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Finanz-Szene - der Podcast

Finanz-Szene - der Podcast

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Ep 76Partner-Podcast: Zu Gast: Prof. Andreas Walter / Schalast Law

Vermutlich ist diese Nachricht hier (sie fiel mitten in die Ferienzeit) vielen durchgerutscht: Ende Juli brummte die niedersächsische Datenschutzbehörde der Hannoverschen Volksbank eine Geldbuße von 900.000 Euro auf. Weil das Institut Kundendaten ausgewertet und Schufa-Daten genutzt hatte, um die Werbeansprache der Kundinnen und Kunden zu verbessern: Wen erreicht man (nur) per Brief – wen auch via E-Mail? Erst so langsam wird deutlich, was da eigentlich passiert zu sein scheint: Bei den 900.000 Euro handelt es sich um das höchste jemals gegen eine Bank hierzulande verhängte Bußgeld wegen eines Datenschutz-Verstoßes Einiges deutet darauf hin, dass hier ein Exempel statuiert werden sollte. Denn: Nach Informationen von Finanz-Szene sollen die Landesdatenschutzbehörden untereinander im Austausch sein, um genau solchen Verstößen wie in Hannover ein Ende zu setzen Im Kern geht es um die Frage, ob der Kunde aktiv der Datennutzung zustimmen muss – und der Hinweis auf das simple Widerspruchsrecht eben nicht ausreicht – eine Parallele zum berühmt-berüchtigten BGH-Gebührenurteil. Wie also weiter von hier? Kommt sie noch, die große Daten-Offensive der Banken und Fintechs, von denen noch vor Jahren allenthalben die Rede war (Spoiler: Nein, die läuft längst, wenn auch im Hintergrund)? Drohen nun auch anderen Akteuren heftige Bußgelder? Und wie steht eigentlich der Regulierer zum Thema Datenschutz bei Banken und Fintechs? All das klären wir in unserem heutigen Partner-Podcast mit Andreas Walter, Leiter der Praxisgruppe Banking & Finance bei Schalast Law | Tax === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

Sep 4, 202231 min

Ep 75Finanz-Szene – Der Podcast. Heute mit Ramin Niroumand / Embedded Capital

Die größten Fehler passieren nicht – und das haben Fintechs vermutlich mit Fußballvereinen und Lotto-Gewinnern gemein –, wenn das Geld knapp ist. Sondern: Wenn es im Überfluss da ist. Sagt wer? Einer, der es wissen muss, nämlich Ramin Niroumand, der als CEO des einstigen Company-Builders Finleap zahlreiche Groß-Fintechs hierzulande mit aufgebaut hat (von der Solarisbank über Penta bis Clark) – der aber, Stichwort Joonko, auch weiß, wie es ist, wenn große Pläne scheitern. Was Niroumand auch zu Zeiten des Fintech-Hypes bereits war: ein Mahner, der vor zu viel vagabundierendem Geld warnte und die Auswüchse des Booms (etwa: die ständig steigenden Gehälter) mit Unbehagen verfolgte. Und so ist der 34-Jährige genau der richtige Gast, um in der heutigen, inzwischen 75. Folge von "Finanz-Szene – Der Podcast" die aktuelle Verfassung deutschen Fintech-Branche zu besprechen. Rückblick: Im vergangenen Jahr hatte der Boom seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Gigantische Funding ergossen sich über die Branche, Fintechs wie Scalable Capital oder die Solarisbank stiegen zu Unicorns auf, andere wie N26, Trade Republic oder Wefox wurden plötzlich sogar mit mehreren Mrd. Euro bewertet. Dann jedoch drehte die Stimmung. Fundings wurden knapper, Expansionspläne gekappt, schon bald folgten die ersten Entlassungen und zuletzt (siehe Nuri) auch die ersten Pleiten. Und nun? War's das mit dem Fintech-Boom und bleiben am Ende nur die ganz großen Player übrig? Oder hat der Crash vielleicht sogar seine guten Seiten – und sei es nur, weil sich mit weniger Geld auch weniger Unsinn machen lässt? Ramin Niroumand (der sich neben Finleap inzwischen auf seinen Frühphasen-Finanzierer "Embedded Capital" fokussiert) hat zu alldem eine klare Meinung. Ja, die Lage ist vielerorts ernst, Besserung (noch) nicht in Sicht. Aber: Er glaubt auch so etwas wie eine Läuterung zu erkennen: Die Mitarbeiter würden wieder loyaler, die Geschäftspläne realistischer, die Investoren konstruktiver. Und: Großen Neobanken wie N26 oder Solarisbank würden momentan von den äußeren Rahmenbedingungen sogar profitieren. === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

Aug 28, 202237 min

Ep 74Finanz-Szene – Der Podcast. Heute mit Heinz-Roger Dohms und Christian Kirchner

Wie soll man es nennen? Frust? Überdruss? Ernüchterung? Was jedenfalls feststeht: Unter den Würdenträgern der Sparkassen-Finanzgruppe hat sich in den zurückliegenden Wochen eine gewisse Tabula-Rasa-Stimmung breitgemacht. Das Pilotprojekt mit der Bezahl-App "Bluecode"? Wird offiziell begraben (auch wenn einige Sparkassen auf lokaler Ebene weitermachen wollen). Die Beteiligung am Identity-Dienst Yes? Wird mindestens mal massiv infrage gestellt (auch wenn beispielsweise der DSV weiterhin kämpft für das Thema). Die sogenannte "kleine" EPI-Lösung? Erhält nur noch eine Gnadenfrist – durchaus möglich, dass auch hier der Daumen runter geht. Die Geduld scheint aufgebraucht. Doch warum??? Schwierige Frage. Inhaltlich Gründe, klar, spielen eine Rolle. Und ein bisschen Politik ist bei den Sparkassen ja immer auch im Spiel. Ein wenig hat man allerdings auch den Eindruck, als habe das Scheitern der European Payments Initiative (also der "großen" EPI-Lösung) zu Beginn des Jahres dem Sparkassen-Sektor einen psychologischen Knacks versetzt. EPI – das war so etwas wie die strategische Antwort auf alle offenen Fragen. Die Europäisierung der Girocard? Die Zukunft von Paydirekt? Die Abhängigkeit von Mastercard und Visa? Kein Problem, das sich durch EPI nicht würde lösen lassen! Doch dann war EPI plötzlich tot. Und die Sparkassen (aber auch die hiesigen Banken insgesamt) merkten, dass es jetzt neue Antworten braucht. Von Co-Badge bis E-Commerce. Grund genug, uns in der heutigen Folge von "Finanz-Szene – Der Podcast" den vielen Payment-Baustellen der deutschen Kreditwirtschaft zu widmen. Diesmal ohne externen Gast. Sondern Kirchner und Dohms unter sich. === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

Aug 23, 202234 min

Ep 73Finanz-Szene – Der Podcast. Zu Gast: Jörg Utecht, CEO Interhyp

Mal angenommen, der Baufi-Vermittler Interhyp wäre immer noch ein börsennotiertes Unternehmen – über welche Marktkapitalisierung würden wir dann heutzutage eigentlich reden? 2 Mrd. Euro? 3 Mrd. Euro? Gar 5 Mrd. Euro? Oder wären diese Zeiten inzwischen vorüber, wo doch der wichtigste Konkurrent, nämlich Hypoport, zuletzt mehr als die Hälfte seines Börsenwerts eingebüßt hat? Was jenseits aller hypothetischen Erwägungen feststeht: Für die ING Groep, die das Münchner Ur-Fintech 2008 für einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag übernommen hatte, war der Interhyp -Kauf (fast) genauso ein Glücksgriff wie die Diba-Akquisition ein Jahrzehnt zuvor. Rund 130.000 Baufinanzierungen mit 34 Mrd. Euro Volumen wurden 2021 über Interhyp vermittelt; gut 10% des gesamten Marktes. Folge: Der Vorsteuergewinn stieß mit 107 Mio. Euro (plus 15%) erstmals in den neunstelligen Bereich vor. Alles bestens also? Ja!!! Oder besser: Jein. Denn: Das Geschäft von Interhyp hängt komplett am deutschen Wohnimmobilienmarkt. Und auf dem haben die Skeptiker und Blasen-Apologeten naturgemäß Oberwasser bekommen, seit 1.) die Zinsen für zehnjährige Finanzierungen von 1,0% auf zeitweise 3,5% gestiegen sind, seit 2.) die Preise vielerorts zu bröckeln beginnen und seit 3.) die Konjunktur – und also einer der wichtigsten Treiber der Kreditnachfrage – abzustürzen droht. War's das also mit dem Boom in der Baufinanzierung (die in den Bilanzen von Banken und Sparkassen mit gigantischen 1,7 Billionen Euro zu Buche schlägt)??? Zugegeben: Jörg Utecht, seit 2017 Vorstandschef von Interhyp, mag in dieser Frage nicht der objektivste Ansprechpartner sein. Dafür allerdings verfügt kaum sonst jemand über einen derart tiefen Einblick in den Markt. Deshalb freuen wir uns, Jörg Utecht für die heutige Folge von "Finanz-Szene – Der Podcast" gewonnen zu haben. === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

Aug 14, 202234 min

Ep 72Finanz-Szene – Der Podcast. Zu Gast: Achim Brunner/Raiffeisenbank im Hochtaunus

Als Achim Brunner im Januar 2008 als neuer Vorstandschef der (so hieß sie damals noch) Raiffeisenbank Oberursel antrat – da schien das Schicksal der Kleinbank mit gerade mal 5.000 Mitgliedern, 226 Mio. Euro Bilanzsumme und knapp 0,5 Mio. Euro Betriebsergebnis vorgezeichnet: Ein paar Jahre würde man vielleicht noch durchhalten. Danach aber würde es nur noch um die Frage gehen, welchem ihrer beiden expansionsfreudigen Nachbarn sich die Oberurseler an den Hals werfen – der aus dem Süden vordringenden Frankfurter Volksbank? Oder doch der aus dem Norden vorstoßenden Volksbank Mittelhessen? Es ist dann alles doch ein bisschen anders gekommen. Brunners einstige "Non-Profit-Bank" verfügt heute nämlich über eine Bilanz von mehr als 1 Mrd. Euro, bietet keck ein kostenloses, bundesweites Online-Konto – und hat im vergangenen Jahr ein fast schon surreal starkes Betriebsergebnis vor Bewertung von 2,17% gemessen an der Bilanzsumme erwirtschaftet. Womit das mittlerweile in Bad Homburg ansässige Institut, das sich jetzt posh als "Raiffeisenbank im Hochtaunus" beziehungsweise "Meine Bank" anreden lässt, dreimal so profitabel ist wie die VR-Banken im Schnitt. Wie Brunner das gemacht hat? Dieser Frage haben wir uns vor einiger Zeit schon mal in unserem Stück "Hyp, Hyp, hurra: Das irre Kreditbuch der Raiba Hochtaunus" (https://finanz-szene.de/banking/hyp-hyp-hurra-das-irre-kreditbuch-der-raiffeisenbank-hochtaunus) gewidmet. Denn Brunner lässt seine Bank seit einigen Jahren massiv und bundesweit im Bereich der gewerblichen Immobilienkredite expandieren – und erreicht damit Ertragsdimensionen, die für andere lokale Banken undenkbar wären. Ist das nun genial? Oder ist es Harakiri? Und was für Geschäfts betreibt die "Raiffeisenbank im Hochtaunus" da eigentlich genau? Wir freuen uns sehr, dass sich Achim Brunner in unserem Podcast diesen und anderen Fragen gestellt hat. Auf geht's! === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

Aug 8, 202234 min

Ep 71Finanz-Szene – Partner-Podcast. Zu Gast: Max Flötotto, McKinsey

Vielleicht muss an eine Sache einfach noch mal erinnert werden: Die große Korrektur, was die Bewertung von Fintech- und Payment-Unternehmen angeht, begann zu einer Zeit, als von Krieg noch nirgends die Rede war und von Rezession erst recht nicht. Nämlich – sie begann irgendwann im Spätsommer letzten Jahres. Was zum Beispiel daran zu erkennen ist, dass der "Global X Fintech ETF" (ein passiver Fonds, der Aktien wie Paypal, Adyen, Nubank, Robinhood oder Wise abbildet) schon zwei Drittel seines Werts verloren hatte, bevor in der Ukraine der erste Schuss fiel. Nun mag man einwenden, dass zunächst vor allem die Payment-Aktien fielen – während die übrige Fintech-Branche vom Abwärtssog erst nach und nach erfasst wurde. Aber dann gleich mit einer solchen Urgewalt wie in den letzten Wochen? Und dann auch noch verbunden mit Entlassungen von bis zu 40% der Belegschaft? Keine Frage: Binnen kurzer Zeit hat sich die Welt für die hiesigen Fintechs einmal komplett gedreht. Ganz anders die Banken: für die ist zwar der Mix aus Inflation und Rezessionsgefahr auch alles andere als erfreulich. Dafür steht sehr viel schneller und heftiger ein Ertragsschub ins Haus, für den man eigentlich kaum etwas machen muss: beim Zinsgeschäft, weil die Zinsen bereits beginnen zu steigen. Höchste Zeit einmal für ein Update, was genau da "draußen" los ist – mit einem der profiliertesten Berater der Banken- und Fintech-Branche, nämlich Max Flötotto von unserem Partner McKinsey*, der im vergangenen Jahr gemessen an der Hörerzahl bereits einer unserer populärsten Gäste war und stets die Hand am Puls der Banken und Fintechs hat. Und Flötotto geht dabei weniger mit den Fintechs als mit den Rahmenbedingungen hierzulande hart ins Gericht: Sieben Unicorns habe Deutschland – über 30 müssten es eigentlich sein, gemessen an der Größe von Volkswirtschaft und Finanzmarkt. Aber es hapert an vielen Ecken, insbesondere in der Finanzierung wie auch der nötigen Unterstützung durch die Politik. "In Frankreich bejubelt Präsident Macron jeden Aufstieg eines Tech-Startups zum Unicorn auf Linkedin", merkt Flötotto kritisch an. Was nun die alten und neuen Erfolgsdeterminanten sind – und was ihn wiederum optimistisch macht, das hören Sie in unserem heutigen Partner-Podcast. === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Ateliers, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

