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Was liest du gerade?

Was liest du gerade?

DIE ZEIT

69 episodesDE

Show overview

Was liest du gerade? has been publishing since 2023, and across the 3 years since has built a catalogue of 69 episodes. That works out to roughly 60 hours of audio in total. Releases follow a fortnightly cadence.

Episodes typically run thirty-five to sixty minutes — most land between 45 min and 57 min — and the run-time is fairly consistent across the catalogue. None of the episodes are flagged explicit by the publisher. It is catalogued as a DE-language Arts show.

The show is actively publishing — the most recent episode landed earlier today, with 10 episodes already out so far this year. The busiest year was 2024, with 26 episodes published. Published by DIE ZEIT.

Episodes
69
Running
2023–2026 · 3y
Median length
51 min
Cadence
Fortnightly

From the publisher

Wer ist nun besser: Kehlmann oder Kafka? Und was macht ein wirklich gutes Buch mit seinen Lesern und Leserinnen? Zweimal im Monat streiten und schwärmen wir über Bücher. Wir suchen aus der Fülle der Neuerscheinungen die interessantesten Bücher aus – mit Vorliebe solche, die uns selbst auf neue Gedanken gebracht haben. Es geht um neu erschienene Romane und Sachbücher und literarische Klassiker, die überraschende Schlaglichter auf die Gegenwart werfen. Im Wechsel sprechen aus der ZEIT-Redaktion Adam Soboczynski und Iris Radisch über Belletristik sowie Maja Beckers und Alexander Cammann über Sachbücher. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo

Latest Episodes

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Was Matthias Brandt heute von seinen Eltern lernt

May 16, 202652 min

Seethaler, Tolstoi und die Leistungsturnerinnen

May 2, 202653 min

Kürthy, Passmann und die Bauchnabel-Literatur

Apr 18, 20261h 4m

Ep 65Siri Hustvedt erinnert an Paul Auster – und in "Die Riesinnen" betört der Schwarzwald

Die Schriftstellerin Hannah Häffner hat mit "Die Riesinnen" einen modernen Heimatroman geschrieben. Warum ist er so erfolgreich? Ist es der Schwarzwald, der hier alle betört? Oder fasziniert uns das Schicksal von drei Frauen aus drei Generationen, die sich in einem Dorf gegen die Männerwelt behaupten müssen? Und: Suchen wir nicht im Moment alle nach einem schönen Rückzugsort in einer verrückt gewordenen Welt? Eines ist sicher: "Die Riesinnen" begeistern gerade viele Leserinnen, und Leser auch. Die Schriftstellerin Siri Hustvedt erinnert in "Ghost Stories" an ihr Leben mit dem Schriftsteller Paul Auster, der vor zwei Jahren nach schwerer Krankheit verstarb. Wie umgehen mit dem Verlust? Wie lebt jemand in einem weiter, der nicht mehr da ist? Wie erinnern wir uns später an die erste Liebe und an gemeinsames Leid? Unser Klassiker ist in dieser Podcastfolge Wolfgang Herrndorfs noch heute viel gelesener Roman "Tschick". Literaturangaben: - Hannah Häffner: Die Riesinnen. Roman. Penguin Verlag. 411 Seiten. - Siri Hustvedt: Ghost Stories. Ein Buch der Erinnerung. Rowohlt Verlag. 44 Seiten. - Wolfgang Herrndorf: Tschick. Roman. Rowohlt Taschenbuch Verlag. 254 Seiten. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Apr 4, 202650 min

Ep 64Wenn Taylor Swift Habermas liest

Wie viel Literatur steckt in Taylors Lyrics? Die Harvard-Professorin Stephanie Burt hat sie untersucht und ein wunderbares Buch über Kunst und Leben bei Taylor Swift geschrieben: "Taylor‘s Version". Warum macht sie genau das Gegenteil von dem, was man Songschreibern rät, was hat sie mit Dichtern wie Horaz zu tun und wie hat sie quasi im Alleingang die Popkultur umgekrempelt? Maja Beckers und Alexander Cammann sprechen in dieser Sachbuchfolge von "Was liest du gerade?" darüber. Einer von beiden outet sich dabei als Swiftie-Swiftie, als Fan der Swifties. Außerdem streiten sie über das neue Buch des Philosophen Peter Sloterdijk. Der schaut sich Trump, Putin, Modi und die anderen 'starken Männer' unserer Gegenwart an und fragt sich in "Der Fürst und seine Erben": Wen nehmen sie sich zum Vorbild? Cäsar oder Napoleon? Und was wird hier gespielt? Sloterdijk sieht vor allem einen modernen Machiavelli am Werk, aus seiner Feder könnten die wilden Strategien stammen, mit denen diese Männer mächtig wurden. Eine fulminante Analyse, ein zukünftiger Klassiker oder zynisch-selbstverliebtes Geschwurbel? Ein originelles Schlaglicht auf unsere Gegenwart wirft der Philosoph C. Thi Nguyen mit seinem neuen Buch "Der Score". Ob Schrittzähler, Klickzahlen oder Politikerrankings: Unsere Gesellschaft ist besessen von Scores. Nguyen kann erklären, was Punktesysteme so attraktiv macht, wann sie helfen und wann und wie wir uns davon lösen sollten. Für das Gespräch über den Klassiker gibt es diesmal einen traurigen Anlass: Am vergangenen Samstag ist der Philosoph Jürgen Habermas im Alter von 96 Jahren verstorben. Maja Beckers und Alexander Cammann erzählen sich gegenseitig ihre liebsten Habermas-Thesen, die originellsten oder jene, die sie aufgeregt haben. Ein persönlicher Blick auf den großen Denker. Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected]. Die Literaturangaben zur Folge finden Sie hier. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Mar 21, 20261h 4m

