
Feel The News
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Antisemitismus für Anfänger
Mit dem Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel hat ein neuer Krieg im Nahen Osten begonnen – und damit auch viele politisch notwendige Diskussionen. Immer häufiger mischen sich dabei antisemitische Beiträge in die Debatte. Umso wichtiger ist es deshalb, Antisemitismus zu erkennen, ihn zu verstehen und sofort zu benennen. Jule und Sascha sprechen in dieser Folge deshalb über die Codes und Strukturen, über die jüdische Weltverschwörung, und darüber, wie antisemitische Narrative töten können. Woraus speist sich die enorme Emotionalisierung der Debatte? Warum ist es so grotesk, dass in diesen Tagen ständig die UN zitiert wird? Und warum kann die Antwort auf Antisemitismus immer nur lauten: Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung?
Wagenknecht, Scholz, AfD – Deutschland aus dem Gleichgewicht
Deutschland fehlt die Balance, da sind Jule und Sascha eindeutig einer Meinung und stecken gemeinsam die Ereignisse der letzten Wochen ab, die unter anderem zu diesem vorherrschenden Gefühl geführt haben. Dass die AfD in den jüngsten Wahlen in Bayern und Hessen verhältnismäßig gut abgeschnitten hat, kommt zwar nicht als größte Überraschung daher, besorgniserregend ist die Entwicklung aber trotzdem. Genauso ernst sieht es mit den Reaktionen auf den Nahostkonflikt aus. Wie steht es um die Meinungsfreiheit und das Demonstrationsrecht bzw. die Versammlungsfreiheit? Darf man überhaupt noch was sagen? Wie schafft man es, inmitten der Geschehnisse nicht in eine Art Ohnmacht zu verfallen? Und was riskieren wir für den Zusammenhalt in der Gesellschaft? Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte! https://linktr.ee/feel_the_news
Was hilft gegen Weltschmerz?
Good News sind zurzeit eher Mangelware und der Weltschmerz zieht sich als allgegenwärtiger Gemütszustand nicht nur durch diese Folge, sondern auch durch den Alltag von Jule und Sascha. Wie geht man eigentlich sensibel und empathisch mit schwierigen Nachrichten um? Und wann ist ein geeigneter Zeitpunkt, um wieder vermehrt auf sich selbst zu achten? Die beiden wissen, dass es eine privilegierte Perspektive ist, sich kurzzeitig dem Nachrichtenstrom entziehen zu können. Gleichzeitig wissen sich auch, wie wichtig es ist, Traurigkeit und Ablenkungen zuzulassen, zum Beispiel durch ein nischiges Hobby, das außer einem selbst kein anderer unbedingt verstehen muss. Wie findet man wieder zurück zu dieser gesunden kindlichen Naivität? Und was können wir auch aus vermeintlich oberflächlich konsumierten Inhalten ziehen?
Der Terror im Nahen Osten
Es gibt kaum ein Thema, dass politisch und emotional so aufgeladen ist, wie der bewaffnete Konflikt um die Region Palästina im Nahen Osten. Dieser eskaliert zuletzt am Samstag in einem unmenschlich grausamen Angriff der Terrororganisation Hamas auf das vornehmlich jüdische Israel. Sowohl dieser überraschende Angriff der Hamas als auch darauffolgende Vergeltungsschläge durch Israel fordern auf beiden Seite unzählige unschuldige Zivilist*innen als Opfer. Jule und Sascha erörtern in dieser Folge inwiefern Deutschland aufgrund seiner eigenen historischen Vergangenheit eine gesonderte Verantwortung zugeschrieben werden muss. Wo beginnt Antisemitismus? Warum ist Empathie definitiv kein Nullsummenspiel? Und auf welche Seite stellt man sich, in einem Konflikt, der so schwer zu ertragen ist für alle Seiten?
Die große Vertrauenskrise
Die große Vertrauenskrise hat uns ziemlich stark erwischt und ganz messbare Folgen. Sascha hat in seinem neuen Buch das weit verbreitete Gefühl des Vertrauensverlustes untersucht und darauf basierend sprechen er und Jule heute über das geringer werdende Vertrauen der Bevölkerung in den Staat, in die Parteien sowie in die Politik. Das Misstrauen, das dadurch entsteht, ist nicht nur ungesund für einen selbst, sondern auch für die Gesellschaft. Das Zukunftsvertrauen ist abgestürzt und in einigen Bereichen herrscht so ein großer Vertrauensverlust, dass völlig absurden Verschwörungstheorien Glauben geschenkt wird. Wo liegen die Fehler, auf deren Kosten das Vertrauen von jüngeren Generationen verspielt wurde? Inwiefern muss Vertrauen im 21. Jahrhundert neu hergestellt werden und wie können mögliche Antworten auf den Vertrauensverlust aussehen? Zum Buch ”Die große Vertrauenskrise – ein Bewältigungskompass”
Deutsche Bahn: Der Verkehrscrash
Es fühlt sich an wie das deutscheste und nervigste Gejammer: Beschweren über die Deutsche Bahn. Die Infrastruktur wird von Tag zu Tag maroder und 2022 hat die Bahn einen erneuten Verspätungsrekord aufgestellt. Gleichzeitig wollen laut einer Umfrage jedoch 74% der Deutschen mehr Bahn fahren und auch im Zuge der Klimakrise nimmt die Bahn eine immer wichtigere Rolle ein. Jule und Sascha wollen sich mit dieser Hass-Liebe auseinandersetzen und verstehen, warum es kaum ein Thema gibt, bei dem Menschen so ambivalent sprechen. Ist eine Verkehrswende ohne die Bahn möglich? Was muss dafür noch passieren und wer muss zahlen? Wo liegt der Ur-Fehler allen Übels? Und wie kann es sein, dass wir erst 2070 auf dem Stand sein sollen, auf dem andere Länder schon jetzt sind?
