
Österreich - die ganze Geschichte
ORF III
Show overview
Österreich - die ganze Geschichte has been publishing since 2023, and across the 3 years since has built a catalogue of 124 episodes. That works out to roughly 50 hours of audio in total. Releases follow a weekly cadence.
Episodes typically run twenty to thirty-five minutes — most land between 20 min and 29 min — though episode length varies meaningfully from one episode to the next. None of the episodes are flagged explicit by the publisher. It is catalogued as a DE-AT-language History show.
The show is actively publishing — the most recent episode landed 1 weeks ago, with 18 episodes already out so far this year. The busiest year was 2025, with 52 episodes published. Published by ORF III.
From the publisher
Der Podcast zur großen History-Dokureihe von ORF III. Eine Spurensuche nach den großen Themen von heute in unserer Geschichte. Die namhaftesten Historikerinnen und Historiker des Landes stehen Mariella Gittler Rede und Antwort über gegenwartsrelevante Themenkomplexe wie „Klima und Umwelt“, „Gesellschaft und Frauen“, „Ernährung und Gesundheit“, „Migration und Minderheiten“, „Demokratie und Menschenrechte“ u.v.m.
Latest Episodes
View all 124 episodesKaiser, Kanzleien und Konsuln – Die ersten Schritte der Habsburger Diplomatie
Der Streit um die Seelen
Vom Kalifat nach Kärnten
Das Gold des Khans
Ein Ring aus Oberösterreich führt mitten hinein in die großen Machtkämpfe des 7. Jahrhunderts: In seinem Inneren steckt eine byzantinische Goldmünze aus dem Jahr 626 – geprägt in Konstantinopel und verknüpft mit einem dramatischen Wendepunkt der Geschichte. Während das Oströmische Reich gegen Perser und Awaren um sein Überleben kämpft, fließen enorme Goldmengen entlang der Donau bis nach Mitteleuropa. Der Fund aus Emling erzählt von Kriegern, Tributzahlungen und globalen Netzwerken – und davon, wie ein Schmuckstück zum Zeugnis eines frühen „Weltkriegs“ wird. Mariella Gittler unterhält sich darüber mit Historiker Johannes Preiser-Kapeller.
Pest, Gold und ein Kaiser
Eine Goldmünze aus Carnuntum erzählt von einer Welt im Umbruch: Obwohl das Weströmische Reich längst untergegangen ist, taucht im Jahr 542 plötzlich wieder ein römischer Kaiser in Österreich auf – zumindest auf einer Münze. Was zunächst wie ein archäologisches Detail wirkt, führt mitten hinein in globale Handelsnetzwerke und eine der größten Katastrophen der Antike: die justinianische Pest. Mariella Gittler unterhält sich darüber mit Historiker Johannes Preiser-Kapeller.
Alltag wie im Imperium
In dieser Folge von „Österreich – die ganze Geschichte“ begibt sich Moderatorin Mariela Gittler mit Historikerin Franziska Beutler auf Spurensuche im römischen Erbe Österreichs. Von unserem Alphabet und lateinischen Alltagswörtern über Monatsnamen und den Julianischen Kalender bis hin zu Straßenbau, Aquädukten, Kanalisation und revolutionärer Fußbodenheizung zeigen sie, wie stark die Antike unseren Alltag bis heute prägt. Auch Badekultur, Mietwohnbauten, Weinbau, Kulinarik und die Verbreitung des Christentums im Römischen Reich werden beleuchtet – und damit die Frage beantwortet, warum die Römer für Österreichs Geschichte noch immer von zentraler Bedeutung sind.
Unter unseren Füßen liegt Rom
Was ist vom römischen Österreich heute noch sichtbar? In diese Folge spricht Moderatorin Mariela Gittler mit Historikerin Franziska Beutler über die spektakulärsten Schauplätzen römischer Geschichte: vom weitläufigen Archäologiepark in Carnuntum mit rekonstruierten Häusern und funktionierender Fußbodenheizung über das monumentale Heidentor bis ins römische Wien, wo sich das Legionslager im heutigen Stadtplan noch immer ablesen lässt. Es geht um Hightech-Archäologie, spektakuläre Zufallsfunde – und darum, warum die Erde selbst oft der beste Denkmalschutz ist.
