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Microgreens - besser als Sprossen!
Episode 118

Microgreens - besser als Sprossen!

Superfood von der Fensterbank, das sind Microgreens. Super-lecker und voller Vitalstoffe.

Einfach natürlich Gärtnern

November 20, 202518m 22s

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Show Notes

Superfood von der Fensterbank, das sind Microgreens. Super-lecker und voller Vitalstoffe.

Winterschutz im Garten

Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de

Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de

Pflanzen leben doch draußen. Warum soll ich die im Winter betüddeln?

  • Winterschutz hilft beim Überleben.
  • Viele Pflanzen kommen mit Kälte zurecht – aber längst nicht alle.
  • Vor allem empfindliche Arten aus milderen Klimazonen brauchen Schutz.
  • Auch frisch gepflanzte Gewächse sind anfälliger.
  • Und selbst robuste Pflanzen leiden, wenn Wind, Frost, Trockenheit und Wintersonne zusammenkommen.
  • Schutz sorgt auch dafür, dass die Pflanzen gesund und kräftig in die neue Saison starten.

Was passiert genau bei Kälte?

  • Wasser in den Pflanzenzellen kann gefrieren und sich dabei ausdehnen.
  • Eiskristall entstehen, können die Zellwände von innen sprengen.

Aber warum frieren dann nicht alle Pflanzen einfach kaputt?

  • Pflanzen aus kalten Regionen haben Schutztricks:
  • Lagern Zucker und Salze in ihre Zellen, wirkt wie Frostschutz.
  • Manche ziehen das Wasser aus ihren Zellen ab.
  • Andere überwintern mit den wichtigen Teilen komplett im Boden.
  • Frost bleibt gefährlich, wenn er plötzlich komm und die Pflanze noch nicht „umgestellt“ ist.

Gibt es eine Faustregel, wer Schutz braucht und wer nicht?

  • Ungefähr, ja:
  • Heimisch = meistens winterhart.
  • Immergrüne Pflanzen = empfindlicher, besonders wenn sie aus südlichen Regionen stammen.
  • Mediterrane Pflanzen = brauchen in den meisten Regionen Deutschlands Winterschutz.
  • Stauden, die im Herbst einziehen = oft erstaunlich robust.
  • Frisch gepflanzte Gehölze sind empfindlicher als gut eingewachsene.
  • Eigene Winterhärtezone (USDA-Zone, 13 Stück) zu kennen, ist wichtig.
  • 1 bis 12: 1 extrem kalt (z.B. Sibirien), 12 tropisch (z.B. Singapur, Süd-Florida).
  • Je höher die Zahl, desto milder der Winter – desto empfindlichere Pflanzen überleben draußen.
  • Mitteleuropa i.d.R. Zone 6 bis 8.
  • Bayerischer Wald: 6b / Durchschn. Tiefsttemperatur: -20 bis -17 Grad C.
  • Oberrhein (Freiburg): 8b/ Durchschn. Tiefsttemperatur: -9 bis -6 Grad C
  • Durch Klimaerwärmung verschieben sich die Zonen messbar nach oben.

Wann legt man los mit dem Winterschutz?

  • Bloß nicht zu früh! Sonst verliert sich das natürliche Signal: Der Winter kommt!
  • Viele Pflanzen brauchen Kältereiz, um Stoffwechsel auf Wintermodus umzustellen.
  • Ausnahme: frostempfindliche mediterrane (Rosmarin, Feige,…) und frisch Gepflanztes.

Was eignet sich als Winterschutz? Reicht eine alte Decke?

  • Bitte nicht. Decken saugen sich voll, werden schwer, und darunter staut sich die Feuchtigkeit -> Fäulnis.
  • Besser: atmungsaktive Materialien wie Jute, Gartenvlies, Kokosmatten oder Tannenreisig.
  • Halten Wind und Frost ab, lassen aber Luft durch
  • Schafft klimatisches Polster, das die Temperatur um die Pflanze stabil hält.
  • Für den Boden: Mulchschicht aus Laub, Kompost oder Rinde.
  • Isoliert, hält die Wurzeln länger frostfrei und schützt vor schnellen Temperaturschwankungen.
  • Warum das wichtig ist? Ständiger Wechsel zwischen Frost und Tau stresst die Pflanzenzellen besonders.

