
Show overview
Märchenpott has been publishing since 2021, and across the 5 years since has built a catalogue of 122 episodes, alongside 1 trailer or bonus episode. That works out to roughly 100 hours of audio in total. Releases follow a fortnightly cadence.
Episodes typically run thirty-five to sixty minutes — most land between 12 min and 1h 23m — with run-times ranging widely across the catalogue. None of the episodes are flagged explicit by the publisher. It is catalogued as a DE-language Society & Culture show.
The show is actively publishing — the most recent episode landed 2 weeks ago, with 9 episodes already out so far this year. The busiest year was 2023, with 29 episodes published. Published by Christian, Jenny und Elena.
From the publisher
Es waren einmal der Christian, die Jenny und die Elena. Die drei kennen sich schon sehr lange und sie haben eine Gemeinsamkeit: ihre Begeisterung für Märchen. Diese Begeisterung möchten sie hier mit euch teilen. Doch Märchen einfach nur zu erzählen, reicht ihnen nicht. Sie wollen darüber reden und zeigen, wie vielschichtig, komplex und zeitlos Märchen sind. Dazu unterteilen sie ihre Folgen in Märchenstunde und Märchenkunde. In der Märchenstunde sprechen sie euch ein Hörspiel ein. In der darauf folgenden Märchenkunde tauschen sie sich dann darüber aus und analysieren und diskutieren Aspekte zu einem bestimmten Oberthema. Dazu betrachten sie Märchenklassiker von ganz neuen Seiten und nehmen euch mit in (un-)bekannte Märchenwelten. Das ist mal lustig, mal nostalgisch, mal blutrünstig und auch mal kitschig – aber niemals altmodisch oder Kinderkram. Vielmehr geht es um Geschichte, Literatur, Popkultur samt Film und Fernsehen sowie die großen Themen der Menschheit – eben um all das, was in der scheinbar so simplen Textsorte Märchen steckt.
Latest Episodes
View all 122 episodesFolge 120 – Märchenstunde: Neid bringt Leid
Folge 119 – Märchenkunde: Schürzenneid und Bettplatztausch
Ep 119Folge 118 – Märchenstunde: Der Liebste Roland
Es war einmal... eine Frau, die war eine rechte Hexe, und hatte zwei Töchter, eine hässlich und böse, und die liebte sie, weil sie ihre rechte Tochter war, und eine schön und gut, die hasste sie, weil sie ihre Stieftochter war. Soweit, so bekannt. Auch der Plan der bösen Stiefmutter ist für Märchenkenner*innen erstmal keine Überraschung: Die ungeliebte Tochter soll sterben. Ab diesem Zeitpunkt schwenkt die Familientragödie um und es entspinnt sich eine richtige Horrogeschichte aus Splatter und Mystery-Grusel. In dem Moment, in dem man denkt, dass alles vorbei ist und ein gutes Ende nimmt, setzt das Märchen vom Liebsten Roland dann noch ein Liebesdrama obendrauf. Viel Spaß beim Hören!
Ep 118Folge 117 – Märchenkunde: Vom Schlackern des Teiges im Wind
Es waren einmal... Märchen, bei denen sich eine Handlung in einer wiederholenden, „kettenartigen“ Struktur entfaltet. Sie bilden eine eigene Unterkategorie der Märchen: die Kettenmärchen. Ein bekanntes Beispiel dafür haben wir in unserer letzten Märchenstunde (Folge 116) kennengelernt: das Märchen "Vom dicken fetten Pfannekuchen". In dieser Märchenkunde schauen wir uns natürlich noch weitere Kettenmärchen an. Die Geschichte von der Rübe dürfte dem einen oder der anderen vielleicht auch noch aus der Kindheit bekannt sein. Weniger bekannt ist, wie überraschend vielfältig Kettenmärchen sind. Sie haben nicht nur einen hohen Unterhaltungswert, sondern durchaus einen tieferen Sinn. Und ihre Unterkategorien sind ziemlich unterhaltsam. Also lasst euch nicht täuschen: So theoretisch wie sie klingt, ist diese Folge auf keinen Fall. Das liegt nicht nur daran, dass wir ein ausgiebiges Wiedersehen mit Robinson feiern.