Jul 10, 202234 min

Ep 70Finanz-Szene – Partner-Podcast: Zu Gast: Ralph Hientzsch/Consileon

War's das schon wieder mit der Nachhaltigkeit? Erst der branchenweite Hype um alles, was mit ESG zu tun hatte – dann die "Greenwashing"-Affäre bei der DWS: Selten ist aus einem Boom-Thema in derart kurzer Zeit ein Risiko-Thema geworden. Und nun? Fest steht: So leicht, wie es sich manche Banken, Fintechs und Investmentfirmen in den letzten Jahren in puncto ESG gemacht haben, wird es in Zukunft nicht mehr gehen. Weil 1.) die Aufsicht nun genauer hinsieht. Weil es 2.) schon bald mit der "EU-Taxonomie" zu einer ersten regulatorischen Vereinheitlichung im Beratungsalltag kommt. Und, nicht zu vergessen, weil 3.) die drohende Rezession dafür sorgen könnte, dass sich Anbieter wie Anleger beim Blick auf den Fonds X oder den Fonds Y dann doch noch nicht mehr als erstes fragen: Wie grün ist der eigentloch? Sondern: Performt der überhaupt noch? Unterm Strich: Die Finanzbranche muss das mit der Nachhaltigkeit noch mal neu denken. Doch was heißt das konkret? Über diese Frage sprechen wir in unserem heutigen "Partner-Podcast" mit Ralph Hientzsch von unserem Premium-Partner Consileon gesprochen === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

Jul 3, 202234 min

Ep 69Finanz-Szene – Der Podcast. Zu Gast: Bettina Orlopp/Commerzbank

Natürlich sind unsere Banken – genau wie wir alle – immer auch ein Spielball der Umstände. Siehe der vergangene Donnerstag, als die toxische Gemengelage da draußen (Krieg, Gas, Inflation, Rezessionsangst ...) dazu führte, dass die Marktkapitalisierung der Commerzbank binnen weniger Stunden um gut 1 Mrd. Euro absackte. Indes: Nicht alles ist Makro. Sondern: Vieles, wenn nicht sogar das meiste ist immer noch hausgemacht. Und da bleibt in Bezug auf die Coba zu konstatieren: Gemessen am Aktienkurs steht die zweitgrößte deutsche Privatbank trotz der schwierigen Umstände erstaunlicherweise besser da als zu Jahresbeginn (plus 10%) und sogar viel, viel besser als, sagen wir, vor zwei Jahren (plus 97%). Der Grund? Vereinfacht gesagt: Die Commerzbank tut inzwischen das, was sie eine halbe Ewigkeit nicht mehr getan hat, nämlich liefern, und das nicht zu knapp. So waren die Ergebnisse zuletzt tiefschwarz, praktisch alle wesentlichen Etappenziele der neuen Strategie wurden erreicht, und selbst negative Sondereffekte (siehe die kriegsbedingt ziemlich hohe Risikovorsorge in Q1) scheint die Coba momentan ganz gut zu verdauen. Das alles spricht zumindest mal nicht gegen Bettina Orlopp, der die Beförderung auf den Chefsessel nach dem Zielke-Abgang zwar verwehrt blieb – die allerdings als Finanzchefin seit März 2020 einen offenkundig ziemlich guten Job macht. Und so freut uns, dass Frau Orlopp der Einladung in die heutige Ausgabe von "Finanz-Szene – Der Podcast" gefolgt ist. Darin spricht sie erstens erstaunlich offen über die Fehler der Vergangenheit. Zweitens teilt sie ein paar überraschende Einblicke (so sei der Trend zu Karte und digitalem Bezahlen zuletzt wieder abgeebbt). Und drittens? Haben wir mit Bettina Orlopp ausführlich über den vielleicht einzigen äußeren Umstand gesprochen, der der Commerzbank momentan zupass kommt. Nämlich die (zumindest erhoffte) Zinswende. === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

Jun 27, 202237 min

Ep 68Finanz-Szene – Partner-Podcast: Zu Gast: Lars Ludwig/Targens

Es sind verrückte Zeiten. Letzte Woche zum Beispiel stellte Google einen seiner Ingenieure frei, nachdem dieser behauptet hatte, der hauseigene KI-Chatbot LaMDA habe ein Bewusstsein entwickelt. Nun ist künstliche Intelligenz unbestritten zu erstaunlichen Dingen fähig, etwa zur Erschaffung von Lyrik, die sich von menschlicher Lyrik angeblich nicht mehr unterscheidet. Wenn unsere Banken und Fintechs allerdings von "KI" reden – dann geht es eher um die profanen Dinge. Etwa: - Die Kundendatei intelligent clustern - Saubere Überweisungen von unsauberen (Stichwort: Geldwäsche) unterscheiden - Auf Basis von Kontovorgängen erahnen, ob ein Kunde eine Finanzierung plant Wo setzen Banken künstliche Intelligenz schon ganz konkret ein? Wo wird die Branche in einigen Jahren stehen? Und wie skeptisch oder wohlwollend sieht eigentlich die Bafin, was Banken und Fintechs da gerade treiben (Spoiler: wohlwollender, als man vielleicht meinen würde)? Darüber – und auch über die Sache mit der Lyrik – sprechen wir in unserem heutigen Partner-Podcast mit einem ausgewiesenen KI-Experten, nämlich Lars Ludwig, CEO von Targens. === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

Jun 19, 202232 min

Ep 67Finanz-Szene – Der Podcast. Zu Gast: Bernd Leukert/Deutsche Bank

Die IT der Deutschen Bank hat schon viele Menschen verzweifeln lassen. Das vielleicht prominenteste Beispiel war der damalige Vorstandschef John Cryan, der sie gleich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt 2015 als "lousy" bezeichnete – ein Begriff, der sich ins kollektive Gedächtnis des größten hiesigen Kreditinstituts eingegraben hat. Mindestens ebenso legendär wurde bald darauf die Beschreibung "dysfunktional". Diese bezog sich zwar genau genommen auf die Bank als Ganzes, kam allerdings nicht ohne Grund von der IT-Chefin Kim Hammonds. Freilich: All das ist nun auch schon wieder ein paar Jahre her. Und dass man sich trotzdem so gut daran erinnert, liegt vielleicht auch daran, dass seitdem in puncto Deutsche-Bank-IT nicht mehr allzu viele erinnerungswürdige Schoten hinzugekommen sind. Seit mittlerweile fast drei Jahren wird die Sparte von Bernd Leukert verantwortet, einem vormaligen SAP-Manager, der als Deutsche-Bank-Vorstand vor allem dadurch öffentlich auffällt, dass er öffentlich nicht auffällt. Dabei könnte Leukerts Agenda relevanter und prallgefüllter kaum sein. - Er ist der Mann, der die jahrelang rumpelnde Migration der Postbank-IT auf die Plattformen der Deutschen Bank vollenden soll (ein Projekt, das Leukert – nebenbei bemerkt – die Osterfeiertage gekostet hat). - Er ist der Mann, der den Umzug wesentlicher Core-Banking-Komponenten in die Google-Cloud betreibt. - Er ist der Mann, der die Deutschen Bank im hart umkämpften Markt um IT-Talente zu positionieren versucht (auch darum die Sache mit dem neuen Tech-Zentrum in Berlin). - Und nicht zu vergessen: Letzten Endes ist es Leukerts Job, die bis 2025 eingeplanten IT-Investition von 5,4 Mrd. Euro so zu allokieren, dass die ehrgeizigen Ziele des Instituts zumindest nicht nochmal an "lausigen" IT scheitern. Kurzum, es war höchste Zeit, Bernd Leukert endlich mal in unseren Podcast einzuladen. Wir danken unserem Sponsor dieser Episode - Zeedin! www.zeedin.de === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

Jun 12, 202241 min

Ep 66Finanz-Szene – Partner-Podcast: Zu Gast: Christian Waldheim, credi2

Es gibt ja durchaus Gründe für das Abflauen des "Buy now, pay later"-Hypes. Die Zinswende erschwert das Geschäftsmodell (weil das Geld, dass der BNPL-Anbieter dem Händler vorstreckt, plötzlich einen Preis hat). Eine Rezession könnte deutlich höhere Zahlungsausfälle nach sich ziehen. Und dass der schwedische Branchenführer Klarna jüngst verkündete, ein Zehntel seiner Leute zu entlassen, kommt auch nicht von ungefähr. Gleichwohl: Wer als Banker nun frohlockt, "Buy now, pay later" sei eine Blase, die zu platzen beginne, könnte enttäuscht werden. Denn: 1.) Selbst bei der "Downround", über die zuletzt spekuliert worden war, wäre Klarna ungefähr noch so viel wert wie Deutsche Bank und Commerzbank zusammen 2.) Dass das Geschäft zuletzt immer noch boomte – und zwar auch hierzulande –, zeigt sich an den imposanten Wachstumsraten von Ratepay. 3.) Das Beispiel der deutschen Santander legt nahe, dass BNPL auch im Banken-Kontext funktioniert. Und ... 4.) Apple (Apple!) gab am Montag abend (und nach Aufzeichnung des Podcasts) an, man betrete den BNPL-Markt und biete künftig – zunächst nur in den USA – zinsfreie Ratenzahlung via Apple Pay an Und so stellt Christian Waldheim, Co-CEO unseres auf BNPL-Lösungen spezialisierten Premium-Partners Credi2, in unserem heutigen Partner-Podcast eine steile These auf: "Buy now, pay later" werde schon bald zu einem "Must have"-Angebot selbst für regionale Banken werden. Wieso? Waldheims Argumente: - In jüngeren Altersgruppen sei die Präferenz für "Miete" statt "Besitz" inzwischen derart ausgeprägt, dass vor entsprechenden Bezahlmodellen ein "natürlicher Boom" liege - Der Run auf BNPL sei auch händlergetrieben, da diese durch entsprechende Lösungen häufig einen deutlichen Umsatzsschub verzeichneten - Zudem wachse auf Banken der Druck, "Buy now, pay later" in die Angebotspalette aufzunehmen, weil Firmenkunden ansonsten zu White-Label-Lösungen anderer Institute greifen würden. === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

Jun 6, 202232 min

Ep 65Finanz-Szene – Partner-Podcast. Zu Gast: Robert Bölke/Sopra Steria

Das Wertpapier-Depot ist das neue Girokonto. Ein Ankerprodukt, mit dem sich Kunden gewinnen, binden und aktivieren lassen. Heißt es jedenfalls. Doch ist die Sache wirklich so einfach? Fest steht: Die Aktionärszahlen steigen dann doch nicht so steil, wie es die Branche zu Beginn des Trading-Booms noch gehofft hatte. Und bestimmte, insbesondere junge Zielgruppen neigen eindeutig den neuen Playern zu, also den Neobrokern und Neobanken. Haben klassische Banken und Sparkassen im Wettbewerb also überhaupt noch eine Chance? Antwort: Aber ja! Das sagt jedenfalls von Robert Bölke von unserem Premium-Partner Sopra Steria. Seine Argumentation: Im Wertpapiergeschäft gibt es genügend Möglichkeiten, sich vom Wettbewerb zu abheben. Wie sieht dieses Differenzierungs-Potenzial konkret aus? Und wie lässt es sich heben? === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

May 29, 202236 min

Ep 64Finanz-Szene – Der Podcast. Zu Gast: Christian Ossig

In einem Land mit einem halben dutzend Bankenverbänden sollte man davon ausgehen, dass wenigstens die Interessen innerhalb der einzelnen Verbände einigermaßen kohärent sind. Freilich: Am BdB zeigt sich, dass es auch anders geht. Die Deutsche Bank zum Beispiel mit ihrer riesigen Bilanzsumme hat ganz andere Sorgen als der klassische Privatbankier da draußen – und dass der BdB in den vergangenen Jahren erfolgreich darum bemüht war, möglichst viele Fintechs aufzunehmen (statt sie dem Bitkom zu überlassen), hat seinem Standing zwar genutzt, die Gegensätze innerhalb seiner Mitgliederschaft jedoch eher noch verstärkt. Hinzu kommt: Es sind bewegte Zeiten. Innerhalb des Verbands und außerhalb. Was das Äußere angeht: Jahrelang hat der BdB (und haben alle Bankenverbände) für eine Änderung der EZB-Politik gekämpft. Nun steht die Zinswende tatsächlich bevor – allerdings in Begleitung allgemeiner Umstände (Krieg, Inflation), gegen die sich ein bisschen negativer Einlagenzins fast schon wie eine Lappalie ausnimmt. Und im Innern? Musste der BdB einen GAU erleben (Greensill Bank), der eine tiefgreifende Reform nicht nur der privaten Einlagensicherung, sondern auch des Verbands selber nach sich gezogen hat. Die sichtbarste Veränderung: Statt zweier BdB-Hauptgeschäftsführer (Ossig, Krautscheid) gibt es neuerdings nur noch einen. Und der, nämlich Christian Ossig, ist zu Gast in der heutigen Folge von "Finanz-Szene – Der Podcast". === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

