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Handelsblatt Crime - spannende Streitfälle der deutschen Wirtschaft

Handelsblatt Crime - spannende Streitfälle der deutschen Wirtschaft

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Ep 10Sanktionsschlupflöcher: Russische Oligarchen liefern sich Katz-und-Maus-Spiel mit EU-Behörden

Die russischen Oligarchen haben im Zuge der Sanktionen des Westens besondere Aufmerksamkeit erfahren: Es wurden Vermögen auf ausländischen Konten eingefroren sowie Luxusvillen und Jachten beschlagnahmt. Wegen ihrer Machtposition innerhalb der russischen Wirtschaft gelten Oligarchen als Putins vermeintliche Achillesferse. Sie besitzen Großunternehmen meist in Schlüsselbranchen wie der Rohstoffindustrie. „Sie sind politisch stark vernetzt, sowohl mit dem Kreml als auch mit den Regionalgouverneuren“, erklärt Russland-Experte Mathias Brüggmann in der neuen Folge von Handelsblatt Crime. Männer wie FC-Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch, Alfa-Bank-Gründer Michail Fridman oder Tui-Großinvestor Alexei Mordaschow haben jahrelang das System des Kreml-Chefs unterstützt und zählen zu Putins engsten Vertrauten. All das taten sie in den vergangenen Jahrzehnten, um Milliardenvermögen anzuhäufen – und das oftmals mit nicht legalen, aber vom russischen Staat genehmigten Methoden. „Beweise für diverse Korruptionsvorwürfe sind schwer zu bekommen. Es gibt allerdings Zeugen von damals, die solche Aussagen machen“ erklärt London-Korrespondent Carsten Volkery. „Diese Vorwürfe wurden allerdings auch nie weiter verfolgt“, ergänzt Brüggmann. Die Korruptionsvorwürfe sind jedoch gewaltig: Ein Großteil der wichtigsten Staatsaufträge wie der Bau der Brücke auf der Krim geht nach wie vor an Putins engste Vertraute, faire Ausschreibungen soll es nicht geben. Der Einfluss der russischen Oligarchen reicht aber auch über die russischen Grenzen hinaus: Seit Jahren gilt London aufgrund der niedrigen bürokratischen Hemmschwellen als beliebter Standort, um russische Vermögen anzulegen. Volkery sagt: „Viele russische Vermögen, die mit zweifelhaften Methoden erworben wurden, wurden durch sogenannte Enabler, respektable Persönlichkeiten aus der Oberschicht, die beispielsweise im House of Lords sitzen oder wie in Deutschland eben auch ein ehemaliger Bundeskanzler, legalisiert.“ Für die Europäische Union ist hier noch einiges zu tun, resümiert Brüggmann. Und: Zwischen Oligarchen und Behörden gibt es im Zuge der Sanktionsmaßnahmen ein regelrechtes Katz-und-Maus-Spiel. „Schlupflöcher sind dabei eines der Themen, mit denen sich die Behörden nun auseinandersetzen müssen“, sagt Martin Murphy, Co-Investigativ-Chef im Handelsblatt-Crime-Interview. Wie zuletzt bei der Luxusjacht „Dilbar“ des russischen Unternehmers Alischer Burchanowitsch Usmanow: Diese sollte von den Behörden vor Ort in Hamburg beschlagnahmt werden. Doch laut Usmanow gehört die Jacht einer Firma in Malta, die wiederum einer Stiftung gehört. „Das lässt sich so gar nicht überprüfen“, merkt Murphy an und ergänzt: „Hier steht am Ende Wort gegen Wort.“ Rein rechtlich sei es schwer nachzuweisen, doch praktisch sei Usmanow der einzige, der das Schiff benutzt. „Wir haben einen Rechtsstaat und nach den Prinzipien wird das eben auch gelebt. Es dauert hier einfach ein bisschen länger. Wo man sich in Spanien längst die Boote einverleibt hätte, geht es hier noch nicht so schnell. Aber wenn die Behörden einmal arbeiten, ist es schon effektiv“, erklärt Murphy. *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt Crime: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus

Mar 27, 202236 min

Ep 9Ukraine-Krieg: Wie real ist die Gefahr russischer Hackerangriffe auf Deutschland?