Ep 117Folge 116 – Märchenstunde: Vom dicken fetten Pfannekuchen
Es waren einmal... drei alte Weiber, welche gern Pfannkuchen essen wollten. Also backten sie einen. Es wurde ein dicker fette Pfannekuchen. Doch kaum war der dicke fette Pfannekuchen fertig, richtete er sich in der Pfanne auf, hüpfte hinaus und lief den drei alten Weibern weg, kantapper, kantapper in den Wald hinein. Wem der dicke fette Pfannekuchen da so begegnet, hört ihr in dieser Folge.
Ep 116Folge 115 – Märchenkunde: Cat Content
Es war einmal... die Katze. Elegant und tollpatschig. Würdevoll und komplett am Ausrasten. Königlich und gleichzeitig bereit, einen Karton anzubeten. In einem Moment Schmusekätzchen, im nächsten Jägerin. Wenn sie nicht will, dann will sie nicht. Aber wenn sie dir ihre Aufmerksamkeit schenkt, fühlst du dich auserwählt. Sie kann 16 Stunden schlafen und trotzdem aussehen, als hätte sie einen anstrengenden Tag gehabt. Sie verhungert mindestens zehn Mal täglich und stimmt auch nachts um vier gerne mal das Lied ihres Volkes an. Und wenn sie dich anschaut, ist da immer dieses Gefühl, als wisse sie mehr als du. Ihre Gesellschaft ist beruhigend, ihr Schnurren heilsam, die Beziehung zu ihr komplex. Denn mit einer Katze zusammenzuleben bedeutet: Grenzen akzeptieren. Nähe verdienen. Geschickte Räuberin, launische Diva, drolliger Kasper, treue Gefährtin, aufmerksame Wächterin, liebevolle Trösterin, kleiner Pausenclown, zärtlicher Schmusetiger und ganz klar die Herrin des Hauses: Kein Tier ist uns so nah und gleichzeitig noch immer ein Rätsel. Spiegelt sich das auch im Märchen wider? Welche Rolle nimmt die Katze da ein? Zeigt sich auch im Märchen ihr ambivalentes Wesen? Und wie steht es um die Beziehung zwischen Mensch und Katze? In dieser Märchenkunde gibt es jede Menge Cat Content. So viel können wir verraten: Die Katze im Märchen ist nicht weniger faszinierend als die Katze in der realen Welt.
Ep 115Folge 114 – Märchenstunde: Costantino Fortunato oder Der gestiefelte Kater
Es war einmal... in Böhmen eine alte, sehr arme Frau, die drei Söhne hatte, von denen der eine Dusolino, der zweite Thesifone und der dritte Costantino Fortunato hieß. Sie besaß auf der Welt nichts weiter von Wert als drei Dinge: einen Backtrog, in dem die Frauen den Brotteig kneten, einen Brotkorb und eine Katze. Als die Mutter hochbetagt starb, vermachte sie ihrem ältesten Sohn den Backtrog, dem zweiten den Brotkorb und Costantino, dem jüngsten, die Katze. Und auch wenn die Katze für die Brüder das schlechteste Los zu sein scheint: Aus der Grimm-Variante dieses Märchens wisst ihr bestimmt: Ist sie nicht. Diese Version von "Der gestiefelte Kater" stammt von Giovanni Francesco Straparola und damit von einem Autor, der hiermit seine Märchenpott-Premiere feiert. Viel Spaß beim Hören!
Ep 114Folge 113 – Märchenkunde: Von einer gar nicht so anderen Welt
Es waren einmal... nebelige Moorlandschaften, halbnackte Krieger mit wallendem Haar und mystischen Zeichen auf der Brust und weißbärtige Naturmagier, die in Eichenhainen Rituale abhalten und in kryptischen Rätseln sprechen. Gepaart mit satten grünen Landschaften und jeder Menge Irland-Romantik sind wir mittendrin in den gängigen Klischees über Kelten. Doch was ist wirklich “typisch keltsich”? Gibt es so ein Label überhaupt? Und finden wir es auch im Märchen? In dieser Folge begeben wir uns auf die Reise in die Anderswelt. Wir machen den Kelten-Klischeecheck, sprechen über die keltische Erzähl- und Märchentradition und schauen uns an, inwiefern Märchen und Mythologie miteinander verwoben sind. Dabei landen wir an magischen Übergangsorten, begegnen frechen Trickstern und der allgegenwärtigen Anderswelt. Vor allem aber stellen wir fest: Es ist gar keine so andere Welt.
