
Zugehört! Der Podcast des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
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S1 Ep 47Im Westen nichts Neues
Vom Schützengraben zum AntikriegsromanJunge Soldaten im Schützengraben des Ersten Weltkriegs – zwischen Maschinengewehren und Artilleriefeuer. Zwischen Gewalt, Verwundung und Tod. Mit diesem Kriegserlebnis konfrontiert die Netflix-Neuverfilmung des Klassikers „Im Westen nichts Neues“ die Zuschauer. Vor fast 100 Jahren bewegte bereits Erich Maria Remarque mit seinem Antikriegsroman die Welt. Über einen Autor, dessen Werke von den Nationalsozialisten verbrannt wurden und über eine Geschichte, deren Schrecken mit Blick auf den gegenwärtigen Krieg in der Ukraine nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Ein Klassiker der Literatur über den KriegAufgrund seiner schonungslos offenen Darstellung des Stellungskrieges zählt der Roman noch heute zu den Klassikern der Weltliteratur: Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ erschien erstmals 1929 und erzählt die Geschichte einer Gruppe von Soldaten an der Westfront. Angesichts der Gefahren des Schlachtfeldes lernt die Kampfgemeinschaft um den jungen Protagonisten Paul Bäumer das Überleben im Schützengraben. Dennoch verlor einer nach dem anderen sein Leben. Der Leser erlebt den Krieg dabei durch die verzweifelten Gedanken von Paul Bäumer: Kriegsbegeisterung weicht einem nüchternen Nihilismus. Eine literarische Verarbeitung des eigenen WirkensAls einer von vielen Wehrpflichtigen im deutschen Kaiserreich wurde Erich Maria Remarque im November 1916 achtzehnjährig zum Militärdienst eingezogen. Nach der üblichen Grundausbildung in der Heimat war Remarque für zwei Monate im Kriegseinsatz an der Westfront und wurde verwundet. Vor allem die Erlebnisse der Kameraden aus dem Lazarett begann er zu einem Erfolgsroman zu verarbeiten. Sein zunächst sehr politischer Antikriegsroman sorgte aber für Diskussionen beim Verlag. Remarque musste alle Passagen streichen oder relativieren, die den Krieg explizit kritisierten. Dennoch galt Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“ weltweit als das Kriegsbuch des 20. Jahrhunderts und zugleich von Anfang an als zeitloses Symbol für die Sinnlosigkeit des Krieges. Der (erste) FilmAls am 21. November 1930 „Im Westen nichts Neues“ zum ersten Mal in die Kinos kam, sprach dieser wohl vielen ehemaligen Frontsoldaten aus dem Herzen. Sie identifizierten sich mit dem zentralen Motiv des Filmes: Der verlorenen Generation. Im Buch heißt es: „Wir waren achtzehn Jahre und begannen die Welt und das Dasein zu lieben; wir mussten darauf schießen.“ Der Erste Weltkrieg prägte eine ganze Generation – nicht nur Deutscher, sondern aller Kriegsteilnehmer – für ihr Leben. Das GesprächIn Folge 47 von „ZUGEHÖRT!“ Der Podcast des ZMSBw gewährt Claudia Junk M.A. Literaturwissenschaftlerin und Mitarbeiterin des Erich Maria Remarque-Friedenszentrums in Osnabrück, Einblicke in die Hintergründe, Rezeption und Intention von Remarques „Im Westen nichts Neues“. Dr. Christian Stachelbeck ordnet das Romangeschehen in den militärhistorischen Kontext des Stellungskrieges von 1914-1918 ein. Das Gespräch führt Dr. Friederike Hartung. LiteraturhinweiseThomas Schneider, Erich Maria Remarque. Im Westen nichts Neues. Text, Edition, Entstehung, Distribution und Rezeption (1928–1930), Tübingen 2004 Christoph Nübel, Durchhalten und Überleben an der Westfront. Raum und Körper im Ersten Weltkrieg, Paderborn u.a.: Schöningh 2014 (= Zeitalter der Weltkriege, Bd. 10) Christian Stachelbeck, Deutschlands Heer und Marine im Ersten Weltkrieg, München 2013 (Militärgeschichte kompakt, Bd. 5)
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S1 Ep 46Die Kubakrise 1962
Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine ist das Interesse am Kalten Krieg stark gewachsen. Dahinter verbirgt sich die Hoffnung, aus der Geschichte lernen zu können. Im Vordergrund steht dabei die Frage, wie es damals gelang, trotz zahlreicher Krisen einen „heißen Krieg“ zu verhindern. In vier Folgen von „Zugehört! Der Podcast des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr“ beschäftigen wir uns mit der Suez-Krise von 1956, der Kuba-Krise des Jahres 1962, dem Einmarsch der Sowjetunion in die Tschechoslowakei 1968 und der von sowjetsicher Seite falsch eingeschätzten NATO-Übung ABLE ARCHER 1983. Mit unseren Gesprächspartnern diskutieren wir folgende Fragen: Wie war es zu diesen Krisen gekommen, welche Mächte und Internationalen Organisationen waren beteiligt und wie ist es schließlich gelungen, die Krise zu entschärfen? Und was können wir daraus für die Bewältigung der großen Krise, in der wir uns aufgrund des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine befinden, lernen? In Folge 45 von „ZUGEHÖRT! Der Podcast des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr“ über die Kuba-Krise 1962 spricht der Historiker Oberst d.R. Prof. Dr. Reiner Pommerin über Fidel Castros Revolution und die gescheiterten Versuche der USA unter den Präsidenten Eisenhower und Kennedy, Castros Regime zu stürzen. Die Sowjetunion unter Chruschtschow sah Kuba als eine günstige Gelegenheit, vor der Haustür der USA Atomraketen zu stationieren und mit den USA gleichzuziehen: Wie die USA mit ihren in Italien, Großbritannien und der Türkei stationierten Atomraketen hätte nun auch die Sowjetunion das Territorium ihres ideologischen Gegners bedrohen können. Die Krise eskalierte nicht zuletzt deshalb, weil es auf US-amerikanischer Seite nur eine strategische Option gab: Die sowjetischen Atomraketen auf Kuba mussten verschwinden. Als ein atomarer Schlagabtausch unausweichlich schien, schreckten sowohl Kennedy als auch Chruschtschow vor einer weiteren Eskalation zurück. Es war der aus persönlichen Kriegserfahrungen gespeiste gute Wille, der die Welt vor ihrer Zerstörung rettete. Erneut lernten sowohl die USA als auch die Sowjetunion aus der Krise. Beide einigten sich beispielsweise auf die Einrichtung einer Fernsprechverbindung zwischen den Hauptstädten, um direkt miteinander kommunizieren zu können. Die NATO spielte im Krisenmanagement keine Rolle; dagegen nutzten die USA den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen geschickt, um den geheimen Aufbau von Atomraketen auf Kuba der Öffentlichkeit zu präsentieren und damit die Sowjetunion als Aggressor darzustellen. Zur Kubakrise hat er vor kurzem einen Band in der ZMSBw-Reihe Krieg der Moderne veröffentlicht. In „Angelesen – Das Buchjournal des ZMSBw“ können Sie eine Besprechung des Buches „Die Kuba-Krise 1962“ von Reiner Pommerin hören.

S1 Ep 45Die Suezkrise 1956
Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine ist das Interesse am Kalten Krieg stark gewachsen. Dahinter verbirgt sich die Hoffnung, aus der Geschichte lernen zu können. Im Vordergrund steht dabei die Frage, wie es damals gelang, trotz zahlreicher Krisen einen „heißen Krieg“ zu verhindern. In vier Folgen von „Zugehört! Der Podcast des ZMSBw“ beschäftigen wir uns mit der Suez-Krise von 1956, der Kuba-Krise des Jahres 1962, dem Einmarsch der Sowjetunion in die Tschechoslowakei 1968 und der von sowjetsicher Seite falsch eingeschätzten NATO-Übung ABLE ARCHER 1983. Mit unseren Gesprächspartnern diskutieren wir folgende Fragen: Wie war es zu diesen Krisen gekommen, welche Mächte und Internationalen Organisationen waren beteiligt und wie ist es schließlich gelungen, die Krise zu entschärfen? Und was können wir daraus für die Bewältigung der großen Krise, in der wir uns aufgrund des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine befinden, lernen? In Folge 44 von „ZUGEHÖRT! Der Podcast des ZMSBw“ zur Suez-Krise 1956 spricht der Historiker Oberst a.D. Prof. Dr. Winfried Heinemann über die Absichten Frankreichs und Großbritanniens, die Rolle Israels sowie die Intervention der beiden Supermächte USA und Sowjetunion. Er zeigt auf, dass Krisen positive Entwicklungen anstoßen können. Die NATO legte danach mehr Wert auf politische Konsultationen unter ihren Mitgliedern, und die Vereinten Nationen erfanden die UN-Friedenstruppen. Es gab auch einen Helden in der Suez-Krise. Das war der damalige kanadische Außen- und spätere Premierminister Lester „Mike“ Pearson, der 1957 wegen der „Erfindung der Blauhelme“ den Friedensnobelpreis zugesprochen bekam. Wichtig ist auch die Erkenntnis, dass der Westen in der Auseinandersetzung mit der damaligen Sowjetunion und der heutigen Russischen Föderation zusammenstehen muss und sich nicht spalten lassen darf. Im Oktober und November 2022 bieten wir Ihnen auch in unserem Buchjournal „Angelesen“ 15-20minütige Besprechungen über Bücher zum Kalten Krieg an. Jeden Donnerstag um 10 Uhr erscheint eine neue Audiodatei.

S1 Ep 44Legalität und Illegalität militärischer Gewalt
„ZUGEHÖRT! Der Podcast des ZMSBw“ stellt in seiner 44. Folge die 61. Internationale Tagung Militärgeschichte vor. Sie widmet sich dem Thema „Legalität und Illegalität militärischer Gewalt“. Anlässlich des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und der rücksichtslosen Kriegführung stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen militärische Gewalt überhaupt angewendet werden darf. Die von den Vereinten Nationen verkörperte Friedens- und Rechtsordnung verbietet die Anwendung und Androhung von Gewalt. In von den Vereinten Nationen und dem Bundestag mandatierten Einsätzen dürfen Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr militärische Gewalt einsetzen. Wie sehen diese Einsatzregeln – sogenannte Rules of Engagement – aus? Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für Soldaten und Soldatinnen im Einsatz? Mit der beginnenden Aufarbeitung des Afghanistan-Einsatzes durch den Bundestag stellen sich diese Fragen umso drängender. Während der ITMG greifen wir diese sowie weitere Fragen auf und diskutieren sie im Querschnittsbereich von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit. In dieser, die Tagung vorbereitenden Podcastfolge spricht Major Michael Gutzeit mit den beiden Organisatoren der Tagung, Dr. Frank Reichherzer und Dr. Henning de Vries, nicht nur über das Generalthema und die Ausdifferenzierung von Recht und Völkerrecht im Krieg. Sie erläutern auch Hintergründe und Hinweise zu dieser Tagung, die nicht nur für Wissenschaftler von Interesse sein sollte. Hinweise zur Tagung: Zur 61. Internationalen Tagung Militärgeschichte, vom 12. bis 14. Oktober 2022 in Potsdam und im Internet, finden Sie ebenfalls hier auf unserer Website alle Informationen zum Programm und zur Organisation zum Nachlesen und Download.

