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#4 2026 SPEZIAL - Demokratie sucht Zukunft - Teil 1
Episode 412

#4 2026 SPEZIAL - Demokratie sucht Zukunft - Teil 1

In dieser Spezialfolge diskutiert Christoph Chorherr mit Judith Kohlenberger, Kurt Guwak und Laurenz Ennser-Jedenastik über ihr Buch „Demokratie sucht Zukunft“ und die Frage, warum Parteien als Organisationen so schwer reformierbar sind. Im Fokus stehen strukturelle Probleme der österreichischen und westlichen Parteiendemokratie, vom „ehernen Gesetz der Oligarchie“ bis zur Fixierung auf Wahlkampf und kurzfristige Machterhaltung. Zugleich geht es darum, wie Demokratie trotz Polykrise, Hyper-Individualisierung und medialer Dauerempörung handlungsfähig bleiben und autoritären Versuchungen von Trump bis China etwas entgegensetzen kann.

Ganz offen gesagt · Christoph Chorherr, Kurt Guwak, Judith Kohlenberger, Laurenz Ennser-Jedenastik

January 15, 20262h 11m

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Show Notes

Christoph Chorherr eröffnet eine Serie zur „Zukunft der Demokratie“ und spricht mit Judith Kohlenberger, Kurt Guwak und Laurenz Ennser-Jedenastik über die Thesen ihres gemeinsamen Buchs „Demokratie sucht Zukunft – Wie Parteien neu gedacht werden müssen“. Die Gäste schildern, warum Parteien im Vergleich zu Unternehmen strukturell innovationsarm, innerlich verknöchert und stark von Kontrollbedürfnis, Risikoaversion und kurzfristiger Wahllogik geprägt sind. Laurenz Ennser-Jedenastik erklärt mit Verweis auf das „eherne Gesetz der Oligarchie“, wie sich in Parteien funktionale Eliten und mächtige Vetospieler – von Landeshauptleuten bis Bürgermeistern – herausbilden, die Reformen und Zentralisierungsvorschläge blockieren. Judith Kohlenberger beschreibt eine polarisierte Öffentlichkeit, Veränderungserschöpfung und Vertrauensverlust in staatliche Handlungsfähigkeit, während zugleich viele Menschen weiterhin politisch interessiert, aber von Parteipolitik abgestoßen sind. Am Beispiel Migration zeigt sie, wie symbolpolitische Maßnahmen (Asyl-Auslagerung, Scharia-Verbot) echte Zukunftsthemen wie demografischen Wandel und qualifizierte Zuwanderung verdrängen und wissenschaftliche Expertise meist nur für Wahlkampf-Framings abgefragt wird. Im Gespräch über Brexit, Orban, Erdogan, Trump, China und neue rechte Bewegungen diskutieren die vier, warum Demokratien ineffizient wirken, autoritäre Systeme scheinbar „liefern“ – und dennoch nur die liberale Demokratie Menschenrechte, individuelle Freiheit und Machtbegrenzung garantieren kann. Die Runde arbeitet heraus, wie Hyper-Individualisierung, soziale Medien, Boulevardlogik und alternative Medien-Ökosysteme Parteien zusätzlich unter Druck setzen, Politiker:innen zu permanent defensiver Kommunikation zwingen und geteilte Öffentlichkeit erodieren lassen. Am Ende skizzieren die Autor:innen Reformideen: Parteien sollen sich öffnen, echte inhaltliche Beteiligungsräume jenseits von Mitgliedschaft schaffen, Zukunftsbilder und kollektive Ziele stärker in den Mittelpunkt stellen und gemeinsam mit einer aktiven Zivilgesellschaft neue, konfliktfähige und dennoch entscheidungsstarke Formen demokratischer Politik entwickeln.

Links zur Folge:

Buch "Demokratie sucht Zukunft" (Goldegg-Verlag)

Buch "Ungleich vereint" (Suhrkamp-Verlag)

Ganz offen gesagt SPEZIAL Über das politische Handwerk - mit Laurenz Ennser-Jedenastik und Christoph Chorherr vom 21.03.2025

Initiative "mehrGRIPS"

"Ehernes Prinzip der Oligarchie" (Wikipedia)

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