Seit Putins Überfall auf die Ukraine gilt auch bei Experten für IT-Sicherheit in Deutschland die Alarmstufe rot. Die Befürchtung: Russland könnte mit Cyberangriffen wichtige Infrastruktur hierzulande angreifen – etwa als Rache für westliche Wirtschaftssanktionen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) warnt vor einer „erhöhten Gefährdung“. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) spricht von einer „abstrakt erhöhten Bedrohungslage“. Besonders aufhorchen ließ die IT-Szene ein Zwischenfall, als kurz nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine plötzlich Tausende Windräder in Deutschland von der Fernwartung abgetrennt waren. Inzwischen hält auch die Bundesregierung einen Cyberangriff als Ursache für möglich. Die Wartung der Windräder erfolgte über einen Anbieter für Satelliten-Internet, der zeitgleich mit dem Einmarsch der Russen ausfiel. Zugleich eilen zahlreiche „freiwillige“ Hacker der Ukraine zu Hilfe, überlasten russische Webseiten oder posten angebliche abgefangene Funksprüche bei Twitter. Das Anonymous-Kollektiv prahlte mit erfolgreichen Cyberattacken. Die deutschen Behörden warnen indes vor Aktionismus: Computersabotage ist immer noch eine Straftat. Und wenn Rechner in Russland attackiert werden, könne das zudem den Konflikt anheizen. Cyberangriffe des russischen Militärs, Webseiten-Abschüsse freiwilliger Aktivisten und Erpressungsraubzüge von Internetkriminellen – zwei Wochen nach dem Kriegsbeginn ist die Lage an der Cyberfront unübersichtlich geworden. Was ist Vandalismus, was Kriminalität, was Krieg in der digitalen Welt? Im Gespräch mit den Handelsblatt-Investigativ-Reportern Lars-Marten Nagel und Martin Murphy ordnet Ina Karabasz die Themen ein und versucht zu klären, wie gut Deutschland auf einen Cyberangriff vorbereitet ist. Jetzt bei Handelsblatt Crime. *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt-Crime: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus Artikel: https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/it-konferenz-cybersicherheit-war-nie-so-wichtig-wie-heute-ukrainekrieg-bestimmt-tech-festival-sxsw/28144124.html https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/energieversorgung-russische-hacker-koennten-die-deutsche-energie-infrastruktur-gefaehrden/28138036.html https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/cybersicherheits-expertin-russland-will-mit-cyberattacken-kommunikationswege-stoeren-und-chaos-stiften/28107666.html

