttung ihrer Ehe und entdeckt ihren toten Geliebten unter dem Mantel, schließlich erlebt sie als Angelica unerfülltes Mutterglück. Asmik Grigorian setzt ihren geschmeidigen, wunderbaren Sopran ein und kann mit Puccinis Hilfe zu Tränen rühren. Nur bei der Angelica fällt ihr das schwer, da spießt sich einiges, die lässt kalt. Wie auch die Tante Prinzessin von Karita Mattila. Eine blonde Businesstussy im Kostüm kann kaum Entsetzen und Wut hervorrufen. Die sollte viel herrischer und boshafter klingen. Überlegen und pfiffig Misha Kiria als Gianni Schichi, nachdenklich bis zum Mord Roman Burdenko als Michele. Die übrigen 23 Sängerinnen und Sänger kann ich nicht alle aufzählen, aber sie hatten alle Festpielniveau. Dass die Wiener Philharmoniker mit Franz Welser-Möst prächtig harmonisierten, braucht man nicht zu betonen. Das Publikum war begeistert - auch ich war es nach den ersten zwei Opern. Meine Einschätzung der „Angelica“ hat sich auch nach dieser luxuriösen Realisation nicht verbessert. W

Heute vor 1 Jahr: 30. Juli 2021
30. Juli 2021: Eintragung des Donau-Limes in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes Unter dem Titel „Grenzen des Römischen Reiches“ soll in Zukunft der gesamte Verlauf des Limes in den Schutz der internationalen Staatengemeinschaft gestellt werden. Der Limes ist die Außengrenze des antiken Römischen Reiches. Diese reicht von Großbritannien über Mittel- und Osteuropa und den Nahen Osten bis nach Nordafrika. Der Donau-Limes in Österreich umfasst 40 sichtbare Denkmäler sowie 15 Museen. Er erstreckt sich über die Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich und Wien. Zur Römerzeit galt die Donau als wichtigste Verkehrsverbindung Mitteleuropas. Diesen historischen Rückblick präsentiert Ihnen das Haus der Geschichte in St. Pölten.

Gerald Faschingeder
Gerald Faschingeder beschäftigt sich mit transdisziplinärer Entwicklungsforschung und dialogischer Bildung. Er ist Lehrbeauftragter am Institut Internationaler Entwicklung der Universität Wien. Sein Forschungsschwerpunkt: Kultur, Religion und Entwicklung. Mit dem Entwicklungsexperten spricht Golli Marboe.

Hommage Wolfgang Rihm
Die Salzburger Hommage an Wolfgang Rihm brachte am zweiten Tag die Kammeroper „Jakob Lenz“. Die konzertante Aufführung im Mozarteum besuchte radio klassik Stephansdom Opernexperte Richard Schmitz. Festspiele wie sie sein sollen: Ein unbekanntes Werk in exzellenter Umsetzung. Tatsächlich ist diese Kammeroper ein beeindruckendes Werk. Jakob Lenz war ein Dichter im Sturm und Drang des 18.Jahrhunderts, dessen Weg in den Wahnsinn Georg Büchner aufgezeichnet hat. Der Sozialreformer und Pfarrer Johann Friedrich Oberlin hatte die entsprechenden Unterlagen geliefert. Seine Bemühungen um Lenz zeigt auch die Oper. Doch die Herausforderung ist zu groß. Kaufmann – ein Freund von Lenz – und Oberlin stellen fest, dass sie dem Dichter nicht mehr helfen können. Lenz murmelt nur mehr ein Wort: „konsequent“. Damit endet die Oper. Das Ensemble Le Balcon stellt nicht nur das kleine Orchester sondern auch sechs Sänger, die die inneren Stimmen des Titelhelden ausdrücken. Diese Formation entstand am Conservatoire de Paris. Sie ist für die Realisation von Rihms Vorstellungen prädestiniert. Die musikalische Leitung hat Maxime Pascal. Der französische Dirigent arbeitet alle Facetten der Partitur heraus. In der Titelrolle brilliert der Wiener Georg Nigl. Er packt alle sängerischen Fähigkeiten aus, Bruststimme, Kopfstimme, Falsett und gehauchte Töne immer in Übereinstimmung mit der Emotion, die er zum Ausdruck bringen will. Damien Pass singt den um Lenz bemühten Oberlin und John Daszak den Freund Kaufmann. Ebenfalls mit vollem Einsatz. Auch die vier Knaben der Salzburger Festspiele und Theater Kinderchors erfüllten ihre Aufgabe bestens. Nach Ende des Stückes brach nach einer Minute der Betroffenheit berechtigter Jubel aus. Das Mozarteum tobte. Auch der anwesende Komponist Wolfgang Rihm wurde einbezogen. Dass es bald Standing Ovations gab, mag auch auf die unbequemen Sitze zurückzuführen sein. Es spricht für Bundespräsident Alexander van der Bellen, dass er nicht nur die große Bühne sucht, sondern sich auch diesem sperrigen Juwel gewidmet hat. Erfreulich war auch, dass viele junge Besucherinnen und Besucher verstanden und gejubelt haben. Ein exemplarischer Abend. So sollen Festspiele sein. Wertnote: 8,8/10 Punkten.

