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#15 2026 "Nahost. Nah dran." - mit Karim El-Gawhary
Episode 423

#15 2026 "Nahost. Nah dran." - mit Karim El-Gawhary

Nahost-Experte Karim El-Gawhary spricht über die katastrophale Lage im Gazastreifen, die ungelöste israelische Besatzung und mögliche politische Szenarien zwischen Status quo, Vertreibung, Zwei- und Einstaatenlösung. Er analysiert die innere und äußere Krise des Iran, die Gefahr einer regionalen Eskalation und die Rolle der USA unter Präsident Trump. Im zweiten Teil erzählt er von Anfeindungen, seinem Abschied vom ORF und seinen Plänen, mit einem eigenen Podcast und neuen Projekten als unabhängige Stimme zum Nahen Osten präsent zu bleiben.

Ganz offen gesagt · Stefan Lassnig, Karim El-Gawhary

March 2, 202648m 45s

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Show Notes

Journalist und Nahost-Experte Karim El-Gawhary beschreibt die Situation im Gazastreifen als humanitäre Katastrophe mit zerstörter Infrastruktur, massiver Vertreibung und einer „Waffenruhe“, die diesen Namen kaum verdient. Er betont, dass die israelische Besatzung von Gaza und Westjordanland der zentrale Kernkonflikt ist und skizziert vier Optionen: Status quo, Vertreibung der Palästinenser, eine inzwischen fast unmögliche Zwei-Staaten-Lösung und eine schwer vorstellbare Einstaaten-Lösung mit gleichen Rechten für alle. El-Gawhary kritisiert die Rolle der USA und die „Glitzerpläne“ für Gaza, die die Lebensrealität der Palästinenser ausblenden, und warnt vor der politischen Dynamik unter Präsident Trump. Im Blick auf den Iran spricht er über ein reformunfähiges Regime, eine polarisierte Gesellschaft, mögliche Szenarien von Militärdiktatur bis Staatszerfall und die Gefahr eines regionalen Flächenbrands inklusive Angriffen auf Öl-Infrastruktur und der Straße von Hormus. Er erklärt, wie begrenzt der Zugang von Journalist:innen nach Gaza ist, schildert seine Arbeitsweise mit lokalen Partnern vor Ort und warum er konsequent menschennahe Geschichten erzählt. El-Gawhary setzt sich mit Vorwürfen der Einseitigkeit und des Antisemitismus auseinander und verweist darauf, dass Begriffe wie „Besatzung“ und „besetzte Gebiete“ völkerrechtlich definiert und vom Internationalen Gerichtshof bestätigt sind. Persönlich spricht er über Shitstorms, die Nicht-Verlängerung seines ORF-Vertrags, die große öffentliche Wertschätzung und seine Motivation, als unabhängiger Journalist weiterzuarbeiten – unter anderem mit einem wöchentlichen Podcast „Nahost. Nah dran.“ und Live-Formaten. Zum Schluss erzählt er, wie ihn Geschichten extremer Gewalt und Ohnmacht belasten und warum „Ausladen“ – also Erzählen, Schreiben und Diskutieren – für ihn ein zentraler Weg ist, seelisch in Balance zu bleiben.

Podcast-Empfehlung der Woche:

Podcast "Freiwärts - Aus dem Trauma in die Kraft"

Titelbild Folge: Sascha Osaka

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