
Franko-viel - Der Frankreich-Podcast
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#103 – Léon Blum, die Volksfront und das Versprechen der sozialen Republik
#102 - Frankreich 1944: Besatzung, Gewalt, Erinnerung

Ep 106#101 - Nach der Kommunalwahl: Wer hat Rückenwind für 2027?
Pfiffe statt Applaus: Nach dem zweiten Wahlgang der französischen Kommunalwahlen kam es in mehreren Städten zu tumultartigen Szenen in den Rathäusern. Abgewählte Bürgermeister wurden ausgebuht und beleidigt. Politiker mehrerer Lager sprechen von einem demokratischen Skandal. Doch hinter den Bildern vom Wahlabend steckt mehr als nur lokaler Frust. Die Kommunalwahl zeigt, wie tief Frankreich politisch zersplittert ist - und wie stark bereits jetzt alles auf die Präsidentenwahl 2027 zuläuft. Welche Rolle spielen die wiedererstarkten Sozialisten und Konservativen? Wie stark sind Rassemblement National und La France Insoumise wirklich? Und kann aus der zerfallenden politischen Mitte überhaupt noch einmal ein präsidentschaftsfähiges Lager entstehen?

Ep 105Krebse. Haie. Staatsbürger (#5) - Nest oder Republik
Was soll die Kita leisten - freies Spiel ermöglichen oder Kinder gezielt auf die Schule vorbereiten? In dieser Folge geht es um die historischen Wurzeln der deutschen Kita-Debatte: Friedrich Fröbel, das preußische Kindergartenverbot, die Rolle der Kirchen und den Kontrast zur französischen École maternelle. Im Gespräch mit der Professorin für Elementarpädagogik Diana Franke-Meyer wird klar, warum die aktuellen Streitfragen um Sprachförderung, Vorschule und Staatsauftrag viel tiefer reichen, als es auf den ersten Blick scheint.

Ep 104#100 - Melodie einer schwierigen Partnerschaft: Françallemagne - eine Option für Europa?
Im Mittelpunkt dieser Jubiläumsfolge steht eine große europäische Frage: Reicht die klassische deutsch-französische Kooperation noch aus - oder erzwingen geopolitische Krisen, fiskalischer Druck und ein brüchiger Westen irgendwann einen ganz neuen Integrationsschritt? Darüber habe ich diskutiert mit Claire Demesmay vom Institut français Bonn, Jacob Ross von der DGAP und Jan Techau von der Eurasia Group. Es geht um antideutsche und antifranzösische Ressentiments, um strategische Missverständnisse zwischen Berlin und Paris, um Frankreichs finanzielle Lage, um europäische Verteidigung und um das Zukunftsszenario einer möglichen Françallemagne. Der Abend erinnerte außerdem an Norbert Glanzberg, den jüdischen Komponisten und Weggefährten Édith Piafs, dessen 25. Todestag auf den Tag der Veranstaltung fiel. Seine Musik war an diesem Abend mehr als Begleitung: Sie bildete den emotionalen Resonanzraum der Debatte. Im Podcast selbst sind aus urheberrechtlichen Gründen nur kurze Ausschnitte zu hören.

Ep 103#99 - "Plan Pinay-Rueff": De Gaulles Schocktherapie für Frankreich
1958 steht Frankreich am Abgrund: Inflation, Defizite, Kapitalflucht und kaum noch Devisenreserven. Mit de Gaulles Rückkehr kommt nicht nur eine neue Verfassung, sondern auch ein radikaler wirtschaftspolitischer Schnitt: der Plan Pinay–Rueff. Preise freigeben, Haushalt sanieren, Währung stabilisieren. Das geschieht nicht, um den Staat zu verkleinern, sondern um ihn wieder handlungsfähig zu machen. In Folge 99 sprechen wir mit dem Historiker Matthias Oppermann über den Status des Liberalismus in Frankreich, die Logik der „Schocktherapie“ von 1958 und darüber, warum ein neuer „Rueff-Moment“ heute so schwer vorstellbar ist.