260 Kilometer Leben
Auf dem Lebensweg im südlichen Waldviertel kann man das Leben in 13 Etappen durchwandern, von der Zeugung über alle Lebensalter und den Tod bis zu den Ahnen. Es geht durch enge Klammen, auf hohe Gipfel, in lichtdurchflutete Weiten, über duftende Wiesen, vorbei an stillen Seen und durch tiefe Wälder. Monika Fischer wandert mit dem Initiator des Lebensweges, Dieter Juster, mitten durch die Pubertät.

Erste Premiere in Salzburg
Gestern hatte der vielumstrittene Teodor Currentzis bei den Salzburger Festspielen gleich zwei Werke zu dirigieren: „Herzog Blaubarts Burg“ von Béla Bartók und die Oratorienoper „De temporum fine comoedia“ von Carl Orff. Der radio klassik Opernexperte Richard Schmitz berichtet: Béla Bartóks Oper ist zweifellos ein Solitär im Reigen der symbolistischen Opern. Sie zeigt eine Reihe von Enthüllungen, weil das Mädchen Judith alle Räume im Schloss ihres Gemahls kennenlernen und mit Licht durchfluten will. Das gelingt ihr nur rudimentär; schließlich landet auch sie hinter der siebenten Tür und darf Blaubart als Nacht dienstbar sein. Die Musik ist impressionistisch mit einigen expressionistischen Momenten, sie kann die Zuhörerinnne und Zuhörer in ihren Bann ziehen. Unbestritten hat sie Qualität. Was man von Carl Orffs Musik nicht sagen kann. Da gibt es lange Minuten, wo ihm nichts anderes einfällt als Paukenwirbel und Windmaschine. Das Holzschnittartige fällt nach der raffinierten Komposition von Béla Bartók doppelt auf und wirkt primitiv. „De temporum fine comoedia“ hat allerdings mit dem Thema „Weltuntergang“ das viel aktuellere Sujet. Da gehen einige Textstellen unter die Haut. Auch dem Regisseur Romeo Castellucci ist da vielmehr eingefallen. Die Verwandlungen im „Blaubart“ werden, wenn überhaupt, nur angedeutet. Judith muss im Wasser waten und die Umwelt mit Gasflammen belasten. Nur im sechsten Bild wird es kurz hell auf der Bühne, da sieht man das primitive Metallbett, auf dem die Ehe vollzogen wird, nachdem Judith unzählige Damenslips ausgezogen hat. In "De temproum fine comoedia" gibt es dagegen immerhin eine Steinigung, mehrfachen Kindesmord, die Auferstehung aus dem Bühnenboden und andere einprägsame Bilder. Die Menschheit kurz vor dem Ende als kastrierte Schafherde zu zeigen, ergibt einen gewissen Sinn. Musikalisch steht das ganze unter der Leitung von Teodor Currentzis, und das ist nicht zu übersehen, wird er doch durchgehend von einem Scheinwerferkegel ausgeleuchtet. Er dirigiert sicher und routiniert. Ob er einem anderen Orchester – es spielt das Gustav Mahler Jugendorchester – mit seinen ausdrucksstarken Händen differenziertere Töne entlocken kann? Star des Abends war sicher Ausrine Stundyte als Judith, die nicht nur gesanglich sondern auch darstellerisch höchsten Ansprüchen genügt hat. Mika Kares kommt ihr als Herzog Blaubart durchaus nahe. In der Oratorienoper wurden die kleinen solistischen Partien von Mitgliedern des musicAeterna Chors gesungen. Der Bachchor Salzburg, der Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor und zahlreiche Tänzer und Statisten fürchteten sich gekonnt vor dem Weltuntergang. Dass Carl Orffs Werk 1973 in Salzburg unter Herbert von Karajan ein Erfolg war, ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass es nicht von einem wirklichen Kunstwerk konkurrenziert wurde. Nach dem „Blaubart“ wurde herzlich aber kurz applaudiert. Nach Carl Orffs "De temporum fine comoedia" blieb das Saallicht verdächtig lange dunkel. Die Publikumszustimmung war anhaltend, echte Begeisterung kam aber nicht auf. Wertnote: 7,5/10 Punkten