S1 Ep 43Landes- und Bündnisverteidigung
Seit der völkerrechtswidrigen Besetzung der Krim durch Russland steht für die Bundeswehr die „Landes- und Bündnisverteidigung“ im Fokus. Damit verbunden sind vielfältige und komplexe Herausforderungen an unsere Streitkräfte. Nach dem Ende des Kalten Krieges und der Wiedererlangung der deutschen Einheit wurde die Bundeswehr in vielfältigen Reformen wiederholt umgebaut und reduziert. Fähigkeiten wurden aufgegeben, andere sind hinzugekommen - vor allem im Rahmen des Krisenmanagements im Ausland. So hat besonders der Einsatz in Afghanistan lange Zeit das Erscheinungsbild der Bundeswehr geprägt. Spätestens seit der Annexion der Krim im Jahr 2014 erweist sich jedoch Russland als politische und militärische Bedrohung. Seit Februar 2022 lässt der russische Angriffs- und, wie wir nun offiziell wissen, Eroberungskriegs keine Zweifel mehr zu, dass die NATO willens und fähig sein muss, seine Bündnisverpflichtungen gegenüber allen Partnern einzuhalten. Was bedeutet das für die Bundeswehr? Welche Fähigkeiten muss die Bundeswehr haben, um die geforderte „Kaltstartfähigkeit“ zu erreichen. Und wie wurde die „Landes- und Bündnisverteidigung“ im Kalten Krieg vorbereitet und organisiert? In Folge 44 von „ZUGEHÖRT! Der Podcast des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr“ spricht Oberst Dr. Sven Lange mit dem Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Generalleutnant Markus Laubenthal, und dem Historiker Dr. Heiner Möllers über die „Landes- und Bündnisverteidigung“ und die damit verbundenen Herausforderungen früher und heute.

Die Kleine Kampfgemeinschaft
Armeen sind darauf angewiesen, dass ein enger Zusammenhalt zwischen den Soldatinnen und Soldaten besteht. In dieser Hinsicht unterscheiden sich militärische kaum von anderen sozialen Gruppen wie sie in Fußballmannschaften, Unternehmen oder Schulklassen zu finden sind. Und doch stellt für Streitkräfte die Gruppe mehr als eine strukturelle Organisationsgröße dar. Sie ist sozialer Bezugspunkt, Bedingung soldatischen Handelns und erfährt in Teilen eine mystifizierende Überhöhung. Wie aber funktionieren militärische Gruppen? Und was zeichnet die „Kleine Kampfgemeinschaft„ aus, auf die sich auch die Bundeswehr beruft? Militärsoziologische ForschungDie militärsoziologische Forschung beschäftigt sich seit dem Zweiten Weltkrieg kontinuierlich mit den Voraussetzungen, Erscheinungsformen und Folgen militärischer Gruppen. Die frühen Studien unter USUnited States-amerikanischen Soldaten und deutschen Kriegsgefangenen weisen den kameradschaftlichen Zusammenhalt in der militärischen Gruppe als wesentlich für die Kampfmoral von Soldaten aus. Zudem sei die Stabilität und Wirkung militärischer Gruppen an Bedingungen geknüpft: Soldaten fänden leichter zusammen, wenn sie gleiche soziale Hintergründe und kulturelle Merkmale aufweisen. Praktkische RelevanzNeben der wissenschaftlichen Resonanz haben die Studien aus dem Zweiten Weltkrieg eine überragende praktische Relevanz erfahren. Sie dienten über Jahrzehnte der Personalpolitik westlicher Streitkräfte als Begründung für den Ausschluss von Homosexuellen, Frauen und ethnischen Minderheiten aus den Streitkräften. Seit einigen Jahrzehnten finden sich militärsoziologische Untersuchungen - auch in der Einsatzbegleitung des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr - , die ein anderes Bild von militärischen Gruppen zeichnen. Demnach sind nicht soziale Ähnlichkeiten, sondern die Orientierung auf ein gemeinsames Ziel entscheidend für den kameradschaftlichen Zusammenhalt. Die „kleine Kampfgemeinschaft“ kann so Soldatinnen und Soldaten aus unterschiedlichen Kontexten, mit verschiedenen Erfahrungen und separaten Vorstellungen integrieren und auf einen geteilten Auftrag hin ausrichten. Unter dieser Perspektive gelingt es Streitkräften, die gestiegene Pluralität in der Gesellschaft in ihren Reihen zu spiegeln und ihre Aufgaben zu erfüllen. Die 42. Folge unseres Podcasts „Zugehört„ beleuchtet diese Thematik aus praktischer wie aus sozialwissenschaftlicher Sicht. Oberst Dr. Sven Lange spricht mit Oberstleutnant Arno Schöberl, Referent im Bundesministerium der Verteidigung und von Haus aus Gebirgsjäger , sowie mit Dr. Heiko Biehl, dem Leiter des Forschungsbereichs Militärsoziologie im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr.

S1 Ep 41Das Massaker von Srebrenica 1995
Im Sommer 1995 überrannten bosnische Serben unter dem Kommando ihres Oberbefehlshabers Generaloberst Ratko Mladic die UN-Schutzzone Srebrenica. Internationale Medien berichteten Live von den Ereignissen. Danach kam es zum ersten Völkkermord in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Und trotzdem – niemand schritt ein, als vom 11. bis zum 19. Juli 1995 mehr als 8000 bosnische Jungen und Männer aus der UN-Schutzzone Srebrenica ermordet und 25.000 Frauen, Kinder und Alte deportiert wurden. Das UN-Kriegsverbrechertribunal qualifizierte das Massaker von Srebrenica später als Völkermord. Es war das schlimmste Kriegsverbrechen, was seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa begangen wurde. In Folge 41 von „ZUGEHÖRT! Der Podcast des ZMSBw“ spricht Dr. Anja Seiffert mit Oberstleutnant Dr. Hans-Peter Kriemann, der sich mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr und hier insbesondere auf dem Balkan befasst. Weiterführende Hinweise Die im Podcast angesprochen Charta der Vereinten Nationen und ihre formalen Vorgaben für friedenserhaltende Missionen nach Kapitel 6 und 7 finden Sie hier zum Download. Den Bericht einer Untersuchungskommission der Vereinten Nationen zum Fall Srebrenica finden Sie in entglischer Sprache zum Download hier. Ebenso gibt es eine Dokumentation zum niederländischen UNPROFOR-Bataillon. Als Literatur bietet sich für den Fall Srebrenica an: Julija Bogoeva, Caroline Fetscher: Srebrenica. Dokumente aus dem Verfahren gegen General Radislav Krstić vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002 Der zweiteilige britische Film Peacekeepers zeigt die Hilflosigkeit der Blauhelme in der Mission UNPROFOR.

S1 Ep 40Hybride Kriegführung und der Kampf um die Ukraine
Die überraschende Übernahme der Krim durch maskierte russische Soldaten ohne Hoheitsabzeichen im Februar/März 2014 und die anfänglichen Leugnung des Kreml, damit in Verbindung zu stehen, haben das Bild einer „hybriden“ Art der Kriegführung weltweit geprägt. Die weitere Entwicklung im Osten der Ukraine mit nachbarstaatlich gestütztem Separatismus und der bewaffneten Errichtung und militärischen Absicherung pseudostaatlicher Volksrepubliken (Donetzk, Lughansk), unter Rückgriff auf u.a. „im Urlaub befindliche russische Kämpfer“, hat diese Wahrnehmung eines „hybriden“ Krieges weiter verstärkt. Acht Jahre lang stand anschließend das Streben nach plausibler Abstreitbarkeit einer offiziellen Beteiligung Moskaus im Mittelpunkt des russischen Agierens im „hybriden Stellungskrieg“ im Donbass. Mit seinem großangelegten Überfall auf die Ukraine vom 24. Februar 2022 trat Russland aus dem Schattenbereich zwischen Krieg und Frieden, Freund und Feind heraus. Bedeutet dies das Ende hybrider Kriegführung im Kampf um die Ukraine? Über den Wandel im Kriegsbild und die fortgesetzte Bedeutung hybrider Kriegführung spricht Oberst Dr. Uwe Hartmann mit Oberst Dr. Johann Schmid, Kriegswissenschaftler am ZMSBw, Gründungsdirektor COI Strategy & Defence am European Centre of Excellence for Countering Hybrid Threats (Hybrid CoE) in Helsinki (FIN), zuvor BMVg und deutscher Vertreter im Steering Board des Hybrid CoE.

S1 Ep 39Die Bundeswehr im Katstropheneinsatz
Sturmflut an der Deutschen Nordseeküste 1962 – Waldbrände in Niedersachsen 1975/76 - Oderhochwasser 1997 - Ahrhochwasser 2022: Wenn sich Naturkatstrophen ereignen, ist die Bundeswehr zur Stelle. Ihre Soldatinnen und Soldaten retten, bergen und schützen, gemeinsam mit zivilen Hilfsorganisationen. Und oftmals führen dann Offiziere den Gesamteinsatz. Folge 39 von „ZUGEHÖRT! Der Podcast des ZMSBw“ widmet sich der Bundeswehr im Katastropheneinsatz. Oberst Dr. Uwe Hartmann spricht dazu einerseits mit General a.D. Hans-Peter von Kirchbach, Generalinspekteur der Bundeswehr 1998-200 und zuvor als Kommandeur der 14. Panzergrenadierdivision Führer des Einsatzes aller Hilfskräfte beim Oderhochwasser 1997. Zweiter Gesprächspartner ist Oberst Stefan Weber, Kommandeur des Landeskommandos Rheinland-Pfalz, und Führer des Katstropheneinsatz beim Ahrhochwasser im Juli 2022. Beide Einsätze waren von ihren Dimensionen sehr unterschiedlich: Während es beim Oder-Hochwasser einige Tage „Vorlauf“ gab und nur wenige Tote zu beklagen waren, kam das Ahr-Hochwasser buchstäblich „über Nacht“ und riss mehr als 140 Menschen in den Tod. An der Oder wurden 1997 rund 30.000 Helfer eingesetzt, aber nicht alle gleichzeitig und nicht alle kamen von der Bundeswehr. An der Ahr waren rund 1.500 Soldaten im Einsatz. Um ein Vielfaches höher war die Zahl der zivilen Helfer. In beiden und anderen Einsätzen waren es ranghohe Offiziere der Bundeswehr, die den Einsatz führten und dabei militärische wie zivile Hilfskräfte (Polizei, Feuerwehren, Technisches Hilfswerk, Rotes Kreuz und andere) zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung bündelten. Offensichtlich stellen militärische Führungsmethoden und -prozesse gerade bei solchen krisenhaften Notlagen ihre großen Stärken unter Beweis. Weitere Hintergrundinformationen sowie eine Überblicksdarstellung zur „Amtshilfe“ oder Katastrophenhilfe der Bundeswehr in diesen wie auch vergleichbaren Fällen im In- und Ausland finden Sie bei den Gesprächen am Ehrenmal.

