
Warum die Bibel nichts gegen Homosexualität sagt
radio klassik Stephansdom - kurz & knackig
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Show Notes
„Natürlich sind heterosexuelle Beziehungen zur Zeugung von Nachkommen der Plan Gottes. So steht das in der Bibel, und so machen das auch die allermeisten Menschen.“ Aber, sagt der Bibelwissenschaftler der Universität Mainz Thomas Hieke, es stehe nicht in der Bibel, dass dies der einzige Plan Gottes mit dem Phänomen menschlicher Sexualität sei. Thomas Hieke macht auf die Besonderheit moderner Partnerschaften aufmerksam: „Das heutige Konzept von Homosexualität als eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft auf Augenhöhe mit gegenseitiger Verantwortlichkeit und Wertschätzung kennt die Bibel nicht – wie sie im Übrigen auch nicht heutige Vorstellungen einer monogamen heterosexuellen Ehe kennt.“
Segensverweigerung – eine Entwürdigung
Warum aber sollte man gleichgeschlechtlichen Paaren den Segen verweigern, wie es kürzlich aus der Glaubenskongregation verlautbart wurde? Dazu sagt der Mainzer Bibelwissenschaftler: „Selbst wenn gewisse Kreise glauben bestimmte Personen nicht segnen zu können bzw. zu dürfen, heißt das noch lange nicht, dass sich Gott an diese Interpretationen anschließt und ebenfalls den Segen verweigert.“ Letztlich können Menschen andere nicht von Gottes Segen fernhalten. Das Problem liege vielmehr auf der zwischenmenschlichen Seite, betont Thomas Hieke: „Die Verweigerung des Segenszeichens ist eine subtile und daher umso gravierendere Entwürdigung der Ausgeschlossenen.“
Eine „Achtung Bibel!“-Spezialsendung von Stefanie Jeller.
Mittwoch, 31. März 2021, 17.30-17.55 Uhr
BUCHTIPP
Thomas Hieke und Konrad Huber
Bibel falsch verstanden. Hartnäckige Fehldeutungen biblischer Texte erklärt.
Verlag Bibelwerk