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News Plus Hintergründe

News Plus Hintergründe

103 episodes — Page 2 of 3

Klimahandel: Guten Flug (Folge 1)

Alles beginnt mit einer Idee, die fünf ETH-Studentinnen und Studenten reich machen wird: Umweltsünden gegen Geld zu kompensieren. Sie gründen das Schweizer Unternehmen «South Pole», heute weltweit grösster Player in einem Milliardenmarkt. Doch die Branche gerät ins Wanken. South Pole verkauft CO2-Zertifikate und hat globale Kompensationsprojekte ins Leben gerufen. In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach solchen Klimazertifikaten explodiert. Doch die Kritik an der Branche und South Pole wird lauter und lauter. Was kann uns die Geschichte des Schweizer Unternehmens über die grüne Wirtschaft lehren? Und über die Wege, der Klimakrise zu begegnen? __ (00:00) Eine visionäre Idee (06:38) Kyoto eröffnet neue Wege (10:35) Gründung von myClimate (15:10) Renat Heuberger, Mitgründer von South Pole (20:57) Goldrauschstimmung (25:20) F wie Finanzkrise (27:42) Nachricht aus Simbabwe (28:44) Impressum __ Hast du Feedback oder Fragen? Du erreichst uns via [email protected] __ Gesprächspartner:innen: - Renat Heuberger, CEO von South Pole - Patrick Hofstetter, Leiter Klima & Energie WWF - Corinne Moser, Mitgründerin Stiftung myClimate - Axel Michaelowa, Head of research "International Climate Policy" an der Universität Zürich __ Team: - Recherche: Julian Schmidli von SRF Data in Zusammenarbeit mit Tin Fischer und Kolleg:innen von «Die Zeit» und dem Recherche-Kollektiv «Follow the Money» - Host: Raphaël Günther - Produktion: Céline Raval - Sounddesign: Thomas Baumgartner

Jul 26, 202329 min

Neue Serie: Klimahandel (Trailer)

Eine visionäre Idee macht fünf ETH-Studis reich. Wir erzählen euch die turbulente Geschichte von South Pole, einem millardenschweren Schweizer Unternehmen, das CO2-Zertifikate verkauft. Geld, mit dem Emissionen kompensiert und dem Klima geholfen werden soll. Doch die Branche gerät ins Wanken. Die kritischen Stimmen werden lauter und lauter. Was kann uns die Geschichte über die grüne Wirtschaft lehren? Und über die Wege, dem Klimawandel zu begegnen?

Jul 21, 20230 min

Satanic Panic - im Teufelskreis: Das sagt Pro Mente Sana

Thomas Ihde ist als Präsident der unabhängigen Organisation «Pro Mente Sana» Anlaufstelle und Sprachrohr für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung. Er erklärt, was es aus seiner Sicht im Umgang mit der «Satanic Panic» in der Schweiz nun braucht. Der Experte und Psychiater spricht zudem über Tabuthemen in der psychiatrischen Behandlung in der Schweiz und dass es in diesem Umfeld wohl eine bessere Fehlerkultur bräuchte. __ Hast du Feedback oder Fragen? Du erreichst uns via [email protected] __ Gesprächspartner: - Thomas Ihde, Pro Mente Sana __ «Satanic Panic»: Verschwörungstheorie, bei der rituelle Gewalt verbunden mit Gedankenkontrolle (Mind-Control) ausgeübt werden soll. Bei ritueller Gewalt soll eine Gruppe von Tätern systematisch und über lange Zeit Menschen missbrauchen. Dabei würden sie Symbole und Rituale einsetzen, so die Theorie. Durch den Missbrauch sollen Persönlichkeitsanteile der Opfer abgespalten und durch die Täter programmiert werden. Wir konnten während unserer Recherche keinerlei Beweise dafür finden, dass es dies so gibt. __ Team: -Sonja Mühlemann (Recherche und Inhalt), Raphaël Günther (Host) und Céline Raval (Produzentin)

Jul 3, 202314 min

Satanic Panic - im Teufelskreis. Folge 3

Ein Netzwerk von Therapeutinnen und Therapeuten soll die «Satanic Panic» rund um rituelle Gewalt und Mind-Control in der Schweiz befeuern. Ein bekannter Psychiater gerät in den Fokus, der ein Vordenker der Verschwörungstheorie in der Schweiz sein soll. Wer ist Jan Gysi? In einem Untersuchungsbericht wurde er als «Spin Doctor» bezeichnet. Was erzählt die Frau, die sich bei uns gemeldet hat und bei ihm in Therapie war? In der dritten Folge von «Satanic Panic - im Teufelskreis» nähern wir uns einem Schweizer Netzwerk an, das die Verschwörungserzählung in der Schweiz verbreiten soll. __ (00:00) Intro (02:15) Besuch Vortrag Thomas Maier (04:14) Jan Gysi und der Verein für Opfersicherheit (15:36) Stefanie* über ihre Therapie (26:29) Therapeut:innen-Netzwerk (36:28) Fazit (38:46) Impressum __ Hast du Feedback oder Fragen? Du erreichst uns via [email protected] __ Gesprächspartner:innen: - Thomas Maier, Psychiater und damaliger ärztlicher Direktor der Psychiatrie St. Gallen Nord - Stefanie (Name geändert, Stimme nachgesprochen) __ «Satanic Panic»: Verschwörungstheorie, bei der rituelle Gewalt verbunden mit Gedankenkontrolle (Mind-Control) ausgeübt werden soll. Bei ritueller Gewalt soll eine Gruppe von Tätern systematisch und über lange Zeit Menschen missbrauchen. Dabei würden sie Symbole und Rituale einsetzen, so die Theorie. Durch den Missbrauch sollen Persönlichkeitsanteile der Opfer abgespalten und durch die Täter programmiert werden. Wir konnten während unserer Recherche keinerlei Beweise dafür finden, dass es dies so gibt. __ Team: - Recherche: Sonja Mühlemann - Host: Raphaël Günther - Produktion: Céline Raval & SRF Investigativ - Sounddesign: Thomas Baumgartner - Mitarbeit: Recherche & Archive SRF

Jun 28, 202339 min

Satanic Panic - im Teufelskreis. Folge 2

«Es ist ein Albtraum», sagt Gabriella Hagger. Kein Fall der «Satanic Panic» in der Schweiz ist so gut dokumentiert wie der ihrer Familie. Sie erzählt im Erfahrungsbericht, wie ihre Familie aufgrund der Verschwörungstheorie zerbrochen ist. Auf Basis von Erinnerungen, die in einer Therapie auftauchen. Ausserdem erklärt der forensische Psychiater Frank Urbaniok im Gespräch, wie er das Ausmass der «Satanic Panic» in der Schweiz beurteilt. __ (00:00) Intro (02:15) Erfahrungsbericht Gabriella Hagger (16:53) Erklärung: Dissoziative Identitätsstörung DIS (22:24) DIS und Mind-Control (23:46) Gespräch mit Frank Urbaniok, forensischer Psychiater (34:00) Gabriella Hagger leitet rechtliche Schritte ein __ Hast du Feedback oder Fragen? Du erreichst uns via [email protected] __ Gesprächspartner:innen: - Gabriella Hagger - Frank Urbaniok, forensischer Psychiater __ «Satanic Panic»: Verschwörungstheorie, bei der rituelle Gewalt verbunden mit Gedankenkontrolle (Mind-Control) ausgeübt werden soll. Bei ritueller Gewalt soll eine Gruppe von Tätern systematisch und über lange Zeit Menschen missbrauchen. Dabei würden sie Symbole und Rituale einsetzen, so die Theorie. Durch den Missbrauch sollen Persönlichkeitsanteile der Opfer abgespalten und durch die Täter programmiert werden. Wir konnten während unserer Recherche keinerlei Beweise dafür finden, dass es dies so gibt. __ Team: - Recherche: Sonja Mühlemann - Host: Raphaël Günther - Produktion: Céline Raval & SRF Investigativ - Sounddesign: Thomas Baumgartner - Mitarbeit: Recherche & Archive SRF __ Links: - SRF Rec

Jun 21, 202336 min

Satanic Panic - im Teufelskreis. Folge 1

Wie kann sich eine Verschwörungserzählung wie die «Satanic Panic» in der Schweiz verbreiten, für die es bis heute keine Beweise gibt? Welche Überzeugungen, Methoden und Netzwerke stecken dahinter? Der Besuch bei einem Seelsorger im Berner Oberland offenbart erste Antworten. Paul Veraguth ist überzeugt, dass es satanistisch-rituelle Gewalt und organisierte Täterkreise gibt, die die Gedanken ihrer Opfer programmieren. Doch die Verschwörungstheorie der «Satanic Panic» zieht noch grössere Kreise. __ (00:00) Intro (02:14) Besuch bei Seelsorger Paul Veraguth (05:14) Definition «Rituelle Gewalt» (18:07) Besuch bei Mira*, die von mutmasslichen Erinnerungen an rituelle Gewalt erzählt (28:12) Thomas Knecht, forensischer Psychiater (35:42) Vorschau auf die nächste Folge & Impressum __ Hast du Feedback oder Fragen? Du erreichst uns via [email protected] __ Gesprächspartner:innen: - Thomas Knecht, forensischer Psychiater - Paul Veraguth, Seelsorger - Mira (Name geändert) __ «Satanic Panic»: Verschwörungstheorie, bei der rituelle Gewalt verbunden mit Gedankenkontrolle (Mind-Control) ausgeübt werden soll. Bei ritueller Gewalt soll eine Gruppe von Tätern systematisch und über lange Zeit Menschen missbrauchen. Dabei würden sie Symbole und Rituale einsetzen, so die Theorie. Durch den Missbrauch sollen Persönlichkeitsanteile der Opfer abgespalten und durch die Täter programmiert werden. Wir konnten während unserer Recherche keinerlei Beweise dafür finden, dass es dies so gibt. __ Team: - Recherche: Sonja Mühlemann - Host: Raphaël Günther - Produktion: Céline Raval & SRF Investigativ - Sounddesign: Thomas Baumgartner - Mitarbeit: Recherche & Archive SRF __ Links: - SRF REC

Jun 14, 202337 min

Satanic Panic - im Teufelskreis (TRAILER)

Eine Verschwörungserzählung hat sich in der Schweiz verbreitet. Es geht um Erinnerungen an Gewalt und Missbrauch, Satanismus und fragwürdige Psychotherapien. Was für Überzeugungen stecken dahinter? Und warum ist die Verschwörungserzählung scheinbar nicht aufzuhalten? Die neue Serie von «News Plus Hintergründe» erscheint ab nächster Woche in diesem Kanal. Produziert von Sonja Mühlemann, Raphaël Günther, Céline Raval, Thomas Baumgartner und SRF Investigativ.

