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Beetformen ganz anders
Episode 122

Beetformen ganz anders

Gemüsebeete können auch ganz anders aussehen - probiert euch aus!

Einfach natürlich Gärtnern

January 8, 202622m 35s

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Show Notes

Gemüsebeete können auch ganz anders aussehen - probiert euch aus!

Spezielle Beetformen – mehr als nur Hochbeet!

Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de

Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de

Muss ein Beet immer rechteckig und flach sein – oder kann man da auch kreativer werden?

  • Unbedingt kreativ! Gibt Beetformen, die richtig clever sind.
  • Manche heizen von innen, andere sammeln Wasser, wieder andere düngen sich von allein.

Viele schwärmen vom Hügelbeet. Was genau ist das?

  • Quasi ein „Komposthaufen zum Bepflanzen“.
  • Man schichtet Äste, Laub, Kompost und Erde wie im Hochbeet zu einem länglichen Hügel.
  • Ca. 1,2 bis 1,5 m breit und bis zu 1 m hoch.
  • Im Inneren verrottet das Material
  • Dabei entsteht Wärme und es werden Nährstoffe freigesetzt.

Also ein eingebautes Heizkissen für den Garten?

  • Genau! Im Frühjahr starten die Pflanzen schneller durch.
  • Schräge Seiten nutzen die Sonne besser.
  • Mehr Anbaufläche durch die schrägen Seiten.
  • Rückenschonender ist es auch.
  • Kostet außer Arbeit fast nichts.

Und der Haken?

  • Oben trocknet es schneller aus.
  • Nach 5 bis 6 Jahren sackt der Hügel zusammen. Dann muss man nachfüllen oder neu aufbauen.
  • Wühlmäuse fühlen sich im lockeren Hügel sehr wohl – Wühlmaussperre einbauen.

Welche Pflanzen fühlen sich im Hügelbeet besonders wohl?

  • Am Anfang alles, was viel Nährstoffe braucht; Z. B. Kürbis, Zucchini, Gurken, Sonnenblumen lieben die Wärme und die frischen Nährstoffe.
  • Tipp: Kürbis und Zucchini an den Rand pflanzen.
  • In nicht mehr ganz so frisches Hügelbeet wächst auch alles andere.

Vom Hügel geht’s jetzt in die Tiefe: Was ist ein Trichterbeet?

  • Rundes Beet mit Vertiefung.
  • Wird auch Kraterbeet genannt.
  • Wasser läuft automatisch in die Mitte.
  • So wird’s gebaut: In der Mitte kegelförmig ausheben, aus dem Aushub einen Wall bilden.
  • Norden Wall höher machen wegen Windschutz, Süden Wall niedriger wegen Sonne.
  • Schützt Pflanzen vor Temperatur-Extremen und reduziert Wasserverbrauch.

Also perfekt für trockene Sommer?

  • Ja. Gerade in trockenen oder windigen Regionen sehr praktisch.
  • Mitte ist feucht und warm.
  • Am Wall ist es trockener und windgeschützter
  • Nachteil: Man muss viel Erde ausheben und stabil bauen, sonst rutscht die Erde ab.

Welche Pflanzen fühlen sich im Kraterbeet wohl?

  • Mitte = feucht und windstill, warmer Boden

  • Tomaten, Paprika, Auberginen, Melonen, Gurken, Zucchini, Basilikum.

  • Hänge = trockener, Sonneneinstrahlung je nach Lage unterschiedlich

  • Radieschen, Petersilie, Buschbohnen, Feldsalat, Zwiebeln, Möhren, Salate.

  • Wallzone = trocken mit viel Sonne

  • Bestens für Kräuter wie Salbei, Thymian, Oregano, Lavendel, sowie Wildstauden und insektenfreundliche Pflanzen wie Wegwarten, Natternkopf, Wiesensalbei, Katzenminze, Wilde Möhre, Hornklee, Storchschnabel, Gundermann.

Das hier klingt verrückt: Gemüse in Stroh pflanzen.

