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Märchenpott

Märchenpott

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Ep 71Folge 71 – Märchenkunde: Von Helden, Schurken und dem bösesten Bösewicht

Es war einmal... die ewige Frage des Menschen danach, was gut und was böse ist. Das Märchen hat darauf eine eindeutige Antwort. Wer in der Geschichte der Bösewicht ist, wissen wir schon nach wenigen Sätzen, was richtig und falsch ist, erkennen wir, ohne dass der Text es kommentieren muss. Das Märchen psychologisiert nicht, es kennt keine Grauzonen. Es kategorisiert, es belehrt und genau deswegen trennt es strikt zwischen guten und bösen Verhaltensweisen. Mit Figuren wie der Stiefmutter, dem fiesen Wolf oder der Hexe hat das Märchen klassische Bösewichte etabliert, die für uns bis heute das Böse und Schlechte verkörpern. Und auch wenn die Verwendung von Gegensätzen typisch für die Textsorte Märchen ist – der Kampf zwischen Gut und Böse liegt nahezu jedem Volksmärchen zugrunde. Er ist der ultimative Gegensatz, aus dem alle andere Kontraste entstehen, fast alle Konflikte im Märchen und letztlich auch alle Figuren finden in ihm ihren Ursprung und Ausgangspunkt. Höchste Zeit also, sich in dieser Folge mit Gut und Böse im Märchen zu beschäftigen. Grundlage bildet unsere letzte Märchenstunde mit dem Märchen "Die weiße und die schwarze Braut" – die Stiefmutter hier hat auf jeden Fall Potenzial für den Titel "Bösewicht des Jahres". Außerdem schauen wir uns an, welche Facetten des Bösen uns das Märchen zeigt, wie der Held oder die Heldin damit umgehen kann und warum Jacob Grimm es so wichtig war, das Böse im Märchen in seinen Extremen darzustellen. Und da uns hier im Podcast inzwischen ja schon so einige Übeltäter über den Weg gelaufen sind, küren wir unsere Top-Bösewichte. Über Platz eins waren wir uns sofort einig.

Jul 14, 20241h 23m

Ep 70Folge 70 – Märchenstunde: Die weiße und die schwarze Braut

Es war einmal... eine Frau, die ging mit ihrer Tochter über Feld, Futter schneiden. Da begegnete ihnen ein alter Mann, der sie nach dem Weg ins Dorf fragte. Da die Frau sehr unfreundlich war, antwortete sie nur: "Sucht ihn selber." Und die Tochter setzte hinzu: "Habt Ihr Sorge, daß Ihr ihn nicht findet, so nehmt Euch einen Wegweiser mit." Jetzt war es so, dass die Mutter auch eine Stieftochter hatte, die so ganz anders war als sie selbst. Sie war gütig und freundlich und zeigte dem alten Mann den Weg. Da wir in einem Märchen sind, könnt ihr euch denken, dass der alte Mann natürlich nicht nur ein alter Mann war, sondern in diesem Fall niemand Geringeres als der liebe Gott. Und da er das Verhalten von Mutter und Tochter gar nicht gut fand, bestrafte er sie. An dieser Stelle ist das Märchen aber noch lange nicht zu Ende. Denn diese Strafe zieht sehr viel Neid, Missgunst und böse Taten nach sich. Viel Spaß beim Hören!

Jun 30, 20248 min

Ep 69Folge 69 – Märchenkunde: Von Hochmut, Völlerei und tödlicher Neugier

Es waren einmal... Demut, Mildtätigkeit, Keuschheit, Geduld, Mäßigung, Wohlwollen und Fleiß, erstrebenswerte Charaktereigenschaften, die uns in jedem Märchen als Ideal präsentiert werden. Es sind diese sogenannten Tugenden, die den Helden oder die Heldin befähigen, das sittlich Gute zu verwirklichen und jeden noch so unlösbar scheinenden Konflikt zu bewältigen. Ganz anders das Laster. Bei den bekannten Todsünden Hochmut, Habgier, Wollust, Zorn, Völlerei und Faulheit handelt es sich um schlechte Angewohnheiten, die als schädlich für den Einzelnen und die Gemeinschaft angesehen werden und die im Märchen niemals zu einem Happy End führen. Diese ethische Wertung menschlichen Verhaltens reicht bis in die Antike zurück und prägt seit jeher unsere Moral- und Wertevorstellungen. Wir finden sie in den verschiedenen Epochen ebenso wie in den Religionen. Und natürlich finden wir sie auch im Märchen. In dieser Folge schauen wir uns an, was Laster und Tugend genau sind, in welcher Form sie uns im Märchen begegnen und welche Vorstellungen von Laster und Tugend zu Zeiten der Grimms vorherrschend waren. Dazu machen wir einen Ausflug in die Zeit des Biedermeier, die maßgeblich dafür verantwortlich war, dass Wilhelm Grimm die Kinder- und Hausmärchen überarbeitet und zu einem sittsamen Erziehungsbuch umgestaltet hat. Natürlich sprechen wir auch über das Märchen unserer letzten Märchenstunde, "Die zwölf faulen Knechte", und das Laster der Faulheit. Außerdem haben wir euch jede*r ein Märchen mitgebracht, das von einem bestimmten Laster handelt. Und natürlich fragen wir uns: Welches Laster ist bei uns eigentlich am ausgeprägtesten?

Jun 16, 20241h 13m

Ep 68Folge 68 – Märchenstunde: Die zwölf faulen Knechte

Es waren einmal... zwölf Knechte, die den ganzen Tag nichts getan hatten und sich am Abend nicht noch anstrengen wollten. So legten sie sich ins Gras und begannen, sich gegenseitig darin zu überbieten, wie faul sie doch den ganzen Tag gewesen waren. Die Geschichte des ersten Knechtes, der das Rufen seines Chefs ignoriert, ist dabei noch die nachvollziehbarste. Alles andere ist Faulheit next level und so absurd – wenn ihr mal eine originelle Ausrede braucht, in diesem Märchen werdet ihr garantiert fündig.

Jun 2, 20246 min

Ep 67Folge 67 – Märchenkunde: Peep

Es war einmal... Rapunzel, deren Kleider zu eng werden, weil sie offensichtlich schwanger ist. Dornröschen, die schlafend vom Prinzen vergewaltigt wird und Zwillinge zur Welt bringt. Und Rotkäppchen, das seine Kleider ablegt und nackt zum Wolf ins Bett steigt. Von diesen pikanten Details ist in den Grimm-Märchen nicht mehr viel übrig. FSK 18 sind sie bestenfalls wegen ihrer Grausamkeit (wie wir in unserer Folge 25 besprochen haben). Bei den schlüpfrigen Details haben die Grimms ordentlich den Rotstift angelegt, schließlich sollten die Märchen kindgerecht sein und das biedermeierliche Bürgertum in seinen Lesezirkeln nicht erröten lassen. Die Urfassungen der Märchen hatten diesen Anspruch nicht, denn sie waren keineswegs für Kinderohren gedacht. Entsprechend eindeutig geht es darin zur Sache. Und auch wenn die Grimm-Märchen viel unschuldiger daherkommen, lassen sich für sie zahlreiche sexuelle Deutungen finden. Darin wird Dornröschens Spindel zum Phallus, Rotkäppchens Kappe zum Hinweis auf ihrer Menstruation und der Turm von Rapunzel ebenfalls zum Symbol für das männliche Geschlechtsteil. In dieser Märchenkunde dreht sich alles um genau diese Deutungen. Auf Grundlage unseres Märchenstunde-Märchens "Rotkäppchen" (Folge 66) schauen wir uns an, welche sexuellen Anspielungen in Märchen enthalten sind und wie sie gedeutet werden. Außerdem werfen wir einen Blick auf Sexualität im Märchen im Allgemeinen und betten das Ganze, ihr kennt es, in den zeitgeschichtlichen Kontext ein. Dabei stoßen wir auf das Problem mit dem Male Gaze und auf so interessante Fragen wie: Hat der Froschkönig der Königstochter schon am Brunnen ein eindeutig sexuelles Angebot gemacht? Wurde Schneewittchen rituell entjungfert? Und maßt sich der Wolf an, nun auch die Schwangerschaft für das Patriarchat zu beanspruchen?