Luke Mockridge und Ines Anioli
Seit knapp vier Jahren liest und hört man von der Beziehung zwischen Luke Mockridge und Ines Anioli. Im Raum stehen schwere Vorwürfe, ein eingestelltes Verfahren, moralische und gesellschaftliche Bewertungen zweier Menschen durch die Öffentlichkeit, bei denen es schwerfällt, sich ein neutrales Bild zu machen. Das Thema kommt in den letzten Monaten immer mal wieder auf und ist generell ein häufig wiederkehrendes Element in der Öffentlichkeit. Nachdem Jule und Sascha einige Nachrichten dazu bekommen haben, versuchen sie nun, in die Diskussion um Luke Mockridge und Ines Anioli einzusteigen und schwierige Dynamiken, die sich in der Öffentlichkeit gezeigt haben, einzuordnen. Wie spricht man über Themen wie mögliche Fälle von sexualisierter Gewalt, wenn nichts bewiesen ist, oder Aussage gegen Aussage steht? Wie verhält man sich in der öffentlichen Diskussion als außenstehende Person?
Kinderfotos im Netz
Anfang September hat die Telekom mit ihrer Kampagne #sharewithcare auf die Gefahren des sogenannten “Sharenting” (Share und Parenting) hingewiesen. Ob und wie Eltern Fotos ihrer Kinder auf sozialen Medien teilen, ist eine der großen und hitzig diskutierten, aber ungelösten Fragen der Elternschaft im 21. Jahrhundert. Die Debatte rund um Kinderfotos im Netz ist stark emotions- und interessengeleitet. Besonders Mütter werden von Gegner*innen des “Sharenting” vehement für ihre Entscheidungen verurteilt. Jule und Sascha sind sich in dieser Frage nicht ganz einig und diskutieren über die Argumente der Gegner*innen sowie der Befürworter*innen. Was hat die Unerbittlichkeit der Diskussion mit patriarchalen Mechanismen zu tun? Wieso ist es debattenverhindernd, wenn Gegner*innen mit Worst-Case-Szenarien argumentieren? Und was sagt eigentlich das Bundeskriminalamt zu der Veröffentlichungen der Bilder?
Hubert Aiwangers Populistenstadl
Die Flugblatt-Affäre von Hubert Aiwanger hat in der letzten Woche eines gezeigt: Die Trumpisierung der deutschen Politik. Denn der bayrische Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident ist in den letzten Jahren häufiger mit reaktionären oder populistischen Parolen aufgefallen und hat nun auch Markus Söder gezwungen, seine populistische Seite zu zeigen. Statt Fehler einzugestehen und Konsequenzen zu ziehen, zeigt sich Aiwanger als Opfer einer Medienkampagne und gewinnt laut einer Umfrage der BILD vier Prozentpunkte dazu. Jule und Sascha schauen in dieser Folge auf die Mechanismen hinter populistischen Weltauslegungen. Wieso finden Politiker wie Aiwanger in manchen Teilen Deutschlands trotzdem Anklang? Was verrät die Flugblatt-Affäre über die Fehlerkultur in der deutschen Politik? Und welche Auswirkungen wird die Trumpisierung in Zukunft auf Deutschland haben?
Toxische Weiblichkeit - Pick Me Girls
Frauen, die andere Frauen abwerten, um bei Männern besser anzukommen, sind sogenannte “Pick Me Girls”. Anlässlich Sophie Passmanns neuestem Roman zu ebendiesem Thema sprechen Jule und Sascha über toxische Weiblichkeit und das genannte Phänomen. Denn Frauen, die prinzipiell gegen Frauen gehen, verschlimmern die Lage für sich selbst und andere Frauen dramatisch und merken das oft nicht einmal. Darin steckt eine Grausamkeit, über die man sprechen muss: Wann verhalten sich Menschen einfach wie Idioten und ab wann kann man von toxischer Weiblichkeit sprechen? Welche patriarchalen Mechanismen stecken hinter toxischer Weiblichkeit? Und warum ist es so wichtig, dass sich besonders Frauen untereinander solidarisch verhalten?
Das AfD-Verbot
Erst im April hat der Bundesverfassungsschutz die Partei-Jugend der AfD “Junge Alternative” als “gesichert rechtsextremistisch” eingestuft. Die gesamte Partei Alternative für Deutschland soll als “rechtsextremer Verdachtsfall” gelten, dagegen hat die AfD geklagt, das Verfahren läuft noch. Immer wieder wird gefordert, dass die AfD verboten werden sollte. Doch ist ein Verbot dieser teilweise rechtsextremen Partei die sinnvollste Möglichkeit, die Demokratie in Deutschland zu beschützen? Sascha und Jule wägen pro und contra Argumente gegeneinander ab, ohne jedoch je von ihrer eigenen Meinung abzuweichen, Demokratie dürfe nicht bedeuten, alles zulassen zu müssen genauso wenig wie Meinungsfreiheit bedeuten könne, menschenfeindlich sein zu dürfen.
Bis dass der Tod uns scheidet
In einer Gesellschaft, die patriarchal geprägt ist, scheint eine (monogame) Beziehung noch immer der erstrebenswerte Zustand zu sein. Doch in einer Welt, in der sich alles ständig verändert und neue Lebensmodelle erkennbar werden, wirkt sich das zwangsläufig auch auf Beziehungen aus. Jule und Sascha glauben, dass wir im 21. Jahrhundert Beziehungen neu lernen müssen und schauen sich das Konzept Beziehung im Allgemeinen sowie ihre eigene Situation an. Wie funktioniert Beziehung? Welchen Einfluss hat die Öffentlichkeit auf Beziehungen? Ist Monogamie wirklich eine zeitgemäße Antwort auf menschliches Dasein und was sind alternative Modelle und Ansätze?
Red Flags
Immer mehr gelangt der Begriff “Red Flags” in unseren aktiven allgemeinen Sprachgebrauch. Seine Bedeutung ist eher fluide - mal allgemeingültig, oft aber extrem subjektiv - und abhängig von den gesellschaftlichen Entwicklungen von Beziehung. Jule und Sascha schauen sich in dieser Folge an, aus welchen Gründen wir überhaupt auf diese Art von Wegweiser-System zurückgreifen und weshalb wir so viel über Red Flags sprechen. Was genau bedeuten sie und neigen wir durch sie nicht auch dazu, vorzuverurteilen? Welche sind die häufigsten Warnsignale - vor allem im Dating-Kontext - und worin liegt der Unterschied in klaren Dealbreakern und Kleinigkeiten, über die man hinwegsehen kann?