Ep 63Im Osten viel Neues

Die Schriftstellerin Judith Hermann begibt sich auf die Spurensuche nach ihrem Großvater, der schon lange vor ihrer Geburt gestorben ist. Sie fährt nach Radom in Polen, wo ihr Großvater als SS-Mann im Zweiten Weltkrieg stationiert war. Trotz ihrer Recherchen in örtlichen Archiven und Museen findet sie nicht heraus, auf welche Weise ihr Großvater an den deutschen Verbrechen gegen die Juden von Radom beteiligt war. Der Großvater bleibt eine wirkmächtige Leerstelle in ihrer Familiengeschichte. Statt Antworten zu finden, stellt Judith Hermann viele Fragen. Warum wurde in ihrer Familie so viel geschrien und geschwiegen? Warum fehlen die Worte, um sich der Vergangenheit zu nähern? Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester versucht die Autorin, Licht in ein über Generationen reichendes Familien-Trauma zu bringen. Wir fragen im Podcast: Ist das zu wenig? Weicht sie dem Thema der deutschen Schuld damit aus? Der Autor Lukas Rietzschel ist schon seit einigen Jahren ein gefeierter Chronist der ostdeutschen Provinz. In seinem neuen Roman Sanditz folgt er den Mitgliedern der Familie Wenzel durch fünf Jahrzehnte in kurzen erzählerischen Szenen, angefangen bei Großmutter Erika, die friedlich auf der Gartenbank vor ihrem Haus stirbt bis zu ihrem Enkel Tom, der in ukrainischen Schützengräben gegen die Russen kämpft. Dazwischen liegen die großen historischen Ereignisse, der Widerstand der DDR-Kirchen gegen das System, die Wende, der Kampf um die Hinterlassenschaft der Stasi, der Einfall der Westdeutschen in die ostdeutsche Kleinstadt und der Lockdown. Wir diskutieren darüber: Gelingt es dem Autor, ostdeutsche Geschichte in den kurzen Familienepisoden überzeugend zu erzählen? Unser Klassiker ist in dieser Podcast-Folge ein neu aufgetauchtes Notizheft des 1995 verstorbenen Dramatikers Heiner Müller aus dem Januar 1945. Der damals 15-Jährige notiert darin in erstaunlicher Frühreife seine Überflieger-Gedanken über die Aufgabe europäischer Dichter und Denker. Unser Zitat des Monats stammt aus dem autobiografischen Buch Einsamsein des Journalisten Daniel Haas. Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter [email protected]. Literaturangaben: - Judith Hermann. Ich möchte zurückgehen in der Zeit. S. Fischer Verlag. 160 Seiten. 23,- Euro. - Lukas Rietzschel. Sanditz. dtv Verlag. 480 Seiten. 26,- Euro - Heiner Müller. Zeitschrift Sinn und Form (1/2026) - Daniel Haas. Einsamsein. Eine Befreiungsgeschichte. Goldmann Verlag, 221 S., 22,- Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Mar 14, 202657 min

Ep 62Gisèle Pelicot will nicht nur Opfer sein

In 22 Sprachen erscheinen jetzt die Memoiren von Gisèle Pelicot, in langen Interviews ist die 73-jährige Französin überall präsent. In der neuen Sachbuchfolge von "Was liest du gerade?" sprechen Maja Beckers und Alexander Cammann über ihr Buch "Eine Hymne an das Leben" und das Schicksal dieser Frau. Seit dem Prozess in Avignon im Jahr 2024, in dem ihr Ex-Mann und fast 50 weitere Täter wegen Vergewaltigung verurteilt wurden, ist sie weltbekannt. Wie geht sie selbst mit ihrer Geschichte um? Und was ist ihre eigene Botschaft für die geschockte Welt? Alle reden über die neue, gefährliche Macht der Ultrareichen, nicht nur in Trumps Amerika. Der junge französische Star-Ökonom Gabriel Zucman hat in seinem Essay "Reichensteuer. Aber richtig!" eine Idee, wie man riesige Vermögen belasten sollte, damit die Kluft zwischen Arm und Reich in den westlichen Gesellschaften nicht noch stärker zur Bedrohung für die Demokratie wird. Kann sie funktionieren? Das Zitat des Monats liefert diesmal die Philosophin Miriam Metze mit ihrem Buch "Unerwidert lieben". Erstaunlich, wie viele Denker sich seit der Antike über diese traurigen Gefühle Gedanken gemacht haben – und wie wenig Sachbücher es über unglückliche Liebe gibt. In der Klassikerrubrik stellen wir Reportagen und Erzählungen des Schriftstellers Jack London vor, die jetzt in dem Band "Das Erdbeben von San Francisco" präsentiert werden: Er war 1906 als Augenzeuge dabei, als dieses Ereignis San Francisco komplett zerstörte – eine mythische Katastrophe des modernen Amerika, bis heute ein Menetekel für das moderne Kalifornien. Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected]. Literaturangaben: - Miriam Metze: "Unerwidert lieben". Eine philosophische Tröstung. Mairisch, 256 Seiten, 24 Euro - Gabriel Zucman: "Reichensteuer. Aber richtig!". Aus dem Französischen von Ulrike Bischoff. Suhrkamp, 63 Seiten, 12 Euro - Gisèle Pelicot: "Eine Hymne an das Leben. Die Scham muss die Seite wechseln". Aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky. Piper, 256 Seiten, 25 Euro - Jack London: "Das Erdbeben von San Francisco. Geschichten aus der Bay Area". Übersetzt von Alexander Kluy. Limbus, 96 Seiten, 15 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Feb 21, 202659 min