Jun 7, 20230 min

Der Fall Antepay: Glücksspiel-König vom Bodensee (4)

Neue Hinweise führen in die Ostschweiz und zu einem Mann, der den Journalisten bisher noch nicht aufgefallen ist. Welche Rolle spielt er im Konstrukt rund um Antepay? Und was hat er mit den Glücksspielseiten, die in der Schweiz illegal sind, am Hut? Die Geschichte nimmt nochmals neue Dimensionen an. Der Fall Antepay: Die Podcastserie zu einem Milieu, das Vielen so wohl nicht bekannt ist. Es geht um Online-Glücksspiel in der Schweiz und die Konstrukte dahinter. Mail: [email protected] Redaktion & Produktion: Christian Zeier, Raphaël Günther, Fiona Endres und Céline Raval

Mar 29, 202326 min

Single in Europa: Bonus-Interview mit Livia Leu

Wo steht die Schweiz im Verhältnis zur EU? Chefunterhändlerin Livia Leu führt Sondierungsgespräche mit der EU um auszuloten, ob und inwiefern es Spielraum für neue Verhandlungen gibt. Am 11. November geht es in die nächste Runde. Der ehemalige EU-Korrespondent und Bundeshausredaktor Oliver Washington fühlt Livia Leu auf den Zahn. Wird es zu einer Einigung mit der EU kommen? Die Podcastserie «Single in Europa» beleuchtet die Geschichte der Beziehung Schweiz-EU - eine Geschichte mit viel politischem Zündstoff.

Nov 4, 202215 min

Der Fall Antepay 3: Der Boss

Wer betreibt die illegalen Glücksspielseiten, auf denen mit Antepay bezahlt wurde? Wir treffen einen Informanten, der für die Organisation gearbeitet hat und kommen dem mutmasslichen Drahtzieher auf die Spur. Dem Mann, der laut einem Infomanten mit Glücksspielseiten ein Vermögen verdient haben soll. Die Recherche über eine scheinbar harmlose Bezahlkarte führt in ein Milieu, das vielen so wohl kaum bekannt ist. Es geht um illegales Glücksspiel in der Schweiz. Die Journalisten Christian Zeier und Raphaël Günther nähern sich einem kriminellen Netzwerk an und suchen nach dem Big Boss hinter dem System. Redaktion: Christian Zeier, Raphaël Günther, Fiona Endres und Céline Raval Sounddesign: Thomas Baumgartner Mail: [email protected]

Oct 25, 202219 min

Der Fall Antepay 2: Der FC Zürich

Das Besitzerpaar Canepa lächelt in die Kameras, als der neue Hauptsponsor des FCZ vor drei Jahren präsentiert wird. Wie kam es, dass Antepay zum Hauptsponsor wurde? Eine Bezahlkarte, die wohl vor allem für illegales Glücksspiel verwendet wurde? Was sagt FCZ-Präsident Ancillo Canepa dazu? Die Recherche über eine scheinbar harmlose Bezahlkarte führt in ein Milieu, das vielen so wohl kaum bekannt ist. Es geht um illegales Glücksspiel in der Schweiz. Die Journalisten Christian Zeier und Raphaël Günther nähern sich einem kriminellen Netzwerk an und suchen nach dem Big Boss hinter dem System. Redaktion: Christian Zeier, Raphaël Günther, Fiona Endres und Céline Raval Sounddesign: Thomas Baumgartner Mail: [email protected]

Oct 24, 202226 min

Der Fall Antepay 1: Die Karte

Alles beginnt mit einer anonymen E-Mail. Von organisierter Kriminalität ist darin die Rede, von illegalem Glücksspiel und von der Bezahlkarte Antepay. Antepay taucht in der breiten Öffentlichkeit erstmals 2019 auf, als Trikotsponsor des FC Zürich. Was und wer steckt dahinter? Die Recherche über eine scheinbar harmlose Bezahlkarte führt in ein Milieu, das vielen so wohl kaum bekannt ist. Es geht um illegales Glücksspiel. Die Journalisten Christian Zeier und Raphaël Günther nähern sich einem kriminellen Netzwerk an und suchen nach dem Big Boss hinter dem System. Mail: [email protected] Redaktion: Christian Zeier, Raphaël Günther, Fiona Endres und Céline Raval Sounddesign: Thomas Baumgartner

Oct 23, 202225 min

Der Fall Antepay TRAILER

Der Schriftzug «Antepay» prangte auf den Trikots des Fussball Schweizermeisters FC Zürich. Antewas? Die Recherche über eine scheinbar harmlose Bezahlkarte führt in ein Milieu, das vielen so wohl kaum bekannt ist. Es geht um illegales Glücksspiel. Die Journalisten Christian Zeier und Raphaël Günther nähern sich einem kriminellen Netzwerk an und suchen nach dem Big Boss hinter dem System.

Oct 16, 20221 min

Single in Europa 4: Feld eins

Wie kommt es, dass der konservative Milliardär vom Zürichsee ein Loblied singt auf den Chef der Gewerkschaften? Und die FDP-Politikerin, einst jung und aufstrebend, politisch vereinsamt ist? Weil die Europa-Frage die Schweiz dauerhaft verändert hat. Der vorläufig letzte Akt im Beziehungsdrama. SVP-Patron Christoph Blocher behauptet: Wären die Gewerkschaften nicht gewesen, wäre die Übung mit dem Rahmenabkommen zwischen der Schweiz und der EU nicht so schnell abgebrochen worden. Das sei vor allem der «klaren Haltung» von Gewerkschaftsboss Pierre-Yves Maillard zu verdanken, einem «Praktiker», der im Kanton Waadt ein «guter Regierungspräsident» gewesen sei. Das sagt Blocher im Interview mit dem SRF-Bundeshausjournalisten Curdin Vincenz. Er und sein Kollege Oliver Washington haben für diese Podcast-Serie drei Jahrzehnte im Beziehungsdrama zwischen der Schweiz und der EU aufgearbeitet. In dieser letzten Episode der Serie ziehen sie Bilanz und fragen: Sind die Voraussetzungen da, damit es demnächst wieder zu einer Annäherung kommt? Die Gewerkschaften befürchten, dass eine engere Anbindung an die EU den Lohnschutz in der Schweiz untergraben werde. Sie misstrauen den Bürokraten in Brüssel und den Bürgerlichen im Schweizer Parlament, und darum sind sie zu keinen Kompromissen bereit. Und darum ist die SP, die in den Neunzigerjahren noch klar für den EU-Beitritt war, heute in der Europa-Frage so gespalten. Auch die FDP hat ihre Position in der Europa-Politik radikal verändert. Sie war einst die grosse Stütze im bürgerlichen Lager für eine Annäherung an die EU. Das Aushängeschild dieser Position war die Jung-Nationalrätin Christa Markwalder. Heute ist Markwalder in dieser Frage an den Rand der Partei gedrängt. Diese Verschiebungen in der Parteienlandschaft hat es darum gegeben, weil in der Bevölkerung ganz allgemein die Europa-Skepsis zugenommen hat. Das zeigt sich am krassesten bei den Jungen. Gemäss den Nachwahlbefragungen, die von Schweizer Unis alle vier Jahre gemacht wurden, waren in den Neunzigerjahren die 18- bis 34-jährigen die Altersgruppe, die sich am deutlichsten für einen Beitritt zur EU aussprach. Heute sind sie die Altersgruppe, die am deutlichsten dagegen ist. Das zeigen neue Zahlen, die die Online-Wahlhilfe-Plattform Smartvote für SRF ausgewertet hat (https://www.srf.ch/article/20205434). Wie wird es im Beziehungsdrama Schweiz - EU weitergehen? Wir können es nicht wissen. Der Zürcher SP-Politiker und Ex-Regierungsrat Markus Notter meint, eine erneute Annäherung werde es erst geben, wenn die Schweiz ihr Grund-Dilemma mit der EU gelöst habe: «Wir möchten dabei sein, ohne dazu zu gehören.» Schreibt uns auf [email protected] Das ist ein Podcast von SRF. Inhalt: Curdin Vincenz und Oliver Washington, Produktion: Marco Morell, Sounddesign: Mirjam Emmenegger und Franz Baumann, Musik: Jérôme Brunner, Mitarbeit: Recherche & Archive SRF

Oct 5, 202226 min

Single in Europa 3: Adieu

Wären die Schweiz und die EU zur Paartherapie gegangen, hätte die Diagnose so ausfallen können: Sie stritten über die unwesentlichen Dinge und sprachen nie über das Wesentliche, das sie trennt. Darum war der Bruch unvermeidlich. Wieso das so war, darum geht es in dieser Episode. Ehemalige Bundesräte hüten sich gewöhnlich davor, sich in aktuelle Geschäfte ihrer Nachfolgerinnen und Nachfolger einzumischen. Zum Bruch mit der EU, den der Bundesrat im Mai 2021 herbeigeführt hat, mögen aber einige von ihnen nicht mehr schweigen. Die beiden SRF-Bundeshausjournalisten Curdin Vincenz und Oliver Washington haben für diese Podcast-Serie mit vier Ex-Bundesräten und einer Ex-Bundesrätin Interviews geführt. Darin nehmen die Ex-Magistraten ungewohnt pointiert Stellung. Sie kritisieren vor allem, wie kampflos der Bundesrat das Rahmenabkommen mit der EU aufgegeben hat - ohne Abstimmung im Parlament, erst recht nicht mit einer im Volk. Und ohne Plan B. Und das alles, nachdem man acht Jahre lang miteinander verhandelt hatte. Dabei war man doch so gut unterwegs gewesen. Die Schweiz und die EU erlebten in den Nullerjahren eine Art Honeymoon. Gleich zwei Pakete an bilateralen Abkommen regelten die Beziehungen. Einzig ein Dach fehlte, das die verschiedenen Abkommen zusammenhält und schützt - indem es zum Beispiel regelt, was im Fall eines Streits geschehen soll. Der Bau eines solchen Dachs hatte gerade begonnen, als etwas völlig Unerwartetes geschah, am 9. Februar 2014. Das Schweizer Stimmvolk sagte Ja zur Masseneinwanderungsinitiative der SVP. Es war ein Protestvotum gegen den freien Personenverkehr mit der EU. Seither ist im Verhältnis zwischen Bern und Brüssel nichts mehr wie zuvor. Nach einer Phase der Funkstille begann man zwar zu verhandeln über ein so genanntes Rahmenabkommen. Doch es folgte ein Missverständnis aufs andere, und die Verhandlungen kamen nicht vom Fleck. Und eben, man sprach über Anmeldefristen für Handwerker und über abstrakte Dinge wie die Unionsbürgerrichtlinie, aber nicht über die Grundsatz-Frage, die einer Einigung im Weg stand: Wieviel Souveränität ist die Schweiz bereit preiszugeben, um dieselben Vorteile geniessen zu können wie die EU-Mitglieder? Schreibt uns auf [email protected] Das ist ein Podcast von SRF. Inhalt: Curdin Vincenz und Oliver Washington, Produktion: Marco Morell, Sounddesign: Mirjam Emmenegger und Franz Baumann, Musik: Jérôme Brunner, Mitarbeit: Recherche & Archive SRF Folge 4 unserer Serie kommt am Mittwoch 5.10.22