Wir nannten es Arbeit - Deutsches Jobdebakel
Die Arbeitslosigkeit steigt, überall werden Fachkräfte gesucht. Unternehmen finden kaum noch Leute, die arbeiten wollen, oder besser: So viel und so lange arbeiten wollen wie früher. Arbeit in Deutschland ist im Umbruch. Gleichzeitig befindet sie sich seit Jahren in einer Starre und wird immer noch so zelebriert, wie sie aus dem 20. Jahrhundert übrig geblieben ist. Und währenddessen hat die Gen Z eine völlig andere Auffassung von Karriere entwickelt. Jule und Sascha wollen verstehen, warum wir in einem Land leben, in dem es auf der einen Seite hohe Arbeitslosenzahlen und auf der anderen Seite Fachkräftemangel, Pflegenotstand und Rentendebakel gibt. Wollen Menschen wirklich grundsätzlich nicht mehr arbeiten oder müssen wir in Zukunft anders auf Arbeit schauen? Wie können wir das so unflexible System aufbrechen, sodass wir es schaffen, wieder in einer Gesellschaft zu leben, in der eine Zukunft sicher ist? Zur Doku “Mitarbeiter gesucht! Warum fehlt überall Personal?”
Barbie: Die pinke Weltmacht
Es gibt kaum jemanden, an dem der neue Barbie-Film vorbeigegangen ist. Am ersten Wochenende nahm er in den USA bereits 155 Mio. Dollar ein und brach damit mehrere Rekorde. Sascha hat überwiegend Gutes von seinem Kinobesuch zu berichten, während sich Jule weigert, den Film anzuschauen und Mattel damit noch mehr Geld zuzustecken. Zwar habe der Film einen feministischen Anstrich und beinhalte Kritik am Hersteller selbst, das Prinzip hinter der Barbie als blonde, schlanke, heteronormative Puppe bleibe dadurch aber unverändert. Handelt es sich bei dem neuen Barbie-Film nur um eine der schlausten Marketingkampagnen überhaupt? Und ist es trotzdem ok, ihn ohne schlechtes Gewissen anzusehen? Eins ist klar: Die pinke Welt von Barbie sorgt für viele Auseinandersetzungen – so auch zwischen Jule und Sascha.
Rushhour of Life
Vermutlich kennen es die meisten, die sich in der Mitte ihres Lebens befinden: Man will wie gewohnt Verantwortung an Erwachsene abgeben, bis einem auffällt, dass man selbst zu den Erwachsenen gehört. In diesem Erwachsensein passiert sehr viel gleichzeitig und immer wieder kommt die Frage auf: Wie werde ich glücklich? Jule und Sascha besprechen heute, was genau die ‘Rushhour of Life’ ist, wie sie sich anfühlt und ob wie man sich ihr gegenüber verhalten sollte. Warum stehen wir unter solch einem Druck, glücklich sein zu müssen? Was ist der Kern des Erwachsenwerdens, wie verzerrt ist dieser Prozess im Vergleich zu früher und was bedeutet ‘Alter’ in der heutigen Zeit überhaupt noch? Schlussendlich versuchen die beiden abzubilden, wie man die Überforderung durch Gleichzeitigkeit, die in der Rushhour des Lebens immer wieder anklopft, minimieren und mehr Macht über sein eigenes Zufriedenheitsempfinden entwickeln kann.
Elterngeld, Ehegattensplitting – was kostet Familie?
Der kürzlich getätigte Vorschlag von Paus, das Elterngeld nur noch für Paare auszuzahlen, die weniger als 150.000 Euro versteuerbares Jahres-Einkommen erzielen, hat in den letzten Wochen für einen großen Aufschrei gesorgt. Die Debatte ist mittlerweile aus dem Ruder gelaufen, weil zu viele ungelöste Probleme lauern. Zum Beispiel rund um die konservative Merkwürdigkeit Ehegattensplitting. Jule und Sascha betrachten heute beide Themen genauer: Einerseits sehen sie das Ehegattensplitting nur als Subvention der traditionellen Ehe, die eine Abhängigkeit der Frau vom Ehepartner begünstigt. Andererseits muss sich innerhalb der Politik einiges ändern, damit weniger Hinderungsgründe - vor allem für wirtschaftlich schwächere Menschen - bestehen, um überhaupt Kinder zu bekommen. Sind diese Konzepte nicht einer Gesellschaft unwürdig, die für Gleichstellung kämpfen sollte?
Musk vs. Zuckerberg, Twitter vs. Threads
Es könnte sein, dass wir diese Woche einem historischen Ereignis in sozialen Medien beiwohnen. Während Elon Musk Twitter in den letzten Monaten in Grund und Boden gewirtschaftet hat, startet Mark Zuckerberg eine neue Twitter-artige App mit dem Namen “Threads”. Das hat nicht nur die Möglichkeit eines realen Käfigkampfs zwischen Musk und Zuckerberg zur Folge, sondern auch den denkbaren Niedergang von Twitter, das spätestens seit dem Kauf durch Elon Musk eine überwiegend rechtsgerichte Hass-Plattform geworden ist. Jule und Sascha glauben, dass Threads zumindest einen Teil der Funktionen von Twitter übernehmen könnte und diskutieren den Absturz von Twitter sowie Perspektiven von Threads.
Burnout, Schlafmangel, Erschöpfung
Man könnte sagen, es ist eines der ganz großen Themen unserer Zeit: Burnout, Schlafmangel und Erschöpfung. Jule und Sascha sprechen gleich aus mehreren aktuellen Anlässen darüber. Zum einen hat Louisa Dellert auf Instagram einen Brief veröffentlicht, in dem sie über ihren Burnout schreibt. Zum anderen merken Jule und Sascha selbst, wie man mit zwei kleinen Kindern und beruflichen Intensitäten an die eigenen Grenzen stößt. Wie verhält man sich, wenn man merkt, dass man sich an einer Grenze befindet? Was können wir auch untereinander tun? Leben wir in einer Zeit, in der Erschöpfungserscheinungen zeittypische Krankheiten sind oder in der einfach offener darüber gesprochen wird? Und was könnten Lösungsmöglichkeiten sein? Falls du Hilfe benötigst, kannst du diese unter folgenden Nummern 24h bekommen: Telefonseelsorge Deutschland: 0800 / 111 0 111 , 0800 / 111 0 222 oder 116 123 (kostenfrei) Info-Telefon Depression: 0800 3344533 (kostenfrei)
Die Macht der Talkshows
Anne Will, Maybrit Illner, Louis Klamroth oder Markus Lanz, deutsche Talkshows beeinflussen Debatten in unserem Land stark. Ein Beispiel ist der Auftritt des Musikmanagers Thomas M. Stein diese Woche bei “hart aber fair” unter dem Sendungstitel “Der Fall Rammstein und die Frage: Männer, seid Ihr wirklich noch nicht weiter?”. Dabei äußert er sich auf eine Weise, die die Diskussion ins Lächerliche zieht. Jule und Sascha sehen sich heute die Wirkmacht von Talkshows an, denn Lanz, Anne Will, “hart aber fair” und Co. prägen einen nicht unerheblichen Teil der Meinungsbildung in Deutschland. Doch wie kann das sein, wenn der Bullshit-Faktor in Talkshows so katastrophal hoch ist? Welche Mechanismen lassen sich innerhalb von Talkshows ausmachen? Welche Hebel können dazu führen, dass regelrechte Machtverschiebungen stattfinden? Und wie schafft Sahra Wagenknecht es, Talkshows in gewisser Weise zu hacken?
