
CRE191 Internet im Festnetz
Über den Zugang zum und die Verhinderung von schnellem Internet
CRE: Technik, Kultur, Gesellschaft · Metaebene Personal Media - Tim Pritlove
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Show Notes
Über den Zugang zum und die Verhinderung von schnellem Internet
Jeder will ins Netz und trotz des Aufkommens der Mobilfunknetze sind die Festnetze immer noch die schnellste und zuverlässigste Methode, am Internet teilzunehmen. Doch so richtig zufrieden scheint niemand zu sein: komplizierte Tarife, unechte "Flatrates" und unklare Versorgungsrealitäten in Stadt und Land machen den Zugang zur "Datenautobahn" knifflig bis unmöglich. Dies hat natürlich auch Gründe, nur sind diese wenig bekannt.
Im Gespräch mit Tim Pritlove gibt Clemens Schrimpe einen Einblick in die Geschichte der Netzversorgung, die heutige Technik und die Gründe, warum die DSL-Anschlüsse häufig nicht das liefern, was sie könnten und was in der Zukunft für neue Probleme hinsichtlich der Dienstgüte und Netzneutralität zu erwarten ist.
Themen: DFÜ in den 80ern; X.25; Telefontarife in Berlin; Tarife nach Mondphase; Dortmund und Karlsruhe als Quellorte des deutschen Internets; der ISP-Boom des Web 1.0; Ausbaugarantien des Festnetzes; Internetversorgung in Island; die Einführung von ISDN nach der Wiedervereinigung; Irrweg Glasfaser; Aufkommen der DSL-Technik; Struktur eines DSL-Anschlusses; die ATM-Infrastruktur; Transfer-Hierarchien durch Multiplexing; Sinn und Unsinn der Regionaltarife; der Vormarsch von Gigabit Ethernet; Warum es in kleinen Orten kein schnelles Internet gibt und warum Telekom-Konkurrenten meistens keine Chance haben; der Niedergang des ISDN-Netzes; Upstream vs. Downstream; DSL-Profile; Symmetrisches DSL; feste Bandbreitenberechnung vs. technischer Machbarkeit schnellerer DSL-Verbindungen; Untervermietung der DSL-Infrastruktur; DSL Training; Umfang der Kupferleitung-Infrastruktur; Glasfasern im Boden, U-Bahn-Schächten, Flüssen und Kanälen; Regulierung und Deregulierung des Netzmarkts; Provider-Kooperation verboten; die Datenautobahn; volkswirtschaftlicher Nutzen von hohen Bandbreiten; Internet über Kabelfernsehnetze; LTE als Ergänzung des Festnetzes; Netzneutralität und Dienstgüte; Zwangsproxies und der Eingriff in den Datenstrom; bezahlte Bevorzugung einzelner Datendienste oder Anbieter.
- Clemens Schrimpe
- Tim Pritlove
- Max Merz
Shownotes
- Intro
Computer Networks - The Heralds Of Resource Sharing
- CRE Intro
- Begrüßung
- Thema heute: Internetversorgung
- Clemens Schrimpe
@csch42
- Wie ist Clemens in den Topf gefallen?
- Kommunikation
Akustikkoppler
Bildschirmtext (BTX)
Baud
Deutsche Bundespost
Modem
V.32
V.34
ISDN
- “ISDN, die Offenbarung: 64kbits!” (Clemens)
- DFÜ in den 80ern
Bildschirmtext (BTX)
Webbrowser
Minitel
- Grafiken bei BTX
Font
BTX-Hack
Datenfernübertragung (DFÜ)
Mailbox
FidoNet
Unix to Unix Copy Protocol (UUCP)
Unix
E-Mail
RFC 822
CRE100 Das Internet und die Hacker
Hans Hübner
- “Modem war ja im Prinzip so ein bisschen diese dynamische Wackeltechnologie.” (Tim)
X.25
CCITT
Paketvermittlung
IBM
SNA
Übermittlungsschicht
SDLC
HDLC
Datex-P
- Telepak
DATAPAC
Transpac
- Datex-P 20
- Datex-P 20 H
- Datex-P 10 H
- Datex-P 20 F
Reverse Charging, R-Gespräch
- Network User Identification (NUI)
CompuServe
ASCII
Washington Post
- Datex-P 10 H
- H wie “Hauptanschluss”
Deutsche Telekom
- Netzanschaltgerät
Multiplexer
Vermittlungsstelle
- Datex-P 10 H hat 250 DM gekostet
- bis zu 255 Kanäle
- Pakete und Verbindungen
Virtuelle Verbindung
TCP
HTTP
- Permanent Virtual Circuits (PVC) und Switched Virtual Circuits (SVC)
- Tarife nach Mondphase
IP
- Clemens hat Tim das WWW gezeigt
World Wide Web
NCSA Mosaic
- Quellorte des deutschen Internets
Uni Dortmund
- Rüdiger Volk
Daniel Karrenberg
RIPE
RIPE NCC
- 9.6er Verbindung
Karlsruher Institut für Technologie
Arnold Nipper
EUnet
- Blase 1.0
- “Es sind ja hier Leute durch Europa gezogen – ernsthaft, ich hab einen von denen gesehen – mit einem Koffer voll Geld.” (Clemens)
- netmbx
MicroVAX
VAX
- NETMBX (may create network device)
VMS
- TMPMBX (may create temporary mailbox)
Standardfestverbindung
ISDN
FTZ 1 TR 6
Usenet
Newsgroup
UUCP
Adobe Flash