Kannst du an einem Beispiel erklären, wie man für Winterschutz sorgt?

  • Klar. Beispiel Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus).
  • Sicher erst ab USDA-Zone 7 (bis – 17 Grad), z.B. Raum Kassel, Berlin.
  • 1. Boden mulchen mit Laub oder Kompost -> damit Wurzeln nicht schnell durchfrieren.
  • 2. Triebe schützen: Zweige locker in Jute oder Vlies einwickeln -> dämpft Frost, Wind, Sonne.
  • 3. Mit einer Schnur locker befestigen -> wegen Wind.
  • 4. Gießen nicht vergessen, vor allem an frostfreien, sonnigen Tagen.

Gießen im Winter?

  • Immergrüne wie Kirschlorbeer oder Rhododendron verdunsten auch im Winter Wasser.
  • Ist der Boden gefroren, kommt nichts nach – das nennt man Frosttrocknis.
  • Mehr dazu in unserer Podcastfolge „Frostschäden im Garten“.

Kann man Pflanzen irgendwie vorbereiten auf den Winter?

  • Ja, mit Kalium. Ist wie ein eingebautes Frostschutzmittel.
  • Stärkt die Zellwände
  • Reguliert den Wasserhaushalt
  • Macht die Pflanzenzellen frostresistenter.
  • Eine Gabe Azet KaliumDünger im Spätsommer oder Frühherbst – besonders bei empfindlichen Immergrünen.

Und diese weiße Farbe an den Baumstämmen – gegen was hilft die?

  • Bio-Baumanstrich: wirkt wie ein Sonnenhut im Winter.
  • Reflektiert das Licht, damit sich die Rinde bei Wintersonne nicht zu stark aufheizt.
  • Wenn es nachts schnell abkühlt, würden sonst Spannungsrisse in der Rinde entstehen – vor allem bei jungen Bäumen.
  • Anstrich schützt vor Frostrissen und vor Schädlingen, die sich in der Rinde einnisten könnten.
  • Benutzt man vor allem bei Obstbäumen und Beerensträuchern.

Gibt es Sachen, die man nicht machen sollte?

  • Ja, zum Beispiel Pflanzen in Plastik einwickeln.
  • Feuchtigkeit staut sich, tagsüber zu warm, nachts eiskalt -> purer Stress!
  • Nicht zu gründlich aufräumen.
  • Ein Haufen Laub oder ein lockerer Reisighaufen schützt nicht nur den Boden und ist ein wertvolles Winterquartier für Igel, Marienkäfer oder Spinnen.
  • Winterschutz ist also auch ein kleiner Beitrag zur Artenvielfalt!

Und was ist mit Kübelpflanzen?

  • Sonderfall, weil die Wurzeln im Topf viel schneller durchfrieren.
  • Thema für eine eigene Folge.

Muss ich vor dem Winter etwas zurückschneiden?

  • Nein
  • Bei vielen Stauden besser erst im Frühling schneiden.
  • Vertrocknete Stängel bieten Winterschutz für Insekten und sehen mit Raureif schön aus.
  • Ausnahme: Krankes, Abgebrochenes oder sich reibende Triebe -> im Herbst entfernen.

Und wann kommt der Winterschutz wieder runter?

  • Sobald keine strengen Fröste mehr zu erwarten sind.
  • Meist ab Ende März bis Mitte April, je nach Region.
  • Bei längeren Warmluftphasen auch früher lüften, damit sich keine Feuchtigkeit staut.

Fun Fact:

  • Wusstest du, dass manche Pflanzen sich selbst schützen?
  • Die Christrose zum Beispiel rollt bei Kälte einfach ihre Blätter ein. So verdunstet sie weniger Wasser. Wird’s wärmer, entrollt sie sich wieder und blüht weiter.
  • Und: Auch Schnee schützt!
  • Klingt paradox, aber unter einer dicken Schneedecke bleibt’s oft wärmer als in der Luft darüber. Für Pflanzen ist das wie ein kuscheliger Pullover – Isolierung deluxe, ganz ohne Aufwand.

3 Tipps

  • Kalium macht Pflanzen winterfit
  • Nicht jede Pflanze braucht Schutz, aber manche brauchen ihn unbedingt.
  • Atmungsaktive Materialien verwenden.

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