Ep 113Folge 112 – Märchenstunde: Die drei Gaben
Es war einmal… ein kleiner Bursch, der hatte seine Mutter verloren und sein Vater verheiratete sich zum zweiten Mal. Aber seine Stiefmutter taugte nichts. Zu seiner Nahrung gab sie ihm nichts als alte schimmelige Brotkrusten, und wenn er aufs Feld ging, musste er sie in der Quelle aufweichen, bevor er sie aß. Eines Tages, da er sich neben dem Wasser niedergekauert hatte, ging ein armer Mann vorüber – und da wir uns in einem Märchen befinden, wissen wir, das passiert nicht einfach so, sondern hat Folgen. Die titelgebenden drei Gaben, die übrigens nichts mit Bechsteins Märchen "Die drei Gaben zu tun haben, spielen dabei natürlich eine Rolle. Und drei Wünsche, die nicht nur absurd sind, sondern diese Geschichte zu einem Märchen machen, wie ihr es unter dem Label “keltisch” wahrscheinlich nicht erwartet hättet.
Ep 112Folge 111 – Märchenkunde: Keiner weint um Hexen
Es war einmal... ein Mädchen namens Dorothy. Das lebte mit seinem Onkel und seiner Tante in einem kleinen Haus in Kansas. Das Leben dort war grau und öde, nicht einmal das Gras war grün. Doch eines Tages geschah etwas Seltsames. Ein Wirbelsturm kam auf, brachte das Haus zum Schwanken und Wackeln, drehte es wirbelnd um sich selbst und hob es hoch in die Luft, trug es höher und höher und Dorothy und ihren treuen Hund Toto meilenweit weg von Kansas, in ein geheimnisvolles, smaragdgrünes Land namens Oz... Ob das fantasievolle Buch von L. Frank Baum, die ikonische Verfilmung von 1939 oder die Bühnenfassung: "Der Zauberer von Oz" gehört auch bei uns zu einer der bekanntesten Kindergeschichten. Was weniger bekannt ist: "Der Zauberer von Oz" ist ein Märchen. Warum das so ist, welche Aussageabsicht der Autor mit seiner Geschichte verfolgte und wie er mit den klassischen Märchenelementen umgeht, schauen wir uns in dieser Folge an. Und wenn wir uns schon auf den Weg über die Yellow Brick Road in die grüne Smaragdstadt begeben, überprüfen wir natürlich auch, wie wundervoll der Zauberer von Oz tatsächlich ist. Falls euch die Hexen aus Oz inzwischen ebenfalls grünifiziert haben, dann ahnt ihr, dass dort nichts so ist, wie es scheint und dass auch die scheinbar so eindeutigen und aus Märchen bestens bekannten Zuschreibungen von "Gut" und "Böse" hier dringend hinterfragt werden sollten. Genau das macht "Wicked". Denn auch “Wicked” hat etwas mit Märchen zu tun. Es liefert nicht nur eine Phrase, die perfekt in jedes Märchen passen könnte: "Keiner weint um Hexen". Wicked dekonstruiert Märchen und zeigt damit auf seine ganz eigene Weise, warum diese Textsorte immer noch so spannend ist und wie sie immer wieder Stoff für neue Geschichten liefert.
Ep 111Folge 110 – Märchenkunde: Von Rauschgold, Puten und ein bisschen Kitsch
Es war einmal... eine goldene Lockenpracht, ein schneeweißes Kleidchen, rote Bäckchen und Flügel. Vielleicht kommt noch ein bisschen Lametta ins Haar. Doch ob mit oder ohne Glitter, ob als religiöser Bote, Hoffnungsträger oder Dekoobjekt: Der Engel ist eine Figur, die fest in der Weihnachtszeit verankert ist. Aber auch darüber hinaus kommt dem Engel, durchaus losgelöst von seinem theologischem Hintergrund, eine starke spirituelle und kulturelle Bedeutung zu. Und auch im Märchen taucht er immer mal wieder auf. Aus diesem Grund haben wir den Engel zum Hauptdarsteller unsere diesjährigen Weihnachtsfolge ernannt. Wir schauen uns an, was Engel eigentlich sind und welche Rolle sie in Judentum und Christentum, aber auch in anderen Religionen und Weltanschauungen spielen. Außerdem betrachten wir die Darstellung des Engels in Kunst und Literatur, hier natürlich mit besonderem Schwerpunkt auf die Rolle des Engels in unserem letzten Märchen, "Der Engel" von Hans Christian Andersen. Und auch den Weihnachtsengel, eine besondere Ausprägung der Engelsfigur, nehmen wir uns vor. Das geht natürlich nicht ohne Rauschgold und ein bisschen Kitsch. Aber diese Folge hat auch einen therapeutischen Effekt. Denn Christian kann tatsächlich sein etwas problematisches Verhältnis zu Engeln überwinden.