Ep 61Raus aus dem Dorf, rein in die Stadt

Die Regisseurin und Schriftstellerin Lola Randl hatte vor einigen Jahren Berlin den Rücken gekehrt und ist in die brandenburgische Provinz gezogen. Im uckermärkischen Gerswalde bewirtschaftete die Künstlerin mit ihrer Familie einen Garten und schuf einen bekannten Treffpunkt für Wochenendausflügler. Gerswalde wurde zum Ort für Berliner Hipster und Glückssucher aller Art, die in einem von Japanerinnen betriebenen Restaurant zusammenfanden. In ihrem neuen Buch "Der lebende Beweis" erzählt Lola Randl literarisch vom Scheitern dieses Lebensprojekts, vom distanzierten Verhältnis zu den Einheimischen und brüchigen Beziehungen – und von einem Aufbruch ins Ungewisse. Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Michael Wildenhain hingegen hat einen opulenten Großstadtroman vorgelegt und entführt uns in das düstere West-Berlin Ende der Sechzigerjahre. Erzählt wird in "Das Ende vom Lied" aus der Perspektive eines Jugendlichen. Der Vater war mit nur einem Bein aus dem Krieg zurückgekehrt, die Mutter war aus dem Osten geflüchtet. Und der Junge? Der wächst jetzt inmitten von Ruinen, Straßengangs und dreckigen Kneipen auf. Wäre da nicht die Liebe … Und wären da nicht so viele politische Ideale in der Luft, die leider schnell ins Militante abdriften. In unserem Klassiker sprechen wir über das Werk von Annemarie Schwarzenbach. Die Freundin von Erika und Klaus Mann war eine hinreißende Reisereporterin und hat in den Dreißigerjahren den Nahen Osten bereist. Unser Zitat des Monats kommt aus dem neuen Roman "Mein gelber Pullover" von Ursula März. Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected]. Literaturangaben: - Lola Randl: "Der lebende Beweis". Roman. Matthes & Seitz Verlag, Berlin 2026, 188 Seiten, 22 EUR - Michael Wildenhain: "Das Ende vom Lied". Roman. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2026, 416 Seiten, 26 EUR - Annemarie Schwarzenbach: "Orientreisen. Reportagen aus der Fremde". Ebersbach & Simon Verlag, 2017, 141 Seiten, 18 EUR - Ursula März: "Mein gelber Pullover". Roman. Piper Verlag, 2026, 176 Seiten, 22 EUR [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Feb 7, 202650 min

Ep 60Weniger Regeln, mehr Action

Mehr Freiraum, weniger Zwänge, sich nicht mehr ständig einengen lassen: Wer träumt nicht davon? Ob und wie das klappen könnte, darüber sprechen Maja Beckers und Alexander Cammann in der neuen Sachbuchfolge von "Was liest du gerade?": Der Soziologe Hartmut Rosa hat über dieses Problem sein neues, bereits viel diskutiertes Buch "Situation und Konstellation" geschrieben. Wie können wir überhaupt noch selbstständig handeln, wenn die Spielräume in der Gesellschaft immer kleiner werden? Familiengeschichten boomen, gerade wenn es um die Verstrickung der Ahnen in den Nationalsozialismus geht. Christina Strunck hat daraus ein faszinierendes, erschütterndes Projekt gemacht: Minutiös zeichnet sie in ihrem Buch "Die Aufsteiger" ein Gesellschaftsporträt am Beispiel der Kleinstadt Sprendlingen in der Nazizeit – und rekonstruiert die dunklen Flecken in einer ganz normalen deutschen Familie. Das Zitat des Monats liefert diesmal Amanda Montell in ihrem Buch "Cultish. Fanatische Sprache und woran wir sie erkennen": Bei der Lektüre merkt man, wie wichtig Sprache für unsere Identität ist. In der Klassikerrubrik stellen wir ein Buch vor, das schon 1963 glasklar und stilistisch glänzend die Wirkungen rechten Denkens analysierte: Fritz Sterns "Kulturpessimismus als politische Gefahr" über den Einfluss reaktionärer Intellektueller in Deutschland lange vor 1933. Der 2016 verstorbene Historiker emigrierte 1938 nach Amerika – pünktlich zum 100. Geburtstag des 2016 Verstorbenen wird jetzt sein leider brandaktuelles Buch wieder aufgelegt. Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected]. Literaturangaben: - Amanda Montell: "Cultish. Fanatische Sprache und woran wir sie erkennen". Aus dem amerikanischen Englisch von Florian Kranz und Andrea Schmittmann. HarperCollins, 350 Seiten, 25 Euro - Christina Strunck: "Die Aufsteiger. Deutscher Mittelstand unter Hitler: Eine Familiengeschichte". Rowohlt, 431 Seiten, 28 Euro - Hartmut Rosa: "Situation und Konstellation. Vom Verschwinden des Spielraums". Suhrkamp, 247 Seiten, 25 Euro - Fritz Stern: "Kulturpessimismus als politische Gefahr. Eine Analyse nationaler Ideologie in Deutschland". Aus dem Amerikanischen von Alfred P. Zeller. Klett-Cotta, 496 Seiten, 25 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Jan 24, 20261h 5m

