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#407 Strafrecht | Psychiatrie | Psychologie: Eine Leseprobe und über den Einfluss von Musik auf das Schreiben

#407 Strafrecht | Psychiatrie | Psychologie: Eine Leseprobe und über den Einfluss von Musik auf das Schreiben

Auf dem Weg als Anwält:in

September 6, 202210m 15s

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Show Notes

Duri Bonin möchte von Thierry Urwyler wissen, ob und welche Musik eine Rolle bei der Arbeit am Buch "Strafrecht – Psychiatrie – Psychologie" gespielt hat? Wie hat er sich in die richtige Stimmung versetzt und wie hat die Musik sein Schreiben beeinflusst (Link zum Soundtrack siehe unten). Sogleich erbittet sich Duri die Probe aufs Exempel mittels einer Leseprobe.

Die von Thierry ausgewählte Textpassage (Rz 1425): "Das StGB ist mit seinem Dualismus von Strafen und Massnahmen bereits heute kein Schuldstrafrecht in Reinform, sondern eine Kompromisslösung. (…) Zu bedenken ist, dass bei dieser Kompromisslösung potenzielle Negativfolgen beider Modelle verknüpft werden. Als Beispiel lässt sich die ungleiche Behandlung derselben psychopathologischen Problematik bei Schuldfähigkeits- und Präventionsfragen nennen: Während man retrospektiv mit einem strengen Prüfungsmassstab operiert und eine klar diagnostizierbare Störung mit substantiellen Beeinträchtigungen für eine Verminderung oder Aufhebung der Schuldfähigkeit gefordert wird, steht das Massnahmenrecht in der Praxis oft unter umgekehrten Voraussetzungen und bejaht eine massnahmenbegründende Störung und Rückfallgefahr schnell. Dies generiert Widersprüche: Man sagt als Gesellschaft einer Person mit einer Persönlichkeitsstörung oder Persönlichkeitsakzentuierung retrospektiv, dass sie im Tatzeitpunkt anders hätte handeln können (Schuldfähigkeit erhalten), hält ihr aber gleichzeitig mit Blick auf die Zukunft vor, dass wir als Gesellschaft sie aufgrund des Störungsbilds nicht als fähig erachten, ihre Impulse in der Zukunft zu kontrollieren und nicht mehr rückfällig zu werden." Es handelt sich dabei gemäss Thierry um eine klassische "Bach"-Passage.

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