Mar 13, 202237 min

Ep 8Ohne Anne Brorhilker wäre der Cum-Ex-Skandal wohl nie aufgeklärt worden

Anne Brorhilker ist eine Art Superheldin der Ermittlerszene. Unerbittlich ermittelt die Kölner Staatsanwältin seit Jahren gegen eine ganze Phalanx von Banken und Anwälten. Am Anfang ihrer Karriere hatte sie es mit Drogenabhängigen und Kleinkriminellen zu tun, ab 2013 drang Staatsanwältin Anne Brorhilker in die Welt der Investmentbanker und Superreichen vor. Ein Anwalt des Milliardärs Erwin Müller hatte einen Brandbrief geschickt. Der Drogeriekönig sei ohne sein Wissen in dubiose Steuergeschäfte geraten und habe Millionen verloren. Brorhilker nahm den Brief als ersten Puzzlestein. Das Puzzle hieß Cum-Ex. Jahr für Jahr hatte sich eine Bande von Investoren, Banken, Beratern und Anwälten an der deutschen Steuerkasse bereichert. Brorhilker konnte das damals so noch nicht formulieren – sie stand erst ganz am Anfang der Nachforschungen. Eine andere Person hätte vielleicht auch nicht nachgeforscht. Zu groß der Arbeitsaufwand, zu mächtig die Gegenüber. Die Deutsche Bank, Schweizer Geldhäuser mit hundertjähriger Geschichte, amerikanische Finanzriesen. Wenn sie die Aktenberge in Brorhilkers Büro sahen, schüttelten manche Kollegen nur die Köpfe. Heute ist Brorhilker eine Art Superheldin der Ermittlerszene. Dutzende von Beamten sind ihr zugeordnet, aus ihrem schlichten Büro in einem abgetakelten Gebäude in Köln-Sülz bringt sie die mächtigsten Geldhäuser der Welt in die Defensive. Brorhilker hat das Puzzle Cum-Ex zusammengesetzt, das System der Steuerhinterziehung geknackt. Drei Prozesse endeten schon mit Schuldsprüchen, der Bundesgerichtshof hat ihre Einschätzung voll bestätigt: Cum-Ex ist kriminell. Nun ist Brorhilker in der Überhand. Die mehr als 1000 Beschuldigten in ihren Akten werden keine Ruhe finden. Im Gespräch mit den Handelsblatt-Investigativ-Reportern Sönke Iwersen und Volker Votsmeier erzählt Ina Karabasz die Geschichte der Staatsanwältin, die nicht lockerließ. Jetzt bei Handelsblatt Crime. Handelsblatt Crime erscheint alle 14 Tage neu und ist überall dort zu hören, wo es Podcasts gibt. *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt-Crime: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus

Feb 27, 202251 min

Ep 7Wirecard-Skandal: Wie Ex-Vorstand Jan Marsalek 315 Millionen Euro verschwinden ließ

Im Podcast Handelsblatt Crime sprechen unsere Investigativ-Reporter über den größten Coup des ehemaligen Wirecard-Vorstands Jan Marsalek. Eine Schlüsselrolle spielte ein Mann, den es nie gab. Es war der größte Deal, den Wirecard je über die Bühne brachte. 2015 kaufte das damals noch deutsche Vorzeigeunternehmen für 315 Millionen Euro den indischen Zahlungsabwickler Hermes. Der Vorstand feierte sich für einen gelungenen Coup. 2020 brach Wirecard zusammen. Heute bezeichnet der Insolvenzverwalter die Hermes-Gruppe als unverkäuflich. Unser Handelsblatt Investigativ-Team hat nun den Grund dafür gefunden. Sechs Wochen, bevor Wirecard-die Hermes-Gruppe für 315 Millionen Euro übernahm, wurde sie von einem gerade erst gegründeten Fonds gekauft: für 35 Millionen Euro. Der Preisunterschied von 280 Millionen Euro galt lange als größtes Geheimnis in dem Wirecard-Skandal. Unsere Reporter haben es gelüftet. Hinter dem geheimnisvollen Fonds, eingetragen ausgerechnet auf dem afrikanischen Inselstaat Mauritius, standen ihren Recherchen zufolge Jan Marsalek und sein enger Freund Henry O’Sullivan. Unsere Redakteure werteten Hotelbelege und andere Unterlagen aus, interne Mails aus und private Chats von Marsalek und O’Sullivan. Ihr Fazit: Marsalek und O’Sullivan sprachen schon über den Hermes-Deal, bevor der obskure Fonds auf Mauritius überhaupt gegründet war. Und sie plauderten anschließend darüber, was sie mit den vielen Wirecard-Millionen alles anfangen könnten. Im Handelsblatt Podcast Crime können Sie heute die Spur des Geldes verfolgen. Geheime Treffen in der indischen Metropole Chennai, wundersame Preissteigerungen innerhalb weniger Wochen, ausladende Feiern in einer Nachtbar in Singapur. Sie erleben einen Vorstandsvorstand, der von nichts gewusst haben will, Wirtschaftsprüfer, die warnen, aber denen keiner zuhört. Und Sie erleben Rahul Sharma, das Phantom. *** THEMEN DES ARTIKELS Wirecard, Markus Braun, Jan Marsalek, Henry O’Sullican, KPMG, EY - Artikel 4.6.2021, https://www.handelsblatt.com/finanzen/protokoll-des-untergangs-es-ist-ein-wahnsinn-die-letzten-48-stunden-von-wirecard/27252540.html - Artikel 22.11.2021, https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/wirecard-bilanzskandal-wambach-bericht-ey-stellt-strafanzeige/27823980.html - Artikel 22.1.2021, https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/neue-dokumente-und-informationen-inside-wirecard-die-zwei-gesichter-des-markus-braun/26839218.html - Artikel 8.12.2020, https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/wirecard-skandal-jan-marsalek-und-der-coup-des-jahrhunderts/26666344.html - Artikel 4.4.2021, https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/wirecard-skandal-tuk-tuk-und-trueffel-einblicke-in-das-luxurioese-leben-von-jan-marsalek-vor-dem-wirecard-aus/27039642.html - Verweis auf ZDF Magazin Royale: https://www.youtube.com/watch?v=1g1jk_49r2U *** Sharma, angeblich ein indischer Berater des Inselfonds, sprang mit Wirecards Anwälten um wie ein Feldwebel mit neuen Rekruten. Er blaffte, er beleidigte, er drohte. Ausweislich des E-Mail-Verkehrs in dem Hermes-Deal war es Rahul Sharma, der bei der Übernahme Tempo machte, bis die Wirecard-Millionen nach Mauritius flossen. Unsere Investigativ-Reporter zeigen: Sharma war eine Fassade. Ein Fantasiename, hinter dem in Wirklichkeit wohl der Marsalek-Vertraute Henry O‘Sullivan steckte. Wo die Millionen heute sind, ist unbekannt, genauso wie der Aufenthaltsort von Jan Marsalek. Der ehemalige Asienvorstand von Wirecard ist seit Juni 2020 auf der Flucht. Handelsblatt Crime erscheint alle 14 Tage neu und ist überall dort zu hören, wo es Podcasts gibt. *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt-Crime: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus

Feb 18, 202253 min

Ep 6Wie Snowdens Retter ihn in Hongkong versteckten - und was sie ihm heute sagen wollen

2013 halfen sie Edward Snowden aus höchster Not, heute haben seine Lebensretter eine Nachricht für den US-Whistleblower. Im Handelsblatt-Podcast öffnen sie ihre Herzen. Es ist eine Geschichte wie aus einem Hollywood-Thriller. Im Sommer 2013 fliegt Edward Snowden nach Hongkong. Er ist IT-Spezialist für den Spionagedienst NSA, ein Geheimnisträger ersten Grades. Dann geschieht das Ungeheuerliche. Am 9. Juni offenbart sich Snowden in einem Video-Interview mit dem britischen “Guardian” als Quelle hinter den Enthüllungen, die seit Tagen die Welt in Atem halten. Er enttarnt sich selbst. Von diesem Moment an wird Snowden zum Gejagten. Der US-Geheimdienst ist hinter ihm her. Jeder Polizist in Hongkong sucht nach Edward Snowden. Und jeder Journalist. Nun muss er verschwinden, unsichtbar werden, um zu überleben. Und Snowden findet eine Lösung. Er versteckt sich, wo ihn niemand suchen würde: bei Asylbewerbern in den dunkelsten Ecken von Hongkong. Die Flüchtlinge Ajith, Vanessa, Supun und Nadeeka beherbergen Snowden zwei Wochen lang. Dann entkommt er nach Moskau. Inzwischen lebt Snowden dort mit Frau und Kind. Bei der letzten Folge von Handelsblatt Crime hat uns Investigativ-Chef Sönke Iwersen die Geschichte dieser vier Lebensretter von Snowden erzählt. Warum sie nach Hongkong flüchteten, was ihnen zuvor in Sri Lanka und auf den Philippinen widerfuhr. Und was ihnen geschah, nachdem sie Snowden 2016 halfen. Drei von ihnen leben heute in Kanada. Im Gespräch mit dem Handelsblatt richten Nadeeka und Supun eine persönliche Nachricht an Edward Snowden. Wie sie lautet, das hören Sie hier bei Handelsblatt Crime. *** [Snowden wirbt für seine Lebensretter](https://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/us-whistleblower-snowden-wirbt-fuer-seine-lebensretter/20802278.html) [Snowdens Schutzengel fürchten um ihr Leben](https://www.handelsblatt.com/politik/international/nsa-affaere-snowdens-schutzengel-fuerchten-um-ihr-leben/19509184.html) [Warum hohe Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden wichtiger nehmen als je zuvor](https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/literatur/whistleblower-warum-hohe-geheimdienstmitarbeiter-edward-snowden-wichtiger-nehmen-als-je-zuvor/26252498.html) [Was Edward Snowdens Biografie über den Whistleblower verrät – und was nicht](https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/literatur/buchtipp-permanent-record-was-edward-snowdens-biografie-ueber-den-whistleblower-verraet-und-was-nicht/25021708.html) *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Handelsblatt Crime-Hörerinnen und Hörer: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus

Feb 13, 202250 min

Ep 5Edward Snowden und seine Schutzengel: Diese Menschen retteten ihm auf seiner Flucht das Leben

US-Whistleblower Edward Snowden war nach seinen Enthüllungen eine lebende Zielscheibe. Vier Helfer machten seine Flucht nach Russland erst möglich. Edward Snowden ist der wohl bekannteste Whistleblower aller Zeiten. Fast neun Jahre ist es nun her, dass der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter die Welt mit seinen Enthüllungen erschütterte. Snowden konnte beweisen, dass die US-amerikanischen Geheimdienste Hunderte Millionen von Bürgern rund um den Globus überwachten, die eigene Bevölkerung eingeschlossen – und das alles ohne Anlass, geschweige denn eine Genehmigung. US-Politiker hatten diese Praxis zuvor stets öffentlich bestritten. Als Snowden die illegalen Methoden von CIA und NSA offenlegte, machte er einen riesigen Fehler: Seine Enthüllungen hatte er zwar minutiös bis ins letzte Detail vorbereitet, doch für den Tag danach hatte er kaum geplant – den Tag, an dem sein Gesicht auf jedem Bildschirm und in jeder Zeitung der Welt zu sehen sein würde. Snowden hatte sich nach Hongkong abgesetzt, war nun dort aber eine lebende Zielscheibe. Es dauerte 14 Tage, bis ihm die Flucht nach Moskau gelang. Drei Jahre lang war unbekannt, wie Snowden diese Zeit in einer fremden Stadt überbrücken konnte – bis die Antworten im Handelsblatt standen. Investigativ-Chef Sönke Iwersen fand Snowdens Helfer: Vier Asylbewerber, die in Hongkong selbst unter erbärmlichsten Bedingungen lebten, hatten den Amerikaner bei sich versteckt. Im Handelsblatt erzählten sie ihre Geschichte. Iwersen erhielt für sein Dossier „Snowdens Schutzengel“ den Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik. Doch die Geschichte war damit noch nicht zu Ende. In der neuen Folge von Handelsblatt Crime erzählt Iwersen von einer unglaublichen Reise. Er gewährt Einblicke hinter die Kulissen der Flucht von Edward Snowden. Und in die Menschen, die ihm das Leben retteten. *** [Schutzengel – ganz unten](https://www.handelsblatt.com/politik/international/snowden/edward-snowdens-flucht-handelsblatt-exklusiv-schutzengel-ganz-unten/14508428.html) [Interview mit Edward Snowden: „Es war unglaublich riskant für alle Beteiligten“](https://www.handelsblatt.com/politik/international/snowden/exklusiv-interview-mit-edward-snowden-es-war-unglaublich-riskant-fuer-alle-beteiligten/14508018.html) [Meine Spurensuche nach Edward Snowden](https://www.handelsblatt.com/politik/international/snowden/handelsblatt-reporter-soenke-iwersen-meine-spurensuche-nach-edward-snowden/14511266.html) [Regisseur Oliver Stone: Der Mann für die schwierigen Fälle](https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/lifestyle/tv-film/filmregisseur-oliver-stone-der-mann-fuer-die-schwierigen-faelle/14574974.html) [Snowden-Film: Lehrjahre eines Patrioten](https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/lifestyle/tv-film/filmkritik-edward-snowden-lehrjahre-eines-patrioten/14578854.html) [Lobrede zum Tucholsky-Preis für Sönke Iwersen](https://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/publizistik-preis-fuer-handelsblatt-redakteur-wuerde-tucholsky-twittern/20483562.html) [Dankesrede zum Tucholsky-Preis](https://tucholsky-gesellschaft.de/2017/10/22/dankesrede-von-soenke-iwersen/) *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Handelsblatt Crime-Hörerinnen und Hörer: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus

Jan 30, 202241 min

Ep 4Wirecard: Welche Warnsignale den Wirtschaftsprüfern von EY hätten auffallen müssen

Nur wenige waren so vertraut mit der Wirecard AG wie die Bilanzspezialisten von EY. Trotzdem fielen ihnen zahlreiche Unregelmäßigkeiten nicht auf. Die Adresse war falsch, die Webseite nicht erreichbar, niemand ging ans Telefon: Als die Wirtschaftsprüfer von EY im März 2015 die Geschäftszahlen des philippinischen Unternehmens PayEasy untersuchen wollten, standen sie vor einer Nebelwand. Einer der wichtigsten Vertragspartner des Zahlungsdienstleisters Wirecard war einfach nicht zu durchschauen. Schon einen Monat später erteilte EY trotzdem das Testat für die Wirecard-Bilanz – und das „ohne Beanstandungen“. Die bizarre Episode wird im sogenannten Wambach-Report geschildert, dem wahrscheinlich unangenehmsten Dokument, das es in der Historie von EY je gab. Seit 2009 hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Bilanzen des Münchener Zahlungsabwicklers freigestempelt, im Juni 2020 brach Wirecard schließlich zusammen und hinterließ einen Milliardenschaden. Ein Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages wollte wissen, wie das passieren konnte. Man setzte Martin Wambach, Mitglied im Vorstand des Instituts der Wirtschaftsprüfer, als Sonderermittler ein. Sein Resümee war verheerend. Veröffentlicht wurde es aber nicht. Die Geheimdienststelle des Deutschen Bundestages stufte den Wambach-Report als geheim ein. Die Erkenntnisse über die Arbeit der Wirtschaftsprüfer, bezahlt vom Steuerzahler, blieben dem Steuerzahler zunächst verborgen. In einer ungewöhnlichen Entscheidung machte das Handelsblatt damit Schluss. Die Handelsblatt-Redakteure werteten das Dokument des Versagens nicht nur minutiös aus. Chefredakteur Sebastian Matthes entschied, alle 168 Seiten auf der Webseite des Handelsblatts zu veröffentlichen. Ina Karabasz, Leiterin Journalismus Live, spricht in der neuen Folge des Podcasts Handelsblatt Crime mit den Handelsblatt-Redakteuren Sönke Iwersen, Felix Holtermann und Bert Fröndhoff über die Gründe für diese Entscheidung und über ihre Folgen. *** [Das Handelsblatt veröffentlicht den Geheimbericht zur Arbeit der EY-Wirtschaftsprüfer](https://www.handelsblatt.com/finanzen/protokoll-des-versagens-das-handelsblatt-veroeffentlicht-den-geheimbericht-zur-arbeit-der-ey-wirtschaftspruefer/27790058.html) [Der geheime Wambach-Bericht zum Download](https://www.handelsblatt.com/downloads/27790624/14/wambach-bericht.pdf) [Nach der Veröffentlichung des Geheimreports: „Nun kann sich keiner mehr rausreden“](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/wambach-bericht-zu-ey-nach-der-veroeffentlichung-des-geheimreports-nun-kann-sich-keiner-mehr-rausreden/27795562.html) [Wambach-Bericht: EY stellt Strafanzeige](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/wirecard-bilanzskandal-wambach-bericht-ey-stellt-strafanzeige/27823980.html) [Jetzt spricht Wirecard-Sonderprüfer Martin Wambach](https://www.handelsblatt.com/finanzen/interview-nach-veroeffentlichung-seines-geheimberichts-jetzt-spricht-wirecard-sonderpruefer-martin-wambach/27826874.html) *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Handelsblatt-Crime-Hörerinnen und -Hörer: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus

Jan 16, 202248 min

Ep 3Hanno Berger: Cum-Ex-Strippenzieher und Staatsfeind Nr. 1

Nach rund zehn Jahren könnte der angeklagte Anwalt bald nach Deutschland ausgeliefert werden. Wir sprechen über den Menschen Hanno Berger in all seinen Widersprüchen. Das Ende des Schweizer Exils von Hanno Berger zeichnet sich ab: Der in Deutschland angeklagte Steueranwalt wird aller Voraussicht nach Anfang 2022 ausgeliefert. Das Schweizer Bundesstrafgericht hat mit einer Entscheidung vom 20. Dezember die Beschwerde Bergers gegen seine Auslieferung abgewiesen. Hinter Hanno Berger liegt ein langer Weg. Berger war einmal der ranghöchste Steuer-Bankprüfer in Hessen. Dann wechselte er die Seiten, beriet die größten Konzerne und reichsten Familien Deutschlands beim Steuern sparen und entdeckte schließlich das Geschäftsmodell für sich, das ihn hinter Gitter brachte: Cum-Ex. Hanno Berger wird von den Ermittlern in Deutschlands größter Steueraffäre als Strippenzieher bezeichnet, als Spiritus Rektor. Er bewarb die Geschäfte auf Kosten der deutschen Steuerzahler wie kein anderer, beglückte seine Kunden mit zweistelligen Renditen und wurde selbst schwer reich. Dass anschließend wegen Steuerhinterziehung gegen ihn ermittelt wurde, nennt Berger einen Justizskandal. Die Behauptung, er habe den Staat um Millionen betrogen, sei eine „bösartige, dümmliche Hetze“. Selbst Menschen mit einer mittelmäßigen Intelligenz müssten verstehen, dass es sich bei seinem angeblichen Vergehen um ein „Wahndelikt“ handele. In der aktuellen Folge von Handelsblatt Crime zeigen wir den Anwalt und Menschen Hanno Berger in all seinen Widersprüchen. Machen Sie sich auf etwas gefasst. *** [Hanno Berger vor Gericht: „Es ist vielleicht eine kleine Bombe, die ich gleich platzen lasse“](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/cum-ex/cum-ex-skandal-hanno-berger-vor-gericht-es-ist-vielleicht-eine-kleine-bombe-die-ich-gleich-platzen-lasse/28355780.html) [Staatsfeind Nummer eins auf der Anklagebank](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/cum-ex/hanno-berger-cum-ex-strafprozess-staatsfeind-nummer-eins-auf-der-anklagebank/28196374.html) [Anwälte von Cum-Ex-Strippenzieher Hanno Berger werfen das Handtuch](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/cum-ex/steuerskandal-mandate-niedergelegt-anwaelte-von-cum-ex-strippenzieher-hanno-berger-werfen-das-handtuch/28132918.html) [Erste Anklage im Cum-Ex-Skandal erhoben – Hanno Berger im Fokus](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/cum-ex/dubiose-steuerstricks-erste-anklage-im-cum-ex-skandal-erhoben-hanno-berger-im-fokus/21239608.html) [Steueranwalt Hanno Berger in der Schweiz festgenommen](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/cum-ex/cum-ex-skandal-steueranwalt-hanno-berger-in-der-schweiz-festgenommen/27407474.html) [Warum Wolfgang Kubicki einen Cum-Ex-Angeklagten vertritt](https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundestagsvizepraesident-warum-wolfgang-kubicki-einen-cum-ex-angeklagten-vertritt/25546668.html) *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Handelsblatt Crime-Hörerinnen und Hörer: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus

Jan 2, 202253 min

Ep 2Deutschlands größter Steuerskandal Cum-Ex betrifft auch Sie – bis heute

Im Podcast Handelsblatt Crime spricht der Leiter unseres Investigativ-Teams über Deutschlands größten Steuerskandal Cum-Ex. Wer die Protagonisten sind – und was aus ihnen geworden ist. Was für Landwirte eine Heuschreckenplage ist, sind für die Steuerzahler die so genannten Cum-Ex-Geschäfte. Mindestens zehn Jahre lang bedienten sich Banken und ihre besten Kunden mit den trickreichen Deals aus der Steuerkasse. Die Geschäfte sind kompliziert, das Prinzip einfach. Eine nur einmal abgeführte Kapitalertragssteuer wurde mehrfach erstattet. Obwohl die Lücke im Steuerrecht spätestens seit 2002 auch der Politik bekannt war, brauchte der Gesetzgeber bis 2012, um sie zu schließen. Der geschätzte Schaden liegt bei zwölf Milliarden Euro. In einem Untersuchungsausschuss befasste sich der Deutsche Bundestags monatelang mit haarsträubenden Details. Im Abschlussbericht einigte man sich aber auf die Meinung, die Politik habe nichts falsch gemacht. Das Handelsblatt zeigt seit Jahren das Gegenteil. Wir stellen die Steuerberater, Banker und Milliardäre vor, die sich auf Kosten der Allgemeinheit bereicherten. Wir beschreiben das Versagen der Aufsichtsbehörden, die all das geschehen ließen. Und wir begleiten die Staatsanwaltschaft im Wettlauf gegen die Zeit, wenigstens die größten Steuersünder zur Rechenschaft zu ziehen. Im Podcast Handelsblatt Crime präsentieren wir Ihnen die Höhepunkte der Affäre. *** [Ermittlungen gegen langjährige HSBC-Deutschlandchefin Gräfin von Schmettow](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/cum-ex/cum-ex-skandal-ermittlungen-gegen-langjaehrige-hsbc-deutschlandchefin-graefin-von-schmettow/28432584.html) [Hanno Berger: Staatsfeind Nummer eins auf der Anklagebank](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/cum-ex/hanno-berger-cum-ex-strafprozess-staatsfeind-nummer-eins-auf-der-anklagebank/28196374.html) [Cum-Ex-Chefermittlerin Anne Brorhilker wird befördert](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/cum-ex/steuerkriminalitaet-cum-ex-chefermittlerin-anne-brorhilker-wird-befoerdert/27009510.html) [Wie Europas einflussreichste Kanzlei ins Zwielicht geriet](https://www.handelsblatt.com/unternehmen/dienstleister/freshfields-wie-europas-einflussreichste-kanzlei-ins-zwielicht-geriet/25385734.html) [„Wir fühlten uns wie die Größten“ – Kronzeuge im Cum-Ex-Prozess rechnet mit einer ganzen Branche ab](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/steuerskandal-wir-fuehlten-uns-wie-die-groessten-kronzeuge-im-cum-ex-prozess-rechnet-mit-einer-ganzen-branche-ab/25179736.html) [Wie sich die Investmentbank Macquarie mithilfe deutscher Steuerzahler bereicherte](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/steuerskandal-wie-sich-die-investmentbank-macquarie-mithilfe-deutscher-steuerzahler-bereicherte/23126194.html) [Raubritter mit beschränkter Haftung](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/groesster-steuerbetrug-europas-raubritter-mit-beschraenkter-haftung/22997996.html) [Steuer-Raubzug durch Europa](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/ermittlungen-gegen-varengold-bank-und-sanjay-shah-steuer-raubzug-durch-europa/19863814.html) [West LB und Cum-Ex: „Denn sie wissen nicht, was sie taten“](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/westlb-und-cum-ex-deals-denn-sie-wissen-nicht-was-sie-taten/13601664.html) [Der Datenschatz des Mister Smith](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/cum-ex/wie-der-cum-ex-informant-auspackte-der-datenschatz-des-mister-smith/12887164.html) *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Handelsblatt Crime-Hörerinnen und Hörer: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus

Dec 20, 202139 min