Ep 102#98 - Fast vergessene Union: Als Frankreich und Großbritannien 1940 ein gemeinsamer Staat werden sollten
Am 19. September 1946 ruft Winston Churchill in Zürich zur "Partnerschaft zwischen Frankreich und Deutschland" auf - als erster Schritt zur "Recreation of the European family". Aber nur sechs Jahre früher, im Juni 1940, liegt auf Churchills Tisch in London eine Idee, die noch radikaler ist: nicht Partnerschaft, sondern ein gemeinsamer Staat - eine britisch-französische Union.

Ep 101#97 - René Pleven und die EVG: Europas verpasste Verteidigungsunion
Europa kann sich nur gemeinsam verteidigen. Das sagt René Pleven schon 1950. Aus dem Schock des Koreakriegs entsteht die Idee einer europäischen Armee: die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG). Doch obwohl der Vertrag 1952 unterschrieben ist, scheitert das Projekt 1954 im französischen Parlament - per Verfahrenstrick. In Folge 97 von Franko-viel ordnen wir Aufstieg, Idee und Scheitern der EVG ein: von Plevens Londoner Exil und seiner Nähe zu Jean Monnet bis zu Artikel 38 und der verpassten Europäischen Politischen Gemeinschaft. Gast ist der Historiker Prof. Dr. Wilfried Loth (Universität Duisburg-Essen).

Ep 100Krebse. Haie. Staatsbürger (#4) - Milch und Staat
Während in Deutschland das Ideal der maximalen Symbiose herrscht, hat der mütterliche Kokon in Frankreich ein schnelles Verfallsdatum. In Folge 4 erkunden wir den kulturellen Grabenbruch zwischen dem deutschen „Wochenbett-Kokon“ und der französischen „Boxenstopp-Mentalität“.

Ep 99#96 – Rose Valland: Wie Frankreich seine von den Nazis geraubte Kunst zurückbekam
Paris, Herbst 1940: Das Musée du Jeu de Paume wird zum Hauptquartier des NS-Kunstraubs. Unter den Augen deutscher Wachposten sortiert der „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“ geraubte Meisterwerke wie Waren. Mitten in diesem System arbeitet Rose Valland – scheinbar unscheinbar, angeblich ohne Deutschkenntnisse. Doch sie versteht jedes Wort. Und sie beginnt, heimlich alles zu dokumentieren. In Folge 96 von Franko-viel sprechen wir mit der deutsch-französischen Kunsthistorikerin und Provenienzforscherin Stéphanie Baumewerd (Deutsches Zentrum Kulturgutverluste) über Rose Vallands Mut, ihre Strategie – und darüber, warum ihre Notizen bis heute für die Provenienzforschung wichtig sind.

Ep 98Krebse. Haie. Staatsbürger (#3) - Schmerz und Plan
Der Rhein braucht von Straßburg bis Bonn gute 60 Stunden. Doch wenn es um das Leben geht, das an seinen Ufern entsteht, trennen Deutschland und Frankreich Welten. Warum dauert eine Schwangerschaft in Frankreich offiziell eine Woche länger als in Deutschland? Warum gilt die PDA dort als Segen der Moderne, während deutsche Mütter oft den Anspruch haben, es „natürlich“ zu schaffen? Und warum fühlen sich deutsche Eltern im Kreißsaal als Kontrolleure, während französische Eltern der „medizinischen Fabrik“ vertrauen? In der dritten Folge von „Krebse. Haie. Staatsbürger“ blicken wir auf den Moment, in dem der Staat zum ersten Mal nach uns greift: die Geburt.