- Offline-Reading kommt wieder
- Zusammenfassung
CompuServe
- Verbindungen waren gut abrechenbar
Alice
- Netzinfrastruktur Deutschland
- Universaldienst
- “Du kannst halt eben irgendwie deine Hütte auf die Zugspitze setzen und anrufen und sagen ‘Hallo, hier ist deutsches Staatsgebiet – habenwill’, und dann klettert da einer mit einer Kabeltrommel hoch.” (Clemens)
FDP
- Staatsbetriebe vs. Privatunternehmen
- Netzsituation in Skandinavien
- “Die haben am Arsch der Welt sieben Megabit!” (Clemens)
EDGE
UMTS
LTE
ISDN
- X.25- und Telefon-Infrastruktur waren getrennt
- Vision “Alles über ein Netz”
- Verkaufsargument Videobildtelefonie
- “Was hätte Deutschland für eine Internetrevolution erlebt, hätte es Anfang der 90er Jahre einfach diese ISDN-Verbindung für brauchbares Geld als Flatrate gegeben. […] Wir würden in einem anderen Bildungsstaat leben jetzt.” (Tim)
- Firmenpolitik und deutsche Sturheit
Wissenschaftsnetz
OSI-Schichtenmodell
X.400
ISO
IETF
RFC
- Rüdiger Volk
- Digitales Netz
Multiplexer
ISDN-Karte
Zeittarife
- “Früher war das so, das war ein heiliger Akt. Da hat sich fast die ganze Familie fein angezogen, sich vor dem PC aufgebaut und dann wurde sich hochoffiziell eingewählt und dann wurde mal eine Seite aufgerufen.” (Clemens)
Flatrate
- “Das war so: ‘Ich geh jetzt ins Netz.’” (Clemens)
- “Wenn Leute einen so zur Internetnutzung befragen: ‘Ja, wieviele Stunden am Tag verbringen Sie denn im Internet?’” (Tim) “24.” (Clemens)
- Zeittarife auch bei ISDN
Arcor
- Einführung von ISDN in Deutschland
- kompletter Umbau der Telefon-Netzwerkinfrastruktur
Vermittlungsstelle
- BTX per ISDN
- Optische Anschlussleitungen
Breitband-ISDN
Glasfaserkabel
- Einführung von ISDN fiel zusammen mit der Wiedervereinigung
Deutsche Wiedervereinigung
- “In Westdeutschland und Westberlin wurde ISDN glaube ich 1989 offiziell eingeführt und dann ein halbes Jahr später wussten sie, okay, wir haben da noch ein bisschen Fläche mitzuversorgen.” (Clemens)
- “Da müssen wir jetzt eh ein neues Telefonnetz aufbauen, dann machen wir es auch gleich richtig.” (Clemens)
- 5300 Vermittlungsstellen in Deutschland
Wählscheibe
- Übergang mit Fernanschaltung
Aufbau Ost
Deutsche Telekom
Veitstanz
DSL
- DSL in den USA
- Mehr Download als Upload
- Frequenzerkenntnis
- Analoges Netz hatte Ausnutzung von 0.3 kHz bis 3.4 kHz
Alexander Graham Bell
- ADSL hat Bandbreite von 1.1 MHz
ADSL
- ADSL2+ erhöht auf 2.2 MHz Bandbreite
ADSL2/2+
VDSL
- Wähltechnik musste ersetzt werden
- Alte Kabel für neue Datenraten
- Aluminium-Kabel in der DDR
Adolf Hitler
- Übergangsphase “Die Zukunft ist optisch”
- OPAL-Ghetto Berlin-Friedrichshain
OPAL (Optische Anschlussleitung)
- Schaltschrankkunde
- Postkasten (Kabelverzweiger)
Kabelverzweiger
DSLAM
- Netzwerkinfrastruktur vor DSL
Vermittlungsstelle
Vorwahl
Rufnummernportabilität
Kabelverzweiger
Hauptverteiler (HVt)
Hausanschluss
- Zusammenfassung
- Netzwerkinfrastruktur nach DSL
- Telefonanschluss und DSL auf der selben Kupferader
- Aufteilung des nutzbaren Frequenzbereiches
- niederfrequenter Teil (für die alte Telefonie)
- hochfrequenter Teil (für DSL, ab 138 kHz)
DSL-Splitter
Frequenzweiche
- Clemens vermutet, dass der Splitter eigentlich gar nicht notwendig wäre
DSL-Modem
- DSL-Modem hat mehr Bandbreite zur Verfügung
- Gegenstück zum DSL-Modem steht in der Vermittlungsstelle
- DSL: Protokollschichten
IP
- “Das ist richtig hanebüchen. Da sind mehrere Protokollschichten dazwischen, die da eigentlich gar nicht hingehören, also die man eigentlich gar nicht braucht.” (Clemens)
Ethernet
ATM
- “Um es genau zu sagen, wenn du hier ein IP-Paket losschickst, dann ist das IP over PPPoE over Ethernet over ATM.” (Clemens)
PPPoE
- Das bringt klar definierte Nutzungszeiten
- Clemens beklagt sich nochmal über das Monopol der Telekom
ATM
- Bei ISDN war das Netz digital, aber leitungsvermittelt
Leitungsvermittlung
B-Kanal
Plesiochrone Digitale Hierarchie (PDH)
- Kanäle bündeln durch Zeitmultiplex
- Ebene 1: 31 Kanäle in 2 MBit/s
Operations and Maintenance (OAM)
Clock
- Ebene 2: 16-mal E1 in 34Mbit/s
Synchrone Digitale Hierarchie (SDH)
- Leitungsvermittlung trotzdem weniger effektiv als Paketvermittlung
- Auch OPAL wurde leitungsvermittelt
OPAL