May 22, 202235 min

Ep 63Finanz-Szene – Der Podcast. Zu Gast: Tanja Birkholz/Schufa

Ein Streitobjekt war die "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung" schon immer. Was neu ist: Dieser Tage rangeln die Banken zur Abwechslung mal nicht mit Datenschützern um die Schufa. Sondern mit Finanzinvestoren. Und, so muss man hinzufügen: Ein bisschen rangeln die Banken natürlich auch untereinander. Kurz zur Ausgangslage: Die Schufa befindet sich traditionell im Eigentum von Banken und Sparkassen, aktuell halten sie rund 80% der Anteile. Im Grunde hätte das auch so bleiben können, wäre nicht 1.) vergangenes Jahr die schwedische Private-Equity-Firma EQT auf den Plan getreten, um ihr Interesse an einer Übernahme der Schufa zu hinterlegen. Und hätten nicht 2.) diverse, vor allem private Banken durchblicken lassen, sich durchaus vorstellen zu können, ihre Anteile zu veräußern. Dann allerdings kamen kurz vor Weihnachten die Sparkassen und Volksbanken aus der Deckung. Botschaft: 1.) Wir wollen die Hoheit über die Schufa in jedem Fall behalten; und 2.) Daran wird uns auch niemand hindern können – denn wir verfügen über Vorkaufsrechte. Eigentlich schienen die Fronten damit geklärt. Doch lassen die Verbünde ihren Worten wirklich Taten folgen? Oder läuft's statt auf ein Kräftemessen am Ende auf eine Verständigung mit EQT hinaus? Fest jedenfalls steht: Inzwischen sind fast 15 Monate vergangen, seit das Interesse an der Schufa erstmals ruchbar wurde. Und je länger sich die Sache hinzieht, desto stärker rückt eine andere Frage in den Fokus: Wie schaut eigentlich das Management, personifiziert durch Vorstandschefin Tanja Birkholz, auf die Schufa? Gibt es eine Vision oder wenigstens einen Plan, wie sich die Auskunftei in den kommenden Jahren positionieren soll? "Finanz-Szene – Der Podcast", heute mit Tanja Birkholz. === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

May 15, 202234 min

Ep 62Finanz-Szene – Der Podcast. Zu Gast: Stefan Povaly/J.P. Morgan

Es ist ein hübscher Zufall. Von Januar bis März hat J.P. Morgan Chase exakt so viel Ergebnis erwirtschaftet, wie die Commerzbank an der Börse insgesamt wert ist – nämlich umgerechnet 7,8 Mrd. Euro. Eigentlich bräuchte die US-Großbank also nur ihren jüngsten Drei-Monats-Gewinn zu nehmen und … (Sie wissen schon). Freilich: Gemessen an der jüngeren deutscher Bankengeschichte liegt den großen amerikanischen Playern nichts ferner, als eine hiesige Normalbank zu übernehmen (zur Erinnerung: Die Citigroup hatte sich ja 2007 aus dem, was heute die Targobank ist, sogar zurückgezogen). Stattdessen: Wachsen die führenden US-Banken im deutsche. Markt lieber aus eigener Kraft. J.P. Morgan ist hierfür das beste Beispiel. Zwar bewegt sich das New Yorker Institut im hiesigen Investmentbanking und Asset Management schon lange. So richtig durch die Decke schießen die Kennziffern aber erst in jüngster Zeit. Allein 2020 verdoppelte sich die Mitarbeiterzahl auf 626, verdreifachte sich die Bilanzsumme auf 245 Mrd. Euro. Und: Durch die Verschmelzung der irischen sowie der luxemburgischen auf die Frankfurter Einheit sollen die Assets zuletzt sogar auf die 500-Mrd.-Euro-Marke zugeschritten sein. Dadurch dürfte J.P. Morgan Deutschland SE jetzt ungefähr so groß sein wie (ha!) die Commerzbank. Klar: Von diesem Geschäft ist vieles eher von der Papierform her “deutsches” Geschäft. Aber man sollte sich nicht täuschen lassen. In den hiesigen “League Tables” von Refinitiv stieg J.P. Morgan zuletzt zur Nummer 2 bei Aktienplatzierungen und gar zur Nummer 1 bei Fusionen und Übernahmen auf; und auch im hiesigen Wealth Management sind die Ambitionen enorm. Woher kommt dieser große Appetit? Was haben die US-Player der hiesigen Konkurrenz möglicherweise voraus? Und wie blicken sie auf den “Standort Frankfurt”? === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

May 8, 202232 min

Ep 61Finanz-Szene – Der Podcast: Zu Gast: Carlos Gomez, CEO VR Payment

Die Payment-Ambitionen der Volks- und Raiffeisenbanken waren in den vergangenen Jahren von einer gewissen Rückläufigkeit geprägt: Bei Paydirekt wich die genossenschaftliche Euphorie früh der Ernüchterung; bei Apple Pay ließ man lieber den Sparkassen den Vortritt; und die European Payments Initiative scheiterte letztlich vor allem am Veto der DZ Bank. Umso erstaunlicher, dass sich die Genossen nach wie vor und gegen den industriellen Trend: einen eigenen Payment Service Provider leisten! Nämlich die VR Payment. Nur noch mal zur Erinnerung: Schon 2012 trennte sich die Deutsche Bank von ihre Tochter "Deutsche Card Services"; 2015 veräußerte die Postbank die "P.O.S Transact"; 2017 folgte der Verkauf der bankeneigenen Concardis; und 2018 gaben auch noch die Sparkassen ihre Mehrheitsposition bei der "BS Payone" auf. Einzig die Genos hielten an ihrem Karten-Acquirer fest. Zu Recht? Das ist die große Frage. Denn während Fintechs wie SumUp immer vehementer den "Point of Sale" attackieren, geben im E-Commerce längst neuartige Payment Service Provider wie Stripe, Adyen oder Mollie das Tempo vor. Wie will ein Unternehmen wie die VR Payment da mithalten? Was hat sie dem Innovationsdruck und der Skalierungs-Logik der Branche entgegenzusetzen? Und wo sehen die Genossen ihre Nische? All das haben wir Carlos Gomez, seit acht Jahren CEO der VR Payment, für die heutige Folge von "Finanz-Szene – Der Podcast" gefragt (wobei seine Antworten erstaunlich offen ausfielen; so geht Gomez z.B. davon aus, dass das Kerngeschäft mit den zzt. rund 150.000 POS-Terminals verschwinden werde). ==== Unser Episodensponsor Gravning hält es in Anbetracht des Kriegs in der Ukraine für essenziell, den Menschen vor Ort und den Flüchtenden zu helfen Gravning möchte daher auf 3 Websites hinweisen, auf denen die Hörer:innen des Podcasts sich informieren und ad hoc helfen können • www.unterkunft-ukraine.de • www.aktion-deutschland-hilft.de • www.uatalents.com • Danke für Ihre / Eure Unterstützung!! === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

May 2, 202236 min

Ep 60Finanz-Szene – Der Podcast. Zu Gast: Tomas Peeters, Baufi24

In einem weit verzweigten Konzern wie der ING Groep lässt sich wunderbar Karriere machen. Tomas Peeters zum Beispiel begann seine Laufbahn in der Amsterdamer Zentrale, hatte dann in Frankfurt (also bei der ING Diba) erste Führungspositionen inne, wurde “Head of Operations” bei der italienischen ING Direct, kehrte als COO und später Strategiechef zur Diba zurück, um 2017 schließlich in den Vorstand des konzerneigenen Baufi-Vermittlers Interhyp aufzusteigen. Wohin ihn der Weg von dort aus noch geführt hätte? Das muss Spekulation bleiben. Denn: Vor zwei Jahren vollzog Peeters 2020 einen glatten Bruch mit seiner Konzernbiographie. Und heuerte bei einer Hamburger Firma namens “Baufi24” an. Dazu muss man wissen: Gestandene Bankerinnen und Banker, die in die Fintech-Branche rübergemacht haben (Pertlwieser, Folz, Strack, Krebs …), gibt es inzwischen ja einige. Baufi24 indes – war nicht mal ein richtiges Fintech. Sondern von Haus aus eher ein Online-Marketing-Spezialist, der für Banken und Baugeld-Vermittler die Lead-Generierung besorgte. Erst mit Peeters mutierten die Hanseaten zu einem eigenständigen Player auf dem Baugeld-Markt – eine Entwicklung, zu der u.a. auch die Eröffnung dutzender physischer Geschäftsstellen beitrug. Doch selbst diese Transformation war nur Ouvertüre. Anfang des Monats wurde publik, dass ein hochpotenter skandinavischer Finanzinvestor unter der Führung von Peeters und dessen Baufi24 einen neuen Champion im deutschen Hypothekengeschäft schmieden will. Das Kalkül: In der privaten Baufinanzierung werden fast 300 Mrd. Euro Neugeschäft p.a. generiert. Davon entfällt (Tendenz stark steigend!) schon jetzt ein Viertel auf die Vermittlungsportale. Wer es schafft, in diesem Markt auch nur einigermaßen gegen die Platzhirsche Interhyp und Dr. Klein anzustinken – der hat eigentlich schon gewonnen. Wie genau er nun vorgehen will, welche enorme Rolle die klassische Beratung in seinen Plänen spielt und warum er das eigene Franchise-System gegenüber dem Filialsystem der Banken für weit überlegen hält – das erklärt Tomas Peeters in der heutigen Folge von “Finanz-Szene – Der Podcast”. === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the street / Shane Ivers - www.silvermansound.com

Apr 25, 202232 min

Ep 59Finanz-Szene – Der Podcast. Zu Gast: Karl Matthäus Schmidt, Quirin

Offen gesagt: Irgendwann war man des Evangeliums nach Karl Matthäus dann doch ein bisschen überdrüssig. Ja, klar, das mit den Provisionen ist irgendwie suboptimal. Und, ja, das mit dem Honorar ist in der Theorie das flauschigere Modell. Bloß: Was soll man denn machen, wenn die Kunden es in der Praxis nicht nachfragen?! Und so beschlich einen manchmal das Gefühl, an Karl Matthäus Schmidt, dem Gründer der Berliner Quirin Bank und Apostel der Honorarberatung, sei die Zeit so ein bisschen vorbeigezogen. Während Schmidt wie eh und je gegen das Provisionsmodell zu Felde zog, schossen anderswo in der Hauptstadt völlig neue Player aus dem Boden. Investment-Fintechs wie Raisin oder Trade Republic, die sich mit den alten Glaubensfragen gar nicht erst aufhielten – und stattdessen binnen kürzester Zeit auf Kundenzahlen und Bewertungen kamen, von denen die Quirin Bank (Börsenwert vor zwei Jahren: rund 60 Mio. Euro) nicht mal mehr zu träumen wagte. Indes: Vielleicht kam der Abgesang auf Quirin zu früh! Seit einiger Zeit verdichten sich nämlich die Anzeichen, dass Karl Matthäus Schmidt – als Gründer der Consorsbank ja fast so etwas wie der Urvater der "Generation Neobroker" – in die Erfolgsspur zurückgefunden hat. Belege: 1.) Der hauseigene Robo Advisor Quirion, eher gemächlich gestartet, hat inzwischen 45.000 Kunden und seine Assets binnen Jahresfrist auf 1,2 Mrd. Euro verdoppelt; 2.) Die Quirin Bank selber verzeichnete zuletzt einen Anstieg der Kundengelder um 33% und macht urplötzlich wahrnehmbar Gewinn; und 3.) Der Kurs der Quirin-Aktie hat sich binnen 18 Monaten verdreifacht (!), zuletzt lugte die Marktkapitalisierung erstmals über die 200-Mio.-Euro-Marke. Was ist da passiert? Und ist das Geschäftsmodell der Quirin Bank am Ende vielleicht sogar nachhaltiger als das mancher Hype-Fintechs? "Finanz-Szene – Der Podcast", heute mit Karl Matthäus Schmidt. === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the streets / Shane Ivers - www.silvermansound.com

Apr 19, 202236 min

Ep 58Finanz-Szene – Der Podcast. Zu Gast: Thomas Jorberg/Vorstandssprecher GLS-Bank