Ep 97Krebse. Haie. Staatsbürger (#2) - Wir sind, was funktioniert
Was hält eine Gesellschaft zusammen, wenn sie sich nicht über Nation, Pathos oder große Erzählungen definiert? In der zweiten Folge von "Krebse. Haie. Staatsbürger." geht es um das deutsche Selbstverständnis und den auffälligen Kontrast zu Frankreich. Während französische Politik auf Nation, Republik und große Worte setzt, definieren sich viele Deutsche über etwas ganz anderes: funktionierende Systeme, Verlässlichkeit, Stabilität.

Ep 96Krebse. Haie. Staatsbürger (#1) – Deutschland & Frankreich: Sündige Menschen, heilige Staaten?
Über den Staat als Erzieher: Von den Menschenbildern bei Rousseau, Hobbes und Luther bis zum Erbe von 1870/71 und dem ‚republikanischen Betriebssystem‘ der Gegenwart. Charles de Montesquieu: Der Vater der Gewaltenteilung und der „Zwischengewalten“, die in Deutschland blühen und in Frankreich beschnitten wurden. Konrad Adenauer: Der rheinische Föderalist, dessen 150. Geburtstag wir zum Anlass nehmen, über die „Staatsgesinnung“ der Deutschen zu sprechen.

Ep 95#95 - Krebse. Haie. Staatsbürger - die etwas andere Jahresendfolge 2025
Was formt uns mehr: Familie oder Staat? Zum Jahresende dreht Franko-viel die Rollen um: Der Host nimmt Stellung zu einer neuen Podcast-Serie über Mentalität, Macht und Prägung. Von Kindergärten über Protestkultur bis Adenauer und de Gaulle – eine Tiefenbohrung in den Maschinenraum der deutsch-französischen Beziehungen.

Ep 94#94 - Licht aus, Film ab! 130 Jahre Kino und der Kampf um die Leinwand
Vor genau 130 Jahren begann ein Wettlauf, der die Welt veränderte: Paris oder Berlin? Lumière oder Skladanowsky? Wer hat das Kino wirklich erfunden? In Folge 94 blicken wir zurück auf die Geburtsstunde der bewegten Bilder im Jahr 1895 und schauen gleichzeitig in die Zukunft des Kinos. Das Jubiläumsjahr 2025 war für die Branche nicht einfach. Während Streaming-Dienste boomen, fehlen den Kinos oft die Blockbuster und bisweilen auch das junge Publikum. Wie unterscheidet sich die deutsche Filmkultur von der im kinoverrückten Frankreich? Zu Gast im Podcast ist die deutsch-französische Produzentin und Verleiherin Vanessa Ciszewski. Als Absolventin des renommierten Ateliers Ludwigsburg-Paris und Gründerin von Katuh Studio und dem Luftkind Filmverleih kennt sie beide Welten. Wir sprechen mit ihr über Arthouse-Kino, warum Kinderfilme die Hoffnung der Branche sind und wie man die Magie des "kollektiven Träumens" in die Zukunft rettet.

Ep 93#93 - Medienmacht, Milliardäre, Meinungskampf: Frankreichs Kulturkrieg auf dem Bildschirm
In dieser Folge von Franko-viel geht es um die wachsende Medienmacht französischer Milliardäre, um politischen Kulturkampf im Fernsehen - und um die Frage, wie es um Pressefreiheit und Meinungsvielfalt in Frankreich steht.

Ep 92#92 - Euro gegen Force de Frappe? - Deutschlands offene Rechnung mit Frankreich
Paris, 1952: Die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) verspricht eine gemeinsame Armee für den Westen, scheitert jedoch zwei Jahre später am Veto der französischen Nationalversammlung. Heute zeigen die USA Europa die kalte Schulter, Putin rückt näher und Europa steht erneut vor der Frage: Wie organisieren wir die Sicherheit des Kontinents? Und wieder unterscheiden sich die Interessen Deutschlands und Frankreichs.