Machtspiele am Limes
Welche römischen Kaiser haben auf dem Gebiet des heutigen Österreich Geschichte geschrieben? In dieser Folge spricht Moderatorin Mariela Gittler mit Historikerin Franziska Beutler über Machtpolitik an der Donau: vom Philosophenkaiser Marcus Aurelius, der, während der Markomannenkriege Jahre in Carnuntum verbrachte und vielleicht sogar in Vindobona starb, über die spektakuläre Kaiserausrufung des Septimius Severus bis zur dramatischen Kaiserkonferenz unter Diocletian im Jahr 308. Österreich war dabei nicht Randgebiet, sondern Bühne großer Weltpolitik – mit Intrigen, Legenden und Entscheidungen, die das Römische Reich nachhaltig veränderten.
Rom erobert alles…auch Österreich
„753 – Rom schlüpft aus dem Ei“ heißt es, aber stimmt das eigentlich? Wie wurde aus einer kleinen Siedlung am Tiber ein Weltreich – und was hat das mit dem heutigen Österreich zu tun? In dieser Folge von „Österreich – die ganze Geschichte“ spricht Mariella Gittler mit der Althistorikerin Franziska Beutler über Aufstieg, Macht und Organisation des Römischen Reiches – von der sagenhaften Gründung durch Aeneas bis zur größten Ausdehnung unter Kaiser Trajan – und darüber, wie Rom den Donauraum militärisch, kulturell und sprachlich nachhaltig prägte.
Die Kelten zwischen Realität und Mythos
Die Kelten bildeten eine äußerst heterogene Bevölkerungsgruppe der Eisenzeit, deren Identität stark von stereotypen Fremdzuschreibungen griechischer und römischer Autoren geprägt ist. Ihre monarchisch geprägten Herrschaftsstrukturen sind etwa anhand von Grabfunden einst mächtiger Hallstattfürsten oder eindrucksvoller Grabhügel, wie jenem im niederösterreichischen Großmugl, bis heute nachvollziehbar. Thematisiert wird außerdem die rätselhafte Klasse der Druiden, über die unter anderem Cäsar berichtet, sowie Aspekte der keltischen Religiosität. Abschließend geht es um das Königreich Noricum, das erste nachweisbare Staatswesen auf heute österreichischem Gebiet und die Verdrängungsprozesse durch Römer und germanische Stämme, die der keltischen Kultur in Mitteleuropa ein Ende setzten. Mariella Gittler im Gespräch mit dem Archäologen und Altgeschichtler Dr. Franz Pieler.
Hotspots der Jungsteinzeit
Die Neolithische Revolution nimmt im Nahen Osten ihren Anfang und breitet sich später bis nach Mitteleuropa aus. Schafe, Ziegen und Rinder werden domestiziert und unsere Vorfahren sesshaft. Mit der Linearbandkeramik, sowie dem Einsatz neuer Werkzeuge wie Sternbeilen, findet eine tiefgreifende kulturelle Veränderung statt. Dabei geht es auch um die ersten Metallfunde und die frühe soziale Ungleichheit, die in dieser Epoche erstmals archäologisch greifbar wird. Der Archäologe und Altgeschichtler Dr. Franz Pieler spannt im Gespräch mit Mariella Gittler den Bogen von wichtigen Fundorten dieser Übergangszeit, wie den Pfahlbauten, Hallstatt oder den monumentalen Kalenderbauten und Grabanlagen in Niederösterreich, bis zu Ötzi, dem in unseren Breiten bis heute wohl prominentesten jungsteinzeitlichen Menschen.
Die ersten Österreicher
Die ersten Menschen, die in der Steinzeit im Gebiet des heutigen Österreich lebten, waren nomadische Jäger, deren hochmobiles Leben von Hunger, den wechselhaften Klimabedingungen der letzten Eiszeit und gefährlichen Begegnungen mit wilden Tieren geprägt war. Die Feuerstellen waren das Zentrum des sozialen Lebens in einer Zeit, über die wissenschaftliche Aussagen aufgrund der enormen historischen Distanz nur sehr schwer möglich sind. Der Archäologe und Altgeschichtler Dr. Franz Pieler erklärt im Gespräch mit Mariella Gittler außerdem, wie Bären- und Mammutjagden abliefen, welche Rolle vermutlich schamanische Praktiken in diesen kleinen Gruppen hatten und wie man sich die Begegnungen des modernen Menschen mit dem Neandertaler vorstellen kann. Außerdem wird mit den gängigen Mythen rund um die Venus von Willendorf aufgeräumt und das Leben von Menschen beschrieben, deren tägliches Überleben auf das Engste mit den Prozessen der Natur verknüpft war.
