
Markus Ritter: «Der Konsument soll entscheiden», Feusi Fédéral Ep. 66
Der Bauernpräsident und Nationalrat über die Massentierhaltung in der Schweiz, das Weltbild der Initianten, was die Energiekrise für die Bauern bedeutet und wieso die Energiestrategie auf Fehlüberlegungen beruht.
Feusi Fédéral. Direkt aus dem Bundeshaus
September 9, 202228m 34s
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Show Notes
Der Bauernpräsident und Nationalrat über die Massentierhaltung in der Schweiz, das Weltbild der Initianten, was die Energiekrise für die Bauern bedeutet und wieso die Energiestrategie auf Fehlüberlegungen beruht.
«In der Schweiz gibt es keine industrielle Tierproduktion», sagt Markus Ritter. «Das Ziel der Initiative, für Tierwohl zu sorgen, ist bereits im Gesetz verankert, die Initiative ist unnötig.» Im internationalen Vergleich gebe es in der Schweiz sehr niedrige Tierbestände. «Wir haben das strengste Tierschutzgesetz der Welt und sind das einzige Land mit verordneten Höchstbeständen.»
Beim Fleisch werde heute nur sechs Prozent in Bio-Qualität verkauft. Es koste schon heute rund fünfzig Prozent mehr. Die Initiative wolle alle anderen Konsumenten dazu zwingen, diese Preise zu bezahlen. «Das ist aber richtig, wir sind in einem liberalen Land. Wenn einer ein Stück Fleisch will, dann soll er das essen dürfen.» Die Initianten dürften ihr Weltbild nicht allen vorschreiben, findet Ritter.
Konsumenten würden im Ausland einkaufen
Was würde bei einem Ja zur Initiative passieren? Ritter geht davon aus, dass zahlreiche Bauernfamilien die Produktion einstellen müssten. Die Preise für alle Nahrungsmittel würden deutlich ansteigen und immer mehr Konsumenten würden im Ausland einkaufen.
Und was passiert bei einem Nein? Die Forderungen von links-grün werden nie aufhören», befürchtet Ritter. «Der Unterschied zwischen uns und links-grüner Agrarpolitik ist, dass sie alles auf Gesetzesstufe vorschreiben wollen, wir wollen zwar bessere Gesetze als in Nachbarländern, aber der Konsument soll so viel Wahlfreiheit haben wie möglich. Über diese beiden Konzepte werden wir immer wieder abstimmen.
Energiestrategie war «Fehlüberlegung»
Was bedeutet die Energiekrise für die Bauern? «Wenn der Strom ausfällt, wird es ganz schwierig.» Die Bauern seien auf Strom angewiesen. «Ich bin dafür, dass wir auf alternative Energien umbauen, aber jetzt steht die Versorgungssicherheit zuoberst.» Es brauche jetzt Investitionen in die Stromproduktion im Inland, damit die Schweiz unabhängiger werde.
«Hinter der Energiestrategie stand eine Fehlüberlegung: Wir haben zu wenig investiert und uns auf Importe verlassen», findet Ritter. Das Problem habe es schon vor der Ukraine-Kirise bestanden.
Der Bundesrat müsse eine Lagebeurteilung machen, fordert Ritter. «Die Politik muss die Energiestratregie nachjustieren, und zwar als Ganzes, daran kommen wir nicht vorbei.» Die Atomkraftwerke würden dabei eine wichtige Rolle spielen, aber auch die erneuerbaren Energien. «Die links-grüne Politik hat so lange funktioniert, wie man im Ausland billigen Strom einkaufen konnte.» Im Inland hätten SP, Grüne und Naturschutzorganisationen alles verhindert, findet Ritter. «Das passte zur Importstrategie, jetzt wo die Importe nicht mehr funktionieren, braucht es ein Umdenken.»
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