Ep 91#91 - Claude Lanzmann: 100 Jahre - "Shoah" und das Erbe eines Jahrhundertfilms
Zum 100. Geburtstag von Claude Lanzmann (1925-2018) widmet sich Franko-viel einer der bedeutendsten filmischen Zeugnisse des 20. Jahrhunderts: Shoah (1985). Neun Stunden und 26 Minuten – ohne Archivbilder, ohne Rekonstruktionen. Ein Film, der unsere Erinnerungskultur verändert hat und bis heute radikal bleibt. Im Mittelpunkt dieser Folge steht Corinna Coulmas, die zehn Jahre lang an der Seite von Claude Lanzmann gearbeitet hat: bei Recherchen, Interviews und der Vorbereitung von Shoah.

Ep 90#90 – Das Camembert-Diagramm: Frankreich zwischen Käse, Klasse und Krise
Warum riecht Protest in Frankreich nach Picknick? Was verrät ein Pain au Chocolat über die französische Gesellschaft? Und wieso ist die Rentenreform kein technisches Thema, sondern vor allem ein emotionales? Die SPIEGEL-Journalistin und Buchautorin Nadia Pantel erklärt Frankreich über den Esstisch – und zeigt, wie eng Genuss, Arbeit und Aufbegehren dort zusammenhängen.

Ep 89#89 - Frankreich isst anders – Ein deutscher Sternekoch über Genuss und Kultur
Das französische Mahl ist UNESCO-Weltkulturerbe - und in kaum einem anderen Land gehört das gemeinsame Essen so sehr zur Identität wie in Frankreich. David Görne lebt diese Kultur täglich: Der Hamburger ist der erste Deutsche, der in Frankreich einen Michelin-Stern erkocht hat. In seinem Manoir de Rétival an der Seine serviert er große Küche.

Ep 88#88 - Überleben in Matignon: Lecornu, Macron und die Lehren der Geschichte
Frankreich erlebt turbulente Zeiten: Diese Folge widmet sich der seltenen politischen Instabilität, die das Land derzeit prägt. Es geht um die Frage, ob es sich um eine Krise der Regierung handelt – oder ob die Grundfesten der Fünften Republik selbst erschüttert werden. Der Blick geht zurück auf historische Parallelen, auf die Rolle von Präsident Macron und auf die Reaktionen der politischen Lager. Kann der neue Premierminister Sébastien Lecornu durch einen Bruch mit der bisherigen Linie genügend Abstand zu Macron gewinnen – und damit das politische Überleben der Regierung sichern? Gibt es eine Mehrheit für Reformen in Frankreich? Eine Folge über die Macht der Institutionen, den Druck der Straße und die Frage, ob Frankreich einen Ausweg aus der Sackgasse findet.

Ep 87#87 - Symbolik in Brégançon, Krise in Paris – deutsch-französische Beziehungen zwischen Aufbruch und Unsicherheit
Fort Brégançon und Toulon: Beim ersten deutsch-französischen Ministerrat unter Kanzler Friedrich Merz und Staatspräsident Emmanule Macron setzten Berlin und Paris auf viel Symbolik – vom Empfang in der Präsidentenresidenz bis zum Insta-Video. Doch hinter den Bildern stehen harte Themen: Energie, Industriepolitik, Verteidigung und die europäische Sicherheit in Zeiten von Donald Trump. Doch Paris ringt zugleich mit einer Regierungskrise – und das stellt die Partnerschaft mit Berlin vor neue Fragen.

Ep 86#86 - Was hält Deutschland und Frankreich wirklich zusammen?
Schulter an Schulter in Washington, entschlossen in Berlin: Mit starken Bildern präsentieren sich Bundeskanzler Friedrich Merz und Staatspräsident Emmanuel Macron derzeit als Krisendiplomaten. Doch wie viel Orientierung und Führung können Deutschland und Frankreich Europa heute wirklich geben? In Folge 86 sprechen wir mit der Politikwissenschaftlerin Claire Demesmay – über Politik und Sicherheit, aber auch über Sprache, Kultur, Klischees und die Frage, was Deutschland und Frankreich wirklich zusammenhält.