Das 1x1 der Steinzeitarchäologie
Wer waren die ersten Bewohner des heutigen Österreich und mit welchen Herausforderungen hatten sie zu kämpfen? Mariella Gittler spricht mit dem Archäologen und Urgeschichtler Dr. Franz Pieler über seinen Beruf und die neuesten Erkenntnisse der prähistorischen Forschung. Wir erfahren, welche Methoden in der Archäologie heute zur Anwendung kommen und was uns alte Werkzeuge, Siedlungsspuren und Statuetten wie die weltberühmte Venus von Willendorf über das harte Leben unserer frühesten Vorfahren erzählen können. Während der letzten Eiszeit sind die Bedingungen in Mitteleuropa extrem. Der Permafrostboden kann die Menschen kaum ernähren und zwingt die altsteinzeitlichen Mammutjäger, der unwirtlichen Natur ein risikoreiches und hochmobiles Leben abzutrotzen.
Vom Frieden und dem Wert des Menschen
Dr. Heinz Fischer, Bundespräsident a.D., spricht mit Mariella Gittler über die gegenwärtigen Herausforderungen und mögliche Zukunftsszenarien für Österreich. Fischer betont die Vorteile von Demokratie, Neutralität und Investitionen in Bildung und Forschung als stabile Grundlagen für die Zukunft und Sicherheit des Landes. Ein zentrales Thema ist sein lebenslanges Eintreten für den Frieden nach den traumatischen Kriegserfahrungen, die seine eigene Kindheit geprägt haben. Erfolgreiche Friedenspolitik ist heute angesichts neuer Waffentechnologien dringlicher denn je. Gleichzeitig spricht er über die Verantwortung der jungen Generation, aktiv an der Gestaltung einer sicheren und solidarischen Zukunft mitzuwirken. Abschließend warnt er vor den Risiken neuer Technologien und plädiert dafür, ihre Entwicklung und Nutzung eng an ethische und demokratische Leitlinien zu binden. Mariella Gittler im Gespräch mit Dr. Heinz Fischer, Bundespräsident a.D.
Von der Ostöffnung zum EU-Beitritt
Mariella Gittler spricht mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Österreichs, Dr. Heinz Fischer, über die historischen Umwälzungen rund um den Fall des Eisernen Vorhangs 1989 und über persönliche Familiengeschichte aus Besatzungszeit und Ost-West-Konflikt. Fischer erinnert an die Angst seiner Mutter vor dem Übertreten der sowjetischen Demarkationslinien, frühe Besuche im Ostblock und an die Mauertoten, die den Kalten Krieg prägten. Ein Schwerpunkt liegt auf den Ereignissen des Jahres 1989 und dem dramatischen Wandel, der Europa damals erfasste. Der Fall des Eisernen Vorhangs wird als entscheidender Moment dargestellt, der Österreich den Weg zum EU-Beitritt öffnete. Abschließend geht es um das österreichische Beitrittsansuchen, die Volksabstimmung und die langfristige Position Österreichs in der EU.
Vom Opfermythos zur Restitution
Nur sehr schwerfällig und auch unter immer stärker werdendem internationalem Druck rückte die Zweite Republik letztlich von der bequemen Opferthese ab. Ausgangspunkt ist die internationale Kontroverse um Kurt Waldheim, die das Land zwang, sich mit seiner tatsächlichen Rolle in der NS-Zeit auseinanderzusetzen. Dadurch gewann die Anerkennung der österreichischen Mitschuld erstmals breiteren politischen und gesellschaftlichen Rückhalt. Das Gespräch Mariella Gittlers mit Heinz Fischer, Bundespräsident a.D., zeigt, welche moralischen, rechtlichen und diplomatischen Konsequenzen diese Neubewertung nach sich zog. Schließlich mündete der Prozess in konkrete Restitutionen und einen neuen Umgang mit der eigenen Vergangenheit, was Jörg Haider und seine FPÖ nicht daran hinderte, in den 1990er-Jahren einen bis dahin beispiellosen Höhenflug für das rechte Lager hinzulegen.