Ist Philipp Amthor ein Mittel gegen die AfD?
Wir erleben einen erneuten Rechtsruck, der sich auch im Erfolg der AfD spiegelt. Die Partei wird immer rechtsextremer, menschenfeindlicher und Demokratie gefährdender. Für Marginalisierte ist sie oft lebensbedrohlich. Laut Umfrageinstitut forsa kommt fast jede zweite Person aus dem Wähler*innen-Potenzial der AfD von der FDP. Doch Demokrat*innen aller Farben müssen jetzt viel fragender an die Sache herangehen, darüber sprechen, wie der gegenwärtige Rechtsruck aussieht und diskutieren, wie man die AfD stoppen kann. Jule und Sascha thematisieren die Rolle von Twitter, die Wahrnehmung der Ampelregierung in Deutschland, das “Prinzip Amthor”, Sahra Wagenknechts neue Partei sowie weitere gesellschaftliche Strategien, die der AfD Stimmen wegnehmen können.
Rammstein – eine MeToo-Lawine
Der Fall Rammstein/Till Lindemann beschäftigte uns die letzte Woche weiterhin sehr bestimmend. Unser Gefühl ist, dass dieser Fall gerade zu dem werden könnte, was in den USA der Weinstein-Fall war: Der Moment, der nicht nur eine lang überfällige Bewegung auslöst, sondern bei vielen Menschen auch die Erkenntnis, dass ihnen mit männlichen Artists Dinge passiert sind, die nicht mit Rock’n’Roll und wildem Künstlerleben zu erklären sind. Jule und Sascha beleuchten neue Aspekte und zeigen insbesondere die Perspektive der Opfer auf. Gleichzeitig sprechen sie über das Statement von der Band selbst, über die Trennung des Verlages KiWi vom Frontsänger sowie über das inzwischen über drei Millionen Mal geklickte Statement-Video von Kayla Shyx “Was wirklich bei Rammstein Afterparties passiert”. Die beiden diskutieren die Fragen, warum es so lange gedauert hat, bis all das ans Licht gekommen ist, welche grotesken Verschiebungen innerhalb dieser Diskussion gerade stattfinden, welche systematischen Maschinerien sich noch hinter diesem Fall verbergen, aber auch, was erste Schritte hin zu einer Lösung sein können. Solidarität mit den Opfern.
Verstörende Vorwürfe gegen Rammstein
Nicht nur auf Social Media, auch in den Schlagzeilen werden die Vorwürfe gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann immer lauter. Auslöser dafür war Shelby Lynn, ein Fan der Band. Sie erzählt online davon, dass sie backstage ungewollt unter Drogen gesetzt und zum Sex aufgefordert worden sei. Am nächsten Tag wird Lynn mit Gedächtnislücken und Verletzungen wach, Fotos davon postet sie zusammen mit den Vorwürfen. Immer mehr Frauen melden sich zeitgleich mit ähnlichen Erlebnissen zu Wort. Zwischen Opferschutz, Unschuldsvermutung und mutmaßlichen Taten stellen Jule und Sascha sich die Frage: Wie kann man in dieser Thematik eine Haltung entwickeln? Jule spricht außerdem zum ersten Mal öffentlich über ihre eigenen Erfahrungen mit K.O.-Tropfen und die oft schambehaftete Grundproblematik, die damit einhergeht, in welchem Umfeld die Drogen verabreicht werden. Die Kolumne „Das Lyrische-Ich und die Realität“ von Isabella Caldart aus der Taz findet ihr hier: https://taz.de/Vorwuerfe-gegen-Rammstein/!5934908/
Setzen, Sechs: Schule in der Krise
Es vergeht kein Monat ohne Hilferufe und Brandbriefe aus deutschen Schulen. Und obwohl Politiker*innen jeder politischen Richtung ständig betonen, dass Bildung das Allerwichtigste sei, passiert überraschend wenig. Unter anderem auch deswegen, weil die Bundesregierung aufgrund des Föderalismus nur sehr wenig ändern kann. Durch Corona wurde die Dysfunktionalität und Veralterung des Bildungssystems noch mal überdeutlich und hat gezeigt: Die Schule und das deutsche Bildungssystem sind in der Krise und bisher ist keine Lösung in Sicht. Jule und Sascha reden in dieser Folge darüber, was falsch läuft, was da auf uns zukommt und was man tun könnte. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt und welche Zuständigkeiten und Strukturen müssen angepasst werden? Wie können neue Lernkonzepte nachhaltig funktionieren und welche Ausbildungsform für Lehrer*innen kann richtig sein?
Leak: Gesetz zur Cannabislegalisierung
Die Legalisierung von Cannabis wurde in der Politik immer wieder angestoßen und dann doch fallengelassen. Seit der letzten Bundestagswahl und mit der Ampelkoalition jedoch weht zu dem Thema ein neuer Wind. Nun ist ein Cannabis-Gesetzesentwurf der Bundesregierung zum kontrollierten Umgang mit Cannabis (kurz: CannG) geleaked worden. Jule und Sascha nehmen den Entwurf für euch auseinander und diskutieren, ob die Cannabis-Legalisierung in Deutschland ein großer Fortschritt oder eine große Gefahr darstellt - und sind sich dabei ziemlich uneinig. Was macht den Gesetzesentwurf zu der “deutschesten Legalisierung, die man sich überhaupt vorstellen kann”? Welche Form der Legalisierung halten die beiden für die beste und welche Chancen gehen sogar mit einer Freigabe von (allen) Drogen einher? Und was haben Bachforellen auf Crystal Meth und Aale auf Koks mit dem Ganzen zu tun? Wie immer versuchen die zwei, sich in der Diskussion einander anzunähern und Lösungsansätze zu skizzieren.