Ep 85#85 - Der lange Schatten von Vichy: Frankreich unter deutscher Besatzung
Sommer 1940: Frankreich ist besiegt, das Land geteilt – zwischen deutscher Besatzung im Norden und dem autoritären Vichy-Regime im Süden. Millionen Menschen erleben einen Alltag im Ausnahmezustand: zwischen Anpassung, Kontrolle und schleichender Gewalt. Jahrzehntelang wird verdrängt, wie tief Frankreich selbst in die Verfolgung und Entrechtung eingebunden war. Erst 1995 spricht Jacques Chirac offen von einer „unauslöschlichen Schuld“.

Ep 84#84 – Die Deutsch-Französische Brigade - Viel Symbol, wenig Einsatz?
Was passiert, wenn zwei Nationen eine gemeinsame Armee schaffen wollen? In Folge 84 blicken wir auf die Geschichte der Deutsch-Französischen Brigade – vom visionären Projekt Kohls und Mitterrands bis zur möglichen Rolle an der NATO-Ostflanke ab 2026. Wie funktioniert binationaler Alltag in Uniform? Warum gab es nie einen echten gemeinsamen Kampfeinsatz? Und was sagt uns das über Europas Verteidigungsfähigkeit?

Ep 83#83 - Stresemann, Briand und Locarno – Die Premiere einer neuen Diplomatie
Im Oktober 1925 treffen sich in Locarno Vertreter Deutschlands, Frankreichs und weiterer europäischer Mächte – in einem kleinen Schweizer Kurort mit großer Bedeutung. Sie wollen Frieden sichern, Grenzen garantieren und den Weg frei machen für eine neue europäische Ordnung. Es ist ein diplomatisches Experiment – mit Frühstücksgesprächen, nächtlichen Verhandlungen und erstmals eingesetzten Konferenzdolmetschern.

Ep 82#82 - AbiBac und mehr - Wie Frankreichs Schulen in Deutschland Wurzeln schlugen...
Wie bringt man zwei Schulsysteme zusammen, die unterschiedlicher kaum sein könnten? In dieser Folge erzählt Friedhelm Dilk, ehemaliger Schulleiter des Friedrich-Ebert-Gymnasiums in Bonn, wie aus einer Vision Realität wurde: das AbiBac – ein deutsch-französischer Doppelabschluss, der heute an fast 200 Schulen vergeben wird.

Ep 81#81 - 20 Jahre nach dem Nein zur EU-Verfassung – Wo steht Frankreich in Europa?
Vor zwanzig Jahren sagten 54,5 Prozent der Franzosen Non zur EU-Verfassung. Doch Teile des Textes kehrten 2009 im Vertrag von Lissabon zurück. Viele Franzosen fühlten sich davon übergangen. Bis heute spielt das Nein zur Verfassung eine wichtige Rolle für das Verständnis der französischen Haltung zur Europäischen Union.

Ep 80#80 - Die Maginot-Linie: Verteidigt, umgangen, vergessen? Was Europa heute wissen muss
80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blicken wir zurück auf eines der symbolträchtigsten Bauwerke der europäischen Militärgeschichte: die Maginot-Linie. Einst als Schutzwall gegen Deutschland geplant, wurde sie zum Sinnbild für illusorische Sicherheit. Was verrät sie über Frankreichs Trauma nach dem Ersten Weltkrieg – und über unsere heutigen Debatten zu Verteidigung, Abschreckung und gesellschaftlicher Resilienz?

Ep 79#79 - Frankreich im Sattel – Eine Tour durch Republik und Realität
Wie lebt es sich in einem Land, das sich selbst als Republik versteht – und doch täglich an den eigenen Idealen scheitert? Der Journalist und Autor Jean-Marie Magro ist mit dem Rennrad quer durch Frankreich gefahren und hat mit über 100 Menschen gesprochen. Entstanden ist das Buch Radatouille – ein politisches Roadmovie in Etappen: durch Vorstädte und Elitegymnasien, durch Glaubenskrisen und Bildungsversprechen, vorbei an katholischen Schulen, Antisemitismus, republikanischen Rissen und ganz persönlichen Momenten der Hoffnung.

