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#79 Warum junge Bulgar:innen keine Österreicher:innen mehr betreuen

#79 Warum junge Bulgar:innen keine Österreicher:innen mehr betreuen

Wir haben 24-Stunden-Betreuer:innen auf ihrer Reise in die Heimat begleitet.

Weiter gedacht - der Podcast der WZ · Wiener Zeitung, Petra Tempfer, Simon Plank

May 29, 202522m 12s

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Show Notes

Wir haben 24-Stunden-Betreuer:innen auf ihrer Reise in die Heimat begleitet.

„Wir sind die Letzten, die diese Arbeit machen", erzählt Nikol, als sie von den WZ-Redakteur:innen Simon Plank und Petra Tempfer in ihrer Heimat Bulgarien besucht wird. Nikol ist eine 24-Stunden-Betreuerin in Österreich und 52 Jahre alt. Nach mehreren Monaten in Zwentendorf ist sie nun für drei Wochen heimgefahren - nach Mesdra nordwestlich von Sofia.

Fast alle Betreuer:innen aus Bulgarien pendeln mit dem Bus. Eine Fahrt dauert mindestens 16 Stunden, falls alles glatt geht und die Staus an der Grenze nicht zu lang sind. Simon Plank und Petra Tempfer waren dieses Mal mit im Bus und haben die Betreuer:innen auf ihrer Heimreise begleitet.

Bulgarien ist das ärmste Land der Europäischen Union. „Die Jungen ziehen alle weg, gehen studieren", sagt Nikol in dieser Folge des WZ-Podcasts „Weiter gedacht" - mit dem Geld ihrer Eltern, die dafür lange Zeit im Ausland gearbeitet haben, was zum Teil mühsam und beschwerlich für sie war. 24-Stunden-Betreuer:innen werden sie, laut Nikol und ihren Kolleginnen, jedenfalls nicht mehr. Aber wer wird dann einmal die Menschen in Österreich und jene in Bulgarien betreuen?

Produziert von „hört hört!“.

Willst du noch mehr über Nikol und die Reise der WZ-Redakteur:innen erfahren? Es gibt bereits die zweite Folge zu diesem Thema „#80 Warum junge Bulgar:innen ihr Land verlassen“ und die Reportage „Mit 24-Stunden-Betreuerinnen im Bus nach Bulgarien" sowie Videos auf den Social-Media-Kanälen der WZ dazu.

Weiterführende Links:

Nikol (der Name wurde von der Redaktion geändert) kommt aus Mesdra, einer Stadt rund 100 Kilometer nordwestlich von Sofia. In Österreich arbeitet sie über eine Vermittlungsagentur als 24-Stunden-Personenbetreuerin. Nikol absolvierte den Ausbildungskurs zur Krankenpflegerin an der Universität Gabrovo in Bulgarien. Seit rund 30 Jahren pendelt sie zwischen Bulgarien und dem Ausland: Zuerst arbeitete sie viele Jahre in Griechenland in einer Bäckerei, startete 2016 als 24-Stunden-Betreuerin in Deutschland und betreut heute einen Patienten in Niederösterreich.

Diana Georgieva ist Präsidentin der Bulgarian Association of Health Professionals in Nursing (BAHPN) mit Sitz in Sofia. Diese setzt sich unter anderem für die Rechte und fairen Arbeitsbedingungen der bulgarischen Pflegekräfte ein.

Betreuer:innen sind keine Pfleger:innen. Im Unterschied zu Pfleger:innen dürfen sie zum Beispiel keine Spritzen verabreichen und ihre Patient:innen nur bei alltäglichen Tätigkeiten unterstützen (Wirtschaftskammer Niederösterreich).

Hausbetreuungsgesetz

Kosten der 24-Stunden-Betreuung für unselbstständige Betreuungskräfte

Sozialministeriumservice

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