Sep 28, 202226 min

Single in Europa 2: Der Basar

Ein amtierender Schweizer Bundesrat, ganz allein auf geheimer Verhandlungsmission in Luxemburg. Unglaublich, aber wahr! Eine weitere Episode im Beziehungsdrama zwischen der Schweiz und der EU, in dem sich beide Seiten plötzlich auf ihre Stärken besinnen und miteinander reden. Wir verraten hier nur so viel: Der Bundesrat auf geheimer Mission hiess Moritz Leuenberger. Er wurde 1995 in die Landesregierung gewählt. Eine seiner neuen Aufgaben war, mit der EU eine Einigung im komplizierten Verkehrsdossier zu finden. Es galt nach dem Schock des Volks-Neins zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) vom 6. Dezember 1992 die Scherben im Verhältnis zur EU zu kitten. Das war noch schwieriger geworden, nachdem 1994 das Schweizer Stimmvolk ein weiteres Negativ-Signal nach Brüssel geschickt hatte, mit der Annahme der Alpeninitiative. Sie verlangte, dass der alpenquerende Gütertransitverkehr von der Strasse auf die Schiene verlagert werden müsse – ein No-Go aus Sicht der EU. Die beiden SRF-Bundeshausjournalisten Oliver Washington und Curdin Vincenz lassen in dieser vierteiligen Podcast-Serie das Beziehungsdrama der Schweiz und der EU Revue passieren. Sie haben mit vielen Ex-Bundesräten und einer Ex-Bundesrätin geredet und mit den Schlüsselfiguren von heute. Entstanden ist daraus ein Doku-Drama. Als der frisch gewählte Bundesrat Leuenberger 1995 das Verkehrsdossier übernahm, setzte er sich gleich selber an den Verhandlungstisch. Dort fühlte er sich zeitweise wie auf einem orientalischen Basar, wie er heute sagt. Und er nervte sich über das Heer von Beamten, das ihn stets umgab und argwöhnisch darauf achtete, dass er die Interessen der Schweiz nicht verkaufte. Schliesslich gelang aber der Durchbruch, und in der Beziehung der Schweiz zur EU begann der Honeymoon. Ein erstes Paket von bilateralen Abkommen kam unter Dach und Fach, wenige Jahre später folgte ein zweites. Jedes Mal sagte das Stimmvolk klar und deutlich Ja. Schreibt uns auf [email protected] Das ist ein Podcast von SRF. Inhalt: Curdin Vincenz und Oliver Washington, Produktion: Marco Morell, Sounddesign: Mirjam Emmenegger, Musik: Jérôme Brunner, Mitarbeit: Recherche & Archive SRF Folge 3 unserer Serie gibts ab Mittwoch 28.9.22

Sep 21, 202224 min

Single in Europa 1: Der Bauchentscheid

Die Schweiz und die EU – das ist wie in einer Beziehung, in der sich zwei Menschen auseinanderleben, bis sie sich nicht mehr verstehen. Dabei hatte alles so gut angefangen, mit einer Art Verlobungsantrag, damals im Mai 1992. Aus heutiger Sicht war es eher der Anfang eines langsamen Abschieds. Es sei ein «Bauchentscheid» gewesen, erinnert sich Arnold Koller. Der damalige Justizminister ist heute 89-jährig. Er war einer von drei Bundesräten, die damals Nein sagten zum Entscheid, in Brüssel ein Gesuch für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen einzureichen. Adolf Ogi, der damalige Verkehrsminister, war einer der vier, die dafür waren. Er findet noch heute: «Das war der richtige Entscheid.» Die beiden SRF-Bundeshausjournalisten Curdin Vincenz und Oliver Washington lassen in dieser vierteiligen Podcast-Serie das Beziehungsdrama der Schweiz und der EU Revue passieren. Sie haben mit vielen Ex-Bundesräten und einer Ex-Bundesrätin geredet und mit Schlüsselfiguren von heute. Die Mehrheit im Bundesrat fand damals, im Mai 1992: Verhandeln über einen Beitritt kann man ja mal. Der Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), über den das Schweizer Stimmvolk wenige Monate später abstimmte, sollte nur ein erster Schritt dazu sein. Heute wäre ein solcher Entscheid der Schweizer Regierung undenkbar. Aber damals befand man sich in einer Zeit, in der Europa neu geordnet wurde. Die Mauer in Berlin war zusammengebrochen, die Sowjetunion ebenso, und in Europa wurde der Grundstein gelegt für einen freien Binnenmarkt, der den ganzen Kontinent umspannte. Aus Sicht des Bundesrats galt es zu vermeiden, dass die Schweiz den Anschluss an diese rasanten historischen Umwälzungen verpasste. Die Mehrheit der Stimmbevölkerung sah das aber anders. Sie misstraute dem Bundesrat und fürchtete um die Eigenständigkeit des Landes. So kam es, dass Christoph Blocher mit seiner Kampagne gegen den EWR massiv Auftrieb erhielt und das Volk schliesslich am 6. Dezember 1992 mit hauchdünner Mehrheit Nein sagte zum EWR. Und so befanden sich die Schweiz und die EU in einer tiefen Beziehungskrise – nur ein halbes Jahr nach dem Verlobungsantrag. Schreibt uns auf [email protected] Das ist ein Podcast von SRF. Inhalt: Curdin Vincenz und Oliver Washington, Produktion: Marco Morell, Sounddesign: Mirjam Emmenegger, Musik: Jérôme Brunner, Mitarbeit: Recherche & Archive SRF Folge 2 unserer Serie gibts ab Mittwoch 21.9.22

Sep 14, 202231 min

Neue Serie: Single in Europa

Sep 13, 20221 min

«Willkommen in der Schweiz, Ukrainer:innen», 2: Die Überforderung

Die Schweizer Gemeinden waren auf die vielen Flüchtlinge aus der Ukraine nicht vorbereitet. Sie konnten nicht so schnell Personal aufbauen. Das Geld, das sie von Bund und Gemeinden erhalten, reicht nicht. Der Vizepräsident des Gemeindeverbandes, Jörg Kündig, sagt: Viele Gemeinden sind am Anschlag. Yelena und Yeva, die beiden Ukrainerinnen, die wir in Folge 1 kennengelernt haben, geht es seither nicht besser. Yeva hat nun Kontakt zu einem psychologischen Dienst, aber das Geld ist weiterhin knapp. Und Yelena will nur noch nach Hause, weil sie hier keine Arbeit findet und sich ihre Lage nicht verbessert. Sie kann sich eine Rückreise aber nicht leisten und bekommt auch keine Hilfe von der Gemeinde. Es deutet vieles darauf hin, dass es für eine grössere Zahl Ukrainerinnen und Ukrainer vorerst nicht besser wird. Denn die Gemeinden sind damit konfrontiert, dass immer mehr Flüchtlinge ankommen, sie aber die bereits angereisten nicht richtig unterstützen können. Sie rufen bei Kantonen und Bund um Hilfe. Doch von dort kommt, sagt Jörg Kündig, noch nicht viel. Das Staatssekretariat für Migration kündigt immerhin an, vom Parlament einen Nachtragskredit zu erhalten. Doch das Geld kommt frühestens im Herbst. Alles umsonst also? Der bekannte Migrationsforscher Professor Dominik Hangartner von der ETH Zürich sagt, dass die Schweiz noch etwas Zeit hat. Wenn es den Schweizer Behörden erst sei mit der Wilkommenskultur, dann könne man mit den nötigen Investitionen etwas erreichen. Integration koste am Anfang viel Geld, zahle sich dann aber langfristig aus. Hotspot ist ein Podcast von SRF. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Inhalt und Recherche: Simon Jäggi und Stefan Brand, Produktion: Philip Meyer und Céline Raval, Sounddesign: Thomas Baumgartner, Mitarbeit: Recherche & Archive SRF

Jul 6, 202223 min

«Willkommen in der Schweiz, Ukrainer:innen», 1: Das Versprechen

Die Schweiz machte ein grosses Versprechen. Die Ukrainerinnen und Ukrainer sollen hier rasch eine neue Heimat finden mit Sicherheit, Unterkunft und Arbeit. Doch jetzt zeigen sich Risse in der Willkommenskultur und die Frage taucht auf: Ist die Schweiz überfordert? «Willkommen in der Schweiz, Ukrainer:innen» haben die Schweizer Behörden ausgerufen. Bundesrätin Karin Keller-Sutter versprach, dass die Schweiz unbürokratisch helfen werde. Immer wieder wurde betont: Die vom Krieg Vertriebenen, die ukrainischen Flüchtlinge, sollen schnell Unterkunft, Betreuung und Sprachkurse erhalten. Sie sollen hier zur Ruhe kommen und, wenn sie länger hierbleiben müssen, für sich selbst sorgen können. Doch nun zeigt sich: Das grosse Ziel könnte verfehlt werden. Denn die Hilfe kommt bei vielen Ukrainerinnen und Ukrainern nicht an. Sie profitieren nicht vom Schutzstatus S, der erstmals ausgerufen wurde; der ihnen mehr Möglichkeiten bieten sollte als anderen Flüchtlingen. Wir treffen bei unseren Recherchen Yelena und Yeva – bei einer Essensausgabe der Caritas, zusammen mit vielen anderen ukrainischen Frauen. Die beiden haben zu wenig Geld zum Leben. Sie erhalten von der Gemeinde Thal 375 Franken pro Person und Monat, sagen sie. Und sind praktisch auf sich selbst gestellt. Von der Gemeinde erhalten sie kaum Hilfe, kein Zugang zu Sprachkursen oder psychologische Betreuung. Keine Hilfe bei der Suche nach Arbeit. Sie möchten nur noch nach Hause – in ein kriegsversehrtes Land. Aber auch eine Rückkehr können sie sich nicht leisten. Warum die Hilfe bei den beiden Ukrainerinnen nicht ankommt, wollen wir von den Behörden wissen. Und erhalten keine Antwort. Wir erfahren im Verlaufe der Recherchen auch weshalb: Viele Gemeinden sind selbst überfordert von der Aufgabe. Sie rufen um Hilfe bei Kanton und Bund – und fühlen sich ungehört. Gleichzeitig steigt die Zahl der Ukrainerinnen und Ukrainer, die in der Schweiz ankommen, weiter stark an. Steuern wir auf ein grosses Problem zu wegen des Versprechens, das die Behörden in guter Absicht gegeben haben? Auf jeden Fall steigt die Zahl der Anfragen verzweifelter Ukrainerinnen und Ukrainer bei Inna Praxmarer von der Caritas Beratungsstelle Zürich weiter an. "Willkommen in der Schweiz Ukrainer:innen" - Folge 2: "Die Überforderung" folgt hier in diesem Kanal am 7. Juli 2022 Hotspot ist ein Podcast von SRF. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Inhalt und Recherche: Simon Jäggi und Stefan Brand, Produktion: Philip Meyer, Sounddesign: Thomas Baumgartner, Mitarbeit: Recherche & Archive SRF

Jun 29, 202223 min

Der Krieg und wir, 3: China vergessen?