Ep 78#78 - Der Fall Marine Le Pen: Verurteilt – und doch noch im Rennen?
Marine Le Pen wurde zu vier Jahren Haft, 100.000 Euro Geldstrafe und fünf Jahren Unwählbarkeit verurteilt – und das mit sofortiger Wirkung. Eine Woche nach dem spektakulären Urteil inszeniert sich die 56-Jährige als Opfer einer politischen Justiz. Doch ist das Urteil wirklich politisch? Wir analysieren, was juristisch dran ist an der Kritik, welche Reaktionen es in Frankreich und Europa gibt – und warum ein „Joker-Gesetz“ Le Pen doch noch die Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2027 ermöglichen könnte.

Ep 77#77 - Haft für Sansal, Streit um Rückführungen: Frankreich und Algerien vor dem Bruch?
Der Fall Boualem Sansal elektrisiert Frankreich. Der 80 Jahre alte französisch-algerische Schriftsteller wurde in Algerien zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt – wegen kritischer Aussagen zur Westsahara. Präsident Macron fordert seine Freilassung. Parallel zum Konflikt um Sansal verweigert Algerien die Rücknahme ausreisepflichtiger Staatsbürger – ein diplomatischer Dauerkonflikt mit explosiver Wirkung.

Ep 76#76 – Macron, Merz und die Bombe: Braucht Deutschland die Force de Frappe?
Friedrich Merz, voraussichtlich Deutschlands nächster Kanzler, stellt die Weichen für eine sicherheitspolitische Neuordnung: Eine nukleare Zusammenarbeit mit Frankreich und Großbritannien rückt in den Fokus. Doch kann Europa mit der französischen "Force de Frappe" ein glaubwürdiges Abschreckungsszenario aufbauen, wenn der US-Schutzschirm bröckelt? Und ist es an der Zeit, das deutsch-französische Beistandsversprechen auf eine neue Stufe zu heben – ein ‚nukleares Aachen‘ als Antwort auf die geopolitischen Umbrüche? Ein Gespräch über Europas sicherheitspolitische Zukunft in Zeiten globaler Unsicherheit.

Ep 75#75 - Friedrich "Charles“ Merz – Bekommt Paris einen "Gaullisten" ins Kanzleramt?
In der "Berliner Runde" nach der Bundestagswahl forderte Friedrich Merz eine schrittweise Unabhängigkeit Europas von den USA - eine Botschaft, die in Frankreich aufhorchen ließ. Emmanuel Macron hofft auf einen Kanzler Merz als Motor für ein souveräneres Europa. Mit dem Macron-Biografen Joseph de Weck analysieren wir, was Frankreich von Merz erwartet und was für ein starkes Duo Merz-Macron spricht.

Ep 74#74 - Schneller, digitaler, anders – Was Deutschland von Frankreichs Wahlen lernen kann
Knapp drei Wochen noch bis zur Bundestagswahl – und die Wahlzettel sind immer noch nicht gedruckt. Für viele Deutsche im Ausland wird das knapp. In Frankreich gibt es dieses Problem nicht: Dort können Bürger im Ausland per Internet wählen, und sogar eigene Abgeordnete vertreten ihre Interessen. Warum geht das in Deutschland nicht? Und warum brauchen die Franzosen keine Kreuzchen auf dem Wahlzettel?

Ep 73#73 - Bayrou und die Staatsschulden - Droht Frankreich der Kontrollverlust?
Staatsverschuldung, politisches Chaos und die Gefahr eines gesellschaftlichen Bruchs – Frankreich steht vor historischen Herausforderungen. In Folge 73 analysiert Handelsblatt-Korrespondent Gregor Waschinski, warum Premierminister François Bayrou von einem „Himalaya an Problemen“ spricht, wie sich die dramatische Haushaltslage auf die Eurozone auswirkt und ob Frankreichs Weg aus der Krise führen kann.