Es klang nach einer eher desperaten Idee. Vor fünf Jahren entschied die ökologisch ausgerichtete Bochumer GLS Bank, von ihren Kundinnen und Kunden fortan 60 Euro jährlich zu verlangen. Nicht fürs Konto (das kostete ohnehin schon). Nicht für irgendwelche besonderen Services oder "Mehrwerte". Sondern einfach nur so. Als Jahresbeitrag. Wie man ihn so ähnlich auch als Mitglied eines Fußballvereins oder Förderer einer sozialen Initiative bezahlt. Die (scheinbar) dürre Begründung damals: Mit Blick auf Regulierung und Niedrigzinsen müssten sich Banken eben anders finanzieren als früher ... Ach so?! Jedenfalls: Bankkunden sind bekanntermaßen eher treue (bzw. träge) Wesen. Bevor sie ihrem Geldinstitut den Rücken kehren, muss schon einiges passieren. Gleichwohl: Ein Freifahrtschein für Gebührenerhöhungen aller Art ist diese Trägheit nicht, wie momentan zum Beispiel die Sparda-Banken schmerzlich spüren. Hinzu kommt: Kunden trotz höherer Entgelte nicht zu verlieren, ist das eine. Nochmal was ganz anderes ist es, neue Kunden trotz höherer Entgelte zu gewinnen. Und so verblüfft nachgerade, was in den letzten fünf Jahren (also seit der 60-Euro-Nummer) bei der GLS Bank passiert ist. Die nämlich hat ihre Kundenzahl seither um die Hälfte auf 321.000 gesteigert, sie erwirtschaftet mit jedem dieser Kunden im Schnitt grob 500 Euro an Erträgen – und die Ergebnisse (zuletzt rund 50 Mio. Euro vor Bewertung) scheinen mehr als auskömmlich. Wie machen die das??? Beziehungsweise: Funktioniert Öko-Banking wirklich? Oder funktioniert das nur bei einem Player, der (anders als viele Banken und Fintechs derzeit) eben nicht nur hektisch irgendwelche ESG-Labels und hölzernen Debitkarten in die Auslage stellt – sondern dessen Geschäftsmodell seit Jahrzehnten durch und durch grün ist? Um diese Fragen zu diskutieren, haben wir Thomas Jorberg, den Vorstandschef der GLS Bank, in die heutige Folge von "Finanz-Szene – Der Podcast" eingeladen. Wir bedanken uns beim Sponsor dieser Episode, nämlich Osthaven, einer hochspezialisierten Beratung für den Payment- und Banking-Bereich. === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the streets / Shane Ivers - www.silvermansound.com

Apr 3, 202241 min

Ep 57Finanz-Szene – Der Podcast. Zu Gast: Pranjal Kothari, Sparkasse Bremen

Lässt sich so eine einzelne Sparkasse eigentlich digitalisieren? Oder ist das Quatsch? Weil: So eine einzelne Sparkasse verfügt ja über keine eigenständige IT. Sondern: Ihre entsprechenden Dienste (oder jedenfalls das meiste davon) bezieht sie aus dem Verbund. Was theoretisch eigentlich dafür spräche, das mit der Stand-alone-Digitalisierung bleiben zu lassen und auf das zu warten, was aus dem Verbund (oder genauer: von der Finanz Informatik) kommt. In der Tat scheint bei vielen Sparkassen genau das die Denke zu sein: Mal gucken, was die FI macht. Und lieber nicht die Finger verbrennen. Eine Sparkassen allerdings widersetzt sich dieser Logik schon seit Jahren – nämlich die aus Bremen. Beim Robo Advisor setzt sie statt auf den Bevestor auf einen eigenen Ansatz namens "Smavesto". In puncto digitale Bancasurrance kooperiert sie fernab der Verbund-Lösungen mit JDC. Bei KMU-Krediten kollaboriert sie mit Creditshelf. Und auch in der Baufi-Vermittlung und neuerdings sogar in der Crowd-Finanzierung sind die Hanseaten mit je eigenen Lösungen am Start. Dazu passt, dass die Sparkasse Bremen ihre komplette Zentrale samt 600 Mitarbeitern vor zwei Jahren aus der Innenstadt in ein Technologiezentrum auf der grünen Wiese verlagert haben. Und dazu passt auch, dass die Bremer 2019 als eine der ersten Sparkassen hierzulande die Position des "Chief Digital Officers" schufen und selbige nicht etwa intern besetzten. Sondern: mit einem Manager, der in seinem Leben zwar u.a. eine Großbank (Unicredit), eine Immo-Plattform (Planethome), eine Beraterfirma (BCG) und ein Fintech (die Finleap-Tochter DFS) von innen gesehen hatte. Aber keine Sparkasse. Pranjal Kothari heißt der Mann. Was genau er seit zweieinhalb Jahren mit einer der größten Sparkassen macht und warum er den digitalen Umbau für nicht weniger als "existenziell" hält – das berichtet Kothari in der heutigen Folge von "Finanz-Szene – Der Podcast". === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the streets / Shane Ivers - www.silvermansound.com

Mar 28, 202233 min

Ep 56Finanz-Szene – Der Podcast. Zu Gast: Reiner Braun, Empirica AG

Zugegeben – über die Sparkasse Karlsruhe wissen wir nur eine einzige Sache. Aber vielleicht reicht das ja auch. Die Sparkasse Karlsruhe nämlich hat, wie dieser Tage vermeldet wurde, ihr Neugeschäft in der privaten Wohnbaufinanzierung 2021 um 47% (!) nach oben getrieben. Nur noch mal zur Erinnerung. Wir reden hier von einem Markt, der nach Ansicht der Bundesbank in Teilen der Republik um 40% überbewertet ist. Und dem die Bafin jüngst eine besondere "Verwundbarkeiten gegenüber negativen wirtschaftlichen Entwicklungen" attestierte. Natürlich, es wäre unfair, würden wir uns hier jetzt auf die Sparkasse Karlsruhe kaprizieren. Denn: Im Grunde ist Karlsruhe überall. In Hessen etwa, wo die regionale Sparda-Bank ihr entsprechendes Neugeschäft im vergangenen Jahr um ein Viertel gesteigert hat. In der Lausitz, wo die Sparkasse Spree-Neiße ihre Kreditvergabe binnen vier Jahr mehr als verdoppelt hat. Im Kölner Umland, wo die KSK Köln zwar ihre Kreditgeschäft zurückfährt – aber nur in der Unternehmensfinanzierung, nicht in der Baufinanzierung. Nun ist das Thema selbstverständlich nicht neu!!! Schon vor einem Jahr haben wir an dieser Stelle einen Podcast unter der Headline "Was droht unseren Banken, wenn der Immobilien-Zyklus endet?" gemacht. Bloß – nur weil das Thema bekannt ist, heißt das ja nicht, dass die Dringlichkeit nachlässt. Im Gegenteil: Die Preise für Wohnimmobilien steigen und steigen (auf Jahressicht um weitere 12%); der Kreditbestand wächst und wächst (auf Jahressicht um weitere 7% auf nunmehr rund 1.600 Mrd. Euro); und die Aufsicht warnt und warnt und ergreift inzwischen ja sogar handfeste Maßnahmen. Allein: Werden die Aufseher erhört? Und sollte man überhaupt auf sie hören? Denn sprechen nicht etliche Parameter (darunter nüchtern betrachtet auch der Zuzug von Kriegsflüchtlingen) sogar dafür, dass Nachfrage und Preise hoch bleiben? Höchste Zeit, unseren Podcast mal wieder dem für Banken und Sparkassen so eminent wichtigen Wohnimmo-Markt zu widmen – wobei wir uns freuen, einen der führenden Experten auf diesem Gebiet gewonnen zu haben, nämlich Reiner Braun, Geschäftsführer des Empirica-Instituts. === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the streets / Shane Ivers - www.silverman

Mar 20, 202240 min

Ep 55Finanz-Szene – Der Podcast. Zu Gast: Stefan Tirtey/CommerzVentures

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Mar 14, 202231 min

Ep 54Finanz-Szene – Partner-Podcast. Zu Gast: Dr. Peter Klenk / zeb

Die Provisionsergebnisse steigen! Das ist der (rosa-)rote Faden, der sich durch die 2021er-Zahlen praktisch sämtlicher retailfokussierter Banken hierzulande zieht, von der ING Diba bis zur deutschen Santander, von der großen Sparkasse bis zur kleinen Volksbank. Indes: Was hiervon ist Wertpapier-Boom und was ist Kontoführung? Beziehungsweise: Ist überhaupt irgendwas hiervon (also: von den Ertragszuwächsen) Kontoführung? Rückblende: Seit Mitte der 2010er-Jahre steigen oder jedenfalls stiegen die Kontoführungs-Gebühren hierzulande kontinuierlich an. Laut Statistischem Bundesamt ging allein der Preis fürs Girokonto zwischen 2015 und 2021 um durchschnittlich 39% in die Höhe. Zum allgemeinen Preisauftrieb trugen neue Premium-Modelle (etwa: "N26 Metal") ebenso bei wie sogenannte Mehrwert-Konten; die Proteste der Kunden hielten sich in Grenzen. Dann allerdings erließ der Bundesgerichtshof im vergangenen April sein Urteil zur "Zustimmungsfiktion". Und seitdem? Ist eine eigentlich simple Kalkulation (höhere Preises = höhere Erträge) zu einer Rechnung mit etlichen Unbekannten mutiert. Wenn ich meinen Kunden jetzt bei jeder Preiserhöhung um sein Einverständnis bitten muss – wie stellen ich das an? Rechtlich, argumentativ und kommunikativ? Und wie kann ich auch die Kunden überzeugen, die ihre Zustimmung (erst einmal) verweigern)? Fest jedenfalls steht: Die Preismacht, wie sie Banken und Sparkassen bis vor einem Jahr gegenüber ihren Kunden hatten, ist dahin. Neue Pricing-Strategien müssen her. Doch wie sehen diese Strategien aus? Darüber haben wir für unseren heutigen Partner-Podcast mit einem ausgewiesenen Fachmann auf diesem Gebiet gesprochen, nämlich Peter Klenk von unserem Premium-Partner zeb. === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Interessiert am Sponsoring unseres Podcasts? Schreiben Sie uns: [email protected] Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the streets / Shane Ivers - www.silvermansound.com

Mar 6, 202236 min

Ep 53Finanz-Szene – Der Podcast. Zu Gast: Hans-Joachim Reinke

Wenn die DZ Bank in dieser Woche den vermutlich höchsten Gewinn ihrer Geschichte präsentiert (bisheriger Rekord: 2,9 Mrd. Euro im Jahr 2014) – dann wird der Mann, der den größten Teil zu diesem Ergebnis beigetragen hat, nicht mit auf der Bühne stehen. Nun muss man betonen, dass dem Mann, von dem wir hier reden, mitnichten irgendein Unrecht geschieht. Er ist ja nicht der Chef der DZ Bank, sondern lediglich der Chef ihrer Fondstochter, der Union Investment. Und doch darf man mutmaßen: Der DZ Bank ist es vielleicht gar nicht unlieb, dass ihr wichtigster Mann immer so ein bisschen im Schatten bleibt. Dazu muss man wissen: Hans-Joachim Reinke, Sternzeichen: Vertrieb, ist eher keiner dieser modernen Banker, die den Journalisten von den PR-Leuten für die schönen Porträts empfohlen werden. Auch 2010 schon nicht, als er bei der Union Investment auf den Chefposten rückte. Damals steckte ja allen noch die Finanzkrise in den Knochen. Die Lehman-Oma. Die Sache mit den Zertifikaten. Sie wissen schon. Das Zeitalter des Vertriebs, so schien es, war vorbei. Fintechs gab es zwar noch keine. Wohl aber ETFs, Quirin, die ewige Forderung nach einem Provisionsverbot und einen auch damals schon sehr ausgeprägten Glauben an den Selbstentscheider. Die klassische bankeigene Fondsgesellschaft? Auch noch als "Closed Shop" im Verbundmodell, wo es bei Genobanken nur Union-Fonds gibt und dieser nur bei Genobanken? Ein Auslaufmodell, wie nicht nur die Commerzbank glaubte, die in just im Jahr zuvor (also 2010) die Cominvest verscherbelte. Reinke dagegen (Credo: "Keiner steht morgens auf und sagt, heute lege ich mein Geld an")? Machte als Vorstandschef das, woran er glaubte und was er konnte: Vertrieb. Und so ist die Union Investment heutzutage eine so gut geölte Gewinnmaschine, das man sich bisweilen fragt: Was geht da eigentlich ab? Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the streets / Shane Ivers - www.silvermansound.com === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Interessiert am Sponsoring unseres Podcasts? Schreiben Sie uns: [email protected]