S1 Ep 37Frauen in der Bundeswehr
Die Bundeswehr ist seit ihrer Gründung ein Arbeitgeber auch für Frauen. Was zunächst in der zivilen Wehrverwaltung - und vielfach als Sekretärinnen - begann, setzte sich Mitte der 1970er Jahre für wenige Ärztinnen der Bundeswehr fort. Erst das Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 11. Januar 2000 im Fall Tanja Kreil öffnete die Bundeswehr schließlich in Gänze für Frauen. Seither sind Frauen aus der Bundeswehr nicht mehr wegzudenken. Die Zahl der Frauen in der Bundeswehr ist zwischenzeitlich auf etwa 23.500 gestiegen - rund 13 Prozent aller Angehörigen der Streitkräfte unseres Landes. Frauen bilden somit eine wichtige Personalrekrutierungsressource für die deutschen Streitkräfte und tragen wesentlich dazu bei, die Einsatzbereitschaft und die Leistungsfähigkeit der Bundeswehr zu gewährleisten. Im Laufe der Zeit sind sie auch auf der militärischen Karriereleiter ein großes Stück vorangekommen: Waren es Mitte der 1970er nur Ärztinnen, die in die Bundeswehr eintreten konnten, kamen Mitte der 1990er Jahre der Sanitätsdienst und die Militärmusik hinzu. Seit 2001 stehen Soldatinnen alle Laufbahnen offen. Sie können ebenso Kampfflugzeugführer(in) wie auch Kommandosoldat im KSKKommando Spezialkräfte oder U-Boot-Kommandatin werden. Der Weg bis zu diesen Möglichkeiten war und ist jedoch nicht immer einfach: Persönliche Eignungen, Einschätzungen durch Vorgesetzte - die Frauen anders als Männer sehen - und persönliche Lebensplanungen stehen immer wieder im Spannungsverhältnis zueinander. In Folge 37 von „Zugehört! Der Podcast des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr“ geht es um die Möglichkeiten als auch die Schwierigkeiten in den militärischen Berufswegen und Karrieren von Frauen in der Bundeswehr. Dr. Gerhard Kümmel sprich dazu anlässlich des Diversity Days 2022 im Gespräch mit Frau Oberleutnant Wiebke Hönicke aus dem Panzerpionierbataillon 4 in Bogen/Niederbayern, Frau Dr. Meike Wanner, Wissenschaftlerin am ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, und Frau Claudia Paul, der Leiterin des Stabselements Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion im Bundesministerium der Verteidigung.

S1 Ep 38Das Massaker von Oradour 1944
Das Massaker von Oradour-sur-Glane am 10. Juni 1944 gilt als das größte deutsche Kriegsverbrechen auf dem westlichen Kriegsschauplatz im Zweiten Weltkrieg. Angehörige der 2. SS-Panzerdivision „Das Reich“ ermordeten in diesem Dorf im französischen Limousen 642 Menschen, Männer, Frauen und Kinder. Der Ort wurde faktisch ausgelöscht. Heute sind dort nur noch Ruinen zu sehen. Der Ort wurde in unmittelbarer Nähe neu aufgebaut. Das Massaker reiht sich ein in eine Folge von Kriegsverbrechen, die deutscherseits teilweise auch als Reaktion auf Aktionen der französischen Resistance insbesondere nach der Landung der Alliierten in der Normandie begangen worden sind. In dieser Folge von „ZUGEHÖRT!“ spricht Oberstleutnant Chris Helmecke mit Dr. Peter Lieb über dieses Massaker. Sie sprechen über die Entgrenzung des Krieges und ordnen das Ereignis in den Zweiten Weltkrieg ein und erörtern die unterschiedliche Kriegführung von Wehrmacht und Waffen-SS sowie die dabei begangenen Kriegsverbrechen. Weitere Informationen Die ausschließlich französischsprachige Website des Gedenkortes finden Sie hier http://www.oradour.org/ Die „Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung“, Heft 1/2022 enthält einen Beitrag von Peter Lieb zum Massaker von Oradour-sur-Glane. https://www.bundeswehr.de/de/organisation/weitere-bmvg-dienststellen/zentrum-militaergeschichte-sozialwissenschaften/zmsbw-publikationen-zmg-heft-1-2022-5369976 Literaturhinweise Peter Lieb: Konventioneller Krieg oder NS-Weltanschauungskrieg? Kriegführung und Partisanenbekämpfung in Frankreich 1943/44. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2007, Max Hastings, Das Reich. The March of the 2nd SS Panzer Division Through France, June 1944, London 1981 (verschiedene Nachdrucke) Ahlrich Meyer: Oradour 1944. In: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): Orte des Grauens – Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Primus, Darmstadt 2003, S. 176–185. Claudia Moisel: Frankreich und die deutschen Kriegsverbrecher. Politik und Praxis der Strafverfolgung nach dem Zweiten Weltkrieg (= Dissertation, Universität Bochum 2002). Edition Wallstein, Göttingen 2004 Bildquelle: imago/All Canada Photos
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S1 Ep 35Mehr als nur ein Zeremoniell!
Der Große Zapfenstreich Fast jeder (in der Bundeswehr) kennt ihn, viele haben ihn gesehen und in jüngerer Zeit findet man ihn vielfach bei Youtube, nicht zuletzt zum Abschluss des Afghanistan-Einsatzes: Den Großen Zapfenstreich. Dieses höchste militärische Zeremoniell wird Bundespräsidenten und Bundeskanzlerinnen und -kanzlern sowie den Bundesministerinnen und -ministern der Verteidigung wie auch einigen wenigen Generalen und Admiralen zum Abschied geboten. Rund 270 Soldatinnen und Soldaten sowie 80 Musikerinnen und Musiker sind notwendig, um ihn so aufzuführen, wie es das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung für "angemessen" hält. (Damit meinen sie in der Regel "sehr gut" - alles andere wäre für sie nicht akzeptabel.) In der 35. Folge von "ZUGEGHÖRT" der Podcast des ZMSBw spricht Oberst Dr. Sven Lange mit Kai Beinke, Oberstleutnant und Kommandeur des Wachbataillons, Oberstleutnant Dr. Manfred Heidler, Musikwissenschaftler im Zentrum Militärmusik, sowie Oberstleutnant Dr. Heiner Möllers, Historiker am ZMSBw, über den Großen Zapfenstreich, seine Musik, seine Bedeutung, seine Geschichte - und wie man ihn aufführt.

S1 Ep 36Kriegsverbrechen und Völkerrecht
Der Krieg in der Ukraine richtet sich zunehmend gegen die dortige Zivilbevölkerung. Viele Opfer sind Zivilisten. Russland dementiert medial berichtete Kriegsverbrechen und erschwert mit seinem Medienkrieg die Tatsachenfeststellung. Wie ist es möglich, juristisch belastbare Beweise in dieser unübersichtlichen Lage zu sichern und später die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen - möglicherweise vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag? In Folge 36 von "ZUGEHÖRT! Der Podcast des ZMSBw spricht Dr. Anja Seiffert mit Henning de Vries über die juristische Aufarbeitung von Kriegsverbrechen im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert. Vor dem Hintergrund der aktuellen Fälle von Butscha in der Ukraine stellt sich die Frage, wie eine juristische Aufarbeitung erfolgen kann. Ob es dazu kommen wird, kann jetzt noch gar nicht festgestellt werden. Fraglich bleibt dabei ebenfalls, ob die politischen Verantwortlichen für den Krieg und den dabei begangenen Verbrechen ebenfalls zur Rechenschaft gezogen werden und welche Folgen sich daraus für die internationale Ordnung und für die Bundeswehr ergeben. Festzuhalten ist, dass der Internationale Strafegerichtshof bereits Untersuchungen zu Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Ukraine aufgenommen hat. Ob, wann und wie diese Verbrechen sanktioniert werden, ist aber noch nicht zu sagen. Literaturhinweise Gornig, Carolin. Der Ukraine-Konflikt aus völkerrechtlicher Sicht. Duncker & Humblot, Berlin 2020. Hankel, Gerad (Hg.). Die Macht und das Recht. Beiträge zum Völkerrecht und Völkerstrafrecht am Beginn des 21. Jahrhunderts. Hamburger Edition, Hamburg 2008.