Ep 110Folge 109 – Märchenstunde: Der Engel
Es war einmal... ein Engel, der erzählte Folgendes: "Jedesmal, wenn ein gutes Kind stirbt, kommt ein Engel Gottes zur Erde hernieder, nimmt das tote Kind auf seine Arme, breitet die großen, weißen Flügel aus und pflückt eine ganze Handvoll Blumen, die er zu Gott hinaufbringt, damit sie dort noch schöner als auf der Erde blühen. Gott drückt sie dort an sein Herz, aber der Blume, die ihm die liebste ist, gibt er einen Kuß, und dann bekommt sie Stimme und kann in der großen Glückseligkeit mitsingen." Der Engel erzählte all dies, während er ein totes Kind zum Himmel forttrug – und damit beginnt eine Geschichte voll melancholischer Schönheit, nachdenklich stimmender Tiefe und gesellschaftskritischen Tönen. Typisch Andersen eben.
Ep 109Folge 108 – Märchenkunde: Von einem richtig schlechten Image
Es war einmal... der Oberschurke im Märchen. Unter den männlichen Bösewichten ist das ganz klar der Wolf. Er begegnet uns als der gefräßige und einfältige Gierschlund in "Der Wolf und der Fuchs", als der hinterhältige und nimmersatte Eindringling in "Der Wolf und die sieben Geißlein" und als der ebenso durchtriebene wie gefährliche Lüstling in "Rotkäppchen". Das Märchen, so scheint es, zeichnet ein ganz klares Bild von ihm: Der Wolf ist gefährlich. Und auch in der realen Welt hat der Wolf noch immer ein Imageproblem. Denn das Bild vom bedrohlichen Raubtier hält sich bis heute. In dieser Märchenkunde gehen wir ihm auf den Grund. Wir schauen uns an, wie der Wolf zu seinem richtig schlechten Image gekommen ist und was die historischen Ursachen sind. Auf Basis unseres Märchenstunde-Märchens "Der Wolf und der Fuchs" (Folge 107) beleuchten wir die Darstellung des Wolfes im Märchen im Speziellen, aber auch im Allgemeinen. Und ja, wir haben tatsächlich auch ein Märchen gefunden, das zur Ehrenrettung des Wolfes beiträgt. Wer bei diesem Thema außerdem nicht fehlen darf: der Werwolf. Denn auch er hat nicht nur in Sagen, sondern auch in das ein oder andere Märchen Einzug gehalten.
Ep 108Folge 107 – Märchenstunde: Der Wolf und der Fuchs
Es war einmal... der Wolf, der den Fuchs bei sich hatte, und was der Wolf wollte, das musste der Fuchs tun, weil er der schwächste war, und der Fuchs wäre gerne des Herrn los gewesen. Es trug sich zu, dass sie beide durch den Wald gingen, da sprach der Wolf: "Rotfuchs, schaff mir was zu fressen, oder ich fresse dich selber auf." Was der Fuchs daraufhin tut, warum der Wolf einfach lernresistent ist und ob es dem Fuchs gelingt, sich aus der Abhängigkeit des Wolfes zu befreien, hört ihr in diesem Märchen der Brüder Grimm.