Eine Lehre aus dem Ukraine-Krieg kann schon jetzt gezogen werden: Sich mit Tyrannen einzulassen, kann böse enden. Höchste Zeit darum, dass wir uns auch über unser Verhältnis zu China Gedanken machen. Dort stellt sich die Frage: Gibt es überhaupt Handlungsspielraum? China greift Taiwan an, die Insel vor dem chinesischen Festland, deren Unabhängigkeit Peking bestreitet. Für Mareike Ohlberg ist das kein unrealistisches Szenario. Sie ist China-Expertin beim German Marshall Fund, einer US-amerikanischen Denkfabrik. Was würde der Westen dann tun, Sanktionen ergreifen? Schon im Fall Russlands ist das eine recht zähe Angelegenheit. Zu gross ist die Abhängigkeit des Westens von russischen Energielieferungen. Im Fall von China wäre die Herausforderung um ein Vielfaches grösser. Ohne Werkbank in China, wäre manches westliche Unternehmen verloren. Für Mareike Ohlberg ist es darum höchste Zeit, dass sich der Westen aus seiner Abhängigkeit von China zu lösen beginnt. Einfach so den Stecker zu ziehen, das gehe allerdings nicht, warnt Felix Sutter, der Chef der schweizerisch-chinesischen Handelskammer. Eine solche wirtschaftliche Entflechtung brauche Zeit, sonst sei der wirtschaftliche Schaden zu gross. Hotspot ist ein Podcast von SRF. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Inhalt und Recherche: Raphaël Günther und Marco Morell, Produktion: Marco Morell, Sounddesign: Chris Weber, Musik: Jérôme Brunner, Mitarbeit: Recherche & Archive SRF

Jun 15, 202214 min

Der Krieg und wir, 2: Pazifismus am Ende?

Eine Welt ohne Krieg und Waffen. Dieses Ideal ist für die Pazifistin Vanessa Bieri in weite Ferne gerückt. Wladimir Putin hat den Krieg wieder nach Europa gebracht, mit seinem Angriffsbefehl auf die Ukraine. Ist der Pazifismus damit am Ende oder gibt es eine gewaltlose Antwort auf den Krieg? Wenn einem Volk das passiert, was den Ukrainerinnen und Ukrainern am 24. Februar passiert ist, nämlich dass man von seinem Nachbarn brutal überfallen wird, dann ist auch für die GsoA-Aktivistin Vanessa Bieri klar: Sich einfach ergeben, ist keine Option. Da ist es legitim, sich zu verteidigen. Waffenlieferungen lehnt Bieri trotzdem ab. Und sie sagt, in Kriegszeiten sei es nicht einfach, eine pazifistische Haltung zu vertreten. Während Jahrhunderten prägte der Krieg die Geschichte der Menschheit. Für nichts gaben Regenten so viel Geld aus wie fürs Militär. Seit 1945 wird der Krieg von der Staatenwelt geächtet, und unter dem Dach der Vereinten Nationen herrscht eine Ordnung, in der das Recht Vorrang hat gegenüber militärischer Gewalt. Darum sei es jetzt nach Russlands Überfall auf die Ukraine so wichtig, dass die Staaten die «richtigen» Entscheide treffen, sagt der israelische Historiker Yuval Noah Harari in einem TED-Talk. Die westlichen Staaten haben den russischen Angriff auf die Ukraine einhellig verurteilt und gegen Putin und seine Gefolgsleute Sanktionen verhängt. Mit nicht-militärischen Mitteln versuchen sie den russischen Aggressor zu stoppen. Ob das gelingt, ist alles andere als sicher. In der politischen Anti-Putin-Front zeigen sich Risse. Aber es wäre die «richtige» Antwort: Wer sich stark fühlt und denkt, er könne einfach seinen Nachbarn überfallen, kommt damit nicht durch. Hotspot ist ein Podcast von SRF. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Inhalt und Recherche: Raphaël Günther und Marco Morell, Produktion: Marco Morell, Sounddesign: Luki Fretz, Musik: Jérôme Brunner, Mitarbeit: Recherche & Archive SRF

Jun 8, 202218 min

Der Krieg und wir, 1: Aufrüsten, aber wofür?

Der 24. Februar hat Vieles verändert. Der Panzergrenadier weiss jetzt, was der Ernstfall für ihn bedeutete. Der Zivildienstler ist am Zweifeln, ob es wirklich keine Armee mehr brauche. Wie genau hat sich mit dem russischen Überfall auf die Ukraine die Bedrohungslage der Schweiz verändert? Aufrüsten! Mehr Waffen! Das ist für viele Regierungen der Welt das Gebot der Stunde. Der russische Präsident Wladimir Putin hat mit seinem Befehl zum militärischen Angriff auf die Ukraine die Illusion des «ewigen Friedens» in Europa jäh beendet. Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz spricht von einer «Zeitenwende» und begründet damit ein massives Aufrüstungsprogramm. Finnland und Schweden haben den Antrag gestellt, Mitglied im westlichen Verteidigungsbündnis Nato zu werden. Auch in der Schweiz ist für die bürgerliche Mehrheit im Parlament klar: Wir brauchen wieder eine starke Armee. Dagegen hat Georg Häsler, Journalist bei der NZZ und Oberst im Heeresstab der Armee, grundsätzlich nichts einzuwenden. Er findet aber, die Aufrüstung müsse genau abgestimmt werden mit den europäischen Partnern. Die Zeiten seien vorbei, da die Schweiz im Glauben leben konnte, sich allein gegen einen Feind vom Kaliber Russlands verteidigen zu können. Und ein zweiter Punkt ist Häsler wichtig: Der Krieg in der Ukraine darf nicht andere Bedrohungen aus unserem Bewusstsein verdrängen. Den Klimawandel zum Beispiel. Für den obersten Risikoanalysten im Bundesamt für Bevölkerungsschutz, Stefan Brem, sind das die Top-3-Gefahren für die Schweiz: Strommangel, Pandemie und Ausfall des Mobilfunknetzes. Alles Risiken also, die mit nicht-militärischen Mitteln kontrolliert werden müssen. Mit dem Krieg in der Ukraine ist laut Brem das Risiko von Engpässen in der Energieversorgung noch grösser geworden. Hotspot ist ein Podcast von SRF. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Inhalt und Recherche: Raphaël Günther und Marco Morell, Produktion: Marco Morell, Sounddesign: Luki Fretz, Musik: Jérôme Brunner, Mitarbeit: Recherche & Archive SRF

Jun 1, 202216 min

Liebesgrüsse aus Lugano: Putins Spur in die Schweiz, Teil 2

In der Villa am Luganersee haben wir die angebliche Geliebte des russischen Präsidenten nicht gefunden. Aber es gibt noch weitere Spuren. Jedenfalls wenn man den Gerüchten glaubt, die über Alina Kabajewa kursieren und die besagen, dass sie unbehelligt von jeglichen Sanktionen im Tessin leben soll. Eine dieser Spuren führt SRF-Investigativ-Reporterin Fiona Endres in die Privatklinik Sant‘Anna in Lugano. Eine noble und diskrete Adresse, an der schon der Nachwuchs anderer Prominenz das Licht der Welt erblickt hat. Dort soll die 38-jährige Geliebte von Wladimir Putin Zwillinge zur Welt gebracht haben. Wenn es stimmt, dass eine der wichtigsten Bezugspersonen des russischen Präsidenten im Tessin lebt, würde das die Schweizer Behörden in eine ungemütliche Lage bringen. Denn schon nach Beginn des russischen Angriffkriegs auf die Ukraine, als viele Staaten rasch harte Sanktionen gegen Russland verhängten, agierte der Bundesrat zögerlich. Auf unserer Spurensuche begegnen wir noch einer ganz anderen Geschichte. Den im Podcast genannten Artikel findet ihr hier:?https://www.swissinfo.ch/ger/youssef-nada-war-on-terror_jahre-des-zorns/47042494 Dies ist ein Podcast von Hotspot und SRF Investigativ. Habt Ihr einen Recherche-Hinweis für uns? Dann schreibt uns auf [email protected] Inhalt und Recherche: Fiona Endres und Roger Aebli, Produktion und Storytelling: Marco Morell, Jonathan Sippel und Nina Blaser, Technik und Gestaltung: Thomas Baumgartner, Musikauswahl: Jérôme Brunner

Apr 28, 202223 min

Liebesgrüsse aus Lugano: Putins Spur in die Schweiz, Teil 1

Die Geliebte des russischen Präsidenten soll in einer Villa in Lugano leben – unbehelligt von irgendwelchen Sanktionen. Dieses Gerücht hat ein Promi-Blog in den USA in die Welt gesetzt. Ist das so? Wir machen uns auf die Suche. Wer zu Putins Freunden zählt, für den oder die ist das Leben schwierig geworden ausserhalb der Grenzen Russlands. Denn nach dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 haben viele Staaten Sanktionen verhängt gegen alle, die in enger Verbindung stehen zum Kreml. Bisher nicht auf den Sanktionslisten aufgetaucht ist die 38-jährige angebliche Geliebte des 69-jährigen russischen Autokraten. Alina Kabajewa heisst sie. Einst war sie eine erfolgreiche russische Sportlerin. Ihre Disziplin war die rhythmische Sportgymnastik. Offiziell tritt Kabajewa nie als Präsidentengattin auf. Darum kursieren auch so viele Gerüchte. Zum Beispiel eben, dass Kabajewa in Lugano lebe. Dort nimmt SRF-Investigativ-Reporterin Fiona Endres die Spurensuche auf. Zusammen mit Roger Aebli berichtet sie darüber in diesem Podcast von Hotspot und SRF Investigativ. Habt Ihr einen Recherche-Hinweis für uns? Dann schreibt uns auf [email protected] Inhalt und Recherche: Fiona Endres und Roger Aebli Produktion und Storytelling: Marco Morell, Jonathan Sippel und Nina Blaser Technik und Gestaltung: Thomas Baumgartner Musikauswahl: Jérôme Brunner

Apr 27, 202219 min

Im Reich Orbans, 3: Die Ohnmacht der Gegner

Wer sich Viktor Orban in den Weg gestellt hat, ist gescheitert. Das galt bisher für seine politischen Gegner in Ungarn, wie auch für die Europäische Union. Selbst wenn er jetzt die Wahlen verlieren sollte, wird ein Teil des «Systems Orban» weiterbestehen. Gibt es jemanden, der Orban stoppen kann? Peter Marki-Zay hofft auf den Bonus des Unverbrauchten und will damit bei den Parlamentswahlen vom 3. April 2022 den Sieg einfahren. Er will denjenigen von der Macht drängen, den er einst bewundert hat: Regierungschef Viktor Orban. Marki-Zay ist der Kandidat, der aus dem politischen Nichts kam und jetzt an der Spitze steht eines breiten Parteienbündnisses von links bis rechts. Doch diese vermeintliche Stärke - die breite politische Basis - ist gleichzeitig auch Marki-Zays Schwachpunkt. Das findet SRF-Osteuropakorrespondent Roman Fillinger, der den ungarischen Präsidentschaftskandidaten in Budapest getroffen hat. Denn zu Marki-Zays Bündnis gehören auch die Sozialisten, die vor Orban regierten. Und die haben noch heute den Ruf, korrupt und unfähig zu sein. Orban versteht es meisterhaft, die Stärken seiner Gegner zu seinem Vorteil zu nutzen. Das gilt auch für seinen aussenpolitischen Hauptfeind, die Europäische Union. Diese will ihn dafür bestrafen, dass er sich dauernd über EU-Regeln hinwegsetzt. Er aber inszeniert sich damit gegenüber den eigenen Wählerinnen und Wählern als einer, der Ungarns Unabhängigkeit verteidigt. Das Ringen zwischen der EU und ihrem widerspenstigen Mitglied Ungarn wird darum höchst wahrscheinlich auch nach der Parlamentswahl weitergehen. «Orbans Mechanismen kriegt man nicht weg», sagt Katrin Barley, die Vizepräsidentin des EU-Parlaments im Gespräch mit SRF-Osteuropa-Korrespondentin Sarah Nowotny. In seinen zwölf Jahren an der Macht hat Orban das politische System dauerhaft zu seinen Gunsten umgebaut. Hotspot ist ein Podcast von SRF. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Inhalt: Sarah Nowotny und Roman Fillinger, Produktion: Marco Morell, Technik: Mirjam Emmenegger, Musik: Jérôme Brunner, Mitarbeit: Recherche & Archive SRF