Ochsenknecht, Zietlow, Lobo – Wenn Väter die Familie verlassen
Das Phänomen, dass Väter plötzlich die Familie verlassen, ist uralt. Trotzdem ist die Flucht vor allem der Väter noch immer ein riesiges und schmerzhaftes Thema, das auch in den Medien immer wieder eine Rolle spielt. Jule und Sascha beschäftigen sich heute mit zwei aktuellen Fällen, nämlich mit der Vaterschaft des Schauspielers Jimmy Blue Ochsenknecht und dem Absturz des Unternehmers und Influencers Julian Zietlow. Das ist eine der emotionalsten Folgen, da sie auch über einen sehr persönlichen Fall reden –dem von Saschas Vater selbst. Die Beiden schauen sich an, was passiert, wenn Väter die Familie durch eine bewusste Entscheidung verlassen und welche Folgen dieses Verschwinden für das Kind haben kann. Welche Rolle spielen die sozialen Medien und die Öffentlichkeit? Und ist die Entscheidung des Vaters, die Familie zu verlassen, auf patriarchale Grundmuster zurückzuführen?
Boris Palmers N-Wort-Absturz
Boris Palmer, Tübingens langjähriger Oberbürgermeister, trat am 1. Mai 2023 bei den Grünen aus, nachdem er über viele Jahre immer wieder mit rassistischen und auch anders menschenfeindlichen Ausfällen aufgefallen ist. Zuletzt verwendete er mehrfach absichtsvoll das N-Wort und verglich die Kritik an seinem Verhalten mit der Judenverfolgung im Dritten Reich. Trotz seines rassistischen Verhaltens wurde er im Herbst 2022 mit einer absoluten Mehrheit von 52,4% wiedergewählt - und das in einer Universitätsstadt wie Tübingen. In dieser Folge sprechen Jule und Sascha über diesen offensichtlichen Rassismus der Mitte. Warum bekommt Palmer so viel Respekt für seine Ankündigung, sich “Hilfe zu suchen”? Wie nehmen diejenigen, die von Rassismus betroffen sind, sein Verhalten wahr? Und wie können wir Palmers trotzigem Rassismus trotzen?
Noch wach? Stuckrad-Barres Springer-Feldzug
Benjamin von Stuckrad-Barre bringt mit seinem neuen Buch “Noch wach?” ein altes Problem auf den Tisch, bei dem es mal wieder nur VerliererInnen gibt. Der Roman hat irgendwie mit #metoo zu tun und spielt auch in diesem Zeitraum ab 2017, wird jedoch von vielen als literarische Beschreibung der Julian-Reichelt-Affäre im Axel Springer Verlag betrachtet. Jule und Sascha fragen sich, ob Stuckrad-Barre hier tatsächlich ein Buch über Machtmissbrauch und #metoo geschrieben hat, oder ob es doch einfach wieder nur um Männerbefindlichkeiten geht. Ist ein Roman ein geeignetes Medium, um in die #metoo Debatte sinnvoll einzugreifen? Versteckt sich “Noch wach?” durch seinen Romanstatus vielleicht sogar hinter einem juristischen Schutzschild? Und wieso muss es am Ende wieder ein Mann sein, der das große Frauenthema der letzten Dekade für sich vereinnahmt und dafür gefeiert wird?
Fynn Kliemann: Müssen wir verzeihen lernen?
Vor fast genau einem Jahr ging der Sturm um Fynn Kliemann los: Die Staatsanwaltschaft begann im Zusammenhang mit dem Maskenskandal wegen Betrugsverdachts gegen den Influencer zu ermitteln. Um Fynn Kliemann wurde es nach kurzer Zeit sehr ruhig. Im März 2023 dann die Nachricht: Verfahren eingestellt. Jule und Sascha schauen sich heute den gesellschaftlichen und medialen Absturz von Fynn Kliemann an und diskutieren, was (un)verzeihlich ist. Welche Rolle spielt Reue in diesem Prozess, welche spielen wiederum die mediale Berichterstattung und sozialen Medien? Warum ist verzeihen so schwer? Wieso müssen wir als Zivilgesellschaft viel differenzierter mit der Frage umgehen, ob und wann wir verzeihen? Inwieweit ist die Öffentlichkeit ein erschwerendes Element und was sagt Fynn Kliemann selbst zu alle dem?
Astrologie & Esoterik-Boom
Seit einigen Jahren lässt sich ein Esoterik-Boom beobachten, und einer der wichtigsten Schwerpunkte ist die Astrologie. In sozialen Medien ist diese Eso-Welle besonders eindrucksvoll zu beobachten. Inzwischen gibt es reichweitenstarke Accounts, die ganz offen dafür werben, die Sterndeutung als eine Art Wissenschaft zu betrachten. Und viele, viele Menschen, die es glauben. Sascha stellt dazu eine steile These auf: Astrologie und Esoterik sind unwissenschaftlicher Quatsch, der sogar gefährlich werden kann und keinerlei Nutzen für die Gesellschaft hat. Jule ist zwar nicht unbedingt gegensätzlicher Meinung, versucht jedoch, das ganze Phänomen auch von einer Seite aus zu betrachten, die Menschen eine gewisse Irrationalität zugesteht. Das Gespräch mündet in einer aufgeheizten Diskussion und am Ende steht die Frage: Ist Esoterik gefährlicher Nährboden oder menschliche Marotte?
Gender-Gaga und Woke-Wahnsinn
Ein Berliner Vater klagt dagegen, dass die Schule seines Kindes gendert. Er verliert. Ein Tagesschau-Beitrag spricht in einem Beitrag von “entbindender Person” statt von “Mutter”, und die BILD-Zeitung flippt aus. Gender-Fragen in der Sprache werden extrem emotional diskutiert und die Debatte erstreckt sich dabei vom mitgesprochenen Gender-Sternchen über genderneutrale Formulierungen wie “Studierende” statt “Studenten” bis hin zur Frage, ob man trans Personen ausschließt, wenn man im Kontext der Geburt von “Frauen” statt von “Menschen mit Gebärmutter” spricht. Jule und Sascha versuchen, sich dem Thema - trotz einer relativ klaren Haltung zum Gendern - einigermaßen unvoreingenommen zu nähern: Warum können wir uns so schwer einigen? Welche Pro- und Contra-Argumente gibt es? Weswegen fühlen sich Menschen, insbesondere Männer, vom Gendern oft persönlich angegriffen?