Ep 107Folge 106 – Märchenkunde: Von Blutsaugern, Nachzehrern und Nachtgestalten
Es war einmal... der kultivierte Gentleman, der nachdenkliche Fürst der Finsternis, der coole und witzige Antagonist, das Ungeheuer im Blutrausch. Seine Erscheinungsformen sind vielfältig, ebenso wie seine Namen. Wir kennen ihn als Dracula oder Nosferatu, als Graf von Krolock, als Spike oder Angel, als Stefan oder Damon Salvatore, als Blade oder Selene, als Edward Cullen oder als Lestat de Lioncourt. Nur wenige Figuren des Volksglaubens sind so fest in der Popkultur verankert wie der Vampir. Er fasziniert uns bis heute – und genau dieser Faszination gehen wir in dieser Folge nach. Wir haben uns nämlich gefragt: Was ist eigentlich mit Vampiren im Märchen? Hexen, Zwerge, Nixen, alles typische Märchenfiguren. Aber fällt euch ein Märchen mit Vampiren ein? Wir haben mal recherchiert und uns zunächst den Vampir im Volksglauben angesehen, seine theologischen und historischen Ursprünge ergründet und gesammelt, welche Darstellungen von Vampiren es gibt. Dabei führt natürlich kein Weg am literarischen Obervampir vorbei: Dracula. Wie hat er unser popkulturelles Bild vom Vampir geprägt? Und finden wir diese Einflüsse auch in der epischen Textsorte Märchen wieder? Wir stoßen auf die große Vampirangst des 18. Jahrhunderts, begegnen Vlad dem Pfähler und der Blutgräfin, treffen auf Blutsauger, Nachzehrer und andere Nachtgestalten und merken dabei vor allem eines: Von Ängsten, Begierden, Sehnsüchten und Sünden – der Vampir sagt vielleicht mehr über uns aus als jede andere mythische Sagengestalt. Genau deswegen zieht er uns an. Und genau deswegen brauchen wir ihn.
Ep 106Folge 105 – Märchenstunde: Das Mädchen und der Vampir
Es war einmal... eine Frau, die war sehr arm. Nicht weit von ihr lebte ein Vampir. Der zog sich eines Abends in der Dunkelheit schöne Kleider an, nahm die Gestalt eines jungen Burschen an, ging in das Haus der Frau und sagte: "Guten Abend, Mutter, ich komme zu dir als Freier; ich will deine Tochter heiraten, wenn es dir recht ist, sie mir zu geben. Ich weiß, du bist arm, deswegen will ich auch keine Mitgift, ja, ich will dir noch helfen, die beiden jüngeren zu verheiraten." Für eine arme Frau ein verlockendes Angebot und so sie willigt ein. Doch wie ihr euch denken könnt, ist es eher keine gute Idee, einen Vampir zu heiraten. Das muss nicht nur die älteste Tochter feststellen, mit der es kein gutes Ende nimmt. Auch die zweite und die dritte Tochter landen in der unterirdischen Behausung des Vampirs. Ob sie ihm entkommen und warum der Vampir erst der Auftakt zu einem noch viel größeren Abenteuer ist, hört ihr in diesem bulgarischen Volksmärchen, in dem der Vampir etwas anders auftrittt, als wir es gewohnt sind. Viel Spaß beim Hören.
Ep 105Folge 104 – Märchenkunde: Von den Sternen
Es waren einmal... funkelnde kleine Punkte am Nachthimmel, hinter denen sich riesige, selbstleuchtende Kugeln aus heißem Gas verbergen, zusammengehalten durch ihre eigene Schwerkraft. Ihr Licht, teilweise Millionen von Lichtjahre entfernt, erreicht uns manchmal erst, wenn der Stern selbst schon lange verglüht ist. Wir sehen Bilder in ihnen und glauben daran, dass sie uns Wünsche erfüllen, wenn sie uns als Sternschnuppe begegnen. Und wenn wir in einer lauen Sommernacht im Gras liegen und die unzähligen Sterne am Himmel sehen, bekommen wir eine ganz kleine Ahnung davon, was für ein winzig kleiner Teil wir selbst in diesen unerforschten Weiten sind. Deswegen sind es die Sterne, mit denen wir unsere kosmische Trilogie von Sonne, Mond und Sternen beenden. Im Märchen von Allerleirauh ist das Sternenkleid der Höhe- und Wendepunkt der Geschichte, in ihm findet sie ihre Erlösung. Aber spielen Sterne im Märchen sonst überhaupt eine Rolle? Welche Vorstellungen über Sterne finden wir im Märchen wieder und welche Bilder von Sternen haben Kulturen weltweit? Und was hat das Märchen unserer letzten Märchenstunde, “Das Sternenkind”, damit zu tun? All das und noch vieles mehr schauen wir uns in dieser Folge an. Und da Elena sich damals in Folge 7 ja für Allerleirauhs Kleid von den Sternen entschieden hat, weiß sie natürlich auch schon ganz genau, wie dieses Kleid aussehen soll.