S1 Ep 34Rapallo 1922
Ein diplomatischer Coup! Deutschland und die Sowjetunion brechen aus der diplomatischen Isolation aus. Aber gab es damals ein Geheimabkommen? Nach dem Ersten Weltkrieg war die internationale Wirtschaft in Unordnung geraten. Die Kriegsverlierer, insbesondere Deutschland, waren kaum imstande, ihre Reparationsleistungen zeitgerecht zu zahlen. Um diese Probleme in den Griff zu bekommen fand in Genua im April 1922 eine internationale Konferenz statt, an der auch eine deutsche und eine sowjetische Delegation eingeladen waren - allein, um am „Katzentisch“ die Beschlüsse der Siegermächte in Empfang zu nehmen. Reichskanzler Joseph Wirth (2. v. l.) mit den Vertretern der sowjetrussischen Seite Krassin, Tschitscherin und Joffe Bundesarchiv Beide Staaten waren jedoch gleichermaßen diplomatisch isoliert: Deutschland als Kriegsverlierer und die Sowjetunion als bolschewistischer Staat. Erstaunlicherweise fanden beide Staaten während der Konferenz Zeit, im 30 Kilometer entfernten Rapallo einen knappen Vertrag über diplomatische und vor allem wirtschaftliche Beziehungen zu unterzeichnen. In der Folge entstand auch eine Kooperation zwischen der durch den Versailler Vertrag limitierten Reichswehr und den im Aufbau befindlichen sowjetischen Streitkräften. In Folge 34 von „ZUGEHÖRT! Der Podcast des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr“ spricht Oberstleutnant Dr. Heiner Möllers mit Major Dr. Dennis Werberg und Hauptmann Pierre Köckert über diesen Vertrag, seine Entstehung und seine Bedeutungen für beide Staaten, die auch zu militärischen Kontakten führten.
S1 Ep 33Karl May - Bestsellerautor und Pazifist
Auf Einladung der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner hält Karl May (1842 – 1912) am 22. März 1912 in Wien eine Rede, in der er zum Frieden aufruft. Er zitiert zwei Jahre vor dem Ersten Weltkrieg aus ihren Schriften, in der sie vor den Gefahren eines künftigen Luftkrieges warnt. Den Krieg erlebt er nicht mehr, er stirbt wenige Tage nach dem Vortrag. Wer ist aber dieser Karl May, der zu den meistgelesenen Autoren des 20. Jahrhunderts zählt und bis heute eine große Fangemeinde sowie einen eigene „Gesellschaft“ und ein eigenes Museum hat? Wie passt seine Rede zu seinem sonstigen Werk, das für viele Menschen von Winnetou, Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi & Co. geprägt ist? Esther Geiger spricht mit dem Historiker und bekennenden Karl-May-Fan Dr. Harald Potempa über das umfangreiche Werk des Autors. Dabei geht es auch um heute eher unbekannte Bücher von Karl May aus der über 90 Titel umfassenden Reihe seiner Gesammelten Werke.
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S1 Ep 32Was ist die Ukraine?
Hintergründe und Narrative Folge 32 von „ZUGEHÖRT! Der Podcast des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr!“ ist hochaktuell: es geht um die Invasion der Ukraine durch Truppen der Russischen Föderation. In einer einstündigen Rede begründete Wladimir Putin die Anerkennung der russischen Separatisten-Gebiete in der Ukraine und - Zitat! - der „militärischen Sonderoperation“. Dazu nannte der Präsident Russlands zwei Begründungserzählungen: Eine politische, nach der der Westen die Ukraine in die NATO aufnehmen und aus dem Staat ein Anti-Russland machen wolle. Als zweite bemühte er die historische Erzählung, dass die Ukraine gar kein souveräner Staat sei und es dann auch keine eigenständige ukrainische Nation gäbe. Vielmehr sei die Ukraine erst durch Russland geschaffen worden und also „russischer Boden“. Die Ukraine gehöre damit zu Russland und habe kein Anrecht auf Autonomie. Über diese Erzählung Putins einer „historischen Einheit von Russen und Ukrainern“, die als Begründung und Rechtfertigung der russischen Invasion dient, spricht Oberst Dr. Sven Lange mit Prof. Dr. Rudolf A. Mark, emeritierter Professor für Osteuropäische Geschichte an der Helmut Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr in Hamburg.
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S1 Ep 31Militärseelsorge - Im Dienst am Menschen
Vor 65 Jahren, am 22. Februar 1957, unterzeichneten in Bonn Bundeskanzler Konrad Adenauer und Verteidigungsminister Franz Josef Strauß sowie der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland Bischof Otto Dibelius und der Leiter der EKD-Kirchenkanzlei Heinz Brunotte den „Vertrag der Evangelischen Kirche in Deutschland mit der Bundesrepublik Deutschland zur Regelung der evangelischen Militärseelsorge“. Dieses Jubiläum nehmen wir zum Anlass, um über die Seelsorge in der Bundeswehr gestern und heute ins Gespräch zu kommen: Welche Unterschiede bestehen zwischen der Seelsorge in der Bundeswehr und der Militärseelsorge in früheren deutschen Streitkräften? Was zeichnet die Arbeit von Militärgeistlichen heute aus? Warum trägt der Staat Sorge für die Organisation von evangelischer, römisch-katholischer und neuerdings auch jüdischer Militärseelsorge? An wen richtet sich das Angebot der drei Militärseelsorgen in der Bundeswehr? Vor welchen Herausforderungen stehen sie gegenwärtig? Diese und andere Fragen werden in der 31. Folge von „Zugehört! Der podcast des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr“ gestellt. Oberstleutnant Dr. Harald Potempa spricht dazu mit Dr. Angelika Günzel (PDF, 396,3 KB), Leiterin des Militärrabbinats, Dr. Dirck Ackermann, Leiter des Referats für Seelsorge und Theologische Grundsatzangelegenheiten im Evangelischen Kirchenamt für die Bundeswehr in Berlin und Dr. Sven Behnke, evangelischer Theologe im ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr.

S1 Ep 30Das Ansehen der Bundeswehr
Aus der Truppe hört man häufig, dass die Bundeswehr gesellschaftlich nicht anerkannt sei. Soldatinnen und Soldaten beklagen, dass ihr Berufsstand und ihr Dienst zu wenig Wertschätzung seitens der Mitbürgerinnen und Mitbürger erhalte. Aber gibt es in Deutschland wirklich das vielbeschworene „freundliche Desinteresse“ oder unterliegen Bundeswehrangehörige hier eine Fehlwahrnehmung? Wie stehen die Deutschen tatsächlich zu ihren Streitkräften? Und was passiert, wenn man die Bevölkerung selbst nach dem Meinungsklima, also nach der vermuteten Mehrheitsmeinung, zu dieser Thematik fragt? In der 30. Folge unseres Podcasts „Zugehört“ diskutieren die Sozialwissenschaftlerin Dr. Meike Wanner, der frühere Jugendoffizier Hauptmann David Zeidler und Oberstleutnant Dr. Heiner Möllers auch anhand von Umfragedaten und aufgrund persönlicher Erfahrungen dieses wichtige Thema.

S1 Ep 29Früher war mehr Lametta!
Was hat Loriots Opa Hoppenstedt mit Kaiserkrönungen und Königswahlen im alten Deutschland, also vor 1806, zu tun? Das klärt Folge 29 von „ZUGEHÖRT! Der Podcast des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr“ auf. Spoileralarm: Der Titel verweist auf Juwelen, Prunk und Gelage bei der Bestimmung künftiger Monarchen im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation, wobei manchmal der alte Kaiser und König noch lebte, während der neue bestimmt wurde. Tasächlich war das alles ein hochpolitischer Aushandlungsprozess mit großem Zeremoniell, und manchmal war es auch „Kuhhandel“. In ersten „Weihnachtspodcast“ des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr erklärt Oberstleutnant Dr. Robert Riemer im Gespräch mit Oberstleutnant Dr. Harald Potempa, wieso Krönungen im Mittelalter an Weihnachten stattfanden, warum es damals in Deutschland keine „natürliche Thronfolge per Geburt“ gab und welchen Aufwand einige wenige zur Krönung vorher betreiben mussten. Dabei wird auch das erste deutsche „Grundgesetz“ erklärt, die Goldene Bulle von 1356, das die Regeln für die Königs- bzw. Kaiserwahl in Deutschland im Mittelalter festlegte.

S1 Ep 28Keine "Butterfahrt": SHARP GUARD 1992-1996
Erinnern Sie sich an den Bürgerkrieg in Jugoslawien ab 1991? Wussten Sie, dass es damals ein mehrjähriges Embargo gegen den zerfallenden Staat gab? Wenn nicht, sind Sie hier richtig. Folge 28 von „ZUGEHÖRT! Der Podcast des ZMSBw“ ruft die Zeitenwende von 1991 in Erinnerung, als die Außenpolitik des vereinten und souveränen Deutschlands überlegen musste, was die Bundeswehr für Aufgaben haben soll, wenn der große Ost-West-Konflikt nicht mehr existiert. Fregattenkapitän Dr. Christian Jentzsch erklärt SHARP GUARD. Die von 1992 bis 1996 andauernde Überwachung des Handelsembargos gegen (Rest-)Jugoslawien gab der Marine eine neue Aufgabe, unter dem Dach einer UN-Resolution und ausgeführt durch die NATO und die Westeuropäische Union. Sie hören dabei auch, welche Rolle die „Salamitaktik“ der damaligen Bundesregierung besaß, den außenpolitischen handlungsspielraum des souveränen Deutschlands zu erweitern. Einen lesenswerten Beitrag von Christian Jentzsch finden Sie in Ausgabe 3/2021 der Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung. Bildquelle: Bildquelle: Ein Boarding-Team des kanadischen Zerstörers HMCS Algonquin(DDG_283) setzt zum Frachter ACRUX ein, der damals unter panamesischer Flagge fuhr. © NATO, 1993

S1 Ep 27Militärgeschichte - mehr als "Krach und Bumm"!
Militärgeschichte ist hip! Das beweisen nicht nur unzählige Youtube-Kanäle oder Formate in Fernsehprogrammen, in den ständig der letzte Weltkrieg erzählt, das Schlachtschiff Bismarck versenkt oder Starfighter zum Absturz gebracht werden. Zahlreiche Museen und Historiker präsentieren ihre Exponate, Themen oder neuesten Bücher. Wer etwas zur Militärgeschichte wissen will, wird außerdem fündig auf dem Buchmarkt, der unzählige Publikationen aller Formate anbietet. Folge 27 von "ZUGEHÖRT! Der Podcast des ZMSBw" widmet sich deswegen der Frage, was denn nun wirklich Militärgeschichte ist, was sie sein kann und will? Ist es eine Generalstabswissenschaft oder richtet sie sich an alle, die Interesse an Geschichte haben. Muss man eine Uniform tragen, um sie betreiben zu dürfen und zu können? Oder kann das jeder? Oberst Dr. Sven Lange, Kommandeur des ZMSBw, spricht darüber mit Oberst i.G. Prof. Dr. Matthias Rogg, einem ausgewiesenen Kenner der Materie. Weitere Einstiegsmöglichkeiten zur MilitärgeschichteZum Thema „Militärgeschichte“ bietet das Internet ganz fraglos ein unübersehbares Angebot an. Sie reichen von allerlei militärgeschichtlichen Vereinen und ihren Plattformen über schier unzählbare Literatur bis zu allen erdenklichen Angeboten (Bunkertouren inklusive). Ein paar dieser Informationsmöglichkeiten werden auf der Website des ZMSBw beispielhaft genannt. Kurzum: Es scheint in der militärgeschichtlichen Forschung beinahe nichts zu geben, was es nicht gibt. Und diese Wissenschaft ist eben nicht allein Generalstabsoffizieren überlassen.

S1 Ep 26120 Jahre Boxerkrieg in China - Teil 1 - China 1900
China 1900 - Ein Markt, der Begehrlichkeiten weckt. Privatdozent Dr. Tanja Bührer, Universität Bern/Schweiz, führt im ersten Teil dieser Podcastfolge in die internationale Gemengelage ein, die im Krieg mündete. China war für einige europäische Mächte ein Markt der Zukunft, an dem man sich bereichern konnte und wo kein Staat auf Einfluss verzichten wollte. Handel wurde dabei anfänglich als Politikinstrument verstanden, aber durchaus mit militärischer Stärke untermauert. Letztlich führte der Widerstand der chinesischen Bevölkerung gegen die Invasoren und ihre Missachtung aller chinesischen Kultur zum Krieg. - Am Ende spannt Tanja Bührer den Bogen in die Jetztzeit und zeigt so auf, dass sich imperailistische Verhaltungsmuster in der Politik umkehren können.
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S1 Ep 27120 Jahre Boxerkrieg in China - Teil 2 - China gegen den Rest der Welt
Prof. Dr. Susanne Kuss, Universität Freiburg im Breisgau, beschreibt im zweiten Teil den Boxeraufstand und die internationale wie deutsche Reaktionen an sich. Insbesondere geht sie auf die „Hunnenrede“ von Kaiser Wilhelm II. bei der Verabschiedung deutscher Soldaten in Bremerhaven ein. Die Rede war eine Grenzüberschreitung des Kaisers, die die Gewaltexzesse deutscher Soldaten in China mit einem Freibrief versah. Kein Verbrechen musste verfolgt und geahndet werden.
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S1 Ep 29120 Jahre Boxerkrieg in China - Teil 4 - China vor 1900
China vor 1900 - Terra Incognita Dr. Heike Frick, Freie Universität Berlin, erklärt die komplexe innenpolitische Lage Chinas und seine kulturellen Besonderheiten inklusive der sozialen Strukturen und politischen Akteure. China war aufgrund seiner Größe und Versorgungsprobleme sowie der dynastischen Politik des Kaisers und anderer einflussreicher Kreise am Hofe nach außen schwach – was die imperialistisch agierenden Staaten auszunutzen versuchten.
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S1 Ep 28120 Jahre Boxerkrieg in China - Teil 3 - die Analyse der Expedition
Lessons Learned - die Analyse der Expedition Oberstleutnant Dr. Christian Stachelbeck gewährt Einblicke in die „Einsatznachbereitung“ der deutschen Streitkräfte. Noch auf dem Heimweg legte Generalfeldmarschall Alfred Graf von Waldersee, der Oberkommandierende der internationalen Koalition, erste Aufzeichnungen an, die er Kaiser Wilhelm II. direkt vorlegte. Später richtete die Armee eine „Kommission zur Beratung der für etwaige künftige Expeditionen erforderlichen und wünschenswerten Maßnahmen“, kurz: die Waldersee-Kommission, ein. Sie wie auch eine spätere weitere Kommission kam zum Schluss, dass das Deutsche Reich für solche Fälle eine Expeditionsstreitmacht aufstellen sollte – wozu es aber nie kam: Armee und Marine konnten sich auch aus Etatgründen nicht darauf einigen, wer dafür Geld und Truppen bereitstellen sollte.