Ep 59Vom Morden und vom Lieben

Der britische Booker Prize zählt zu den renommiertesten Literaturauszeichnungen weltweit. Erhalten hat ihn vor Kurzem David Szalay für seinen Roman "Flesh", der auf Deutsch unter dem Titel "Was nicht gesagt werden kann" erschienen ist. Iris Radisch und Adam Soboczynski sprechen in der neuen Folge des Bücherpodcasts "Was liest du gerade?" über dieses hinreißende Werk. Es handelt von István, der mit seiner Mutter in einer ungarischen Plattenbausiedlung aufwächst – und auf verschlungenen Wegen in die höchsten Kreise Londons gerät. Gelingt ihm der soziale Aufstieg? Was bedeutet es heute, männlich zu sein? Ist er ein Mörder? Und wenn ja, trotzdem ein guter Mensch? Szalay führt uns in die Abgründe menschlicher Existenz. Was man auch über Bodo Kirchhoffs umfangreichen Liebesroman "Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt" sagen kann: Terese reist ihrem Mann nach Indien hinterher, um ihn mit seiner Geliebten zu erwischen. Kann das gut gehen? Unser Klassiker ist diesmal Herman Melvilles berühmte Erzählung "Bartleby der Schreiber". Sie handelt vom großen Neinsager der Literatur: Sich im Bürojob jeder Tätigkeit zu verweigern, wird hier zum Lebensmotto der Moderne schlechthin. Unser Zitat des Monats kommt aus dem Erzählungsband "Stories 2" der amerikanischen Schriftstellerin Joy Williams. Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected]. Literaturangaben: - David Szalay: "Was nicht gesagt werden kann". Roman. A. d. Engl. v. Henning Ahrens. Claassen Verlag, Berlin 2025, 384 Seiten, 25,00 EUR - Bodo Kirchhoff: "Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt". Roman. dtv, München 2026, 576 Seiten, 28,00 EUR - Herman Melville: "Bartleby, der Schreiber". A. d. Engl. v. Jürgen Krug. Insel Verlag, Berlin 2019, 88 Seiten, 14,00 EUR - Joy Williams: "Stories 2". A.d. Engl. v. Julia Wolf. dtv, München 2025, 320 Seiten, 26,00 EUR [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Jan 17, 202643 min

Ep 58So war das Sachbuchjahr 2025

Das Jahr geht vorbei, Zeit für Bilanzen. Maja Beckers und Alexander Cammann schauen in dieser letzten Sachbuch-Folge von Was liest Du gerade? im Jahr 2025 auf Bücher, die für spezielle Trends stehen oder große Themen des Jahres diskutieren. In der Rubrik „Der erste Satz“ geht es um ein Zitat aus dem Buch der Journalistin Eva Thöne unter dem Titel Weibliche Macht neu denken: Steckt im Kampf um Sichtbarkeit auch eine Gefahr für den Feminismus? Katja Gloger und Georg Mascolos Buch Das Versagen über die deutsche Russlandpolitik steht seit Wochen auf den Bestsellerlisten. Ihre investigative Recherche liefert auf der Basis zahlloser Dokumente und Interviews mit Akteuren und Zeitzeugen einen schonungslosen Blick hinter die Kulissen von Außen- und Wirtschaftspolitik vor dem russischen Überfall auf die Ukraine. Gesprächsbücher lagen in diesem Jahr im Trend: Die Politikerin Ricarda Lang und der Soziologe Steffen Mau liefern in ihrem Buch Der große Umbruch eines davon. Beide melden sich oft in den Medien zu Wort – wie funktioniert ihr Langgespräch aus zwei ganz unterschiedlichen Perspektiven über die Krisen unserer Gegenwart? In der „Klassiker“-Rubrik erinnern wir an den TV-Moderator, Journalisten und Buchliebhaber Roger Willemsen, der vor zehn Jahren gestorben ist: Unter dem Titel Liegen Sie bequem? sind viele seiner Texte, Kolumnen und Interviews in einem Sammelband erschienen, der um seine Begeisterung für das Lesen und die Literatur kreist. So steigt garantiert die Vorfreude auf das Lesejahr 2026! Das Team von "Was liest Du gerade?" erreichen Sie unter [email protected]. Literaturangaben: - Eva Thöne: Weibliche Macht neu denken. Hanser Berlin, 240 Seiten, 24 Euro - Katja Gloger/Georg Mascolo: Das Versagen. Eine investigative Geschichte der deutschen Russlandpolitik. Ullstein, 496 Seiten, 26,99 Euro - Ricarda Lang/Steffen Mau: Der große Umbruch. Ein Gespräch über Krisen, Konflikte und Kompromisse. Ullstein, 400 Seiten, 24,99 Euro - Roger Willemsen: Liegen Sie bequem? Von Lesen und von Büchern, hrsg. v. Insa Wilke, S. Fischer, 448 Seiten, 28 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Dec 27, 202549 min

