
Der Fall Fonk: Als Kölns erster V-Mann einen Promi als Mörder überführen sollte
Wahre Verbrechen und spannende Kriminalfälle aus Köln und Umgebung
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Show Notes
Nach einem Streit zwischen zwei Geschäftsleuten verschwindet der Mann, der die Bilanzen prüfen soll. Eine Vermisstenmeldung bringt die Polizei nicht weiter. Einige Tage später wird der Mann tot am Rheinufer gefunden. Schnell gerät einer der Unternehmer unter Mordverdacht. Weil die Beweislage schwierig ist, setzt die Polizei einen ehemaligen Räuber als verdeckten Ermittler ein. Die Ermittlungen und die juristische Aufarbeitung gehören zu einem der spektakulärsten Kriminalfälle der Stadtgeschichte, aber auch der deutschen Rechtsgeschichte. Bis heute wird in der juristischen Fachliteratur über den Fall des Peter Anton Fonk diskutiert, der in einer neuen Folge von „True Crime Köln“ erzählt wird. Der Prozess gegen den prominenten Kölner Kaufmann wurde zu einem deutschlandweiten Medienereignis und schließlich zu einem Kräftemessen zwischen dem Kölner Gericht und dem preußischen König. Die Kölner hatten den Kaufmann in einem Indizienprozess zum Tode verurteilt. Der König ließ das Verfahren prüfen und kassierte das Urteil. Was wirklich im November des Jahres 1816 geschah, ist nie abschließend aufgeklärt worden. Spekulationen und Verschwörungstheorien machten in der Stadt die Runde: Hatten dem prominenten Mann gute Kontakte und Klüngel das Leben gerettet? Oder war er wirklich unschuldig? Der Journalist und Autor Georg Bönisch ist sich sicher, dass der König einem Unschuldigen das Leben gerettet hat. Der ehemalige Redakteur von „Spiegel“ und „Kölnische Rundschau“ ist zu Gast im Podcast-Studio des Kölner Stadt-Anzeiger und berichtet bei „True Crime Köln“ von seinen Recherchen. Für ihn ist der Fall auch der erste in der Kölner Polizeigeschichte, bei dem offiziell ein verdeckter Ermittler eingesetzt wurde. Auch um diesen Mann ranken sich Spekulationen und Geschichten: Rüdiger Hilgers gehörte zur gefürchteten Bande des legendären Räuberhauptmanns Mathias Weber, genannt „der Fetzer“, dem 180 Überfälle in nur acht Jahren zugeschrieben wurden. Während Weber nach seiner Festnahme hingerichtet wurde, kam Hilgers schnell wieder frei. Ein Gericht hatte ihn zuvor zu 16 Jahren Haft verurteilt. Im „Fall Fonk“ sollte Hilgers nicht nur Informationen für Ermittler sammeln, Kölns erster V-Mann handelte auch als „Agent Provocateur“, als er in einer Kneipe am Kümpchenshof einen mutmaßlichen Komplizen von Fonk aus der Reserve locken wollte.
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