Mar 1, 202239 min

Ep 52Finanz-Szene – Partner-Podcast. Zu Gast: Niels Kokkeel/Mehrwerk

"Rabatte, Boni, Punkte: Wie das Girokonto neu definiert wird" schrieben wir hier bei Finanz-Szene im September 2020 über eine Analyse. Anlass: In den Monaten zuvor lud eine Bank nach der anderen ihr Girokonto-Angebot mit einem so genannten Mehrwertprogramm auf. Statt nur Bankdienstleistungen anzubieten, gab es von der Hausbank plötzlich auch Versicherungspakete, Cashbacks bei lokalen Händlern oder Online sowie Treueprogramme und Rabatte auf die Kontoführung für möglichst viele Produkte. Der Trend zu mehr "Premium" ist eine Funktion einer simplen Entwicklung: die Banken – von der Mini-Sparkasse im Schwarzwald bis zur Berliner Neobank – müssen einerseits die Preise erhöhen, um unabhängiger vom Zinsgeschäft zu werden beziehungsweise überhaupt profitabel zu werden. Sie bieten aber auch andererseits – auch hier: Legacy-Banken wie Neobanken – mit dem Girokonto ein im Kern leicht vergleichbares Produkt mit weitgehend identischen Leistungen überall an. "Mehrwertprogramme" schlagen da drei Fliegen mit einer Klappe: Sie sind ein gutes Argument, Preiserhöhungen einzufliegen anstatt sagen zu müssen, eine identische Leistung werde nun mal teurer. Sie machen das Kernprodukt preislich schwerer vergleichbar. Und sie erhöhen die Kundenbindung – wenn die Kundinnen und Kunden es annehmen. Denn die mit der Einführung verbundenen Preiserhöhungen betragen – wie im damaligen Beispiel der Sparkasse Holstein – bis zu 160%. Was steckt hinter dem Boom? Wie kann eine solche Einführung funktionieren – und was lässt sie scheitern? Ist das ganze nicht Augenwischerei, weil kaum ein Kunde die Dienste nutzt? Welche Kundengruppen spricht man mit den Programmen überhaupt an? Darüber haben wir mit Nils Kokkeel, Geschäftsführer des Merhwertdienstleisters Mehrwerk in unserem Partner-Podcast* gesprochen. Kokkeel glaubt, dass sich der Trend zu Mehrwertdiensten bei Banken noch einmal beschleunigen dürfte. Grund: Das BGH-Urteil aus dem letzten April, laut dem Kunden Preisänderungen stets aktiv zustimmen müssen. Das, so Kokkeel, habe Banken Preissetzungsmacht genommen, wer nun Preiserhöhungen für ein "Commodity" wie ein Girokonto durchsetzen wolle in einem hart umkämpften Markt,, müsse dafür gute Gründe beim Kunden liefern. Und: letztlich fuße auch das Geschäftsmodell vieler Neobanken auf dem Gedanken des "Mehrwertprogramms" – nämlich immer dann, wenn die Premium-Konten entscheidende Beiträge zur GuV leisten sollen. Passend dazu ließ sich aus kürzlich aus dem N26-Abschluss von 2020 ablesen, dass inzwischen 45% der für das Geschäftsmodell entscheidenden Provisionserträge von N26 aus Kontoführungsgebühren für Premium-Konten stammen. Mehrwerk gehört zu den „Premium-Partnern“ von Finanz-Szene.de - mehr Informationen: Redaktion und Host: Christian Kirchner/Finanz-Szene.de Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Postproduction: Podstars Hamburg Musik: Liturgy of the streets / Shane Ivers - www.silvermansound.com === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Interessiert am Sponsoring unseres Podcasts? Schreiben Sie uns: [email protected]

Feb 20, 202232 min

Ep 51Finanz-Szene – Der Podcast: Zu Gast: Peter Robejsek/Mastercard

Wer sich durch unser Themen-Dossier „Kartengeschäft“ scrollt, der muss den Eindruck gewinnen, bei Mastercard seien dunkle Mächte am Werk. Denn: Wenn wir über Mastercard schreiben, dann sind wir mit Kriegsmetaphern ("Mastercard startet Häuserkampf gegen Girocard") ebenso schnell bei der Hand wie mit Schlachten-Metaphern ("Mastercard kapert Sparda-Banken"). Auch die atomare Eskalation bahn sich gern mal an ("Zieht Mastercard mit Maestro-Aus die nukleare Option?)", und gedealt wird sowieso, dass sich die Balken biegen( "Deutsche Bank schließt 10-Mio.-Karten-Deal mit Mastercard", "Reaktionen auf den Sparkassen-Mastercard-Deal"). Den Kürzeren? Zieht die dunkle Macht bei uns eigentlich nur, wenn sich ihr ausnahmsweise mal eine noch dunklere Macht in den Weg stellt – nämlich der Vertriebstrupp von Visa ("In Zukunft nur noch Visa: Targobank wirft Mastercard raus") … Nun ist eines natürlich richtig: Mastercard kämpft mit harten Bandagen im deutschen Markt. Und spielt seine starke Stellung insbesondere gegenüber der Girocard konsequent aus. Das heißt aber nicht, dass man hinter jedem strategischen Schritt von Mastercard immer gleich einen sinistren Angriff auf die Girocard, die „European Payments Initiative“ oder die heilige deutsche Kreditwirtschaft sehen muss. Und drum: Haben wir uns gedacht, lassen wir Mastercard doch mal selbst zu Wort kommen. Und zwar in Person des neuen Deutschland-Chefs Peter Robejsek. Wir bedanken uns beim Sponsor der heutigen Episode, nämlich Fincite – dem WealthTech Experten für die Digitalisierung von Investmentprozessen, die ein frisches Whitepaper zu ihrem Digital Investment Reporting erstellt haben. Download hier: [www.fincite.de](https://lp.fincite.de/de-de/whitepaper/cios.reporting)

Feb 13, 202232 min

Ep 50Finanz-Szene – Der Podcast. Zu Gast: Ralf Magerkurth/Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank

Die Welt der Fintechs und ihrer Geldgeber ist groß, doch zugleich ist sie auch ganz klein. Die einen (also die Fintechs) sitzen in Berlin. Und die anderen (also die Geldgeber) sitzen ebenfalls in Berlin. Und wenn letztere doch mal nicht in Berlin sitzen und dort nicht mal eine Dependance unterhalten, dann trifft man sich halt per Zoom oder steigt ins Flugzeug gen New York. Es ist eine Welt, in der zwar nicht jeder jeden kennt, aber zumindest kennt jeder jemanden, der wiederum jemanden kennt. Und darum ist es in dieser Welt eigentlich gar nicht so schwer zueinander zu finden. Man muss halt bloß: dazugehören! Womit wir bei Ralf Magerkurth wären, Vorstandschef der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank aus 64354 Reinheim am hessischen Odenwald. Die Sache ist nämlich: Magerkurth gehörte nicht dazu. Magerkurth kannte niemanden. Und Magerkurth kannte auch niemanden, von dem er hätte annehmen dürfen, dass der vielleicht jemanden kennen könnte. Irgendwo hatte Magerkurth gelesen, dass eines dieser Fintechs, nämlich Ratepay, auf der Suche nach einem Finanzierungspartner sei. Und, klar, so wenig Magerkurth die Leute bei Ratepay kannte, so wenig kannten die Ratepay-Leute ihn. Sonst hätten sie gewusst, dass er, also Magerkurth, genau der Mann ist, den sie suchten. Die Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank aus Reinheim hat nämlich nicht nur sehr viel Geld auf ihrer Bilanz. Sondern erstaunlicherweise hat sie auch die Technologie im Haus, um dieses Geld in die Fintech-Systeme zu pumpen. Was also tun? Magerkurth wählte einfach: die Kunden-Hotline. Und so begann die vielleicht ungewöhnlichste Bank-Fintech-Connection der deutschen Finanzbranche: Mittlerweile finanziert die Magerkurth-Volksbank nicht mehr nur den Berliner "Buy now, pay later"-Spezialisten Ratepay. Sondern auch noch rund ein Dutzend (!) weiterer Fintech-Player. Höchste Zeit also, den guten Mann endlich mal in unseren Podcast einzuladen. Denn einerseits ist natürlich ziemlich lässig, was Magerkurth da macht (und entsprechend kurzweilig wurde auch das Gespräch mit ihm). Andererseits: Kann das gutgehen? Zumal in diesen Dimensionen (allein bei Ratepay reden wir von 200 Mio. Euro ...)? Wir bedanken uns beim Sponsor der heutigen Episode, nämlich Credi2, einem Spezialisten für "Buy now, pay later"-Lösungen: www.credi2.com === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6 Redaktion und Host: Christian Kirchner Coverdesign: Elida Atelier, Hamburg Musik: www.silvermandsounds.com

Feb 7, 202229 min

Ep 49Finanz-Szene - Partner Podcast. Zu Gast: Oliver Schwarz/Microsoft

Es ist die momentane Gretchenfrage in der Banken-IT: Und, wie hältst Du es mit der Cloud? Eher so, wie sagen wir die DZ Bank, die letztes Jahr wissen ließ, bei ihr stünden Auslagerungen in die "Wolke" immer erst dann an, wenn sich die entsprechenden IT-Komponenten (die in vielen Häusern ja noch gar nicht so alt und bisweilen sogar bilanziell aktiviert sind ...) das Ende ihres Lebenszyklus erreichten. Also vielleicht 2026 oder 2027. Oder eher so, wie die Commerzbank und die Deutsche Bank, die beide regelmäßig betonen, mit Hochdruck – und trotz hoher Anlaufkosten – mehr und mehr Bankdienste in die Cloud auszulagern (wofür die Deutsche Bank sogar bewusst ihre Kostenziele bei der Postbank-Intergration riss). Oder eher wie die Neobanken, die gar nichts anderes kennen als die Cloud und für einstellige Millionenbeträge ganze Kernbankensysteme hinstellen. Fest jedenfalls steht: Cloud-Banking ist eines der Boom-Themen schlechthin da draußen. Weshalb fast schon verwundert, dass die Adaptionsrate bislang erst bei 10-20% liegt, wie Microsoft-Experte Oliver Schwarz in unserem heutigen Partner-Podcast* erklärt. Das allerdings, so Schwarz, wird nicht so bleiben. Inzwischen nämlich gehe die Rate wie der berühmte "Hockey-Stick" nach oben. Seit wann ist das so? Was sagen die Aufseher? Können sich Banken dem Trend überhaupt verweigern? Und welche konkreten Anwendungen können Anbieter wie Nutzer eigentlich erwarten von Cloud-Lösungen jenseits des klassischen Kernbanken-Betriebs? Sie hören einen Partner-Podcast, mehr zu unserem Partner-Modell hier: https://finanz-szene.de/partner/ === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6

Jan 31, 202227 min

Ep 48Finanz-Szene - Der Podcast. Zu Gast: Martin Blessing

Es gibt nicht viele Chefs deutscher Großbanken, die es in den letzten 20 Jahren geschafft haben, über die Jahre zu so etwas wie einem "Gesicht" ihrer jeweiligen Bank zu werden. Josef Ackermann ist so ein Fall. Ganz gewiss aber auch: Martin Blessing. Der hatte mit ziemlich genau acht Jahren als Vorstandschef der Commerzbank von 2008 bis 2016 nicht einmal eine außergewöhnlich lange Amtszeit. Aber in die fielen mit Dresdner-Bank-Übernahme, der Finanzkrise samt Nahtod-Erfahrung, der Teilverstaatlichung, zwei Mega-Kapitalerhöhungen und dem Sturz in die Ära der Negativzinsen mehr, als andere Bank-CEOs in ihrem ganzen Berufsleben erleben. Nun wurde es nach Blessings Coba-Ausstieg merklich ruhiger um Blessing, wenngleich aber nur medial. Ende 2016 stieg er bei der schweizerischen UBS ein, rückte in deren Vorstand auf, schied 2019 wieder aus - und wechselte gewissermaßen die Seiten. Weg von Großbanken. Hin zu etwas ganz neuem: Blessing betätigt sich nicht nur als Fintech-Investor (unter anderem etwas bei Hausgold und dem ESG-Fintech Ecolytics), sondern legte pünktlich zum Höhepunkt des Booms in diesem Segment im März 2021 einen Spac auf und wurde dessen CEO - und zwar mit dem Namen "European FinTech IPO Company 1"; kurz: EFIC1. Übernommen werde sollte mit diesem "Blankoscheck", wie der Firmenname sagt, ein europäisches Fintech. Tatsächlich übernommen wird nun aber vorbehaltlich des OKs der Investoren ein niederländischer Medienkonzern namens Azerion. Anlass für uns, Blessing einmal in unseren Podcast einzuladen und nachzufragen: gab es denn kein Fintech, das die Investition wert gewesen wäre? Blessing nahm an - und war bester Laune, einen Ritt durch die großen Branchen-Themen dieser Zeit zu wagen: Sehen wir bei den Bewertungen eine Blase? Kann man die Bewertungen börsennotierter Banken überhaupt mit jenen von Fintechs vergleichen? Hatte er den Wertpapierboom so auf dem Zettel? Stimmt es wirklich, dass Corona "alles verändert" hat im Kundenverhalten? Und gibt es überhaupt noch Nischen, in denen es keine Fintechs gibt? (Spoiler: ja, die gibt es). Unter anderem erzählt uns Blessing auch, dass er als McKinsey-Berater schon um das Jahr 1990 an Studien gearbeitet hätte, die Direktbanken für das Jahr 2005 50% Marktanteil und mehr vorher gesagt hätten. Dass es anders kam und alles erheblich langsamer verlaufen wäre als erwartet, führt er darauf zurück, dass es "alten" Banken immer wieder gelungen sei, den Vorsprung neuer Akteure aufzuholen durch Anpassung - eine Strategie, die er auch jetzt dringend geboten hält für die Institute. Zumindest bei sich selbst macht Blessing mit der notwendigen Anpassungsfähigkeit an die neue Ära - und erläutert, was es mit den Chancen der In-App Käufe und -werbung von Gaming-Anbietern und den zugehörigen Zahlungsabwicklungen auf sich hat. === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6

Jan 24, 202234 min

Ep 47Finanz-Szene - Der Podcast. Zu Gast: Sven Deglow, Co-CEO Consorsbank/BNP Paribas Personal Investors