Wachsen lassen
Auf dem Freihof in Sprögnitz (Waldviertel) wächst ein fröhliches Durcheinander. Üppiges Grün in allen Schattierungen, mit Namen wie Haferwurz, Baumspinat oder Scheibengurke, wiegt sich im sachten Wind, dazwischen leuchten lila und gelbe Blüten hervor, zarte Kräutlein schmiegen sich an mannshohe Stauden. Mittendrin watscheln Laufenten und scharren Hühner, Schwalben sausen durch die Lüfte und über drei kleinen Teichen schwirren Libellen mit ihren schillernden Flügeln, Hummeln und Bienen brummen und summen. Sigrid Drage bewirtschaftet den Freihof in Permakultur. Die Pflanzen danken es ihr mit reicher Ernte und vielfältigen Geschmackserlebnissen. Monika Fischer besucht die leidenschaftliche Gärtnerin und Köchin zu einem Sommergespräch über seltenes Gemüse, ausgefallene Rezepte und die Rettung der Welt. Sigrid Drage ist in der Steiermark aufgewachsen, hat in Wien ihren Doktor in Ökologie gemacht, sich eines Winters in die Permakultur eingelesen und im Frühjahr darauf am Stadtrand erste Feldversuche unternommen. Seit zehn Jahren unterrichtet sie an der Permakultur-Akademie PIA, seit 2016 bewirtschaftet sie den Freihof in Sprögnitz. Ab 2023 wird sie einen Hof im Weinviertel übernehmen.

Heute vor 47 Jahren: 25. Juli 1975
25. Juli 1975: Eröffnung des Südautobahn-Teilstücks Wiener Neustadt–Seebenstein Die Südautobahn A2 führt über den Wechsel vorbei an Graz und Klagenfurt, an die Staatsgrenze zu Italien bei Arnoldstein. Diesen historischen Rückblick präsentiert Ihnen das Haus der Geschichte in St. Pölten.

Evangelium, 24. Juli 2022
Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn, am 24. Juli 2022. Lukas 11,1-13 Ich kann nicht beten! Diese Klage ist oft zu hören. Mir kommt sie manchmal selber ins Herz. Dann kommen Zweifel auf, zumindest Fragen: Hat Beten überhaupt einen Sinn? Was bewegt es schon? Hat es je geholfen, einen Krebskranken zu heilen oder einen Krieg zu stoppen? Ich erinnere mich an meine Zeit als Theologiestudent, wie es mich verunsichert hat, als einer unserer Professoren sich lustig machte über das Gebet um Regen. Wann es regnet oder nicht regnet, das sei Sache der Naturgesetze. In seinen Augen bin ich wahrscheinlich naiv, weil ich bis heute oft den Wettersegen bete und also Gott bitte, uns vor Unwettern zu bewahren.

Heute vor 1 Jahr: 24. Juli 2021
24. Juli 2021: Baden wird zur Weltkulturerbestadt. Im Rahmen der 44. Sitzung des UNESCO-Weltkulturerbe-Komitees wurde in der chinesischen Stadt Fuzhuo entschieden, dass die „Great Spas of Europe“ in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes als serielles Welterbe eingetragen wurden. Diesen historischen Rückblick präsentiert Ihnen das Haus der Geschichte in St. Pölten.

Don Giovanni & Zaide
RESOUND bedeutet vieles: Suche nach dem ursprünglichen Klang eines jeden Werks. Aufführung auf den Instrumenten, in den Orchesterbesetzungen, auch in den Konzerträumen der Entstehungszeit, aber natürlich Interpretation durch uns heutige Menschen in all unserer subjektiv persönlichen Deutung. Schon ab 1990 hat Martin Haselböck mit seinem Orchester Wiener Akademie die großartigen Werke des österreichischen Barock unter dem Titel MUSICA IMPERIALIS in der Wiener Hofmusikkapelle (dem Ort ihrer Uraufführung) eingespielt. Diese Aufnahmen sind nun remastered in einer großangelegten CD-Edition neu erschienen. In den heurigen RESOUND-Sendungen werden sie – gemeinsam mit Liszt und Beethoven – das Programm Jahres bestimmen. In der Juli-Ausgabe stehen zwei Mozart-Opern im Mittelpunkt: Der Don Giovanni und Zaide.