Ep 57Das Unheimliche wird alltäglich

In der neuen Folge unseres Literaturpodcasts „Was liest du gerade?“ stellen Iris Radisch und Adam Soboczynski eine moderne Naturheilige vor, die in Marion Poschmanns Verslegende „Die Winterschwimmerin“ den ganzen Winter über in Seen und Flüssen badet und überhaupt eine beeindruckende Großstadtnixe ist. Außerdem wollen wir wissen, was die Geschichten in Samantha Schweblins Erzählungsband „Das gute Übel“ so magisch und intensiv macht. Sind es die unheimlichen Tiere und die überraschenden Todesfälle? Oder liegt es an der genial verrutschten Perspektive, aus der die in Berlin lebende argentinische Autorin von den verrücktesten Ereignissen erzählt? In jeder Folge wird auch ein Klassiker der Weltliteratur vorgestellt: Heute ist es der aktuell neu entdeckte Exilroman „Abschied von gestern“ von Lily Körber, der sehr authentisch von der Aufbruchsstimmung und der Mentalität der europäischen Emigranten in New York während des Zweiten Weltkriegs erzählt. Unser Zitat des Monats kommt aus dem Roman der Pariser Journalistin Adèle Van Reeth „Das gewöhnliche Leben“, der eine echte Entdeckung ist. Außerdem: Geschenktipps zu Weihnachten. - Marion Poschmann: Die Winterschwimmerin. Suhrkamp Verlag - Samantha Schweblin: Das gute Übel, Suhrkamp Verlag - Lily Körber: Abschied von Gestern; aus dem Englischen von Beate Swoboda, Verlag das kulturelle Gedächtnis - Adèle Van Reeth: Das gewöhnliche Leben, aus dem Französischen von Joachim Unseld, Frankfurter Verlagsanstalt Das Team von "Was liest Du gerade?" erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Dec 13, 202539 min

Ep 56Vier Sachbücher zum Verschenken

Der Advent ist da, Weihnachten steht bald wieder vor der Tür und damit wie jedes Jahr die große Frage: Was soll man bloß schenken? Bücher sind schon mal eine großartige Wahl und wer Last-Minute-Fehlkäufe vermeiden will, für den haben Maja Beckers und Alexander Cammann in der neuen Sachbuch-Folge von "Was liest Du gerade?" vier Tipps für ganz unterschiedliche Lesetypen parat. - Rauschen in der Nacht. "Die Wildgans – eine Geschichte des 20. Jahrhunderts". Rowohlt Berlin, 272 Seiten, 26 Euro - Stefan Weidner: "Yoga oder Die sanfte Eroberung des Westens durch den Osten". Hanser, 46 Seiten, 30 Euro - Konstantin Richter: "300 Männer. Aufstieg und Fall der Deutschland AG". Suhrkamp, 543 Seiten, 30 Euro - Sarah Iles Johnston: "Von Göttern und Menschen. Die griechischen Mythen neu erzählt." C. H. Beck, 558 Seiten, 36 Euro Das Team von "Was liest Du gerade?" erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Nov 29, 202548 min

Ep 55Lost in Venedig

In der neuen Folge unseres Literaturpodcasts "Was liest du gerade?" diskutieren Iris Radisch und Adam Soboczynski über einen der besten deutschsprachigen Romane des Herbstes. Nämlich Katerina Poladjans kurzer, aber ungeheuer dichter Roman "Goldstrand". Eine junge Frau geht 1922 auf der Überfahrt von Odessa nach Konstantinopel über Bord und begründet damit ein familiäres Trauma von Verlust und Verlorenheit, das sich in ihrer Familie durch viele Generationen und viele Länder ziehen wird. Zudem sprechen wir über das neue Werk des irischen Altmeisters John Banville mit dem Titel "Schatten der Gondeln" – ein Krimi und Schauerroman um einen Londoner Schriftsteller und seine eigentlich schwerreiche, aber leider enterbte Gattin, die nach dem gewaltsamen ehelichen Sex im Winter 1899 spurlos in Venedig verschwindet. John Banville kombiniert routiniertes Storytelling mit gänzlich überraschenden Wendungen der Ereignisse. Es kommt immer alles ganz anders, als man denkt. Unser monatlicher Klassiker ist Virginia Woolfs Roman "Die Fahrt zum Leuchtturm" aus dem Jahr 1927. Hier tauchen wir tief ein in den herrlich chaotischen und bewegenden Bewusstseinsstrom einer englischen Familie, die Ferien macht und gerne eine Fahrt zum Leuchtturm unternehmen würde – ein Vorhaben, das erst ein Jahrzehnt später und ganz am Ende des legendären Romans zu einem glücklichen Ende kommt. Unser Zitat des Monats stammt aus dem neuen Erzählungsband von Harper Lee "Das Land der süßen Ewigkeit". Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected]. Literaturangaben: - Katerina Poladjan: Goldstrand. S. Fischer Verlag, gebunden, 160 Seiten, 22,00 Euro - John Banville: Schatten der Gondeln; aus dem Englischen von Elke Link; Ki&Wi Verlag, 384 Seiten, 25,00 Euro - Harper Lee: Das Land der süßen Ewigkeit; aus dem Amerikanischen von Nicole Seifert; Penguin Verlag, 208 Seiten, 25,00 Euro - Virginia Woolf: Die Fahrt zum Leuchtturm, diverse Ausgaben [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Nov 15, 202540 min