Mar 23, 202225 min

Im Reich Orbans, 2: Der Zauberer der Macht

Viktor Orban versteht es, sein Publikum in den Bann zu ziehen. Während der Wende von 1989 wurde er zum Vorkämpfer für die Freiheit. Heute indes ist Ungarn ein autoritärer Staat, in dem eine Minderheit das Sagen hat und eine noch kleinere Minderheit schamlos profitiert. Wie hat Orban das geschafft? Zsuszanna Szelényi gehörte auch zu denen, die Viktor Orban bewunderten. «Er hatte Charme, war angenehm», sagt sie. «Wir sind ihm gerne gefolgt.» Noch vor dem Fall des Eisernen Vorhangs erhob Orban mutig gegen die kommunistische Diktatur das Wort. Mit dem Versprechen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Korruption zu bekämpfen, kam er vor zwölf Jahren an die Macht. Inzwischen ist der Zauber längst verflogen. Orban wird von den Medien auch «Puszta-Putin» genannt. Szelényi hat sich - wie viele andere Ungarinnen und Ungaren - von ihm abgewendet und wird ihm bei den Parlamentswahlen vom 3. April 2022 ihre Stimme nicht geben. Sarah Nowotny und Roman Fillinger, die für Radio SRF über Osteuropa berichten, zeigen in dieser zweiten Episode ihrer Podcast-Serie auf, wie sich Viktor Orban an der Macht gewandelt hat, vom liberalen Politiker zum autoritären Regierungschef. Wie er immer mehr nach rechts rückte und in Kauf nahm, dass ihm Anhängerinnen wie Zsuszanna Szelényi und viele andere den Rücken kehrten. Und wie er das Wahlrecht so änderte, dass ihm heute eine Minderheit der Stimmen genügt, um seine Vorstellungen umfassend durchzusetzen. Dazu passt, dass Orban abgeschottet lebt, fast nur noch mit Gleichgesinnten spricht – und seinem engsten Umfeld Reichtum und Privilegien zuschanzt. Hotspot ist ein Podcast von SRF. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Inhalt: Sarah Nowotny und Roman Fillinger, Produktion: Marco Morell, Technik: Mirjam Emmenegger, Musik: Jérôme Brunner, Mitarbeit: Recherche & Archive SRF

Mar 16, 202223 min

Im Reich Orbans, 1: Zwei Welten

Ungarn ist keine Diktatur. Niemand muss ins Gefängnis, weil er oder sie die Regierung kritisiert. Aber Ungarn ist auch keine funktionierende Demokratie mehr. Das System von Regierungschef Viktor Orban bevorzugt seine Freunde und lässt kaum Raum für Andersdenkende. Wie frei oder unfrei leben die Ungarinnen und Ungaren heute? Das wollten Sarah Nowotny und Roman Fillinger im Vorfeld der Parlamentswahlen vom 3. April 2022 herausfinden. Sie berichten beide für Radio SRF über die Länder Osteuropas. Der Punkmusiker Tamas Rupaszow gibt seine Antwort auf die Frage "frei oder unfrei?" mit einem Bild aus einem Kindermärchen. Die Regierung Orban sei wie ein Monster. Sie fresse alles, was sich ihr in den Weg stelle, kritische Geschäftsleute, kritische Medien, kritische Kulturschaffende, und das ohne jegliche Anwendung von Gewalt. Rupaszow hatte schon in den Achtzigerjahren Musik produziert, aus dem Untergrund heraus, unter der Herrschaft der Kommunisten. Dann kam der grosse Aufbruch von 1989. Die Ungarinnen und Ungaren erkämpften sich die Freiheit. Heute ist der "vorauseilende Gehorsam" zum Überlebensprinzip geworden: Man steht auf der Seite von Regierungschef Orban oder man hält den Mund. Sonst verliert man Geschäftskunden, Inserenten, Auftrittsgelegenheiten. In dieser ersten Episode der Podcast-Serie "Im Reich Orbans" kommen aber nicht nur die Verlierer des Systems zu Wort, sondern auch die Gewinner. Dazu gehören junge Eltern. Sie werden von der Regierung belohnt fürs Kinderkriegen, unter anderem mit billigen Hypotheken. Ab dem vierten Kind müssen Mütter nicht einmal mehr Einkommenssteuer bezahlen. Hotspot ist ein Podcast von SRF. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Inhalt: Sarah Nowotny und Roman Fillinger, Produktion: Marco Morell, Technik: Mirjam Emmenegger, Musik: Jérôme Brunner, Mitarbeit: Recherche & Archive SRF

Mar 9, 202225 min

Fall Pilatus 2: Auf der Spur der PC-12

Im Jahr 2012 verkauft die Flugzeugfirma Pilatus in Stans im Kanton Nidwalden zivile 18 PC-12 an die USA. Es sind diejenigen Flugzeuge, die letzten Sommer afghanische Bomber bei Luftangriffen begleiten und filmen. Die Pilatus-Flugzeuge werden in den USA von einer Rüstungsfirma mit modernster Technik ausgestattet. Und alles deutet darauf hin, dass die PC-12 bereits in Stans auf diesen Umbau ausgerichtet werden. Wie verläuft der Weg der Pilatus-Flugzeuge in den Afghanistan-Krieg? Und wo sind sie heute, nachdem die Taliban die Macht übernommen haben? Bereits beim Verkauf der Pilatus-Flugzeuge an die USA im Jahr 2012 werden Befürchtungen laut, die PC-12 landeten einmal im Krieg in Afghanistan. Es seien zivile Standardversionen ohne militärische Spezifikationen, beschwichtigen Bundesrat und Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Doch wie Bilder und Pläne zeigen, sind die Flugzeuge mit einer Heckklappe versehen. Diese braucht es für den Einbau der Kameras durch die Rüstungsfirma Sierra Nevada mit Sitz in Sparks in den USA. So werden die PC-12 modifiziert und gelangen später, mit weiteren technischen Geräten versehen, nach Kabul. Dass es dazu gekommen sei, dürfe niemanden überraschen, sagt Lukas Hafner von Amnesty International. Der afghanischen Armee dienen die Schweizer Flugzeuge, die sie von den USA erhält, im Krieg gegen die Taliban; denn die PC-12 seien zuverlässig, robust und unauffällig, sagt der österreichische Luftfahrt- und Militärexperte Georg Mader. Genau das, was es für einen solchen Einsatz brauche. Die afghanische Luftwaffe setzt die PC-12 in der Endphase des Kriegs denn auch intensiv als Begleitflugzeug bei Bombenangriffen ein. Doch im September übernehmen dann die Taliban die Macht. Die Piloten versuchen, die Pilatus-Flugzeuge in Sicherheit zu bringen. Eine aufwändige Suche mit Videos, Satellitenbildern und Flugdaten führt auf die Spuren der PC-12. Hotspot ist ein Podcast von SRF Inhalt: Ben Heubl und Andreas Schmid (SRF Investigativ), in Zusammenarbeit mit Lighthouse Reports Produktion und Story: Eliane Leiser Archivmaterial: SRF R+A Technik: Mirjam Emmenegger

Mar 2, 202220 min

Fall Pilatus 1: Das PC12-Flugzeug in Afghanistan

Mit einer Luftoffensive versucht die afghanische Armee im Sommer 2021 die Machtübernahme der Taliban doch noch zu verhindern. Die Streitkräfte fliegen in der Endphase des Afghanistan-Kriegs Angriff um Angriff. Nicht nur Talibankämpfer kommen dabei ums Leben, die Bomben töten auch Hunderte von Zivilpersonen. Bei den Luftattacken sind auch Pilatus-Flugzeuge aus der Schweiz im Einsatz. Welche Rolle spielen diese PC-12? Und wie kommt es, dass sie in einem Krieg im Einsatz sind? Der afghanischen Armee stehen im Kampf gegen die Taliban 18 Pilatus-Flugzeuge des Typs PC-12 zur Verfügung. Obwohl aus der Schweiz laut Gesetz keine militärischen Güter in Kriegsgebiete exportiert werden dürfen, fliegen die Pilatus-Flieger bei Attacken mit. Die USA haben die PC-12 den Afghanen 2015 und 2016 überlassen. Die Pilatus-Flugzeuge sind mit Kameras und modernen Überwachungsgeräten versehen und begleiten Luftangriffe der afghanischen Kampfbomber. Die Kameras in den PC-12 filmen die Attacken, und mit den technischen Geräten kann die Besatzung Ziele auskundschaften. PC-12 sind auch dabei, als bei einem Luftangriff vom 15. Juli 2021 nicht nur Taliban, sondern auch unbeteiligte Zivilpersonen sterben. Das lässt sich mit einer akribischen Auswertung von offenen Datenquellen nachweisen, und Augenzeugen bestätigen es. Fatal sei die mangelnde Ausbildung der afghanischen Operatoren, die in den PC-12 dabei sind, sagt der amerikanische Experte Marc Garlasco, der früher für das US-Verteidigungsministerium tätig war. Statt mit dem Auskundschaften der Ziele zivile Opfer zu verhindern, ist laut Garlasco das Gegenteil passiert. Hotspot ist ein Podcast von SRF Inhalt: Ben Heubl und Andreas Schmid (SRF Investigativ) in Zusammenarbeit mit Lighthouse Reports Produktion und Story: Eliane Leiser Archivmaterial: SRF R+A Technik: Mirjam Emmenegger