Alexandra Venier
Alexandra Venier ist Filmproduzentin und vor allem Regisseurin von historischen Dokumentationen. Sie war bereits für ServusTV tätig, hat bei Addendum vorbeigeschaut, und arbeitet für den ORF. Mit Alexandra Venier spricht Golli Marboe.

Roman Szeliga
Er ist Arzt, Zauberkünstler und Mitbegründer der "CliniClowns". Und er tourt als "Österreichs Humorexperte Nr. 1" durchs Land. Wie kommt man zu diesem ungewöhnlichen Berufsweg? Was zeichnet einen Humorexperten aus? Und wie kann Humor helfen - gerade in herausfordernden Zeiten? Ein Sommergespräch über die lustigen Seiten des Lebens.

Heute vor 69 Jahren: 18. Juli 1953
18. Juli 1953: Eröffnung des Kraftwerkes Dobra-Krumau Der nach der gleichnamigen Ruine benannte Stausee Dobra erstreckt sich über eine Länge von rund fünf Kilometern bis nach Krumau und umfasst 20 Millionen Kubikmeter Wasser, das durch eine 220 Meter lange Betonmauer gestaut wird. Diesen historischen Rückblick präsentiert Ihnen das Haus der Geschichte in St. Pölten.

Frau Luna in Bad Ischl
Beim Lehár-Festival Bad Ischl ist gestern die zweite Premiere über die Bühne gegangen oder vielmehr – geflogen, denn das Publikum wurde zunächst nach Berlin und dann auf den Mond verfrachtet. Man gab die Operette Frau Luna. Unsere Kollegin Bernadette Spitzer ist für radio klassik Stephansdom mitgeflogen. Wie wohl der berühmteste Schlager der Operette “Das macht die Berliner Luft” in der Kurstadt Bad Ischl ankommt? Nun, dank einiger Komponenten bestens. Da ist zunächst natürlich die Musik. Komponist Paul Lincke ist für die Berliner so was wie Johann Strauß Sohn für Wien. Intendant Thomas Enzinger hat das Stück dennoch vom jungen Komponisten und Dirigenten Christoph Huber ein wenig auffrischen lassen. Huber hat selbst dirigiert und dem Orchester wunderbar spritzige Rhythmen entlockt. Der Inhalt des Stücks ist schnell erzählt. Im Berlin um 1900 reisen ein paar Leute mit einem Ballon zum Mond, um den Mann im Mond zu finden. Fliegen und Raumfahrt war damals schon Thema. Originelles Detail ist übrigens, dass der Mond nicht von einem Mann, sondern – wie der Titel bereits preisgibt – von einer Frau regiert wird, eben von Frau Luna. Nach einigen Wirrnissen fliegen sie wieder heim. Und die Moral von der Geschicht’ ist, dass es zuhause auf der Erde doch am schönsten ist. In Szene gesetzt wird Frau Luna von einem Garanten für Unterhaltung, nämlich von Ramesh Nair. Er zeichnet sowohl für die Inszenierung als auch für die Choreografie verantwortlich und spielt selbst mit, und zwar den in Frau Luna hoffnungslos verliebten Prinz Sternschnuppe. Dabei achtet Nair stets darauf, dass die Inszenierung lustig ist, aber nicht in billigen Klamauk abgleitet. Zudem beschäftigt er das Ballett ausgezeichnet. Es wird fast genauso viel getanzt wie gesungen. Das Ensemble bietet eine solide Leistung und hat auch den krankheitsbedingten Ausfall von Nicolas Huart, der den Schneidermeister spielt, grandios weggesteckt. Besonders sticht Kai Louis Lucke hervor, der ein unfassbar komisches Talent ist und für viele Lacher als verliebter Mechaniker sorgt. Ebenso temperamentvoll mimt Susanna Hirschler das Berliner Original Witwe Pusebach. Und Patricia Nessy gibt Frau Luna einen Schuss reifer Erotik. Am Schluss gab es zu Recht tosenden Applaus für die gesamte Produktion. Fazit: Die Berliner und die Ischler Luft vertragen sich ausgezeichnet. Und Frau Luna ist definitiv einen Besuch wert. Noch zu sehen bis 27. August.