Ep 104Folge 103 – Märchenstunde: Das Sternenkind
Es waren einmal... zwei arme Holzfäller, die durch einen großen Tannenwald nach Hause gingen. Es war Winter, und die Nacht war bitterkalt. Der Schnee lag tief auf der Erde und hoch auf den Zweigen der Bäume. Der Frost zerbrach die kleinen Äste auf beiden Seiten, wo sie vorübergingen; und als sie zu dem Gebirgsbach kamen, hing er bewegungslos in der Luft, denn der Eiskönig hatte ihn geküsst. Und während in dieser Kälte selbst die Tiere zitterten, beklagten die zwei ihr Elend, denn sie hatten nicht viel. Da geschah plötzlich etwas Seltsames: Vom Himmel fiel ein glänzender und schöner Stern. Und dann lag da ein Tuch aus goldenem Gewebe, seltsam mit Sternen besetzt und in viele Falten geschlungen. Sie dachten zunächst, es müsse sich Gold darin befinden, doch als sie die Falten lösten, entdeckten sie etwas ganz anderes… Das Kunstmärchen von Oscar Wilde erzählt die Geschichte vom Sternenkind als Beispiel über Hochmut und den tiefen Fall. Gesellschaftskritisch und tiefgründig beleuchtet Wilde Themen wie Selbstfindung, Schönheit, die blendet, die Suche nach Glaube und Wahrheit und die Gefahr blinder Gefolgschaft. Ein Märchen, das nachdenklich macht und anders ändert, als man es von einem Märchen typischerweise erwartet.
Ep 103Folge 102 – Märchenkunde: Von dem Monde
Es war einmal... unser Nachbar, der Mond. Ein natürlicher Satellit, der uns umkreist und uns in den Weiten des Universums nicht nur nah ist, sondern auch ein Teil von uns. Denn vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstand er aus Trümmern einer kosmischen Kollision mit der frühen Erde. Vielleicht fühlen wir uns deswegen irgendwie verbunden mit ihm, vielleicht sagen wir ihm deswegen allerlei Einfluss auf uns nach. Der Neumond sorgt für den Wetterumschwung und bei Vollmond sind die Nächte besonders kalt, sagen etwa Bauernregeln. Mondholz stammt von Bäumen, die zu bestimmten Mondphasen geschlagen werden. Es soll besser als normales Bauholz sein, weil es angeblich weniger schwindet, reißt und knackst. Die am weitesten verbreitete Mondthese lautet sinngemäß: Alles, was zunehmen soll, tue bei zunehmendem Mond. Also Haus bauen und Geld investieren zum Beispiel. Alles, was abnehmen soll, tue hingegen bei abnehmenden Mond. Eine Diät ist dann an dieser Stelle immer die Empfehlung. Die Liste an Weisheiten und Aberglauben rund um den Mond ließe sich ellenlang fortsetzen. Fakt ist: Zum Mond haben wir Menschen eine besondere Beziehung. Und in dieser Märchenkunde schauen wir uns genau die mal näher an. Wie viel Einfluss hat der Mond wirklich auf unser Leben? Welches Bild vom Mond haben alte Völker und Kulturen? Und natürlich die Masterfrage: Was davon finden wir im Märchen wieder? Teil II unserer kosmischen Trilogie steht ganz im weißen Licht des Mondes und da es Christians Folge ist (er hatte sich ja damals in Folge 07 Allerleirauhs Mondkleid ausgesucht), verrät er uns natürlich auch, wie er zum Mond steht und warum er als Kind felsenfest davon überzeugt war, dass der Mond sein Freund ist.
Ep 102Folge 101 – Märchenstunde: Der Mond
Es war einmal... ein Land, wo die Nacht immer dunkel und der Himmel wie ein schwarzes Tuch darüber gebreitet war, denn es ging dort niemals der Mond auf, und kein Stern blinkte in der Finsternis. Bei Erschaffung der Welt hatte das nächtliche Licht ausgereicht. Aus diesem Land gingen einmal vier Burschen auf die Wanderschaft und gelangten in ein anderes Reich, wo abends, wenn die Sonne hinter den Bergen verschwunden war, auf einem Eichbaum eine leuchtende Kugel stand, die weit und breit ein sanftes Licht ausgoß. Man konnte dabei alles wohl sehen und unterscheiden, wenn es auch nicht so glänzend wie die Sonne war. Die Wanderer standen still und fragten einen Bauer, der da mit seinem Wagen vorbeifuhr, was das für ein Licht sei. 'Das ist der Mond,' antwortete dieser. Ja, und den Mond fanden die vier so gut, dass sie ihn mit nach Hause nahmen. Wie das ankommt, warum der Mond sogar die Toten durcheinander bringt und wie er letztlich an den Himmel gelangt, hört ihr in diesem Grimm-Märchen.