Ep 54Mythos Precht, Mama Kebekus

Richard David Precht ist ein Bestseller-Garant, auch mit seinem neuen Buch "Angststillstand". In der neuen Sachbuchfolge von "Was liest du gerade?" diskutieren Maja Beckers und Alexander Cammann über seine Thesen zur Meinungsfreiheit und darüber, was hinter seiner Popularität steckt. Egal, was er schreibt: Warum wird er dafür immer von den einen gefeiert, von den anderen gehasst? Ähnlich populär wie Precht ist Carolin Kebekus, ob im Podcast, in ihrer Fernsehshow oder in ausgebuchten Hallen. Im vergangenen Jahr wurde der Comedystar Mutter, jetzt erscheint ihr Buch über diese Erfahrung: "8000 Arten, als Mutter zu versagen". Ist das genauso lustig wie ihre Auftritte? Und welche Botschaften hat sie sonst noch parat? In der Rubrik "Der erste Satz" geht es um ein Zitat von Annekathrin Kohout aus ihrem Buch "Hyperreaktiv". Die Kulturwissenschaftlerin erklärt die gravierenden Veränderungen für die demokratische Öffentlichkeit, die Diskussionen in sozialen Medien auslösen – und führt vor, mit welchen Methoden dort um Deutungsmacht gekämpft wird. Als Klassiker haben diesmal gleich 500 Klassikerinnen und Klassiker ihren Auftritt: Manfred Pfister hat in einem Prachtband über die "Englische Renaissance" lauter kluge, lustige und oft ziemlich aktuelle Texte über den Alltag und das Denken aus dem 16. und 17. Jahrhundert versammelt, erklärt und übersetzt. Vom Tabakverbot über Utopien, von Frauenbildern bis zu starken "Hamlet"-Stellen: Plötzlich rückt eine ferne Epoche ganz nah und zeigt, dass sie mehr als nur Shakespeare bedeutet. Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected]. Literaturangaben: - Annekathrin Kohout: Hyperreaktiv. Wie in sozialen Medien um Deutungsmacht gekämpft wird. 189 Seiten, Wagenbach, 18 Euro - Richard David Precht: Angststillstand. Warum die Meinungsfreiheit schwindet. 208 Seiten, Goldmann, 20 Euro - Carolin Kebekus: 8000 Arten, als Mutter zu versagen. 192 Seiten, Kiepenheuer & Witsch, 22 Euro - Manfred Pfister: Englische Renaissance. Shakespeare & Company, 478 Seiten, Galiani, 98 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Nov 1, 202556 min

Ep 53Die für immer geschlossene Bibliothek

In der neuen Folge unseres Literaturpodcasts "Was liest du gerade?" diskutieren Iris Radisch und Adam Soboczynski dieses Mal auf der Frankfurter Buchmesse über das neue Buch des frisch gekürten Literaturnobelpreisträgers László Krasznahorkai "Im Wahn der Anderen". Die Erzählungen des ungarischen Autors lassen uns tief eintauchen in den Bewusstseinsstrom seltsamer Sonderlinge, mal in den Kopf eines irrlichternden Ungeheuers, mal in den Kopf eines verrückten New Yorker Bibliothekars, der gerne eine Bibliothek eröffnen würde, in der die Bücher mit sich alleine bleiben und nie ausgeliehen werden können: eine für immer geschlossene Bibliothek. Der diesjährige Nobelpreisträger ist ein Meister im Bau grotesker Labyrinthe, in denen man sich lustvoll verlieren kann. Außerdem geht es um den neuen Roman "Meine Mutter" der Kölner Fotografin Bettina Flitner. Nach ihrem Erfolg mit dem Erinnerungsbuch "Meine Schwester" geht es jetzt um das Leben ihrer Mutter, die genauso wie die Schwester freiwillig aus dem Leben schied. Gibt es einen Fluch in dieser Familie? Die Erinnerung führt die Autorin zurück nach Schlesien, wo die Urgroßeltern einst ein Sanatorium betrieben. Das eindringliche Buch steht in einer Reihe von aktuellen Erinnerungsbüchern über das Leben und die Vertreibung deutscher Familien aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Unser Klassiker ist in dieser Podcastfolge das legendäre Mutterbuch "Wunschloses Unglück" aus dem Jahr 1972 von Peter Handke. In der Erzählung erinnert sich der Literaturnobelpreisträger des Jahres 2019 ebenfalls an seine Mutter, die sich 1971 das Leben nahm. Unser Zitat des Monats stammt aus dem Roman "Huris" des franko-algerischen Autors Kamel Daoud. Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected]. Literaturangaben: - László Krasznahorkai: Im Wahn der Anderen. Drei Erzählungen. Übersetzung Heike Flemming. Mit 34 farbigen Zeichnungen von Max Neumann. S. Fischer Verlag. - Bettina Flitner: Meine Mutter. Kiepenheuer & Witsch. - Kamel Daoud: Huris. Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. Matthes & Seitz. - Peter Handke: Wunschloses Unglück. Suhrkamp Verlag. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Oct 18, 202542 min

Ep 52Was bitte ist guter Geschmack?