Evangelium, 17. Juli 2022
Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn, am 17. Juli 2022. Lukas 10,38-42 Von zwei Frauen ist heute im Evangelium die Rede. Sie sind berühmt geworden, obwohl wir nicht sehr viel von ihnen wissen. Umso mehr wurde über sie geschrieben, denn sie gelten seit Jahrhunderten als Beispiel für zwei Lebenseinstellungen. Sie waren Schwestern und lebten gemeinsam in einem Dorf nahe Jerusalem. Jesus kannte sie gut und dürfte oft bei ihnen zu Gast gewesen sein. Ihre Gastfreundschaft wird eigens betont.

Annie Müller Martinez
Annie Müller Martinez ist Journalistin, hat bei Okto genauso gearbeitet, wie bei PULS 4 und ist heute eines der Gesichter auf Krone.tv. Konkret ist sie im Redaktionsteam vom Info-Magazin Push, das sie auch regelmäßig moderiert. Mit ihr spricht Golli Marboe.

Der König und ich
Arabella Fenyves berichtet von der Premiere vor der Naturkulisse Neusiedlersee: wie heutig ist die Geschichte rund um die britische Gouvernante Anna Leonowens, die im 19. Jahrhundert am Königshof zu Siam Englisch und Manieren lehrte? Sie lernte damals den König kennen- und, will man dem Stück glauben, auch lieben! Das Erfolgsmusical von Rodgers und Hammerstein basiert auf einer wahren Begebenheit und bietet herrliche Melodien, Tänze und lustigen Dialog. Erfahren Sie mehr und hören Sie einen musikalischen Ausschnitt aus der Generalprobe.

G. Verdi: Nabucco
Richard Schmitz berichtet von der Live-Übertragung der Nabucco-Premiere im Steinbruch von Sankt Margarethen. Der Steinbruch allein ist schon ein überwältigender Raum in den Thanassis Demiris sehr geschickt das Bühnenbild hineingebaut hat. Der Steinbruch spielte mit. Mit den durchdachten Kostümen von Pepe Corzo ergaben sich großartige Bildwirkungen. Die Assyrer in martialischen, farbenprächtigen Rüstungen, die Hebräer in ärmlichen Braun und Grün. Am Ende alle zu Jehova Bekehrten in strahlendem weiß. Der Regisseur Francisco Negrin konnte in diesem Ambiente die Geschichte des Königs Nebukadnezar erzählen. Dass der Chor aus dem off sang habe ich bedauert, vor allem im „va pensireo“. Die zahlreiche Komparsenschar hat aber die Gefühle sehr diszipliniert etwas artifiziell zur Geltung gebracht. Das Zusammenspiel zwischen Orchester, Chor und Solisten funktionierte tadellos, was bei der Dislozierung der drei Klangkörper nicht selbstverständlich ist. Alvise Caselatti hat das wunderbar gemacht, auch wenn ich mir manchmal mehr italienische Leichtigkeit gewünscht hätte. Auch die Sänger entsprachen höchsten Erwartungen. Es ist ja nicht leicht im Freien ohne die geringste Resonanz zu singen, auch wenn man von einem Körpermikrophon unterstützt wird. Lucas Meacham gestaltete die Titelrolle differenziert und überzeugend. Der Zaccaria war bei Jongmin Park in besten Händen. Sein profunder Bass setzte sich auch in den Tutti-Stellen durch. Die böse Abigaille, sicher und ausdrucksvoll gesungen von Ekaterina Sannikova, durchlitt alle Höhen und Tiefen ihres Schicksals so, dass sie einem am Ende leid tat. Auch alle Höhen und Tiefen ihrer Partie kamen gekonnt. Monika Bohinec beeindruckt als sanfte Fenena. Da konnte sie loslegen. In der eher undankbaren Rolle des Ismaele schlug sich Jinxu Xiajou tapfer. Auch Baalspriester, Abdallo und Anna waren mit Ivan Zinoviev, David Jagodic und Amélie Hois bestens besetzt. Das Piedra Festivalorchester Philharmonia und der Chor Wien Steinbruch lieferten eine profunde musikalische Basis. Die Oper St.Margarethen hat sich selbst wieder einen Standard gesetzt, der für die zukünftigen Produktionen Maßstab sein sollte. Schade, dass ich es nicht vor Ort erleben konnte. Die Übertragung war professionell, aber es ist doch nicht dasselbe. Das Publikum war begeistert und verzichtete gern auf die Umweltsünde Feuerwerk. Wertnote: 8,6

Heute vor 49 Jahren: 14. Juli 1973
14. Juli 1973: Eröffnung der Donaubrücke Krems, auch St. Pöltener Brücke genannt Die Brücke ist insgesamt 1078 Meter lang. Sie stellt eine wichtige Verbindungsstelle zwischen der am Nordufer der Donau gelegene Stadt Krems mit dem 30 Kilometer weiter südlich gelegenen St. Pölten dar. Diesen historischen Rückblick präsentiert Ihnen das Haus der Geschichte in St. Pölten.

