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Matsutake – Ein Pilz im Anthropozän

Matsutake – Ein Pilz im Anthropozän

WDR 3 Kulturfeature · Jean-Claude Kuner

September 19, 202554m 21s

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Show Notes

In jedem Herbst wird der Matsutake-Pilz zu einem begehrten Geschenk in Japan. Er lässt sich nicht kultivieren. Entsprechend komplex sind die Bedingungen, unter denen er gewonnen wird – und hoch die Beträge, die für ihn gezahlt werden.



Den nicht kultivierbaren Pilz gibt es nur in der Wildnis. In Japan ist er Mangelware und wird deshalb in großen Mengen importiert. In den Wäldern Oregons ist so ein Wirtschaftszweig mit exorbitanter Wertsteigerung entstanden. Einmal von den USA nach Japan exportiert, kostet der Pilz dort schnell das Vierzigfache und mehr.
Die US-amerikanische Anthropologin Anna Lowenhaupt Tsing erforscht den Matsutake schon lange. Für sie ist der Pilz ein geeignetes Objekt für ihre Kritik am Kapitalismus und dem Zeitalter des Anthropozän mit seiner vom Menschen gemachten zerstörerischen Ausbeutung der Natur. Dennoch entdeckt Lowenhaupt Tsing in den ökologischen Ruinen auch Chancen und Lösungen und stellt die Frage: Wie könnten wir leben in den Trümmern des Kapitalismus?

Ein Feature von Jean-Claude Kuner. Produktion Dlf Kultur/WDR 2021.

Topics

WDR3KulturfeatureMatsutakeRuinen des KapitalismusAnna Lowenhaupt TsingDer Pilz am Ende der WeltJean-Claude KunerKapitalismuskritikTrümmer des KapitalismusKritik am Kapitalismus Chancen