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Der Dreifachmord von Overath

Der Dreifachmord von Overath

Wahre Verbrechen und spannende Kriminalfälle aus Köln und Umgebung

True Crime.Köln

October 17, 202539m 58s

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Show Notes

Wahre Verbrechen und spannende Kriminalfälle aus Köln und Umgebung

Nicht nur für den Ort im Bergischen war die grausame Tat ein Schock: Ein Neonazi, der in Köln für den Stadtrat kandidiert hatte, erschoss am Nachmittag des 7. Oktober 2003 einen Rechtsanwalt und seine Familie. Über das Motiv für die brutale Tat wurde nicht nur vor dem Kölner Landgericht während des Prozesses gegen den Täter und seine Freundin spekuliert. Die Debatte wirkt bis heute nach: Kann man die politische Gesinnung eines rechtsextremistischen Gewalttäters von seiner Tat trennen? Selbst dann, wenn er in seinem Geständnis ausdrücklich eine politische Motivation beschreibt? „True Crime Köln“ geht dieser Frage noch einmal nach. In der neuen Folge der Podcastreihe des Kölner Stadt-Anzeiger über wahre Verbrechen in Köln und der Region widerspricht der damalige Prozessberichterstatter Axel Spilcker sowohl NRW-Innenminister Herbert Reul wie auch dem ehemaligen Chef des Landeskriminalamtes Frank Hoever, der bereits 2019 davon sprach, dass das Verbrechen „überwiegend rechts motiviert“ gewesen sei. Das Gericht hatte das anders gesehen und Rache wie Habgier als Motiv gesehen. Spilcker glaubt, dass der Richter richtig entschieden hat. Die Debatten über eine mögliche Verharmlosung von rechtsextremer Gewalt hat die nordrhein-westfälische Landesregierung dazu gebracht, alte Fälle neu zu bewerten. Innenminister Herbert Reul (CDU) entschied nach einer Prüfung des Kölner Urteils, dass der Dreifachmord von Overath als politisch motiviertes Tötungsdelikt in den Statistiken des Landeskriminalamtes und des Ministeriums nachgemeldet werden muss. Neue Strukturen hätten es erlaubt, einen unvoreingenommenen Blick aus der heutigen Perspektive auf das Tatgeschehen einzunehmen, so das Innenministerium. Der Mörder hatte sich nach seiner Verhaftung zunächst in einem Brief an den Kölner Stadt-Anzeiger und später auch vor Gericht als Vorkämpfer einer revolutionären Bewegung beschrieben. Eine große Untergrundarmee warte auf einen Startschuss, um loszuschlagen. Sein Anwalt sprach davon, dass Anschläge auf Menschen jüdischen Glaubens geplant seien und verlangte, dass der Prozess vom Kölner Landgericht zur Düsseldorfer Staatsschutzkammer verlegt werden müsse.

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