Kulturausflüge: Die Melker Stiftsbibliothek
100.000 Bücher zählt die Bibliothek des Benediktinerstiftes Melk, davon 1.800 Handschriften. In den nächsten 10 Jahren soll sie renoviert und damit für kommende Generationen bewahrt werden. radio klassik Stephansdom hat die barocken Prunkräume des Stiftes besucht, Einblick in die Handschriftenkammer bekommen und im ältesten Buch der Bibliothek geblättert. Die Bibliothekarin Bernadette Kalteis uns eines der wertvollesten Fragmente und ein rätselhaftes Kräuterbuch gezeigt. Und in einer Übersetzung einer hauswirtschaftlichen Schrift des Petrus Crescentius haben wir etwas übers Brotbacken vor 400 Jahren erfahren.

Martina Bär
"Die Mütterlichkeit Gottes haben wir lange vernachlässigt", sagt Martina Bär, die neue Professorin für Fundamentaltheologie an der katholischen Fakultät in Graz, die als einzige einen Schwerpunkt für Frauen- und Geschlechterforschung hat. "Ich glaube aber, dass Gott unsere Männlichkeits- und Weiblichkeitsbilder noch einmal übersteigt." Im radio klassik-Sommergespräch mit Stefanie Jeller spricht Martina Bär über theologische Geschlechterforschung, weibliche Gottesbilder und die Zukunft der Kirche.

Wiener Blut in Ischl
In Bad Ischl ist gestern die erste Premiere des heurigen Lehár-Festivals über die Bühne gegangen. Man gab Wiener Blut. Wie das im Salzkammergut angekommen ist, hat sich radio klassik Stephansdom-Kollegin Bernadette Spitzer angeschaut. Vorneweg – es geht in Ischl völlig unblutig zu. Ensemble und Orchester feuern die Hits von Johann Strauss ins Publikum und spielen mit Hingabe und großem Können ihre Vielseitigkeit aus. Gerd Vogel etwa, der den Fürsten Ypsheim Gindelbach hinreißend komisch und mit großer Selbstironie mimt, ist in Deutschland ein bekannter Wagner-Sänger. Ebenso originell ist Josef Forstner als Kagler. In deutlich verständlichem Wienerisch gibt der 74-jährige Kammersänger sympathisch den schrulligen Vater der Tänzerin Cagliari. Ein weiteres Original ist der Diener Josef, wunderbar outrierend dargestellt von Reinwald Kranner, den manche vielleicht einst als Mr. Banks in "Mary Poppins" im Wiener Ronacher gesehen haben. Die drei Damen des Ensembles stehen dem um nichts nach. Sieglinde Feldhofer ist als Gräfin Gabriele der unbestrittene Star. Ihre Gegenspielerin in der Rolle der Tänzerin Franziska Cagliari ist Martina Fender. Die junge Tirolerin hat bereits mehrere Preise gewonnen und ist viel im ernsten Fach unterwegs: in Lied und Kirchenmusik. In Ischl lebt sie ihr schauspielerisch-komisches Talent aus. Und Marie-Luise Schottleitner als Probiermamsell reißt mit ihrem Temperament alle mit. Auch sie ist ein Allround-Talent, hat die gebürtige Wiener Neustädterin doch neben Gesang auch Tanz und Blockflöte studiert. Warum die Herren des Tanzensembles in Damenkleidern auftreten und die Damen in Herrenkleidern, ist rätselhaft, ebenso wie das Setting. Die Operette spielt während des Wiener Kongresses 1814/15, wird aber von Intendant und Regisseur Thomas Enzinger um knapp 100 Jahre versetzt, denn der Ball im zweiten Akt wird zu einem Ball der Psychoanalytiker und das Kasino im dritten Akt zu einem Swinger-Club. Neben der Bühne beobachtet Sigmund Freud, dargestellt von Matthias Schuppli, stumm das Treiben. Ihm zur Seite steht der von seinem Denkmal im Wiener Stadtpark herabgestiegene Johann Strauss, der vom Tänzer Nabeel Fareed gegeben wird. Am Schluss gibt’s ein Happy End in dieser bitterbösen Komödie, die sowohl die Praxis der unfreiwillig geschlossenen Ehen als auch der selbstverständlich hinzunehmenden Untreue von Ehemännern kritisiert. Das Ehepaar verliebt sich ineinander, und auch die anderen Suchenden werden fündig. Das Wiener Blut wallt in Bad Ischl noch bis 28. August.