S1 Ep 25"9/11" und das Pentagon
Sicherheitspolitische Entscheidungen am 11. September 2001. Donald Rumsfeld gegen Osama bin Laden. 25. Folge von "ZUGEHÖRT! Der Podcast des ZMSBw". Mit fast 3.000 Toten waren die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA die schwersten auf ein westliches Land. Doch welche Absicht verfolgten die hierfür Verantwortlichen und welche sicherheitspolitischen Entscheidungen lösten die Taten warum aus? Über den Tag wurde bereits viel veröffentlicht, aber mitunter treten noch neue Quellen zu Tage. Anhand von zwei jüngst offengelegten Dokumenten lassen sich die Entscheidungen im ebenfalls an „9/11“ getroffenen US Department of Defense (DoD) rekonstruieren. Es handelt sich um die handschriftlichen Notizen des stellvertretender Leiters der Politikabteilung im DoD Stephen Cambone und der Öffentlichkeitsarbeitsbeauftragten des DoD Victoria Clarke. Auch über die Entscheidungen innerhalb der für die Anschläge verantwortlichen Organisation al-Qaida und ihres damaligen Anführer Osama bin Laden ist mittlerweile mehr bekannt, insbesondere durch Zeitzeugengespräche. Aussagen von Angehörigen und engen Begleitern von bin Laden lassen erahnen, wieso bin Laden das Wagnis einging, die einzig verbliebene Supermacht USA anzugreifen. In dieser Folge von "ZUGEHÖRT!" spricht Oberstleutnant Dr. Heiner Möllers mit Dr. Philipp Münch. Er ist Projektbereichsleiter im Forschungsbereich Sicherheitspolitik und Streitkräfte und arbeitet derzeit an einer Studie über die internationalen Schlüsselentscheidungen, die das militärische Engagement in Afghanistan bestimmten.

S1 Ep 23Mythos Bismarck
Am 24. Mai 1941 versenkte die „Bismarck“ mit dem Schweren Kreuzer „Prinz Eugen“ im „Unternehmen Rheinübung“ den britischen Schlachtkreuzer „Hood“ - und ging selbst drei Tage später nach einer beispiellosen Jagd der Royal Navy in den Fluten des Atlantiks unter. Die Faszination um das damals modernste deutsche Schlachtschiff ist bis heute ungebrochen. Der britische Premierminister Winston Churchill war einer der ersten, der an der aufkommenden Mythenbildung mitwirkte. Er verlangte von der Royal Navy die Versenkung dieses dieses damals modernsten Schlachtschiffs, „whatever it costs!“. Und dies, obwohl die „Bismarck“ nur eines von sehr wenigen wirklich gefährlichen Schiffen der Kriegsmarine war. Insgesamt war die deutsche Flotte damals der britischen an Zahl deutlich unterlegen. Vom bis heute die „Bismarck“ umgebenden Mythos zeugt auch ihre mediale Wahrnehmung: Beinahe monatlich wiederholen Spartensender im Fernsehen ihre Dokumentationen über dieses mächtige Schiff. Und noch 2019 brachte die schwedische Heavy-Metal-Band Sabaton einen Song mit dem Titel Bismarck heraus. Tatsächlich geht es dem deutschen Schlachtschiff wie der „Titanic“ 1912: bei der Jungfernfahrt untergegangen, überlebt sie in der Erinnerung, von Mythen verklärt. In der 23. Folge von “ZUGEGHÖRT! der Podcast des ZMSBw„ Podcast beschreibt Fregattenkapitän Dr. Christian Jentzsch im Gespräch mit Fregattenkapitän Dr. Guntram Schulze-Wegener den Mythos dieses deutschen Schlachtschiff-Giganten, die Strategie, die zu der Atlantikoperation des Kampfverbandes führte, sowie den Verlauf des „Unternehmen Rheinübung“ und die Folgen für die deutsche Seekriegführung: Der Untergang der „Bismarck“ war faktisch nicht weniger als das Ende der deutschen Überwasserkriegführung im Zweiten Weltkrieg. Außer U-Booten hatte die deutsche Kriegsmarine in den folgenden Jahren nicht mehr viel zu bieten.

S1 Ep 1Unternehmen "Barbarossa" 1941
Der Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 eröffnete Hitlers Krieg - den rasseideologischen Eroberungs- und Vernichtungskrieg im Osten. Die 24. Folge von „ZUGEHÖRT! Der Podcast des ZMSBw“ widmet sich diesem Krieg, der vor 80 Jahren begann. Der Krieg gegen die Sowjetunion zur Eroberung neuen Lebensraumes war Hitlers Lebensziel. Bereits in seinem Buch „Mein Kampf“ hatte er davon geschrieben; nach der Machtübernahme 1933 die Spitzenmilitärs von dieser Absicht unterrichtet und nach dem Ende des Frankreichsfeldzuges im Juli 1940 angewiesen, diesen Feldzug vorzubereiten. Hitlers „Weisung für die Kriegführung Nr. 21 - Fall Barbarossa“ gab den groben Rahmen vor. Im Juni 1941 standen der Wehrmacht rund 150 Divisionen des Heeres zur Verfügung, von denen allerdings nur einige wenige motorisiert und nur 19 Panzerdivisionen waren. Der deutsche Soldat lief in der Regel zu Fuß und das Heer hatte mehr Pferde, z.B. für die bespannte Artillerie, als die Truppen des Kaiserreichs im Ersten Weltkrieg. Besonders schwerwiegend war jedoch aus militärischer Sicht, dass der Angriffsplan kein wirkliches Ziel und keine strategische Ausrichtung besaß, die Deutschland mit seinen Ressourcen erreichen konnte. Faktisch war der Überfall der Beginn des Endes - der Krieg war nicht zu gewinnen. Darüber täuschten die Anfangserfolge jedoch hinweg. Im Herbst/Winter 1941 zeichnete sich ab, dass die Wehrmacht scheitern würde. Oberstleutnant Dr. Harald Potempa spricht über das Unternehmen „Barbarossa“, seine Entstehung und Namensgebung, seine politische Dimension und sein Scheitern mit Oberstleutnant Chris Helmecke M.A.

S1 Ep 22Operation Merkur - Kreta 1941
Am 20. Mai 1941 begann die Eroberung der Insel Kreta durch über 10.000 deutsche Fallschirmjäger, die später- durch eine Gebirgsdivision verstärkt wurden. Annähernd 5.000 Fallschirmjäger kamen dabei ums Leben, blieben vermisst oder wurden verwundet. „Operation Merkur“ war die erste operative Luftlandung in der Militärgeschichte. Der deutsche Sieg auf Kreta war teuer erkauft. Die Feindlage war den Deutschen unzureichend bekannt. Da das Mittelmeer von der (britischen) Royal Navy kontrolliert wurde, mussten die deutschen Kräfte mit Transportflugzeugen nach Kreta gebracht werden. Von mehr als 500 eingesetzten Flugzeugen waren danach mehr als 200 infolge des Flakfeuers nach Bruchlandungen, Abstürzen oder anderen Beschädigungen nicht mehr einsetzbar. Die Luftlandung entwickelte sich am Boden zu einem harten Kampf, den die deutschen Truppen mit enormer Luftunterstützung gegen einen zahlenmäßig überlegenen Feind mit über 42.000 Soldaten trotz immenser Verluste letztlich für sich entscheiden konnten. Auf Kreta begingen die Deutschen zahlreiche Verbrechen, bereits am ersten Angriffstag erschossen Fallschirmjäger gemäß den sog. offiziösen „zehn Geboten“ aufgegriffene Zivilisten. Am 31. Mai erließ General der Flieger Kurt Student einen Befehl über „Vergeltungsmaßnahmen“: die Fallschirmjäger beschuldigten die kretischen Zivilisten, mit Verbrechen an deutschen Kriegsgefangenen angefangen zu haben. Die Verbrechen – wie die Erschießung von 23 Männern aus dem Dorf Kondomari - lösten tiefe Verbitterung bei der kretischen Bevölkerung aus. Die Schlacht um Kreta steht trotz der hohen Verluste auch für die Stilisierung der deutschen Fallschirmjäger zur „unüberwindlichen“ „Elitetruppe“ - auch wenn sie bis Kriegsende auf deutscher Seite nie wieder zu Luftlandeoperationen in ähnlich großer Stärke und Geschlossenheit eingesetzt wurde. Stattdessen kämpfte der Fallschirmjäger fortan wie der gewöhnliche Infanterist, wenn auch die Fallschirmjäger- gegenüber den Infanteriedivisionen des Heeres bevorzugt mit Personal und Material ausgestattet wurden. Auch diese Infanterieeinsätze – besonders die Schlachten um den Monte Cassino im Frühjahr 1944 südlich Rom – sind bis heute zentrale Bestandteile des „Mythos Fallschirmjäger“ und deren „unüberwindlicher Standhaftigkeit“. Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr zeigt in Dresden die Sonderausstellung „Hitlers Elitetruppe? Mythos Fallschirmjäger“. Wir sprachen mit dem Kurator Dr. Magnus Pahl.

S1 Ep 21Marita - die Eroberung des Balkans 1941
Am 6. April 1941 überfiel die Wehrmacht Jugoslawien und Griechenland. In gerade einmal ... Wochen gelang es ihr, beide Länder zu erobern. Die deutsche Besatzung dauerte bis 1945 an. Dabei war dieser feldzug so nicht geplant und zeitlich eher ein Vorspiel zum Überfall auf die Sowjetunion. In dieser Folge des Podcasts erklärt Oberstleutnant Chris Helmecke die Hintergründe dieses Feldzuges, der mehr als ein „Zwischenspiels auf dem Balkan“ war. Das Gespräch führt Oberstleutnant Dr. Heiner Möllers. Auf www.zmsbw.de finden Sie Literaturhinweise und Karten zum Podcast.