Zu unserem heutigen Podcast gibt es eine kleine Vorgeschichte: Weil sich schon seit längerem abzeichnet, dass die DKB ihre ambitioniertes Ziel von 8 Millionen Kunden bis 2024 wohl kaum organisch wird erreichen können (aktuell steht man noch unter fünf Millionen), haben wir bei Finanz-Szene im September einmal ein wenig spekuliert: wo, wen und was könnte die BayernLB-Tochter womöglich zukaufen? Schließlich zeichnet sich ab, dass Anbieter mit einer mittleren bis niedrigen sechsstelligen Kundenzahl von alleine das Kontogeschäft kaum skalieren können - das zumindest zeigt der jahrelange Kampf der Norisbank oder der 1822direkt mit den roten Zahlen und auch das Ende von Augsburger Aktienbank oder Rabodirect in Deutschland. Was lag also näher, auch mal die Consorsbank-Kunden als mögliche Verkaufskandidaten zu sehen? Gerade einmal 340.000 Girokonten führt die, Tendenz kaum steigend. Diese Spekulation fand man indes bei der Consorsbank bzw. der Muttergesellschaft BNP Paribas Personal Investors - so der etwas sperrige Name - überhaupt nicht komisch. Ob man denn nicht vielleicht mal gerade rücken könne, was man denn so mache? Klar, kann man. Also luden wir Sven Deglow, Co-CEO von BNP Paribas Personal Investors, in unseren Podcast. Um in dem festzustellen: so völlig daneben war die Überlegung vielleicht doch nicht. Weil nämlich das Girokonto bei der Consorsbank - anders als bei vielen anderen Häusern - tatsächlich als Akquisitions- oder Ankerprodukt kaum eine Rolle spielt. Das ist inzwischen ganz offiziell: das Depot. Was wiederum einem Paradigmenwechsel gleichkommt, galt doch im Retail-Banking die Neukundengewinnung und -bindung über das Girokonto quasi drei Jahrzehnte lang als Mantra. Mit dabei hatte Deglow aber noch eine ganze Reihe weiterer spannender Einblicke. So erklärt er unter anderem, dass die Signale für ein nahendes Payment-For-Order-Flow-Verbot für die Industrie eigentlich überüberseh- und hörbar gewesen seien ab dem Sommer. Und die Bank hat bei einer internen Auswertung eine spannende Entdeckung gemacht: Kunden, die "hybrid" - das heißt: sowohl Online als auch via Handy - mit Wertpapieren handeln, erzielen eine fast doppelt so hohe Rendite wie die reinen "Handyzocker" oder jene, die ausschließlich via Desk- oder Laptop ordern. Auch macht Deglow - der sich ganz nebenbei auch als Stammzuschauer in Hansa Rostocks Ostseestadion seit den 90ern outet - eine starke Nachfrage nach Krypto-Trading aus, obwohl man selbst lediglich indirekte Krypto-Anlagen über Fonds und Derivate anbietet. Regulatorische Hürden gäbe es in Deutschland kaum für ein Angebot. Es sei vielmehr eine strategische Frage, "wie viel Volatilität man seinem Kundenstamm zumuten wolle". Unser Dank gilt dem Sponsor der heutigen Ausgabe, nämlich der digitalen Vermögensverwaltung von Hauck Aufhäuser Lampe - das ist Zeedin. http://zeed.in

Jan 17, 202236 min

Ep 46Finanz-Szene - Der Podcast. Zu Gast: Stefan Barth/OLB

Jahrzehntelang war die Oldenburgische Landesbank eine ziemlich normale Regionalbank. Von ihrer Peergroup unterschied sie sich eigentlich nur dadurch, dass es sich bei ihr eben nicht um eine Sparkasse oder Volksbank handelte – sondern um ein Privatinstitut, das infolge historischer Zufälligkeiten im Portfolio der Allianz gelandet war. Die strategische Fantasie des Münchner Versicherers erschöpfte sich freilich irgendwann darin, die OLB nur noch irgendwie loswerden zu wollen. Und so griff vor fünf Jahren der US-Finanzinvestor Apollo zu, verschmolz die OLB mit zwei parallel erworbenen norddeutschen Spezialbanken – und wagt seitdem ein geradezu unerhörtes Experiment: Lässt sich eine verschlafene Regionalbank trotz Niedrigzins-Ära in ein gieriges Rendite-Monster verwandeln? Um die Strategie der "neuen OLB" zu beschreiben, hatte Finanz-Szene schon 2019 den Begriff des "Radikalo-Bankings" geprägt. Damals allerdings ging es, wie man heute weiß, erst richtig los. Gefühlt folgt in Oldenburg seitdem Kostenprogramm auf Kostenprogramm. So wurde kurz vor Weihnachten bekannt, das die OLB weitere rund 15% ihrer Arbeitsplätze streichen, das Filialnetz nochmals drastisch kappen und die Zahl der SB-Standorte um 84% (!!) reduzieren will. Die Ziele? 45% Cost-Income-Ratio, eine zweistellige EK-Rendite – und nächstes Jahr dann an die Börse. Kann dieses Experiment gelingen? Wo sollen künftig die Erträge herkommen? Welche Rolle spielt bei alldem die Digitalisierung? Und was machen private-equity-geführte Institute wie die OLB oder die HCOB anders als der Rest der Branche? Wir freuen uns sehr, für unseren ersten Podcast des Jahres den OLB-Chef Stefan Barth gewonnen zu haben. Unser Dank gilt dem Sponsor der heutigen Ausgabe, nämlich dem Prüfungs- und Beratungs-Unternehmen Deloitte. www.deloitte.de

Jan 9, 202237 min

Ep 45Finanz-Szene - der Podcast. Weihnachtsausgabe!

Hörerinnen- und Hörer-Aktionen bergen aus journalistischer Sicht immer Blamagepotenzial: was, wenn man um Fragen bittet, die man gerne mal beantwortet - aber einfach nichts kommt? Das ging natürlich auch uns durch den Kopf, als wie Sie vergangene Woche aufriefen, uns doch für eine Weihnachts-Podcast-Ausgabe ohne Gast einfach mal Fragen zu Finanz-Szene oder uns zu mailen, die Sie interessieren. Ein Glück gab es dann aber doch keine Blamage, die uns zum Erfinden von Fragen gezwungen hätte, sondern eine ganze Menge eMails, Whatsapp-Nachrichten und Threema-Mitteilungen. Und was für welche. Von der Frage nach unserem Netzwerk über den typischen Tagesablauf bis hin zum Lieblingsessen an Weihnachten und der Beschwerde, warum wir nicht beim Erwerb einer Bank behilflich sein könnten war alles dabei. Und - erfreulicherweise nutzten einige von Ihnen auch die Gelegenheit zur Kritik. Etwa zu unserem "Denglisch", mit dem wir die deutsche Sprache verstümmelten, indem wir von News statt Nachrichten oder Snippets statt Schnipseln reden. Wir haben uns über die vielen Fragen sehr gefreut und hatten Spaß an der Beantwortung - auch, weil es zur Selbstreflexion zwingt. Und keine Sorge, es bleibt bei einer Ausnahme, damit das alles nicht zu selbstreferentiell wird. Wir wollen aber die Gelegenheit nutzen, Ihnen für Ihre Treue als Leserinnen und Leser und Hörerinnen und Hörer zu danken - und auch für Ihr Feedback über das Jahr. === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6

Dec 19, 202150 min

Ep 44Finanz-Szene - Der Podcast. Zu Gast: Ralph Müller/IKB

Vor ziemlich genau 20 Jahren schickte sich eine kleine Gruppe von Unternehmen an, etwas zu schaffen, von dem es zuvor jahrzehntelang hieß, dass es schlicht unmöglich sei: Immobilienkredite auf einer zentralen Plattform miteinander vergleichbar zu machen. Die Argumente der "Geht nicht"-Fraktion: es gebe Dutzende Variablen bei der Kreditwürdigkeit der Interessenten und dann wiederum Dutzende bei dem Kauf- und Bauvorhaben selbst. Das alles in eine zentrale, vergleichbare Anfrage zu packen sei schlicht unmöglich. Doch die Gründer der Interhyp, der Hypoport und auch der Plattform Planethome gaben sich mit dem "Geht nicht"-Argument nicht zufrieden, versuchten es doch. Mit durchschlagendem Erfolg: die Interhyp ging 2008 für knapp eine halbe Milliarde an die ING, Hypoport ist an der Börse 3,2 Mrd. Euro Wert, und Planethome ist auch zu einem Unternehmen mit über 700 Mitarbeiterinen und Mitarbeitern und 115 Mio. Umsatz gewachsen. Rund ein Drittel aller Immobilienfinanzierungen laufen über Plattformen. Gründer und damaliger Vorstand von Planethome war: Ralph Müller. Der ist nun Vorstand bei der IKB Deutsche Industriebank AG, eine Bank mit wechselvoller Geschichte in der Finanzkrise (auch darüber war zu reden), die aber inzwischen im Besitz des Finanzinvestors Lone Star wieder hohe einstellige Eigenkapitalrenditen erwirtschaftet. Unter Müllers Mitarbeit hat die IKB nun etwas vor, was auch seit 20 Jahren angeblich nicht geht: Mittelstandskredite auf eine zentrale Plattform zu ziehen und vergleichbar zu machen. Zusammengeschlossen hat man sich dazu mit: Hypoport. Also jenem Unternehmen, das schon einmal die Silos aufzubrechen half, die es bei der Kreditvergabe im Immobilienbereich gab. Im Januar soll es losgehen, 50 Banken sind bereits an Bord. Anlass für uns, einmal mit Müller in unserem Podcast zu sprechen: was genau haben die IKB und die Hypoport da vor? Hasst man die beiden dafür, dass nun auch bei Mittelstandskrediten bald die Margen zerbröseln könnten wie einst in der Immobilienfinanzierung? Und überhaupt: kann das funktionieren, Kredite in hoher zweistelliger Millionenhöhe vergleichbar zu machen? Gefragt haben wir natürlich auch, was uns seit Monaten als Verdacht beschleicht: Kann es womöglich sein, dass in Deutschland jene Banken, die Finanzinvestoren gehören, es womöglich leichter haben, wieder gute Ergebnisse zu erwirtschaften als unsere börsennotierten Großbanken, die von Quartal zu Quartal hetzen müssen? ====== Wir bedanken uns beim Sponsor dieser Episode - das ist Palturai, ein Datenspezialist, der Unternehmen hilft, das Netzwerk der eigenen Kunden und Lieferanten transparent zu machen. Mehr Infos unter: www.palturai.de === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6

Dec 14, 202134 min

Ep 43Finanz-Szene - Der Podcast: Zu Gast: Martin Bücher/KSK Biberach

Würde man einfach nur auf die Kennziffern dieses Instituts blicken könnte man glatt meinen, dass es man es mit einer der filiallosen Direktbank zu tun hat. Einer ING, DKB oder Comdirect oder einem vergleichbaren Akteur. Keinesfalls aber einer provinziellen Sparkasse. Aber wie man es auch dreht: Im Zuge unserer großen Sparkassen-Studie sprang uns die Kreissparkasse Biberach gleich mehrfach ins Auge. Das oberschwäbische Institut ... wies in drei der letzten fünf Jahre eine Cost-Income-Ratio von unter 50% auf erwirtschaftet Kapitalrenditen nördlich von 10% wächst im klassischen Kreditgeschäft baut Personal auf- und nicht ab ist extrem gut kapitalisiert ... arbeitet mit 40% Home-Office-Quote All das sollte Anlass genug sein, den Chef der Kreissparkasse Biberach - Martin Bücher - mal in unseren Podcast einzuladen und ihn fragen: wie machen sie das? Und Bücher hatte erfreulicherweise Zeit und Lust und stattete uns aus nach einer Sitzung bei der Finanz Informatik im Frankfurter Büro einen Besuch ab und stand uns Rede und Antwort. Mit entwaffnender Offenheit schilderte er, dass sein Haus eigentlich keine klassische Sparkasse sei, sondern zeitweise eher eine Investmentbank mit angeschlossener Sparkasse gewesen sei: mit einem sehr großen Kapitalmarktgeschäft. Früh investierte das Haus in die Aktienmärkte, baute so im Bullenmarkt massive Reserven auf und kann es sich so leisten, heute knapp ein Drittel der Erträge (!!) aus Aktien und anderen Beteiligungen zu verdienen und selbst in Krisen wie im vergangenen März gut zu schlafen. Quasi nebenher erzählt uns Bücher, dass man für schlechtere Zeiten auch noch vier Tonnen Gold auf eigene Rechnung erworben hat und in Schweizer Tresoren eingelagert hat - mithin also Edelmetall im aktuellen Marktwert von über 200 Mio. Euro (und laut Bücher zu weit tieferen Marktkursen erworben). Dass die Kreissparkasse Biberach auch noch in einem wirtschaftlichen Kraftzentrum des Landes mit zahlreichen Hidden Champions arbeitet, rundet das ganze ab. Eine Blaupause für andere Sparkassen sei der Weg der Kreissparkasse Biberach allerdings nicht. "Sie brauchen natürlich auch die Reserven, dass, wenn tatsächlich Risiken schlagend werden, sie nicht sofort die Reißleine ziehen müssen". Unser Dank gilt dem Sponsor dieser Episode, nämlich Mehrwerk, der führenden Plattform für Mehrwertleistungen für Banken in Deutschland. === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6