Die deutsche Klimaverdrossenheit
Nachdem an vielen Orten wenig Verständnis für Aktionen der Letzten Generation aufkam und diese Woche auch noch der Klima-Volksentscheid “Berlin 2030 klimaneutral” mit seiner beinahe fahrlässigen Gesetzesvorlage gescheitert ist, fragen Jule und Sascha sich, ob dieser Ausgang symptomatisch für ein Gefühl ist, das gerade in diesem Land bezüglich der Klimakatastrophe herrscht: eine Mischung aus Egal-Haltung und Alles-Zu-Viel. Obwohl eine gigantische Mehrheit in Deutschland Handlungsbedarf sieht, scheint es so, als würden die Leute damit aktiv nichts mehr zu tun haben zu wollen. Ist Deutschland wirklich so klimaverdrossen und können Jule und Sascha dieses Gefühl nachempfinden? Wie findet man die Balance zwischen “Ist eh alles verloren”, “Wie schlimm kann es schon sein, wenn nicht mal von oben gehandelt wird?” und “Wir schaffen das noch”? Was können wir anstelle von Resignation machen und wie können wir zu einer Angebotspolitik gelangen statt Verzichtsappelle zu unterbreiten?
Boomer-Thema Zeitumstellung
Die Zeitumstellung ist ein total wichtiges Thema – wenn man sonst nichts zu besprechen hat. Weil sie 1980 eingeführt wurde, als Boomer junge Erwachsene waren, beschäftigt das vor allem die ältere Generation regelmäßig sehr stark. Eine Bürger*innenbefragung ergab 2018, dass der Großteil der Befragten für die Abschaffung der Zeitumstellung ist. Seitdem ist jedoch nichts passiert. Deshalb wird noch immer jeden März und November die Zeit umgestellt. Und jedes Mal diskutieren alle möglichen Menschen darüber, als gäbe es nichts Wichtigeres. So auch Jule und Sascha. In dieser Folge reden sie über ein eigentlich absurdes, aus dem 20. Jahrhundert übrig gebliebenes Thema, das sich aber letztlich um die brandaktuelle Herausforderung Energiesparen dreht. In ihrer Vorbereitung auf diese Folge sind die beiden auf viele überraschende Argumente gestoßen, die heute in einem ganz anderen Licht stehen.
Bold Glamour, Lady Gaga und der Wettkampf um Natürlichkeit
Die meisten von uns öffnen täglich Instagram, TikTok oder YouTube. Im Hintergrund aller Inhalte steht die Inszenierung – mit Ringlicht, Weichzeichner, aufgeräumter Wohnung, mit Fillern oder Filtern. Doch in letzter Zeit startet ein eigenartiger Wettkampf um Natürlichkeit und Authentizität. Die Diskussion dreht sich unter anderem um Bold Glamour, den TikTok-Filter mit Künstlicher Intelligenz, und um Lady Gagas inszeniert natürlichen Auftritt bei den Oscars. In dieser Folge diskutieren Jule und Sascha darüber, warum so viele Leute Natürlichkeit predigen, und warum Filter immer wieder als so schädlich dargestellt werden. Und sie erzählen von ihren eigenen Erfahrungen, die das Thema für sie so emotional aufladen. Woher kommt diese Sehnsucht nach Authentizität? Und warum finden Jule und Sascha sie schwierig oder sogar ungerecht?
Alle reden von ChatGPT, aber was ist das eigentlich?
Künstliche Intelligenz fängt gerade an, unseren Alltag ziemlich radikal zu verändern – Ende November 2022 fängt eine neue, digitale Epoche an: ChatGPT wurde vorgestellt. Die KI kann Texte mehr oder weniger aller Art schreiben. Zum Beispiel Hausarbeiten für die Schule oder die Universität. Das Erstaunliche dabei: Die Maschine spricht unsere Sprache. Man muss also nicht programmieren, um die Maschine beliebige Aufgaben ausführen zu lassen. Die Qualität der Antworten ist zwar noch nicht perfekt, aber ChatGPT ist auch noch in der Beta-Phase. Jule und Sascha sprechen in dieser Folge darüber, wie Künstliche Intelligenz eigentlich funktioniert und was genau dabei passiert. Welche Vorteile und Gefahren bringen die Technologien mit sich? Und was bedeutet das zum Beispiel für Propaganda, Fake News oder Wahlkämpfe?
Volkskrankheit ADHS
Was haben Bill Gates und Britney Spears mit Sascha gemeinsam? Sie alle sollen von ADHS betroffen sein. In letzter Zeit hört man vermehrt von Menschen, bei denen die Störung diagnostiziert wurde. Da sich die Symptome abhängig vom Alter und Geschlecht stark unterscheiden und schwer von anderen Störungen abzugrenzen sind, geht der Verein ADHS Deutschland e.V. davon aus, dass bis zu zwei Millionen Menschen in Deutschland erkrankt sind, ohne es zu wissen. In dieser Folge schauen sich Sascha und Jule an, wie sich die gesellschaftliche Wahrnehmung von AD(H)S in den letzten Jahren gewandelt hat. Wieso bekommt man in letzter Zeit so viele neue Diagnosen mit? Ist die Aufmerksamkeitsdefizitstörung, die früher vor allem bei Kindern diagnostiziert wurde, zu einer Volkskrankheit geworden?
Von Wagenknecht bis Serdar Somuncu: Deutsche Putin-Pleaser
Diese Woche jährt sich der Ukraine-Krieg. Die Folgen des russischen Angriffskrieges sind auch in unserem Land spürbar. Die Diskussion war lange von der Frage bestimmt, wie sich Deutschland in Bezug auf Waffenlieferung politisch verhalten soll. Aber in den letzten Wochen hat sich die Debatte verschoben: Es geht in Deutschland immer stärker um die eigene Belastung und den eigenen Pazifismus. In diesem Diskurs hat sich ein überraschend großer Teil der Deutschen auf die eine oder andere Art als Putin-Pleaser erwiesen. Jule und Sascha schauen sich in dieser Folge die Aussagen einzelner Menschen an, um zu verstehen, warum sie diesen Kriegstreiber in Schutz nehmen oder sogar verteidigen. Warum ist es so wichtig, Putin-Propaganda als diese zu erkennen und was kann man diesen Aussagen entgegensetzen?