Ep 72Folge 72 - Jahrhundertbaustelle Notre-Dame - Macron, Papst und Glaube in Frankreich
Zur Eröffnung am 7. Dezember erstrahlt die Pariser Kathedrale in neuem Glanz. Staatspräsident Macron hat seine gewagte Wette vom Wiederaufbau in nur fünf Jahren gewonnen. Die katholische Kirche dürfte allerdings kaum von dem Kraftakt profitieren. Auf seiner Frankreich-Reise im Dezember macht der Papst einen großen Bogen um Notre-Dame. Folge 72 über die "Jahrhundertbaustelle Notre-Dame" – zwischen Stein, Seele und Symbolik.

Ep 71Folge 71 - Trump zurück im Amt: Steuert Europa jetzt auf Macrons Kurs?
Donald Trump kehrt ins Weiße Haus zurück – und Europa muss sich neu orientieren. Was bedeutet dieser politische Wandel für Frankreich und das Verhältnis zu den USA? Folgt Europa nun den Plänen von Emmanuel Macron für eine größere militärische Eigenständigkeit? In dieser Folge diskutieren wir, wie Frankreich und seine EU-Partner auf Trumps Rückkehr reagieren und ob jetzt der Zeitpunkt für einen europäischen Kurswechsel gekommen ist.

Ep 70Folge 70 - Sprache als kulturelle Mission: Macrons Deutschlehrer über Identität und Sprache
Wie lange wird es in Frankreich noch Deutschunterricht an den Schulen geben? Welche kulturellen Kompetenzen braucht ein Franzose, um die Deutschen zu verstehen? Wie sieht Deutschunterricht für einen Staatspräsidenten aus? Der Autor und Deutschlehrer Frank Gröninger ist zu Gast in Folge 70.

Ep 69Folge 69 - Ulrich Wickert erklärt deutsch-französische Missverständnisse und historische Momente
Sarkozys Witze über Merkel, seltsame Lineal-Operationen im Élysée vor jeder Kabinettssitzung und der Rückblick auf historische Szenen der deutsch-französischen Freundschaft. Ulrich Wickert erzählt in Folge 69 aus seinem neuen Buch "Salut les amis: Meine Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen" und erklärt, warum die Kommunikation zwischen Deutschen und Franzosen so kompliziert ist.

Ep 68Folge 68 - Wein in der Krise - Unkonventionelle Wege einer Winzerin aus dem Elsass
Innerhalb von 60 Jahren ist der Weinkonsum in Frankreich um 70 Prozent eingebrochen. Auch der Export schwächelt. Vor allem Rotwein wird im Überschuss produziert - und wird durch staatliche Destillationskampagnen zu Kraftstoff. Rodungskampagnen sollen das Angebot weiter verringern. Doch einige Winzer sehen in der Krise auch eine Chance.

Ep 67Folge 67 - Von Le Pens Gnaden? - Frankreichs neuer Premierminister Barnier
Das Linksbündnis "Neue Volksfront" hatte die vorgezogenen Parlamentswahlen im Juli gewonnen, doch Emmanuel Macron hat sich für einen Konservantiven als neuen Premierminister entschieden. Michel Barnier, der frühere EU-Chefunterhändler für den Brexit, führt die neue Regierung an. Doch klar ist: An der Macht halten kann sich der Gaullist nur mit Unterstützung von Marine Le Pen.

Ep 66Folge 66 - Regieren, aber mit wem? Frankreich nach der Wahl
Ein klarer Linksruck ist das Ergebnis der vorgezogenen Parlamentswahl. Doch noch zeichnet sich nicht ab, ob Präsident Macron auch einen Regierungschef aus der Neuen Volksfront ernennen wird. Die schwierige Regierungsbildung, unerfüllbare politische Forderungen und die Zeitenwende in Frankreich sind die Themen in dieser Folge.