Dec 5, 202137 min

Ep 42Finanz-Szene - Der Podcast. Zu Gast: Thomas Borgwerth

Vorweg – natürlich ist das alles auch eine Frage der Perspektive. Zwar machen unsere Sparkassen nicht ganz so hohe Gewinne, wie es der DSGV bei seinen jährlichen Bilanz-PKs immer berichtet (das Delta für 2015-2019 liegt bei aggregierten 4,6 Mrd. Euro weniger, wie unsere Sparkassen-Studie zeigt). Allerdings: Trotz dieser erstaunlichen Abweichung sind die Ergebnisse weiterhin mehr als auskömmlich. So erzielten die rund 380 kommunalen Institute zuletzt ein Betriebsergebnis vor Bewertung von immer noch stolzen 8,4 Mrd. Euro. Davon wagt, nur mal zum Vergleich, die Deutsche Bank bei vergleichbarer Bilanzsumme nicht einmal zu träumen. Gleichwohl: Wirklich optimistisch ist Finanz-Szene-Analyst Thomas Borgwerth aus seinen Recherchen für unsere große Sparkassen-Studie (die Sie hier weiterhin kostenpflichtig herunterladen können) nicht hervorgegangen. Weil: Die Tendenz – fallende Erträge, stabile Kosten – zeigt kontinuierlich nach unten. Und gerade bei vielen kleineren Instituten kann es ein "Weiter so" eigentlich nicht geben. Wie also denkt Analyst Borgwerth nach seinen monatelangen Arbeiten konkret über die Sparkassen? Wie steht der Sektor aus seiner Sicht da, was sind die Perspektiven? Diesen Fragen widmen wir die heute Folge von "Finanz-Szene – Der Podcast". Um eine möglichst natürliche Interview-Atmosphäre zu kreieren, hat derjenige Finanz-Redakteur das Gespräch geführt, der mit der Entstehung der Studie nichts zu tun hatte – nämlich Kollege Christian Kirchner. Dadurch (hoffen wir jedenfalls) ist ein Podcast entstanden, der für diejenigen unter Ihnen, die die Studie noch nicht gelesen haben, trotzdem verständlich ist – der zugleich aber auch für die "Kenn' ich doch schon alles"-Leserinnen und -Leser noch frische Aspekte bereithält. Wir bedanken uns beim Sponsor dieser Episode, nämlich dem Deutschen Institut für Altersvorsorge mit seinem DIA-Podcast "Rente gut, alles gut" https://www.dia-vorsorge.de/dia-podcast/ === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6

Nov 28, 202134 min

Ep 41Finanz-Szene - Der Podcast. Zu Gast: Michael Busshaus/Justtrade

Wer dachte, die EU-Kommission Die ersten Gerüchte, dass die hiesigen Finanzaufseher ein Problem mit der Payment-For-Order-Flow Praxis haben könnten - die gab es schon im Sommer. Auch wir bei Finanz-Szene gingen ihnen nach, kamen aber nicht so recht weiter: Die Neobroker, deren ganzes Geschäftsmodell auf der Praxis der Provisionen für die Weitergabe der Order fußt, konnten die Gerüchte zerstreuen. Und selbst im Umfeld der Finanzaufsicht Bafin gab man sich eher lax und großzügig. Solange die Provisionen für die Verbesserung des Handels verwendet werden und alles transparent gemacht wird, sei doch alles in Butter. Dass sich alle Akteure sehr lang in trügerischer Sicherheit wiegen konnten, hat einen simplen Grund. Das "Feuer" kommt meist daher, von wo man es nicht erwartet. In diesem Fall: "Von ganz oben". Aus Brüssel. Von der EU-Kommission, die den Rahmen für die Finanzmarktregulierung setzt, die nationales Recht bestimmt und den lokalen Aufsehern den Rahmen setzt. Und dort geht plötzlich alles sehr schnell und liegt seit vergangenen Donnerstag (siehe unsere exklusive Berichterstattung hier) ein konkreter Entwurf für die Reform der Finanzmarktregulierung vor, die ohne Umschweife und Ausnahmeregelungen jede Form von Provisionen von Dritten bei Orderweitergabe verbieten soll. Anlass für uns, einmal einen "Deep Dive" in die Folgen eines möglichen Verbots zu versuchen. Dafür gewinnen konnten wir Michael Bußhaus, Chef des Neobrokers Justtrade, seit 20 Jahren Broker-Experte mit Chefpositionen unter anderem bei Onvista und der Comdirect und somit auch inmitten des "Sturms", der hier gerade aufzieht. "So, wie das nun im Entwurf drinsteht, hat es uns schon überrascht", gibt Bußhaus auch unumwunden zu - sagt aber auch, dass die Folgen erheblich weitreichender sein könnten, als sich das viele vorstellen. Betroffen wären auch Transaktions- und Abwicklungsbanken, die klassischen Broker, die ebenfalls schon "seit 25 Jahren Payment-For-Order-Flow Zahlungen erhalten". Und selbst klassische Banken, deren Geschäftsmodelle mit Hochpreis-Gebühren womöglich geschützt würden, hätten laut Bußhaus keinen Grund zu jubeln, schließlich deute die geplante Regulierung auf ein nahendes generelles Verbot von Provisionszahlungen von Dritten - was wiederum die Anlageberatung und dazugehörigen Geschäftsmodelle grundsätzlich revolutionieren könnte. Bußhaus hat auch konkrete Theorien, wie die Welt nach einem möglichen Verbot aussehen könnte ("Zahlen wird es der Kunde über neue Entgelte") und führt auch aus, warum der Erfolg der Neobroker nicht allein preisgetrieben sei. ===== Wir bedanken uns beim Sponsor FIO – dem Experten für Finanz-Software und Zahlungsverkehr mittels virtueller Konten. Erfahren Sie mehr unter [www.fio.de/finance](http://www.fio.de/finance) === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6

Nov 21, 202142 min

Ep 40Finanz-Szene - Der Podcast: Zu Gast: Eva Wunsch-Weber / Frankfurt Volksbank

Wenn es um den Umgang mit den Null- und Niedrigzinsen geht, ist die Kreativität vieler Banken eher begrenzt: Filialen schließen, Konto-Gebühren steigen und Verwahrentgelte kommen. Bei der Frankfurter Volksbank indes - mit 13,2 Mrd. Euro Bilanzsumme die sechstgrößte Genossenschaftsbank hierzulande - ist das anders. Es gibt keine fixen Verwahrentgelte, und wann die Kontogebühren zuletzt stiegen, weiß man gar nicht mehr genau (es muss über zehn Jahre her sein, für Genaueres "müsste man in den Keller"). Was nun den angenehmen Nebeneffekt hat, dass man kaum Probleme mit dem BGH-Urteil hat. Und auch in Sachen Filialen fährt man eine völlig andere Strategie als die Mehrheit der Institute: Statt sie zu schließen, investiert die Frankfurter Volksbank kräftig und steht zum Filialnetz, das überdies - ein Branchennovum - in Teilen schlicht mit der Taunus Sparkasse aus dem "roten Lager" geteilt wird. Da das alles auch mit operativ starken Zahlen einher geht, steht Eva Wunsch-Weber, die Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Volksbank, schon seit langem auf unserer Wunschliste als Podcast-Gast. Dass es letztlich doch etwas dauerte, ist der Tatsache geschuldet, dass man bei der Frankfurter Volksbank (die, nebenbei bemerkt, schlappe 185 Immobilien als "eiserne Reserve" für schlechtere Tage besitzt...) seit Monaten über eine neue Strategie brütet: Wie sieht die Bank der Zukunft aus? Nun hat sie sich diesbezüglich gesammelt, plant Mehrwertdienste, digitale Ökosysteme, Plattformen und vor allen auch "Filialen der Zukunft", ohne Schalter, sondern mit Tischen sowie gleichen Front-Ends für Kunden wie Berater. Und folglich hatte auch Wunsch-Weber Zeit, uns vorzustellen, was man alles anders gemacht hat - und was man künftig denkt, anders zu machen. Wobei das vielleicht auch schon der Kern des Ganzen ist: Einfach mal "machen" - denn, so Wunsch-Weber, wenn Fintechs muter mit "Minimum Viable Products, kurz: MVPs arbeiten dürfen - warum soll es nicht auch eine Bank machen dürfen? Unser Dank gilt dem Sponsor dieser Episode, nämlich unserem Partner Oliver Wyman - eine der international führenden Top-Unternehmensberatungen, die Beratungsdienstleistungen in allen Branchen anbietet.

Nov 14, 202132 min

Ep 39Finanz-Szene - Der Podcast. Zu Gast: Marcus Mosen, Investor & Berater

Es ist mächtig viel los in Deutschlands Payment-Szene: Mastercard verkündet das Aus für Maestro ab 2023, eine Bank nach der anderen - jüngst etwa die DKB und ING mit zusammen knapp 15 Millionen Kunden - erklären die Girocard für obsolet, und in diesen Tagen wird sich auch das Schicksal der European Payments Initiative (EPI) entscheiden. Anlass für uns, all diesen Dingen einmal in Ruhe in einem Podcast auf den Grund zu gehen - und das mit einem der profiliertesten Payment-Experten und regelmäßigen Finanz-Szene-Gastautor: Marcus W. Mosen. Der sieht für die Girocard schwere Zeiten aufziehen - und zeigt sich auch skeptisch, was die European Payments Initiative angeht. Der Organisation mangele es an einer klaren Vision, einfach nur "gegen" Mastercard und Visa zu sein, das reiche nicht. Völlig ignoriert habe die EPI beispielsweise bislang das Thema "Digitale Identitäten", wo es in den EPI-Teilnehmerländern immensen Aufholbedarf gebe gegenüber etwa skandinavischen Ländern, wo der Brückenschlag zwischen Staat und Privatwirtschaft gelungen sei. Kritik übt Mosen auch an der Struktur der EPI, die in Deutschland von der Deutschen Kreditwirtschaft gepusht werde. "Fintechs sind bisher in Epi nicht wirklich involviert worden. Vielleicht hat man das auch nicht gewollt", so Mosen. == Unser Dank gilt dem Sponsor dieser Episode und Finanz-Szene-Partner McKinsey & Company, die kürzlich eine umfassende Studie zum Payment-Sektor veröffentlicht hat - hier geht's zur Studie: mck.de/payments

Nov 8, 202139 min

Ep 38Finanz-Szene - Der Podcast. Zu Gast: Matthias Hach, CEO Wallstreet Online Capital/Smartbroker

Als die Commerzbank im September 2019 die "Vollübernahme" und Integration ihrer Tochter Comdirect verkündete, setzte quasi minuziös eine Fluchtbewegung auf Vorstandsebene ein. CEO Arno Walter war - allerdings aus regulatorischen Gründen - quasi über Nacht weg zurück in die Zentrale. Finanzchef Dietmar von Blücher suchte im März 2020 das Weite, Interim-CEO Frauke Hegemann im September 2020. Es blieb aus der alten Vorstandsriege zunächst nur einer: Matthias Hach, ein regelrechter Broker-Haudegen mit 20 Jahren Erfahrung im Brokerage-Geschäft in fünf Stationen. Im Frühjahr diesen Jahres - da war dann auch Hach weg, um Doppel-CEO der wallstreet:online AG und der wallstreet:online capital AG zu werden, also jenem Berliner Geflecht, das bekannt für seinen Neobroker Smartbroker und mit 320 Mio. Euro bewertet ist. Nicht auf Basis von Fundings mit unbekannten Klauseln, sondern: im täglichen Handel an der Börse. Nun müsste man eigentlich erwarten, dass Hach diesen Wechsel mit einem industrietypischen Tschakka-Gequatsche begründet, von den immensen Wachstumraten der Neobroker, der tollen "neuen" Fintech-Welt. Stattdessen aber: Erzählt uns Hach in unserer neuesten Episode des Finanz-Szene-Podcasts, dass die Comdirect für ihn eine "Herzensangelegenheit" gewesen sei - und dass er gar nicht auf die Idee gekommen wäre, zu wechseln, hätte das Unternehmen in seiner damaligen Form "überlebt". Und auch, dass es ihn beim Wechsel erstaunt habe, wie er es dann auf der Fintech-Seite plötzlich mit Menschen zu tun hatten, die dachten: da kommt der Hach, der weiß ja alles. Statt Großkonzern Commerzbank nun also: Ein Neobroker - in Berlin, wo sich - auch so ein nettes Detail - der gebürtige Berliner eigentlich gar nicht so wohlfühlt, wie er es in seinen Comdirect-Jahren in Hamburg tat. Gesprächsbedarf gibt es jedenfalls reichlich - zum Beispiel zur Frage, ob es angesichts der immer verrückteren Sprünge einiger weniger Werte am Aktienmarkt wie Tesla nicht langsam alle Alarmglocken angehen. Ob denn die "alten" Banken den Neobroker-Boom schlicht verschlafen und zu lange an ihrem tradierten, lukrativen Geschäftsmodell mit Hochpreis-Orders festhalten. Oder auch, wie groß die Sorge Hachs ist, dass N26 den Brokerage-Markt betritt (Spoiler: recht groß). Und natürlich auch, ob sich Hach sorgt, dass das Geschäftsmodell der Neobroker mit der Payment-for-Order-Flow-Logik, in der die Abwickler der Transaktionen die Broker bezahlen (und nicht der Kunde) unter Druck geraten könnte. ====== Wir bedanken uns beim Sponsor dieser Episode, das ist das Deutschen Institut für Altersvorsorge mit seinem [DIA-Podcast „Rente gut, alles gut!“](https://www.dia-vorsorge.de/dia-podcast/) === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6