May 19, 20241h 45m

Ep 66Folge 66 – Märchenstunde: Rotkäppchen

Es war einmal... ein kleines Mädchen, ein herziges Ding, das alle Welt liebhatte. Am liebsten hatte es die Großmutter, die kaufte ihm ein Mäntelchen mit einer roten Kapuze daran, und danach hieß es Rotkäppchen. Eines Tages, da die Mutter Kuchen gebacken, sagte sie zu Rotkäppchen: "Rotkäppchen, die Großmama ist krank, geh hin und erkundige dich, wie es ihr geht, und bringe ihr hier von den schönen Kuchen, solange sie noch frisch sind, und etwas Wein und Butter dazu und allerlei gute Sachen, die ich in das Körbchen packe." Rotkäppchen ging immer gerne zur Großmutter, obwohl es ein langer Weg war, denn man weiß es ja, wie die Großmütter die Enkelchen lieben, und das Enkelchen möcht ich sehen, das nicht auch die Großmutter liebhätte. Ehe es ging, sagte noch die Mutter: "Kind, Kind, gehe immer geradeaus, sieh nicht rechts, nicht links, und lasse dich durch niemanden vom geraden Weg ablocken!" Na ja, und wie ihr wisst, hat das gute Rotkäppchen sich genau daran nicht so ganz gehalten. Doch auch wenn ihr jetzt denkt: "Das Märchen von Rotkäppchen kenne ich" – diese Version dürfte euch an der ein oder anderen Stelle vielleicht doch überraschen. Denn das Märchen von Charles Perrault enthält einige Details, die die Grimms ausgelassen haben.

May 5, 20248 min

Ep 65Folge 65 – Märchenkunde: Einfach öde

Es war einmal... der Prinz im Märchen. Der Abenteurer, der auf seinem stolzen Ross durch die Welt reitet und mit Mut und Geschick die größten Herausforderungen meistert. Der Retter, der die arme Prinzessin vor dem Unhold bewahrt. Und der stolze Held, der über das Böse triumphiert und alles wieder in Ordnung bringt. So aufregend sich das auch lesen mag, in Wahrheit ist es vor allem eins: ziemlich öde. Denn auch wenn dem Märchenprinzen im Gegensatz zur Märchenprinzessin die scheinbar spannenderen und bedeutungsvolleren Aufgaben zufallen, wirklich abwechslungsreich ist das Ganze nicht. Mit dem Prinzen im Märchen beschäftigen wir uns in dieser Folge mit einer weiteren wichtigen Märchenfigur und schließen damit direkt an unsere letzte Folge, "Einfach schön" (Nr. 63), an. Nachdem wir uns darin ausführlich mit der Prinzessin im Märchen beschäftigt haben, fragen wir uns diesmal natürlich auch: Ist der Prinz bloß ein schablonenhaftes Abziehbild oder steckt vielleicht doch ein bisschen mehr in ihm? Um dem Ganzen nachzugehen, schauen wir uns zunächst das Märchen unserer letzten Märchenstunde an: "Das Wasser des Lebens" (Folge 64). Was sagt es uns über die Rolle des Prinzen im Märchen? Welche typischen Merkmale weist er auf? Und bestätigen sich die auch in anderen Märchen? Dazu stellen wir euch drei weitere Prinzenmärchen vor: "Der Eisenhans", "Der dritte Prinz" und "Prinz Bajaja". Und Christian hat noch ein Märchen dabei, das komplett aus der Rolle fällt (und der Prinz darin auch). Der Vergleich zur Prinzessin darf natürlich auch nicht fehlen. Bei ihr haben wir festgestellt: Sie ist etwas mehr als einfach schön. Doch ist der Prinz auch mehr als einfach öde?

Apr 21, 20241h 43m

Ep 64Folge 64 – Märchenstunde: Das Wasser des Lebens

Es war einmal ein König, der war krank, und niemand glaubte, dass er mit dem Leben davonkäme. Er hatte aber drei Söhne, die waren darüber betrübt, gingen hinunter in den Schlossgarten und weinten. Da begegnete ihnen ein alter Mann, der fragte sie nach ihrem Kummer. Sie sagten ihm, ihr Vater wäre so krank, daß er wohl sterben würde, denn es wollte ihm nichts helfen. Da sprach der Alte: "Ich weiß ein Mittel, das ist das Wasser des Lebens, wenn er davon trinkt, so wird er wieder gesund. Es ist aber schwer zu finden." Denn dieses Wasser des Lebens bekommt man natürlich nicht einfach so und die Charakterprobe zeigt, dass nur einer der drei Brüder im Stande ist, das heilende Mittel zu finden. Wie die anderen zwei Brüder das aufnehmen und welche Heldentaten der jüngste Prinz noch vollbringen muss, hört ihr in diesem Märchen der Brüder Grimm. Ihr findet es an Stelle 97 der Kinder- und Hausmärchen. Wir wünschen euch wie immer viel Spaß!

Apr 7, 202412 min

Ep 63Folge 63 – Märchenkunde: Einfach schön

Es war einmal... die Prinzessin im Märchen. Die wohl bekannteste und nach wie vor sehr beliebte Märchenfigur ist vor allem eines: einfach schön. Wie keine andere Figur wird sie mit der Textsorte Märchen in Verbindung gebracht. Und mehr als alle anderen Märchenfiguren gilt sie als stereotyp, eindimensional und in dem Frauenbild, das sie repräsentiert, als hoffnungslos veraltet. In über 60 Folgen Märchenpott haben wir jedoch schon oft festgestellt: Ganz so simpel ist es meistens nicht. Steckt also auch in der Märchenprinzessin vielleicht doch etwas mehr, als wir denken? Dieser Frage gehen wir in dieser Märchenkunde zum Thema Prinzessin im Märchen nach. Ausgangspunkt ist dabei das Märchen unserer letzten Märchenstunde, "Die Prinzessin auf der Erbse". Wir schauen uns an, was Andersens Geschichte über Prinzessinnen aussagt und vergleichen sie mit drei weiteren Prinzessinnenmärchen: "Die zertanzten Schuhe", "Das Meerhäschen" und "Die schwarze Prinzessin". Außerdem überlegen wir uns, welche Merkmale typisch Märchenprinzessin sind, ob es tatsächlich nur den einen Prinzessinnentypus gibt oder ob uns im Märchen nicht doch unterschiedliche Arten von Prinzessinnen begegnen. Und wie immer darf natürlich auch der zeitgeschichtliche Kontext nicht fehlen. So viel sei verraten: Die Prinzessin im Märchen ist schon ein schwerer Fall. Aber ein bisschen zu ihrer Ehrenrettung können wir mit dieser Folge beitragen. Denn ein bisschen mehr als einfach schön ist sie dann doch.

Mar 24, 20241h 36m

Ep 62Folge 62 – Märchenstunde: Die Prinzessin auf der Erbse

Es waren einmal... eine Prinzessin, der man nicht glaubte, dass sie eine Prinzessin ist, ein großer Stapel Matratzen, die berühmte Erbsenprobe und eine Nacht mit entsetzlichen Rückenschmerzen. Das Kunstmärchen des dänischen Autors Hans Christian Andersen erschien am 7. April 1837 in einer Ausgabe der Reihe "Märchen, für Kinder erzählt" (dänisch "Eventyr fortalte for Børn"). Als "Die Erbsenprobe" stand es einst auch in den Kinder- und Hausmärchen der Grimms, allerdings nur in der fünften Auflage von 1843, damals an Stelle 182, ehe es dann von "Die Geschenke des kleinen Volkes" ersetzt wurde. Nichtsdestotrotz gehört die Geschichte über die sensible Prinzessin zu einem der bekanntesten Märchen. Und das, obwohl es nicht länger ist als die Erbse groß. Viel Spaß beim Hören!

Mar 10, 20243 min

Ep 61Folge 61 – Märchenkunde: Love is everywhere

Es war einmal... die Liebe. Das vielleicht größte aller menschlichen Gefühle ist in der Literatur ein Dauerbrenner. Love is everywhere. Doch ob Shakespeares Romeo und Julia, Guinevere und Lancelot aus der Artus-Sage, Tristan und Isolde, Orpheus und Eurydike aus der griechischen Mythologie, Scarlett O'Hara und Rhett Buttler aus "Vom Winde verweht" oder der junge Werther von Goethe – die größten Liebesgeschichten enden tragisch. Ganz anders im Märchen. Hier ist die Liebe stets Teil des großen Happy Ends. Überhaupt scheint es mit der Liebe im Märchen ziemlich einfach zu sein: Märchenprinz trifft Märchenprinzessin, Liebe auf den ersten Blick und sie leben glücklich bis an ihr Lebensende. So simpel und eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Liebe wie im Märchen eben. Doch was ist Liebe im Märchen eigentlich? Ist sie wirklich zu schön, um wahr zu sein? Und ist sie tatsächlich so märchenhaft, dass sie nichts mit der Realität zu tun hat? Diesen Fragen gehen wir in dieser Märchenkunde zum Thema "Liebe im Märchen" nach. Ausgangspunkt ist das Märchen unserer letzten Märchenstunde (Folge 60), "Die Schöne und das Tier". Wir schauen uns an, wie die Liebe darin dargestellt wird und vergleichen es mit anderen Märchen. Dabei arbeiten wir heraus, welche Formen von Liebe es im Märchen gibt und was Liebe im Märchen eigentlich so kann. Und da bei diesem Thema natürlich auch ein wenig Romantik nicht fehlen darf, tauchen wir erneut in die Gedankenwelt der Romantik ein und stellen fest, dass sich zur Zeiten der Grimms im Verständnis von Liebe und Ehe ein entscheidender Wandel vollzogen hat.

