
Show overview
Gegneranalyse: Neue Rechte - altes Denken has published 8 episodes during 2020. That works out to roughly 4 hours of audio in total. Releases follow a near-daily cadence.
Episodes typically run twenty to thirty-five minutes — most land between 28 min and 34 min — and the run-time is fairly consistent across the catalogue. It is catalogued as a DE-DE-language Politics show.
The catalogue appears to be on hiatus or wound down — the most recent episode landed 6.3 years ago, with no new episodes in over a year. Published by LibMod - Zentrum Liberale Moderne.
From the publisher
Hier finden Sie Essays zu antiliberalen Vordenkern: was waren ihre Ideen und wie wird ihr Denken heute von der Neuen Rechte aufgegriffen? Die liberale Demokratie steht weltweit unter Druck. Wer der „antiliberalen Konterrevolution“ (Timothy Garton Ash) erfolgreich entgegentreten will, muss sich mit ihren Ursachen und ideologischen Mustern auseinandersetzen. Die vorliegenden Essay zeigen die langen Linien antiliberalen Denkens auf. Zu den prägenden Köpfen der Opposition gegen die liberale Moderne gehören Carl Schmitt, Ernst Jünger, Oswald Spengler, Martin Heidegger, Arthur Moeller van den Bruck, Ernst Niekisch, Sigrid Hunke, Arnold Gehlen, Armin Mohler, Konrad Lorenz, Alain de Benoist, Alexandr Dugin. Sayyid Qutb gehört als Vertreter des radikalen Islamismus in diese Reihe. Auch Thomas Mann ist in diesem Zusammenhang von Interesse mit seiner exemplarischen Wendung vom Gegner (“Betrachtungen eines Unpolitischen”, 1918) zum Anhänger der demokratischen Republik. Die hier vorgestellten Essays sind mit weiteren Texten in einem Sammelband erschienen. Der Sammelband "Das alte Denken der Neuen Rechten" kann unter www.gegneranalyse.de/sammelband bestellt werden.
Latest Episodes
Ernst Jünger - Der Amoralismus des Ästheten
In der Geschichte des antiliberalen, moderne-kritischen Denkens nimmt der hochdekorierte Offizier und vielfach geehrte Schriftsteller, Publizist und Insektenforscher Ernst Jünger (1895–1998) einen besonderen Platz ein. Seine scharfe Ablehnung von Idee und Wirklichkeit einer liberalen Demokratie, seine Verehrung des Soldatischen und des Elitären, seine Haltung kalter Beobachtung und Verachtung alles Gesellschaftlich-Politischen blieb für ihn sein Leben lang bestimmend.
Carl Schmitt - Antiliberalismus, identitäre Demokratie und Weimarer Schwäche
Der Staatsrechtler Carl Schmitt (1888-1985) bleibt bis heute eine hoch umstrittene und schillernde Figur, ein gefährlicher Geist, dessen Gedankengut vor allem antiliberale Feuerköpfe stimulierte. Gleichzeitig hatte seine Verfassungslehre wesentlichen Einfluss auf den Entstehungsprozess des Grundgesetzes. Das konstruktive Misstrauensvotum, die Ewigkeitsklausel für bestimmte Verfassungsartikel und die Konzeption einer wehrhaften Demokratie stehen mit seiner Kritik an der Weimarer Reichsverfassung in Verbindung.
Martin Heidegger - Vom wahren Sein zur Volksgemeinschaft
Geschick, Gemeinschaft, Volk – die Identitäre Bewegung greift Heideggers Schlüsselbegriffe gerne auf. Auch Alexander Dugin, einer der Chefideologen der europäischen Rechten im Dunstkreis des Kremls, beruft sich auf Heidegger. Was macht Heideggers Denken so attraktiv für die antidemokratische Rechte? Rechte Intellektuelle beziehen sich gerne auf dessen frühes Jahrhundertwerk, das 1927 erschienene, als Markstein der Existenzphilosophie geltende Buch „Sein und Zeit“. Es kann als Inbegriff einer völkischen Philosophie gelten.
Arthur Moeller van den Bruck - Der Prophet des „Dritten Reichs“
Der Kulturkritiker Arthur Moeller van den Bruck war lange nahezu vergessen. Dabei zählte er zu den schillerndsten Autoren des Weimarer Radikalnationalismus. Die Wiederbelebung des Theoriekanons der Zwischenkriegszeit durch die heutige Neue Rechte hat auch ihn wieder in den Fokus gerückt.
Sigrid Hunke - und weitere antiliberale Vordenkerinnen
Antiliberale Vordenkerinnen versuchten in den zwanziger Jahren Antworten auf die „Frauenfrage“ und damit auf eine Herausforderung der liberalen Moderne zu geben. Sind Männer und Frauen gleich und haben deshalb die gleichen Rechte? Während Antifeministinnen die politische Gleichberechtigung von Frauen ablehnten, wollten völkische Frauenrechtlerinnen vermeintliche Unterschiede der Geschlechter für eine antidemokratische Politik nutzen.
Arnold Gehlen - Kalter Blick in die „Wärmestuben des Liberalismus“
Seit rund einem Jahrzehnt tauchen die Begrifflichkeiten Arnold Gehlens in den Versatzkästen neurechter Theorie auf. Mit seinem Werk „Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt“ (1940) legte er eine konservativ grundierte und autoritär flankierte philosophische Anthropologie vor. In den sechziger Jahren profilierte sich Gehlen als konservativer Widersacher der Kritischen Theorie vor allem Adornos und liberaler Gesellschaftstheorien.
Alain de Benoist - „Nouvelle Droite“ – Antikapitalismus von rechts
Der Franzose Alain de Benoist (*1943) gilt als führender Kopf der „Nouvelle Droite“. Er versteht sich als Theoretiker einer Neuen Rechten, die anti-egalitär, anti-liberal, anti-kapitalistisch und anti-westlich orientiert ist. Öffentlich bekannt wurde der Pariser Publizist mit der Gründung des ultrarechten Think Tank GRECE im Jahr 1968. Benoist versteht sich als Theoretiker einer Neuen Rechten, die anti-egalitär, anti-liberal, anti-kapitalistisch und anti-westlich orientiert ist.
Thomas Mann - Vom unpolitischen Betrachter zum „Wanderredner der Demokratie“
Gern werden Autor und Werk der später so genannten „Konservativen Revolution“ zugerechnet, und tatsächlich hat Thomas Mann mit dem 600-seitigen literarisch-politischen Manifest “Betrachtungen eines Unpolitischen” zunächst in antiliberalen Kreisen für entschiedenen Applaus gesorgt; binnen weniger Jahre sollte sich das freilich grundlegend ändern, denn mit der Rede von Deutscher Republik (1922) wurde er zum entschiedenen Befürworter der einst gescholtenen Demokratie. Dieser gelegentlich sogar als Konversion karikierte Gesinnungswandel stimuliert bis heute die Vorbehalte gegenüber dem „unwissenden Magier“.