La Bohème in Klosterneuburg
Gestern Abend brachte die operklosterneuburg Giacomo Puccinis Oper „La Bohème“ heraus. Der radio klassik Stephansdom Opernliebhaber Richard Schmitz berichtet: Bis zur letzten Minute hat Intendant Michael Garschall gezögert. Dann musste er die Premiere in die Babenbergerhalle verlegen. Es hatte zu regnen begonnen. Die Zuschauer mussten auf das Ambiente des Kaiserhofes im Augustinerchorherrenstift verzichten. 20 Jahre hat der Klimawandel dafür gesorgt, dass open air gespielt werden konnte. Gerade die 25. Premiere der Klosterneuburger wurde verregnet. Intendant Michael Garschal erhielt dafür eine Flasche Wein und zum Geburtstag von der Landeshauptfrau eine blutige Kardinalschnitte. Frau Mikl-Leitner gab das Rätsel des Abends auf: Wie schmeckt eine Kardinalschnitte, die mit Herzblut zubereitet wurde? Giacomo Puccinis „La Bohème“ zeigte wieder einmal, wie widerstandfähig sie ist. Sie entfaltete auch in der Halle ihren Reiz. François de Carpentries inszenierte eine dem Libretto getreue Wiedergabe. Nur im dritten Bild traten die Marktweiber mit Totenmasken auf. An den Feinheiten, die das Bühnenbild zu bieten hat, können sich die Zuseher und Zuseherinnen erst beim nächsten Schönwetter erfreuen. Camille Schnoor ist eingesprungen und gestaltete offenbar routiniert eine berührende Mimì. Manchmal verführte sie Ihren Rodolfo Clemens Kerschbauer zu italienischer Träne. Beide Arien wurden beklatscht. Leider konnte die Musette Aleksandra Szmyd ihrem Marcello Thomas Weinhappel keine kultivierten Töne entlocken. Dominic Barberi erhielt für die Mantelarie des Colline Szenenapplaus. Aleš Jenis als Schaunard und Marc Olivier Oetterli in den Rollen des Benoit, Alcindoro und als Pompfuneberer erfüllten ihre Aufgaben. Dem Gleichgewicht zwischen Solisten und Orchester kam die Halle nicht entgegen. Jede kleine Unsicherheit, etwa bei den Hörnern wurde da überdeutlich. Der Dirigent Christoph Campestrini war mit seinem weitausholenden Dirigat nicht zu übersehen. Es war ein gelungener Abend. Die Landeshauptfrau leitete persönlich die standing ovations ein. Das Publikum war zufrieden. Wertnote: 6,8/10 Punkten

Heute vor 36 Jahren: 10. Juli 1986
10. Juli 1986: Erhebung St. Pöltens zur Landeshauptstadt durch einstimmigen Beschluss (Änderung des Artikels 5 in der Landesverfassung) Die Stadt hatte sich im März 1986 im Rahmen einer Volksbefragung gegen die vier anderen kandidierenden Städte Krems, Baden, Tulln und Wiener Neustadt durchgesetzt. St. Pölten wurde somit durch Zustimmung der Parteien im niederösterreichischen Landtag zur Änderung der Landesverfassung offiziell zur Landeshauptstadt. Und ist damit die jüngste Landeshauptstadt Österreichs. Diesen historischen Rückblick präsentiert Ihnen das Haus der Geschichte in St. Pölten.

Evangelium, 10. Juli 2022
Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn, am 10. Juli 2022. Lukas 10, 25-37 Wie wird sich das alles ausgehen? Immer mehr Menschen stellen sich diese Frage. Bisher wurde unsere Zeit gerne als „Überflussgesellschaft“ bezeichnet, schlimmer noch als „Wegwerfgesellschaft“. Es gab von allem reichlich, sodass viel mehr übrigblieb als gebraucht wurde. Es gab genügend Energie, vor allem fossile, nicht erneuerbare. Ihr verdanken wir den gewaltigen wirtschaftlichen Fortschritt der letzten zweihunderte Jahre. Diese Quellen des Wohlstands werden sich erschöpfen und zu Ende gehen. Wie wird es weitergehen?