Feb 25, 20241h 38m

Ep 60Folge 60 – Märchenstunde: Die Schöne und das Tier

Es war einmal...ein Kaufmann, der überaus reich war. Er hatte sechs Kinder und vor allem seine drei Töchter waren alle sehr schön. Vornehmlich aber wurde die Jüngste bewundert, und man nannte sie nur das schöne Kind. Als der Vater in einem geheimnisvollen Schloss eine Rose stiehlt, zeigt sich, dass nicht bloß ihr Äußeres, sondern vorallem ihr Inneres schön ist. Und auch sie selbst lernt hinter der Hässlichkeit wahre Schönheit zu erkennen... Die Geschichte von der Schönen und dem Biest kennen die meisten von euch wahrscheinlich von der meisterhaften Walt-Disney-Verfilmung aus dem Jahr 1991. Das Motiv aber ist schon viel älter und bereits in der Erzählung von Amor und Psyche des antiken Schriftstellers Apuleius aus dem 2. Jahrhundert zu finden. Im Jahr 1740 wurde es von der Französin Gabrielle-Suzanne de Villeneuve erstmals als Märchen veröffentlicht, Villeneuve griff dabei aber auf eine ältere Quelle zurück, nämlich auf die Märchensammlungen von Giovanni Francesco Straparola aus dem 16. Jahrhundert. Wir haben euch hier die Fasssung von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont eingelesen, die die Fassung von Villeneuve gekürzt hat und durch ihre Veröffentlichung dafür verantwortlich war, dass sich die Geschichte von "Die Schöne und das Tier", wie es im Original heißt, weltweit verbreiten konnte. Das Märchen hinterfragt Oberflächlichkeit, zeigt, dass Schönheit oftmals im Verborgenen liegt und verdeutlicht, dass es Zeit braucht, um einen Menschen wirklich kennenzulernen. Darüber hinaus gehört "Die Schöne und das Tier" sicher zu den größten Liebesgeschichten der Literatur. Christian und Elena haben sich beim Anschmachten auf jeden Fall ganz viel Mühe gegeben. Wir hoffen, ihr könnt die Herzchen fliegen hören.

Feb 11, 202437 min

Ep 58Folge 59 – Märchenkunde: Von Liebe, Opfern und selbstlosen Taten

Es war einmal... das Streben des Menschen nach Erlösung. Als zentrales Element finden wir es in zahlreichen Religionen, als zentrales Element taucht es ebenso in zahlreichen Märchen auf. Im allgemeinen Sinn bedeutet Erlösung, dass negative Zustände und Befindlichkeiten, die nicht aus eigener Kraft behoben werden können, überwunden werden. In den meisten Märchen passiert genau das: Der Held oder die Heldin wird mit einem Konflikt konfrontiert, der zunächst auswegslos erscheint. Am Ende aber steht stets eine Lösung, der Protagonist oder die Protagonistin wird also von seinen oder ihren Problemen erlöst. Damit setzt das Märchen ein bestimmtes Menschenbild voraus: Der Mensch erscheint in ihm als erlösungsbedürftiges Wesen. Doch wovon muss er erlöst werden? Welche Formen von Erlösung gibt es? Und welche Funktion hat dieses Motiv speziell für die Textsorte Märchen? Um das zu klären, schauen wir uns zunächst das Märchen unserer letzten Märchenstunde (Folge 58), "Die sieben Raben", genauer an. Es bleibt in dieser Folge aber nicht bei sieben Raben. Mit dem Märchen "Die Rabe" und "Der Faule und der Fleißige" kommen noch einige hinzu. Außerdem treffen wir mal wieder auf einen Glasberg, sprechen über einen Gänsehautmoment der Märchenfilmgeschichte und erfahren, welche Namen Christians Flamingopuschen tragen.

Jan 28, 20241h 20m

Ep 59Folge 58 – Märchenstunde: Die sieben Raben

Es war einmal... ein Mann, der hatte sieben Söhne und immer noch kein Töchterchen, so sehr er sichs auch wünschte; endlich gab ihm seine Frau wieder gute Hoffnung zu einem Kinde, und wies zur Welt kam, war es auch ein Mädchen. Die Freude war groß, aber das Kind war schmächtig und klein, und sollte wegen seiner Schwachheit die Nottaufe haben. Der Vater schickte einen der Knaben eilends zur Quelle, Taufwasser zu holen: die andern sechs liefen mit – und damit nahm das Unglück seinen Lauf. Ob das Töchterchen überlebt und wie der Fluch der sieben Raben gebrochen werden kann, hört ihr in dieser Märchenstunde.

Jan 14, 20245 min

Ep 57Folge 57 – Märchenkunde: Von der Wertschätzung der Kultur

Es war einmal... das Jahr 2023. Es war das zweite Jahr unserer Reise durch die Märchenwelt und diese Reise war sehr ereignisreich. Wir haben die Textsorte Märchen noch genauer erforscht und mit Schwank- und Unsinnsmärchen, Feenmärchen, Gruselmärchen, Blaubartmärchen und Weihnachtsmärchen eine Vielzahl an Unterkategorien kennengelernt. Besonders vertraut sind wir dank zweier Schwerpunktfolgen nun mit Aschenputtel und Blaubart, mit Oscar Wilde, Ludwig Bechstein und Charles Dickens hatten wir aber auch eine gute Zeit. Wir sind ins viktorianische England zurückgereist, haben im Frühjahr Halt in Japan gemacht und den Sommer auf Mallorca verbracht. Im Oktober haben wir die Angstlust zelebriert und zu Weihnachten gab es natürlich wieder ordentlich Weihnachtszauber. Außerdem haben wir mit Rapunzel, Dornröschen und Aschenputtel den Reigen der großen weiblichen Märchenfiguren komplettiert, haben gelernt, dass Feen keine niedlichen Wesen in glitzernden Tüllröcken sind und haben die Zauberbohnen besungen. Insgesamt haben wir vierzehn verschiedene Oberthemen behandelt und dabei jede Menge interpretiert, analysiert, gelernt und gelacht. Als letztes Märchen in diesem Jahr haben wir ein Kunstmärchen von Hans Christian Andersen ausgewählt. Es ist eigentlich eine Art Bonusmärchen, das unter keinem bestimmten Oberthema läuft, trotzdem aber ein Thema aufgreift, das, wie wir finden, sehr gut in die Zeit zwischen den Jahren, in unsere Zeit im Allgemeinen, aber auch zu uns, dem Märchenpott, passt. Es handelt von der Wertschätzung und Anerkennung von Kultur, von der Kraft und Bedeutung, die sie in unserem Leben hat und von all den Unglaublichkeiten, die sie uns erzählen und in uns auslösen kann. Danke für die Anerkennung, die ihr uns gebt, indem ihr uns hört! Danke für 2023, wir freuen uns sehr aufs neue Jahr und können euch versprechen: Es wird wieder märchenhaft.

Dec 31, 202351 min

Ep 56Folge 56 – Märchenstunde: Das Unglaublichste

Es war einmal... ein Wettbewerb, der ausgerufen wurde, um das Unglaublichste zu finden. Derjenige, welcher das Unglaublichste tun konnte, sollte die Tochter des Königs und das halbe Reich haben. Das brachte die Menschen auf alle mögliche Ideen und an einem festgesetzten Tage sollte gezeigt werden, was ein jeder als das Unglaublichste leisten könne. Und so fand eine ganze Ausstellung der unglaublichsten Dinge statt. Was die Menschen am Ende für das Unglaublichste befanden und welche unglaublichen Dinge Menschen zu tun im Stande sind, hört ihr in diesem Kunstmärchen von Hans Christian Andersen, das er selbst übrigens für sein gelungenstes Märchen hielt.