Identitätssuche in Deutschland - mit Herbert Grönemeyer
Maschinenbau, Pünktlichkeit und Sauerkraut: Das sind Dinge, die man mit Deutschland in Verbindung bringt. Aber können wir uns damit identifizieren? Was macht uns als Gesellschaft wirklich aus? Über diese Identitätsfrage sprechen Jule und Sascha heute ausnahmsweise mal mit einem Gast, der sich viel mit der Frage nach der Heimat und dem Wir-Gefühl beschäftigt: Herbert Grönemeyer. Seinen Song “Bochum”, den man als Liebesgeständnis an die Stadt verstehen kann, würde er so heute nicht mehr schreiben. Deutscher Stolz sei wohl für immer mit einer gewissen Scham behaftet. Wie schaffen wir es, aus dieser bereichernden Vielfalt an Meinungen und Kulturen etwas Zusammenhängendes zu machen? Wie können wir ein Gefühl der Zusammengehörigkeit schaffen? Warum Deutsche weniger grübeln sollten und das Schwarz-Rot-Gold der deutschen Flagge eigentlich Grau-Pink-Beige sein müsste, erfahrt ihr in dieser Folge.
Toxic Comedy
Diese Woche beginnt die Tour von Luke Mockridge und Faisal Kawusi. Gleichzeitig läuft die letzte Staffel Jerks an und im Internet wird die Büttenrede von Marie-Agnes Strack-Zimmermann gefeiert. Gibt es gute oder schlechte Comedy oder ist das am Ende einfach Geschmackssache? Jule und Sascha sprechen in dieser Folge darüber, ob deutsche Comedy toxisch ist und ordnen ihre Gefühle zu einzelnen Akteur*innen in der Szene ein. Ist es vertretbar, sich Karten für die Tour umstrittener Comedians zu kaufen? Sollte man Humor bewerten? Was darf Satire und wo liegen die Grenzen?
Wahlwiederholung: Berlin, du kaputte Knalltüte
Die Berlin-Wahl 2021 wurde aufgrund mehrerer Verstöße gegen die Wahlgrundsätze für ungültig erklärt. Diesen Monat wird die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen wiederholt. Die vermasselte Wahl ist neben der bizarren Odyssee des Flughafens BER nur ein Beispiel für das Konglomerat aus Verpeilung, Missverständnissen und Absurditäten, das Berlin ausmacht. In dieser Folge Feel The News sprechen Jule und Sascha über die Dysfunktionalität der Hauptstadt. Jule liebt die Weltoffenheit ihrer Wahlheimat, aber ihr fehlt die Möglichkeit, sich zu beschweren und das Wir-Gefühl. Auch Sascha sieht die Stellen, an denen die Großstadt versagt. Doch welche strukturellen Schwächen stecken hinter der Wahlwiederholung? Hat die Bevölkerung eine Mitverantwortung für die Funktionalität in Berlin?
Nepo Baby – ohne deine Eltern wärst du nichts!
Was haben Dakota Johnson, Lily Collins und Leni Klum gemeinsam? Sie alle sind Kinder einflussreicher Promi-Eltern, sogenannte Nepo Babies. Der Begriff wird meistens abwertend verwendet und spricht den Betroffenen die eigenen Fähigkeiten ab. Auch wenn es in Deutschland nicht so viele klassische Nepo Babies wie in Hollywood gibt, öffnet sich auch in unserem Land eine Diskussion über Vetternwirtschaft. Diese dreht sich nicht nur um das Erben von Geld, sondern auch von Berühmtheit, Einfluss und Reichweite. Ist das Outcallen von Nepo Babies, wie es zurzeit vermehrt stattfindet, zielführend? In dieser Folge sprechen Sascha und Jule darüber, wie man bestmöglich mit dem Thema umgehen kann und welche Problematik sich eigentlich hinter der Diskussion verbirgt: die der unhinterfragten Privilegien.
FTN-Brennpunkt: Beyoncé in Dubai
Am Samstag, den 21. Januar 2023 eröffnete Beyoncé das Luxushotel “Atlantis The Royal” in Dubai mit einem Privatkonzert – für das sie 24 Millionen Dollar bekommen haben soll. Jetzt steht die ikonische Sängerin stark in der Kritik, vor allem, weil sie sich seit Jahren als Unterstützerin der LGBTQIA+-Community feiern lässt. Aber in den Vereinigten Arabischen Emirate ist Homosexualität verboten und wird mit absurden, menschenunwürdigen Gefängnisstrafen geahndet. In dieser Folge des neuen Sonderformats FTN-Brennpunkt steigen Jule und Sascha in die akute Diskussion um Beyoncés merkwürdigen Auftritt ein. Hat Aktivismus einen Preis? Sind wir alle ab einem gewissen Punkt käuflich? Und vor allem stellen sich die beiden die Frage, die sich momentan wahrscheinlich alle stellen: WARUM macht Beyoncé das?
Warum die Grünen Lützerath für Kohle abreißen
Unter dem Dorf Lützerath liegen viele Millionen Tonnen Braunkohle. Der Energiekonzern RWE will sie abbauen, um daraus Strom zu gewinnen. Zum Protest besetzten Klimaaktivist*innen das Dorf. Bei der Räumung durch die Polizei kam es nach Berichten der Protestierenden zu “unverhältnismäßiger Polizeigewalt”. Viele junge Menschen möchten endlich spüren, dass ihre Anliegen ernst genommen werden – stattdessen baggern sogar die Grünen Braunkohle weg, weil sich die Politik mit RWE auf diesen Kompromiss geeinigt hat. In dieser Folge sprechen Jule und Sascha über die Bedeutung von Protest für eine gesunde Demokratie und darüber, was sie davon halten, dass die mit einer großen Emotionalität verbundene Entscheidung rational verargumentiert wird.