  • Ja, das ist die Strohballen-Kultur. Wurde zufällig auf einem Bauernhof in den USA entdeckt.
  • Joel Karsten hat beobachtet, dass kräftiges Unkraut in alten Strohballen besonders gut wächst.
  • Ab den 1990er Jahren damit experimentiert, Pflanzen direkt in vorbereitete Strohballen zu setzen.
  • Prinzip: Stroh verrottet und gibt Wärme ab. Vorteile:
  • Man braucht keinen guten Gartenboden und die Pflanzen wachsen schneller.
  • Keine Bodenbearbeitung und fast kein Unkraut jäten.
  • Weniger Krankheiten, keine Bodenmüdigkeit.
  • Nachteil: Braucht Vorbereitung, muss oft gegossen werden, enthält von sich aus kaum Nährstoffe.
  • Funktioniert im Prinzip auch auf dem Balkon oder der Terrasse.

Wie legt man eine Strohballen-Kultur an?

  • Strohballen (am besten Bio) an einen sonnigen Platz mit der Schnittseite nach oben in Reihen aufstellen.
  • Die kleinen, quaderförmigen Strohballen bekommt man z.B. beim nächsten Reiterhof.
  • 3-4 Wochen vor dem Pflanztermin mit dem „Aktivieren“ beginnen. Normalerweise streut man reichlich mineralischen Rasendünger auf die Ballen und gießt ordentlich.
  • Naturgemäße Alternative: Neudorff Vegane Hornspäne
  • Ballen gut wässern, gute Portion (1 Tasse) Neudorff Vegane Hornspäne draufstreuen, eingießen.
  • 2 Wochen lang alle zwei bis drei Tage wiederholen, bis Rotte begonnen hat (süßlicher Geruch).
  • An Tagen ohne Dünger nur gießen; bei Regen abdecken, damit Nährstoffe nicht auswaschen.
  • Danach 5 cm NeudoHum Tomaten- & GemüseErde auf den Ballen aufbringen, andrücken.
  • 3-4 Wochen nach dem Aufstellen ist der Ballen bepflanzbar: Aussäen oder Jungpflanzen setzen.
  • Regelmäßig gießen! Stroh trocknet schnell aus.
  • Am Ende der Saison das verrottete Stroh als Mulch oder Bodenverbesserung im Garten verteilen.

Welche Pflanzen kann ich in die Strohballen setzen?

  • Z. B. Tomaten, Paprika, Salat, Kräuter wie Basilikum, Petersilie, Schnittlauch. Möhren, Radieschen, Erdbeeren, Mangold, ….
  • Nach 4-6 Wochen nachdüngen mit Azet Hochbeet- & GemüseDünger.

Jetzt zu einem geheimnisvollen Beet: dem Schlüsselloch-Hochbeet. Was hat es damit auf sich?

  • Sieht aus wie ein rundes Hochbeet mit einem Eingang in Schlüssellochform.
  • In der Mitte steht ein Korb, in den man Grünschnitt/Küchenabfälle wirft (= Kompost)
  • Beim Verrotten geben die Abfälle die Nährstoffe direkt ins Beet ab.
  • Super effizient, platzsparend und durch den Eingang sind alle Stellen im Beet sind gut erreichbar.

Klingt genial. Aber gibt’s auch eine Schattenseite?

  • Bau ist aufwendig: stabile Umrandung (ca. 80 hoch), Kompostbehälter, Schichtaufbau wie Hochbeet.
  • Kompost muss gepflegt werden.

Und welche Pflanzen passen in das Schlüssellochbeet?

  • Fruchtgemüse wie Tomaten, Auberginen, Paprika, Bohnen und Gurken.
  • Blattgemüse wie Mangold, Spinat und Salate.
  • Wurzelgemüse wie Karotten, Pastinaken und Zwiebeln.
  • Nicht geeignet für Kräuter und Schwachzehrer (zu nährstoffreich).

Wie pflegt man ein Schlüssellochbeet?

  • Mulchen hilft, Feuchtigkeit zu bewahren und Unkraut zu reduzieren.
  • Gießen gerne durch den Kompostkorb in der Mitte
  • Immer wieder Kompostmaterial in den Korb werfen.

Mehr Beetformen:

  • Rahmenbeete mit Holz oder Stein.
  • Klassische Flachbeete.
  • Dekorative Kräuterspiralen.
  • Ich würde sagen, das ist Stoff für eine weitere Episode!

3 Tipps

  1. Trau dich zu experimentieren!
  2. Denk daran: Verschiedene Beetformen brauchen unterschiedlich viel Pflege.
  3. Jedes Beet lebt und verändert sich – nach ein paar Jahren lohnt ein Neustart.

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