Dec 24, 20238 min

Ep 55Folge 55 – Märchenkunde: Oh Tannenbaum

Es war einmal... der Tannenbaum. Er ist der optische Höhepunkt der Weihnachtszeit und steht in diesem Jahr auch im Fokus unserer Weihnachtsfolge. In ihr werfen wir einen Blick auf das Märchen unserer letzten Märchenstunde, "Ein Christbaum" von Charles Dickens, sprechen über die Bedeutung des Weihnachtsbaums in diesem Märchen sowie im Allgemeinen, vergleichen ihn mit Andersens' "Der Tannenbaum" (den ihr in Folge 2 hören könnt) und stellen euch zusätzlich ein weiteres Weihnachtsmärchen vor, in dem der Tannenbaum eine Hauptrolle spielt. Außerdem lernen wir Charles Dickens und das viktorianische England besser kennen und weil wir dieses Jahr so brav waren, kommt der Nikolaus in dieser Märchenkunde gleich drei Mal vorbei. Wie jedes Jahr hoffen wir, dass ihr, egal, ob ihr Weihnachten feiert oder nicht, eine schöne Zeit genießen könnt und wir mit dieser Weihnachtsfolge wieder für ein bisschen Weihnachtszauber sorgen können. Frohe Weihnachten!

Dec 17, 20231h 9m

Ep 54Folge 54 – Märchenstunde: Ein Christbaum

Es war einmal... ein Christbaum. Er stand in der Mitte eines großen runden Tisches und ragte hoch über die kleinen Köpfe der Kinder empor. Er war mit einer Menge kleiner Kerzen besteckt, die ihn in hellem Licht erstrahlen ließen, und überall funkelten und glitzerten bunte Gegenstände in ihm. Da gab es rosenwangige Puppen, die sich hinter den grünen Blättern verbargen; da gab es richtige Uhren (wenigstens mit beweglichen Zeigern und der Möglichkeit, sie endlos aufzuziehen), die von zahllosen Zweigen herabbaumelten; da gab es polierte Tische, Stühle, Bettstellen, Kleiderschränke, Achttageuhren und verschiedene andere Möbelstücke (in Wolverhampton wunderbar aus Zimm angefertigt), die mitten in den Baum gesetzt waren, als sollten sie für einen Feenhaushalt Verwendung finden... Und in diesem Christbaum, da gab es noch viel viel mehr. Was alles, hört ihr in diesem wunderschönen Märchen von Charles Dickens.

Dec 3, 202349 min

Ep 53Folge 53 – Märchenkunde: Vom blauen Barte

Es war einmal... der Mann mit dem blauen Barte. Der Mann, dessen Ehefrauen merkwürdigerweise nie lange blieben und stets auf geheimnisvolle Weise verschwanden. Der Mann, der hinter der verschlossenen Tür einer verbotenen Kammer ein grausiges Geheimnis hütete... Blaubart ist der vielleicht größte, zumindest aber der bekannteste Serienmörder der Märchenwelt. Die Realität ist aber noch viel grausamer. Reale Frauenmörder wie Fritz Honka und Arwed Imiela haben von den Medien einst den Spitznamen "Blaubart" bekommen und bei Blaubarts historischer Vorlage Gilles de Rais handelt es sich um einen der größten Serienmörder der Geschichte. In den zahlreichen Adaptionen, die wir vom Blaubartstoff in der Popkultur finden, zeigt Blaubart uns aber auch andere Seiten. Er ist Sonderling, Antiheld und Verführer, Symbol für das Patriachat oder einfach sexuell gestört – und obwohl er aus den Kinder- und Hausmärchen der Grimms nach der ersten Auflage wieder rausgeflogen ist, hat er unübersehbare Spuren hinterlassen. All das macht Blaubart zu einer besonderen Märchenfigur, über die es so viel zu erzählen gibt, dass wir ihr mit dieser Märchenkunde einen Schwerpunkt widmen.

Nov 19, 20231h 16m

Ep 52Folge 52 – Märchenstunde: Blaubart

Es war einmal... ein Ritter, der besaß viele Häuser in der Stadt und viele Schlösser auf dem Lande und silbernes und goldenes Tafelgeschirr und Möbel voll kostbarer Stickereien und vergoldete Karossen und Kasten voll Geld – aber er besaß auch einen blauen Bart, und das gab ihm ein so abstoßendes Aussehen, dass Frauen ihn weder leiden noch sehen mochten. Da er aber eben ziemlich wohlhabend war, nahm er dennoch eine Frau, die ihn angesichts all seiner Reichtümer dann doch gar nicht mehr so hässlich fand. Als Blaubart verreisen musste, gab er ihr die Schlüssel für alle Zimmer im Schloss und sagte ihr, sie dürfe hingehen, wo immer sie wolle. Nur ein Zimmer gab es, das sie nicht betreten durfte. Denn hinter dieser Tür lag Blaubarts Geheimnis. Und das war ein wirklich schreckliches Geheimnis...

Nov 5, 202311 min

Ep 51Folge 51 – Märchenkunde: Angstlust

Es war einmal... die Angstlust. Sie beschreibt die Lust an der Angst – also den Spaß daran, sich zu fürchten, zu gruseln oder sich der Illusion von Gefahr hinzugeben. Ähnlich wie bei befriedigenden Erfahrungen wie Essen oder Sex schüttet unser Gehirn auch in Gefahrensituationen den Botenstoff Dopamin aus. Dieser hat eine euphorisierende Wirkung – wir verspüren Angstlust. Die Wissenschaft geht davon aus, dass in jedem Menschen eine gewisse Anziehung zum Nervenkitzel angelegt ist. Wie stark die Lust am Grusel ausgeprägt ist, ist allerdings sehr individuell. Bei uns ist der Hang zum Unheimlichen ziemlich stark entwickelt, weshalb wir uns in dieser Folge den Gruselmärchen widmen und all das zelebrieren, was uns einen richtig schönen Schauer über den Rücken kriechen lässt: der dunkle Wald bei Mondschein, eine alte Burg, Geister, umherwandelnde Tote und eine geisterhafte Messe. Außerdem unternehmen wir einen Ausflug in die Schauerliteratur und werfen natürlich auch einen Blick auf das Gruselmärchen der letzten Märchenstunde, Folge 50, "Sünde und Gnade". Wenn ihr also noch eine kleine Einstimmung für den Spuktober braucht: Hier ist sie.

Oct 22, 20231h 24m

Ep 50Folge 50 – Märchenstunde: Sünde und Gnade

Es war einmal... eine Frau, die niemals heiraten wollte, denn sie war sich sicher: Sie wollte keine Kinder haben. Als sie sich dann aber in einen Pfarrer verliebte und dieser um ihre Hand anhielt, änderte sie ihre Meinung. Nur Kinder haben, das wollte sie immer noch nicht. Also suchte sie nach einem Weg, niemals Mutter zu werden. Und tatsächlich fand sie eine Lösung. Doch sie ahnte nicht, welches Grauen diese Entscheidung nach sich ziehen würde... Happy Spuktober! Passend zur Spooky Season haben wir diesmal eine richtige Gruselgeschichte für euch. Gänsehaut garantiert. Also Licht aus, Kerzen an und viel Spaß beim Gruseln.

Oct 8, 202319 min

Ep 49Folge 49 – Märchenkunde: Von Intimität, Loyalität und Rivalität

Es waren einmal... Brüderchen und Schwesterchen, Hänsel und Gretel, Fitchers Vogel, Von dem Wacholderbaum, Frau Holle, Die kleine Meerjungfrau, Aschenputtel, Der alte Zauberer und seine Kinder, Das Schloss der Rosen, Die Wassernixe und Väterchen Frost. Das alles sind Märchen, die wir hier im Märchenpott in Märchenstunde und/oder Märchenkunde schon behandelt haben. Und sie alle haben eine Gemeinsamkeit: Sie erzählen von Geschwistern. Als besondere Beziehung mit elementarer Bedeutung für das eigene Leben hat die Geschwisterbeziehung auch ins Märchen Einzug gehalten. In ihm treffen wir auf unerschütterliche Verbundenheit, bedingungslose Loyalität und tiefe Feindschaft. Es wird gestritten, gemobbt und zusammengehalten und damit abseits von den sonst märchentypischen Stereotypen ein vielfältiges Identifikationspotenzial geboten. Von den leiblichen Geschwistern über die Halb- bis zu den Stiefgeschwistern: In dieser Märchenkunde dreht sich alles um Geschwister im Märchen. Dazu schauen wir uns "Brüderchen und Schwesterchen" genauer an, vergleichen es mit "Schneeweißchen und Rosenrot" und "Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein" und sprechen über Formen und Bedeutung der verschiedenen Geschwisterbeziehungen. Denn ob im Märchen oder im wahren Leben: Geschwister sind etwas Besonderes und wir können ganz klar sagen: Wir sind wirklich froh, Geschwister zu haben.