Ep 65Folge 65 - Was passiert, wenn der RN die Regierung übernimmt? - Teil 2 Macron und die Verfassung
Mehr als 50 Jahre nach ihrer Gründung hat die Le Pen-Partei in Frankreich erstmals eine realistische Machtperspektive. Sollte der Rassemblement National, wie derzeit in den Umfragen prognostiziert, mit Abstand stärkste politische Kraft im Land werden, müsste Präsident Macron RN-Chef Jordan Bardella an die Spitze der Regierung holen. Die Perspektiven einer möglichen vierten Kohabitation für Frankreich sind Thema dieser Folge.

Ep 64Folge 64 - Was passiert, wenn der RN die Regierung übernimmt? - Teil 1 Wirtschaft und Finanzmärkte
Jordan Bardella gilt als Ziehsohn von Marine Le Pen. Der 28-jährige Politiker könnte der nächste Premierminister Frankreichs werden. Anfang der Woche stellte der Parteichef des Rassemblement National (RN) seine Pläne für eine Machtübernahme vor. Was würde eine RN-Regierung für Wirtschaft und Finanzmärkte bedeuten?

Ep 63Folge 63 - Umkämpfter Campus - Die Anti-Israel-Proteste und die extreme Linke
Deutlich früher als in Deutschland haben die Folgen des Gaza-Krieges die Universitäten in Frankreich erreicht. Die renommierten Sciences Po-Hochschulen im ganzen Land wurden schon vor Wochen besetzt, die Sorbonne ebenfalls. Der Konflikt wirft ein Schlaglicht auf eine seit vielen Jahren zu beobachtende Radikalisierung in Lehre und Forschung in Frankreich.

Ep 62Folge 62 - Tour de France - Der Europawahlkampf in Frankreich
In einer Grundsatzrede an der Sorbonne hat Staatspräsident Emmanuel Macron Ende April ambitionierte Pläne für die Zukunft der Europäischen Union skizziert. Neuen Schwung konnte Macron seiner Partei Renaissance damit im Wahlkampf aber nicht verschaffen. Ihr droht bei den Europawahlen ein Debakel. Weit abgeschlagen hinter dem extrem rechten Rassemblement National könnte Renaissance am 9. Juni sogar noch von den Sozialisten überholt werden und auf Platz drei landen.

Ep 61Folge 61 - Extrem rechts - Die Wurzeln des Rassemblement National
Am 5. Oktober 1972 gründete Jean-Marie Le Pen den Front National. Jahrzehntelang prägte Le Pen die Partei als Vorsitzender - bis seine Tochter dem FN einen Kurs der "Normalisierung" verordnet hat. Aus der später in Rassemblement National (RN) umbenannten Partei wurde Jean-Marie Le Pen ausgeschlossen. Heute ist der RN laut Umfragen die politische Kraft, die mit großem Abstand die meisten Wähler in Frankreich hinter sich versammelt.

Ep 60Folge 60 - Angst vor der Pleite - Die Wut der Bauern in Frankreich
Die Wut der Bauern in Frankreich gehörte zu Beginn des Jahres zu den ersten Prüfungen des frisch ernannten Premierministers Gabriel Attal. Die Regierung hat den Landwirten mittlerweile zahlreiche Zugeständnisse gemacht, doch viele Strukturprobleme sind weiterhin ungelöst.

Ep 59Folge 59 XXL - Ungeliebte Bombe - Muss Deutschland unter Frankreichs Atomschirm schlüpfen?
Bereits zwei Jahre vor dem russischen Überfall auf die Ukraine hat Präsident Macron Deutschland einen strategischen Dialog über Nuklearwaffen angeboten. Vor dem Hintergrund einer möglichen Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus hat die Diskussion erneut Fahrt aufgenommen. Kann die "Force de Frappe" zum Rettungsanker der Deutschen in höchster Not werden?