S1 Ep 20Minensucher im Persischen Golf 1991
Deutsche Minensucher räumten nach dem 2. Golfkrieg 1991 im Persischen Golf in einer internationalen Koalition diejenigen Minen, die die irakischen Streitkräfte vor dem Krieg dort verlegt hatten. Dieser erste Einsatz deutscher Streitkräfte außerhalb des NATO-Bündnisgebietes nach der Deutschen Einheit war fraglos ein humanitäre Hilfeleistung mit UN-Mandat. Dennoch gab es in der Bundesregierung Vorbehalte gegen diesen Einsatz: Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher lehnte ihn ab, während Bundeskanzler Helmut Kohl ihn auch als Zeichen gewachsener internationaler Verantwortung des vereinten Deutschlands sah. Bemerkenswert ist dazu, dass deutsche Minensucher bereits ab 1987 im Mittelmeer im Einsatz waren - infolge der zunehmenden Krisen in der Golfregion und als Entlastung für andere NATO-Partner, die bereits damals im Persischen Golf aktiv waren. Kapitän zur See Dr. Jörg Hillman spricht mit Fregattenkapitän Dr. Christian Jentzsch zu diesem spannenden Thema der militärisch-maritimen Zeitgeschichte. Dr. Jentzsch forscht am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr zur Geschichte der Bundesmarine und besonders zur Marine im Umbruch zwischen 1985 und 1995.

S1 Ep 19Bevölkerungsbefragungen zur Bundeswehr
Die Bevölkerungsumfrage des ZMSBw ist die längste und umfassendste Studienreihe in Deutschland zu sicherheits- und verteidigungspolitischen Fragen. Sie wird jedes Jahr im Auftrag des Bundesministeriums der Verteidigung durchgeführt und umfasst beispielsweise Themenbereiche wie Sicherheits- und Bedrohungswahrnehmungen, Einstellungen zum außen- und sicherheitspolitischen Engagement Deutschlands, Haltungen der Bürgerinnen und Bürger zur Bundeswehr, die Wahrnehmung der Bundeswehr in der Öffentlichkeit sowie Einstellungen zu den Aufgabenbereichen der Bundeswehr und den Auslandseinsätzen. In dieser Folge des Podcasts spricht Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann mit Dr. Markus Steinbrecher über die methodischen Herausforderungen bei der Durchführung der Bevölkerungsbefragung und ausgewählte zentrale Ergebnisse.

S1 Ep 18Reichsgründung 1871
Folge 18 von "ZUGEHÖRT! Der Podcast des ZMSBw", heute zur Reichsgründung 1871 im Spiegelsaal von Versailles mit Michael Epkenhans und Jörg Hillmann.

Ep 17Innere Führung
Die Innere Führung wird oft als „Betriebsphilosophie“ der Bundeswehr bezeichnet und dabei oft auch missverstanden. Sie definiert die Stellung des Soldaten in der Demokratie. Damit definiert sie auch den Werterahmen, den inneren Kompass, in und mit dem ein Soldat oder eine Soldatin ihren Dienst versehen soll. Angelehnt an das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland – sozusagen als der Wertekanon, der unveränderbar das Große und Ganze bestimmt – sind in der Konzeption der Inneren Führung die Soldatenpflichten definiert. Natürlich gibt es das für die Bundeswehr auch in Vorschriftenform, beintaschenfreundlich zum ständigen Mitführen geeignet. Richtig verstandene Innere Führung hat aber nichts mit „weicher Welle“ oder „Innerem Gewürge“ – wie sie früher oft verschmäht wurde – zu tun. Sie muss für uns in der Bundeswehr eine Selbstverständlichkeit sein. Sie muss gelebt werden und jeder in der Bundeswehr muss sie kennen und verinnerlichen, damit sie gelebt werden kann. Eines muss man allerdings immer wieder feststellen: Die Innere Führung ist einzigartig in unseren Streitkräften. Viele andere Armeen beneiden uns deswegen. Die Bundeswehr hat mit der Inneren Führung und dem Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform“ etwas, das unvergleichbar ist und bleibt. In der 17. Folge unseres Podcast diskutieren die Sozialwissenschaftlerin Dr. Meike Wanner, und der Theologe Dr. Markus Thurau mit Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann über das, was die Innere Führung ist, was sie bedeutet und ausmacht. Um eines vorwegzunehmen: Innere Führung ist nicht nur für Vorgesetzte da! Selbst wenn sie manchmal für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr komplex und kompliziert erscheinen mag, ist sie im Kern einfach zu verstehen.

Ep 15Kriegstote und Erinnerungsarbeit
Millionen toter Soldaten haben ihre letzte Ruhe auf Kriegsgräberfriedhöfen im Ausland gefunden. So sind auch Millionen deutsche Soldaten in Frankreich, in Russland oder in anderen Staaten, in denen Deutschland Kriege geführt hat, beigesetzt worden. Vielfach wurden und werden sie Jahre oder Jahrzehnte nach den Kriegen aus provisorischen Begräbnisstätten auf einen Soldatenfriedhof überführt und dort würdevoll beigesetzt. Dies hat nicht zuletzt auch für die Angehörigen eine große Bedeutung, die wissen wollen, wo ihr Vater oder Sohn, ihr Bruder oder Onkel, wo also ihre Verwandten ihre letzte Ruhe gefunden haben. Insbesondere nach der Zeitenwende 1989/90 wurde es zunehmend möglich, Kriegsgräberstätten in den osteuropäischen Staaten und den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion zu errichten. Eine große Bedeutung kommt dabei dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.eingetragener Verein zu: Er kümmert sich um die Bewahrung und würdewahrende Instandhaltung dieser Friedhöfe. Vielfach kann er dieses mit Freiwilligen leisten, die sich zur Gräberpflege bereiterklären. Neben Jungendgruppen sind darunter auch immer wieder Soldaten der Bundeswehr. Vor allem aber sorgt der Volksbund dafür, dass zwischenzeitlich aufgefundene sterbliche Überreste toter Soldaten auf eine Kriegsgräberstätte umgebettet werden. Der Volksbund hat eine lange Geschichte und 2019 sein 100-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Auswärtigen Amt begangen. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg nahm er sich der Aufgabe an, die vielen Vereine, die sich um Soldatengräber kümmerten, zusammenzuführen und die für diese große Aufgabe notwendige Organisation zu schaffen. Dies war nicht zuletzt gerade wegen der zahlreichen Grabstätten im Ausland notwendig. Den meisten Bundesbürgern dürfte der Volksbund am ehesten im Zusammenhang mit dem Volkstrauertag bekannt sein. Der Volkstrauertag wird als zentraler Gedenktag der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft erst seit 1952 zwei Wochen vor dem 1. Adventssonntag begangen. In diesem Jahr am 15. November. Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann spricht im 15. Podcast zum Volksbund und seiner Geschichte, zum Volkstrauertag und der vielfältigen Bildungsarbeit mit Maximilian Fügen M.A. Der 30-jährige studierte Historiker und Reserveoffizier der Luftwaffe ist Bildungsreferent des Landesverbandes Bayern im Volksbund.

Ep 16Operation Mondscheinsonate
In der „Luftschlacht um England“, oder wie es richtigerweise heißen muss in der „Battle of Britain“ hat der Luftangriff auf Coventry eine besondere Bedeutung. Nach den Angriffen auf London sowie einiger Gegenangriffe der Royal Air Force markiert diese Operation eine Zäsur im Krieg: Nunmehr ging die deutsche Luftwaffe auch gegen Städte vor, die nicht in bisherige Kriegshandlungen einbezogen war. Der Schritt zum unterschiedslosen Bombenkrieg, der später auch viele deutsche Städte treffen sollte, war vollzogen. Mehr als 500 Menschen starben bei den Angriffen, die mehr als 12 Stunden dauerten. Über 4.000 Häuser wurden zerstört und unwiederbringliche Kunst- und Kulturschätze gingen verloren, nicht zuletzt die St. Michael`s Cathedral. Sie war im 15. Jahrhundert als gotische Pfarrkirche fertiggestellt worden. Ungeachtet der verheerenden Zerstörung der mittelalterlichen Innenstadt von Coventry und der langfristigen Kriegsfolgen ging von dieser Stadt mit der „Nagelkreuzbewegung“ eine einzigartige Versöhnungsbewegung aus. Mittlerweile sind Hunderte Städte in ihr zusammengeschlossen, die durch den Bombenkrieg besonders getroffen und gezeichnet wurden; in Deutschland neben Dresden unter anderem auch Hamburg, Würzburg, Pforzheim, Berlin und nicht zuletzt die im teilweisen Wiederaufbau befindliche Garnisonkirche Potsdam. Bemerkenswert an dieser Bewegung ist noch heute, dass bereits wenige Tage nach dem Angriff der Domprobst der Kathedrale St. Michael in Coventry, Richard Howard, zur Versöhnung aufrief. Diesem Aufruf folgte dann nach dem Ende des Krieges die Versöhnungsarbeit von Angesicht zu Angesicht. Der Deckname „Operation Mondscheinsonate“ für den Angriff auf Coventry, hat allerdings nichts mit seinem Komponisten, Ludwig van Beethoven, zu tun – dessen diesjähriges Gedenkjahr angesichts der Pandemie glücklicherweise bis zum September 2021 verlängert wurde. Vielmehr haben die deutschen Planer scheinbar bevorzugt die deutsche Kultur und Geschichte (Wotan) als Decknamensreservoir für sich entdeckt und verwendet. Die Royal Air Force verwandte zeitweilig biblische Bezeichnungen (Gomorrha, Millenium) und später dann Namen von Fischen (Crayfish, Yellow Thuna) verwandte. Über das Ereignis und die Hintergründe der Unternehmung und dessen bedeutungsmächtigen Folgen für die daraus unerwartet resultierende Versöhnungsarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg spricht Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann mit Oberstleutnant Dr. Harald Fritz Potempa, Historiker und Luftkriegsexperte im ZMSBw.