Sep 24, 20231h 29m

Ep 48Folge 48 – Märchenstunde: Brüderchen und Schwesterchen

Es waren einmal... Brüderchen und Schwesterchen, die hatten seit dem Tod ihrer Mutter keine gute Stunde mehr gehabt. Die Stiefmutter schlug sie alle Tage und wenn sie zu ihr kamen, stieß sie die Kinder mit den Füßen fort. Die harten Brotkrusten, die übrig blieben, waren ihre Speise, und dem Hündlein unter dem Tisch ging's besser, denn dem warf sie doch manchmal einen guten Bissen zu. So beschlossen sie, miteinander in die Welt zu gehen. Und damit beginnt eine Geschichte von Zusammenhalt und echter Geschwisterliebe, die eine Verzauberung, eine Heirat, eine wirklich böse Stiefmutter und einen heimtückischen Mordanschlag überstehen. Den wohl ikonischten Gänsehautmoment, den man in einem Märchen finden kann, gibt es außerdem: "Was macht mein Kind? Was macht mein Reh? Nun komm ich noch einmal und dann nimmermehr."

Sep 10, 202314 min

Ep 47Folge 47 – Märchenkunde: Haben, haben, haben

Es waren einmal... ein Mann und eine Frau, die lebten in einem Essigkrug und wünschten sich sehr, einmal so zu leben wie andere Leute. Da kam ein goldenes Vögelein und erfüllte ihnen diesen Wunsch. Es waren auch ein Schneider und ein Goldschmied, die unverhofft zu einer Menge Gold kamen. Und dann war da noch eine arme Witwe, die wusste nicht ein noch aus. Zum Glück hatte sie ein silbernes Kännchen, das gut für sie sorgte. Ihnen allen könnte es eigentlich recht gut gehen, wenn, ja wenn sie nicht die Gier gepackt hätte und sie immer mehr und mehr und noch mehr hätten haben wollen. Das Motiv von "Haben, haben, haben" kennt ihr bereits aus unserer letzten Märchenstunde, wo wir euch das Märchen "Vom Fischer und seiner Frau" eingelesen haben (Folge 46). Daran knüpfen wir in dieser Märchenkunde mit dem Thema "Gier im Märchen" an. Wir beleuchten "Vom Fischer und seiner Frau" genauer, indem wir uns die Hintergründe ansehen und interpretieren. Mit "Mann und Frau im Essigkrug" stellen wir euch außerdem eine Variante dieses Märchens vor. Und mit "Die Geschenke des kleinen Volkes" und "Kännchenvoll" lernt ihr zwei weitere Märchen mit gierigen Protagonisten und Protagonistinnen kennen. Anhand dessen untersuchen wir die Funktion von Gier im Märchen, sprechen darüber, wie aktuell dieses Thema heute noch ist und fragen uns selbst: Wie gierig sind wir eigentlich?

Aug 27, 20231h 21m

Ep 46Folge 46 – Märchenstunde: Vom Fischer und seiner Frau

Es waren einmal... ein Fischer und seine Frau, die wohnten zusammen in einem alten Pott dicht an der See, und der Fischer ging alle Tage hin und angelte, und er angelte und angelte. So saß er auch einmal mit seiner Angel und schaute immer in das klare Wasser hinein, und er saß und saß. Da ging die Angel auf den Grund, tief, tief hinab, und wie er sie heraufholte, da zog er einen großen Butt heraus... Ihr wisst wahrscheinlich längst, dass der Fischer diesen Butt nicht zu Abendessen verarbeitet hat. Das Märchen "Vom Fischer und seiner Frau" ist eines der beliebtesten und bekanntesten Märchen, was wohl auch daran liegt, dass es in ihm eben nicht um die arme Prinzessin geht, die durch ihren Prinzen von einem bösen Zauber erlöst wird. Das Märchen, das auf Philipp Otto Runge zurückgeht, handelt von den "einfachen" Leuten und der Frage: Wann ist es genug? Wenn es nach Ilsebill geht: niemals. Wann aber hättet ihr gesagt: "Es reicht mit der Wünscherei"? - Märchenpottcast, der Blog: **https://maerchenpottcast.de/** - Märchenpott auf Instagram: **https://www.instagram.com/maerchenpottcast/?hl=de** - Musik: Johann Sebastian Bach

Aug 13, 202319 min

Ep 45Folge 45 – Märchenkunde: Malle ist nur einmal im Jahr

Es war einmal... der Deutschen liebste Lieblinginsel: Mallorca. Lange Zeit geprägt durch das Image von Saufurlaub und Billigtourismus denkt man dabei vor allem an Ballermann, Bierkönig und Alkoholexzesse. Und auch wenn sich dieses Bild allmählich wandelt, an Märchen denkt beim Stichwort "Malle" wahrscheinlich niemand. Tatsächlich hat Mallorca kulturell aber einiges zu bieten und dazu gehört auch die mallorquinische Märchensammlung. Genau die stellen wir euch in dieser Folge vor. Dazu treffen wir mit Erzherzog Ludwig Salvator eine wirklich interessante historische Persönlichkeit, erfahren, was die Besonderheiten von mallorquinischen Märchen sind und schauen uns natürlich auch das Märchen unserer letzten Märchenstunde, "Das Schloss der Rosen" (Folge 44), noch einmal genauer an. Außerdem stellen wir euch weitere Mallorca-Märchen vor. Sie verraten euch unter anderem, warum Katzen Mäuse fressen und warum ihr besser nicht das W-Wort benutzen solltet. Und wenn ihr dachtet, die Bohnen in den Schwankmärchen (Folge 35) waren schon absurd – die Bohne ist zurück und setzt all dem die Krone auf, getreu dem Motto: Aber scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr.

Jul 30, 202359 min

Ep 44Folge 44 – Märchenstunde: Das Schloss der Rosen

Es war einmal ein Haus, in dem zwei Kinder waren, ein Knabe und ein Mädchen, sie waren vom Mittelstande, weder arm noch reich. Und es war ein anderes Haus, wo auch ein Bruder und eine Schwester war und diese waren sehr reich. In diesen beiden Häusern waren sie sehr befreundet und eines Tages verabredeten sich die beiden Knaben, ein Schloss von Rosen zu machen... Wie sie das anstellten und was für Folgen das hat, hört ihr in diesem mallorquinischen Volksmärchen. So viel sei verraten: Ein Diebstahl, ein Kind, versteckt in einem unterirdischen Gang und ein Kopf, in dem ziemlich viele Nadeln stecken, spielen eine Rolle.

Jul 16, 20235 min

Ep 43Folge 43 – Märchenkunde: Phänomenale kosmische Kräfte

Es waren einmal... die Zaubermärchen. Bei ihnen handelt es sich um die am häufigsten vorkommende Unterkategorie des Märchens. Typisch für sie ist, natürlich, die Magie. Sie begegnet uns in Form von übernatürlichen Gegnern oder Gegnerinnen, verzauberten Gatten oder Gattinnen, übernatürlichen Aufgaben oder Helfer*innen, übernatürlichen Gegenständen oder übernatürlichem Wissen. Typisch für alle Zaubermärchen ist, dass sie mit einer Situation des Mangels oder der Schädigung, etwa durch Raub oder Verjagung, beginnen. Genau eine solche Situation finden wir auch im Zaubermärchen unserer letzten Märchenstunde (Folge 42) "Der alte Zauberer und seine Kinder". In dieser Folge schauen wir uns nicht nur das Märchen und die, zugegeben, etwas überschaubaren Zauberkräfte des Protagonisten an, sondern sprechen auch über den Herausgeber dieses Märchens, Ludwig Bechstein. Außerdem stellen wir euch drei weitere Zaubermärchen vor. Dabei begegnen uns Galoschen des Glücks, die gar nicht so glücklich machen, wir unternehmen eines Reise im Braukessel und finden heraus, dass Aladdin nicht nur einen Dschini mit phänomenalen kosmischen Kräften trifft.