Feb 23, 202222 min

Dark Social 3 - Die Hassmaschine

Die dritte Folge von «Dark Social» startet mit einer Warnung. Denn es geht um tausende von Gewaltfantasien und Drohungen auf Telegram. Deren Ziel: Politiker, Wissenschaftlerinnen, Journalisten. Und es stellt sich die Frage: Wie gewaltbereit sind die Massnahmengegner wirklich? Julian Schmidli und das Team von SRF Data haben sich dür die Reihe «Dark Social» von SRF Hotspot in Chat-Gruppen umgehört, wo Menschen ganz offen über die Ermordung von Bundesräten fantasieren. Die Mitglieder verabreden sich, um konkret den Umsturz zu planen. Oder wenigstens Aktionen, welche die Gesellschaft aufhorchen lassen sollen. Kaum jemand widerspricht, niemand unternimmt etwas dagegen. Die Gewaltdrohungen und Hassbotschaften werden von Telegram nicht gelöscht. Und die Behörden? Handeln nur in Einzelfällen. Telegram kooperiert nicht mit ihnen. Der Ton auf Telegram wird toxischer. Das lässt sich auch messen. SRF Data hat Daten analysiert und die Verantwortlichen identifiziert. Es ist eine kleine Minderheit von allen Telegram-Nutzer:innen, die sich in Gruppen wie «Widerstand Zürich» zusammenfinden. Und nur wenige Leute sind für die meisten Mitteilungen verantwortlich. Aber ihre Zahl wächst. Und sie werden lauter und wütender. Das hat mit Telegram zu tun – und mit der Impfkampagne. In der dritten Folge erklärt Julian zudem, wie sich neben anonymen Aufwieglern auch bekannte Rechtsextreme in diesen Gruppen bemerkbar machen und mithelfen, den Ton zu verschärfen. Er spricht mit dem Journalisten Fabian Eberhard, der seit langem in extremistischen Kreisen recherchiert, darüber, welche Auswirkungen diese «Hassmaschine» auf den gesellschaftlichen Diskurs hat. Am Ende stellt sich die Frage: Was kann die Gesellschaft gegen die Radikalisierung auf «Dark Social» tun? Dies ist die dritte und letzte Folge der Reihe «Dark Social» auf #srfhotspot. Folge 1 «Die SMS-Aktion» ist am 26.1. erschienen, Folge 2 «Telegram – Königin der Dunkelheit» am 2.2. Hotspot ist ein Podcast von SRF. Schreibt uns auf [email protected] Inhalt: Julian Schmidli, Lukas Frischknecht, Produktion: Philip Meyer, Technik: Belia Winnewisser und Mirjam Emmenegger

Feb 9, 202229 min

Dark Social 2: Telegram - Königin der Dunkelheit

Führt die Covid-Impfung bei Kindern zu starken Lungenschäden? Eine Telegram-Nachricht behauptet das. Doch sie ist falsch. Erfunden vom Videokünstler Sputim, als Experiment. Innert Kürze erreicht sie auf Telegram Hunderttausende. Niemand überprüft, niemand widerspricht. So funktioniert «Dark Social». Für Sputim, 34, aufgewachsen in Winterthur, war es eine Art Bubenstreich. Er wollte schauen, was passiert, wenn er auf Messenger-Programm Telegram Falschinformationen verbreitet. Und er war überrascht, wie einfach das ging. Telegram ist seit Beginn der Corona-Pandemie zum Tummelfeld geworden für Massnahmengegner und Anhängerinnen von Verschwörungserzählungen. Hier kommunizieren sie miteinander in geschlossenen Gruppen von teilweise 100'000 Nutzerinnen und Nutzern. Der grosse Vorteil gegenüber anderen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Youtube: Hier löscht niemand Inhalte, weil sie falsch sind. Alle können posten, was sie wollen. Wer hinter einer Nachricht steckt, kann im Dunkeln bleiben. Julian Schmidli und das Team von SRF Data haben sich mit einem falschen Profil in diese mediale Unterwelt geschlichen und sie mit der Taschenlampe ausgeleuchtet. Sie haben über 90 verschiedene Schweizer Telegram-Kanäle verfolgt und eine halbe Million Nachrichten ausgewertet. Was sie dabei entdeckt haben, das berichten sie in dieser zweiten Episode unserer Podcast-Serie. Hotspot ist ein Podcast von SRF. Schreibt uns auf [email protected] Inhalt: Julian Schmidli, Pascal Albisser, Produktion: Marco Morell, Technik: Belia Winnewisser und Björn Müller Die dritte und letzte Folge von «Dark Social» ist ab 9. Februar online.

Feb 2, 202225 min

Dark Social 1: Die SMS-Aktion

Es ist kurz vor einer Volksabstimmung. Hunderttausende erhalten ein SMS. Es enthält einen Link, und der führt auf eine Webseite voller Falschinformationen. Kosten der Aktion: fast keine. Absender: anonym. So einfach ist es heutzutage, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Dank «Dark Social». Die SMS-Aktion fand im Frühsommer 2021 statt, vor der ersten Abstimmung übers Covid-Gesetz. Das SMS führt auf die Webseite 13juni.ch. Diese ruft dazu auf, bei allen fünf Vorlagen Nein zu stimmen. Zum Covid-Gesetz ist da unter anderem zu lesen: «Der Bundesrat bekommt alle Macht über uns.» Und: «Mit unseren Steuergeldern kauft er sich die Medien.» Beides sind Falschaussagen. Wer dafür verantwortlich ist, darüber steht nichts auf der Webseite. Die Handy-Nummern für die SMS-Aktion stammen sehr wahrscheinlich aus einem Facebook-Daten-Leck. Ein paar Zeilen Programmiercode genügten, und schon war daraus ein Massenversand geworden. Das ist es, was «Dark Social» so gefährlich macht. Das sind Plattformen wie Telegram oder Whatsapp, wo Inhalte nicht gelöscht werden, weil sie falsch sind. Hier kann jeder und jede posten, was sie wollen. Darum ist «Dark Social» zum Tummelfeld geworden für alle Querdenker, Impfgegnerinnen und Verschwörungstheoretiker. Wer genau steckt hinter der Abstimmungs-Propaganda-Aktion per SMS? Julian Schmidli und sein Team von SRF Data machen sich auf die Suche. Die Spur führt sie zu Hackern in Baselland und ins Umfeld der «Freunde der Verfassung», einer Organisation von Corona-Massnahmen-Gegnern. Der professionelle Hacker Marc Ruef erklärt, wieso solche Massen-SMS-Versände so wirkungsvoll sind. Und die Journalistin Adrienne Fichter fordert, dass es Regeln braucht gegen solche massenhaft personalisierte Abstimmungsempfehlungen. Denn was, wenn auf einmal eine ausländische Macht mit dunklen Absichten eine solche SMS-Aktion lanciert? Hotspot ist ein Podcast von SRF. Schreibt uns auf [email protected] Inhalt: Julian Schmidli, Produktion: Marco Morell, Technik: Belia Winnewisser und Roland Fatzer Folge 2 ist ab 2. Februar online, Folge 3 ab 9. Februar

Jan 26, 202225 min

Erben 1: Eine Familie zerbricht

Am Sterbebett des Vaters kommt es in der Familie Meier zum Zerwürfnis. Es geht um Immobilien im Wert von mehreren Millionen Franken. So wie den Meiers ergeht es vielen Familien in der Schweiz. Wieso gibt es so viele Erbstreitigkeiten und wieso werden diese immer öfters so erbittert ausgetragen? Seit sieben Jahren kämpft Markus Meier für seinen Erbteil. Er fühlt sich von seiner Stiefmutter und deren Sohn hintergangen, weil sie am Sterbebett des Vaters einen Erbvertrag ausformulierten, ohne die übrigen Erben zu konsultieren. So hat es sich nach Meiers Darstellung abgespielt. Ein Gericht wird nun entscheiden müssen, wer wieviel erhält. Fast 100 Milliarden wurden in der Schweiz im Jahr 2020 vererbt. Der Anwalt Peter Breitschmid weiss aus langjähriger Berufserfahrung: Wo viel Geld vorhanden ist, wird in der Regel auch härter darum gestritten. Er erinnert sich an einen Fall, wo sich der Streit um die faire Erbaufteilung ebenfalls lange hinzog und wo einer der Beteiligten mal sagte, er habe schon als Kind immer das kleinste Weihnachtsgeschenk bekommen. Habt ihr selbst etwas Besonderes erlebt im Zusammenhang mit Erben? Dann schreibt uns auf [email protected] Hotspot ist ein Podcast von SRF Inhalt: Susanne Schmugge und Eliane Leiser Produktion: Marco Morell Technik: Lukas Fretz und Harry Kapp

Dec 3, 202123 min

Erben 2: Juristenfutter

Sein Anwalt hatte ihn gewarnt: Das werde langwierig und mühsam werden. Trotzdem schlug Markus Meier den juristischen Weg ein, um zu seinem Erbteil zu kommen. Heute weiss er: Für die Direktbeteiligten ist das eine Qual, für die sonst Involvierten - Anwälte, Gutachter - ein Riesen-Geschäft. Schon 170'000 Franken hat Markus Meier für den Erbstreit ausgegeben. Seit sieben Jahren kämpft er mit einem Anwalt für seinen Anteil am Familienbesitz – es geht um Immobilien im Wert von mehreren Millionen Franken. Das Gesetz öffnet Raum für fast unendlich viele juristische Winkelzüge. Jeder Zwischenentscheid kann wieder angefochten werden. Der Kontostand des Erbenden schwindet, der des Anwalts steigt. Ist also das Rechtssystem schuld, dass es in der Schweiz so viele und so langwierige Erbstreitigkeiten gibt? Nein, findet die Richterin Marion Erhardt. Sie ist am Bezirksgericht Zürich tätig. Sie fragt: «Was ist die Alternative? Die Alternative wäre Willkür. Und das ginge gegen den Rechtsstaat.» Sie sieht die Verantwortung eher bei den Streitenden. Deren Ansprüche seien gestiegen. «Die Leute haben das Gefühl, es gebe eine Gerechtigkeit, auf den Rappen genau. Aber das entspricht nicht den Lebensrealitäten.» Habt ihr selbst etwas Besonderes erlebt im Zusammenhang mit Erben? Dann schreibt uns auf [email protected] Hotspot ist ein Podcast von SRF Inhalt: Susanne Schmugge und Eliane Leiser Produktion: Marco Morell Technik: Lukas Fretz und Florian Boo

Dec 3, 202123 min

Erben 3: Wer hat, dem wird gegeben

Sieben Jahre dauert der Erbstreit in der Familie Meier schon. Alle Versuche für eine Einigung sind gescheitert. Das Beispiel der Meiers zeigt: Wenn's ums Erben geht, dann werden im Menschen oft egoistische Instinkte geweckt. Das gilt im Kleinen, der Familie, wie im Grossen, der ganzen Gesellschaft. Bei den Meiers ist beim Verteilen des Erbes schon in der vorherigen Generation etwas schiefgelaufen. Es ging um zwei Liegenschaften. Meiers Vater und sein Bruder profitierten, sechs Schwestern gingen leer aus. Markus Meier findet das höchst unfair. Umso mehr will er nicht lockerlassen, bis er sich seinen Teil des Erbes erkämpft hat, der ihm seiner Ansicht nach zusteht. Manchmal denkt Markus Meier aber auch: «Wenn es kein Vermögen gegeben hätte, wäre uns das alles erspart geblieben.» Ob es nun ein Privileg ist oder nicht, eines ist sicher: Die vielen Milliarden Franken, die in der Schweiz jedes Jahr vererbt werden, sind sehr ungleich verteilt. Das Reichste ein Prozent erbt einen Fünftel der ganzen Erbmasse. Ein Drittel der Bevölkerung erbt gar nie etwas. Diese Zahlen hat der Ökonom Marius Brülhart von der Universität Lausanne errechnet. Würden Erbgänge vom Staat besteuert, hätten auch die weniger Bemittelten etwas davon. Doch politische Vorstösse in diese Richtung sind in der Schweiz chancenlos. Der Ökonom Brülhart erklärt sich das so: «Die Mehrheit ist der Meinung, Erben sei etwas Privates. Da soll sich der Staat raushalten.» Habt ihr selbst etwas Besonderes erlebt im Zusammenhang mit Erben? Dann schreibt uns auf [email protected] Hotspot ist ein Podcast von SRF Inhalt: Susanne Schmugge und Eliane Leiser Produktion: Marco Morell Technik: Lukas Fretz und Florian Boo