Harry & Meghan: Royal Wokeness
Zwischen Empathie, Belustigung und Verurteilung – die Meinungen über Meghan Markle und Harry, dem Duke of Sussex, könnten nicht unterschiedlicher sein. Das königliche Paar galt von Anfang an als Symbol einer neuen, modernen Monarchie. Trotzdem erfuhr Meghan immer wieder starken Rassismus, der sich nach der Geburt ihres Sohnes Archie 2019 weiter zuspitzte. Aufgrund der Situation im Königshaus und den daraus resultierenden psychischen Problemen, mit denen Meghan zu kämpfen hat, entschloss sich das Paar, sich von dem Königshaus abzuwenden. Nun sprechen sich die beiden offen gegen die Missstände und das Fehlverhalten der Königsfamilie aus. Welche Rolle spielt der Mechanismus der Öffentlichkeit in dieser Geschichte? Und was sagt der Konflikt im Königshaus über familiäre Stanzen des 21. Jahrhunderts aus?
Silvester als Ausnahmezustand
Die Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte nahm an Silvester ein bisher ungekanntes Ausmaß an. In den sozialen Medien kursieren etliche Videos, die teils extreme Situationen abbilden. Aber hinter den Angriffen auf die Rettungskräfte steht ein vielleicht noch größeres Problem: Die Aufkündigung der Grundregeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens von einzelnen Gruppen. Die sehr emotional geführte öffentliche Debatte handelt von Freiheit versus Böllerverbot, Integration und Rassismus. Bekämpft man mit einem Böllerverbot wirklich das Problem? In dieser Folge schauen sich Jule und Sascha gemeinsam an, was hinter der Silvester-Gewalt gegen Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei steckt und diskutieren mögliche Lösungsansätze.
Putins Doppelagent beim BND
Mitte Dezember wurde Carsten L., ein Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes BND, wegen Spionage-Verdachts festgenommen. Er war offenbar ein Doppelagent, der dem russischen Geheimdienst wichtige und vor allem geheime Informationen verraten hat. Nachdem Geheimdienste jahrelang als problematisch oder lächerlich galten, bekommen sie durch den Krieg in Europa plötzlich eine extrem wichtige Rolle. In dieser Folge schauen sich Jule und Sascha den Fall des Carsten L. und weitere aufgedeckte Spionagefälle in Deutschland genauer an – darunter die Guillaume-Affäre von 1974, die als bislang größter Spionagefall in Deutschland gilt. Außerdem sprechen sie über die größten Geheimdienste weltweit und mysteriöse Geheimdienstaktivitäten der letzten Jahre, die wohl eher an Filme oder Serien erinnern.
Letzte Generation – Wie weit darf Protest gehen?
Die Letzte Generation bekam insbesondere durch ihre "Suppen-Attacken“ auf berühmte Gemälde weltweite Reaktionen und mediale Aufmerksamkeit. Die Bewegung bringt viele Konflikte ans Licht – zwischen Generationen, zwischen politischen Lagern und zwischen Gruppen, die die Klimakatastrophe unterschiedlich ernst nehmen. In Deutschland hat das bereits zu heftiger Gegenwehr gegen die Aktionen der Letzten Generation geführt und auch die Polizei scheint manchmal sehr ruppig mit den Aktivist*innen umzugehen. In dieser Folge sprechen und diskutieren Jule und Sascha – die unterschiedliche Meinungen zur Letzten Generation vertreten – darüber, was hinter diesen Konflikten rund um die Bewegung steckt. Wie weit darf Protest überhaupt gehen? Und braucht es eigentlich eine Alternative zur Letzten Generation?
Im Sumpf der Reichsbürger
Anfang des Monats fand die Polizei bei einer der größten Razzien in der Geschichte der Bundesrepublik detaillierte Pläne zum Sturz der Regierung und ein umfangreiches Waffenarsenal. Die Reichsbürger-Terroristen werden oft für lächerlich gehalten – doch diese Lächerlichkeit führt zu einer Verharmlosung extremistischer Ideologien. In dieser Folge sprechen Jule und Sascha über die Diskussion zur Verschärfung des Waffenrechts, ein mögliches Verbot der AfD und darüber, welche Gefahr wirklich von den Reichsbürgern ausgeht. Handelt es sich hier nur um eine eigenartige Clownstruppe mit Hang zur Verfassungsfeindlichkeit? Oder könnte diese Gruppierung tatsächlich unsere Demokratie gefährden?
Abtreibung bleibt Menschenrecht
Das in den USA gekippte Grundsatzurteil, welches das US-Recht auf Abtreibung regelt, verursachte vor einigen Monaten große Aufruhr. Die damit einhergehende Einschränkung der körperlichen Freiheit stellt einen radikalen Rückschritt dar und spricht Frauen Macht und Zurechnungsfähigkeit ab. Doch die Empörung um dieses gefällte Urteil ist mit der Zeit langsam abgeebbt. Dabei bleibt das Thema noch immer relevant. Deswegen veröffentlichen wir heute erneut unsere alte Folge zum Abtreibungsrecht. In dieser Folge ordnen Jule und Sascha die Entscheidungen in den USA auf der einen Seite und die Streichung des §219a in Deutschland auf der anderen Seite ein. Sie greifen außerdem die Fragen auf, wo überall patriarchale Hürden eingebaut werden und inwiefern Gesetze zur Abtreibung ein Gradmesser sind, wie es um die Gleichberechtigung in einem Land steht. Abtreibung ist und bleibt ein Menschenrecht.
Lottogewinner Chico im Millionenrausch
Vom Straftäter zum Millionär: Kürşat Yildirim, der als Chico bekannt ist, gewann 10 Millionen Euro im Lotto und lebt nun das Leben, das er sich vorher nur erträumt hatte. Das präsentiert er der Öffentlichkeit auf seinem Instagram-Account, wo man in Echtzeit dabei zuschauen kann, wie er riesige Summen ausgibt. Chico ist das Gegenteil des typisch deutschen Spruchs “Über Geld spricht man nicht” und entlarvt damit unsere merkwürdige Fixierung auf Reichtum und Konsum. In dieser Folge sprechen Jule und Sascha über Deutschlands gestörtes Verhältnis zu Geld. Warum neigen wir dazu, Menschen mit viel Geld zu idealisieren? Woher kommt die öffentliche Faszination mit wohlhabenden Prominenten? Und warum wird ein Lottogewinn abschätziger behandelt als ein Erbe?