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«Jeder Mensch, wer er auch sei und wie tief er auch erniedrigt wäre, verlangt [...] Achtung vor seiner Menschenwürde.»
Episode 891

«Jeder Mensch, wer er auch sei und wie tief er auch erniedrigt wäre, verlangt [...] Achtung vor seiner Menschenwürde.»

Fjodor M. Dostojewski: «Worte wie Spiegel», S. 24

1-Satz-Literaturclub (1SLC) · Jeannette Häsler Daffré

March 27, 202538m 14s

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Show Notes

Fjodor M. Dostojewski: «Worte wie Spiegel», S. 24

Unser Zufallssatz:

«Jeder Mensch, wer er auch sei und wie tief er auch erniedrigt wäre, verlangt doch – wenn auch nur instinktiv, ganz unbewusst – Achtung vor seiner Menschenwürde.»

Quintessenz der Diskussion
von Jeannette Häsler Daffré

Bereits im Grundgesetz ist verankert, dass die Würde des Menschen unantastbar ist und ge­schützt und geachtet werden muss. Doch wie ge­hen wir mit dem Gefühl der Erniedrigung um? Wie agieren wir aus der Position der Macht heraus, die es uns erlaubt, andere zu kritisieren oder zu korrigieren? Wie schnell fühlt sich jemand bei Kri­tik gedemütigt? Wie schnell üben Personen in Machtpositionen ihren Stand dazu aus, andere zu demütigen, um sich vielleicht besser zu fühlen?

Und das gilt nicht nur im Umgang mit Menschen, sondern auch mit Tieren, zum Beispiel bei der Hundeerziehung.

Dabei beweisen nicht nur er­folg­reiche Firmen, wie wichtig Wertschätzung und Respekt den Mitarbeitenden gegenüber ist.

Oder geht es gar um die Menschen am Rande der Gesellschaft? Da werden wir doch erst recht ge­fordert. Wir hören den Appell, Achtung auch vor deren Menschenwürde zu haben, obwohl wir da an unsere Grenzen kommen. Aber genau das macht unsere Gesellschaft aus, dass wir sogar die­jenigen achten, die vielleicht im ersten Mo­ment gar nicht als achtenswert scheinen.

Viel­leicht beschreibt der Satz auch das Gefälle zwi­schen einer Person, die Pflege braucht mit ihrer Hilflosigkeit und der Angst, zur Last zu fallen – und der Person, die Pflege gibt. Oder doch zwi­schen Gewinnen und Verlieren, wenn erstere dann noch einmal hämisch und gemein nach­tre­ten müssen.

Und wir sagen: Stopp! Wer ist hier wirklich das Opfer? Wehe der vermeintlichen Opfer-Täter-Umkehr. –

Lieber bestaunen wir, wie z.B. Nelson Mandela während seiner 25 Jahre im Gefängnis seine Würde behalten konnte bis zu­letzt, um dann aus Stärke der Versöhnung, der Vergebung das einmalige Leuchten entwickeln konnte.

Bildbeschreibung
Grafik: Danke an Christel Koch, dass wir ihre wunderbare Illustration verwenden dürfen

Mitwirkende:
Jeannette Häsler, Judith Niederberger aka Lakritza, Riccarda Mecklenburg, Maria-Anna Meissner, Kathrin Kolloch, Carmelina Faggiano, Julia Burgstaller aka Q, Sylvia Gräber, Werner Niederberger u.a.m.

Topics

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