Dec 3, 202122 min

Der Deutschland-Check 1: Was funktioniert und was nicht

Ingmar Hoerr gehörte zu den Ersten, die an mRNA-Impfstoffen tüftelten. Heute muss er zusehen, wie andere damit das grosse Geld machen. Die Geschichte seines Unternehmens Curevac zeigt, was in Deutschland möglich ist und was nicht. Und wo es nach 16 Jahren der Ära Merkel dringend Erneuerung braucht. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie spielen deutsche Unternehmen eine Schlüsselrolle. Biontech mit Sitz in Mainz entwickelte den mRNA-Impfstoff, der jetzt in aller Welt zur Anwendung kommt. Zu den Pionieren bei der Erforschung dieser neuen Technologie gehörte aber Curevac, gegründet im Jahr 2000 von Ingmar Hoerr und anderen jungen Universitätsabgängern in Tübingen. Biontech ging eine Allianz ein mit dem Pharma-Giganten Pfizer und schaffte damit den Durchbruch. Curevac hingegen erreichte mit seinem Corona-Impfstoff nur eine Wirksamkeit von 48 Prozent. Die Zulassung ist fraglich. SRF-Deutschland-Korrespondent Peter Voegeli hat Ingmar Hoerr in Tübingen besucht. In dieser ersten Episode der Podcast-Serie «Der Deutschland-Check» erzählt er im Gespräch mit Host Susanne Stöckl die Geschichte des mRNA-Pioniers. Das Beispiel Curevac zeigt: Deutschland gehört zur Weltspitze, wenn es um Grundlagenforschung geht. Doch bei der Umsetzung der innovativen Ideen hapert es gewaltig. Biontech ist das Beispiel dafür, was Deutschland kann. Curevac dafür, was Deutschland nicht kann. Und wo im Wahljahr 2021 der Schuh drückt. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Hotspot ist ein Podcast von SRF. Inhalt und Recherche: Peter Voegeli und Susanne Stöckl, Produktion: Marco Morell, Technik: Sascha Rossier und Florian Boo, Musik: Jérôme Brunner

Aug 30, 202130 min

Der Deutschland-Check 2: Schöne neue grüne Welt

Das Klima schützen, ohne auf Wohlstand verzichten zu müssen? Für Jörg Singer ist das keine Utopie. Auf Helgoland arbeitet er hart daran, den Beweis dafür zu erbringen. Geht es nach den Plänen der Grünen, ist die Nordsee-Insel im Kleinen, was in Deutschland bald im Grossen geschehen könnte. Aus Windkraft wird grüner Wasserstoff. Aus grünem Wasserstoff wird Energie für die Wirtschaft auf dem deutschen Festland. Und aus den Einkünften wird Wohlstand für die Menschen auf Helgoland. An dieser Vision einer klimaneutralen Zukunft arbeitet Jörg Singer, seit er 2011 zum Bürgermeister von Helgoland gewählt wurde. SRF-Deutschland-Korrespondent Peter Voegeli ist zu Jörg Singer nach Helgoland gereist. In dieser zweiten Episode der Podcast-Serie «Der Deutschland-Check» berichtet er im Gespräch mit Host Susanne Stöckl, ob die Energiepolitik der Insel wirklich als Musterbeispiel für eine klimaneutrale Zukunft taugt. Und er erklärt, wieso die Grünen gerade in Deutschland so stark sind wie nirgends sonst in Europa - mit guten Chancen, nach der Bundestagswahl 2021 an der Macht beteiligt zu werden. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Hotspot ist ein Podcast von SRF. Inhalt und Recherche: Peter Voegeli und Susanne Stöckl, Produktion: Marco Morell, Technik: Sascha Rossier und Florian Boo, Musik: Jérôme Brunner

Aug 30, 202128 min

Der Deutschland-Check 3: Probleme im politischen Getriebe

Für den deutschen Staat war es ein Moment des Versagens, für Fabio de Masi der Höhepunkt seiner Politkarriere: der Skandal um den Finanzdienstleister Wirecard. De Masi war massgeblich an der Aufklärung des Skandals beteiligt. Trotzdem mag er nicht mehr antreten zur Wiederwahl. Wirecard war hochgejubelt worden an den Börsen und galt als Beispiel dafür, dass auch Deutschland zuvorderst dabei sein kann in der New Economy. Dann löste sich alles in Luft auf, zurück blieben Milliardenverluste. Wie konnte dieser Riesenschwindel passieren? Weshalb hatten alle politischen Kontrollen versagt? Um das herauszufinden, setzte der Bundestag eine Kommission ein, mittendrin als einer der Antreiber Fabio de Masi von der Partei Die Linke. SRF-Deutschland-Korrespondent Peter Voegeli wollte de Masi zum Interview treffen und von ihm erfahren, was der Wirecard-Skandal und dessen Bewältigung über die politischen Zustände in Deutschland nach 16 Jahren Merkel aussagen. Warum es einen Fiat Cinquecento Baujahr 1972 brauchte, damit das Interview zustande kam, und wieso das perfekt zum Gesprächsthema passt, das erzählt Peter Voegeli im Gespräch mit Host Susanne Stöckl in dieser dritten Episode der Podcast-Serie «Der Deutschland-Check». Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Hotspot ist ein Podcast von SRF. Inhalt und Recherche: Peter Voegeli und Susanne Stöckl, Produktion: Marco Morell, Technik: Sascha Rossier und Lukas Süess, Musik: Jérôme Brunner

Aug 30, 202130 min

Trailer: Der Deutschland-Check

Aug 30, 20211 min

Das Kampfjet-Geschäft, Folge 1: Die Bedrohung

Mit sechs Milliarden Franken im Portemonnaie befindet sich das Schweizer Militär auf Einkaufstour. Ein neuer Kampfjet muss her. So hat es das Volk entschieden. Wir leuchten das grösste Rüstungsgeschäft der Schweizer Geschichte aus und fragen als erstes: Wogegen genau sollen diese Jets Schutz bieten? Zwei der bestinformierten Sicherheitsfachleute im Land nehmen in dieser ersten Episode Stellung: Pälvi Pulli vom Verteidigungsdepartement VBS und der linke Militärhistoriker Peter Hug. Sie ist überzeugt: Die Schweiz braucht einen neuen Kampfjet. Er hält das für eine Geldverschwendung. Erstaunlich einig sind sich die beiden aber in zwei wichtigen Punkten. Erstens: Die Welt wird gefährlicher, die Art der Bedrohungen unübersichtlicher. Zweitens: Gegen die grösste Bedrohung von heute, Angriffe mit kleinen Drohnen, wird die Schweiz auch mit neuen Kampfjets keine Abwehr haben. Priscilla Imboden und Tobias Gasser von der Inland- und Bundeshausredaktion von Radio SRF haben wochenlang recherchiert und die Spezialisten des Verteidigungsdepartements (VBS) auf ihrer Sechs-Milliarden-Einkaufstour beobachtet. Sie zeigen in dieser Podcast-Serie die Hintergründe dieses Mega-Rüstungs-Deals auf und wieso dieser das Land noch lange weiterbeschäftigen wird. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Hotspot ist ein Podcast von SRF. Inhalt und Recherche: Priscilla Imboden und Tobias Gasser, Produktion: Marco Morell und Philip Meyer, Technik: Florian Boo, Musik: Jérôme Brunner, Gestaltung: Dominic Daeppen

Jun 18, 202123 min

Das Kampfjet-Geschäft, Folge 2: Die Jet-Verkäufer

Was muss ein Kampfjet der Schweizer Armee können? Ein Streifenwagen für die Luft reicht doch für das kleine Land, könnte man denken. Doch die vier Kampfjets, die zur Wahl stehen, können viel mehr. In dieser Episode durchleuchten wir die Angebotspakete und zeigen, welche Folgen damit verbunden sind. Die Jet-Verkäufer preisen ihre Modelle vollmundig an. Sie seien extrem schnell, könnten eine Menge Lenkwaffen tragen. Sind die Flugzeuge nicht überdimensioniert? Oder kauft die Schweiz diese in Wirklichkeit gar nicht nur, um die Schweizer Grenze zu schützen? Darüber wird nicht laut gesprochen. In der Schlussphase der Typenevaluation war es besonders still. Das ist ganz im Sinne des Verteidigungsdepartements (VBS). Es setzt seit dem Abstimmungssieg im Herbst 2020 alles daran, dass die Nebengeräusche ausbleiben - im Unterschied zu früheren Rüstungsgeschäften. Priscilla Imboden und Tobias Gasser von der Inland- und Bundeshausredaktion von Radio SRF haben einen Blick hinter den Vorhang geworfen und mit den Jet-Verkäufern und ehemaligen Verantwortlichen im VBS gesprochen. So erfahren wir in dieser Podcast-Episode, wie ein so kompliziertes, sensibles Geschäft wie ein Kampfjet-Einkauf funktioniert. Was denkt ihr über den Kampfjet-Kauf? Schreibt uns eure Kommentare auf [email protected] Hotspot ist ein Podcast von SRF. Inhalt und Recherche: Priscilla Imboden und Tobias Gasser, Produktion: Marco Morell und Philip Meyer, Technik: Florian Boo, Musik: Jérôme Brunner, Gestaltung: Dominic Daeppen

Jun 18, 202124 min

Das Kampfjet-Geschäft, Folge 3: Alles ist politisch

Alle vier Kampfjets sind potente Maschinen und erfüllen die Anforderungen der Schweizer Armee. Doch beim Entscheid, welcher Jet der Richtige ist, geht es nicht um die Qualität. Und auch nicht um den Preis. Es geht darum, von welchem Anbieterland wir uns für die nächsten Jahrzehnte abhängig machen. Zwei von vier Jets, die zur Auswahl stehen, kommen aus den USA, zwei aus Europa. Mit wem will die Schweiz eine Bindung eingehen? Hier gehen im Parlament die Meinungen auseinander. So weit auseinander, dass die Kampfjet-Shoppingtour plötzlich doch noch jäh zu Ende sein könnte. Wenn sich der Bundesrat für den «falschen» Partner entscheidet, könnte sogar am Ende das Stimmvolk nochmals gefragt sein - und der Kampfjet-Kauf könnte an der Urne doch noch abstürzen. In dieser Episode sprechen wir mit Max Ungricht. Der Aviatikjournalist und Armeefreund hat mehrere Kampfjet-Beschaffungen begleitet. Heute ist er ein Kritiker der aktuellen Shoppingtour. In den Wandelhallen des Parlaments in Bern haben wir ausserdem mit Priska Seiler-Graf (SP) und Thomas Hurter (SVP) die Chancen und Risiken des Mega-Rüstungs-Deal erörtert. Wir kamen dabei zur Erkenntnis: Das Geschäft wird auch nach dem Typenentscheid noch auf einem wackligem Fahrgestell stehen. Ein plötzlich auftauchender Skandal (wie bei früheren Beschaffungen) oder eine neue politische Windrichtung kann dafür sorgen, dass die Schweiz am Ende ohne neue Flieger dasteht. Das Fazit von Priscilla Imboden und Tobias Gasser von der Inland- und Bundeshausredaktion von Radio SRF: Es bleibt spannend, weit über den Typenentscheid des Bundesrats hinaus. Feedback zu unserer Serie «Das Kampfjet-Geschäft» würde uns freuen! Schreibt uns auf [email protected] Hotspot ist ein Podcast von SRF. Inhalt und Recherche: Priscilla Imboden und Tobias Gasser, Produktion: Marco Morell und Philip Meyer, Technik: Florian Boo, Musik: Jérôme Brunner, Gestaltung: Dominic Daeppen