Stunde 0 der 2. Republik
Heinz Fischer spricht über seine Kindheit und Schulzeit während des Zweiten Weltkriegs sowie über die traumatischen Erfahrungen, die die unmittelbare Nachkriegszeit prägten. Er schildert die Unsicherheit, den Hunger und die Wohnungsnot jener Jahre und wie diese Bedingungen das Leben einer ganzen Generation bestimmten. Zugleich beschreibt er den Wiederaufbau des Landes, der jedoch oft um den Preis des kollektiven Verdrängens der eigenen Kriegsvergangenheit erfolgte. Die anfänglich konsequente Verurteilung von NS-Verbrechern geriet bald ins Stocken, als ein neuer nationaler Schulterschluss wichtiger erschien als die Aufarbeitung. In diesem Umfeld wurden auch Figuren wie Taras Borodajkewycz zu Symbolen für die ungelösten Konflikte der noch jungen Zweiten Republik. Mariella Gittler im Gespräch mit Dr. Heinz Fischer, Bundespräsident a.D.
Koloniales Österreich?
Der Mythos eines kolonial unbefleckten Österreichs bröckelt heute in Teilen der Geschichtsforschung. Neue Forschungsrichtungen untersuchen die Verstrickungen Österreichs in den Kolonialismus der vergangenen Jahrhunderte. Dabei geht es nicht nur um die vielfältige Involvierung in den überseeischen Kolonialismus anderer europäischer Mächte, sondern auch um Formen des Binnenkolonialismus in Europa – etwa in Bosnien. Sowohl in der Monarchie als auch in der Ersten Republik gab es Gruppierungen, die sich für die Schaffung eigener österreichischer Kolonien einsetzten, und während der Zeit des Austrofaschismus spielte Engelbert Dollfuß sogar konkret mit dem Gedanken, eine ehemals deutsche Kolonie zu übernehmen. Während der Besatzungszeit von 1945 bis 1955 ziehen österreichische Politiker Analogien zur Dekolonisierung weiter Teile des globalen Südens, während Österreich selbst weiterhin fremdbestimmt bleibt. Mariella Gittler im Gespräch mit der Zeithistorikerin Lucile Dreidemy.
Aktiv neutral
Am Anfang ist die Neutralität eine eher unbeliebte Bedingung zur Wiedererlangung der vollen Souveränität Österreichs im Jahr 1955. Doch bald freundet man sich mit dem Gedanken an, und die Neutralität wird sogar zu einem zentralen Identitätsbaustein der noch jungen Zweiten Republik. Militärisch neutral, aber politisch als liberale Demokratie Teil des Westens – so lautet lange das österreichische Erfolgsrezept. Besonders Bruno Kreisky steht für eine aktive, am internationalen Völkerrecht orientierte Außenpolitik – ein großer Spagat für ein neutrales Land. Die Nähe zur UNO führt auch zur Ansiedlung zahlreicher internationaler Organisationen in Österreich. Nach dem Zerfall des Ostblocks gibt es keinen zwingenden außenpolitischen Grund mehr für die Beibehaltung der österreichischen Neutralität – doch der Bevölkerung ist sie inzwischen als vermeintlicher Sicherheitsgarant ans Herz gewachsen. Mariella Gittler im Gespräch mit der Zeithistorikerin Lucile Dreidemy.
Kanzlerdiktatur oder doch Austrofaschismus?
Nach 1945 läuft die Aufarbeitung der vergangenen Jahre schleppend, und die Gräuel des Zweiten Weltkriegs und des NS-Terrors verstellen lange den Blick auf die Jahre der österreichischen Diktatur davor. Besonders die Frage, ob die Diktatur, die Österreich von 1933 bis 1938 prägte, als „faschistisch“ zu bezeichnen sei, löst in der Zweiten Republik eine kontroverse Debatte unter Fachleuten aus. Zeithistorikerin Lucile Dreidemy spricht sich im Gespräch mit Mariella Gittler für die Bezeichnung „Austrofaschismus“ aus und nennt ihre Gründe. Nach 1945 möchte man die Fehler der Ersten Republik nicht wiederholen und kehrt diese Zeit weitgehend unter den Teppich – noch bis zum Ende der 2000er-Jahre findet am Todestag Dollfußs eine feierliche Zeremonie im Bundeskanzleramt statt.