Jul 2, 20231h 12m

Ep 1Trailer

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Von Christian Moll, Jennifer Hans und Elena Weber

Jun 26, 20234 min

Ep 42Folge 42 – Märchenstunde: Der alte Zauberer und seine Kinder

Es war einmal... ein Zauberer, der war nicht nur alt, sondern auch böse. Er hatte zwei Kinder geraubt, die er in einer Höhle gefangen hielt, um sie später dem Teufel zu opfern. Ziemlich schlechte Ausgangslage für die Kinder, könnte man meinen. Aber glücklicherweise war der Zauberer nur alt und böse und eben nicht besonders schlau. Ob die Kinder einen Ausweg finden und welche krassen Zaubertricks der alte Zauberer auspackt, hört ihr in diesem Märchen von Ludwig Bechstein. Es steht an Stelle 10 in Bechsteins "Deutsches Märchenbuch" und ist nach "Der Wachholderbaum" in Folge 24 erst das zweite Märchen von Bechstein, das wir für eine Märchenstunde ausgewählt haben. Viel Spaß beim Hören!

Jun 18, 20236 min

Ep 41Folge 41 – Märchenkunde: Von Schicksalsfrauen, Helikoptereltern und einem Flachsfaden

Es waren einmal... schöne, winzige Frauen, naturverbunden und mit magischen Kräften, die von Blümlein zu Blümlein flatterten, ihren Zauberstab schwangen und – an dieser Stelle pusten wir den Feenstaub mal weg. Denn Feen sind eben nicht die kleinen süßen Wesen mit Glitzerflügeln und rosa Tüllröckchen. Zumindest nicht im Märchen. Das sehen wir zum Beispiel in "Dornröschen", das wir euch in der letzten Märchenstunde eingelesen haben. Hier ist die Fee böse und spricht einen mächtigen Todesfluch aus, die gute Fee kann den Fluch bloß lindern, aber nicht brechen. Die Figur der Fee deswegen jedoch auf die Dualität von Gut und Böse zu reduzieren, wird ihr keineswegs gerecht. Tatsächlich begegnen uns Feen in verschiedenen Ländern und in vielfältigen Erscheinungsformen, weshalb sie mit den Feenmärchen auch eine eigene Unterkategorie des Märchens bilden. In dieser Märchenkunde schauen wir uns die Rollen von Feen im Märchen genauer an. Dazu machen wir einen Ausflug in die Welt der französischen Feenmärchen, reisen in die irische Anderswelt und treffen die Samovilen auf dem Balkan. Und auch wenn wir dabei ziemlich viel über Feen lernen, ihr Geheimnis komplett zu lüften, gelingt uns nicht.

Jun 4, 20231h 39m

Ep 40Folge 40 – Märchenstunde: Dornröschen

Es waren einmal... ein König und eine Königin, die bekamen endlich ihr lang ersehntes Kind. Dessen Taufe feierten sie mit einem großen Fest, zu dem sie auch die Feen einluden. Doch weil nicht genug goldene Teller da waren, wurde eine Fee nicht eingeladen. Und damit nahm das Unheil seinen Lauf... Das Märchen von "Dornröschen" zählt zu den bekanntesten Märchen überhaupt. Die Grimmsche Fassung, die wahrscheinlich jede*r kennt, beruht auf der Erzählung "La belle au bois dormant" von Charles Perrault – und genau diese Fassung haben wir euch hier eingelesen. Sie ist deutlich länger und ausführlicher als die Version der Grimms und endet nicht mit Dornröschens Erwachen. Perrault erzählt Dornröschens Geschichte weiter und das sogar ziemlich dramatisch. Was alles so passiert, hört ihr in dieser Märchenstunde. Viel Spaß!

May 21, 202322 min

Ep 39Folge 39 – Märchenkunde: Von Petersilie, Feldsalat und anderem Gemüse

Es waren einmal... fünf Zauberbohnen, deren Bohnenstange sich hinauf zum Himmelszelt rankte und in ein geheimnisvolles Wolkenreich führte. Ein Dienstmädchen, das, einsam und verloren im Wald, erkennt, wie viel Leben in einem Baum steckt. Und eine Nachtigall, die für die Ignoranz der Menschen einen hohen Preis zahlt. Außerdem gibt es da ja noch Prinzessin Feldsalat, die man auch Campanula rapunculus oder Petersilie nennen könnte. Ihr merkt schon: Das alles hat ziemlich viel mit Pflanzen und Gemüse zu tun. Und genau das schauen wir uns in der heutigen Märchenkunde an. Es geht um die Bedeutung und Funktion von Pflanzen und Bäumen im Märchen – und das obwohl wir drei nicht unbedingt den aller grünsten Daumen haben.

May 7, 20231h 32m

Ep 38Folge 38 – Märchenstunde: Rapunzel

Es war einmal... ein Mädchen, eingesperrt in einem Turm, gefangen von einer Zauberin, von der sie glaubte, sie sei seine Mutter. Abgeschieden von der Welt ist die einzige Möglichkeit zu ihm zu gelangen das lange goldene Haar, das es vom Fenster aus hinunterlässt. Pech für die Zauberin, dass der schöne Gesang des Mädchens einen jungen Prinzen anlockt, in den sich die Tochter, wen wundert's?, verliebt. Ihr wisst längst, dass es sich bei dieser Tochter nur um Rapunzel handeln kann. Doch kennt ihr auch das kleine pikante Detail, das aus den späteren Auflagen gekürzt wurde? Wir lesen euch hier die Originalfassung von 1812, natürlich uncut.

Apr 23, 20236 min

Ep 37Folge 37 – Märchenkunde: Von Vampirkatzen, Zauberspiegeln und Rachegeistern

Es war einmal... ein schusseliges Mädchen mit blonden Zöpfen, das im Namen des Mondes für Liebe und Gerechtigkeit kämpfte. Es sorgte nicht nur dafür, dass jede*r ein Magical Girl sein wollte, sondern löste auch einen regelrechten Japan-Boom aus. Das war Mitte der 90er Jahre und die Rede ist natürlich von Sailor Moon. Heute sind Animes, Mangas, Cosplay und J-Pop längst aus der Nerd-Ecke raus und in unserer Popkultur angekommen. Die Faszination für das Land der aufgehenden Sonne, in dem Tradition und Moderne zwischen futuristischen Hochhäusern und altehrwürdigen Tempeln, zwischen bunten Metropolen und ruhigen Landschaften vor der Kulisse schneebedeckter Berggipfel und des tiefblauen Pazifiks auf unvergleichliche Weise miteinander verschmelzen, ist aber nach wie vor unverändert. Und sie ist nicht neu. Bereits vor einigen Jahrhunderten fand die Faszination für Japan im sogenannten Japonismus Ausdruck – was das genau bedeutet, schauen wir uns in dieser Folge an. Und natürlich geht es um Märchen, die in der japanischen Kultur in uralter Tradition und faszinierender Vielfalt vorhanden sind. Und so begegnen wir in dieser Märchenkunde blutrünstigen Vampirkatzen, fragwürdigen Zauberspiegeln und einem Rachegeist, gegen den die Horrorfilmadaption Samara aus "The Ring" beinah harmlos wirkt. Und außerdem erfahrt ihr, aus welchem Körperteil der Dachs, den ihr ja auch im Märchen "Der Hase und der Dachs" kennengelernt habt, seine Zauberkraft zieht. Wir glauben, ihr werdet es nicht unbedingt erraten.

Apr 9, 20231h 22m

Ep 36Folge 36 – Märchenstunde: Der Hase und der Dachs

Es war einmal... eine Zeit, in der die Tiere noch sprechen konnten. Zu dieser Zeit lebte ein alter Mann, der hatte über die Jahre Freundschaft mit einem weißen Hasen geschlossen. Immer wenn sie sich trafen, unterhielten sie sich und an Feiertagen machten sie einander Geschenke. Der alte Dachs aber, ein griesgrämiger, bösartiger Kerl, sah die Freundschaft der beiden gar nicht gern und so ersann er einen hinterlistigen Plan, wie er die beiden auseinander bringen konnte. Wie er dabei vorging, sei an dieser Stelle natürlich noch nicht verraten. Nur so viel: Er wird kreativ. Aber ob er die Freundschaft der beiden wirklich erschüttern kann? Das hört ihr in diesem japanischen Volksmärchen.

Mar 26, 202311 min

Ep 35Folge 35 – Märchenkunde: Von Spitzhacke, Hähnchen und einer Kampfente

Es waren einmal... eine Frau, die mit ihrer Klugheit alle zum Heulen bringt, eine Magd, die auf ihre Stellung pfeift, und ein Hähnchen, das richtig Bock auf ordentlich Kloppe hat. Nachdem ihr in der letzten Folge mit "Läuschen und Flöhchen", "Strohhalm, Kohle und Bohne" sowie "Von dem Vögelchen, Mäuschen und der Bratwurst" schon drei völlig unsinnige Märchen kennengelernt habt, wird es in dieser Folge noch besser. Denn in dieser Märchenkunde steht eine besondere Unterform der Märchen im Mittelpunkt: die Schwankmärchen. In ihnen begegnen uns lustige Gesellen*innen wie ein Hähnchen und ein Hühnchen, eine Steck- und eine Nähnadel, das kluge Gretel oder auch die vielleicht nicht ganz so kluge Else. Das alles ist zum Teil so absurd, dass wir wirklich nicht mehr aufhören konnten zu lachen. Und spätestens wenn die Kampfente aufläuft, ist es mit der Selbstbeherrschung vorbei.

