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#51 Alte Märchen - Die Wichtelmänner

#51 Alte Märchen - Die Wichtelmänner

Ein Märchen der Gebrüder Grimm

Alte Märchen · Gebrüder Grimm

November 28, 20205m 45s

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Show Notes

Ein Märchen der Gebrüder Grimm

In unserem heutigen Märchen helfen kleine Wichtelmänner einem armen Schuster. Ob die Arbeit der unerwarteten Helfer dem Schuster und seiner Frau ein besseres Leben bereiten kann?

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Die Wichtelmänner

Es war einmal ein Schuster ohne seine Schuld so arm geworden, dass ihm am Ende nichts mehr übrig blieb außer ein bisschen Leder zu einem einzigen Paar Schuhe. Nun schnitt er am Abend die Schuhe zu, die wollte er dann am nächsten Morgen mit zur Arbeit nehmen; und weil er ein gutes Gewissen hatte, so legte er sich ruhig zu Bett, befahl sich dem lieben Gott und schlief ein. Morgens, nachdem er sein Gebet verrichtet hatte und sich zur Arbeit niedersetzen wollte, so standen die beiden Schuhe ganz fertig auf seinem Tisch. Er wunderte sich darüber und wußte nicht, was er dazu sagen sollte. Er nahm die Schuhe in die Hand, um sie näher zu betrachten: sie waren so sauber gearbeitet, dass kein Stich daran falsch war, gerade als wenn es ein Meisterstück sein sollte. Bald darauf trat auch schon ein Käufer ein, und weil ihm die Schuhe so gut gefielen, so bezahlte er mehr als gewöhnlich dafür, und der Schuster konnte von dem Geld Leder für zwei Paar Schuhe erhandeln. Er schnitt sie abends zu und wollte am nächsten Morgen mit frischem Mut an die Arbeit gehen, aber er brauchte es nicht, denn als er aufstand, da waren sie schon fertig, und es blieben auch nicht die Käufer aus, die ihm so viel Geld gaben, dass er Leder für vier Paar Schuhe kaufen konnte. Am nächsten Morgen fand er auch die vier Paar fertig; und so ging es immer weiter, was er abends zuschnitt, das war am Morgen verarbeitet, sodass er bald wieder sein ehrliches Auskommen hatte und ein wohlhabender Mann wurde. Nun geschah es eines Abends nicht lange vor Weihnachten, als der Mann wieder zugeschnitten hatte. Vor dem Schlafengehen sprach er zu seiner Frau: "Wie wärs, wenn wir diese Nacht aufblieben, um zu sehen, wer uns solche hilfreiche Hand leistet?" Die Frau war damit zufrieden und steckte ein Licht an. Darauf verbargen sie sich in den Stubenecken, hinter den Kleidern, die da aufgehängt waren, und gaben acht. Als es Mitternacht war, da kamen zwei kleine niedliche nackte Männlein, setzten sich vor des Schusters Tisch, nahmen alle zugeschnittene Arbeit zu sich und fingen an, mit ihren Fingerlein so behänd und so schnell zu stechen, zu nähen und zu klopfen, dass der Schuster vor Verwunderung die Augen nicht abwenden konnte. Sie hörten nicht auf, bis alles zu Ende gebracht war und fertig auf dem Tische stand, dann sprangen sie schnell fort. Am andern Morgen sagte die Frau: "Die kleinen Männer haben uns reich gemacht, wir müßten uns doch dankbar dafür zeigen. Sie laufen so herum, haben nichts am Leib und müssen frieren. Weißt du was? Ich will Hemdlein, Rock, Wams und Höslein für sie nähen, auch jedem ein Paar Strümpfe stricken. Mach du jedem ein Paar Schühlein dazu." Der Mann sprach: "Damit bin ich wohl zufrieden." Und abends, als sie alles fertig hatten, legten sie die Geschenke statt der zugeschnittenen Arbeit zusammen auf den Tisch und versteckten sich dann, um mit anzusehen, wie die Männlein es entdecken würden. Um Mitternacht kamen sie herangesprungen und wollten sich gleich an die Arbeit machen, als sie aber kein zugeschnittenes Leder, sondern die niedlichen Kleidungsstücke fanden, da wunderten sie sich erst, aber dann zeigten sie eine gewaltige Freude. Mit der größten Geschwindigkeit zogen sie sich an, strichen die schönen Kleider am Leib und sangen

"Sind wir nicht Knaben glatt und fein? was sollen wir länger Schuster sein!"

Dann hüpften und tanzten sie, und sprangen über Stühle und Bänke. Und am Ende tanzten sie zur Tür hinaus. Von diesem Moment an kamen sie nicht wieder, dem Schuster aber ging es gut, solang er lebte, und ihm gelang alles, was er sich jemals vorgenommen hatte.

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