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Show Notes
17. Mai 1922
Vom völkischen Antisemiten Richard Kunze, wegen seines zeitweisen Vertriebs von Knüppeln, „Knüppel Kunze“ genannt, berichteten wir im Zusammenhang mit dessen Wahl in die Berliner Stadtverordnetenversammlung. Wie so viele rechte Populisten agitierte er offenbar pauschal gegen die Eliten des Landes: Politiker, Intellektuelle, Unternehmer. Wie so viele rechte Populisten besänftigte sich (zumindest, wenn es keiner mitbekam) der Furor gegenüber den Eliten, wenn es um die eigene Finanzierung ging. Sollte „Knüppel Kunze“ auch in die Reihe derer eingeschwenkt sein, die sich ihre völkische Agitation vom Industriellen Hugo Stinnes finanzieren ließen? Im April veröffentlichte das Berliner Tageblatt Briefe eines Vertrauten Kunzes, in denen er Stinnes um Geld für Kunze bat. In der Freiheit vom 22. Mai finden wir ein Spottgedicht, das diesen Gesinnungswandel des selbsternannten Arbeiterführers aufs Korn nimmt. Für uns gelesen von Frank Riede.