Jun 18, 202118 min

Aufstand! Folge 1: Travon, USA

Ein 18-jähriger Schüler bringt die Black-Lives-Matter-Proteste mitten in eine Gegend der USA, in der vor kurzem noch der berüchtigte Ku-Klux-Klan wütete. Travon Brown heisst er. Wir erzählen, wie er das geschafft hat. Und welchen Preis er dafür bezahlen musste. In seinem Garten brannte ein Kreuz. Seine Schwester wurde mit einer Schusswaffe bedroht. Doch Travon liess sich davon nicht einschüchtern. Er organisierte in der Kleinstadt Marion im Hinterland des Bundesstaats Virginia zwei Protestkundgebungen für Black Lives Matter - für die Bewegung also, die sich gegen Polizeigewalt gegen Schwarze und gegen die Diskriminierung von Menschen afroamerikanischer Abstammung richtet. Travon ist einer von sechs Aktivisten, deren Geschichten wir in dieser Podcast-Serie über die globalen Protestbewegungen erzählen. USA-Korrespondentin Isabelle Jacobi berichtet im Gespräch mit Roger Brändlin von ihrer Reise nach Marion, von den ärmlichen Verhältnissen, die sie dort antraf, von den Rückschlägen, die Travon wegen seines politischen Engagements verkraften musste, und von der Schwierigkeit, als Journalistin trotz persönlicher Sympathien für den jungen Aktivisten die kritische Distanz zu bewahren. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Hotspot ist ein Podcast von SRF. Inhalt und Recherche: Isabelle Jacobi und Roger Brändlin, Produktion: Marco Morell und Jonathan Sippel, Technik: Andreas Baumann, Distribution: Edith Gillmann und Stefanie Weber, Musik: Jérôme Brunner, Gestaltung: Dominic Daeppen

Apr 9, 202128 min

Aufstand! Folge 2: Maria, Belarus

Maria Kolesnikowa hätte im Westen als Musikerin ein geruhsames Leben führen können. Sie kehrte aber zurück nach Belarus, um gegen die Herrschaft des Langzeitherrschers Lukaschenko anzukämpfen. Jetzt sitzt sie im Gefängnis. Wir erzählen, wieso sie trotzdem noch Hoffnung hat auf eine Wende in Belarus. Es war letzten Sommer. In Belarus fanden Wahlen statt. Präsident Lukaschenko gewann angeblich haushoch. Hunderttausende gingen dagegen auf die Strasse. Sie hielten das Resultat für gefälscht. An der Spitze standen drei Frauen. Eine von ihnen war Maria. Die Polizei versuchte, sie los zu werden und in die Ukraine abzuschieben. Doch sie verhinderte das, indem sie ihren Pass zerriss. Maria ist eine von sechs Aktivistinnen, die wir in dieser Podcast-Serie über die globalen Protestbewegungen vorstellen. Russland-Korrespondent David Nauer erzählt im Gespräch mit Roger Brändlin wie Maria in Belarus zur Protest-Ikone wurde und wie er sie auf dem Höhepunkt der Proteste per Zoom interviewte - ein Moment, der ihm bis heute nicht aus dem Kopf geht, weil er aus der Distanz im sicheren Moskau fragte, wie sie mit der Gefahr der jederzeit drohenden Verhaftung umgehe - und sie emotional darauf reagierte. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Hotspot ist ein Podcast von SRF. Inhalt und Recherche: David Nauer und Roger Brändlin, Produktion: Marco Morell und Jonathan Sippel, Technik: Andreas Baumann, Distribution: Edith Gillmann und Stefanie Weber, Musik: Jérôme Brunner, Gestaltung: Dominic Daeppen

Apr 9, 202131 min

Aufstand! Folge 3: Ahmed, Sudan

Es war im April 2019 in Khartum, der Hauptstadt des Sudan. Nach wochenlangen Protesten hatte der Langzeitherrscher Baschir seine Macht abgeben müssen. Zehntausende demonstrierten weiter, für die Vollendung ihrer Revolution. Unter ihnen der 24-jährige Ahmed Ibrahim. Um seine Geschichte geht es hier. Afrika-Korrespondent Samuel Burri traf Ahmed in den Strassen Khartums. Er lag auf einem Bettgestell, übermüdet vom wochenlangen Demonstrieren. Die beiden kamen ins Gespräch, tranken zusammen Tee am Ufer des Nils. Ahmed war erfüllt von Euphorie über den geglückten Umsturz und voller Hoffnung, jetzt werde alles besser in einem der ärmsten Länder Afrikas. Ahmed ist einer von sechs Aktivisten, die wir in dieser Podcast-Serie über die globalen Protestbewegungen vorstellen. Samuel Burri erzählt im Gespräch mit Roger Brändlin, wie er mit Ahmed seit der Begegnung in Khartum per Whatsapp in Kontakt blieb, dass er nur dank solcher Kontakte ein Berichtsgebiet mit über 50 Staaten abdecken kann und dass er dabei aber auch an Grenzen kommt - dort nämlich, wo es abzuwägen gilt, welchen Informationen seiner Kontaktleute er trauen kann und welchen nicht. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Hotspot ist ein Podcast von SRF. Inhalt und Recherche: Samuel Burri und Roger Brändlin, Produktion: Marco Morell und Jonathan Sippel, Technik: Andreas Baumann, Distribution: Edith Gillmann und Stefanie Weber, Musik: Jérôme Brunner, Gestaltung: Dominic Daeppen

Apr 9, 202127 min

Aufstand! Folge 4: Nathan, Hongkong

Er gehört zu den Führungsfiguren der Demokratiebewegung in Hongkong. Für kurze Zeit war er sogar Abgeordneter im Parlament. Dann musste er ins Gefängnis. Und schliesslich ins Ausland flüchten. Nathan Law hat mit seinen 27 Jahren schon viel erlebt. Um seine Geschichte geht es hier. Seine Mutter hatte ihn immer gewarnt, er solle sich von der Politik fernhalten. Doch er hörte nicht auf sie, nahm die Konfrontation auf mit dem übermächtigen chinesischen Staat. Auch nach seiner Zeit im Gefängnis war Nathan Law wieder politisch aktiv und trug dazu bei, dass die Hongkonger Proteste zum Vorbild wurden für viele andere Protestbewegungen in der Welt. Um diese Bewegungen geht es in dieser Podcast-Serie. Und um die Menschen, die dahinter stehen. China-Korrespondent Martin Aldrovandi erzählt im Gespräch mit Roger Brändlin, wie er Nathan Law in Hongkong begegnet ist und was er von ihm alles erfahren hat. Auch jetzt, wo dieser in London im Exil lebt, hat er erneut Kontakt zu ihm aufgenommen. Nathan hat ihm erklärt, weshalb er die Hoffnung auf ein freieres Hongkong nicht aufgegeben hat. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Hotspot ist ein Podcast von SRF. Inhalt und Recherche: Martin Aldrovandi und Roger Brändlin, Produktion: Marco Morell und Jonathan Sippel, Technik: Andreas Baumann, Distribution: Edith Gillmann und Stefanie Weber, Musik: Jérôme Brunner, Gestaltung: Dominic Daeppen

Apr 9, 202132 min

Aufstand! Folge 5: Ali, Irak

Sauberes Wasser, Strom ohne Unterbrüche, faire Chancen auf einen Job: Das sind Dinge, die in der Schweiz für fast alle selbstverständlich sind. Nicht so im Irak. Ali ist einer von Zigtausenden Menschen, die dort für bessere Lebensbedingungen demonstrieren - und dabei ihr Leben riskieren. Um Aktivisten wie Ali geht es in dieser Podcast-Serie über die globalen Protestbewegungen. Nahost-Korrespondentin Susanne Brunner erzählt im Gespräch mit Roger Brändlin, wie sie Ali in Bagdad begegnet ist und wie schwierig es für ihn war, offen zu reden. Weil man im Irak nie sicher sein kann, ob ein Spitzel zuhört: im Dienst des Staates oder von einer der vielen Milizen. Doch Ali fasste Vertrauen in die Journalistin und erzählte ihr seine Geschichte. Dass er in seinen 28 Jahren nichts als Gewalt und Krieg erlebt hat. Wie er von einer der Milizen mit dem Tod bedroht wurde und aus Bagdad flüchten musste. Susanne blieb per Whatsapp und E-Mail mit ihm in Kontakt. Doch auf ihre letzte Mitteilung hat sie keine Antwort mehr erhalten. Ob Ali noch lebt, weiss sie nicht. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Hotspot ist ein Podcast von SRF. Inhalt und Recherche: Susanne Brunner und Roger Brändlin, Produktion: Marco Morell und Jonathan Sippel, Technik: Andreas Baumann, Distribution: Edith Gillmann und Stefanie Weber, Musik: Jérôme Brunner, Gestaltung: Dominic Daeppen

Apr 9, 202132 min

Aufstand! Folge 6: Anna, Polen

Anna Parzynska führte ein ruhiges Leben, als Gynäkologin und als Yogalehrerin. Aber dann fällte das höchste Gericht in Polen ein Urteil, das sie aufrüttelte. Sie verliess ihre Komfortzone und zog in den Kampf für die Rechte der Frauen - und erntete dafür viel Lob und Hass. Sie ist die letzte von sechs Protestaktivistinnen, die wir in dieser Podcast-Serie vorstellen. Osteuropa-Korrespondent Roman Fillinger erzählt im Gespräch mit Roger Brändlin, wie er Anna im letzten Herbst in Warschau begegnet ist. Am Tag zuvor hatten Hunderttausende gegen die Verschärfung des Abtreibungsrechts demonstriert. Das oberste Gericht hatte mit seinem Urteil verfügt, dass Schwangerschaftsabbrüche in Polen nicht einmal mehr dann erlaubt sind, wenn das Kind schwer behindert oder tot zur Welt kommen wird. Für die Gynäkologin Anna heisst das: Führt sie trotzdem noch eine Abtreibung durch, riskiert sie drei Jahre Gefängnis. Dagegen setzte sie sich zur Wehr und erntete dafür Lob, aber auch viel Hass. Inzwischen sind die Proteste wieder verstummt. Das rigorose Abtreibungsrecht aber ist geblieben. Anna hat sich erschöpft aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und widmet sich wieder mehr dem Yoga. Vorerst jedenfalls. Wollt ihr uns etwas mitteilen? Dann schreibt uns auf [email protected] Hotspot ist ein Podcast von SRF. Inhalt und Recherche: Roman Fillinger und Roger Brändlin, Produktion: Marco Morell und Jonathan Sippel, Technik: Andreas Baumann, Distribution: Edith Gillmann und Stefanie Weber, Musik: Jérôme Brunner, Gestaltung: Dominic Daeppen

Apr 9, 202128 min

Trailer: Aufstand!

Apr 9, 20211 min