
Episode 1181
Carl von Ossietzky über das Fernweh in Zeiten schwacher Valuta
16. März 1923
March 16, 20235m 8s
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Show Notes
16. März 1923
Der große Nazi-Gegner und Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky zählte bekanntermaßen von Beginn an zu den prägenden politischen Analysten der Weimarer Republik, und als solcher ist er regelmäßig bereits auch hier im Podcast in Erscheinung getreten – zuletzt erst vor knapp zwei Wochen mit seiner Einschätzung zur französischen Ruhrbesetzung und der Frage, wie weit der lagerübergreifende politische Schulterschluss in diesem Punkt gehen sollte. Etwas weniger bekannt ist, dass sich Ossietzky, nicht selten unter Pseudonym, zwischendurch aber immer wieder auch Ausflüge in leichtere journalistische Genres, etwa die Glosse, gestattete. So geschehen unter anderem am 16. März 1923 in der Berliner Volks-Zeitung, wo er unter der etablierten Maske Lucius Schierling über das Thema Fernweh in Zeiten schwacher Valuta sinnierte und zu einer interessanten Beschreibung eines Eingemauerten-Syndroms gelangte, das man mit den Tagen der frühen Weimarer Republik gar nicht unbedingt in Verbindung gebracht hätte. Es liest Paula Leu.