Der Bücherherbst ist da, die Frankfurter Buchmesse steht bevor – und die Welt starrt immer noch auf den Nahen Osten, voller Mitleid, Verzweiflung oder einfach Ratlosigkeit. Die Journalistin Sarah Levy hat den Schock des 7. Oktober vor Ort erlebt: Sie ist 2019 von Deutschland nach Israel gezogen. Jetzt hat sie über ihre Erfahrungen dort im Alltag ihrer Familie ein Buch geschrieben, zwischen Ängsten und Hoffnungen: "Kein anderes Land" liefert diesmal den "ersten Satz", über den Maja Beckers und Alexander Cammann in der neuen Sachbuch-Folge von "Was liest Du gerade?" diskutieren. Geschmack ist etwas, was jeder von uns gerne hätte – und sehr viele bilden sich ein, ihn zu besitzen. Ulrich Raulff hat jetzt mit "Wie es euch gefällt" eine originelle Geschichte des Strebens nach gutem Geschmack geschrieben, von der Mode über Gärten zum Wein, von antiken Vorbildern, italienischem Stil, New Yorker Luxus und Pariser Glamour. Hilft das elegante Buch beim Kampf gegen die Geschmacklosigkeit? In die Tiefsee führt uns die Wissenschaftsjournalistin Laura Trethewey in ihrem Buch "Bis zum Grund der Welt": Denn anders als die Mondoberfläche kennen wir den Meeresboden bislang kaum, denn 70 Prozent von ihm sind noch nicht kartographiert. Seit einigen Jahren hat der Wettlauf in der Erfassung dieser verborgenen Welt begonnen – die Reporterin erzählt von ehrgeizigen Forschern und reichen Finanziers, vom Streben nach Gewinn und Erkenntnis. Der Klassiker stammt diesmal vom 2019 verstorbenen Kunsthistoriker Martin Warnke: 1985 hat er mit seinem Buch "Hofkünstler" die Sicht auf Maler und Bildhauer revolutioniert. Nicht der Markt brachte seit dem 18. Jahrhundert den Künstlern die Freiheit, sondern Warnke entdeckte sie schon lange zuvor: Die allmächtigen Herrscher und Päpste in der Renaissance sicherten ihren Meistern die Autonomie für geniale Meisterwerke. Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected]. Literaturangaben: - Sarah Levy: Kein anderes Land. Aufzeichnungen aus Israel. 336 Seiten, Rowohlt, 24 Euro. - Ulrich Raulff: Wie es euch gefällt. Eine Geschichte des Geschmacks. 480 Seiten, C.H. Beck, 36 Euro. - Laura Trethewey: Bis zum Grund der Welt. Das abenteuerliche Rennen um die Kartierung des Meeresbodens. Aus dem amerikanischen Englisch von Rudolf Mast, 364 Seiten, Mare, 28 Euro. - Martin Warnke: Hofkünstler. Zur Vorgeschichte des modernen Künstlers, 512 Seiten, Wagenbach, 42 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Oct 4, 20251h 2m

Ep 50Die Leiden der jungen Wahl

In der neuen Folge unseres Literaturpodcasts "Was liest du gerade?" diskutieren Iris Radisch und Adam Soboczynski über das neue Buch von Caroline Wahl und den Streit, der im deutschen Feuilleton und im Netz über die Bestsellerautorin ausgebrochen ist. Außerdem geht es um ein echtes Meisterwerk: Ian McEwans neuer Roman "Was wir wissen können". Es spielt in der Zukunft: Großbritannien ist ein Inselmeer, Hamburg und London sind nach einem Atomunfall untergegangen, Deutschland gehört zu Russland. Warum, fragen sich die jungen Leute im Jahr 2119, war die vergangene Zivilisation so bescheuert, einfach unterzugehen? Für sie sind wir nicht weniger beschränkt als die Menschen, die sich im Dreißigjährigen Krieg gegenseitig abgeschlachtet haben. Aber sie bewundern auch unsere Freiheit und unseren Luxus, denn ihre Lebenserwartung liegt nur noch bei 62 Jahren. Und leckeres Essen gibt es auch nicht mehr. Außerdem geht es um Dorothee Elmigers Roman "Die Holländerinnen", der es auf die Shortlist zum Deutschen Buchpreis geschafft hat. Eine Theatergruppe reist auf den Spuren eines echten Kriminalfalls durch Panama, wo im Jahr 2014 zwei Holländerinnen im Urwald verschwunden sind. Es wird eine Expedition ins "Herz der Finsternis", auch wenn es nur eine Kunstaktion ist, ein Reenactment. Die Autorin erzählt besonders kunstvoll und mit vielen literarischen und philosophischen Anspielungen von der Faszination des Menschen für das abgrundtief Entsetzliche. Unser Klassiker ist Goethes Longseller "Die Leiden des jungen Werther", das schönste und traurigste Buch über die erste ganz große Liebe eines jungen Mannes. Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected]. Literaturangaben: - Caroline Wahl: Die Assistentin. Roman. Rowohlt Verlag. 368 S., 24 Euro. - Ian McEwan: Was wir wissen können. Roman. Diogenes Verlag. Aus dem Englischen übersetzt von Bernhard Robben. 480 S., 28 Euro. - Dorothee Elminger: Die Holländerinnen. Roman. Hanser Verlag. 160 S., 23 Euro. - Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werther. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Sep 20, 202549 min