Mar 12, 202351 min

Ep 34Folge 34 – Märchenstunde: Schwank- und Unsinnsmärchen

Es waren einmal... ein Läuschen und ein Flöhchen, die Bier in einer Eierschale brauten. Ein Strohhalm, ein Stück Kohle und eine Bohne, die auf Wanderschaft gingen. Und ein Mäuschen, ein Vögelchen und eine Bratwurst, die lange Zeit friedlich zusammen in einem Haushalt lebten, das dann aber plötzlich doch irgendwie doof fanden. Wenn ihr jetzt denkt, dass das alles ziemlich absurd klingt, dann hört unbedingt, was weiter passiert. Es wird wirklich skurill. In dieser Märchenstunde haben wir zu dem Oberthema "Schwank- und Unsinnsmärchen" die drei Grimm-Märchen "Läuschen und Flöhchen", "Strohhalm, Kohle und Bohne" und "Von dem Mäuschen, dem Vögelchen und der Bratwurst" ausgesucht – und selten so viel gelacht. Denn der Name ist hier Programm: Diese Märchen sind wirklicher Unsinn.

Feb 26, 202311 min

Ep 33Folge 33 – Märchenkunde: Wenn ich einmal reich wär...

Es war einmal... ein Traum, der die Menschen umtreibt. Ein Wunsch, der sie bewegt, eine Idee, die ihnen Glück verspricht. Es war einmal dieser eine Gedanke von "Wenn ich einmal reich wär..." Doch es ist ein Traum, der sich nur für wenige Menschen erfüllt. Und so entsteht das Ungleichgewicht zwischen den wenigen, die sich alles leisten können, und den vielen, die von den wichtigsten Dingen nicht genug haben. Der Gegensatz zwischen Arm und Reich ist ebenso alt wie aktuell und stellt als prägender Bestandteil des menschlichen Miteinanders ein zentrales Element im Märchen dar. Dort erscheinen Arm und Reich nicht nur als scharfer, unversöhnlicher Gegensatz, sondern legen auch das ungesunde Abhängigkeitsverhältnis offen, das diese zwei fernen Lebenswerten zur Koexistenz zwingt. Doch ist der Reiche im Märchen tatsächlich immer reich, nur weil seine Kammern voll Gold sind? Und ist der Arme wirklich immer so mittellos, wie es auf den ersten Blick scheint? Oder ist nicht eigentlich oft der Arme reich und der Reiche arm? Wir gehen diesen Fragen nach und schauen uns an, wie Arm und Reich im Märchen dargestellt werden und welche Funktion sie erfüllen. Dabei stoßen wir auf ein armes Waisenkind, das alles weggibt, ein kaltes Herz, das alles zerstört, was es einst liebte, und die dümmsten Wünsche, die man sich vorstellen kann.

Feb 12, 20231h 17m

Ep 32Folge 32 – Märchenstunde: Der junge König

Es war einmal... der Sohn einer Königstochter. Doch die Privilegien seiner hohen Geburt bleiben ihm verwehrt, weil er ein Bastard ist. Und so wächst er in Armut auf, unter Ziegenhirten, bis zu dem Tag, an dem der König stirbt und er als einiziger Erbe doch im Palast landet. Zunächst ist er fasziniert von seinem neuen Leben und all seinen unvorstellbaren Kostbarkeiten. Dann aber lernt er mehr und mehr die Wahrheit kennen, die hinter all dem Glanz liegt. Und er begreift, dass für den Reichtum einiger weniger, viele Menschen leiden... Das Kunstmärchen "Der junge König" von Oscar Wilde ist eines von vier Märchen, das 1891 in der Sammlung "Ein Granatapfelhaus" erschien und erzählt von Empathie, der Anbetung und Ablehnung von Schönheit sowie dem Preis des Reichtums. Wie all seine Werke ist es gesellschaftkritisch und wunderschön geschrieben – wir sind auf jeden Fall Wilde-Fans!

Jan 29, 202332 min

Ep 31Folge 31 – Märchenkunde: Von der schmutzigen Katze

Es war einmal... die Geschichte, die jede*r kennt: Die Geschichte von der Liebe, die alle sozialen Grenzen überwindet. Das ist das typische Aschenputtel-Motiv, oft zitiert in jedem dritten Liebesfilm. Doch Aschenputtel ist weit mehr als das. Das Märchen bietet eine große Bandbreite an Themen und ist keineswegs nur eine romantische Liebesgeschichte. Genau aus diesem Grund widmen wir dem Märchen, aber auch der Figur Aschenputtel eine Schwerpunktfolge. Wir fragen uns, was das Märchen neben der Liebesthematik noch zu erzählen hat – tatsächlich ist es jede Menge. Denn mit Aschenputtel haben wir eine Frauenfigur entdeckt, die keineswegs das duldsame graue Mäuschen ist, zu dem sie häufig gemacht wird. Nein, auf ihre ganz besondere Weise ist Aschenputtel eine richtige Rebellin, die mehrfach aus der ihr zugeschriebenen Rolle fällt und damit nicht nur ihrer bösen Stiefmutter Kopfschmerzen bereitet hat. Außerdem schauen wir uns mit dem Märchenfilmklassiker schlechthin, "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", sowie Disneys "Cinderella" zwei der bekanntesten Aschenputteladaptionen an. Und falls ihr euch mit Blick auf den Titel der Folge fragt: Wieso Katze? Sind es nicht Täubchen? Wir verraten euch natürlich, was Aschenputtel mit der Katze zu tun hat. Viel Spaß beim Hören!

Jan 15, 20231h 10m

Ep 30Folge 30 – Märchenstunde: Aschenputtel

Es war einmal... die Tochter eines reichen Mannes. Doch wie so oft im Märchen endet ihr wohlbehütetes Leben mit dem Tod der geliebten Mutter. Die Stiefmutter verbannt sie zur Drecksarbeit und fortan muss sie in der Asche neben dem Herd schlafen. Und als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, gibt es da noch die zwei garstigen Stiefschwestern, die dem armen Aschenputtel das Leben auf alle erdenkliche Weise schwer machen. Was für ein Glück, dass das Mädchen einen kleinen Zauberbaum im Garten hat und sich auf die Hilfe der Täubchen verlassen kann.

Jan 1, 202314 min

Ep 29Folge 29 – Märchenkunde: Ein wenig Weihnachtszauber

Es war einmal.... Weihnachtszauber. Irgendwie ein kitschiger und ziemlich abgedroschener Begriff, der doch so viel Schönheit, Freude und Magie beinhaltet. Oder beinhalten kann, wenn man weiß, wie man sich diesen Weihnachtszauber bewahrt und ihn jedes Jahr aufs Neue wieder zum Leben erwecken und mit neuen Erinnerungen und Geschichten füllen kann. Das versuchen wir mit dieser Folge. In ihr geht es ums Innehalten und Erinnern, um Vorfreude und natürlich um die Geschichte unserer letzten Märchenstunde, "Die Heilige Nacht" von Selma Lagerlöf. Außerdem beleben wir eine alte Weihnachtstradition wieder und haben euch unsere liebsten Weihnachtsgedichte mitgebracht. Und ja: Es wird kitschig. Das liegt aber nicht allein am Weihnachtszauber, sondern auch daran, dass der Märchenpott mit dieser Folge seinen ersten Geburtstag feiert. Darüber freuen wir uns mindestens genau so sehr wie übers Christkind. Und wir danken euch auch an dieser Stelle dafür, dass ihr uns auf unserer Reise in die Märchenwelt begleitet und euch ein wenig Märchenzauber im Alltag bewahrt. Märchenhafte Weihnachten und auf ein mindestens genauso märchenhaftes Jahr 2023!