Il turco in Italia
Das Gastspiel der Opéra de Monte-Carlo an der Wiener Statsoper wurde gestern mit Rossinis „Il turco in Italia“ fortgesetzt. Unser Opernexperte Richard Schmitz berichtet. Es ist nicht leicht heitere Opern zu schreiben und zu komponieren. Rossini war dieses Talent gegeben, aber auch er hat nicht nur Geniestreiche geschrieben. „Il turco in Italia“ ist eine handwerklich saubere und spritzige Opera Buffa, nicht mehr. Trotzdem ist es vergnüglich, dieses Werk kennenzulernen. Schon das Handlungsgerüst des routinierten Felice Romani ist interessant. Romani hat nicht auf den verkrampften Versuch eines modernen Regisseurs gewartet, sondern gleich selbst die Rahmenhandlung geschrieben. Ein Dichter zieht die Fäden und sorgt auch für das Happy End, oder korrekter fine lieto. Die Doppelbödigkeit des Geschehens wird allerdings in der Regie von Louis Grinda nur wenig betont. Es ist alles auf den Star des Abends Cecilia Bartoli konzentriert, die all ihr Können und all ihre Stimmbeherrschung einbringt. Diese Fiorilla ist eine selbstgefällige Person, die nicht genug Liebhaber haben kann. Unglaublich, wie unverbraucht die Stimme noch immer ist. Ihre Koloraturtechnik war nie meins. Zu wahrer Größe erblüht die Bartoli allerdings, als ihr narzisstisches Selbstbild in sich zusammenbricht. Da jubelt das Publikum zurecht minutenlang und kann sich kaum beruhigen. Der Türke Selim ist von ihr fasziniert, kehrt allerdings am Ende zu seiner Roma Geliebten zurück. Ildebrando D`Arcangelo setzt seine wunderbare Stimme differenziert ein. Nicola Alaimo singt den unsicheren und tollpatschigen Ehemann Geronio gekonnt. Don Narciso ist einer der Verehrer Fiorillas. Barry Banks macht diese Figur unter dem Einsatz seiner an sich schönen Stimme zu einer Karikatur. Das ist durchaus witzig. Man fühlt sich an Donald Trump und Boris Johnson erinnert. Das übrige Ensemble José Maria Lo Monaco als Zigeunerin Zaida, David Astorga als Albazar und Giovanni Romeo als strippenziehender Dichter erledigen ihre Aufgaben mit Anstand. Gianluca Capuano leitet das Orchester Les Musiciens du Prince – Monaco und den zugehörigen Chor zu einem spritzigen Rossiniklang. Das Orchester und die Solisten können auch ohne Dirigenten in den Schlussapplaus hinein das Finale wiederholen. Das Auditorium applaudierte lang und begeistert. Der Meinung, dass es die erfolgreichste Produktion in der derzeitigen Direktion sei, wie von Kollegen behauptet, kann ich mich nicht anschließen. Es war ein herziger Abend. Wertnote 8,7

Heute vor 5 Jahren: 7. Juli 2017
7. Juli 2017: Wildnisgebiet Dürrenstein zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt Das Wildnisgebiet Dürrenstein lassen Tal im Südwesten von Niederösterreich bewahrt den größten Urwaldrest des Alpen Bogens den Urwald „Rothwald“ in der niederösterreichischen Eisenwurzen im südlichen Teil des Bezirks Scheibbs. Die Wälder des Gebiets sind größtenteils Buchen-, Tannen-, Fichtenwälder und entsprechen der typischen Vegetation der Gebirge der Nördlichen Kalkalpen. Diesen historischen Rückblick präsentiert Ihnen das Haus der Geschichte in St. Pölten.

Heute vor 65 Jahren: 6. Juli 1957
6. Juli 1957: Kraftwerk Ottenstein ging in Betrieb Das Kraftwerk Ottenstein liegt an der Gewölbesperre Ottenstein. im Jahre 1954 begannen die Betonierarbeiten der Staumauer. Dieses imposante Bauwerk hält 75 Millionen Kubikmeter Wasser zurück, verzeichnet eine Höhe von 69 Metern und ist rund 24 Meter dick. Diesen historischen Rückblick präsentiert Ihnen das Haus der Geschichte in St. Pölten.