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#224 GddZ - 10 Anforderungen an Organisationsberater. Im Gespräch mit Klaus Eidenschink
Episode 225

#224 GddZ - 10 Anforderungen an Organisationsberater. Im Gespräch mit Klaus Eidenschink

Beratung als eine besondere Dienstleistung

Gut durch die Zeit. Der Podcast rund um Mediation, Konflikt-Coaching und Organisationsberatung.

June 8, 202553m 17s

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Show Notes

Beratung als eine besondere Dienstleistung

Kapitel

0:06 - Herzlich willkommen zum Podcast Gut durch die Zeit

0:45 - Praktische Anforderungen an Berater

8:17 - Fähigkeiten für ein Beratungssystem

9:56 - Nähe zur Erziehung

11:04 - Verantwortung in der Beratung

13:54 - Kundenzufriedenheit und Beratung

16:11 - Anforderungen an Berater

18:57 - Unsicherheitstoleranz als Kompetenz

30:11 - Symbiose-Immunität und Selbstwert

30:35 - Lotsenkompetenz verstehen

35:23 - Ambiguitätskraft als Stärke

37:08 - Paradoxieverständnis in der Beratung

40:29 - Emotionale Resonanzstärke

44:56 - Erzählfreude als Beratungsinstrument

47:11 - Ausblick auf zukünftige Publikationen

49:35 - Dank und Abschluss des Gesprächs

Inhaltliche Zusammenfassung

In dieser Episode des Podcasts „Gut durch die Zeit“ widme ich mich den persönlichen Anforderungen an (Organisations-)Berater, insbesondere in den Bereichen Mediation, Konfliktcoaching und Organisationsberatung. Zusammen mit Klaus Eidenschink, einem erfahrenen Organisationsberater und Autor, gehen wir auf die Herausforderungen ein, die Berater in Organisationen erwarten. Dabei basieren unsere Gespräche auf den zehn spezifischen Anforderungen, die Klaus und sein Co-Autor Uli Merkes in ihrem Buch „Entscheidungen ohne Grund“ formuliert haben.

Wir beginnen mit der Diskussion, dass erfolgreiche Beratung weit über die einfache Zufriedenheit des Kunden hinausgeht. Oftmals wird diese Zufriedenheit als Maßstab für den Erfolg herangezogen, doch wir stellen heraus, dass wahre Beratung oft Unbehagen und Unsicherheit bei den Klienten hervorruft. In diesem Kontext beleuchten wir zwei gängige Missverständnisse in der Beratungslandschaft: die Expertenberatung, bei der der Berater als Wissender auftritt und Beratung zur Erziehung zu verkommen droht, und die Dienstleistung, wo der Berater zum Erfüllungsgehilfen des Klienten wird. Beide Ansätze führen in unserem Verständnis nicht zu echter Beratung, da sie keine eigenständige Entwicklung fördern.

Ein zentraler Punkt in unserem Gespräch ist das Konzept des Beratungssystems, welches sich aus der Beziehung zwischen Berater und Klient bildet. Es ist entscheidend, dass beide Parteien ihre eigenen Regeln und Identitäten bewahren, um ein fruchtbares Beratungssystem zu ermöglichen. Dies führt uns zu den zehn Anforderungen an Berater, die nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch relevant sind. Dabei wird deutlich, dass Unsicherheitstoleranz eine der Schlüsselkompetenzen ist, die Berater benötigen, um erfolgreich arbeiten zu können.

Wir diskutieren die Symbiose-Immunität, die es Beratern ermöglicht, unabhängig von den Erwartungen ihrer Klienten zu bleiben, sowie die Bedeutung von Selbstwertstabilität. Der Berater darf nicht in eine Abhängigkeit vom Klienten geraten, sondern muss eigene Meinungen und Impulse in die Beratung einbringen. Dies führt zu einer echten Interaktion, die für beide Seiten gewinnbringend ist.

Die Lotsenkompetenz ist eine weitere wichtige Anforderung, die wir besprechen. Ein guter Berater muss nicht nur die Gewässer, in denen er sich bewegt, kennen, sondern auch über die Fähigkeit verfügen, die Signale seines Gegenübers wahrzunehmen und zu deuten. Wir unterstreichen, dass echte Überraschungsaffinität und Ambiguitätskraft für Berater essenziell sind, um flexibel und anpassungsfähig auf die dynamischen Anforderungen in Beratungssituationen reagieren zu können.

Die emotionale Resonanzstärke spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Berater müssen in der Lage sein, ihre eigenen Emotionen und die ihrer Klienten wahrzunehmen und zu reflektieren. Daraus ergibt sich das Potenzial für tiefere Einsichten und die Möglichkeit, in der Beratung neue Perspektiven zu eröffnen. Schließlich behandeln wir das Thema der Erzählfreude, die Beratern hilft, komplexe Muster und Situationen durch Geschichten und Analogien zu verdeutlichen.

Im Verlauf des Gesprächs wird klar, dass die Anforderungen an Berater nicht nur herausfordernd, sondern auch eine Chance darstellt, ihre eigene Praxis zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Klaus und ich freuen uns auf die kommende Veröffentlichung der erweiterten Version seines Buches, die es den Lesern ermöglichen wird, diese wertvollen Erkenntnisse in die eigene Beratungsarbeit zu integrieren.

Topics

ParadoxieAmbiguitätAmbivalenzKundenzufriedenheitUnsicherheitstoleranzSymbioseimmunitätLotsenkompetenzResonanzstärkeErzählfreude