Dec 18, 202257 min

Ep 28Folge 28 – Märchenstunde: Die Heilige Nacht

Es war einmal... Weihnachten. Und weil wir drei Weihnachten so lieben, haben wir für diese Märchenstunde kein Märchen, sondern eine Weihnachtsgeschichte ausgesucht: "Die Heilige Nacht" von Selma Lagerlöf. Das heißt aber nicht, dass es weniger märchenhaft wird, denn die Geschichte der schwedischen Autorin und Literaturnobelpreisträgerin ist in ihrer Erzählweise einem Märchen ziemlich ähnlich. Sie zeigt uns, dass neben dem Wunsch nach Liebe und Frieden, Großmut und Freude, der Zauber von Weihnachten vor allem in den Erinnerungen an früher liegt. Wenn wir uns diese Erinnerungen bewahren, bewahren wir uns auch den Weihnachtszauber im Herzen. In diesem Sinne wünschen wir euch eine frohe und glückliche Weihnachtszeit und viel Spaß beim Hören!

Dec 11, 202214 min

Ep 27Folge 27 – Märchenkunde: Gevatter, Schnitter, Sensenmann

Es war einmal... das Versprechen, das wir alle mit der Geburt bekommen – das Versprechen vom Tod. Doch so unausweichlich er auch ist, so detailliert wir den körperlichen Sterbeprozess inzwischen wissenschaftlich erklären können – der Tod als solches bleibt etwas Abstraktes, dem die Menschen seit jeher ein Gesicht geben wollen. Ackermann, Freund Hein und Knochenmann sind seine Namen, ebenso Gevatter, Schnitter und Sensenmann. Als dünnbeiniges Gerippe trägt er Kutte und Sense, manchmal aber erscheint er auch als Freund oder großer Verführer. Immer aber ist er ein Mysterium voll Faszination und Schrecken, voll Anziehung und Abstoß. Während der Tod nach wie vor zu den großen Themen und Fragen der Menschheit gehört, hat sich sein Umgang mit ihm über die Jahrhunderte jedoch verändert. In dieser Folge schauen wir uns an, wie der Tod im Märchen dargestellt wird, was uns das über den zeitgeschichtlichen Kontext verrät und welche Funktion der Tod im Märchen hat. Dafür beleuchten wir vor allem fünf Aspekte: die Personifizierung des Todes, die Darstellung des Todes, den Tod von Figuren, die Todesarten sowie Auferstehung und Wiedergeburt. Und natürlich besprechen wir auch das Märchen unserer letzten Märchenstunde, Folge 26, "Gevatter Tod". Zum besseren Verständnis empfehlen wir euch: Unbedingt reinhören! **DISCLAIMER: In dieser Folge sprechen wir über Tod und Sterben. Seid also bitte vorsichtig, wenn ihr für diese Themen sensibel seid.**

Dec 4, 20221h 10m

Ep 26Folge 26 – Märchenstunde: Gevatter Tod

Es war einmal... ein junger Arzt, erfolgreich und hoch angesehen. Als dreizehntes Kind einer armen Familie war es einst völlig undenkbar gewesen, dass er einmal Medizin studieren würde. Doch statt sich dessen in Demut zu erinnern und seinem Paten, der ihm diesen Werdegang aller sozialen Barrieren zum Trotz ermöglicht hatte, dankbar zu sein, wollte der Arzt mehr und mehr. In seiner Arrognaz und Gier maßte er sich gar an, über das Leben selbst zu entscheiden. Diese Entscheidung aber, trifft nur einer: der Gevatter Tod. Und so musste der Arzt lernen: Den Tod kannst du nicht überlisten.

Nov 20, 20229 min

Ep 25Folge 25 – Märchenkunde: FSK 18

Es waren einmal... ein Serienmörder mit einem Becken voller Blut und Leichenteilen im Keller. Eine junge Braut in einem Mörderhaus. Und ein Mädchen, das für den leichtsinnigen Deal ihres Vaters ein schreckliches Martyrium erleiden muss. Klingt nach krassem Horrorfilm? Tatsächlich: Wenn man so manch ein Märchen verfilmen würde, würde es ganz sicher keine Jugendfreigabe erhalten. FSK 18 eben. Wir haben euch die drei grausamsten Märchen zusammengestellt – es gibt nämlich durchaus Märchen, die es mit "Der Wacholderbaum", dem Märchen unserer letzten Märchenstunde (Folge 24), aufnehmen können. Dabei geht es uns aber nicht um den plumpen Gore-Faktor. In dieser Märchenkunde möchten wir das Thema "Grausamkeit im Märchen" beleuchten und damit einen Aspekt, an dem man kaum vorbeikommt, wenn man sich mit dieser Textsorte näher beschäftigt. Denn Grausamkeit ist Bestandteil vieler Märchen und ein ebenso häufiger Kritikpunkt. Warum diese Kritik oft zu einseitig ist, welche Funktion Grausamkeit im Märchen hat und weshalb die Sache mit dem FSK-18-Label gar nicht so weit hergeholt ist – das alles und vieles mehr hört ihr hier. Einen starken Magen setzen wir voraus.

Nov 6, 20221h 33m

Ep 24Folge 24 – Märchenstunde: Der Wacholderbaum

Es waren einmal... ein brutaler Mord. Ein hinterlistiger Vertuschungsversuch. Ein herzzerreißendes Familiendrama. Ein spannender Kriminalfall. Und jede Menge Blut und Knochen. Das Märchen "Der Wachholderbaum", bei den Grimms auf plattdeutsch als "Von dem Machandelboom" an Stelle 47 zu finden, ist ein Märchen, das es wirklich in sich hat. Und wenn ihr dachtet, "Hänsel und Gretel", "Rotkäppchen" oder "Schneewittchen" seien blutrünstig und grausam, dann wartet ab, bis ihr den Wacholderbaum gehört habt. Denn der erinnert eher an einen Horrorfilm FSK 18. Nicht übertrieben. - Märchenpottcast, der Blog: **https://maerchenpottcast.de/** - Märchenpott auf Instagram: **https://www.instagram.com/maerchenpottcast/?hl=de** - Musik: Johann Gottfreid Müthel, Cembalokonzert d-Moll 2. Satz; Johann Sebastian Bach, Cembalokonzert d-Moll BWV 1052 2. und 3. Satz, Chromatische Fantasie d-Moll BWV 903; Carl Philipp Emanuel Bach, Cembalokonzert d-Moll 3. Satz; Antonio Vivaldi, Flötenkonzert D-Dur "Il Cardellino" 2.Satz

Oct 23, 202219 min

Ep 23Folge 23 – Märchenkunde: Verehrt, verdammt, verbrannt

Es war einmal... eine alte, runzelige Frau mit roten Augen und Hakennase, die lebte allein im Wald. Sie hatte ein Lebkuchenhaus und das nur aus einem einzigen Grund: um Kinder anzulocken und zu fressen. Die Hexe aus "Hänsel und Gretel" ist der Archetyp der Märchenhexe, ein böser Kinderschreck, der als Personifizierung des Urbösen eine didaktische Funktion erfüllt. Doch auch wenn ihr euch denkt "Typisch Märchenhexe eben" – ganz so einfach ist es, wie immer, nicht. Denn auch die Märchenhexe ist nicht so eindimensional, wie es im ersten Moment scheint. Das zeigen wir euch am Beispiel des Grimmschen Märchens "Die Gänsehirtin am Brunnen" und des russischen Märchens "Elena, die Weise" (ein Titel, der es natürlich nicht ganz zufällig in unsere Märchenkunde geschafft hat :)). Da das Hexenbild als solches aber keinen märchenhaften, sondern einen historischen Ursprung hat, nehmen wir euch außerdem mit in ein sehr dunkles Kapitel Menschheitsgeschichte. Wir reisen zurück in die Zeit der Hexenverfolgungen, schauen uns an, wie die Vorstellung der teuflischen Hexe überhaupt entstanden ist und wie es dazu kommen konnte, dass der Hexenglaube zu einem Wahn mutiert ist, der Hundertausende in einen qualvollen Tod riss. Was davon hat die Märchenhexe beeinflusst? In welchen Verhältnis steht sie zu unserem modernen Hexenbild? Und vor allem: Welches Lied singt Jenny eigentlich für uns? Wir sagen nur so viel: "Ich, ich habe keine Angst..." Zum Nachhören: Christian nimmt in dieser Folge Bezug zum Märchen "Die Hexe Pfarrerin". Dieses Märchen hat er euch in Folge 3 "Märchen für wenn et kalt ist" bereits ausführlich vorgestellt. Hört also gerne nochmal rein. - Märchenpottcast, der Blog: **https://maerchenpottcast.de/** - Märchenpott auf Instagram: **https://www.instagram.com/maerchenpottcast/?hl=de** - Musik: Archivproduktion des musikhistorischen Studios der Deutschen Grammophon Gesellschaft, "Quartett für Blockflöte, Oboe, Violine und Continuo G-Dur", Georg Philipp Telemann, 1.Satz (Intro) und 3. Satz (Outro).

Oct 9, 20221h 55m