Ep 14Eine Kfz-Halle in Bonn
Als am 12. November 1955 die ersten 101 Freiwilligen der neuen westdeutschen Streitkräfte ihre Ernennungsurkunden erhielten, mündete eine langjährige Konzeptions- und Planungsphase in den konkreten Aufbau der Bundeswehr. Erste Maßnahmen reichen bis in das Jahr 1947 zurück und nehmen ab Herbst 1949 Gestalt an. Ab diesem Zeitpunkt verbanden sich der politische Wille Konrad Adenauers mit dem Angebot ehemaliger Offiziere um Dr. Hans Speidel und Adolf Heusinger, der jungen Bundesrepublik Streitkräfte zu schaffen, um sich vom Objekt zum Subjekt internationaler Politik wandeln zu können. Seit 1949/50 hatten verschiedene Personen und Personengruppen selbständig oder im Auftrag der künftigen Alliierten begonnen, über einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag nachzudenken, nicht zuletzt Bundeskanzler Konrad Adenauer. Für ihn waren Streitkräfte unverzichtbarer Bestandteil eines souveränen Staates. Mehr als fünf Jahre sollte es allerdings noch dauern, bis diese erste Phase abgeschlossen werden konnte. Dazwischen lagen die Erstellung zentraler Konzeptionspapiere wie der Besprechungsplan oder der Augustdenkschrift, die Experten-Tagung im Kloster Himmerod, die langjährigen Verhandlungen um die letztlich gescheiterte Europäische Verteidigungsgemeinschaft und die Aufnahme der jungen Bundesrepublik Deutschland in die NATO im Mai 1955. Mit der Ernennung der ersten Soldaten sollte – jedoch nicht sofort – die Aufstellungsphase beginnen. Ab dem 2. Januar wurden die ersten Verbände, Schulen und Kommandos aufgestellt. Mit der Einführung der Wehrpflicht ab dem 1. April 1957 wuchsen die Streitkräfte, die seit 1956 „Bundeswehr“ hießen, rasant an. Doch die Zusage an die NATO, in vier Jahren 500.000 Soldaten dem Bündnis bereit zu stellen, konnte nicht eingehalten werden. Erst Ende der 1960er Jahre erreichte die Bundeswehr annähernd diese Marke. Im Übrigen erfolgte die Ernennung der ersten Freiwilligen an einem historischen Tag, dem 200. Geburtstag des preußischen Heeresreformers Generalleutnant Gerhard Johann David von Scharnhorst. Dieser ursprünglich hannoversche Offizier hatte nach 1806 und bis zum seinem Tod 1813 Grundlagen für eine Reform der preußischen Armee gelegt. Dazu zählte z.B. die Öffnung des Offizierkorps für Bürgerliche, die Forderung nach einem hohen Bildungsniveau und nicht zuletzt auch die 1814 eingeführte Allgemeine Wehrpflicht. Zu ihr hatte Scharnhorst festgestellt: „Alle Bürger des Staates sind geborene Verteidiger desselben.“ Im 14. Podcast des ZMSBw spricht Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann mit den beiden Historikern und Oberstleutnanten Dr. Thorsten Loch (Heer) und Dr. Heiner Möllers (Luftwaffe) über die schwierige Gründung der Bundeswehr als Armee im Bündnis.

Ep 13Eine Kirche in der Geschichte
Die Garnisonkirche in Potsdam war eine der bedeutendsten barocken Kirchen Norddeutschlands. Das zwischen 1730 und 1735 errichtete Gotteshaus wurde als Simultankirche für eine überwiegend lutherische Militär- und eine reformierte Hof- und Zivilgemeinde genutzt. Das Kirchenschiff hatte dabei bis zu 4.000 Sitzplätze! Friedrich der Große und dessen Vater der „Soldatenkönig“ fanden hier ihre letzte Ruhe bis zum Abtransport der Särge vor Kriegsende. Die Kirche fiel zum Ende des Zweiten Weltkrieges dem Bombenangriff auf Potsdam am 14. April 1945 zum Opfer und wurde schwer beschädigt, wenn auch nicht gänzlich zerstört. Seine Ruine ließ der DDR-Staat 1968 sprengen, obwohl sie zwischenzeitlich schon wieder für Gottesdienste genutzt worden war. Seit 2005 erfolgt der Wiederaufbau des Turmes. Im Gegensatz zur Frauenkirche in Dresden, deren Aufbau als eine nationale Aufgabe verstanden wurde, ist der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche umstrittenen: Hier hatte Adolf Hitler am „Tag von Potsdam“ den bildlichen Schulterschluss mit den alten preußischen Eliten vollbracht – wenn man den Bildern glauben will. Allein dieser Augenblick, der als Bild in Schulbüchern weithin bekannt zu sein scheint, befeuert eine kontroverse Debatte. Das ZMSBw widmet seinen neuesten Podcast diesem Teil der Potsdamer Stadtgeschichte. Mit Oberleutnant Helene Heldt und Oberstleutnant Dr. John Zimmermann spricht Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann im 13. Podcast des ZMSBw über die historische Garnisonkirche, ihre Bedeutung für die Stadt und sein Militär, wie auch den Tag von Potsdam im März 1933. Mit Wieland Eschenburg und Oberkirchenrat Martin Vogel (beide Stiftung Garnisonkirche) spricht er danach über die heutige Bedeutung der Garnisonkirche und ihre Rolle in der Versöhnungsarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg, auch im Rahmen der Nagelkreuzorganisation.

Ep 12Wiedervereinigung und Streitkräfte
Am 3. Oktober 1990 trat die DDR dem Geltungsbereich des Grundgesetzes und damit der Bundesrepublik Deutschland bei. Für die Nationale Volksarmee der ehemaligen DDR (NVA) bedeutete dies, dass sie am 2. Oktober 1990 um 24 Uhr aufgehört hatte zu bestehen. Ihre Soldaten trugen bis dahin die Uniformen der NVA und danach das bundeswehreinheitliche „Gelboliv" mit dem noch ungewohnten Barett. Am 3. Oktober 1990 übernahm das für wenige Monate bestehende Bundeswehrkommando Ost unter der Führung von Generalleutnant Jörg Schönbohm die Auflösung der NVA, ihrer Kasernen und riesigen Material- und Munitionsbestände. Gleichzeitig aber begann für Angehörige der ehemaligen NVA, die anfänglich als Soldat auf Zeit für zwei Jahre (SaZ) in die Bundeswehr übernommen wurden, ein neuer Lebensabschnitt mit vielen Unbekannten: Wenn sie sich in der Bundeswehr bewähren würden, und die gleichzeitig einsetzende umfassende Reduzierung der Streitkräfte des nunmehr vereinten Deutschlands für sie einen Platz haben würde, könnten sie später Berufssoldaten werden. Die Bundeswehr besaß am Vorabend der Deutschen Einheit rund 495.000 Soldaten. Mit den von der NVA hinzugekommenen waren es rund 570.000 Soldaten. Nach den internationalen Verträgen zur konventionellen Abrüstung in Europa sollte sie später nur noch 370.000 Soldaten umfassen. Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann spricht im 12. Podcast des ZMSBw mit Wiss. Direktorin PD Dr. Nina Leonhard und Leitenden Wiss. Direktor Dr. Rüdiger Wenzke. Beide haben den Weg zur Einheit von unterschiedlichen Seiten der Grenze erlebt und sich danach intensiv mit der Auflösung der NVA und der Frage befasst, was aus den Menschen wurde.

Ep 11Schlachtenbummler und Militärschriftsteller
Sein literarische Werk umfasst fast 4.000 Seiten und beschäftigte Theodor Fontane (1819-1898) zwölf Jahre lang. Die Rede ist hier aber nicht von seinen bekannten Werken zu Effi Briest, Frau Jenny Treibel, dem Stechlin, den Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Gedichten oder Theaterkritiken. Nein, es geht um Kriege, die Fontane beobachtet und beschrieben hat. Von 1864 bis 1876 arbeitete er an seinen Büchern zu den sogenannten „Reichseinigungskriegen“: gegen Dänemark 1864, gegen Österreich 1866 und gegen Frankreich 1870/71. Seine Werke dazu sind weit mehr als schlichte Chronik. Er beschäftigt sich intensiv mit den politischen Hintergründen, mit Motiven, mit den beteiligten Armeen und den Orten der Schlachten sowie Belagerungen. Er lässt beide Seiten zu Wort kommen, konzentriert sich nicht nur auf die Generalität, sondern auch auf die Truppe unten. Wie Fontane zu diesen Werken kam, wie er es bearbeitet hat und ob er selbst am Krieg teilnahm, bespricht im 11. Podcast des ZMSBw Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann mit Oberstleutnant Dr. Harald Fritz Potempa.

Ep 10Musik zur deutschen Einheit
Der Tag der Deutschen Einheit fand 2020 in Potsdam nicht mit einem Bürgerfest statt, wie es in den zurückliegenden Jahren üblich war. Anstelle dessen wurden am Alten Markt in der Potsdamer Innenstadt mit der „Einheits-Expo“ in gläsernen Kuben einzelne Installationen präsentiert, die die Geschichte des vereinten Deutschlands abbilden. Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr ist daran mit zwei Kuben vertreten. In ihnen wird die Ausstellung „Militär und Gesellschaft in Deutschland seit 1945“ präsentiert, die das ZMSBw mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erarbeitet hat. Ergänzt wird die Tafelausstellung mit zeitgenössischen Exponaten und der Darstellung von Soldatenstuben aus Nationaler Volksarmee und Bundeswehr. Diese Inszenierung wird mit Musik umrahmt, aber nicht Marschmusik, wie mancher vermuten möchte. Stabsfeldwebel Guido Rennert, Komponist und Klarinettist im Musikkorps der Bundeswehr in Siegburg, hat vor fünf Jahren eine Freiheitssinfonie komponiert und dabei Musikstücke und Zitate von Personen aus dem Wendeprozess 1989/90 eingebunden. Mit ihm spricht Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann im 10. Podcast des ZMSBw über dieses einzigartige Musikstück. Ein Filmportrait von Stabsfeldwebel Guido Rennert – und seiner Freiheitssinfonie – finden Sie hier. Mehr zu Guido Rennert finden Sie auch auf www.guidorennert.de. Bei der Uraufführung der Freiheitssinfonie in Köln im Jahr 2015 war mit Bundesaußenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher (+) ein maßgeblicher Gestalter des „Wendeprozesses 1989/90“ Gast des Konzerts.

Ep 9Die ausgefallene Landung in England 1940
Julius Cäsar landete in Südengland und besetzte weite Teile der Insel. 1066 landete Wilhelm der Eroberer, der Normannenherrscher, in Hastings und eroberte das Land. Für die Neuzeit sind Landungen und Besetzungen Großbritanniens nicht überliefert. Napoleon wollte es, ihm fehlten aber die militärischen Fähigkeiten dazu. 1940 schickte sich Hitler an, nach dem siegreichen Feldzug gegen Frankreich und der Errichtung der deutschen Hegemonie auf dem europäischen Festland auch die britischen Inseln zu besetzen. Als „Operation Seelöwe“ gingen die Vorbereitungen in die Geschichtsbücher ein – aber mehr als eine Fußnote waren sie nicht. Im 9. Podcast des ZMSBw sprechen Fregattenkapitän der Reserve Dr. Guntram Schulze Wegener und Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann über die Vorbereitungen zur Landung auf der britischen Insel, die 80 Jahre zurückliegen.