Ep 48Dein Körper, deine Klasse

Sie ist wieder da, nach elf Jahren und acht Millionen verkauften Büchern: Giulia Enders hat nach ihrem Weltbestseller Darm mit Charme ihr zweites Buch geschrieben. Hat Organisch wie ihr Erstling das Zeug zum Megaerfolg? Darüber diskutieren Maja Beckers und Alexander Cammann in der neuen Sachbuch-Folge von "Was liest du gerade?" Enders will den Leserinnen und Lesern Wissen über den menschlichen Körper vermitteln, den wir immer noch zu wenig kennen. Was daran ist die typische Enders-Mischung, was macht die 35-jährige Medizinerin diesmal anders? Seit einigen Jahren diskutieren wir wieder stärker über soziale Ungleichheit, Herkunft und ungerecht verteilte Lebenschancen. Da kommt der Philosoph Hanno Sauer mit seinem Buch Klasse. Die Entstehung von Oben und unten gerade richtig: Warum existieren Klassen überhaupt und wie erkennt man sie? Soll man sie abschaffen oder lieber nicht – und was ist an ihnen eigentlich so schlimm? Die Rubrik "Der erste Satz" dreht sich diesmal um ein Gefühl, das wir alle kennen: Nostalgie. Die britische Historikerin Agnes Arnold-Forster erkundet seine Geschichte im Laufe der Jahrhunderte als private und gesellschaftliche Emotion – mal als Warnung, mal als Verteidigung. Die Klassikerin ist diesmal Margaret Fuller: Die 1850 im Alter von nur 40 Jahren verstorbene amerikanische Essayistin, glänzende Literaturkritikerin und Reporterin gehört zu den bahnbrechenden Figuren des frühen Feminismus, vor allem mit ihrem Buch Frauen im 19. Jahrhundert. Jetzt kann man sie in dem Band Die Freiheit ist weiblich mit ihren besten Texten endlich auf Deutsch wiederentdecken. Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected]. Literaturangaben: - Agnes Arnold-Forster: "Nostalgie. Geschichte eines gefährlichen Gefühls". Aus dem Englischen von Christiane Burkhardt, 304 Seiten, Reclam, 28 Euro - Hanno Sauer: "Klasse. Die Entstehung von Oben und Unten". 368 Seiten, Piper, 26 Euro - Giulia Enders: "Organisch". Illustriert von Jill Enders, 338 Seiten, Ullstein, 24,99 Euro - Margaret Fuller: "Die Freiheit ist weiblich. Schriften zur Romantik und Revolution". Herausgegeben und aus dem Amerikanischen übersetzt von Lisa Kunze, 368 Seiten, Wallstein, 34 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Sep 6, 202543 min

Ep 47Wie viele Krankheiten hätten Sie denn gern?

Wir sprechen in dieser Ausgabe von „Was liest Du gerade?“ über den neuen Roman von Daniela Dröscher. Nach dem großen Erfolg ihres 2022 erschienenen Romans Lügen über meine Mutter hat sie nun den Roman Junge Frau mit Katze veröffentlicht. Die Literaturwissenschaftlerin Ela bereitet sich darin auf ihre Promotionsprüfung vor und ihr Körper spielt völlig verrückt. Sie leidet mit einem Mal an rätselhaften Symptomen und rätselhaften Diagnosen. Ärzte vermuten eine Katzenhaarallergie, ein Herzflimmern, eine Textilfarbenunverträglichkeit, eine Schilddrüsenunterfunktion und einiges mehr. Oder sind ihre Krankheiten psychosomatisch? In jedem Fall geht es ihr erst besser, als sie eine folgenreiche Entscheidung in ihrem Leben trifft. In Raphaela Edelbauers Roman Die echtere Wirklichkeit planen fünf „philosophische Terroristen“ einen Anschlag auf die Wiener Universität. Aus ihrer Sicht ist die Wissenschaft dafür verantwortlich, dass wir keinen Sinn mehr für die Wahrheit haben. Postmoderne Theorien hätten dafür gesorgt, dass wir Fake News konsumieren, dass wir desorientiert vor uns hin leben, und dass Trump und Orbán Wahlen gewinnen können. Die zumeist jungen Terroristen sind nur halb gut organisiert – aber sie schreiten dennoch zur Tat. Die echtere Wirklichkeit der 35-jährigen Schriftstellerin ist ein wilder Roman über die Verschwörungstheorien unserer Zeit und über die Sehnsucht, sie mit Gewalt zu bekämpfen. In unserem Klassiker beschäftigen wir uns mit einem Werk von Leo Perutz (1882-1957) – dem großen Unbekannten der österreichischen Literatur. Wer seinen Roman Der schwedische Reiter noch nicht gelesen hat, sollte dies dringend nachholen. Perutz entführt uns in das frühe 18. Jahrhundert, das von Gewalt und von Gespenstern geprägt ist. Hier tauschen zwei Männer ihre Identität: Ein Dieb wird zum Aristokraten, und ein Aristokrat zum Dieb. Und erst, indem sie nicht mehr das sind, was sie waren, finden sie in ihrem Leben einen Sinn – und die große Liebe. Und unser "Zitat des Monats" stammt aus dem Roman Besessenheit der französischen Nobelpreisträgerin Annie Ernaux. Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected]. Literaturangaben: - Daniela Dröscher: Junge Frau mit Katze. Roman. Kiepenheuer & Witsch. 320 S., 24 Euro. - Raphaela Edelbauer: Die echtere Wirklichkeit. Roman. Klett-Cotta. 448 S., 28 Euro. - Leo Perutz: Der schwedische Reiter. Roman. Dtv. 256 S., 13 Euro. - Annie Ernaux: Die Besessenheit. Suhrkamp Verlag. Aus dem Französischen übersetzt von Sonja Finck. 66 Seiten, 20 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Aug 23, 202544 min
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