Oct 31, 202135 min

Ep 37Finanz-Szene - Partner Podcast. Zu Gast: Martin Stolberg, Sopra Steria

Es sind Buzzwords, die zu Binsen wurden. Aus Banken sollen „digitale Plattformen“ werden. Oder, alternativ: Aus Banken sollen „digitale Ökosysteme“ werden. Motto: Bevor Google zur Bank wird, werden unsere Banken besser noch rasch zu kleinen Googles. Fragt sich nur: Stimmt das überhaupt? Beziehungsweise: Ist das überhaupt (noch) realistisch? Nein!, sagt Martin Stolberg, Leiter Banking bei unserem Premium-Partner* Sopra Steria. Seine Argumentation: Banken müssen sich damit abfinden, dass sie selber nicht zur digitalen Plattform taugen. Auch, weil sie dafür einfach zu spät dran gewesen seien. Überhaupt hält Stolberg manches von dem, was Banken und Sparkassen unter „Digitalisierung“ verstehen, für eher fragwürdig. Beispiel: Das kostenlose Wlan nebst Cafè Latte in der „Flagship-Filiale“. Als ob Menschen deswegen plötzlich in die Filiale kämen … Stattdessen? Radikale Konzentration aufs Kerngeschäft. Was freilich nicht bedeute, die digitalen Plattformen zu ignorieren. Sondern an sie anzudocken, statt selber eine sein zu wollen. Wie das geht und welche Fallstricke hierbei lauern, das erläutert Stolberg in unserem heutigen „Partner-Podcast“ Die Umfrageergebnisse im Detail: [https://www.soprasteria.de/newsroom/publikationen/studien/free/digital-banking-experience-report](https://www.soprasteria.de/newsroom/publikationen/studien/free/digital-banking-experience-report) ==== Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6

Oct 24, 202129 min

Ep 36Finanz-Szene - Der Podcast. Zu Gast: Andreas Schelling/Finanz Informatik

Wer sich mit den Ursprüngen der Finanz Informatik auseinandersetzt, sollte wenig Angst vor kryptischen Abkürzungen haben. Denn entstanden ist der zentrale IT-Dienstleister der Sparkassen aus ungefähr zwei Dutzend Unternehmen, die auf so schöne Namen wie DVG, RWSO, BSW, DVG, SIK oder IZB Soft hörten. Und nun - gibt es eben die "eine" FI, gewissermaßen ein Supertanker. Dummerweise bewegt sich aber die Welt da draußen nun wieder in die andere Richtung: in kleine, modulare Lösungen aus der Cloud. Wie geht man damit um? Und wohin steuert eben jener "Supertanker"? Darüber sprechen wir in der neuesten Folge unseres Finanz-Szene-Podcasts mit Andreas Schelling, seit Jahresbeginn Vorsitzender der Geschäftsführung der Finanz Informatik. Und gesprochen hat er in entwaffender Offenheit - zum Beispiel, dass es unstrittig sei, dass "diese großen Releases, die wir fahren und die Planungs- Zyklen, die wir über die die Gremien haben, nicht mehr in die Welt passen". Dass man agiler werden muss, die Dynamik steigern, den kulturellen Change einleiten - was für Schelling schon manchmal bei einfachen Dingen beginnt, etwas schlicht die Kamera bei einem digitalen Austausch zu aktivieren. Gesprochen haben wir aber auch über eines der ambitioniertesten Ziele der Sparkassen-IT - nämlich die Zahl der digitalen Abschlüsse bis Ende 2023 von anfang 40.000 auf dann eine Million (!) pro Monat (!!) zu steigern, was denn die Sparkassen im Gepäck haben, um Neobrokern Paroli zu bieten - und was hinter der Personalie Julia Koch steckt, die man seitens der FI von der Unicredit abgeworben hat und in die Geschäftsführung beruft. == Wir bedanken uns beim Sponsor dieser Episode - das ist Sopra Steria, einem führenden europäischen Management- und Technologieberater. Mehr Informationen auch unter: [www.soprasteria.de](https://www.soprasteria.de/) ==== Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6

Oct 17, 202146 min

Ep 35Finanz-Szene - Der Podcast. Zu Gast: Thomas Richter/BVI

Es dürften noch Wochen vergehen, ehe der Koalitionsvertrag steht - aber für die hiesigen Banken und Fintechs dürften sich die Rahmenbedingungen fundamental ändern. Denn auf der Agenda steht nicht weniger als die Reform der Altersvorsorge: Kommt ein Provisionsverbot? Schafft der Staat ein neues Vorsorgeprodukt - eine "Bürgerrente" oder "Aktienrente" und macht damit Finanzdienstleistern Konkurrenz? Was folgt auf Riester und warum kam es nie zu einer Reform? Darüber sprechen wir in unserer aktuellen Podcast-Episode mit Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des Fondsverbands BVI. Thematisiert haben wir auch, wie realistisch ein Eingriff der Bafin in das Geschäftsmodell der Neobroker ist, warum die Gruppe der Selbstentscheider immer noch eher überschätzt wird - und ob wir nicht schon sehr spät im Aktienmarktzyklus sind und Enttäuschungen drohen. ==== Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6

Oct 11, 202128 min

Ep 34Finanz-Szene - Der Podcast. Zu Gast: Michael Bentlage/Hauck&Aufhäuser

Am Freitag Morgen verkündete Hauck&Aufhäuser-CEO Michael Bentlage in einem digitalen Townhall-Meeting vor 1.100 Mitarbeitern, dass sein Haus bei der Übernahme des Bankhauses am Ziel ist. Zeitgleich ging um 10 Uhr ging die Pressemitteilung raus - und schon um 13 Uhr sitzt ein sichtlich entspannter Bentlage in seinem Büro in der Frankfurter Kaiserstraße, um uns im Finanz-Szene Podcast Rede und Antwort zu stehen. Die Themen? Liegen auf der Hand: Wie schwierig ist es, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Laune zu halten, wenn die Übernahme 1,5 Jahre "in der Luft hängt", weil die Regulierer prüfen? Wie heißt überhaupt die neue Bank (Spoiler: Hauck Aufhäuser Lampe) und warum genau dieser Name? Und was sind die Faktoren, an denen Übernahmen scheitern und was sie gelingen lässt? Natürlich sprachen wir auch über die Lage im deutschen Privatbankenmarkt generell - und Bentlages Thesen im speziellen: Warum er an eine große Zukunft der Blockchain-Technologie im Banking und digitale Assets glaubt, an die "She-Economy" - und warum er in Corona keine Tiefpunkte hatte, sondern die Umstände, die die Pandemie mit sich brachten beruflich, für einen Glücksfall hält. Ganz nebenbei verkündete Bentlage auch eine Neuigkeit: Zum 1. Januar wird eine Frau in den Vorstand bei Hauck Aufhäuser Lampe einziehen. Welche genau, will Bentlage nicht verraten - die Regulierer prüfen noch. In jedem Fall meint es das Haus aber ernst mit den dezidierten Zielen der Frauenförderung, denen man sich im Geschäftsbericht verschreibt. ==== Wir bedanken uns beim Sponsor dieser Episode - das ist Banking Circle, einer vollizensierten Bank für länderübergreifende Zahlungs- und Bankdienstleistungen. Mehr Informationen auch unter: www.bankingcircle.com

Oct 3, 202133 min

Ep 33Finanz-Szene - Der Podcast. Zu Gast: Oliver Prill/CEO Tide

Dieser Podcast wird präsentiert von finAPI - Ihrem Spezialisten für Banking APIs und Open Banking. Mehr Informationen: www.finapi.io Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6

Sep 26, 202143 min

Ep 32Finanz-Szene - Der Podcast. Zu Gast: Peter Hanker/Volksbank Mittelhessen

Wir danken dem Sponsor dieser Episode - MeisterTask, dem DSGVO-konformen Task-Management Tool aus Deutschland. Starten Sie jetzt unter www.meistertask.com. ==== Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6

Sep 19, 202128 min

Ep 31Finanz-Szene - Der Podcast. Zu Gast: Ramin Niroumand / Finleap

Wir danken dem Sponsor dieser Episode - der digitalen Vermögensverwaltung von Hauck & Aufhäuser: Zeedin! Jetzt investieren ab 25.000 Euro. Mehr Informationen: [Zeedin.de ](https://www.hauck-aufhaeuser.com/zeedin-investieren-ab-25k) === Fragen und Feedback zum Podcast: [email protected] oder (auch anonym) über Threema: TKUYV5Z6

Sep 13, 202137 min

Ep 30Finanz-Szene - Partner-Podcast: Zu Gast Ralph Hientzsch/Consileon

Wenige Dinge sind so wirkmächtig für das künftige Geschäft von Banken und Fintechs wie die Demografie. Das gilt sowohl für die Zielgruppen - denn die Zahl potenzieller Kunden über 65 verdoppelt sich binnen 20 Jahren - also auch für für Bestandskunden, denn wenige Dinge sind für die künftigen Erträge so aussagekräftig wie die Altersstruktur der Kundschaft. Was heißt das alles fürs Geschäft? Wo tun sich Chancen aufgrund des demografischen Wandels auf, wo Risiken? Darüber sprechen wir in der heutigen Ausgabe unseres Podcasts mit Ralph Hientzsch, Gründer und Gesellschafter der Consileon GmbH. Hientzsch sieht die größten Chancen in den Feldern Bankassurance/Pflegeversicherungen und vor allem dem Advisory-Geschäft - schließlich rolle auch eine immense Erbschaftswelle. Die Risiken liegen in seinen Augen vor allem darin, für den "Generationswechsel" der Kundschaft nicht mehr gerüstet zu sein. Was auch für sein eigenes Unternehmen gilt - für "Next Generation"-Projekte setzt der 52jährige Hientzsch lieber 25 Jahre jüngere Kollegen in die Projektteams.

Sep 5, 202138 min

Ep 29Finanz-Szene - Der Podcast. Zu Gast: Heiko Dünkel / VZ Bundesverband

Unseren heutigen Gast werden Sie vielleicht nicht kennen – aber sein berufliches Wirken, mit dem dürften Sie in den vergangenen Monaten durchaus schon zu tun gehabt haben. Und zwar ganz egal, ob Sie Bankerin oder Banker sind, bei einem Finetch arbeiten – oder ganz normaler Bankkunde sind. Heute sprechen wir nämlich mit Heiko Dünkel, Leiter des Teams Rechtsdurchsetzung bei der Verbraucherzentrale Bundesverband – und damit einer derjenigen, die das BGH-Urteil zur – genauer gesagt: gegen – die Zustimmungsfiktion durchgesetzt haben. Also der Tatsache, dass Banken Schweigen der Kunden nicht länger als Zustimmung zu neuen Gebühren oder ihrer Erhöhungen verwenden dürfen. Die Konsequenz des Urteils: da draußen ist der Teufel los. Millionen an Briefen gehen raus, bideldicke neue AGBs sind in der Post, es gibt Rauswurfdrohungen gegen Kunden, die Rückforderungen stellen, die Bandbreite der Reaktionen der Banken ist groß – und dazu haben wir einige Fragen, unter anderem auch eine ganz simple: Profitiert hier wirklich am Ende der Bankkunde? Und natürlich auch, Sie haben es eingangs gehört: wie konnte es sein, dass sich die Banken hier so grandios verzockt haben, es werde schon alles gut ausgehen juristisch?

Aug 29, 202135 min

Ep 28Finanz-Szene - Partner-Podcast. Zu Gast: Christof Roßbroich / ti&m

Heute haben wir uns ein Thema vorgenommen, über das viele reden, das rasant wächst und ohne Frage "ein großes Ding" ist – es geht um Bankdienstleistungen in der Cloud. Das, was da draußen passiert – das rasante Wachstum kleiner Fintechs und Neobanken – fußt unter anderem auch darauf, dass sie sich die Dienstleistungen modular zusammenkaufen können. Kernbankensysteme zu betreiben – das geht inzwischen zu sechsstelligen bis niedrigen einstelligen Millionenbeträgen pro Jahr und ohne etagenfüllende Serverräume und Personal. Wie verändert Cloud-Banking die Bank-Landschaft – was ist mit dem Thema Datenschutz und Sicherheit – wie sehen Aufseher das Thema – was tut sich in Sachen Gaia X – und sind die großen Akteure wie Amazon, Google und Microsoft überhaupt noch einzuholen mit ihren rund 20 Milliarden Dollar Cloud-Investitionen pro Quartal – darüber reden wir mit Christof Roßbroich, Cloud-Experte vom schweizerischen IT-Dienstleister TI&M – er kennt auch die Seite der Kernbankenanbieter beruflich und ist nun auf der Beraterseite aktiv. Disclaimer: ti&m ist Partner von Finanz-Szene.de - Sie hören einen "Partner Podcast".

Aug 22, 202135 min

Ep 27Finanz-Szene - Der Podcast. Zu Gast: Mirko Krauel / Otto

Chime - seit Freitag mit 25 Mrd. US-Dollar bewertet. Afterpay - übernommen für 29 Mrd. US-Dollar. Klarna - bewertet mit 46 Mrd. US-Dollar: Im "Buy now, pay later"-Segment ist aktuell der Teufel los in Sachen Fundings und Bewertungen. Zu Recht, sagt Mirko Krauel, Managing Director der Payment-Gesellschaft der Otto Group: eines der letzten wirklich attraktiven und margenstarken Geschäfte der Banken - der gute, alte Ratenkredit - werde nun möglicherweise in neuem Gewand und an anderen Points of Sales - neu verteilt. Die weiteren Themen des heutigen Podcasts: Ist der Payment-Zug für die deutsche Kreditwirtschaft abgefahren oder können die hiesigen Banken den Paypals, Visas und Mastercards dieser Welt noch etwas entgegen setzen? Und was genau macht eigentlich die Otto-Gruppe, wenn sie einen ganz eigenen Payment-Konzern aufbaut, anstatt sich die Dienstleistungen bei externen Partnern zusammenzupoolen? Krauel jedenfalls ist optimistisch, dass das neue, von ihm geführte Unternehmen 2022 vollständig an den Start gehen kann.

Aug 15, 202142 min