Ep 8Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71
Überall in Deutschland erinnern Denkmäler an die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges. Dieser Konflikt war die Geburtsstunde des Deutschen Reiches, das 1871 symbolträchtig im Spiegelsaal von Versailles proklamiert wurde. Mit der Reichsgründung erfüllte sich für viele der alte Traum eines einheitlichen Nationalstaates; sie veränderte die Machtverhältnisse auf dem europäischen Kontinent nachhaltig: Frankreich wurde zur Republik und Deutschland unter preußischer Führung ein Nationalstaat in der geographischen Mitte Europas. Heute weitgehend unvergessen ist von diesem Konflikt seine Dauer von knapp einem Jahr sowie die mehrjährige Besetzung weiter Teile Nord- und Ostfrankreichs durch deutsche Truppen. Im 8. Podcast des ZMSBw spricht Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann mit Prof. Dr. Michael Epkenhans über diesen Krieg. Einen guten Einstieg in den Krieg, seine Vorgeschichte und seine Folgen vermittelt: Michael Epkenhans, Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71, Stuttgart: Reclam 2020 (= Kriege der Moderne), 160 Seiten, 14,95 €, ISBN 978-3-15-011271-7. Als Klassiker zum Thema bietet sich an: Theodor Fontane, Der Krieg gegen Frankreich, 4 Bände, Berlin 1873 (leider auch als Reprint oftmals nur antiquarisch erhältlich)

Ep 7Die Teilung der Welt
Am 17. Juli 1945 begann in Schloss Cecilienhof die Potsdamer Konferenz. Delegationen der drei Siegermächte des Zweiten Weltkrieges, die USA, Großbritannien und die Sowjetunion, berieten dort über den künftigen Umgang mit dem besiegten Deutschland, den Krieg gegen Japan und weitere Fragen, die sich aus dem Kriegsende ergaben. Gleichzeitig verweist die Konferenz auf den beginnenden Kalten Krieg, weil sich hier evidente Gegensätze zwischen den politischen Vorstellungen der Siegermächte manifestierten. Die Auswahl des Versammlungsortes, im ehemaligen Wohnsitz des früheren preußischen Kronprinzen Wilhelm und seiner Frau Cecilie, war nur scheinbar zufällig: In Potsdam gab es für die Delegationen ausreichende Unterkünfte in Babelsberg am Griebnitzsee, und mit dem Schloss stand ein Konferenzort mit vielfältigen Beratungs- und Verhandlungsräumen zur Verfügung. Über die Konferenz, ihre Entstehung und Ihre Auswirkungen auf die Stadt sowie die Einwohner und Einwohnerinnen von Potsdam spricht Oberstleutnant PD Dr. John Zimmermann im 7. Podcast des ZMSBw mit Dr. Jürgen Luh, Direktor des Research Center Sanssouci der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg sowie Oberleutnant Helene Heldt M.A. Der Begleitband zur Ausstellung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg, Potsdamer Konferenz 1945. Die Neuordnung der Welt. Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg; Jürgen Luh (Hrsg.), Dresden: Sandstein Verlag, 2020, ISBN 978-3-95498-546-3, 34,00 € ist im Buchhandel oder bei der Ausstellung sowie über die Website der Stiftung erhältlich.

Ep 4Eine Europa-Armee?
Eine Europa-Armee, eine europäische Armee oder eine Armee der Europäer? Historisch betrachtet ist die Debatte über die Schaffung gemeinsamer europäischer Streitkräfte nicht neu. Aufgrund der Entwicklung der sicherheitspolitischen Lage in den letzten Jahren ist die Idee einer „Europa-Armee“ jedoch wieder ein hoch aktuelles Thema in der Europapolitik. Die Bundesregierung hat sich wiederholt für eine weitere Vertiefung der europäischen Verteidigungszusammenarbeit ausgesprochen und benennt die Schaffung einer gemeinsamen europäischen Armee als ein Fernziel ihrer Arbeit. Weniger bekannt ist die Meinung der Bürgerinnen und Bürger zu diesem Thema. Das ZMSBw hat deshalb jüngst einen Forschungsbericht veröffentlicht, der eine umfassende empirische Analyse der aktuellen öffentlichen Meinung in Deutschland zur europäischen Verteidigungszusammenarbeit im Allgemeinen und zur Schaffung einer Europa-Armee im Besonderen vornimmt. Welche Bevölkerungsgruppen unterstützen die Schaffung einer Europa-Armee? Welche Gründe sprechen aus Sicht der deutschen Bevölkerung für bzw. gegen die Schaffung gemeinsamer Streitkräfte? Welche Rolle spielte die russische Annexion der Krim oder die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA für die öffentliche Meinung zur Schaffung einer EU-Armee? Wird eine EU-Armee von den Bürgerinnen und Bürgern als Alternative zur NATO empfunden? Ist der Parlamentsvorbehalt aus Sicht der Bevölkerung ein Stolperstein auf dem Weg zu gemeinsamen Streitkräften? Welche Initiativen sind während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ab dem Juli 2020 zu erwarten? Diese und weitere Fragen zum Thema „Europa-Armee“ beantwortet Dr. Timo Graf im 4. Podcast des ZMSBw mit Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann.

Ep 6Frankreichs Niederlage 1940
Am 22. Juni 1940 endete im Wald vom Compiègne der „Westfeldzug“ der Wehrmacht mit der Niederlage der französischen Armee und der Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages. Nach nur sechs Wochen hatten die deutschen Truppen die bislang neutralen Niederlande und Belgien sowie Teile Frankreichs besetzt und die britischen Streitkräfte vom Festland vertrieben. Hitler war auf dem Höhepunkt seiner Macht und Beliebtheit im deutschen Volk – hatte er doch binnen kürzester Zeit in einem „Blitzkrieg“ das erreicht, was im Ersten Weltkrieg in vier Jahren nicht gelang: Frankreich zu schlagen. In genau dem Salonwagen, in dem am 11. November 1918 eine deutsche Delegation den Waffenstillstand zum Ende des Ersten Weltkriegs unterzeichnen musste, ließ Hitler nun Frankreich den Waffenstillstand unterschreiben. Dem in dieser Art überraschend schnellen deutschen Sieg folgten Jahre deutscher Besatzung auf dem westeuropäischen Festland. Über diese Ereignisse spricht im 6. Podcast des ZMSBw Oberstleutnant PD Dr. John Zimmermann mit dem Wissenschaftlichen Oberrat Dr. Peter Lieb.

Ep 5Schulschiff Deutschland.
Die 5. Folge des Podcast des ZMSBw widmet sich dem Schulschiff Deutschland, das vor 30 Jahren außer Dienst ging. Seit 1963 und bis 1990 besaß die deutsche Marine ein Schiff, das DEUTSCHLAND hieß. Es war ein Mehrzweckschiff, das vor allem als Ausbildungskreuzer für angehende Offizieranwärter genutzt wurde und dabei zahlreiche Auslandsreisen unternahm. Vor 30 Jahren, 1990, wurde die DEUTSCHLAND außer Dienst gestellt. 1994 wurde sie am Strand von Alang in Indien abgewrackt. Fregattenkapitän der Reserve Dr. Guntram Schulze-Wegener und Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann, selbst letzter Artillerieoffizier auf der Deutschland, sprechen in diesem 5. Podcast des ZMSBw über das Schiff, das „in die Jahre gekommen war“.

Ep 3Eine Scheinregierung in Flensburg
Eine Scheinregierung in Flensburg Nach der deutschen Kapitulation 1945, die den Zweiten Weltkrieg in Europa beendete, bestand bis zum 23. Mai 1945 im „Sonderraum Flensburg-Mürwik“ eine „geschäftsführende Reichsregierung“ des von Hitler als Staatsoberhaupt eingesetzten Großadmirals Karl Dönitz. Obwohl das Deutsche Reich bis auf wenige Landstriche besetzt war, suggerierte sie, dass es noch etwas zu regieren gab. Tatsächlich war sie allenfalls ein Konkursverwalter, der solang wirken konnte, bis die britische Besatzungsmacht diese Regierung am 23. Mai 1945 auflöste und ihre Soldaten und einige Zivilisten festnahm. In diesem 3. Podcast des ZMSBw diskutieren Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann und Prof. Dr. Michael Epkenhans über diese „Regierung Dönitz“ in Flensburg, ihre Selbstwahrnehmungen und historischen Deutungen sowie die (Selbst-)Mythisierung von Karl Dönitz, der sich bis zu seinem Tod als einzig rechtmäßiger Staatspräsident betrachte. Moderiert wird das Gespräch von Oberstleutnant PD Dr. John Zimmermann.

Ep 2Kriegsende 1945 in Deutschland
Am 7./8. Mai kapitulierte die deutsche Wehrmacht. Damit war der Zweite Weltkrieg in Europa beendet. Deutschland war von den Alliierten der Anti-Hitler-Koalition besetzt worden. In diesem 2. Podcast des ZMSBw diskutieren Oberstleutnant PD Dr. John Zimmermann und Wissenschaftliche Oberrat Dr. Peter Lieb über das Kriegsende 1945, seine Wahrnehmungen und historischen Deutungen. Moderiert wird das Gespräch von Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann. Leseempfehlungen unserer Diskutanten zum Kriegsende 1945 sind: Peter Lieb: Die Schlacht um Berlin und das Ende des Dritten Reichs 1945, Ditzingen 2020 (= Kriege der Moderne) Anthony Beevor, Berlin 1945 - Das Ende, München 2012 Ian Kershaw, Das Ende. Kampf bis in den Untergang. NS-Deutschland 1944/45. München 2011 John Zimmermann, Pflicht zum Untergang. Die deutsche Kriegführung im Westen des Reiches 1944/45, Paderborn 2009 (= Zeitalter der Weltkriege, Bd. 4) Klaus-Dietmar Henke, Die amerikanische Besetzung Deutschlands. München 1995 Sowie für Leser und Leserinnen, die umfassende Literatur vorziehen: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 10: Der Zusammenbruch des Deutschen Reiches 1945, München 2008 Zum historischen Bild: Der sowjetische Soldat Militon Kantarija aus Georgien hisst am 2. Mai 1945 die sowjetische Flagge auf dem Berliner Reichstag. Dies geschah bereits nach der Einnahme Berlins durch die Rote Armee am 30. April 1945. Da aber weder ein Fotograf noch ein Kameramann anwesend war, wurde die historische Szene nach der Kapitulation Berlins nachgestellt. Fotograf: Jewgeni Ananjewitsch Chaldei (c) dpa/Süddeutsche Zeitung Photo

Ep 1Die Potsdamer Bombennacht 1945
Der Bombenangriff auf Potsdam am 14. April 1945 jährt sich zum 75. mal. In dieser Nacht griffen britische Bomber die Stadt an und zerstörten die Innenstadt - die Sie auf dem Luftbild erkennen können. Bislang nahm man an, dass alliierte Bomber Potsdam wie andere, bislang nicht bombardierte Städte entlang einer Zielliste des britischen Bomber-Command „abgearbeitet“ hätten. Ebenso wird immer noch fälschlicherweise angenommen, dass der typisch „preußisch-deutsche Militarismus“, mit der Residenzstadt vor den Toren Berlins, das eigentliche Ziel gewesen sei. Oberleutnant Helene Heldt M.A. vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr erforscht derzeit die Militärgeschichte Potsdams im 20. Jahrhundert. Mit ihren Forschungen kann sie nun bislang kursierende Gerüchte widerlegen und im 1. Podcast des ZMSBw erklären, wieso Potsdam „fünf Minuten vor Zwölf“, wenige Tage vor Kriegsende doch noch bombardiert wurde. Es war ein rein militärischer Angriff gegen ein militärisches Ziel. Dennoch: in wenig mehr als einer halben Stunde versank die Potsdamer Innenstadt in Trümmern.